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Von der Datenautobahn zum Mitmachnetz Das Internet entwickelte sich in verschiedenen Phasen schnell und grundlegend von einer Datenautobahn zum Mitmachnetz. Mittlerweile ist diese digitale Parallelwelt aus dem Alltag vieler Menschen gar nicht mehr wegzudenken. Joan Kristin Bleicher beleuchtet umfassend zentrale Aspekte der Medialität des Internets. Im Fokus stehen dabei nicht nur Rahmenbedingungen und die historische Entwicklung. Es werden auch Angebotsschwerpunkte, theoretische Fragen, Ästhetik, Nutzungs- und Wirkungspotenziale des Internets sowie Regulierungstendenzen thematisiert. Das Buch hat einführenden Charakter und richtet sich an Studierende der Medien-, Kultur- und Kommunikationswissenschaft. Es eignet sich auch für Interessierte anderer Fachrichtungen, die sich über dieses Schlüsselmedium unserer Zeit informieren möchten.
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Seitenzahl: 338
Veröffentlichungsjahr: 2022
Joan Kristin Bleicher
Grundwissen Internet
Perspektiven der Medien- und Kommunikationswissenschaft
UVK Verlag · München
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DOI: https://doi.org/10.36198/9783838559094
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Internet: www.narr.deeMail: [email protected]
ISBN 978-3-8252-5909-9 (Print)
ISBN 978-3-8463-5909-9 (ePub)
Als fester Bestandteil des Medienensembles ebenso wie des menschlichen Alltags bilden das Internet und seine Veränderungen den Untersuchungsschwerpunkt vielfältiger medienwissenschaftlicher Forschungs- und Publikationsaktivitäten. Das vorliegende Buch beschreibt in einer kompakten Gesamtdarstellung zentrale Aspekte der Medialität des Internets. Eine Basis sind zentrale Ergebnisse der bisherigen kultur-, medien- und kommunikationswissenschaftlichen Forschung. Im Fokus der Abschnitte stehen Rahmenbedingungen, historische Entwicklung, ÄsthetikÄsthetik, Angebotsschwerpunkte, Nutzung, WirkungWirkung und Aspekte der Regulierung. Der Band stellt zentrale Bereiche und Forschungsschwerpunkte vor. Wissensboxen beinhalten besonders relevante Inhalte. Im Text werden nicht alle englischen Zitate übersetzt.
In den letzten zehn Jahren durchlief das Internet gleich mehrere Metamorphosen. Sie wurden begleitet von wechselnden Metaphern und Begriffen wie DatenautobahnDatenautobahn, CyberspaceCyberspace, Web 2.0Web 2.0, das MitmachnetzMitmachnetz oder soziale Mediensoziale Medien. Diese Begriffe signalisieren grundlegende Veränderungen der ursprünglichen Verbreitung und Vernetzung von Daten hin zu Formen der technisch basierten sozialen Gemeinschaftsbildung und der Verbindung technischer Geräte. Veränderungen der gesellschaftlichen WirkungWirkung des Internets markieren Buch- und Vortragstitel wie Manuel Castells „Der Aufstieg der Netzwerkgesellschaft“(2017), Michael Seemanns und Sebastian Giessmanns „Die Plattformgesellschaft“ (re:publica 2015), Roberto Simanowskis „FacebookFacebook-Gesellschaft“ (2016). Hier zeigt sich, dass technische Entwicklungen und die Ökonomie die Strukturen, Angebotsformen, Distribution und Nutzung des Internets verändern. Aus der Vernetzung von Daten und Menschen entstand die Infrastruktur der Digitalen Gesellschaft und die Daseinsvorsorge der Nutzer:innen.
Ich bedanke mich bei Heinz Hiebler für viele hilfreiche Anregungen, Diskussionen, Hinweise und Korrekturen und bei Felicitas Hoppe, Benjamin Johl und Lisa Thomae für ihre engagierte Mitarbeit.
Hamburg, im Herbst 2022
Prof. Dr. Joan Kristin Bleicher
1945
Vannevar Bush veröffentlicht „As We May Think“ im „Atlantic Monthly“ und stellt das Memexmodell einer elektronischen Datenspeicherung und -vermittlung vor.
1957
Die UdSSR startet den ersten Satelliten SPUTNIK in eine Weltumlaufbahn. Die USA müssen militärisch reagieren und gründen die ARPA (Advanced Research Projects Agency), die in das Verteidigungsministerium integriert ist. Die Aufgabe der ARPA besteht darin, neue Technologien im Bereich Kommunikation und Datenübertragung zu entwickeln, um den USA einen technischen Vorsprung gegenüber der UdSSR zu verschaffen.
1963
Douglas Engelbart (ARPA IPTO) entwickelt das Dokumentationssystem oN Line System (NLS), um Dokumente gleichzeitig auf dem Bildschirm darstellen, speichern und suchen zu können.
1964
Paul Baran (RAND Corporation) betreibt Studien zum dezentralisierten Netzwerk ohne Zentralcomputer.
1965
Ted Nelson prägt den Begriff Hypertext.
1968
In Europa interessiert man sich für das Internet. Derek Barber übernimmt die Leitung eines neu gegründeten Projektes zum Aufbau eines European Informatics Network (EIN).
1969
Das Unternehmen BBN entwickelt an unterschiedlichen Standorten das IMP-Netzwerk als Basis des ARPAnet. Dieses Netzwerk bildet die Kerneinheit des heutigen Internets.
Am 29. Oktober 1969 findet der erste Kommunikationsvorgang zwischen einem UCLA-Computer und dem IMP II Rechner am Stanford Research Institute statt, um die Buchstaben LOG (für „Login“) zu vermitteln.
1970
Die Verbindung zwischen der West- und Ostküste der USA steht. Die Hosts des ARPANET benutzen das NCP (Network Control Protocol). Es ist das erste Host to Host Protocol.
1971
Ray Tomlinson von der Firma BBN erfindet das E-Mail-Programm. Er kann kurze Nachrichten über das Netz schicken.
1972
Die Leiter europäischer und amerikanischer Vernetzungsprojekte schließen sich mit dem Ziel verbesserter Koordination zur International Network Working Group (INWG) zusammen.
1973
Bob Metcalfe in Harvard bringt die erste Idee für das ETHERNET. Das Konzept wurde auf XEROX PARCs ALTO-Computern getestet und das erste ETHERNET-Netzwerk wurde Alto Aloha System getauft.
