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Wer sich bei einer Sache nicht ganz sicher fühlt, sagt Nein. In vielen Angelegenheiten sagen wir allerdings zu oft Ja. Indem wir zu fast allem Nein sagen, schaffen wir Raum und Zeit im Leben, um uns ganz auf die wenigen Dinge zu konzentrieren, die am wichtigsten sind. Aber wie erkennen wir, was es wert ist, getan zu werden? Nachdem Derek Sivers »Ja oder Nein«-Regel von Podcastern, Bloggern und Investoren übernommen wurde, hat er erstmals seine wichtigsten Ideen in diesem tiefgründigen wie nützlichen Buch zusammengefasst: was es wert ist, getan zu werden (und was nicht), wie sich fehlerhaftes Denken korrigieren lässt und wie wir Dinge geschehen lassen. Kurz, prägnant, einfach und gleichsam tiefgreifend. Hell Yeah Or No ist ein Einblick in die geradezu geniale Gedankenwelt des Entrepreneurs, Musikers und Speakers Derek Sivers – was ihn bei seinen Entscheidungen antreibt, wie er über den "Erfolg" oder "Misserfolg" eines Projekts entscheidet und welche Lehren er aus jedem Projekt zieht, um seine bereits beeindruckenden Methoden weiter auszubauen.
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Seitenzahl: 130
Veröffentlichungsjahr: 2023
Derek Sivers
Von Dingen, die es wert sind, getan zu werden
Derek Sivers
»Derek Sivers ist einer meiner Lieblingsmenschen, ich frage ihn oft um Rat.«Tim Ferriss
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie. Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Für Fragen und Anregungen
1. Auflage 2024
© 2024 by Finanzbuch Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH
Türkenstraße 89
80799 München
Tel.: 089 651285-0
Fax: 089 652096
Die englische Originalausgabe erschien 2020 bei Hit Media unter dem Titel Hell Yeah or No: what’s worth doing © 2020 Derek Sivers. All rights reserved.
Published by special arrangement with Sivers, Inc. in conjunction with their duly appointed agent 2 Seas Literary Agency.
Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden. Wir behalten uns die Nutzung unserer Inhalte für Text und Data Mining im Sinne von § 44b UrhG ausdrücklich vor.
Übersetzung: Peter Peschke
Redaktion: Rainer Weber
Umschlaggestaltung: Marc-Torben Fischer
Satz: Carsten Klein
eBook: ePUBoo.com
ISBN Print 978-3-95972-662-7
ISBN E-Book (PDF) 978-3-98609-273-3
ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-98609-274-0
Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter
www.finanzbuchverlag.de
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Einleitung
Über dieses Buch
Persönlichkeitsupdate
Was, wenn du kein Geld und keine Aufmerksamkeit bräuchtest?
Nur lokal agieren? Es geht auch anders
Taten und nicht Worte zeigen unsere wahren Werte
Du musst dir deinen Titel immer wieder neu verdienen
Warum tust du, was du tust?
Irgendwer wird immer finden, dass du falschliegst
Ahme nach. Wir sind unvollkommene Spiegel
Lieben, was ich früher gehasst habe
Du bist nicht dein öffentliches Ich
Dein Charakter entscheidet über deine Zukunft
Fische wissen nicht, dass sie sich im Wasser befinden
Konzentrierst du dich auf die Gegenwart oder auf die Zukunft?
Kleine Handlungen haben Auswirkung auf deine Selbstidentität
Nein sagen
Sag »Nein«, wenn es sich nicht nach »Hell yeah!« anfühlt
»Nein« zu allem anderen sagen
Kunst ist nutzlos – und ich bin es auch
Ich bin ein sehr langsamer Denker
Den Rückspiegel nach oben kippen (Motivation ist eine fragile Angelegenheit)
Etwas aufgeben, was du liebst
Wie wird dieses Spiel enden?
