Heiße Geschichten für geile WinterNächte | Erotische Geschichten - Holly Rose - E-Book

Heiße Geschichten für geile WinterNächte | Erotische Geschichten E-Book

Holly Rose

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Beschreibung

Dieses E-Book entspricht 216 Taschenbuchseiten ... Wenn's im Winter heiß wird … Ob auf einer windgepeitschten Nordseeinsel oder in den schneebedeckten Bergen – es findet sich immer ein Plätzchen, wo man sich näher kommt und neue Spielarten ausprobieren kann. Selbst im Iglu kann es richtig heiß zur Sache gehen. Dies und noch viel mehr erwartet Sie in den neuen Kurzgeschichten von Holly Rose: erotisch und voller Leidenschaft. Diese Ausgabe ist vollständig, unzensiert und enthält keine gekürzten erotischen Szenen.

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Seitenzahl: 284

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Impressum:

Heiße Geschichten für geile WinterNächte | Erotische Geschichten

von Holly Rose

 

Ihr Name mag an eine »heilige Rose« erinnern, doch das entspricht absolut nicht Hollys Naturell. Sie ist mit ihren 24 Jahren sehr an Sexualität und sämtlichen Spielarten, die es in diesem Bereich gibt, interessiert. Entdeckt hat Holly ihre Lust bereits im zarten Alter von 13. Allerdings konnte sie zu diesem Zeitpunkt ihr Begehren noch nicht voll ausleben, da die Jungs in ihrem Alter in dieser Hinsicht nichts mit ihr anzufangen wussten. Mit 16 Jahren kam sie mit einem fünf Jahre älteren Mann zusammen und konnte mit ihm endlich ihre sexuelle Leidenschaft ausleben. Sie gab sich mehreren Männern und ebenso Frauen hin. Die Sexintensität reichte von zartem Blümchensex bis zu harten Schlägen der Lust. Um all ihre erregenden Erlebnisse nicht zu vergessen, begann sie, diese aufzuschreiben. Mit ihren Geschichten möchte sie andere sexinteressierte Menschen ermutigen, ihre Gedanken und Wünsche auszuleben, um sich dabei selbst zu entdecken.

 

Lektorat: Jasmin Ferber

 

 

Originalausgabe

© 2020 by blue panther books, Hamburg

 

All rights reserved

 

Cover: © Maxim Ahner @ shutterstock.com

Umschlaggestaltung: MT Design

 

ISBN 9783966418324

www.blue-panther-books.de

Die wilde Stumflut

Das Wasser war unglaublich dunkel. Diese Schwärze war atemberaubend, und Ella trug ein Lächeln auf ihren Lippen, als sie aus den bodentiefen Fenstern des Wellnesshotels, in welchem sie eingecheckt hatte, auf die tosende Nordsee blickte. Wild und ungebärdig gab sich diese, genauso liebte es Ella.

Wie sie sich danach gesehnt hatte, sich selbst wieder zu spüren, das Meer zu spüren. Ella verbrachte bereits im dritten Jahr ihren Urlaub auf Hallig Langeneß, bevorzugte dafür die Monate November und Dezember, was auf den ersten Blick vielleicht ungewöhnlich anmutete, doch sie mochte diese Jahreszeit, liebte gerade die Hallig in Zeiten, wenn heftige Winterstürme über sie hinweg zogen – all das machte den besonderen Charme aus, welcher Ella immer wieder nach Langeneß zog. Sie war auch schon auf Hooge gewesen, doch Langeneß verzauberte sie. 

Ella fand es wunderschön, am Meer entlangzuwandern, sie traf dabei ausschließlich auf Deichschafe. Wenige Menschen fanden wie sie den Weg hierher, wenn es kalt und unwirtlich war, doch das störte Ella nicht. Dann erzählten ihr die Deichschafe vieles und nichts, und Ella hörte ihnen zu, wenn sie lauthals blökten, und kam sich kein bisschen spleenig vor. Ella liebte die trüben Tage, liebte diese Urgewalt des Meeres, doch vor allem das Farbenspiel des Himmels, der sein Kleid so oft wechselte – mal kam es bleischwer daher, fast bedrückend, dunkel, bedrohlich, dann wieder überraschte dieser Himmel Ella mit einem satten Stahlblau, zersetzt mit kleinen Schäfchenwolken, die einen perfekten Wintertag verhießen.

Ella mochte beide Varianten. Sie liebte die Einsamkeit, liebte dieses Schweigen, wenn sie stundenlange Spaziergänge unternahm, wenn sie an einsam gelegenen Warften entlangmarschierte, liebte aber auch ihr Wellnesshotel, welches sie damals, als sie es entdeckte, nicht auf einer Hallig vermutet hatte. Doch Langeneß verfügte als einzige Hallig über so einen Wohlfühltempel mit einem ansprechenden Saunabereich, einem kleinen Schwimmbad und einer schönen Massageabteilung sowie einem Fitnessraum, der kaum einen Wunsch offenließ. Sollte also wirklich einmal so richtiges Schietwetter vorherrschen, dann war durchaus für die tägliche Ration Fitness gesorgt. Wobei es für Ella eigentlich kaum schlechtes Wetter zu geben schien, dann doch eher unpassende Kleidung.

