Gustav Hänfling - Heinrich Ernst Kromer - E-Book

Gustav Hänfling E-Book

Heinrich Ernst Kromer

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Beschreibung

Ein Künstlerroman des 20. Jahrhunderts par excellence, der am Bodensee spielt.

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Seitenzahl: 244

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Heinrich Ernst Kromer

Das literarische Werk

Herausgegeben von

Jürgen Glocker und Klaus Isele

Band 4

Inhaltsverzeichnis

Der schlesische Porzellanmaler

Die Denkwürdigkeiten Gustav Hänflings

Nachwort

Lebensdaten Heinrich Ernst Kromer

Editoriche Notiz

Der schlesische Porzellanmaler

An nachfolgendem Lebensläuflein will dargetan werden, daß nicht selten einer an seiner Tugend, oder wie ers nun nennen mag, zugrunde geht, und zwar bei jungen Jahren und unter reuigen Selbstanklagen nach einem dürftigen und ängstlichen Dasein, wohingegen das Laster fröhlich seines Weges zieht, zu Jahren kommt und ohne Reue dahinzufahren pflegt. Damit diesem aber sein Ruhm werde, muß es groß und königlich einhergegangen sein, nicht als Groschendieb oder Wildschlingenleger; die Tugend indes mag zu dauerbarem Gedächtnis kommen, auch wenn sie nach ihrer Art bescheiden Schrittchen vor Schrittchen setzte, und die Geschichte solch kleiner Heiligen ist zuweilen der Aufzeichnung nicht weniger würdig als die der Gewalttätigen und der Könige, wennschon diese dem breiten Geschmacke geläufiger ist.

An einem schönen Frühlingsnachmittag ließ sich ein noch nicht dreißigjähriger Mensch von bescheidener Art und Kleidung die leere Giebelkammer in einem ältern Hause zeigen, die er zu mieten gedachte, wenn sie seinen geringen Ansprüchen genügen würde. Er durchforschte, während ihn die Vermieterin musternd im Blick behielt, den kahlen, graugestrichenen Raum, prüfte das Kanonenöfelein mit dem abnehmbaren Deckel, der wohl einem Kochtopf Raum bieten konnte, öffnete die Tür in der Wand zur Rechten und betrat ein durch das Ziegeldach abgeschrägtes Nebenräumchen, worauf er zurückgekommen sich an das einzige Fenster des Hauptraumes stellte und die Aussicht betrachtete, die einen kleinen Platz, die Baumwipfel des nahen Kurgartens und die heitere Weite des blauen Sees umfaßte und wohl das erste war, was dem jungen Menschen an dem Zimmer gefiel; wenigstens hielt sie ihn wohl eine Viertelsminute dort fest. Er versäumte nicht, das Fenster zu öffnen, schloß es dann wieder, prüfte, ob es sich überall gut in den Rahmen einfüge, und kehrte hierauf zu erneuter Untersuchung des Öfeleins zurück; denn zum Durchforschen fand er weiter nichts in dem Raume. Nach einigem Fragen und Feilschen wurde er mit der erwartungsvollen Hauswirtin auf sieben Mark Miete monatlich einig; darauf empfahl er sich mit dem Bemerken, er werde noch im Laufe des Nachmittags das Zimmer beziehen; sie möge den Schlüssel nur gleich stecken lassen. Als die Frau aber weg war, zog er ihn selber ab, wiewohl aus dem leeren Gelaß nichts wäre zu entwenden gewesen, das Öfelein abgerechnet, das aber an der Türe wie ein grauschwarzes Zwerglein Wache zu stehen und seinen Posten gar treu zu halten schien.