Ein einsamer Salonlöwe
Wie man eine miese Stimmung überwindet
Etwas bewirken
Es gibt kein Tempolimit
Entspanne dich – das Ergebnis wird dasselbe sein
Abschalten
Ungewöhnliche Orte und losgelöste Ziele
Bei extremem Motivationsmangel
Denken wie ein Bronze-Gewinner – nicht wie ein Silber-Gewinner
Besteht der Weg aus vielen mühsamen Schritten? Oder nur aus einem Schritt, der Spaß macht?
Deine Waffe gegen Prokrastination: Nutze »oder« statt »und«!
Es gibt immer mehr als zwei Optionen
Prüfe Ratschläge genau!
Strategien ändern
Sei kein Esel
Perspektivenwechsel
Ich halte mich für unterdurchschnittlich
Ich bin an allem selbst schuld
Ich liege liebend gern falsch
Die Kontermelodie singen
Wie wahrscheinlich ist das?
Zwei drei vier EINS, zwei drei vier EINS
232 Sanddollars
Meine Lieblingsfabel
Was ist es wert, getan zu werden?
Für dich nichts Besonderes, für andere erstaunlich
Glücklich, klug und nützlich
Wie man macht, was man liebt, und dabei gutes Geld verdient
Hasst du es, etwas Bestimmtes nicht zu tun?
Es braucht keine Zuversicht – Beitragen reicht aus
Mache nur die Trampelpfade zu Gehwegen
Gründe kein Unternehmen, bevor man dich nicht dazu auffordert
Wer erzieht hier eigentlich wen?
Okay, Milt, ich werde wieder anfangen zu schreiben
Fehlerhaftes Denken korrigieren
Verlernen
Subtrahieren
Kluge Menschen halten andere nicht für dumm
Der Spiegel: Es geht um dich, nicht um die anderen
Gehe davon aus, dass Männer und Frauen gleich sind
Aufbruch zu neuen Ufern
Lerne die Lektion, statt das Beispiel zu verinnerlichen
Überkompensieren, um zu kompensieren
Bedeutung hineinlegen
Ja sagen
Nach 15 Jahren Übung
Ziele gestalten die Gegenwart, nicht die Zukunft
Auf der Suche nach Inspiration?
Mögliche Zukunftsszenarien
Wenn du glaubst, deine Leidenschaft noch nicht gefunden zu haben …
Wovor du auch Angst hast, mache es
Über den Autor
In meinem ersten Buch – Anything You Want – habe ich darüber geschrieben, wie ich mein Unternehmen gegründet, groß gemacht und schließlich verkauft habe.
Beim Verkauf des Unternehmens musste ich mich im Rahmen einer Wettbewerbsklausel verpflichten, in Zukunft nicht mehr die eine Sache zu machen, mit der ich mich seit meinem 27. Lebensjahr befasst hatte. Ich musste mein Leben also so richtig umkrempeln.
Ich habe damals viel darüber nachgedacht, was sich zu tun lohnt, wie man fehlerhaftes Denken korrigiert und wie man Dinge faktisch umsetzen kann. Im Laufe der folgenden zehn Jahre verbrachte ich täglich Stunden damit, ein privates Tagebuch zu führen. Ich schrieb Fragen an mich selbst auf und beantwortete sie. Wenn ich den Eindruck hatte, dass diese Gedanken anderen Menschen von Nutzen sein könnten, führte ich sie in kurzen Artikeln aus, die ich nun in diesem Buch gesammelt habe.
Ich schreibe kurz und bündig, da es mir nur darum geht, Ideen vorzubringen. Diese Ideen dann auf dein eigenes Leben anzuwenden, das kannst du besser als ich. Wenn du jedoch an weiteren Ideen interessiert bist oder dich darüber austauschen willst, dann findest du am Ende eines jeden Kapitels eine URL: (sive.rs/____). Dort finden sich viele interessante Kommentare zur jeweiligen Idee und du kannst dich auch selbst einbringen.
Du kannst außerdem über die URL sive.rs/contact mit mir in Verbindung treten. Ich höre liebend gerne von Menschen, die sich mit meiner Arbeit auseinandergesetzt haben. Ich beantworte jede E-Mail.