1974
Durch das Transmission Control Protocol (TCP) als einheitliche Vernetzungssoftware wird die internationale Kommunikation ermöglicht und beschleunigt.
1976
Die englische Königin Elizabeth II. schickt aus den USA an ihre Bürger die erste E-Mail durch das Netz und informiert sie über die Verbindung des englischen mit dem amerikanischen Netzwerk.
1977
Apple Computer Inc. stellt mit dem beginnenden Verkauf preisgünstiger Mikrocomputer die für die Internetnutzung erforderlichen Empfangsgeräte bereit.
1978
Das Protokoll TCP wird gesplittet in TCP und IP.
1979
Das Usenet (Netzwerk von Diskussionsforen) wird als Verbindung zweier Unix-Rechner gegründet. Erschaffer sind Tom Truscott, Jim Ellis und Steve Bellovin. Sämtliche Gruppen werden unter der Hirarchie.net eingetragen.
1980
Der WWW-Konstrukteur Tim Berners-Lee entwickelt bei der Firma D. G. Nash Ltd. Mikroprozessorsoftware, um „einen abstrakten Informationsraum aufzubauen“.
1981
Das erste E-Mail-Transport-Protokoll SMTP begünstigte durch seine leichte Handhabung die schnelle Verbreitung der elektronischen Post.
1982
DCA und ARPA etablieren das TCP (Transmission Control Protocol) und das IP (Internet Protocol) als den Protokollstandard für das ARPANET, bekannt als TCP/IP. Dies ist die erste festgelegte Definition für das INTERNET als eine Gruppe von Netzwerken, die speziell dieses Protokoll verwenden. Das DoD der USA deklarierte TCP/IP zum Standard für DoD.
Es entsteht das EUnet (European UNIX Network), geschaffen von EUUG, um EMAIL und USENET-Service anzubieten. Die ersten Verbindungen waren zwischen Holland, Dänemark, Schweden und England.
1983
Das ARPANET löst sich mit seinem eigenen Netzwerk MILNET endgültig von bisherigen Kooperationen, so dass nun Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen gemeinsam das zivile Internet betreiben. Deutschland (Stuttgart) und Korea kommen ins Netz.
1984
Das Namenssystem für Domains (DNS) wird eingeführt.
1987
Die Anzahl der Hosts (Computersystem mit registrierter IP-Adresse) übersteigt 10.000.
1988
Fuji produziert die erste ausschließlich digitale Kamera.
Am 2. November 1988 jagt der Virus Internet Worm durch das Internet. 6.000 der mittlerweile 60.000 Hosts werden infiziert.
1989
Die Anzahl der Hosts im Netz bricht die Schallmauer von 100.000.
1990
Das ARPANET hört auf zu existieren.
1991
Das WORLD WIDE WEB (WWW) geht über CERN ins Netz. Entwickler und Erfinder ist Tim Berners-Lee.
Das an der Universität von Minnesota entwickelte Informationssystem GOPHER stellt durch eine grafische Menüführung eine komfortable Navigation durch die Datenbestände des Netzes bereit.
1992
Die Weltbank geht online.
Die ISOC (Internet Society) wird gegründet.
Die Anzahl der Hosts im Internet übersteigt eine Million.
Die Universität von Nevada bringt mit Veronica die erste Suchmaschine heraus.
1994
Am 25. Oktober 1994 stellt die Zeitschrift „Der Spiegel“ nach einer einjährigen Experimentierphase auf der Frankfurter Buchmesse ihren ersten öffentlichen Onlineauftritt vor.
Die ersten Onlinegeschäfte tauchen im Internet auf.
Cadabra wird in Seattle gegründet – der Vorläufer von Amazon.
1995
Am 23. Mai 1995 bringt SUN die Sprache JAVA heraus.
Die Real-Audio-Technologie lässt das Netz nahezu in Echtzeit Musik hören.
Am 14. September 1995 wird die Registrierung von Domain-Namen kostenpflichtig.
1996
Der Krieg der WWW-Browser, der hauptsächlich zwischen Netscape und Microsoft tobt, führt zu einer neuen Ära der Softwareentwicklung. Neue Programmversionen erscheinen alle drei Monate und werden in sogenannten BETA-Versionen von einer breiten Masse getestet.
1997
John Barger richtet ein Web-Logbuch ein, um seine Internetaktivitäten zu dokumentieren. Ihm wird die Urheberschaft für den Begriff Weblog zugeschrieben.
Die Informatikstudenten Larry Page und Sergey Brin entwickeln an der Stanford University in Palo Alto, Kalifornien den Algorithmus, der der Suchmaschine Google zugrunde liegt.
1999
Am 22. Februar 1999 nimmt die ersteOnlinebank, die First Internet Bank of Indiana, ihren Geschäftsbetrieb auf.
Shawn Fanning erfindet die Software Napster für den Musikaustausch zwischen Nutzer:innen.
2000
Das Internet 2 erhält eine eigene zentrale Datenleitung, so dass sich 2002 ca. 200 Universitäten am wissenschaftlichen Datenaustausch beteiligen können.
Eine Gruppe von Informatiker:innen und IT-Ingenieur:innen der Technischen Hochschule in Atlanta (Georgia) arbeitet an einem Projekt mit dem Namen Aware Home, das als Vorläufer des Smarthome gilt.
2000–2001
Die Dotcom-Blase platzt, da die damaligen Entwicklungen und Produkte nicht den Bedürfnissen der Nutzer:innen entsprechen.
Am 23. November 2001 gehen die Internetunternehmer Jimmi Wales und Larry Sanger mit ihrem der interaktiven Netznutzung angepasstem Lexikon WIKIPEDIA online.
2002
Das Unternehmen Universal bietet mit popfile.de das erste kommerzielleDownloadangebot an.
Reid Hoffmann gründet LinkedIn als Plattform für die Vermittlung von Arbeitsplätzen.
2003
Das BlackberryQuark kommt auf den Markt und leitet die weitere Entwicklung der Smartphones ein. 2016 wird der Verkauf angesichts der wachsenden Konkurrenz eingestellt.
2004
Der ehemalige MTV-Moderator Adam Curry entwickelt ein eigenes kleines Programm, das nach MP3-Dateien sucht und diese für den mobilen Empfang laden kann. Für dieses Verfahren wählt Curry den Begriff Podcasting.
Facebook wird als soziales Netzwerk für Studierende verschiedener Universitäten gegründet. 2006 wird sich der Zugang für Nutzer:innen mit einer E-Mail-Adresse erweitern.
Die Fotoplattform Flickr erblickt das Licht der Welt.