Der verheißene Einzug fand eine halbe Stunde später auch schon statt. Der unbekannte Mieter ging neben dem von einem Knaben gezogenen Handwagen her mit einem Tisch, der oben an der kürzeren Seite der Platte ein seltsames Gerüstlein aus drei Brettchen hatte und vom Einzügling an den beiden vorderen Füßen gleich einem Baldachin auf dem Kopf getragen wurde. Auf dem Wägelchen aber fuhr der Knabe ein zusammengeklapptes eisernes Bettgestell, eine gestreifte rote Matratze, aus der an einer Kante ein Wisch Seegras hervorlugte, und einen hölzernen Koffer mit nachgeahmter Nußholzmaserung: ein Behältnis, wie es wohl Dienstmägde zur Bergung ihrer Habseligkeiten mit sich führen. Vor der Haustüre angekommen, brachte der Mieter das ganze Möbelwerk in den Flur und entließ den kleinen Wagenführer mit einem Nickelstück: er habe augenblicklich weiter kein Kleingeld; wenn er ihn wieder treffe, solle er noch was haben. Hierauf schleppte er seine Ausstattung über die drei alten Stiegen empor, durch die Bodentreppentür hinein, den durch Lattenräume abgeteilten Dachflur entlang und bevölkerte damit die Giebelkammer, wozu er sich von seiner Hauswirtin zuletzt noch zwei alte Stühle auserbat. Als er so wieder unter seinen wohlvertrauten Möbeln stand wie ein Hauptmann unter seiner zusammengeschmolzenen Truppe, schloß er zunächst den braunen Koffer auf und warf eine Bettdecke, zwei Leintücher, ein schmutziges Kissen sowie einige ältere Gewandstücke und ein Paar schadhafter Schuhe vorläufig auf den Boden heraus; dann förderte er ein blechernes Waschbecken und einen ebensolchen Nachttopf zutage, weiterhin eine Zigarrenschachtel voll Fläschchen, alle sorglich in alte Lappen gewickelt, jetzt eine zweite mit Farbendüten und Töpfchen, dann ein kleines Eisengestell mit einem Drehscheibchen und endlich ein Pappefutteral voll Pinsel. Eins ums andre wurde genau auf seine Unversehrtheit untersucht und dann alles zu wohlgeordnetem Spalier auf dem Tisch aufgereiht, als wenn es in dieser Folge sogleich in Gebrauch genommen werden sollte; doch machte der Besitzer bloß eine Handbewegung darüber hin, gleichsam segnend, holte dann aus der Brusttasche seines Rockes ein Rechnungsbüchlein hervor, setzte sich an den Tisch und lotete mit seiner Feder das bißchen Tinte in seinem Fläschchen. Dann schrieb er auf die Ausgabenseite, die noch ganz weiß und leer war: Für meinen Umzug: Zehn Pfennig. Und steckte das Büchlein wieder ein.

So begab sich der Einzug Gustav Hänflings in seine neue Wohnung. Eine Viertelstunde später lag das Giebelzimmer wieder still und einsam, doch wohlverschlossen da. Auf dem Tisch aber fehlten das Pinselbehältnis, die Flaschen- und Farbenschachtel sowie das Drehscheibchen. Der Mietling hatte nämlich sein Werkzeug einem Aberglauben zufolge nur in dem neugemieteten Raum zu guter Vorbedeutung aufgestellt, damit ihm hier der Segen der Arbeit nie fehlen möge, dann aber die Weihgegenstände sogleich wieder an ihren Bestimmungsort zurückgebracht und sich hinter seine gewohnte Arbeit gesetzt.

Mit dem Einzug dieses Mieters sah die Hauswirtin das Giebelzimmer wieder seiner Urbestimmung zurückgegeben und glaubte die Gewißheit haben zu dürfen, der neue Inhaber werde an Ruhe und Bescheidenheit seinem Vorgänger, einem sächsischen Buchbindergesellen, gleichkommen, auf den Tag genau seine Miete bezahlen und wohl auch wie der Zwickauer seine eigene Dienstmagd spielen, um nur niemand nichts schuldig zu sein. In der Tat schien dieser ganz der eigensüchtigen Berechnung seiner Hauswirtin nachleben zu wollen; ja, er übte selbst im Sterben noch solche Rücksicht, daß jene höchstens über die Unmöglichkeit zu trauern hatte, je wieder einen ähnlichen Mieter in ihre Giebelkammer hinaufzubekommen.

Dieser horstete nämlich vom ersten Tag ab in seiner Höhe einsam und in so vollkommener Stille, daß keine Seele im Haus einen Bewohner über sich vermutet hätte. Jeden zweiten oder dritten Morgen wuselte er in aller Frühe strumpfsockig oder in Filzlatschen die schlafenden Treppen hinab und holte vom Erdgeschoß sein in einer Wandnische aufgestelltes blechernes Milchmaß herauf, um sich einen dünnen Kaffee zu bereiten, wenn er nicht vorzog, die Milch kalt zu trinken, einen Viertelliter zu einem Stück Schwarzbrot, das er der Wohlfeilheit halber sich auch immer laibweise zutat. Ein Stündchen später stand dann, meist bis zum Abend, sein Gelaß unbewohnt, indes wohlverschlossen, als wenn selbst in diese Höhe hinauf ein Spitzbube sich versteigen oder die Neugier der Wirtin darin herumschnüffeln könnte. Sie hätte aber dort nur Tag um Tag jegliches Ding in einer dem Wesen des Inwohners gemäßen Ordnung gefunden. Denn dieser versäumte nie, das eben dienstfreie Paar Schuhe zu wichsen, in spärlichem Glanz mit einem Flanellappen, dem Ärmel eines längst ausgedienten Hemdes, worauf das Schuhpaar schwarz und platt in einer Zimmerecke ausruhte, im Obdach des seltsamsten Kleiderschrankes, den sich Hänfling dort errichtet hatte. Ein Bogen blauen Packpapiers nämlich, trügerisch mit zwei Reißnägeln an die Wand geheftet, schützte ihm dort Sonntagshose, Weste und Rock vor dem Staub des Werktags und den Blikken unverhoffter Besucher; denn er schonte seine Gewandung, besonders das Feiertagskleid und wählte statt dessen oft die Werktagshülle, die er in der Samstagsnacht am Boden sorgfältig hingebreitet mit dem Koffer zu beschweren und so gewissermaßen neu mit Bügelfalten zu versehen pflegte. War er in diesen kleinen Zurichtun gen einigermaßen sorglich, so versagte er gänzlich in der Kunst, sein Bett ordentlich herzurichten, und sah sich jeden Abend vor die Pflicht gestellt, sein Leintuch zu wenden, die zerlegene Matratze ein wenig zurechtzuschieben und das Federbett aufzuschütteln, was alles er immer im Hemde unternahm, um dann gleich unterzuschlüpfen, sich wohlig zu strecken oder igelmäßig zusammenzukugeln und so einzuschlafen, bis ihn das emporkommende Tagesgestirn wieder ans gewohnte Wirken lockte.

