Herzpuzzle - Larissa Bendel - E-Book

Herzpuzzle E-Book

Larissa Bendel

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Beschreibung

Fünf Frauen Mitte dreißig, die eines gemeinsam haben: Sie wollen der Liebe nachspüren. Sie möchten wissen, wie es sich anfühlt, körperliche Bedürfnisse wahrzunehmen. Seelische Belange zu erfüllen. Mit einem Mann die Themen des Lebens zu diskutieren. Zu begehren und begehrt zu werden. Seelenverwandtschaft zu empfinden. Befreundet zu sein. Sich in einer Beziehung zu langweilen. Sie zu beenden. Eine Trennung zu verarbeiten. Angekommen zu sein. Molly ist Single und genießt ihre platonische Freundschaft mit Jens. Mathilde reflektiert ihren Abschied von Christian. Mona und Konstantin liefern sich stetige Schlagabtausche ‒ und sind glücklich miteinander liiert. Melanie möchte experimentieren und sich emotional treiben lassen. Und dann ist da noch Marta, verletzlich und verletzt, obwohl sie den Mann gefunden hat, den sie will. »Herzpuzzle« erzählt Geschichten über Frauen und Gefühle. Und über Männer. Unterhaltsam, traurig, nachdenklich, humorvoll, ehrlich.

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 343

Veröffentlichungsjahr: 2019

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»I wouldn’t ask too much of her,« I ventured.

»You can’t repeat the past.«

»Can’t repeat the past?« he cried incredulously.

»Why of course you can!«

F. Scott Fitzgerald/The Great Gatsby

Memories

They keep coming through

The good ones hurt more

Than the bad ones do

a-ha/»Forever Not Yours«

Larissa Bendel

Herzpuzzle

Prosa

© 2019 Larissa Bendel

Lektorat: Katja Reibstein M.A.

Umschlaggestaltung: Stella Krause

Verlag & Druck: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359

Hamburg

ISBN

 

Paperback

978-3-7497-5287-4

Hardcover

978-3-7497-5288-1

e-Book

978-3-7497-5289-8

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Inhalt

1. Molly an Jens, Jens an Molly:Eine Freundschaft in Nachrichten

2. Mathildes Abschied von Christian:Eine Art Interview

3. Melanies Experiment:Eine Erzählung

4. Wir, Mona und Konstantin:Dialoge

5. Marta sucht die Liebe und findet Kummer:Eine Kurzgeschichten-Trilogie

1.Molly an Jens, Jens an Molly:Eine Freundschaft in Nachrichten

Es war Sonntagnachmittag, und Molly, in Trainingshose und T-Shirt, stand in der Küche und goss sich Teewasser auf. Sie hatte beschlossen, heute nicht mehr zu arbeiten. Stattdessen wollte sie Musik hören, lesen, vielleicht ein wenig aufräumen oder staubsaugen, aus dem Fenster in den unablässig herabstürzenden Regen schauen. Genießen, wie gemütlich es drinnen war. Aus dem Wohnzimmer hörte sie ein leises, aber unmissverständliches »Ping«. Eine neue E-Mail war in ihrem Postfach eingetroffen. Intuitiv wusste sie, dass Jens sie geschickt hatte. Sie bildete sich ein, das am Eingangston ihres Postfaches zu hören, aber das war natürlich Quatsch.

Sie hatte Jens im Supermarkt kennengelernt, an einem jener Orte also, an denen Menschen einander eigentlich nur im Film begegnen. Ihr Debütroman stand kurz vor der Veröffentlichung, und in ihrem Kopf hatten sich schon Ideen für ein neues Projekt festgesetzt. Wie wäre es mit einem Psychothriller? Davon hatte sie weder Ahnung noch mochte sie diese Art von Literatur, und genau deshalb reizte es sie. Aber das würde sie erst endgültig entscheiden, wenn ihr Buch erschienen war. Jens stand vor ihr an der Kasse und hatte seine wenigen Waren – Brotaufstrich, Käse, Ketchup, Müsli sowie einige Äpfel – auf das Laufband gelegt. Er drehte sich kurz in ihre Richtung, um seinen Einkaufskorb unter den Kassentresen zu stellen, und dabei sah er Molly. Er guckte sie freundlich an. Molly schaute freundlich zurück.