Nun stand die junge Frau, die gerade die dreißig überschritten hatte, hinter ihren bodentiefen Fenstern und blickte verträumt auf Langeneß. Die Nordsee sang dazu ihr ewiges Lied, welches sie seit Tausenden von Jahren hören ließ, und Ella schloss für einen Moment die Augen. Zu späterer Stunde würde sie noch einen Abendspaziergang unternehmen und schauen, was sich auf der Hallig in diesem zu Ende gehenden Jahr so alles getan hatte. Sie selbst war froh darüber, dass es mit ihrem Winterurlaub noch geklappt hatte. In den vergangenen Monaten hatte eine Pandemie die Welt in Atem gehalten, und so war auch Ella nicht viel vor die Tür gekommen. Deshalb genoss sie umso mehr die wohltuend frische Luft – es war, als wenn diese ihr neues Leben einhauchen würde.

Wie schön … dachte Ella bei sich, da klopfte es.

Ella runzelte die Stirn. Sie hatte erst vor einer knappen halben Stunde eingecheckt. Wer konnte das denn sein? Wusste denn irgendjemand, dass sie wieder auf der Hallig weilte? Natürlich kannte sie mittlerweile einige Einheimische – angenehme, liebe Menschen – doch sie hatte ihr Kommen nicht publik gemacht.

Ella liebte Überraschungen.

Sie ging zur Tür, öffnete sie … prompt blieb ihr vor Überraschung die Luft weg.

Was war das denn?

Ein Mann, genauer gesagt, ein Traum von einem Mann stand vor ihr und betrachtete sie grinsend. Über seinem Arm trug er einen Satz Badelaken, teilte ihr mit, dass er Bo hieße, und zu seinem Bedauern vergessen worden war, diese in ihrem Spa zu deponieren. Er deutete auf die Tücher auf seinem Arm. Dies würde er nun gern nachholen, ob er denn bitte eintreten dürfe.

Ella, noch immer ganz von der Präsenz des jungen Mannes überwältigt, schluckte, räusperte sich dann und bat Bo herein. »Tun Sie sich keinen Zwang an«, meinte sie gönnerhaft und lächelte den wahnsinnig gut aussehenden Typen entwaffnend an.

»Bo«, argwöhnte Ella, »ist ein doch recht eigentümlicher Name, woher stammt er?« Ein unsicheres Lächeln begleitete die Frage, eigentlich ziemte sich so eine Frage nicht, doch sie war von Grund auf neugierig.

Bo antwortete ihr indes völlig ungeniert: »Tja, auf der Hallig sind derartige Namen sehr geliebt, stammen allesamt aus dem Friesischen. Bei den Jungen Tjark, Hinnerk, Tamme – bei den Mädels Stine, Kari und Frauke – allesamt sehr beliebt. Spezielle Namen für eine spezielle Landschaft.«

Ella grinste und nickte. »Ja, speziell ist die Landschaft, deshalb komme ich auch so oft hierher. Es ist eine Traumwelt, die sich einem hier erschließt – diese Weite, diese Stille.« Plötzlich reichte Ella Bo die Hand und meinte: »Eigentlich könnten wir uns ja auch duzen, ich finde diese Siezerei nicht besonders kontaktfreudig, ist mir zu förmlich.«

Bo lachte herzlich und dachte bei sich: »Wenn sie in diesem rasenden Tempo weitermacht, fördert es sicherlich auch eine andere Kontaktfreudigkeit – die sieht dann aber ganz anders aus – ist echt ein süßes Exemplar, diese Ella. Wie alt sie wohl sein mag?« Doch sagen tat er: »Sehr gern – ich bin Bo, und du bist Ella, nicht wahr? Nett dich kennenzulernen, Ella.«

Die Angesprochene lächelte leicht und erwiderte: »Wie gesagt, ich bin jetzt das dritte Mal auf Winterurlaub hier auf Langeneß – aber sorry, du müsstest mir doch eigentlich aufgefallen sein. Wie kommt’s, dass das nicht er Fall war?«

Bo legte den Kopf etwas schief und griente Ella verschmitzt an. »Oh, das liegt schlichtweg daran, dass ich in den Wintermonaten kaum auf der Hallig anzutreffen bin. Ich habe es mehr mit der Wärme und verbringe die Winter lieber auf den Malediven, Tahiti, Hawaii – für einen wie mich gibt es überall auf der Welt Arbeit. Das Hotelgewerbe ist überall zu Hause. Doch in diesem Jahr lief es eben nicht so gut – von daher bin ich lieber auf der Hallig geblieben – ist ja auch mal ganz schön, einen Winter hier zu verleben, mit Kälte, Eis und Windstärke zehn. Hier werden dir diese Naturgewalten ja auf einem Silbertablett präsentiert.«

Er grinste und Ella sagte nur: »Ja, dann …« Sie lächelte Bo ein wenig unsicher an, fuhr dann aber fort: »Also ich mag eure Hallig gerade in dieser Jahreszeit – es ist so still, die Welt ist eine andere hier, ruhig, friedfertig – so als könne sie niemandem etwas zuleide tun. Die Wucht des Meeres rundet dieses Bild ab, und ich habe bereits jetzt das Gefühl, dass auch dieser Urlaub seine Spuren bei mir hinterlassen wird.«

Bo fragte sich gerade, ob diese Spuren in diesem Jahr andere sein würden als in den vergangenen Jahren – mittlerweile hatte er auch seine Badetücher in ihrem Spa deponiert, als Ella fragte, ob er nicht Lust habe, mit ihr noch einen kleinen Spaziergang zu unternehmen und es sich danach am Kaminfeuer gut gehen zu lassen. Bo, der eigentlich nicht der unbedingte Fan dieses rauen Wetters war, willigte trotzdem ein, allein, um Ella ein wenig näher kennenzulernen, denn er mochte ihre offene Art, hatte sie bereits in sein Herz geschlossen und wollte gern mehr über diese Frau erfahren.