Derek Sivers, Oxford, England, 2019
Kennst du dieses Gefühl, das sich nach einer üppigen Mahlzeit einstellt? Wenn du so voll bist, dass du nicht einen Bissen mehr willst?
Hast du dich schon mal gefragt, wie sich das in anderen Lebensbereichen anfühlen würde?
So vieles von dem, was wir tun, tun wir nur, um beachtet zu werden, damit wir uns wichtig vorkommen können oder um Lob einzuheimsen. Was aber wäre, wenn dir so viel Aufmerksamkeit und Lob zuteilwürde, dass du gar nicht das Bedürfnis hättest, noch mehr davon zu wollen? Was würdest du dann tun? Und was würdest du künftig bleiben lassen?
So vieles von dem, was wir tun, tun wir nur des Geldes wegen, ob wir es nun brauchen oder nicht. Was aber wäre, wenn du so viel Geld hättest, dass du gar nicht das Bedürfnis hättest, noch mehr davon zu wollen? Was würdest du dann tun? Und was würdest du künftig bleiben lassen?
Und wenn du dann aufhören würdest, all die Dinge zu tun, die du nur des Geldes oder der Aufmerksamkeit wegen tust: Was bliebe dir noch? Wer würdest du sein, wenn du diese Dinge nicht mehr tust? Wenn dein Hunger komplett gestillt ist, was käme dann? Vermutlich würdest du erst mal eine Auszeit nehmen, um zu entspannen, und das ist verständlich – aber welchen Dingen würdest du dich anschließend widmen?
Sag jetzt nicht »Rumsitzen und gar nichts tun«, denn das ist nichts anderes als Entspannung. Ich rede von der Zeit danach – wenn du bereit bist, auch anderen Menschen wieder von Nutzen zu sein.
Was würdest du dann tun – wenn du weder das Geld noch die Aufmerksamkeit bräuchtest?
sive.rs/full
Du kannst die dir zur Verfügung stehende Zeit mit lokalem oder auch globalem Fokus einsetzen.
Wenn du den lokalen Ansatz verfolgst, liegt dein Fokus auf deiner Gemeinde und du erledigst die Dinge persönlich vor Ort. Das bedeutet allerdings, dass dir weniger Zeit zur Verfügung steht, um dich auf den Rest der Welt zu konzentrieren.
Wenn du den globalen Ansatz verfolgst, dann richtet sich dein Handeln an die ganze Welt. Das bedeutet aber auch, dass dir weniger Zeit zur Verfügung steht, Teil der Gemeinde zu sein, in der du lebst.
Keiner der beiden Ansätze ist per se falsch oder richtig, aber du solltest dir über die Kompromisse im Klaren sein, die du jeweils eingehst.
Drei Jahre lang habe ich in Woodstock, New York, gewohnt. Dort habe ich meine Firma gegründet – und habe dabei alles online abgewickelt. Ich habe in Woodstock nie Leute getroffen. Ich habe lediglich dort gewohnt, bin aber nie unter Menschen gekommen. Mein Fokus war global ausgerichtet, wodurch meine Firma schnell wachsen konnte.
Danach habe ich drei Jahre lang in Portland, Oregon, gewohnt. Wenn ich nicht gerade schlief, arbeitete ich ununterbrochen – ich war ungemein produktiv. Ich habe mit Menschen aus aller Welt Freundschaft geschlossen, aber auch in Portland bin ich quasi nie vor die Tür gekommen. Ich war immer nur zu Hause, habe entweder gearbeitet oder geschlafen. Mein Fokus war noch immer global ausgerichtet.
Dann habe ich drei Jahre lang in Singapur gelebt und beschlossen, diesmal alles anders zu machen – ich wollte mich voll und ganz in das gesellschaftliche Leben vor Ort stürzen. Meine Tür stand immer offen, ich schlug niemandem eine Bitte ab, traf mich mit Hunderten von Leuten und ging zu so vielen Veranstaltungen wie irgend möglich. Ich verbrachte einen Großteil meiner Zeit damit, mich mit anderen Menschen zu unterhalten, und ich lernte Land und Leute wirklich kennen.