Sie legte ihre Sachen hinter seine auf das Laufband, suchte einen Trennstab, fand keinen, und ließ stattdessen eine Lücke, damit die Kassiererin wusste, was zu wem gehörte. Doch Fehlanzeige. Molly konnte gar nicht so schnell »Stopp!« rufen, da hatte die Dame schon ihre drei Dinge mit dem Scanner eingelesen. Jens kramte derweil in seinem Portemonnaie und schien von all dem nichts mitbekommen zu haben. Aufgeschreckt durch Mollys Ausruf schaute er hoch. »Das macht doch nichts, ich zahle einfach alles, und wir sortieren es dann auseinander«, sagte er, als ob er und Molly sich schon ewig kennen würden. Molly protestierte nicht. Sie lächelte und fragte sich gedanklich, ob sie jetzt gerade mittendrin sei in einem neuen Buch, das nicht so geplant war, oder im Leben, dessen Fortgang sie ebenfalls anders vermutet hatte.

Molly fand Jens sympathisch. Er war blond, anders als Molly mit ihren dunklen, eher kurzen Haaren. Seine hatte er lose zu einem Zopf gebunden, er trug Jeans, Turnschuhe, einen verwaschenen Kapuzenpulli und eine für die Jahreszeit zu dünne Jacke. In der Hand hatte er einen Leinenbeutel für seine Einkäufe. Er war etwas größer als Molly, aber nicht viel, und schlank. Natürlich hatten beide nicht das nötige Kleingeld, um ihre Einkaufsbeträge akkurat auseinander zu klamüsern, aber Jens fragte Molly gleich unumwunden, ob sie in ein paar Tagen mit ihm ins Kino gehen möchte: Es liefe ein Film an, den er sehen wollte. Er wollte immer viele Filme sehen, erklärte er ihr. Und Kleingeld hätten sie dann sicher auch wieder. Molly lachte und sagte ja.

Das war nun schon lange her. Molly und Jens hatten sich aneinander gewöhnt. Sie schätzten sich. Schnell waren sie zu einer festen Größe im Leben des anderen geworden. Insgeheim dachte sie manchmal an ihn als eine Art Retter. Nein, das Wort mochte sie nicht, es machte sie so passiv. Er war eher ein Held. Ein Held des Zufalls. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Das richtige Verhalten. Kai und sie hatten sich erst kurze Zeit vor ihrer Begegnung mit Jens getrennt. Molly war immer noch traurig, auch wenn sie wusste, dass sie durch den Abstand endlich den Neuanfang zulassen konnte, den sie so dringend brauchte. Kurz nachdem Jens in ihr Leben getreten war, war sie nicht länger Molly, die manchmal nachts aufwachte und bis in die frühen Morgenstunden über Kai grübelte. Darüber, was schiefgelaufen war. Warum sie sich so häufig gestritten hatten, so angespannt gewesen waren in der Gegenwart des anderen. Molly hatte es satt zu antworten »Muss ja«, wenn sie gefragt wurde, wie es ihr ging. War sie mit Jens zusammen, fühlte sich Molly so, wie sie in ihrem Innersten war und wie sie sich fühlen wollte: zuversichtlich, schlagfertig, unternehmungslustig. Sie hatte sich mit Jens auf Anhieb schon an der Supermarktkasse wohlgefühlt. So, wie man sich mit einem Bruder wohlfühlt oder mit einem engen Freund. Sie hatte wie selbstverständlich Telefonnummern und E-Mailadressen mit ihm ausgetauscht. Natürlich wollte sie ihn wiedersehen.