Tim O’Reilly kreiert den Begriff Web 2.0.
2005
Am 22. Mai 2005 veröffentlicht der Amerikaner Steven Chen ein Video seiner springenden Hauskatze Pajamas im Internet und signalisiert so das Interesse an Bildbeiträgen aus dem privaten Lebensumfeld. Die Erfolgsstory von YouTube beginnt.
2006
Bundesweit sind 60% der Jugendlichen ab 14 Jahren online.
Hansenet offeriert mit Alice Home TV das erste IPTV-Angebot in Deutschland.
Twitter ist neu auf dem Markt. Nutzer:innen sollen auf eine einfache Frage antworten: „What are you doing?“ Am 21. März 2006 verbreitet Jack Dorsey den ersten Tweet: „just setting up my twttr“.
2008
Am 10. Juli 2006 beginnt Apple mit dem Verkauf von Apps in seinem App Store.
Airbnb wird gegründet.
Mit der Webseite MYBO organisiert Barack Obama seinen Wahlkampf.
2009
Im Januar 2009 geht der Instant-Messaging-Dienst WhatsApp online und löst bei vielen Nutzer:innen die klassische SMS ab. Am 19. Februar 2014 wird Facebook den Dienst übernehmen.
Uber entsteht.
Das US-Verteidigungsministerium informiert über den Datendiebstahl von Bauplänen für ein Kampfflugzeug.
2010
Zum 5. Februar 2010 hat Facebook laut eigenen Angaben 400 Millionen Nutzer:innen weltweit. Weltweit soll es ca. 200 Millionen Weblogs geben.
Das Handy von Nokia ermöglicht das mobile Versenden von SMS.
Kevin Systrom gründet das soziale Netzwerk Instagram, das zwei Jahre später von Facebook gekauft werden wird.
Die Behörden gehen gegen Wikileaks vor.
Am 3. April 2010 wird das erste iPad in den USA verkauft.
Juli Michael Hayden (NSA) bittet die Teilnehmer:innen der Hacker:innenkonferenz „Black Hat“ um Unterstützung bei der Neugestaltung der Sicherheitsarchitektur des Internets.
Die Einführung von Google Street View löst in Deutschland starken Widerstand aus.
Nicolas Sarkozy fordert die Durchsetzung eines Minimums an Werten und Regeln im Internet, auf die man sich weltweit geeinigt habe.
2011
In Stanford erfinden Studierende den Messenger-Dienst Snapchat, der Posts nach einer bestimmten zeitlichen Frist automatisch löscht.
2016
AlphaGo, eine von Google entwickelte Software, gewinnt ein Go-Turnier. Dies gilt als wichtiger Entwicklungsschritt für die KI.
Die Plattform TikTok für das Teilen kurzer Videos wird gegründet.
Kontroverse Diskussionen begleiten in Deutschland die Einführung einer neuen Datenschutzgrundverordnung.
2018
Facebook verändert seine Newsfeeds. Statt der bisherigen Dominanz der Beiträge von Unternehmen werden nun Beiträge von Privatpersonen bevorzugt, die der Individualkommunikation und sozialen Vernetzung dienen. Diese Änderungen sollen das Wohlbefinden der Nutzer:innen steigern.
Ein Grundproblem der medienwissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Internet bildet die hohe Dynamik seiner Veränderungen, die eine kontinuierliche begleitende Forschung erfordert. Im Vergleich zu etablierten MassenmedienMassenmedien wie dem Fernsehen beschleunigten sich die historischen Phasen Konzeption, Entwicklung, Durchsetzung und Etablierung des Internets. Auf die Vernetzung der Daten im World Wide WebWorld Wide Web (WWW)(WWW) folgte die Vernetzung der Menschen in den sozialen Medien und das auf ihren Daten basierende, durch Künstliche IntelligenzKünstliche Intelligenz (KI) geprägte Internet der DingeInternet der Dinge(IoT). Das Internet als technische Infrastruktur der DigitalisierungDigitalisierung ist für seine Nutzer:innen nicht nur ein Informationsmedium, sondern ein virtueller Kultur-, Spiel-, Kommunikations- und Lebensraum.
In den wissenschaftlichen Fachdisziplinen bildeten sich unterschiedliche Forschungsschwerpunkte heraus. Diese umfassen u. a. Zusammenhänge zwischen technischer Basisstruktur (Informatik) und Angebotsstruktur, das Angebotsformenspektrum, ästhetische Grundlagen, Kennzeichen der digitalen Kultur (Medienwissenschaft) sowie die individuelle Nutzung und gesellschaftliche WirkungWirkung sozialer Medien (Kommunikationswissenschaft). Soziologie und Politikwissenschaft interessieren sich für den Einfluss des Internets auf die Gesellschaft (Hierarchiestrukturen, Sozialgemeinschaften) und den Einfluss des Internets auf die politische Kommunikation. Zu den Themenschwerpunkten der Pädagogik zählen u. a. Digitale Bildung sowie der Einfluss der Internetnutzung auf die Sozialisation von Kindern und Jugendlichen. Psycholog:innen befassen sich mit Identitätskonstruktion im Internet ebenso wie mit Erscheinungsformen von Onlinesucht.
Kritisch begleitet werden die Entwicklungen des Internets nicht nur von der Forschung, sondern auch durch Sachbücher wie die „GoogleGoogle-GesellschaftGoogle-Gesellschaft“ (Lehmann/Schetsche 2005), „Das Zeitalter des ÜberwachungskapitalismusÜberwachungskapitalismus“ (Zuboff 2018) oder Romane wie „Ich hasse dieses Internet“ (Kobek 2017). Diese Buchtitel sind exemplarisch für die wachsende Kritik an dem immer enger werdenden Zusammenhang aus ökonomischer Monopolbildung, dem DatenhandelDatenhandel, dem Verlust von Privatheit und der Beeinflussung der öffentlichen Kommunikation etwa durch das Zusammenspiel von Fake NewsFake News mit Folgen wie Hass und Cybermobbing. Der Verlust an Meinungs- und Informationskomplexität in unterschiedlichen Filterblasen beeinträchtige, so Kritiker:innen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Als Gefährdung der Demokratie gilt der Einfluss von IntermediärenIntermediär auf die politische Meinungsbildung (Weber, Mangold, Hofer, Koch 2019).