In dieser Weise spulte Hänfling einen Tag wie den andern herunter und befand sich gar wohl dabei. Die Arbeit unterbrach er durch ein spärliches Mittagessen, worauf er ein Viertelstündchen sich im Kurgarten erging oder von der Brücke aus, wo der Fluß den See verläßt, nach der weiten Wasserfläche und den umgelagerten Schneebergen schaute, und dabei mit einem zugespitzten Zündholz wichtig schmatzend in den Zähnen stocherte. Dies tat er in Nachahmung der Bürger des Städtchens, die damit den Schein erwecken wollten, sie hätten ein nahrhaftes Mittagsmahl hinter sich. An den Schluß seiner Arbeit hängte er aber ein noch bescheideneres Abendbrot, das nicht selten wirklich nur aus Brot bestand und sich manchmal sogar zu einem bloßen frommen Wunsch verdünnte, und doch rühmte er sich wohl vor dem und jenem, wie leicht er sich immer im Magen fühle und daß ein solcher Zustand unzweifelhaft günstig auf Leib und Seele zurückwirke, wie er denn überhaupt gern jeglicher Bescheidenheit das Wort redete. Mit der Darlegung solcher Grundsätze beschloß er meist sein Tagesläuflein und legte sich dann mit desto größerer Gewissensruhe in sein schlecht gemachtes Bett.

Der sich nun eines solchen vorbildlichen Wandels bemühte und sich im Städtchen Dasein und Fortkommen sicherte, war ein ehrsamer Porzellanmaler, zugewandert aus schlesischen oder aus brandenburgischen Landen, welchen Zweifel er standhaft aufrecht hielt, indem er auf Befragen stets einen Geburtsort angab, den keine Landkarte im Städtchen zeigte, und sich bald als Schlesier, bald als Brandenburger bezeichnete, je nachdem er den Frager preußischer Neigung oder Abneigung verdächtig hielt. Was er sonst noch Spärliches über sich kundgab, war, daß er von Webersleuten abstamme, sich also eines hübschen Vorschritts berühmen dürfe; denn er liebte es, wie alle seines Berufes, sich als Künstler zu fühlen und verfocht wohl auch die Ansicht, es sei in der Sache gar kein Unterschied, ob einer auf Porzellan und Glas oder auf Leinwand und Holztafeln male, wenn er nur was könne. Das aber glaubte er ehrlich von sich. Lehr- und erste Gesellenjahre hatte er in Berlin verbracht; er sprach aber davon als von einer harten Zeit, die manche Versuchung gebracht habe und nach der er sich denn auch nicht zurücksehnte, wohingegen sein Aufenthalt in Bonn als mild und freundlich in seinem Gemüt haftete. Er brauchte an diese Zeit nur erinnert zu werden, so redete er sich in eine sonnige Räuschleinstimmung hinein, begann aufzuschneiden, was ihm sonst fernlag, und spielte wohl gar den feurigen Weinjünger und Bacchanten. Und obgleich er kaum je ein Glas Rheinwein getrunken hatte, prahlte er alle Sorten herunter wie die reichhaltigste Weinkarte, fügte auch wohl zungenschnalzend die Flaschenpreise hinzu und sprach von überschäumenden Gelagen, ja wilden Orgien, die sie zusammen am heiteren grünen Strome gefeiert hätten, während ihn wohl schon die bloße Frage nach der Farbe der gerühmten Weine in Verlegenheit gebracht hätte. Er dämpfte denn auch gewöhnlich die ganze Schwärmerei bald wieder, indem er meist mit säuerlichem Tadel auf seine Bonner Kameraden zu reden kam, vor allem auf den tollen Wollenweber, welcher leider ein Trinker und ohne Grundsätze gewesen sei, was bekanntlich – fügte er hinzu – nie zum Guten führe. Gleichwohl mochte dieser rheinische Aufenthalt im Leben des arbeitsamen Schlesiers die einzige Zeit etwelchen innern Schwunges gewesen sein, wenn auch nur in seiner Einbildung. Aus den sonnigen Rebengebreiten war er dann in dieses Städtchen gekommen, zwar nicht aus freiem Willen oder aus besonderer Unternehmungslust, vielmehr weil sein rheinischer Brotherr Hals über Kopf sein Geschäft aufgelöst und sein halb Dutzend Porzellanmaler, wiewohl sie recht eigentlich ihn reich gemacht, brotlos in die Welt hinausgestoßen hatte. Dies war denn auch der einzige Dorn, der aus jener Zeit schmerzend in Hänfling haften geblieben war. Doch gab er sich mit dem neuen Unterstand, den er gefunden, zufrieden und segnete im stillen sein Schicksal, das ihm diese gegenwärtige Sicherheit und einen unverkürzten Tagelohn verliehen hatte.