Eine halbe Stunde später waren sie unterwegs. Der Wind pfiff um die Warften herum. Sie gingen an den Salzwiesen entlang, trafen auf Schafe und Rinder und lachten über den einen oder anderen Scherz, den Bo zum Besten gab. Es war lausig kalt – doch in den beiden glühte bereits die Leidenschaft. Nur eingestehen wollten sie es sich wohl offenbar noch nicht.

Ella bemerkte es als Erste, dass sie mehr für Bo empfand – ihr Körper reagierte. Der Atem ging schneller, das Herz raste, und ihr war nicht wirklich kalt – im Gegenteil. In ihren dicken Winterklamotten kochte sie regelrecht.

Auch Bo machte sich so seine Gedanken. Er konnte sich Ella gut als kleine Affäre vorstellen. Sie schien offen zu sein und auch nicht so zickig, wie so manch andere junge Frau. Ja, ein intensiverer Blick könnte sich lohnen, da begann Ella auch schon zu erzählen, warum sie gerade diese Wintermonate so sehr liebte, währenddessen andere nur hinter dem Ofen saßen.

Sie erzählte von der salzhaltigen Luft, von dem frischen Wind, der ihr hier um die Nase wehte, der auch mal schneidend sein konnte – doch all das machte ihr nichts aus. Sie erzählte davon, was sie empfand, wenn der Sand durch die Luft wirbelte und es sich auf der ihrer Haut anfühlte, als würde sie mit kleinen spitzen Steinchen bombardiert. Danach war sie still und schaute Bo verträumt an.

Auch er redete viel. Bo erzählte von stimmungsvollen Abenden am Kamin, erzählte von den Wohnküchen, in denen es im Winter besonders gemütlich war – dann begann seine Stimme zu schwanken, je intensiver er sich in Ellas Augen verlor.

Als beide bemerkten, dass sie sich voneinander angezogen fühlten, kehrten sie zum Hotel zurück. Ella zog sich schnell um, und Bo bereitete ein Feuer im Kamin vor, welcher in der Eingangshalle des Hotels zu finden war. Selbstredend hatte er schon einen Plan.

Nachdem sich Ella die Jacke, die Mütze und den Schal abgestreift hatte, spürte sie eine gewisse Unsicherheit in sich. Der Spaziergang hatte ihr gutgetan, ohne Zweifel. Sie hatte sich durch Bos Anwesenheit so lebendig gefühlt wie schon lange nicht mehr, fühlte sich frei und herrlich losgelöst – Bo war absolute Spitze. In ihr pulsierte etwas, was so nicht geplant war, doch sie ließ es gerne zu, denn das zu Ende gehende Jahr hatte es mit Ella nicht besonders gut gemeint, und es war an der Zeit, dass sich das Blatt endlich wendete.

Erst hatte ihr Freund sie gegen eine jüngere Ausgabe eingetauscht, was sie nicht verstanden hatte, danach hatte sie ihren Job hingeschmissen, war von Wiesbaden nach Hamburg gezogen und von da ab ging es steil bergauf. Sie hatte schnell eine neue Stelle als Synchronsprecherin gefunden, nun fehlte ihr noch ein guter Lover zum Glück, und sie war auf dem besten Weg, auch diese Hürde zu nehmen.

Ella lächelte in sich hinein. Oh ja, sie merkte sehr wohl, dass sich da etwas in ihrem Unterleib tat. Es knisterte, es prickelte. Hitze breitete sich in ihrem Schoß aus – sie verzehrte sich nach Bo und leckte sich genießerisch über ihre Lippen. Wenn sie nicht ganz falschlag, begehrte auch Bo sie – er musste einfach gespürt haben, dass da mehr war als bloßes Interesse. Er musste gespürt haben, dass sie sich nach ihm verzehrte. Nur eine kleine Affäre, sagte sich Ella, mehr soll es doch gar nicht sein. Für den Anfang.

Als sie hinunter in die Empfangshalle ging, bestätigte sich ihre Vermutung. Bo hatte den Kamin beheizt, zwei große Tassen Pharisäer standen bereit, um genossen zu werden – heiß und ausnehmend lecker war dieses Getränk, das gerade um diese Jahreszeit äußerst beliebt war. Ella setzte sich neben Bo auf die bequeme Couch, schlug die Beine übereinander, nahm die gediegene Tasse in ihre Hände und nippte vorsichtig an der alkoholischen Köstlichkeit.

»Also wenn mir nicht schon warm wäre, dann spätestens in diesem Augenblick«, lachte Ella und schaute Bo voller Verlangen an.

Dieser Mann war in der Tat eine Offenbarung. Seine blauen Augen waren von einer magischen Intensität. Die Wangen leicht gerötet, hatte Ella das Gefühl, Bo würde vor Leidenschaft glühen. Sein volles schwarzes Haar bildete einen bezaubernden Kontrast zu den knisternden Holzscheiten, die lustig im Kamin prasselte.

Keine Frage – Ella hatte unglaublich Lust auf eine Prise Sex, doch auch auf Bo war der Funke längst übergesprungen und als Ella nassforsch kundtat, dass sie Lust auf seinen Körper verspüre, schnalzte er nur leicht mit der Zunge und legte besitzergreifend einen Arm um ihre Taille.