Aber etwas fühlte sich falsch an. Nach einem Tag voller Unterhaltungen fühlte ich mich oft erschöpft und unerfüllt. Wenn ich zwei Stunden mit einer Person verbrachte, die meinen Input oder Ratschläge haben wollte, dann waren das zwei Stunden, die ich hätte nutzen können, um an etwas zu arbeiten, das für die ganze Welt – inklusive besagter Person – von Nutzen sein könnte.
Dann bekam ich irgendwann E-Mails von Leuten aus den USA, die mich fragten, warum es so still um mich geworden sei. Keine neuen Artikel? Keine neuen Projekte? Gar nichts?
Und da hätten wir auch schon den Kompromiss: Wenn ich lokal fokussiert bin, dann nutze ich vielleicht meiner Gemeinde, aber dem Rest der Welt bin ich nicht so sehr von Nutzen.
Also bekenne ich nun endlich: Ich verfolge nicht den lokalen Ansatz.
Ich fühle mich vielen Orten gleichermaßen verbunden. Und nur weil ich derzeit an einem Ort lebe, heißt das nicht, dass ich die anderen ignorieren sollte. Es hat sich für mich nie richtig angefühlt, mein Augenmerk hauptsächlich auf das lokale Geschehen zu richten. Als ich in Woodstock und in Portland gewohnt habe, wurde ich von Leuten gefragt, was ich zur Unterstützung der Musikszene vor Ort tun würde. Ich entgegnete, dass ich es falsch fände, Woodstock oder Portland den Vorzug vor Wellington oder Prag zu geben. Aber da spreche ich nur für mich selbst.
Manche Menschen meinen, eine klare Grenze zwischen Zugehörigen und Außenseitern ziehen zu müssen. Wenn jemand Teil ihrer Familie, ihrer Nachbarschaft, ihres Betriebes oder ihres Freundeskreises ist – ein Insider –, dann gehört er dazu. Alle anderen sind Außenseiter.
Andere Menschen haben nicht das Bedürfnis, diese Grenze zu ziehen. Sie behandeln alle Menschen gleich, egal, woher ihr Gegenüber kommt und wen es kennt. Für sie gibt es keine Außenseiter. Wo man sich gerade befindet und nicht etwa, wo man gewesen ist, ist ausschlaggebend für die Verbindungen, die man eingeht.
Genau wie unsere Tendenz zu introvertiertem oder extrovertiertem Verhalten, zu konservativem oder liberalem Denken, formt dieser grundlegende Blick auf die Welt die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten.
Ein Unternehmen kann sich darauf fokussieren, verstärkt den lokalen Markt zu bedienen, oder es kann sich international aufstellen. Eine Musikerin kann sich darauf fokussieren, Konzerte in ihrer Gegend zu spielen, oder sie kann Fans weltweit online erreichen. Das sind zwei sehr unterschiedliche Ansätze. Beide sind wichtig. Keiner von beiden ist falsch. Wir müssen uns nur klarmachen, dass wir selbst entscheiden können, welche Balance aus lokal und global für uns am besten funktioniert.
sive.rs/local
Ich habe meinem damaligen Coach gesagt, dass ich mein neues Unternehmen jetzt wirklich gründen wolle.