Bevor Hänfling in seine Giebelkammer gezogen war, hatte er die Dachkammer bei einem kleinen Beamten innegehabt, einer ebenso gerechten und sparsamen Seele wie er selbst. Dies war der Kreisschreiber Holdinger, mit Vornamen Servaz, ein unscheinbarer Mensch von spaßigem Äußern, da er am ehesten einem dürftigen zwiegeschwänzten Rettich glich oder einer krummen Wäscheklammer, der ein unbeholfener Junge ein Gesicht eingeschnitzt. Dieser hatte ein Mietshaus mit einer geringen Anzahlung erworben, mit dessen Zins er sein Gehältlein etwas aufpolsterte. Auch besaß er, als Erbteil seiner Frau, vor der Stadt draußen ein steiniges Äckerlein, worauf er ein hölzernes Gartenhüttchen errichtet und nach unermüdlicher Entsteinung einige Gemüsebeete angelegt hatte; nun sprach er davon als von seinem Gartenhaus und hieß die paar Sonntagnachmittagsstunden, die er bei gutem Wetter dort zubrachte, seinen Landaufenthalt. Auch fand er, seit er eigenes Gemüse zog, die Pflanzenkost gesünder und bekömmlicher als die Fleisch nahrung und hatte zu diesem uraltneuen Nährglauben auch Hänfling bekehren können, da dieser wirklich einige Groschen wöchentlich dabei ersparte. So sättigte sich der Schlesier denn mit dünnen Reis- und Gemüsesüpplein und tat sich gütlich an Wirsingkoteletten, Spinatbeefsteaken, Kartoffelrippchen und Kohlrabiziemern und rühmte sich dieses mäßigen Magenwandels, obschon er dabei immer hungriger war als je bei der spärlichsten Ernährung nach altem Brauche. Die Sonntagnachmittage blieb er dann in der Kreisschreiberfamilie sitzen, natürlich im Gartenhüttlein, und während die Kinder draußen spielten, führten die beiden Gemüsegläubigen erbauliche Gespräche, jeder über seine Pläne, Meinungen und Absichten oder über die allgemeine Lage der Dinge und die besondere des Städtchens, das sie drunten liegen sahen. Und wenn dann mit einsetzender Verdauung auch der Hunger wieder eintrat, gossen sie darüber einen sanften Malzkaffee, worauf sie mit Apostelblicken hoffnungsreicher in die Umgebung hinaus und auch wohl in ihr Inneres und die eigene Zukunft blickten. Diese Tasse Malzkaffee, die zwar kein Rheinwein war, bedeutete Himmel und Seligkeit in Hänflings Gemüseglauben, und als er sich von diesem später abkehrte, vermißte er nichts so bitter wie die fromme gelbliche Flüssigkeit. Daran schuld war aber einzig der Kreisschreiber. Er ließ nämlich eines Tages die Dachkammer zu einer Dreizimmerwohnung ausbauen und redete in jener Zeit Hänfling täglich überzeugender vom Vorteil und Nutzen zeitigen Heiratens, in Absicht, den Schlesier auf diesem Wege in ein ferneres Mietverhältnis zu sich zu bringen. Der beschloß jedoch, ohne Säumen umzuziehen, und nur ein Weilchen noch, so gab er auch den Gemüsekostplatz beim Kreisschreiber auf. Immerhin löste er nicht alle Bande, sondern hielt sich mit der Familie, die wie eine Rettichsaat aufging, in leidlich naher Freundschaft; dies geschah aber vornehmlich um des sonntägigen Malzkaffees willen.

