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Dieser Musikführer stellt das Gesamtwerk Mahlers vor. Die neun Sinfonien (mit dem "Lied von der Erde"), die Kantate "Das klagende Lied", die Liederzyklen mit den berühmten "Liedern eines fahrenden Gesellen", den "Wunderhorn"-Gesängen und den "Kindertotenliedern" sowie fragmentarische Werke und Bearbeitungen. Der komplizierte schöpferische Prozess wird detailliert geschilder und durch Dokumente sowie zahlreiche Notenbeispiele belegt, jedes Werk in seiner Eigenart gewürdigt.
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Seitenzahl: 406
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Mathias Hansen
Gustav Mahler
Mathias Hansen
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Bestellnummer SDP 128
ISBN 978-3-7957-8552-9
© 2015 Schott Music GmbH & Co. KG, Mainz
Alle Rechte vorbehalten
Als Printausgabe erschienen unter der Bestellnummer SEM 8080
© 2015 Schott Music GmbH & Co. KG, Mainz
www.schott-music.com
www.schott-buch.de
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Inhalt
Gustav Mahler – ein Lebensbild
Daten zu Leben und Werk
Die Sinfonien und Das Lied von der Erde
1. Sinfonie
2. Sinfonie
3. Sinfonie
4. Sinfonie
5. Sinfonie
6. Sinfonie
7. Sinfonie
8. Sinfonie
Das Lied von der Erde
9. Sinfonie
Das klagende Lied
Lieder und Gesänge
Lieder und Gesänge (1880–1889)
Lieder eines fahrenden Gesellen
Gesänge aus Des Knaben Wunderhorn
Fünf Lieder (Friedrich Rückert)
Kindertotenlieder (Friedrich Rückert)
Fragmentarische Werke
Klavierquartettsatz a-Moll
10. Sinfonie
Bearbeitungen fremder Werke
Anhang
Abkürzungsverzeichnis
Zur Diskographie
Literaturhinweise
Werkverzeichnis und Register
Personenregister
Gustav Mahler – ein Lebensbild
Gustav Mahler wurde am 7. Juli 1860 in Kalischt, einem Dorf im abseits gelegenen Grenzgebiet zwischen Böhmen und Mähren, geboren. Seine Eltern, Bernhard und Marie Mahler, gehörten dem jüdischen Kleinbürgertum an und suchten sich beharrlich in den Kaufmannsstand emporzuarbeiten. Das Streben nach einer höheren gesellschaftlichen Stellung war für dieses Kleinbürgertum insofern von besonderer Bedeutung, als es, mitten unter Deutschen und Tschechen lebend und doch von ihnen wie durch eine unsichtbare, aber nicht durchlässige Wand getrennt, allen möglichen Vorurteilen und Diffamierungen ausgesetzt war. Wie empfindlich der Sohn Gustav noch im reifen Alter mit den Umständen seiner Herkunft umging, zeigt ein Brief an Richard Specht, einen Wiener Kritiker und Musikschriftsteller, der 1905 die erste Biographie Mahlers veröffentlichte: »Die ›Schank‹ (die Sie meinen Eltern vindizieren) scheint mir eine etwas triviale Spezifizierung. Ich glaube, daß der Kaufmannsstand meinen Vater zur Genüge bezeichnet« (Briefe, S. 295).
Die »Assimilation« war den Juden in den westlichen Teilen des habsburgischen Vielvölkerstaates eher möglich als den in gleichsam nationaler Abgrenzung lebenden jüdischen Schichten im Osten des Riesenreiches. Und als sich nach 1860, vor allem infolge des verlorenen Italien-Krieges von 1859, die habsburgische Regierung zu liberalen Zugeständnissen gezwungen sah, durch welche das wirtschaftlich immer stärker werdende Bürgertum beschwichtigt werden sollte, siedelte die Familie Mahler (im Dezember 1860) in die Handels- und Industriestadt Iglau (Jihlava) über. Hier wohnten in der Mehrheit Deutsche. Mahler besuchte das Gymnasium, ohne sich jedoch durch besonderen Lerneifer oder Aufgeschlossenheit auszuzeichnen. Dagegen fühlte er sich bald zur Musik hingezogen, zu den Liedern und Tänzen der tschechischen Bevölkerung und zu den merkwürdig aufreizenden Märschen des in der Nähe einquartierten österreichischen Militärs. Die Spuren dieser Erlebnisse sollten sich im gesamten späteren Schaffen Mahlers nicht mehr verlieren: Klänge und Wendungen aus der Volks- und Militärmusik gehören zum Fundus seiner Ausdruckswelt, der Lieder wie der Sinfonien.
In Iglau erhält Mahler ersten Musikunterricht. Im Klavierspiel muß er bald beachtliche Fähigkeiten erworben haben, denn bereits mit zehn Jahren tritt er erstmals öffentlich auf. Der Rezensent des Lokalblattes geht mehr als freundlich auf dieses Ereignis ein, und der Vater wittert im Erfolg des Sohnes eine Gelegenheit, Lohn und Ansehen auf einem Gebiet zu erlangen, dem die Familie aus Neigung ohnehin zugetan war. 1871 schickt man Mahler nach Prag, um ihm neben dem Gymnasialunterricht eine bessere musikalische Ausbildung zu ermöglichen. Doch dieser Schritt auf dem Weg zum »Wunderkind« geht fehl: mehr als mangelhafte schulische Leistungen und eine bedrückende Atmosphäre im Haus der Wirtsleute veranlassen den Vater, seinen Sohn wieder nach Iglau zurückzuholen. Die Sommerferien der folgenden Jahre verbringt Mahler stets auf dem Land, als Gast auf verschiedenen Gutshöfen. 1875 begegnet er im böhmischen Moravan dem Gutsverwalter Gustav Schwarz, der selbst ein leidenschaftlicher Musikfreund ist. Beeindruckt von den pianistischen Fähigkeiten des jungen Mannes, sorgt Schwarz mit Zustimmung des Vaters dafür, daß Mahler noch im September das Studium am berühmten Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien aufnimmt.
In jenen Jahren ist Wien nicht nur die Hauptstadt eines weiträumigen Reiches, sondern längst auch ein europäisches Zentrum der Kultur, vor allem der Musik und des Theaters. Aber die Stadt wurde zugleich und immer stärker ein Hort des Konservatismus, in den politisch-sozialen Bereichen wie in der Kultur. Mahler lernte nun das klassische Repertoire der Oper, des Konzerts und des Theaters in Aufführungen kennen, deren Niveau im damaligen Europa als unvergleichlich galt. Doch dieses Niveau verband sich eben nicht selten mit der Abwehr neuer Strömungen in der Kunst, die, wie etwa der Naturalismus oder der Impressionismus, von anderen Zentren, von Berlin und Paris, ausgingen, und die in Wien in der Tat kaum ein Echo fanden. Indem hier die Klassik – Mozart, Beethoven, Weber, Rossini, Goethe, Schiller, Grillparzer – zum Maßstab künstlerischen Schaffens gemacht wurde, drohte es auf einen akademisch verwalteten Klassizismus abzusinken. Im Streit zwischen Wagnerianern und Brahmsianern war in Wien noch bis in die neunziger Jahre hinein die akademische Partei, die sich auf Brahms berief, tonangebend. Doch es fehlten bis dahin noch die jüngeren Kräfte, die dem Konservatismus erfolgreich hätten entgegentreten können. Dies war dann die Sache von Hugo von Hofmannsthal, Peter Altenberg, Hermann Bahr, Gustav Klimt, Josef Hoffmann und – Gustav Mahler.
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