Zwar bildet das Internet das Zentrum der digitalen Welt, dennoch können etablierte theoretische Reflexionen der analogen Welt als Erklärungsmuster für unterschiedliche Aspekte dieser technischen Welt fungieren. Generell beinhalten Theorien unterschiedliche Fragestellungen, Bedeutungsschwerpunkte und Funktionen. Als Systeme wissenschaftlich begründeter Aussagen tragen sie zur Erklärung bestimmter Phänomene und ihrer möglichen Ursachen bei. Wissenschaftliche Theorien bestimmter Teildisziplinen beinhalten fachspezifische Themenschwerpunkte, Begriffe und Prinzipien. Daher befassen sich Theorien zumeist mit Antworten auf spezifische Fragen in spezifischen Kontexten, zu deren besserem Verständnis sie beitragen (vgl. Hepp 1999, 17). Theorien entwerfen nicht nur grundlegende Fragestellungen, sie reflektieren auch zentrale Probleme. Auf diese Weise beinhalten sie Erklärungspotenziale für unterschiedliche Teilbereiche der technischen Grundlagen, der Ökonomie, der Medienangebote sowie der Medienvermittlung, -wirkung und -nutzung. Erst die Vielfalt unterschiedlicher Theorien ermöglicht eine hohe Erklärungsleistung für die sehr komplexen Phänomene des Internets.
Der Netzstruktur des Internets entspricht die thematische Vielfalt von Theorien und Methoden der interdisziplinären Forschung. Bereits der französische Philosoph Michel Foucault beschrieb die Vernetzung unterschiedlicher Elemente als spezifisches Dispositiv des 20. Jahrhunderts:
„Wir sind in der Epoche des Simultanen, […] des Nebeneinanders, des Auseinander. Wir sind, glaube ich, in einem Moment, wo sich die Welt weniger als ein großes, sich durch die Zeit entwickelndes Leben erfährt, sondern eher als ein Netz, das seine Punkte verknüpft und sein Gewirr durchkreuzt.“ (Foucault 1992, 34)
An dieses Zitat lässt sich die Kurzdiagnose „Alles hängt mit allem zusammen“ anschließen. Sie erfasst Grenzauflösungen und themenbezogene Verknüpfungen von Theorieansätzen der Internetforschung unterschiedlicher wissenschaftlicher Teildisziplinen (vgl. Warnke 2011). Diese nähern sich den jeweiligen Phänomenen mit unterschiedlichen fachspezifischen Reflexionen. So sind VerschwörungsmythenVerschwörungsmythos nicht nur ein Gegenstandsbereich literaturwissenschaftlicher Narrationstheorien, sondern auch von Manipulationstheorien und weiteren Theoriemodellen der Politikwissenschaften.
Im folgenden Abschnitt werden anhand ausgewählter Fragestellungen und Themenschwerpunkte zentrale theoretische Ansätze und Forschungsschwerpunkte vorgestellt, die die bisherige Entwicklung des Internets begleiteten. Etablierte Fragestellungen, beispielsweise der Philosophie wie „Was ist der Mensch?“, stellen sich angesichts internetbezogener Phänomene etwa digitaler Identitäten wie Influencer:innenInfluencer:in, AvatarenAvatar oder TrolleTroll neu. Simulations- und Virtualitätstheorien reflektieren Aspekte virtueller Welten im Internet und ihre Folgen für die menschliche Wahrnehmung und sozialen Beziehungen. Das Verhältnis von Medien und Macht, aber auch die Beziehungen zwischen Medien und Wirklichkeit gehören zu den Kernthemen von Medientheorien und -forschung.
Gut zu wissen | Technikbegriff
Techniktheorien reflektieren die materiellen Grundlagen von Medien und ihrer Kommunikation. Der Technikbegriff umfasst dabei vor allem Infrastruktur, Maschinen, Apparate und Hardware. Medientheorien gehen davon aus, dass die Materialität der Medien als technische Grundlage eine wesentliche Rolle für die medialen Angebote und Funktionen wie etwa Information spiele (Spahr 1997, 170).
Auch die Wahrnehmung sei in entscheidendem Maße von der Medientechnik geprägt. Bereits Marshall McLuhan verstand die Medien als „technische Strukturen der Welterschließung“ (Hartmann 2003, 57). Die Einheit der Weltwahrnehmung, die noch in der Schrift möglich war, zerfalle durch zusätzliche technische Codes in Wahrnehmungsspezifika von Medienangeboten (Kittler 1995, 311).
In der Mediengeschichte zeigt sich die Abhängigkeit der Entwicklung neuer Medientechnologien von militärischen Nutzungsinteressen (Kittler 1986, 149). So basieren auch die frühen Netzwerkentwicklungen des US-Militärs auf dem Ziel einer funktionsfähigen Computerkommunikation auch im Falle militärischer Zerstörungen. Andere Medientheoretiker:innen reflektieren die Frage, „mit welchen Medientechniken welche Symbole auf welche Weise gehandhabt werden“ (Winkler 1997, 335).
Technische Medien wie das Internet seien „Mechanismen zur Herstellung sekundärer Wirklichkeiten oder Medienwirklichkeiten“ (Hartmann 2003, 50). Als „Instrumente der Wirklichkeitserzeugung“ (Hartmann 2003, 54) verändern sie Weltwahrnehmung und Wirklichkeitsvorstellung ihrer Nutzer:innen.
Kritisch reflektiert werden Konzepte der ökonomischen Verwertung des kostenlos produzierten Amateur:innencontentsAmateur:innencontent bei gleichzeitiger Verschleierung von Unternehmensstrukturen und -interessen. Mirko Tobias Schäfer illustriert die ökonomische und technische Verwertung des von Amateur:innen produzierten Contents am Beispiel der Applikation GoogleGoogle Maps.
Durch Integration weiten aus seiner Sicht Organisationen und Unternehmen ihre Produktion in die Sphäre der Nutzer:innen aus, so dass diese am Entwicklungsprozess teilnehmen. Der Service GoogleGoogle Maps sei ein Beispiel für diese Integration. Die App habe nicht nur großes Interesse erzeugt. Die Entwickler:innencommunity entwarf mit dem weitgehend offenen Application Programming InterfaceApplication Programming Interface (API) (API) eine Vielzahl von neuen Nutzungsmöglichkeiten und beteiligte sich an der Entwicklung des Programmcodes des API (Schäfer 2010, 13).