»Und du bist dir auch sicher, ich …«

Ella sagte nichts mehr, sondern küsste Bo derart zärtlich, dass es keiner Frage mehr bedurfte. »Komm«, sagte sie nur.

In Ellas Zimmer angekommen, machte sich niemand die Mühe, seine Erregung zu verbergen. Ella schmiss ihre Kleidung achtlos auf einen Stuhl, und Bo entstieg seiner Jeans so schnell, dass Ella ganz anders wurde. Achtlos schmiss er seinen Pulli auf den Sessel, und Ella hatte freies Blickfeld auf diesen unglaublichen Astralkörper, der ihr schon jetzt nicht mehr aus dem Kopf zu gehen schien.

»Wow, was für ein Mann!«

Was sie bis dato nur erahnt hatte, untermauerte Bo auf eindrucksvolle Weise, als er nun nackt vor ihr stand. Es nahm Ella schier den Atem. Er sah einfach verführerisch aus, atemberaubend schön – dieses Sixpack – wow! Ein Körper, der zum Streicheln einlud, zum Erkunden und noch so vielem mehr. Ellas Erregung war sichtbar, ihre Nippel richteten sich auf, ihre Möse puckerte – wie sie sich doch auf die Vereinigung mit Bo freute. Dass es dazu kam, daran bestand für Ella überhaupt kein Zweifel.

Auch Bo tastete Ella mit verlangenden Blicken ab. Sie war schön – wunderschön. Ihr rotes Haar fiel ihr in Wellen bis über die Schultern, ihre Brüste waren klein und spitz wie kleine Wundertüten. Er mochte kleine Brüste. Ihre Nippel glühten vor Erregung, ihre Nasenflügel begannen zu beben und ja doch, er konnte sie sich als Gespielin auf Zeit sehr gut vorstellen.

Hitze breitete sich in ihm aus, sein Glied begann zu pochen, und mit spielerischer Leichtigkeit warf er Ella auf das Bett und legte sich dann zu ihr. Seine Finger strichen durch ihr Haar, berührten sanft ihre Brüste, strichen über ihr schönes Gesicht.

»Du bist etwas ganz Besonderes, Ella. Wie alt bist du eigentlich – sorry, fragt man das überhaupt eine Frau?«, schob er nach, doch Ella grinste nur.

»Eigentlich nicht. Ich bin dreißig und habe kein Problem, das auch zu sagen. Mein Verflossener hatte allerdings damit ein Problem – ich war schon zu alt für ihn. Shit happens.«

Bo reagierte mit gespielt verstörtem Gesichtsausdruck. »Ist nicht wahr, ist wohl der Typ Babydreamer, oder was? Wie kann man eine so schöne Frau gehen lassen? Gut für mich.«

Er lachte herzlich und strich Ella wiederholt übers Haar. Sanft fuhr er mit einem Finger über ihr Gesicht und küsste zärtlich ihre Lippen. »Du bist schön, Ella, mach dich nicht verrückt wegen des Typen … bei mir …«, er zeigte diskret nach unten, »… regt sich allerdings etwas – wir sollten also …«

Ella kicherte verhalten. »Na, dann sollten wir ihn nicht warten lassen. Komm.«

Und sie bot Bo ihren sinnlichen Körper an. Er legte sich auf sie und nahm sie mit langsamen, bedachten Bewegungen. Drang in sie ein, tastete sich vor – lustvoller konnte ein erstes Annähern nicht sein. Ella schwebte auf Wolke sieben.

Was für ein gefühlvoller Lover. Ihr Lustkelch kochte, ihre Schenkel hielt sie weit gespreizt – und als Bo seinen Samen in Ellas Schoß versenkte, da war es ihr, als wäre es niemals im Leben schöner gewesen.

Die zweite Vereinigung fiel schon etwas kraftvoller aus. Intensiver, begehrlicher. Bo nahm es als Befreiung wahr. Beim ersten Mal war er vorsichtig gewesen, nun, da er Ellas Verlangen spürte, nahm er sie voller Begierde. Seine Lust sprühte Funken, ihm war heiß und je mehr er sich verausgabte, umso heißer wurde ihm.

Ella reagierte mit starker Erregung auf das, was Bo ihr zu bieten hatte. Gerade war sie im Begriff, einem phänomenalen Orgasmus zu erliegen – Bo hatte sich an ihren geschwollenen Schamlippen gütlich getan, sie geleckt und zärtlich an ihnen geknabbert. Ella hatte sich verzückt in die Kissen zurückgelegt, hatte sich gehen lassen und war nicht enttäuscht worden.

Bo, von seinen Gefühlen für diese Frau völlig übermannt, gab sich seiner Lust hin – da war keine Zurückhaltung, sondern nur Freude pur, über das, was er mit Ella durchleben konnte. Sex der feinsten Art, so jedenfalls empfand er es. Er drehte und wendete sie nach Belieben, drang in sie ein und stieß mal kräftiger, mal gemäßigter zu und als er sich eine kleine Pause gönnte, war es Ella, die nun aktiv wurde.