Molly und Jens trafen sich regelmäßig, und sie telefonierten ab und zu. Vor allem aber schickten sie sich E-Mails. Kurze, lange, täglich, mehrmals täglich. Über Banalitäten und Ernstes, Lustiges und Absurdes. Sie flirteten nicht miteinander. Sie wussten intuitiv von Beginn an, dass sie kein Liebespaar werden würden. Aber sie wollten nicht ohne einander sein. Vielleicht, dachte Molly oft, ohne das Paradox wirklich zu verstehen, war es gerade das, was sie einander so nah am Leben des anderen sein ließ und ihr Verhältnis so unkompliziert machte. Dass sie keine romantischen Erwartungen hatten, sich dem anderen nicht verpflichtet fühlten und dabei wie selbstverständlich gegenseitige Verantwortung übernahmen und ihren Alltag teilten. Auf eine Art liebte Molly Jens, und Jens liebte Molly. Aber nicht so, wie man es tat, wenn man sich nach jemandem mit Haut und Haaren verzehrte. Molly erklärte es Jens einmal so: »Du bist wie ein Lieblingssong für mich. Wenn ich ihn höre, werde ich fröhlich, summe ihn mit und wippe mit dem Fuß. Er kann gar nicht oft genug gespielt werden und ich kann nicht ohne ihn sein. Du bist aber keines dieser Lieder, das ich allein im dunklen Zimmer höre, die Lautstärke voll aufgedreht und mein Herz voll von Sehnsucht und Schmerz.« Und Jens hatte sie angesehen und genickt. Ja, so empfand er es auch.

Ab und zu klickte sich Molly durch die Nachrichten, die sie auf ihrem Computer abgespeichert hatte. Der Ordner hieß schlicht »Jens« und enthielt alle E-Mails, die sie sich schickten. Wie lange das nun schon her war, dass sie sich im Supermarkt über den Weg gelaufen waren und ihre Geschichte begonnen hatte!, dachte Molly dann.

***

Hallo Supermarkt-Jens,

ich gehe gern mit dir am kommenden Mittwoch ins Kino. Die Filmkritiken sind ja enthusiastisch! Und gewaltfrei und unblutig scheint der Streifen auch zu sein. Ich hatte doch erwähnt, dass ich diesbezüglich etwas empfindlich bin, nicht wahr? Wann und wo wollen wir uns denn treffen? 18 Uhr am Kino?

Schreib mir einfach zurück – ansonsten hast du ja auch meine Telefonnummern. Freue mich!

Viele Grüße, Kassen-Molly

Hallo Kassen-Molly,

ja, 18 Uhr am Kino klingt gut. Freue mich auch! Und ich möchte dir nur eben erzählen: der Rote-Bete-Salat, den ich erwähnt hatte und heute ausprobiert habe, war lecker!

So, der König der absurden Kurzmails hat wieder zugeschlagen und zieht sich nun zurück.

Ich wünsche dir noch einen schönen Abend! Viele Grüße, Super-Jens (äh – Supermarkt-Jens)

Hallo Molly,

schon wieder ich. Ich traue mich gerade nicht mehr anzurufen; warum ist es eigentlich schon wieder so spät? Wo ist der Tag hin? Verflixt, ich wollte dich eigentlich für Samstag zum Essen einladen, und jetzt ist schon wieder Abend. Morgen Vormittag muss ich arbeiten, so dass ich wohl erst am frühen Nachmittag wieder zu Hause bin. Vielleicht rufe ich dich dann endlich mal an. Ohmannomann, ich bin echt ein Planungsgenie.

Viele Grüße, Jens

Hallo Jens,

danke für deinen Anruf und die lustige Anrufbeantworternachricht gestern – da ich im Moment so gut wie gar nicht zu Hause bin, nur auf diesem Weg eine Bestätigung für Samstag: Ja, 19 Uhr ist gut, und deine Adresse habe ich auch. Bin gespannt darauf, mal deine Wohnung zu sehen! Die Einrichtung verrät ja immer viel über den Bewohner… Und die Maler, Motive und Personen der Bilder an den Wänden ebenfalls… Aber: Hast du überhaupt Bilder an den Wänden?

Was das Essen betrifft: Mach bloß keine Umstände meinetwegen, denn krüsch bin ich ja auch noch… Dass ich Vegetarierin bin, weißt du schon; das heißt, ich esse kein Fleisch, keinen Fisch, keine Gelatine, keine Brühe usw. usf. Außerdem mag ich keine Pilze – und keine Zwiebeln, wie du ja neulich schon herausgefunden hast… Und mir würden noch diverse andere Dinge einfallen, aber ich denke, das ist das Wichtigste. Verzeih, dass ich das so unverblümt sage, aber für den Fall, dass du einen mit Pilzen gefüllten Aal zubereiten wolltest, ist es doch besser, wenn ich dich vorher über meine Essgewohnheiten informiere, nicht wahr?

Bis Samstag, freue mich; hab bis dahin noch schöne Tage und viele Grüße, Molly

Hallo Molly,

super, dann sehen wir uns ja Samstag.

