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Es war wieder einmal einer dieser Tage, als ich allein in meiner Wohnung, die ich nicht mochte, meine trübsinnigen Gedanken um die immer gleichen Probleme kreisen liess: kein Geld, ein Job, der meine Seele von Tag zu Tag mehr sterben liess, eine miese Beziehung am Laufen. Da beschloss ich, Millionärin zu werden. Kurz darauf hielt ich das Buch «Gedanken werden Dinge» in den Händen. Das geht ja ganz einfach, dachte ich ahnungslos: Ich werde reich, und all meine Probleme sind gelöst. Als aber mit der Zeit das Geld immer weniger statt mehr wurde, der Job und die Beziehung nicht besser, sondern noch trostloser geworden waren, hatte ich nur noch einen Wunsch: Es musste ein Wunder geschehen, die erlösende Lösung. Und sie kam! Eine lange und abenteuerliche Reise zu mir selbst hatte begonnen, angefangen mit meinem ersten Feuerlauf über einen Glutteppich. Eine Reise, die mich reicher machte, als Geld es je geschafft hätte.
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Seitenzahl: 100
Veröffentlichungsjahr: 2019
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Verbinde dich mit deinem Herzschlag und verwirkliche deine Träume
I didn’t get anything I prayed for until I became the type of person who should receive it.
#Indigenousgoddessgang
Ich habe nichts von all dem erhalten, worum ich gebetet habe, bis ich zu der Person wurde, die es bekommen sollte.
Für Dich, mein Seelengefährte, in tiefster Liebe und ewiger Dankbarkeit dafür, dass ich durch die Begegnung mit Dir mein Licht neu entfachen konnte.
Vorwort
Ich bin reich
Feuer unter meinen Füssen
Die vier Affen
Die Geschichte vom Bären
Das Selbstgespräch
Wild Woman
Selbstliebe
Der kleine Löwe
Zeig dich – alle Welt wartet auf dich!
Zeichen
Ariuna
Seelenplan
Im Flow
Nachwort
Der Kampf mit dem Selbstwert
Dank
Impressum
Ich erinnere mich noch sehr genau, wie ich als Kind die Welt der Erwachsenen, so wie ich sie aufgefasst habe, weder verstehen noch als wahrhaftig annehmen konnte, denn sie entsprach in keinster Weise der Wahrheit, die mich intuitiv in meinem ganzen Sein erfüllte. Soweit ich mich erinnere, konnte ich nie Engel oder andere Gestalten sehen, doch intuitiv wusste ich, woher ich einst gekommen war und wie das (Er-)Leben auf der Welt gedacht ist.
Ich wusste, dass wir eins sind mit der Schöpfung und dass jeder Mensch vom Universum bedingungslos geliebt wird. Ich wusste, dass für Gott jeder Mensch gleich viel wert ist, denn jeder ist ein Teil von Ihm. Wie könnte da ein Teil von uns mehr Wert haben und ein anderer weniger?
Und ich wusste, dass wir nicht hier sind, um von einem Gott geprüft, bestraft und gerichtet zu werden, sondern um zu lieben – uns selbst und einander. Das hiess für mich, friedvoll zusammenzuleben und das Dasein als Mensch voller Freude zu geniessen und seiner Bestimmung zu folgen.
Ich behaupte, dass dieses Wissen jedes Kind hat. Vielleicht erinnerst du dich selbst noch an deine Kindheit, als deine Welt noch heil war, oder du hast selbst Kinder oder mit Kindern zu tun und erfreust dich an ihrer Unbefangenheit.
Nun wissen wir alle, dass dieses Kindliche mit dem Heranwachsen mehr und mehr verloren geht, denn es hat in dieser Welt, wie es scheint, keinen Platz.
Ich eckte ständig mit meiner Art irgendwo an, war entweder zu ehrlich und direkt oder wurde als Träumerin belächelt. Unbemerkt verfiel ich immer mehr dem Selbstzweifel und der Angst, stellte meine mir innewohnende Kraft und Weisheit infrage, denn als Kind, das intuitiv bedingungslos liebt und glaubt, will man nichts anderes als ebenfalls geliebt werden.