Gut zu wissen | Überwachungskapitalismus
Soshana Zuboffs Theorie des ÜberwachungskapitalismusÜberwachungskapitalismus (Zuboff 2018) erfasst Wechselwirkungen zwischen sozialen Medien, Ökonomie und Politik auf Basis der Bereitstellung von Nutzer:innendaten. Ein Fokus liegt auf der Unternehmensgeschichte mit den jeweiligen Geschäftsmodellen von GoogleGoogle und FacebookFacebook. Produkte aus dem Bereich Gesundheitskommunikation wie etwa Fitnessarmbänder sind laut Zuboff eine wichtige Grundlage des DatenhandelsDatenhandel und der subjektiven Adressierung von Werbung.
Trotz der ständig wachsenden Anzahl an Medien- und Online-Inhalten steigerte sich die Aufmerksamkeit der Menschen nicht im vergleichbaren Maße. So bildet Aufmerksamkeit als zentraler Mangel den Ausgangspunkt eigener ökonomischer Konzepte. Die klassische Ökonomie der kapitalistischen Industriegesellschaft basierte auf dem Prinzip der Knappheit von Warenangeboten. In der neuen Ökonomie schaffen Unternehmen rund um das mangelnde Gut Aufmerksamkeit einen neuen mentalen Kapitalismus, der die Geldökonomie ersetze (Franck 1998). Die Bewältigung der medial erzeugten Informationsflut wird zur zentralen Kompetenz der gesellschaftlichen Positionierung. Dass mit immateriellen Waren hohe materielle Gewinne erzielt werden, gerät bei den Verschleierungsdiskussionen um die Ökonomie der Aufmerksamkeit gerne in Vergessenheit.
Auf Basis der AufmerksamkeitsökonomieAufmerksamkeitsökonomie werden auch Veränderungen der Starkonstruktion und -wirkungStarkonstruktion und -wirkung reflektiert (vgl. Franck 1998, 159 ff.). Stars bilden als Oberschicht der neuen sozialen Hierarchiebildung den Fokus unterschiedlicher Bereiche des Internets, insbesondere der sozialen Medien. Veränderungen des Berühmtheitsstatus basieren u. a. auf der Selbstwahrnehmung und -darstellung:
„The most obvious change in the nature of fame over the last twenty or so years has been the increasing self-consciousness among the audience, the media, and the famous about the process, and the desire to stage that self-consciousness as part of the general staging of fame itself.“ (IASC o. J)
Das Selbst ist Inszenierung, Produkt und Schauobjekt in Personalunion.
Verschiedene Studien rekonstruieren die Kulturgeschichte der DigitalisierungDigitalisierung (Baricco 2019; Burkhardt 2018) als Grundlage aktueller Entwicklungen.
Gut zu wissen | Convergence Culture
Diagnosen des internetbasierten kulturellen Wandels wie etwa das Entstehen einer Convergence CultureConvergence Culture (Jenkins 2006) markieren Zusammenhänge zwischen ökonomischen Verwertungsketten, der kulturellen Produktion, medientechnischen Innovationen und grundlegenden Veränderungen des Mediensystems. Der vielschichtige Konvergenzbegriff umfasst Bewegungen von PlattformenPlattform, Unternehmen und PublikaPublika.
„By convergence, I mean the flow of content across multiple media platforms, the cooperation between multiple media industries, and the migratory behaviour of media audiences who will go almost anywhere to search of the kinds of entertainment experience they want.“ (Jenkins 2006, 2 f.)
Der Begriff Prosumer CultureProsumer Culture wiederum zeigt, dass die Nutzer:innen nicht nur Inhalte konsumieren, sondern selbst produzieren (vgl. Reichert 2008, 12). So sei das Internet
„innerhalb weniger Jahre zum zentralen Konvergenzraum medial vermittelter Kommunikation geworden. Die Vervielfachung der Publikations- und Kommunikationsformate hat dazu geführt, dass Millionen von Usern/Userinnen ihre Alltagskommunikation öffentlich im Kontext digitaler Netzwerke ausbreiten.“ (Reichert 2008, 11)
Veränderungen etablierter Strukturen von Kultur und Produktion (Bruns 2008) bilden einen Fokus etwa von Theorien zur Digitalen Kultur (Stalder 2016) oder zur Amateur:innenkulturAmateur:innenkultur (Schäfer 2011; Reichert 2015).
Im Kontext der Reflexionen von Amateur:innenkulturAmateur:innenkultur im Internet wird die Medialisierung des Alltags unter dem Einfluss der sozialen Medien als neue Form alltagskultureller Kommunikation, kollektiver Beziehungen und Selbstpraktiken beschrieben (Reichert 2008, 7). In einer erweiterten theoretischen Perspektive bildet die digitale Kultur eine Fusion unterschiedlicher Medien- und Kulturbereiche auf Grundlage einer einheitlichen digitalen Speicherung (Stalder 2016). Literatur- und Theaterwissenschaftler:innen diagnostizieren Erweiterungen der Ausdrucksmöglichkeiten von Literatur und Theater (Glesner 2015). Dazu zählen die Loslösung von räumlichen Begrenzungen als eine Basis globaler Distribution sowie Veränderungen der Produktion kultureller Artefakte etwa in Formen der kooperativen Literatur. Die Amateur:innenkulturAmateur:innenkultur sei u. a. durch den User Generated ContentUser Generated Content im Internet entstanden (Schäfer 2011).
Die Frage, ob das Internet als Medium verstanden werden kann und durch welche Merkmale es sich konstituiert, knüpft an etablierte Medialitäts- und Dispositivtheorien an.
Gut zu wissen | Medialität
Als Medialität wird ein (jeweils kulturhistorisch situiertes) Geflecht aus semiotischen Möglichkeiten, ästhetischen Eigenschaften, Konventionen, Technologien und gesellschaftlich institutionalisierten Gebrauchsweisen verstanden (vgl. Hickethier 2010, 26). So zielt der Begriff u. a. darauf, wie mediale Verfahren inhaltliche Repräsentationen bzw. die Wahrnehmung und Konstruktion von Wirklichkeit prägen (vgl. Fischer-Lichte 2001; Tholen 2002).
Auch wird aus medien- und kulturtheoretisch erörtert, auf welche Weise sich Medien durch ihre Vermittlungsverfahren selbst konstruieren. Dies brachte bereits Marshall McLuhan mit „The medium is the message“ zum Ausdruck (McLuhan 1964). So verstanden konstruieren Medien u. a. durch ihre Darstellungsweisen Grenzen zu anderen Medien (vgl. Fohrmann 2004; Tholen 2002; Andriopoulos et al. 2001). Im Zuge des Medienwandels werden Grenzen und Beziehungen zwischen Medien neu ausgehandelt. Dabei ist ein Spannungsfeld von Hybridbildungen und gleichzeitigen Profilierungen spezifischer Medialitäten zu beobachten (ebd.; Ochsner 2008).