Ella hatte noch nie in ihrem Leben einen Mann oral befriedigt. Doch was ihr bisher vielleicht fremd erschienen war, war bei Bo selbstverständlich. Auch Bo schien noch nicht so oft in den Genuss dessen gekommen zu sein, denn er zog scharf die Luft ein, als Ella ihn in den Mund nahm. Sein Glied verschwand schnell in ihrer Mundhöhle, wanderte immer tiefer ihren Rachen hinunter. Sie schien prädestiniert dafür, ihm unbändige Lust zu schenken. Als er ihr signalisierte, dass er sich nicht länger würde halten können, machte sie keine Anstalten, ihn aus ihrem Mund zu entlassen, und Bo ließ sich gehen. Übergab Ella seinen heißen Samen, den sie begehrlich schluckte und der ihr überhaupt nicht unangenehm war. Warum hatte sie das nicht schon viel eher einmal probiert, fragte sie sich.

Bo war wie ferngesteuert. »Du hast mich zum glücklichsten Mann auf Langeneß gemacht«, wisperte er ihr zu. »Ich habe so etwas noch nicht so oft erleben dürfen. Es war wunderschön.«

Ein leises Stöhnen sagte ihm, dass Ella es auch so empfunden hatte, und alsbald war sein Geschlecht wieder bereit, in sie zu stoßen, seinen heißen Samen in ihr zu verspritzen und sie glücklich zu machen, so glücklich, dass sie sich wimmernd unter ihm wand und ihn bat, kurz innezuhalten – Bo wusste, sie wollte es nicht wirklich.

Tiefer und tiefer drang er in sie ein, erkundete ihre Liebesgrotte aufs Neue, ließ nichts aus. Die geschwollene Knospe wurde immer empfindlicher und als Ella erneut einem gigantischen Orgasmus erlag, der sie zucken, der sie aufstöhnen ließ, da wusste Bo, dass er den richtigen Knopf gedrückt hatte. Seinen eigenen Rhythmus gefunden hatte – dass sie perfekt harmonierten.

Sie gaben sich noch oft in dieser Nacht der Liebe hin. Immer neue Positionen wurden ausprobiert – so manches Mal wirkte Ella dabei verunsichert, doch Bos Sinnlichkeit ließ sie locker werden, und es wurde ein wunderschöner Ausflug in die Lustbarkeit des Seins – voller Emotionen, Gänsehaut pur und heißer Erregung.

Lustvoll wurden die Körper erkundet, und so entdeckte Bo auch ein kleines Muttermal auf Ellas Oberschenkel, und sie erklärte ihm, dass sie dieses von Geburt an habe.

Bo strich sanft und mit geschlossenen Augen über Ellas Körper hinweg, genoss diese Erkundung mit all seinen übrigen Sinnen.

Ungewöhnlich für einen Mann, dachte sich Ella, doch sie genoss diese Zuwendungen sehr. Ellas empfindliche Klitoris reagierte immer gereizter auf Bo und als sie zu später Stunde eng umschlungen einschliefen, schniefte Ella sogar ein wenig – doch das war allein dem Glück geschuldet, dass sie in diesem Moment empfand. Des Nachts wachte Ella mehrfach auf und betrachtete Bos Gesicht in aller Ruhe. Strich sanft über seine Wangen hinweg, küsste zärtlich seinen Haaransatz. Bo schlief ungerührt weiter. Ella zeichnete mit ihrem Daumen die Konturen seiner Lippen nach, vergaß auch nicht die Ohren und seine Nase – alles war so unglaublich perfekt. Ein kraftvoller Körper war ihm zu Eigen, dabei strahlte er eine unglaubliche Wärme aus, eine Wärme, die ihr Geborgenheit und Liebe vermittelte.

Dann schlief Ella doch noch ein und wurde gegen neun Uhr am nächsten Morgen mit einem zärtlichen Kuss geweckt.

»Lust auf Frühstück?«

»Musst du nicht langsam mal wieder deinen Pflichten nachkommen?«, meinte Ella, und Bo grinste und fragte, wie sie das denn meine.

»Ich habe es doch richtig verstanden, dass dieses Hotel hier dein Arbeitgeber ist?«

»Oh ja, natürlich«, meinte Bo und grinste breit. »Aber es ist ja derzeit nicht ausgebucht, und so genieße ich, nun ja, ein paar mehr Freiheiten.«

»Ah ja!«, meinte Ella und lachte. »In diesem Fall habe ich natürlich nichts gegen ein gutes Frühstück einzuwenden, und vielleicht gehen wir nachher noch in den Fitnessraum oder drehen eine große Runde.«

»Na, dann doch eher Fitnessraum«, meinte Bo. »Schau mal nach draußen, es wütet, als würde die Welt untergehen. Der Wind nimmt extrem an Stärke zu.«

»Vielleicht erlebe ich ja doch noch meine erste Sturmflut«, meinte Ella, und Bo erwiderte, dass dies eher ein zweifelhaftes Vergnügen wäre, und er sollte recht behalten.

Gestärkt von dem üppigen Frühstück, das aus Toast, Butter, Eiern, Marmelade und einer Gemüsepaste, welche die Hotelchefin selbst herstellte, bestand, machten sich Ella und Bo später auf, um in den Fitnessraum zu gehen. Überall auf der Hallig hörte man bereits Radio, denn für die gesamte Region war eine Sturmflutwarnung ausgesprochen worden.

Für Ella war dies spannend, Bo allerdings kräuselte angespannt die Stirn. »Ist nicht lustig, Ella«, meinte er, doch er wollte sie nicht weiter ängstigen.

Ella versuchte sich im Fitnessraum an einem Stepper, Bo stemmte Gewichte, bevor er aufs Ergometer umstieg und sich so richtig verausgabte. Doch er war nicht bei der Sache. Alsbald schnürte sich sein Herz zusammen – er hatte Sehnsucht nach Ellas Körper, die auch nicht ganz bei der Sache zu sein schien.