Mit dem Umzug auf die Giebelkammer hoffte Hänfling wieder Beständigkeit und Ruhe bei sich einkehren zu sehen, wie er sie in seinen Bonner Jahren gewohnt gewesen war. Denn er liebte Sicherheit und Stete und scheute Ungewißheit, Unruhe und Veränderung in seinen Umständen wie den baren Teufel. Deshalb hatte er sich auch schon sehr früh, kaum daß er in die Lehre getreten war, Grund- und Leitsätze aufgestellt und, wie er sich ausdrückte, seine Zukunft zurechtgelegt, ganz wie etwa ein ordentlicher Mensch sich Samstag abends seinen Sonntagsstaat zurechtlegt. Ohne eigentlich jemals tiefer über Sinn oder Zweck des Daseins nachgesonnen zu haben, lag für ihn eines Tages seine Lebensweisheit fertig beschlossen in dem kurzen und dürren Worte, daß der Mensch ein Zinsfüßler sei und zu diesem Ende Geld haben, also sparen, sparen, dreimal sparen müsse. So als umgekehrter Montecuccoli meinte er, wenn schon zu allen Dingen Geld nötig sei, so dürfe man es doch nicht ausgeben, und in seinem Rechnungsbüchlein nahm sich demzufolge immer die Ausgabenseite wie ein reingekehrter Saal aus; Hänfling war der Weltordnung eigentlich ein wenig gram darum, daß sie über den Menschen ein Essens- und Wohnbedürfnis verhängt hatte. Hingegen dankte er dem Schöpfer, weil er doch auch Geschöpfe gebildet, die da bemalte Porzellantassen, Teller, Aschenschalen, Suppenschüsseln, Grabtafeln und ähnliche mit Farbenzierat oder schönen Sprüchlein geschmückte Dinge nötig haben, die unter seinen Händen hervorgingen und in seinem Büchlein auf der Einnahmenseite gebucht wurden, und pries die Makler und Vermittler solchen Bedarfs, die Porzellan- und Glaswarenhändler, wie ihm ein gütiges Geschick auch an seiner neuen Wirkungsstätte einen zugeführt hatte. Dieser gab ihm zwei Mark und achtzig Pfennig Taglohn, nicht weniger, als er in Bonn gehabt, vergütete ihm die Reise und hieß mit Namen freundlich und katholisch Johannes Evangelista Kallenberg, wohnhaft in der Krebsscherengasse, Arbeitsraum und Geschäftszimmer im Rückgebäude.

Dieser Johannes Evangelista hatte sich wegen eines von ihm selbst ersonnenen und sehr beliebten Tassenmusters, das Heckenröschen, Vergißmeinnicht und einen Schmetterling zeigte und nur bei ihm zu haben war, sowie für allfällige besondere Kundenaufträge einen eigenen Porzellanmaler eingestellt, auch eine bescheidene Muffel gebaut, die Handfertigkeitsgebilde seines jeweiligen Künstlers darin zu brennen. Als solcher amtete jetzt also Gustav Hänfling dort, der dritte in der Reihe. Seine zwei Vorgänger, gutmütige Sachsen, hatte Kallenberg auf Betreiben einiger Kunden entlassen, obschon es nur Sonntagssozzen waren und der eine wohl einmal eine rote Halsbinde umgetan hatte, aber auch dies vorsichtigerweise nur auswärts und bloß, weil er unverhofft ein Räuschlein bezahlt bekommen hatte. Von Hänfling war ähnliches nicht zu befürchten. Der hatte den neuen Brotherrn, als hätte er vom betrüblichen Schicksal der Vorläufer Kunde erhalten, ungefragt seiner völligen Harmlosigkeit versichert, dankbar, daß ihm dieser Johannes Evangelista, als führe er in seinem frommen Namen seine Bestimmung, diese Stelle als erste frohe Botschaft im Städtchen und als leidlich ausreichende Brotschaft zugebracht hatte.

Einige Jährchen führte der Schlesier so sein Lebensläuflein, zufrieden mit seinem bescheidenen Zustand und ohne jeden Gedanken an eine Entwicklung der Dinge. Dieses Wort allein schon klang ihm gefährlich. Aber wenn die bescheidenen Geschöpfe und die weniger bescheidenen Richter der Vorsehung solches denken mögen, so tut diese unbekümmert ihre geheimnisvollen Schritte vorwärts und nicht selten ganz wider törichtes Menschenverhoffen. So griff sie eines Tages auch in Hänflings geruhigen Lauf ein und schien den braven Schlesier auf seinem sichersten Wege verblenden zu wollen. Mit eins nämlich mußte dieser sich auf seinem Arbeitsstuhl fragen, wie das Möbel nur noch zu diesem Ehrennamen komme. Denn schon hatte er mehrere Stunden im Tage, bald aber viele Tage in der Woche nichts zu arbeiten, obschon man in der günstigsten Zeit war. Johannes Evangelista verlor zwar darüber kein Wort und zahlte seinem Maler den Tagelohn ohne Anstehn aus; diesen aber begann die Erscheinung zu beunruhigen, und wie er einem andern für offenkundiges Nichtstun keinen Lohn bezahlt hätte, so, meinte er, brauchte dies auch sein Brotherr von Rechts wegen nicht zu tun. Einen Augenblick stand er denn auch auf dem Sprung, diesen Gewissensstreit dem Glashändler vorzutragen, als er sich plötzlich noch der Verblendung bewußt ward, die in einem solchen Schritt gelegen hätte und ihn, dankbar gegen das vorbeugende Schicksal, vorläufig unterließ. Aber eben dieses Schicksal konnte auf Umwegen wirken, wenn es geraden Weges zu wirken diesmal nicht für gut hielt.