Er sagte: »Nein, das willst du nicht.«
Ich sagte: »Doch, das will ich! Es ist mir wirklich ernst damit!«
Er sagte: »Nein, das ist es nicht. Und es wird nicht wahrer dadurch, dass du es behauptest.«
Ich sagte: »Du kannst nicht einfach ignorieren, was ich sage. Ich kenne mich ziemlich gut. Ich sage dir, wann ich es ernst mit etwas meine und wann nicht.«
Er sagte: »Ich kann sehr wohl ignorieren, was du sagst, und einfach auf das schauen, was du tust. Unsere wahren Werte zeigen sich immer in dem, was wir tun.«
Darüber musste ich erst mal nachdenken, aber für mich hörte es sich falsch an. Was würde das denn über Menschen aussagen, die zum Beispiel eine Sprache lernen oder ein Unternehmen gründen wollen, aber noch nicht damit angefangen haben? Was sagt das über diejenigen, die mit dem Rauchen aufhören oder ihren Job kündigen wollen, aber bisher noch nicht dazu in der Lage waren?
Er sagte: »Wenn sie es wirklich tun wollten, dann hätten sie es bereits getan. Du erzählst seit 2008 von dieser Idee für ein neues Unternehmen, aber gegründet hast du es nicht. Wenn ich mir also deine Taten ansehe – und weil ich dich kenne –, würde ich sagen, dass du nicht wirklich ein neues Unternehmen gründen willst. In Wirklichkeit bevorzugst du das einfache Leben, das du derzeit führst, du konzentrierst dich lieber aufs Lernen, aufs Schreiben und darauf, mit deinem Kind zu spielen. Ganz egal, was du sagst: Deine Taten sprechen die Wahrheit.«
Wow. Japp. Er hatte recht.
Ich hatte mir jahrelang selbst etwas vorgemacht, hatte mir eingeredet, dass ich dieses Unternehmen gründen wollte, aber meine Taten zeugten vom Gegenteil. Klar, ein bisschen wollte ich es schon, aber es gab etwas anderes, das ich noch mehr wollte.
Inzwischen habe ich diesen Gedanken mit anderen Menschen geteilt, die darüber reden, etwas zu wollen, es aber nicht umsetzen. Sie reagieren jedes Mal genauso, wie ich reagiert habe.
Ganz egal, was wir der Welt oder uns selbst einreden: Es sind unsere Taten, die unsere wahren Werte offenbaren. Wie du handelst, zeigt, was du tatsächlich willst.
Es gibt zwei Möglichkeiten, darauf klug zu reagieren:
Hör auf, dir selbst etwas vorzumachen, und gestehe dir deine tatsächlichen Prioritäten ein.
Leg los und tue das, von dem du sagst, dass du es tun willst – und dann wirst du sehen, was wirklich dran ist.
sive.rs/arv
Bis gestern noch habe ich mich selbst als Existenzgründer bezeichnet. Das tue ich jetzt nicht mehr. Es ist Jahre her, dass ich ein Unternehmen gegründet habe, also kann ich diesen Titel nicht länger nutzen.
Jemand, der in der Highschool Football gespielt hat, kann sich deswegen nicht ewig als Sportler bezeichnen. Jemand, der irgendwann vor langer Zeit etwas Erfolgreiches getan hat, kann sich deswegen nicht auch heute noch als erfolgreich bezeichnen.
Das muss man sich immer wieder neu verdienen.
Wer an einem alten Titel festhält, verschafft sich Genugtuung, ohne etwas dafür zu tun. Erfolg kommt jedoch vom Handeln, nicht vom Verkünden.
Wer einen Titel nutzt, ohne dafür zu arbeiten, der macht sich selbst etwas vor, indem er annimmt, dass ihm Erfolg auch in Zukunft sicher ist. »Das ist es, was mich ausmacht«, denkt man sich. Aber dieses vorschnelle Gefühl von Genugtuung kann einen davon abhalten, sich der harten Arbeit zu widmen, die es tatsächlich braucht.
Mach dir nichts vor! Gestehe dir ehrlich ein, was in der Vergangenheit liegt und was deine Gegenwart ist. Alte Titel abzulegen, gibt dir die Möglichkeit, dir einzugestehen, was du aktuell wirklich tust.
Und wenn dir die Vorstellung, deinen Titel zu verlieren, nicht behagt, dann handle entsprechend. Das gilt auch für Titel wie »Anführer«, »Risikoträger« und »guter Freund«.