Als er sie mit einem heißen, fordernden Blick anstarrte, hörte Ella auf zu steppen und trat hinter Bo. Presste ihren verschwitzten Körper an seinen.

»Wollen wir nicht erst mal duschen?«, fragte Ella vorsichtig.

»Also ich liebe Schweiß auf der Haut«, meinte Bo und küsste sie zärtlich. »Sollte es dir unangenehm sein …«

»Nein, nein«, wisperte Ella, »schon okay!«

Bo reagierte auf Ellas schweißnassen Körper sehr intensiv. Das Objekt seiner Begierde war willig, und es dauerte nur wenige Sekunden, bis sein Lustspender bereit war, um Ella jene Gefühle zu verschaffen, nach denen sie sich so sehr sehnte.

Ella konnte nicht genug davon bekommen. Es war ein immerwährendes Geben und Nehmen, gepaart mit Streicheleinheiten, die zärtlicher nicht hätten sein können, kleinen Wortgeplänkeln, die beide die Zeit vergessen ließen.

Irgendwann senkte sich Bos Zunge hinab zu Ellas Allerheiligstem. Zwischenzeitlich hatte diese es sich auf einer Liege bequem gemacht und ihre Beine weit gespreizt. Bo stöhnte laut, als er ihr Liebesnest derart offen vor sich sah – er konnte gar nicht anders als dieses zu berühren, zu lecken, Ella derart in den Wahnsinn zu treiben, dass sie begann zu treten. Bo lachte darüber, rieb ihre Perle der Lust, streichelte ihre Brüste, kniff spielerisch in diese hinein und Ella stöhnte und wimmerte – jede Minute kostete sie dieses intensive Liebesspiel aus, welches Bo ihr schenkte.

Die Minuten wurden zu Stunden und als sie den Fitnessraum verließen, mochte man wohl auf den Gedanken kommen, dass die beiden ein gutes Work-out genossen hatten, was ja ohne Zweifel stimmte – nur eben auf eine etwas andere Art und Weise.

Es traf sie voller Wucht, als sie hörten, was in den zwei Stunden, während sie sich intensiv geliebt hatten, auf der Hallig passiert war. Nachdem klar geworden war, dass es wohl zu einer Sturmflut kommen würde, hatte man begonnen, alles zu sichern, was zu sichern war.

Ella hatte nun doch ein recht mulmiges Gefühl, dieser Winterurlaub würde definitiv anders verlaufen. Bo, der nicht lange fackelte, machte sich auf, um zu helfen, wo Hilfe benötigt wurde. Die Halligbewohner hielten in den kalten Monaten noch enger zusammen als während des Sommers. Nur gemeinsam konnte man der Sturmsaison Paroli bieten, aber auch die einsamen Winterabende waren nicht ohne. Was Ella als angenehm empfand, konnte recht schnell nerven – für Bo jedenfalls war es die Hölle. Kein Schiff legte an, keine Touristen bevölkerten die Insel. Man war ziemlich oft gezwungen, sich allein zu beschäftigen – einer der Gründe, warum Bo in den Wintern das Weite suchte. Doch in diesem Jahr war alles anders.

Ella fieberte dem Naturschauspiel entgegen. Die Nordsee war so aufgewühlt, wie sie sie selbst noch nicht gesehen hatten. Die Gischt schoss hoch und als das Wasser auf das Marschland traf, da hatte selbst Ella erfasst, dass das hier kein Spiel war, sondern bitterer Ernst.

Sie konnte noch froh sein, dass diese Sturmflut relativ schwach ausfiel – die Halligbewohner hatten es auch schon anders erlebt. Nur eine Wiese wurde von der Nordsee regelrecht »gefressen«.

Ella schluckte schwer, Angst kroch ihr den Nacken hinauf. So hatte sie sich das nicht vorgestellt. Das Naturschauspiel riss sie nicht mehr in ihren Bann, es verunsicherte sie. Sie schluckte und zog sich in das Hotel zurück. Hier würde sie wohl in Sicherheit sein.

Ella fragte die Rezeptionistin nach Bo, und diese sagte ihr, dass er auf der Insel unterwegs sei, um zu helfen.

Ella wurde sehr blass, doch die junge Frau beruhigte sie schnell.

»Diese Sturmflut ist nicht sehr stark, trotzdem muss das Vieh in die Ställe und einige Marschwiesen sind betroffen. Aber er kommt sicher bald wieder. Wieso kommen Sie eigentlich nur im Winter zu uns?«, fragte die Rezeptionistin, die nicht auf den Mund gefallen war.

Ella schaute sie an und meinte: »Tja, gute Frage, eigentlich müsste ich jetzt sagen, wegen der Ruhe, der Beschaulichkeit und dem starken Wunsch, diese Hallig mit allen Sinnen genießen zu können, aber so ist es nicht. Nicht in diesem Jahr. Ich habe noch nie so eine Naturgewalt gesehen, aber auch noch nie so einen charmanten Mann.«

»Sie meinen Bo«, insistierte die Rezeptionistin, und ein schmales Lächeln umspielte ihren Mund.

»Genau«, erwiderte Ella. »Er ist so charismatisch, so … ich weiß nicht wirklich, wie ich ihn beschreiben soll.«

Die junge Frau wiegte leicht ihren Kopf. »Wissen Sie, er ist sehr beliebt auf Langeneß und das wohl nicht zu Unrecht. Bo ist bodenständig, hilfsbereit und sagt zu unseren Inselschönheiten selten nein.«

Die Rezeptionistin schmunzelte, und Ella lächelte amüsiert.