Mit jedem Mal, wenn ein Kind in seinem Umfeld mit seiner Wesensart Zurückweisung erfährt, geht ein weiterer kleiner Teil seiner Selbstachtung verloren, und es machen sich Selbstzweifel breit, die den Graben zwischen dem intuitiv denkenden und handelnden Menschen und seinem Umfeld immer tiefer werden lassen.
Stück für Stück verlor ich mein natürliches Selbstbewusstsein, vergass oder verdrängte mein Wissen um meine göttliche Herkunft und wurde zu einem ängstlichen Häufchen ohne jedes Selbstwertgefühl.
Ich wurde erwachsen und führte einen einsamen, kräftezehrenden, scheinbar aussichtslosen Kampf gegen die mir auferzwungene Art zu leben. Äusserlich hatte ich mir über die Jahre ein solides selbstbewusstes Auftreten antrainiert, doch innerlich erlosch mein Licht mehr und mehr. Irgendwo hallte noch die Erinnerung an meine Kinderweisheit, an die Liebe und das Leben, doch mittlerweile stempelte ich mich selbst als unreife Träumerin ab.
Aber die Träumerin wollte nicht begraben werden. Es schien mir, als ob etwas Unsichtbares vor meinem Herzen sitze und unermüdlich anklopfe, um Zutritt zu bekommen.
Egal wie sehr ich versuchte, dieses Gefühl zu unterdrücken oder loszuwerden – NICHTS funktionierte dauerhaft.
Und so kommen wir zum Anfang meiner Geschichte.
«Bis Ende Jahr bin ich Millionärin!!» – Mit diesem Satz begann meine abenteuerliche Reise zu mir selbst.
Ich hatte mein erbärmliches Leben satt. Es schien mir, als ob ich die einzige wäre, die es nicht schaffte, ihr Leben gesellschaftskonform auf die Reihe zu kriegen.
Ich war Anfang dreissig, meine Freundinnen waren alle entweder bereits verheiratet und hatten ihre Familie oder standen erfolgreich mitten im Berufsleben.
Ich hingegen lebte wieder einmal in einer miesen Beziehung, hatte einen Job, der meine Seele täglich mehr sterben liess und steckte in einer seit Jahren äusserst desolaten Finanzlage.
Schaute ich in den Spiegel, sah ich eine funktionierende Hülle ohne Glanz in den Augen, ohne Lächeln im Herzen. Ich konnte nirgends auch nur noch einen einzigen Funken des Feuers finden, das ich einst in mir getragen hatte. Ich sah mich nicht mehr.
Nun bildete ich mir also ein, dass, wenn ich Millionärin würde, alles besser wäre.
Kurze Zeit später hielt ich das Buch «Gedanken werden Dinge» von Mike Dooley in den Händen. Ich erkannte, wie meine bisherigen auf Mangel ausgerichteten Gedanken der Ursprung allen Übels waren, und so begann ich, mich selbst neu zu programmieren.
Ist ja ganz leicht, dachte ich mir, ein bisschen anders denken, und dann haut das auch mit den Millionen hin, schliesslich heisst es, dass man alles haben und sein kann, was man will…
Zum Glück ahnte ich zu der Zeit noch nicht, dass dieser Weg mich zu meinen dunkelsten Schatten, in die tiefsten Tiefen der seelischen Abgründe führen würde.
Ich las also das Buch und spielte ab jetzt erwartungsvoll Lotto, denn es musste schliesslich schnell und auch möglichst einfach gehen.
Das Jahresende kam näher, doch mein Vorhaben war alles andere als von Erfolg gekrönt. Frust machte sich breit.
Die Tage wurden zu Wochen und die Wochen zu Monaten, doch meine Finanzlage wurde statt wie gewünscht besser, immer desolater.