Keine Sorge, Fisch, Fleisch und Pilze hatte ich bereits ausgeklammert (ich mag selber keinen Fisch). Aber was mache ich jetzt bloß mit den zwei Säcken Gelatine und dem Eimer Brühe?

Nun bin ich erst recht gespannt, ob du dem Hauptgericht etwas abgewinnen kannst. Zur Not gibt es ja noch Salat… Oder wir fragen, was die Nachbarn so haben. Spannung! Viele Grüße und lass dich nicht stressen, Jens

Hallo Molly,

vielen Dank nochmal für den schönen Kuchen und die schöne CD! Ich habe sie gerade eben noch einmal gehört. Wirklich eine sehr schöne Zusammenstellung.

Das war wirklich ein schöner Abend mit dir. Ich hoffe, du bist gestern noch schön nach Hause gekommen und hast noch einen schönen Sonntag.

Gewinnspiel: Zählen Sie, wie oft Sie das Wort »schön« in diesem Text entdecken können. Es warten aufregende Preise auf Sie! Einsendeschluss ist heute Abend zur Geisterstunde.

Schöne Grüße, Jens

Hallo Jens,

ich wollte dir auch gerade eine Mail schreiben, um mich noch einmal für das leckere Essen und die nette Einladung zu bedanken! Ich habe schon überall herumerzählt, wie gut du kochen kannst! Die gefüllten Paprika muss ich auch selbst mal ausprobieren.

Ich würde mich sehr freuen, wenn wir uns bald wiedersehen!

Kennst du eigentlich »An American Tragedy« von Theodore Dreiser? Wir hatten doch neulich über Krimis gesprochen, die ich ja gar nicht gerne lese. Aber dieses Buch ist großartig. Eine nachdrückliche Empfehlung. Dreiser ist definitiv einer meiner Lieblingsautoren. Alles, was er geschrieben hat, ist phänomenal.

Lösung: 7. Habe ich jetzt gewonnen? Und was?

(Oh nein, die Geisterstunde hat noch nicht angefangen! Gilt meine Einsendung trotzdem?)

Also dann, soviel in aller Kürze für jetzt; bis bald, Molly

Hallo Molly,

au ja, lass uns bald wieder treffen und klönen. Jetzt hast du ja, glaube ich, erst mal viel um die Ohren (waren es zwei Wochen?), und wer weiß, wie es bei mir weitergeht mit dem Theaterstück, aber das kriegen wir sicher hin. Ich freue mich schon. Dann lass dich mal nicht unterkriegen, schöne Tage und bis bald!

Und: 7 ist richtig, herzlichen Glückwunsch! Gewonnen hast du eine Fußbodenschleifmaschine aus Stahl, die leuchtend grün lackiert ist und die morgen Abend geliefert wird…

Viele Grüße, Jens

Hallo Molly,

hier kommt endlich wieder ein kleines Lebenszeichen aus dem arbeitsreichen Chateau Lindner. Arbeite jetzt von morgens bis abends an der Theaterinszenierung und komme kaum noch aus dem Haus (nur noch zum Einkaufen und Müll wegbringen). Ich hatte dir doch neulich von dem Stück erzählt, das mich gerade so beschäftigt, nicht wahr? Der Regisseur wollte es ja unbedingt in die Vergangenheit verlegen, obwohl es eigentlich eine zeitgenössische Geschichte ist, und das bereitet mir immer noch einiges an Kopfzerbrechen.

Trotzdem war ich aber heute tatsächlich auch noch in der Buchhandlung, um den bestellten Dreiser-Roman abzuholen. Ich bin gespannt, auch wenn ich fürchte, erst wieder zum Lesen zu kommen, wenn das Stück Premiere hatte. Es ist ja nicht mehr lange hin…

Ich hoffe, es geht dir gut. Und bald koche ich auch mal wieder für dich.

Viele Grüße, Jens

PS: Ich hoffe, diese Mail erreicht dich diesmal. Keine Ahnung, wieso du die letzte offenbar nicht bekommen hast. Schick doch bitte mal ein kurzes »Ping«, wenn du sie gelesen hast. Nur so zur Sicherheit. Vielen Dank.

Ping!