Es führte also Hänfling bei einer Kindstaufe im Kreisschreiberhaus eine Bekanntschaft zu, die in sein Geschick mehrmals bestimmend eingreifen sollte. Dies war eine etwas vorgerücktere Jungfer, die mit der dem Weibe eigenen Witterung in dem Porzellanmaler sogleich den angesäuerten Junggesellen und seines Glückes höchsten Ausdruck in einer sorgenden Hausfrau erkannte, als die sie sich gerne selbstlos darbieten mochte. Luise Hufnagel, wie die Einspännerin hieß, war als gesuchte Korsettmacherin in einer Fabrik als Vorarbeiterin angestellt und dadurch zu einer gewissen Menschenkenntnis vorgebildet worden. Und so hatte sie aus den andeutenden Reden des Schlesiers bald herausgehört, vielmehr, da sie sehr übelhörig war, ihm am Munde abgelesen, woran es ihm fehlte. Man müßte eben mehr Unternehmungsgeist haben, hatte sein seufzendes Bekenntnis gelautet, als ihn der Kreisschreiber ermutigte, die arbeitslosen Stunden tapfer mit Arbeit auf Vorrat oder auf eigene Rechnung und Gefahr zu nützen. Und auf diesen Seufzer baute die Korsettlerin die Grundmauern ihres neuesten Luftschlosses, worin sie den schüchternen Schlesier als den ihr vom Schicksal zubestimmten Ehemann unterzubringen gedachte. Als unternehmendes Wesen, das das Eisen zu schmieden pflegte, wenn es heiß war, bearbeitete sie den Maler teils schon beim Taufessen, indem sie ihn durch immer wieder zugeschobene Krapfen für sich einzunehmen suchte, mehr aber noch auf dem nächtlichen Heimweg, sodaß es dem sonst so Zufriedenen ganz unternehmerlich zu Mute ward und er einige Male zustimmend sich ausließ: »Sie haben recht, Fräulein: Es müßte wirklich was geschehen!« Und als er endlich im webenden Mondschein dem Städtchen und dem silbrig glitzernden See zuwandelte, wollte es ihm wie ein Entschluß aufkeimen; sein sonst immer gleichmäßig nüchternes Herz schien leise berauscht von der Aussicht auf vermehrte Groschen, und als er schließlich auf seiner monderhellten Giebelkoje vor Anker ging, fehlte wenig, daß er wie der tapfere Ritter hinausgejubelt hätte: Ich habs gewagt! Doch hauchte ers nur wie ein Bauchredner in sich hinein, obschon er niemand damit gestört hätte, und kroch dann in sein ungemachtes Bett, um wie ein Dachs dem neuen Morgen entgegenzuschlafen. Diesen begrüßte er indes mit dem beruhigten Gefühle, zunächst noch in schönster Sicherheit zu dem vereinbarten Lohne weiterarbeiten zu können, wenn er sein untätiges Stuhldrücken Arbeit heißen wollte. Dabei mochte er dann vorsichtig darauf sinnen, wie die verhockten Stunden zu verwerten und das Sprüchlein seines Tugendteufels »Zeit ist Geld!« noch erfolgreicher als bisher zu befolgen wäre. Da scheint ihm eines Tages das Schicksal sinnbildlich eine Mahnung und Erleuchtung schicken zu wollen, und weil dies an einem Sonntag geschieht, deutet ers in leisem Aberglauben schon deshalb als beachtenswert, weil er an einem Werktag sich nicht die Zeit genommen hätte, einem so alltäglichen Ereignis Bedeutung zuzumessen. So aber schien ihm die Sache ernstlich zu gelten.