Das glaubte sie unbesehen.

Als Bo gute zwei Stunden später wieder zurück war, hatte Ella es sich bereits in ihrem Zimmer bequem gemacht. Zuvor hatte sie eine Tasse Kaffee getrunken und dazu warmen Butterkuchen genossen. Danach war sie ins Schwimmbad gegangen und hatte einige Runden gedreht und war so müde gewesen, dass sie prompt auf ihrem Bett eingeschlafen war.

Als Bo nun an ihre Zimmertür klopfte, öffnete Ella verschlafen.

»Na, hast du die Welt retten können?«, fragte sie und küsste ihn zärtlich auf die Nasenspitze.

»Aber immer doch«, grinste Bo und presste Ellas Körper fest an sich. »Es ist alles gut. War nicht so schlimm wie erwartet, okay?«

Ella sah Bo aus Augen an, die fragend dreinblickten. »Es ist so schön hier – aber vor der Flut habe ich Angst. Dieses Mal konnte ich sie hautnah erleben, das muss ich kein zweites Mal haben.«

»Du brauchst keine Angst zu haben«, meinte Bo. »So etwas gehört eigentlich zu einem handfesten Urlaub auf unserer Hallig dazu. Bist eben doch ein Festland-Ei.«

Ella grinste leicht und schmiegte sich an Bos festen Körper.

»Kann es sein, dass ich ein klein wenig verliebt in dich bin?«, wisperte sie und wühlte zärtlich in seinen Haaren.

»Diese Frage, meine Liebe«, antwortete Bo, »kannst du dir nur allein beantworten. Ich für meinen Teil bin zumindest sehr beeindruckt von dir. Ich mag dich – ob das Liebe ist, vermag ich nicht zu sagen.«

»Dann sollte auch ich es erst einmal dabei belassen«, meinte Ella.

Alle Zeichen deuteten darauf hin, dass die beiden sehr bald in Ellas Bett landen würden. Bo würde sie nehmen, zärtlich, so wie es seine Art war. Nun umspielte seine Zunge Ellas Kitzler, zwei Finger drangen in ihr Paradies ein, erkundeten dieses ausgiebig und Ella kam mit solch einer Wucht, dass sie selbst nicht mehr recht wusste wohin mit ihren Gefühlen.

Bo war der perfekte Liebhaber. Ganz nach ihrem Geschmack. Sie mochte die ruhige Art, mochte, wie er sich um sie bemühte – drängte sie auch zu nichts. Das faszinierte Ella so an ihm – und Bo kam immer an sein Ziel.

Während er nun lustvoll ihre Brustspitzen knetete, fasste er sie an den Oberschenkel, drückte diesen leicht – etwas Eindeutiges, Endgültiges lag darin – er wollte sie, und Ella wollte Bo. Seine Zunge öffnete ihren Mund, erforschte diesen sehr genau, danach bettete Bo Ella auf die Kissen und öffnete ihre Schenkel, wollte in sie eindringen – Ellas Beine schlossen sich um seinen Körper, und ein lustvolles Spiel begann.

Die Stöße Bos kamen fordernd. Ella befand sich mittlerweile in ihrem eigenen Universum, einem Universum voller Glückseligkeit. Sie konnte es noch immer nicht fassen, wie gut sie zusammen harmonierten. Je öfter Bo in Ella eindrang, desto intensiver genoss sie diese Vereinigungen. Bo und Ella schienen füreinander geschaffen zu sein.

An diesem Abend liebten sie sich noch einige Male, verschmolzen miteinander, lustvolle Momente gingen über in sinnliche Verlockungen, in zärtliche Neckereien und als sie dann einschliefen, war Mitternacht längst vorbei, die Flut war abgelaufen, und auf dem Eiland war wieder Ruhe eingekehrt – nur wenige Spuren zeugten von einer Beinah-Katastrophe.

Auch der Wind hatte sich wieder gelegt und als Bo und Ella am anderen Morgen erwachten, wurden sie von einem strahlendblauen Himmel empfangen – ein herrlicher Wintertag lag vor ihnen.

Versonnen lächelte Ella in die kalte Wintersonne und bat Bo um einen Spaziergang am Meer. Sie wollte Bernstein suchen, nach solch einer Brandung standen die Chancen gut dafür, und Bo tat ihr gern den Gefallen. Es war aber auch ein Wintermorgen wie aus dem Bilderbuch. Dick vermummt spazierten die beiden über die Hallig hinweg. Verliebt hielten sie sich an den Händen, und Bo zeigte Ella, wo die Nordsee sich wieder ein Stück Langeneß geholt hatte, erzählte ihr, wie groß diese Hallig einmal gewesen war, erzählte ihr einiges, was Ella so noch nicht gewusst hatte.

Doch dann war ihr der Bernstein doch wichtiger, und Ella konzentrierte sich auf die Suche. Sie wusste, wie sie Bernstein von anderen Steinen unterscheiden konnte – diese Steine wurden erst durch den Schliff zu den faszinierenden Gebilden, die sie so gern hatte. Ungeschliffen waren sie eher unscheinbar. Doch sie hatte Glück und entdeckte schon bald ein sehr schönes Exemplar, welches sie sich als Anhänger an ihrem Armband gut vorstellen konnte.