Theorien wie beispielsweise die Medienökologie reflektieren die Folgen von Konkurrenz und Wechselwirkungen zwischen etablierten und Onlinemedien. Ein besonderes Erklärungspotenzial der Medienökologie „besteht darin, nicht einzelne Medien, sondern deren Zusammenschlüsse zu fokussieren und besonders die Wechselwirkungen zwischen Medien und ihren Benutzern zu untersuchen“ (Löffler, Sprenger 2016, 15).
Einen Schwerpunkt bilden etablierte nationale und globale MediensystemeMediensystem. Hier verändern sich Inhalte und Funktionsschwerpunkte der Einzelmedien nicht nur in der Profilneubildung der medialen Identität, sondern auch in medienübergreifenden Angeboten oder Verwertungsketten wie KonvergenzKonvergenz, CrossmedialitätCrossmedialität und TransmedialitätTransmedialität. Der Fokus liegt auf den Beziehungen von Printmedien zu Erscheinungsformen des OnlinejournalismusOnlinejournalismus (Matzen 2014) oder des Fernsehens zu Video-Stream-PlattformenPlattform (Snickars, Vonderau 2009; Richter 2020 u. a.).
Beide Beziehungen sind exemplarisch für Veränderungen von Ökonomie, Kultur, Produktion und Rezeption:
„Welcome to convergence culture, where old and new media collide, where grassroots and corporate media intersect, where the power of the media and the power of the media consumer interact in unpredictable ways.“ (Jenkins 2006, 2)
Unterschiedliche Perspektiven erfassen die digitalisierungsbasierten Veränderungen des Mediensystems:
„Setzt doch die wissenschaftliche Analyse und kulturelle Mitgestaltung der sich neu strukturierenden Medienlandschaft, in der Presse, Radio, Fernsehen und Video via Internet digital miteinander vernetzt sind, eine transdisziplinäre Wissensstruktur voraus, in der pragmatische, dekonstruktivistische, phänomenologische, existenzphilosophische, system- und diskurstheoretische Perspektiven fächerübergreifend miteinander auf problemorientierte Weise verflochten sind.“ (Sandbothe, Marotzki 2000, 9)
Die Vernetzung der Medien resultierte in Reflexionen der Post-Mass-Media als Loslösung von der bisherigen Einzelmedienforschung (Augenblick, Heft 80, 2021).
Im Kontext dieser Veränderungen erweitern vielfältige Formen der Präsentation von Privatheit nichtprominenter Menschen vor allem in sozialen Medien das Angebotsspektrum traditioneller Weltvermittlung etwa via aktueller Informationen von öffentlicher Relevanz (vgl. Trepte, Dienlin 2014). Auch in den Angeboten etablierter MassenmedienMassenmedien wie dem Fernsehen ist eine Steigerung der Thematisierung von Privatheit, etwa in den Formaten des Realitätsfernsehens, zu beobachten (vgl. Bleicher 2018). Ein häufig kritisierter Kernbereich, sowohl der ökonomischen als auch der politischen Verwertung der sozialen Medien, ist der Verzicht auf Privatheit zugunsten des Informations- und Kommunikationszugewinns.
„Die neuen Ausdifferenzierungen der digitalen Kommunikation sind von einem emphatischen Individualitätskonzept geprägt: WeblogsWeblog, Wikis und soziale Netzwerkseiten fungieren als subjektzentrierte Praktiken und Machtverhältnisse, die von den Internetnutzern die Bereitwilligkeit abverlangen, immer mehr Informationen und Daten über ihre Person und ihr Leben zu veröffentlichen, die jederzeit und weltweit mittels Netzrechner abgerufen werden können.“ (Reichert 2008, 7)
Gleichzeitig steigt das Bedürfnis nach der Sicherung von Privatsphäre im Bereich sozialer Medien (vgl. Ruddigkeit, Penzel, Schneider 2013).
Eine wesentliche Grundlage der Funktionsfähigkeit von Netzwerkplattformen ist, „dass Menschen Aspekte ihrer selbst auf einer Profilseite zugänglich machen, also zum Beispiel Namen und Wohnort, oder auch musikalische Vorlieben, politische Orientierungen oder Freizeitinteressen“ (Schmidt 2012, 216). Schmidt konstatiert das Entstehen eines neuartigen Typs von Öffentlichkeit, „den man als ‚persönliche ÖffentlichkeitÖffentlichkeit, persönliche‘ bezeichnen kann“ (Schmidt 2012, 218).
Er unterscheide sich in dreierlei Hinsicht von den journalistisch hergestellten massenmedialen ÖffentlichkeitenÖffentlichkeit, massenmediale:
durch die persönliche Relevanz der Auswahl von Informationen,
durch ein Publikum, das aus sozialen Kontakten bestehe,
durch den Modus des ‚KonversationKonversation Betreibens‘ (Schmidt 2012, 219).
Das Figurenensemble des Internets modifizierte Themenschwerpunkte bestehender Theorien zu Veränderungen des Menschenbildes. „Ein kybernetisches Welt- und Menschenbild, das den Menschen schon vor seiner technischen Transformation als Maschine deutet, bildet die Voraussetzung für alle posthumanistischen Visionen.“ (Krüger 2019)
Gut zu wissen | „Cyborg Manifesto“
Bereits in der Frühphase der Internetentwicklung konstatierte das „Cyborg Manifesto“ (Haraway 1985) eine HybridisierungHybridisierung von Mensch und Maschine, von Organismus und Maschinenwelt und betonte die Herrschaft der Informatik. Notwendig sei eine Neudefinition von Natur und Kultur durch die Existenz von Cyborgs als technisch-biologische Mischwesen.
Es entstehe die „Forderung einer weitestgehenden Mechanisierung des menschlichen Körpers bis hin zum Upload des menschlichen Geistes in einen Computer. Der biologische Körper soll durch einen in allen physischen und psychischen Qualitäten leistungsfähigeren Maschinenkörper ersetzt werden – der Mensch wird zur Maschine.“ (Krüger 2019)
Im Kontext von Religionstheorien bewegt sich das Verständnis der Maschine als eine Imitation des Göttlichen. Diese Thesen finden sich auch im aktuell viel diskutierten Posthumanismus innerhalb der allgemeinen Philosophie. Der technologische Posthumanismus verhandele
„im Hinblick auf die Unsterblichkeit vor allem zwei miteinander verwobene, fundamentale Fragen. Zum einen: Wie kann der Mensch seine perfekte Simulation im Speicher eines Computers generieren? Und zum anderen: Wie gelangen wir in diese verheißungsvolle Zukunft?“ (Krüger 2019)
Diese Diskurse lassen sich auch als Reaktion auf die DigitalisierungDigitalisierung des Menschen werten. So erfolgt in der Akteur-Netzwerk-Theorie Akteurs-Netzwerk-Theorie (kurz ANT) (ANT) die Gleichsetzung technischer und humaner Akteure.