In der Zwischenzeit hatte ich noch weitere «Glücks»-Bücher von Autoren wie Pierre Frankh, Rhonda Byrne, Ella Kensington und so weiter gelesen. Alle beschreiben einstimmig, wie einfach alles ist, dass man es sich nur zu wünschen und nur daran zu glauben braucht, und das Universum wird dir helfen.
Meine Wut auf dieses tolle Universum wurde von Tag zu Tag grösser. Ich war nicht ganz unspirituell und konnte nicht verstehen, wieso ich so gequält wurde von diesem mich angeblich so sehr liebenden Universum.
«Das Universum liebt dich, reich sein ist dein Geburtsrecht…»
Blabla..!
Wieso wurden mir all diese Informationen zuteil, die durchs Band hindurch genau das wiedergaben, was ich schon, seit ich fühlen und denken kann, als meine ureigene Wahrheit empfinde, wenn sie mich doch nicht weiterbrachten, sondern gar alles nur noch schlimmer machten?
Ich hatte oft den Gedanken, dass ich lieber tot wäre, als so weiterzumachen. Mein Leben war ohnehin schon beschissen genug, bevor ich dieses ganze «Wissen» hatte. Und jetzt, mit diesem «Wissen» wurde es unerträglich, denn ich konnte nicht mehr zurück zur Unwissenheit und mir einreden, dass ich wohl als «Loser» geboren wurde.
Von klein auf hatte ich zu hören bekommen, dass ich «anders» war als die anderen. Ich war eine «Träumerin», lebte in meiner eigenen Welt und tat mich unendlich schwer, mich in dieser Gesellschaft, diesem System, das so komplett entgegen meiner inneren Empfindung von Wahrheit und Richtigkeit war, zurechtzufinden. Heute gibt es in der Fachliteratur einen Namen für dieses «Anderssein», es nennt sich HSC-Syndrom (Highly Sensitive Child Syndrom). Hochsensitiv – sorry, aber echt ein Syndrom?! Als ob intuitiv sein eine Krankheit oder abnorm wäre. Wer hat denn eigentlich das Recht, zu bestimmen, WAS die NORM zu sein hat?
Keine Schneeflocke ist – bei genauem Betrachten – vollkommen gleich wie alle anderen, ergo ist jede Schneeflocke abnormal. Kein Mensch gleicht exakt einem zweiten – nicht einmal eineiige Zwillinge sind als Menschen in jeder Beziehung völlig identisch. Ergo ist jeder Mensch auf seine Weise irgendwie abnormal, wenn es denn überhaupt eine Norm geben sollte, wie ein Mensch zu sein hat. Nur war dieses Hochsensitivsein als Syndrom in den Achtzigerjahren noch weitestgehend unbekannt und ich somit eine andersartige Aussenseiterin, die ihr Umfeld überforderte. Doch zurück zur Geschichte.
Die verachtungsvolle Haltung meines damaligen Freundes bezüglich meinem Vorhaben, Millionärin zu werden, war dann der Todesstoss für die ohnehin schon angeschlagene Beziehung.
Erleichtert, auch diese Beziehung endlich hinter mir gelassen zu haben, beschloss ich, ab jetzt allein zu bleiben. Ich hatte es satt, von einer Beziehung in die nächste zu schlittern mit dem immer gleichen Ergebnis. War ich frei, erblühte ich und fand zu meiner ursprünglichen Stärke zurück. Meine wilde Unabhängigkeit beeindruckte die Männer anfänglich, doch als ihnen klar wurde, dass ich tatsächlich sehr selbstständig und im Grunde genommen nicht auf sie angewiesen war, begann erneut mein Untergang. Denn auf der verzweifelten Suche nach Liebe begann ich unbewusst, mich jedes Mal selbst zurückzunehmen, mich anzupassen, mir die Sache ausserordentlich schönzureden und mich wieder kleiner zu machen, als ich bin. Nur damit ich vielleicht endlich angenommen und dieser seelische Unfrieden endlich aufhören würde.
Irgendwann war ich diesen ewigen Kampf gegen mich selbst leid, ich hatte keine Kraft mehr, und ich wollte nicht mehr.