Bo beglückwünschte sie zu ihrem Fund und zeigte sich beeindruckt, dass eine Großstadtpflanze einen so ausgeprägten Blick für Bernstein hatte.

Ella lachte und sagte, dass sie sich nicht als Großstadtpflanze sehe, sie liebe die Natur genauso wie Bo und könnte sich durchaus vorstellen, irgendwann auf einer Insel oder eben einer Hallig zu leben.

Bo drehte Ella zu sich und küsste sie zärtlich. »Was habe ich doch für ein Glück, gerade dich kennengelernt zu haben«, sagte er. »Du hast nicht zufällig Lust, noch ein paar Urlaubstage dranzuhängen und mit mir Weihnachten zu feiern? Na, wie wär’s?«

Ella sah ihn mit großen Augen an. »Aber ich muss doch …«

Bo schaute sie bittend an. »Du musst gar nichts!«

»Sagen wir mal so«, erwiderte Ella, »wenn ich bleibe, könnte es unter Umständen sein, dass ich keinen Job mehr habe, dafür verbringe ich hier vermutlich eines meiner schönsten Weihnachtsfeste, habe ich da wirklich eine Wahl?«

»Oh, man hat immer eine Wahl, wenn man denn will!«, meinte Bo, lachte aber so entwaffnend, dass Ella meinte: »Na du lässt mir zumindest keine!«

Voller Zärtlichkeit drückte Bo Ella an sich und sagte: »Ich freue mich, dass du über Weihnachten bleibst. Du wirst sehen, es wird wunderschön, und ich werde alles dafür tun, dass du dieses Fest der Liebe nicht so schnell vergessen wirst.«

Ella sah Bo verträumt an.

Danach telefonierte sie mit ihrem Arbeitgeber, der ihr unbezahlten Urlaub gewährte, als sie ihm gestand, dass sie auf einer Hallig festsäße. Sie bedankte sich und freute sich nun wirklich auf ein ganz besonderes Weihnachtsfest auf Langeneß.

Bo und Ella genossen die intensivste Zeit ihres Lebens. Der Sex war von so viel Nähe geprägt, sie konnten einfach nicht voneinander lassen, harmonierten so perfekt, dass Bo sich zu fragen begann, wie er jemals wieder ohne Ella leben könne. Die Einheit, die sie bildeten … ein Gedanke, ein Kanal, ein Zugang. Alles war perfekt.

Als die beiden einen Weihnachtsbaum ausgesucht hatten und diesen gemeinsam zu schmücken begannen, übermannte Bo eine Wärme und Nestwärme, die er vermisst hatte. Das konnten ihm Tahiti oder Hawaii nicht bieten. Und Ella machte sein Glück perfekt. Die Nähe und Geborgenheit zu dieser Frau machte etwas mit ihm. Sie liebten sich unter dem Baum, dessen frisches, duftendes Grün eine sehr besondere Atmosphäre in Bos kleines Haus zauberte.

Sie schmückten den Baum mit Strohsternen und als der Heilige Abend da war, unternahmen Bo und Ella einen langen Strandspaziergang, dann machten sie sich durchgefroren, aber glücklich auf den Heimweg. Dieses Mal war selbst Ella an ihre Grenze gestoßen, es war wirklich lausig kalt. Plötzlich trafen kleine, zarte Schneeflocken ihr durchgefrorenes Gesicht. Ganz zart wirkte die Flocke, die Bo aufgefangen hatte und die in seiner Hand schmolz.

»Kann es eigentlich etwas Romantischeres geben, als wenn es zu Weihnachten schneit?« Er flüsterte diese Worte nur, betrachtete den Himmel andächtig, wo die Flocken zahlreicher wurden und den Marschboden allmählich verzuckerten.

»Wohl kaum«, meinte Ella und küsste Bo spielerisch auf die Nasenspitze. »Frohe Weihnachten Bo, mögen all deine Wünsche in Erfüllung gehen.«

»Dir auch frohe Weihnachten«, wisperte Bo, »bleib einfach bei mir … wenn du denn willst.«

Ella schaute ihm in die stahlblauen Augen. Worte bedurfte es keine mehr.

Jugendsünden am Kaminfeuer

Der Wintertag, welchen sich Ina, Petra, Louis und Pascal für ihre Wanderung durch den idyllisch anmutenden Harzer Hochwald ausgesucht hatten, konnte schöner nicht sein. Unter einem stahlblauen Himmel, eingerahmt von wenigen harmlosen Schönwetterwölkchen und einer Sonne, die zwar nicht mehr wärmte, den Tag aber immerhin hell und freundlich erschienen ließ, waren die vier Freunde bereits früh losgewandert.

Ina, Petra, Louis und Pascal kannten sich von Kindesbeinen an und waren immer unzertrennlich gewesen. Daran änderte sich auch wenig, als die Mädels heirateten, sie blieben dennoch allesamt Freunde, eine Freundschaft, die vermutlich ewig halten würde.

Die beiden Frauen schnauften vernehmlich. Allmählich wurde es ihnen ein bisschen zu viel des Guten, Pascal und Louis grinsten verschlagen.

»Na, nichts mehr gewohnt, ihr beiden«, meinte Pascal, und Louis schoss in die gleiche Kerbe. »Ihr müsst eure Kerle auch mal aus dem Haus herauslassen und nicht laufend im Bett festhalten, nicht wahr!«

»Haha, sehr witzig«, meinten Ina und Petra unisono. »Bist du etwa neidisch, oder was?«

»Nicht doch«, meinte Louis, »ich kann beides haben.«