Gingen traditionelle Theorieansätze von Referenzbezügen zwischen Medien und Wirklichkeit aus, so betonen Simulationstheorien (vgl. Baudrillard 1981) – dem allgemeinen Konstruktivismus vergleichbar (vgl. Schmidt, Weischenberg, Merten 1994) – die eigene mediale Wirklichkeitskonstruktion. Diese Theorien finden in den virtuellen Onlinewelten ihre digitale Realisation. Die spezifische Nutzung von Onlinewelten als virtueller Illusions- und Lebensraum erfassen Immersionstheorien.
Gut zu wissen | Simulacrum
Der Begriff SimulacrumSimulacrum (Trugbild, Blendwerk) umfasst die Diagnose, dass sich die Wirklichkeit längst in einen Bilder- und Datenstrom aufgelöst habe (Baudrillard 1981). Die Medien haben eine eigene Medienwirklichkeit geschaffen, die den Zugang zur wirklichen Wirklichkeit verstelle.
Eng verknüpft mit den Simulationstheorien sind Manipulationstheorien, die eine intentionale Verfälschungen mit dem Ziel von Meinungs- und Verhaltensänderungen reflektieren (Groys 2000).
Die Integration und Modifizierung bestehender medialer Angebotsschwerpunkte wie Information, Fiktion, Bildung, Unterhaltung und Werbung bildet eine Herausforderung für die medienwissenschaftliche Theoriebildung. Angebotstheorien umfassen spezialisierte Ansätze verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen. Figurentheorien befassen sich mit Erscheinungsformen der personalisierten Bedeutungskonstruktion. Reflektiert werden u. a. Formen und Funktionen von Rollenmustern der Selbstdarstellung prominenter und nichtprominenter Menschen, aber auch die Besonderheiten virtueller Personen wie Avatare und TrolleTroll.
Erzähltheorien reflektieren grundlegende Angebotsformen, Themen und Strukturen sowie an diese geknüpfte Wirkungsprinzipien fiktionaler und nonfiktionaler Angebote. GenretheorienGenretheorien erfassen thematische und formale Besonderheiten dieser Erzählungen. Dokumentarfilmtheorien beinhalten Referenzbezüge oder Fragen nach den Möglichkeiten des Abbildes von Wirklichkeit.
Wissenstheorien umfassen Besonderheiten der kollektiven Produktion und Zirkulation von Bildungsangeboten im Internet. Das Zirkulationsprinzip des WissensZirkulationsprinzip des Wissens (Breidbach 2008) münde in einen „knowledge space“, den Lévy als „cosmopedia“ bezeichnet (Lévy 2001).
Verschiedene Theorieansätze reflektieren die Wiederverwendung bereits bestehender Medieninhalte und Darstellungsformen. Diese basiert auf der unbegrenzten Verfügbarkeit, Kopierbarkeit, Speicherbarkeit, Bearbeitbarkeit und Verbreitbarkeit digitaler Medienangebote. Unterschieden wird zwischen:
reinen Wiederholungen („repeat“),
der Neuanordnung von Bestandteilen („remix“),
der Integration eines alten Medienangebots als Bestandteil eines neuen Angebots („remediate“).
Alte Medien werden zu Inhalten jeweils neuer Medien: „[W]e call the representation of one medium in another remediation, and we will argue that remediation is a defining characteristic of the new digital media.” (Bolter, Grusin 1999, 45) Unterschiedliche Bedeutungsfacetten des Begriffs reichen von der den Medien inhärenten Bezugnahme auf andere Medien über die Nichttrennbarkeit von Mediation und Realität bis hin zur Zielsetzung neuer Medien, andere Medien neu zu interpretieren bzw. zu „reformieren“ (ebd., 55). Remediationsprozesse verknüpfen ÄsthetikÄsthetik und WirkungWirkung in unterschiedlichen Medien.
Gut zu wissen | Internetästhetik
Medienästhetische Theorien konstatieren komplexe Zusammenhänge zwischen Gestaltung, Angeboten, Nutzung und WirkungWirkung (Schnell 2000). Die Internetästhetik bewege sich, so Lev Manovich, an den Schnittstellen von Kino, Architektur und Software (Manovich 2001). Deutlich werde dies etwa in der Gestaltung virtueller Räume.
ÄsthetikÄsthetik beeinflusse nicht nur die Wahrnehmung, sondern auch die Nutzung. Designtheorien befassen sich mit dem Zusammenspiel von anwendungsorientierter Gestaltung und WirkungWirkung im WebdesignWebdesign. Die Bausteine der Gestaltung wie Bild, Ton und Text gelten etwa innerhalb semiotischer Theorien als Teile der allgemeinen Bedeutungskonstruktion.
„Die Wiege des CyberspaceCyberspace liegt in der Kybernetik.“ (Baumann, Schwender 2000, 82) Zur Beschreibung interaktiver Steuerungsmodelle, wie etwa dem Feedback, verknüpft die Kybernetik Raumvorstellungen und gezielte -bewegungen. Neben Raumstrukturen und Steuerungsmodellen wird auch der Einfluss der Hypertextstruktur auf die Inhalte reflektiert. Inwieweit führt die Verlinkung von Modulen zur Auflösung bestehender Ordnungsprinzipien und damit zu Veränderungen der Informationsvermittlung?
Plattformtheorien befassen sich mit dem Verhältnis technischer Grundlagen, Unternehmensstrategien, etwa im Bereich des DatenhandelsDatenhandel, spezifischen Angebotsproduktionen, der partizipativen Nutzung und den Möglichkeiten der Regulierung. In diesem Kontext befassen sich Algorithmentheorien mit grundlegenden Strukturen und datenbasierten Verfahren – u. a. im Bereich der automatischen Adressierung individueller Nutzer:innen – und ihren Auswirkungen. Sie bilden einen Brückenschlag zu allgemeinen Reflexionen von Formen und Funktionen der Künstlichen IntelligenzKünstliche Intelligenz (KI)(KI) (vgl. Medienwissenschaft, Heft 21, 2019).