Hallo Molly,

vielen Dank noch einmal für die Einladung gestern! Die Pizza war sehr lecker und überhaupt hat der Abend mit dir großen Spaß gemacht.

Schöne Tage, viele Grüße und bis bald, Jens

PS: Der Elvis-Song ist übrigens immer noch auf dem

USB-Stick.

Hallo Jens,

wie war die Premiere gestern? Ich habe an dich gedacht und dir so die Daumen gedrückt, dass das Stück gut angekommen ist und auch auf der Bühne alles geklappt hat! Bin sehr gespannt auf Details und werde dich wohl morgen mal anrufen. Vielleicht kann ich dann auch schon Terminvorschläge machen.

VG, M.

Hallo Molly,

danke, die Premiere lief toll! Es ist alles gut gegangen; ich bin gespannt auf die Zeitungen heute. Vielleicht schaffst du es ja auch noch in das Stück vor der Sommerpause? Das würde mich sehr freuen!

Leider habe ich übrigens immer noch keine Rückmeldung auf mein Exposé an den Regisseur bekommen wegen der neuen Inszenierung. Sitze hier wie auf glühenden Kohlen. Eigentlich sollte ich schon bis Freitag etwas von ihm hören, aber nichts ist passiert, und ich mag noch nicht ungeduldig nachfragen. Ich glaube, das wird nichts. Und dabei würde ich zu gern wissen, wie es im Herbst weitergeht.

Falls ich es morgen Abend nicht schaffe, dich zurückzurufen, schreibe ich hier schon mal, dass es am Samstag bei mir bisher gut aussieht, was gemeinsame Aktivitäten angeht.

Viele Grüße und bis bald, Jens

Hallo nochmal,

gestern bekam ich nun doch noch die Absage bezüglich des Stückes. Der Regisseur hat mich aber persönlich angerufen. Es war ein total nettes Gespräch, in dem er mir erläutert hat, dass ihm mein Konzept gut gefiel, doch eben ein anderer Dramaturg dichter an seinen Vorstellungen war. Ist auch okay. Trotzdem schade natürlich. Ich freue mich aber, offenbar einen guten Eindruck bei ihm hinterlassen zu haben, so dass sich vielleicht zukünftig noch eine Zusammenarbeit mit ihm ergeben kann.

Viele Grüße und einen schönen Tag, Jens

Hallo Jens,

danke für die Mail. Das tut mir sehr leid wegen des Theaterstückes! Da hattest du ja Recht gehabt mit deinem Bauchgefühl… Aber ich versuche mir bei so etwas dann zu sagen: Wer weiß, wozu es gut ist – das hilft zwar im ersten Moment nicht besonders, weil die Sache trotzdem nicht klappt und man sich mit der Enttäuschung erst einmal auseinandersetzen muss. Manchmal hat sich dann bei mir aber später herausgestellt, dass es letztlich doch richtig war, dass etwas so gekommen ist. Hoffe also, dass du die Absage nicht allzu zu schwer nimmst oder gar anfängst, an der Qualität des Exposés oder deiner Ideen zu zweifeln.

Ja, dein aktuelles Stück will ich unbedingt noch sehen, vermutlich aber erst in der nächsten Spielzeit.

So viel für jetzt – dir auch noch einen schönen Tag und bis bald! Viele Grüße, nochmal

Hallo Molly,

danke schön! Ich nehme es nicht so schwer. Da der Regisseur einen guten Eindruck auf mich gemacht hat (und ich, wie ich denke, auch auf ihn), vertraue ich ihm, dass seine Entscheidung richtig gewesen ist. Ich bin sogar ein wenig erleichtert, weil es dieses Jahr eine Menge zusätzlichen Stress bedeutet hätte. Denn mit meinem aktuellen anstehenden Projekt für die neue Spielzeit habe ich ja auch noch genug zu tun. Und mein Exposé gefällt mir weiterhin, selbst wenn ich inzwischen einiges schon wieder anders machen würde. Wer weiß, wozu ich die Aufzeichnungen noch brauchen kann? Es kommt sicher bald ein nächstes Projekt.

Übrigens: Samstag vielleicht Kino?

Viele Grüße, Jens

Hallo Jens,

mir steht es gerade bis über beide Ohren – ich bin nicht die Dumme für alles, verdammt!

So geht das echt nicht weiter!!!