Er liegt noch wohlig im Bett und dehnt und reckt sich, da kommt die Sonne aus dem See empor, hellt seinen Raum auf und malt das Fensterbild auf die Kammertür, wie ein Gitter im lichten Feuer; Hänfling aber sieht ihrer leuchtenden Tätigkeit mit erleuchteten Sonntagsgedanken zu. Sieh dir das Himmelsfeuer an, Gustav! denkt er. Wo ruht es je aus und verschnauft sich ein Augenblicklein unbeschäftigt? Seit ungezählten tausend Jahren nützt es Minute um Minute aus, und heute auch, in der Sonntagsfrühe, wo im Städtchen sich noch kein Schlafmützenzipfel rührt, malt es schon tätig den weiten Himmel mit Morgengold aus, ohne Lavendelöl und Pinsel, und übersät damit die Wälder um den See und brennt in den Fenstern der fernsten Hütten, glüht in den nahen und spielt sein Farbenspiel im Wiesentau, in den Wellen des Sees und auf dem morgenfeuchten Laub des Kurgartens: Kein Porzellanmaler brächte es so hin! Wer berechnete den Nutzen dieser Geschäftigkeit, wenn wir sie zahlen müßten! Aber da liegt eben der Widersinn! Tut die Sonne nicht ihr ungemessenes Werk unentgeltlich? Und nichtsdestominder? Du hingegen, arbeitsfroher Hänfling, du sitzest tagelang unbeschäftigt und nimmst doch deinen Taglohn ungekürzt dahin! Wie ließe sich aber jede Stunde hübsch münzen, wenn du sie nütztest, Gustav! Ja, es geht zuviel verloren! sagte ihm die Sonne. Dabei steigt sie höher, malt bereits am Zimmerboden, wirft nebenbei geschäftig aus dem Waschwasser Goldkringel an die Wand und läßt an der Kaffeetasse ein blendend Glanzlicht aufflammen, als Sonderfeuerwerk, aber darum nicht minder unentgeltlich. Dazu tickt Hänflings Tombakuhr neben dem Waschbecken unermüdlich die Minuten herab, und zwar gleich gerecht die genützten wie die versäumten! Da er aber so Ton wie Licht gewissenwekkend am Werke findet, geht ihm das alles doch ordentlich nahe, und er fährt plötzlich wie ein geschreckter Hase vom Lager auf, steht auf seinen platten Läufen, streckt sich einigemal weidlich, als wolle er den Himmel niederziehen, und puddelt sich endlich im Waschbecken den letzten Schlaf aus den nüchternen Sehern. Einen Augenblick steht er in der Sonne wie ein Holzheiliger; da fallen ihm die Gedanken, die ihn eben beschäftigt, schwer aufs Herz; sein dürres Gestell klappt zusammen und hockt erbärmlich auf dem Bettrand mit hängenden Füßen, die Arme steif auf den Knieen wie ein ägyptisches Königsbild. Und gleich einem solchen steinernen Träumer hatte Hänfling Grund, sich zuzurufen, das untätige Sitzen tauge zu nichts; es müsse vielmehr endlich etwas geschehen…

Diesen Sonntag durfte Hänfling füglich im Kalender rot anstreichen und ihn den Tag seiner Gewissenserwekkung heißen. Er feierte ihn denn auch dieser Bedeutung gemäß, wenn es feiern heißen will, daß er ihn ein bißchen menschenwürdiger verbrachte, als er es sonst mit seinen Sonntagen in Übung hielt. Denn damit hatte es keine alltägliche Bewandtnis. Erstlich pflegte er sich da nur selten völlig anzukleiden, vornehmlich aus Unentschlossenheit, ein frisches Hemd zu opfern; meist nämlich legte er das geplättete Leibstück wieder in die alte Pappschachtel zurück, indem er es zärtlich einigemal streichelte und lieber im ungewaschenen Lappen herumging. Zuweilen freilich fehlte es ihm auch an frischer Wäsche: nämlich seit er von Kreisschreibers weg war, besorgte er sie meist eigenhändig im Waschbecken und unterließ oder vergaß es wohl ab und zu. So saß er denn gewöhnlich in Hemd und Hose herum, auch barfuß, um die Socken zu schonen, und flickte etwa eine schadhafte Stelle seiner Gewandung, zog Strumpflöcher mit mißfarbenem Garn zusammen, schnitt auch wohl an den Zehennägeln und Hühneraugen herum und suchte überhaupt seine Plattfüße in einen menschenwürdigen Zustand zu bringen, was er die Woche hindurch gewohnterweise verabsäumte. Bei dieser Beschäftigung genoß einer ganz besondern Sorge seine schlimme Zehe, die zweite am rechten Fuß, die sich wie ein vulkanisch gehobener Berg über ihre Umgebung emporgeschoben hatte und ihm in ihrer bevorzugten Stellung nicht wenig Beschwerde machte, wie sie denn auch die Schuld trug an seinem leicht hinkenden Gang. In Rock und Schuhe schlüpfte Hänfling sonntags nur höchst ungern, etwa, wenn er sich vom Bäcker oder Metzger etwas zum Mittagessen holen mußte. Dann flog aber das Kleidwerk gleich wieder in die Ecke, das heißt in den packpapierenen Schrank; denn nach dem Hinabschlingen der paar Hungerbissen streckte sich der Maler ein Stündchen auf sein Bett, zähnestochernd, oder sah zum Fenster hinaus und freute sich, daß er nicht wie die Ausflügler, die auf die Dampfschiffe eilten, sein Geld wegwarf, leeren Vergnügungen nach. Denn ein Vergnügen nach seinem Sinn konnte er wohlfeiler haben. Er griff etwa zu einem Pack alter Fliegender Blätter, die er sich einst bei Kallenberg, als man sie verbrennen wollte, auserbeten hatte und nun längst von hinten bis vorne auswendig wußte. Oder er fischte sich aus der Tiefe seines Koffers den rotgebundenen Trompeter von Säckingen, ein zerlesenes Bändchen, das bereits aus dem Einband ging. Obgleich dies seit seiner Schulentlassung das einzige Buch war, das Hänfling durchgelesen, sah er darin den Inbegriff der Poesie, weil zu gutem Ende die Freiherrnmaid ihren Pistonbläser und päpstlichen Kapellmeister bekommt, der schon vor zweihundert Jahren so rührend »Behüt dich Gott, es wär’ zu schön gewesen …« blies. Mit diesem Werturteil hielt er sich kurzerhand an seinen sächsischen Kameraden in Bonn, der ihm öfters, wie er sich auszudrücken pflegte, über die Stellung Shakespeares in der Weltpoesie berichtete, von dem er gerade bloß den »Sturm« gelesen hatte: »Der Schägsbier hat großartig geschrieben«, pflegte er zu sagen; »der ›Sturm‹ ist sein Bestes!«