Wechselwirkungen zwischen Medien und Politik bilden einen Schwerpunkt der medien- und politikwissenschaftlichen Reflexion (Meyer 2001). Erkennbar ist eine Anpassung der bisherigen Theoriebildung an die medialen Besonderheiten des Internets. Demokratietheorien der Politikwissenschaft befassen sich mit Formen und Funktionen der Ausweitung politischer Kommunikation durch PartizipationPartizipation.
Das Internet adaptiere auch etablierte Kontrollfunktionen der Medien wie beispielsweise Enthüllungen von Missständen durch PlattformenPlattform wie Wikileaks. Digitale Politik der Parteien ereignet sich im Internet etwa im Bereich des Wahlkampfs. Selbstdarstellungen von Parteien und Politiker:innen sind ein Gegenstandsbereich von Diskursanalysen der politischen Kommunikation. Diagnosen von Filterblasen und Echokammern sind Teil von Untersuchungen der Radikalisierung politischer Meinungen in sozialen Medien. Frühe Visionen der Demokratisierungspotenziale der Many-to-Many-KommunikationMany-to-Many-Kommunikation (Barlow 1996) mündeten in Diagnosen des Neuen KommunismusNeuen Kommunismus (Barbrook 2001). In der Konkurrenz zwischen Ökonomie und Politik bezeichnen Social-Media-Unternehmen die Demokratie als ein veraltetes Regierungsmodell (siehe Zuboff 2018).
Soziolog:innen reflektieren internetbezogene Veränderungen gesellschaftlicher Strukturen. Den zentralen Einfluss des Internets auf gesellschaftliche Entwicklungen erfassen Diagnosen wie die Bezeichnungen Netzwerkgesellschaft (Castell 2004), Wissensgesellschaft oder FacebookFacebook-Gesellschaft (Simanowski 2016). Ein weiteres Interesse gilt der Konstruktion von Sozialgemeinschaften im Internet (u. a. Rheingold 1993). Im internetbezogenen Modell des öffentlichen Kommunikationsraums sind auch unterschiedliche Formen individueller Selbstdarstellung möglich (Turkle 1995).
Psychologische und kommunikationswissenschaftliche Theorien erfassen Motive, Formen und Funktionen der Internetrezeption und -nutzung. Interaktions- und Partizipationstheorien befassen sich mit Formen der aktiven Rezeption. DiensteDienste und Apps gelten als Grundlage der anwendungsorientierten Integration der Internetnutzung in den Alltag. Der Managementbegriff bildet die Grundlage der Kategorisierung der Bereiche Identität (vgl. Turkle 1995) und Beziehung als Nutzungsschwerpunkte von sozialen Medien (Schmidt 2017). Situativ ist die Kategorie des Mood-Managements ausgerichtet (Zillmann 1988). Die Virtualisierung sozialer Beziehungen löst Fragen nach der Beeinflussung menschlichen Verhaltens aus.
Gut zu wissen | Mediendispositiv
Der Begriff MediendispositivMediendispositiv betont in Anschluss an Foucault (Foucault 1977) die Präfiguration der kommunikativen Situation (bzw. häufig verkürzt: vor allem der Rezeption) eines Mediums durch die spezifischen technischen, rechtlichen, ökonomischen und weiteren Rahmenbedingungen.
Einen zentralen Aspekt der kulturellen Veränderungen bilde die InteraktivitätInteraktivität der Nutzer:innen in den beobachtbaren Zirkulationsprozessen: „This circulation of media content – across different media systems, competing media economies, and national boarders – depends heavily on consumer’s active participation“ (Jenkins 2006, 3). Die Zirkulation zwischen Mediennutzer:innen löst sich von traditionellen Modellen linearer Medienentwicklungen wie etwa dem von Lasswell (Lasswell 1948).
Gut zu wissen | Quantitative vs. qualitative Methoden
Die Forschung kennzeichnet eine grundlegende Unterscheidung zwischen quantitativen und qualitativen Methoden. Zu den quantitativen Methoden zählt die Analyse von Datensätzen. Qualitative medienwissenschaftliche Methoden analysieren hingegen Angebotsstrukturen und Darstellungsformen wie etwa die visuelle Vermittlung.
Durch Bildanalysen lässt sich das Wechselverhältnis von Schrift und Bildern etwa in den Memen (vgl. von Gehlen 2021, 11) erfassen, das an die Emblemata des Barocks erinnert. Wie bei den Emblemata haben Bildmotive der MemeMem ohne Text keine Bedeutung (von Gehlen 2021, 30). Aus der medienwissenschaftlichen Genreanalyse abgeleitet ist die Untersuchung von spezifischen inhaltlichen und formalen Merkmalen der Angebote. Onlinetagebücher sind eine Methode aus dem Bereich der qualitativen Nutzungsforschung.
Abhängig von den jeweiligen Forschungsinteressen finden sich in den wissenschaftlichen Disziplinen unterschiedliche Methoden. So zählen Logfile-Analysen oder Onlinebefragungen zu den Methoden der kommunikationswissenschaftlichen Nutzungsforschung. Ethnologische Feldstudien bilden methodische Schwerpunkte von Forschungsvorhaben aus dem Bereich der sozialen Medien. Onlinebasierte Methoden zählen zum Untersuchungsrepertoire der Digital Humanities.
Das für das Internet typische Zusammenspiel aus Angebot und PartizipationPartizipation (etwa durch Kommentare oder Weiterverbreitung der Angebote) beschreibt Dirk von Gehlen (von Gehlen 2021) als Prozess. Diese für die Angebotsforschung neue Perspektive bildet eine Herausforderung für etablierte Methoden der Medienwissenschaft, die sich häufig auf einzelne Artefakte beziehen.
Das Konzept einer interdisziplinären WebwissenschaftWebwissenschaft, interdisziplinäre (Scherfer, Volpers 2013) ist eng verknüpft mit flexiblen Methodenkombinationen. Zu den häufigsten Methoden zählen Diskursanalyse, Inhaltsanalyse, Bildanalyse, Sprachanalyse, Digitale Analyse (vgl. Hiebler 2021, 29), Onlinebefragungen, Experteninterviews oder ethnologische Methoden wie die teilnehmende Beobachtung. Mit wechselnden Forschungsschwerpunkten verändert sich auch das Ensemble der verwendeten Untersuchungsmethoden.
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