Tja, das musste mal raus…

(Nein, es geht nicht um dich, aber das weißt du sicher!)

Samstag Kino klingt gut.

Genervte Grüße, Molly

Hallo Molly,

lass dich nicht unterkriegen! Zeig ihnen, was eine Harke ist!

Was ist denn genau los? Ich versuche nachher mal, dich anzurufen. Halte durch bis dahin!

Und schön mit Samstag!

Beruhigende Grüße, Jens

Hallo Molly,

heute Morgen habe ich auch endlich dein Geburtstagsmixtape zu Ende gehört. Es gefällt mir sehr gut. Viele Musikstücke empfinde ich natürlich anders als du, aber es ist eine sehr angenehme Zusammenstellung! Das Stück von Linkin Park hat mich positiv überrascht. Und ob du es glaubst oder nicht, aber mir war King Crimsons »Moonchild« fremd und ich musste erst googeln, dass es aus »Buffalo ’66« stammt! Axl Rose habe ich sogar von der Stimme her erkannt, obwohl ich, glaube ich, nur einen Song von ihm bzw. Guns N’ Roses habe. Und das CD-Cover gefällt mir auch, sehr lustig.

Danke nochmal für den Geburtstagstisch und das kreative und schöne Geschenk!

Viele Grüße, Jens

Hallo Jens,

gern geschehen!

Viele Grüße, Molly

Hallo Jens,

alles ok bei dir? Du bist sicher eingespannt in die Planungen der neuen Spielzeit, nicht wahr? Der Film am Samstag war toll, und heute habe ich schon wieder eine KulturIdee: Ich wollte dich fragen, ob du am übernächsten Dienstag Lust hast, mit zu einer Lesung zu kommen? Eine Bekannte von mir hat ihren Debütroman veröffentlicht, den sie vorstellen wird, und da würde ich gern hingehen. Falls das etwas für dich ist, sag doch Bescheid! Es geht irgendwie ums Erwachsenwerden, um Lebenskrisen und um Liebe. Mehr weiß ich auch noch nicht.

VG, M.

Hallo Molly,

au ja, lass uns zu der Lesung gehen! Ich lass mich dann einfach vom Buch überraschen. Cool, mal was anderes! Viele Grüße und eine gaaaanz tolle Restwoche, Jens

Hallo Molly,

schon wieder ich, schon wieder Kultur, soll heißen: Lust auf Kino am Sonntag? Du weißt schon, der Film, von dem ich neulich berichtet habe, die Literaturverfilmung, die du ja auch sehen wolltest. Also, wie sieht’s aus? Laut Kino-Homepage ist Vorstellungsbeginn um 20.50 Uhr und der Film geht 112 Minuten. Dann sind wir auf jeden Fall vor Mitternacht zu Hause; du musst ja am nächsten Morgen früh aufstehen, stimmt’s? Wollen wir vorher noch etwas essen gehen? Wo? Wann wollen wir uns treffen? An der U-Bahn und dann zusammen hinfahren? Möchtest du selber Karten vorbestellen oder soll ich das machen? Fragen über Fragen…

Ich freue mich schon. Hoffentlich klappt es und du hast auch Zeit und Lust.

Viele Grüße, Jens

Hallo Jens,

Entscheidungen über Entscheidungen… Aber die erste ist leicht: Klar komme ich Sonntag mit ins Kino. Und es ist kein Problem, wenn ich mal etwas weniger Schlaf habe. Wir können gern vorher noch etwas essen gehen – vielleicht im Bistro gleich neben dem Kino? Oder lieber in der Innenstadt? Oder dort, wo es neulich den leckeren Tofusalat gab (wie hieß das Lokal noch?)? Treffen so um 17.30 an der U-Bahn? Oder sollen wir doch getrennt fahren und uns im Restaurant treffen, so gegen sechs?