Seinen »Trompeter« hatte Hänfling aus dem fünfbändigen Bücherschatz des Kreisschreibers entlehnt, in welchem es das bunteste Bändchen war und zwischen zwei wissenschaftlichen Werken stand, die betitelt waren »Die Fleischkost als Ursache aller Krankheiten« oder »Wie erlange ich meine Gesundheit wieder?« und »So sollt ihr leben!« von Pfarrer Sebastian Kneipp. Er hatte das hübsche Bändchen zurückzugeben versäumt, woraus er sich indes kein sonderliches Gewissen machte; denn seiner Meinung nach besaß der Kreisschreiber doch kein richtiges Verhältnis zur Poesie. Den Leseschatz aber vollendeten ihm ein Dutzend Gartenlaubenummern; diese hatte ihm einst eine lesefrohe Obstlerin als Ausgleich für sieben Pfennige überlassen, die sie ihm nicht herausgeben konnte. Solcherweise also vertat Hänfling, leidlich vergnügt, seinen Sonntagnachmittag, worauf er noch einen Rundgang ums Städtchen machte oder eine Strecke dem See entlang wandelte und sich angesichts der heimkehrenden Ausflügler freute, daß er so hübsch seine Groschen gespart hatte. Erlaubte er sich dann etwa noch ein Gläslein Bier, so glaubte er fröhlich und menschenwürdig gelebt zu haben, weil ihm menschenwürdig vor allem wohlfeil hieß.

An diesem Sonntag seiner Gewissenserweckung aber benahm sich Hänfling ganz wider seine sonstige Übung. Kaum hatte er nämlich sein Mittagsbrot eingenommen, ja, er kaute noch an dessen Rest, da zog er schon ins Freie, stocherte gedankenvoll die Zähne unterwegs, und als er so zwei Streichhölzer völlig zu Pinseln gekaut hatte, ging er auf dem bewaldeten Getrümmer einer Burg vor Anker, wo man See und Stadt und die vom gewundenen Fluß durchzogene Ebene im Blick einfing: eine sonnige Weite, worüber jedes Herz einem sehnsüchtigen Glücksjubel anheimfiel. Nicht so des Schlesiers. Dieser fand sich vielmehr in der Heimlichkeit des grünen Waldzimmers bedrückt und neuerlich der Empfindung ausgeliefert, die ihn den ganzen Morgen nicht losgelassen hatte, und gab sich der Reue hin über die schöne Zeit, die er bei Kallenberg arbeitslos vertrödelte. Durch das dichte Laubdach über ihm spielte da und dort dieselbe tätige Sonne herein, die ihn schon in aller Frühe gemahnt hatte. Aus der Baumhöhe aber klang, ganz wie morgens die Tombakuhr, als der eindringlichste Zeitmesser jetzt das nichtsnutzige Singen einer verliebten Amsel, und kein Lüftchen noch leisestes Laubgewisper wollte das Aufmerken von dem süßen Minutenzähler