In einer sternklaren Mainacht stehe ich vor der Glut, ihre Hitze schlägt mir entgegen. Mein Herz klopft – voller Freude und Ehrfurcht. Ich kontrolliere meine innere Spannung noch ein letztes Mal, setze meinen Anker, mache den ersten Schritt und schreie so laut ich kann «Harmoniiiiiiiiiiiiiieee» in die Nacht hinaus.
Ich laufe und laufe, Schritt um Schritt, und noch bevor ich begreife, was ich da tue, fühle ich den nasskalten Matsch (es hatte den ganzen Nachmittag in Strömen geregnet) unter meinen Füssen.
Ich juble und schreie meine Freude, meine Befreiung in die Nacht hinaus, die anderen Teilnehmer applaudieren und gratulieren mir, und ich will MEHR!
Nach der ersten Runde wird es ganz still. Ruhe im Kopf, Klarheit im Herzen, eine befreite Seele.
WOW!
Zum ersten Mal seit unzähligen Jahren bin ich total im Hier und Jetzt und fühle mich einfach nur frei!
Wir machen uns bereit für die zweite Runde. Jetzt wird es richtig spektakulär – wir machen mit Brandbeschleuniger ordentlich Feuer, gleichzeitig machen wir eine Welle für jeden Läufer, feuern ihn richtig an und feiern ihn, wenn er seinen Lauf vollendet hat.
Auch ich stelle mich wieder in die Reihe, konzentriere mich erneut, reguliere meine innere Spannung, setze meinen Anker, mache den ersten Schritt und schreie wieder so laut ich kann ins Dunkle hinaus. Nach der fünften Runde beende ich im Rausch der Glückshormone meinen ersten Feuerlauf.
Das Unmögliche möglich gemacht – fünf Runden über sechshundert Grad heisse Glut – vollkommen unversehrt!
Zum Thema Feuerlaufen gibt es unterschiedliche Meinungen und Erklärungen, wie «es» funktioniert. Ich schildere hier meine Erlebnisse und meine Meinung dazu und möchte es jedem selber überlassen, sich seine eigenen Vorstellungen darüber zu machen. Zudem gibt es mehrere Herangehensweisen, um sich auf einen Feuerlauf vorzubereiten. Meine hier geschilderten Erfahrungen und Schlüsse, die ich daraus ziehe, basieren auf dem Konzept der dream-factory.
Unabhängig davon, nach welchem Konzept ein Veranstalter sein Seminar durchführt, möchte ich darauf hinweisen, sich unbedingt einen seriösen Veranstalter auszusuchen. Solche Veranstalter zeichnen sich dadurch aus, dass der Feuerlauf erstens etwas kostet. Zweitens, dass der Seminarleiter als erster über den Glutteppich läuft und drittens, dass dieser seine Verantwortung ernst nimmt und Teilnehmer, die sich – aus welchem Grund auch immer – nicht genug auf die Vorbereitung einlassen und somit eine ernsthafte Verletzungsgefahr besteht, nicht laufen lassen.
Es sollte nicht mein letzter Feuerlauf sein.
Feuerlaufen gilt als Königsdisziplin des Mentaltrainings. Es ist ein symbolischer Akt und steht als Metapher für das Überschreiten selbst gesetzter Grenzen, eigener Ängste und Blockaden.
Diese Ängste und Blockaden halten uns davon ab, unser volles Potenzial auszuleben. Jeder kennt solche Momente, in denen der innere Zweifel und die Angst vor eventuell möglichen Konsequenzen, stärker sind als das eigentliche Vorhaben.
Das kommt daher, dass der Verstand nur Dinge einordnen kann, die er bereits kennt. Er gleicht das Vorhaben mit bereits gemachten Erfahrungen ab. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Erfahrung selbst gemacht wurde oder ob dir jemand von seiner Erfahrung in Bezug auf eine Sache erzählt hat.
Deshalb löst Neues oder eben Unbekanntes meistens Zurückhaltung oder gar Angst aus, und wir tun dann doch nicht, was unser Herz begehrt.