Danke, du darfst gern Karten reservieren. In welchem Kinosaal läuft denn der Film? Im Großen, vermute ich… Vielleicht so Mitte-Tendenz-hinten? Oder magst du lieber weiter vorn sitzen? Und dann in der Reihe in der Mitte? Obwohl, ich sitze ja auch gern am Rand, wie du weißt. Manno, wie soll ich das alles bloß entscheiden? Ich würde sagen: Das ist deine Chance für deine Lieblingsplätze, dein Lieblingslokal, deine Lieblingsuhrzeit, deinen Lieblingstreffpunkt… Bitte stell mich einfach vor vollendete Tatsachen und überrasch mich! Sonst beende ich diese Mail nie…

Viele Grüße und bis bald, Molly

Hallo Jens,

nur kurz zwischendurch. An den letzten Abenden bin ich endlich zum Weitergucken von »Friends« gekommen! Wollte nur kurz schreiben, dass ich den Wohnungstausch echt ätzend finde und mich nie auf so etwas eingelassen hätte. Außerdem halte ich Phoebes Entscheidung für falsch.

Viele Grüße, Molly

Hallo Molly,

tja, sie haben halt das Spiel verloren. Dann muss man auch dazu stehen.

Alles Weitere später.

VG, J.

Hallo Jens,

nochmal zwischendurch, aber diese skurrile Geschichte muss ich dir gleich erzählen: Ich bin heute mit dem Fahrrad in die Redaktion gefahren. Auf dem Rückweg kam mir der Gedanke, dass ich gleich noch im Supermarkt vorbeiradeln könnte, weil ich schwere Sachen einkaufen musste (Getränkeflaschen, Mehl, Konserven) und ja einen großen Fahrradkorb habe. Hatte auch noch eine Tasche mit Zeugs für die Arbeit dabei, doch es hätte alles auf den Gepäckträger gepasst. Also war ich noch einkaufen. Doch als ich wieder zum Fahrrad kam, traute ich meinen Augen kaum: Darauf krabbelten mindestens acht (!) Wespen, die es sich offenbar dort langfristig gemütlich gemacht hatten! Es war nicht daran zu denken, die irgendwie wegzuscheuchen. Und du kennst ja meine Wespenangst… Also habe ich gewartet und gehofft, dass sie sich von selbst verziehen. Die Leute in der Nähe guckten mich schon komisch an, weil ich mit Abstand zum Fahrrad herumstand, es kritisch beäugt und immer mal wieder eine Runde drum herum gedreht habe… Als sich nach etwa zehn (!) Minuten immer noch nichts tat, hatte ich praktisch keine Wahl mehr: Ich habe das Fahrrad stehen lassen und meine Sachen zu Fuß nach Hause geschleppt… Ein paar Stunden später, am Abend, habe ich dann nochmal einen Spaziergang zum Supermarkt gemacht, um mein Rad abzuholen, das nun glücklicherweise wespenfrei war… Puh. Was stimmt nicht mit mir? Beziehungsweise: Stimmt etwas nicht mit mir?!

Bis bald und viele Grüße, Molly

Hallo Molly,

fast glaube ich ja, dass irgendetwas Süßes über dein Rad gelaufen sein muss, als wir neulich in der Stadt waren und du es in der Seitenstraße geparkt hattest, und dass die Insekten immer noch auf die Reste angesprungen sind. Trotzdem solltest du vielleicht wirklich mal an deiner Wespenphobie arbeiten, wenn du lieber das Rad stehen lässt und die schweren Sachen zu Fuß nach Hause schleppst, anstatt die niedlichen Tierchen zu verscheuchen. Irgendetwas stimmt im Staate Molly nicht…

Besorgte Grüße, Jens

PS: Ich bin übrigens neulich bestohlen worden.

Hallo Jens,

ich habe heute Abend mein Fahrrad mal kurz abgewaschen. Ich glaube nämlich, dass du Recht hast und irgendetwas darauf war, das die Killer-Raubtiere angelockt hat. Ansonsten: Gibt’s bei Freud etwas zum Thema Wespen nachzulesen?

Aber, was schreibst du da? Man hat dich beklaut???

Viele Grüße, Molly

Hallo Molly,

mir ist das Geld tatsächlich aus dem Portemonnaie geklaut worden, das in der Innentasche meiner Jacke war, die über dem Stuhl hing in dem Bistro neulich, als ich mit Holger unterwegs war. Da muss jemand sehr geschickt gewesen sein. Und dreist! Wir haben beide nichts davon gemerkt.

Zum Glück hat derjenige nur das Geld genommen und meine Karten, Ausweise und sonstige Papiere verschont. Das in Kürze zwischendurch; viele Grüße, Jens

Hallo Jens,

bin gerade noch in der Redaktion, daher auch von meiner Seite nur knapp: Das mit deinem Portemonnaie ist ja wirklich ärgerlich, aber da sind immer Profis am Werk; man kann gar nicht genug aufpassen! Doch wenigstens haben sie nur das Geld genommen und nicht auch noch deine Papiere…

So, muss meinen Text weiter Korrektur lesen! Alles Weitere später.

Viele Grüße, Molly

Hallo Jens,

so, jetzt ist allmählich wieder Land in Sicht, was Arbeit angeht. Wie wäre es am kommenden Wochenende mal wieder mit Klönen und Kaffeetrinken?

Übrigens scheint mit meinem Computer etwas nicht zu stimmen: In deiner letzten Mail wurden die Umlaute so komisch angezeigt. Weißt du, womit das zusammenhängen könnte?

Viele Grüße, Molly

Hallo Molly,

ja, deinen Vorschlag nehme ich gern an, sehr schön! Wollen wir uns am Sonntag wieder in dem kleinen Café am Park treffen, wo wir vor einiger Zeit schon mal waren? Der Kuchen war echt lecker. Würde dir so gegen 15 Uhr passen?

Das mit den Umlauten kann ich mir auch nicht so recht erklären. Vielleicht hat es etwas mit der Zeichencodierung in deinem Mailprogramm zu tun?

Ich bin übrigens gerade ein wenig erkältet, hoffe aber, dass unserem Treffen nichts im Wege stehen sollte. Bis dahin bin ich sicher wieder gesund.

Wü sünd dü Ümläutä dänn ün düsär Mäil?

Vülä Grüßü, Jöns

Dü sünd süper zü lösen!

Ünd göht es dür hütü schön bässer?

Ich gläube, das lüg wörklüch an der Cödierüng! Dänke!

Mälly

Hallo Molly,

puh, ich bin gerade so k.o.; es ist kaum zu fassen. Ich muss beruflich dringend etwas kürzer treten und mehr Erholungszeiten einbauen. Das mit dem früher ins Bett gehen klappt auch nur mehr schlecht als recht… Denn ich habe ja immer so viel zu tun und um die Ohren! Zumal ich auch in der Regel nicht nur an einem Stück arbeite, sondern gedanklich immer schon beim nächsten oder übernächsten bin. Und dabei mag ich meinen Beruf ja! Doch jetzt bin ich wild entschlossen, mich, wie gesagt, nicht wieder so sehr vom Stress vereinnahmen zu lassen. Ich arbeite daran nun seit ein paar Tagen und merke, dass ich schon viel entspannter bin als noch vor zwei Wochen. Und so soll es auch bleiben. Ich hoffe, dir gelingt es auch! Denn sich zu viel zuzumuten kennen wir ja beide…

Viele Grüße, Jens

PS: Nächsten Freitag Lust auf Scrabble?

Hallo Jens,

ja! 16 Uhr, wie üblich?

Entspannte Grüße, Molly

Juhu, 345 beim Scrabble!!! Und das gegen die Literaturwissenschaftlerin… Hi, hi…

Und, ja, du hast Recht, MD spielt ganz gut.

Habe übrigens angefangen, TBTR zu gucken und finde ihn echt dämlich…

Aber toll mit »FE/FA« – endlich nimmt ihn mal jemand wahr!

Habe übrigens immer noch nichts von C gehört; vielleicht, weil er noch in D ist?

VG, J.

Hallo Jens,

345? Wir waren doch nur zu zweit…

Oje, das ist ja doof mit TBTR. Was ist denn so schlimm daran? Ich habe so viel Gutes darüber gehört.

Ja, das mit FE/FA ist echt schön.

Was willst du denn wegen C unternehmen? Denn allmählich reicht es, nicht wahr?

VG, M.

Hallo Jens,

schon wieder ich.

Ich freue mich so über meine Kurzgeschichte, die gerade veröffentlicht wurde! Und die Kommentare im Internet sind bisher alle total positiv! Wenn wir uns das nächste Mal sehen, bringe ich dir ein Exemplar des Magazins mit. Ich bin ja so gespannt, wie du die Geschichte findest! Du kennst zwar den Entstehungsprozess, aber sie dann veröffentlicht zu lesen, ist ja doch noch etwas anderes.

Viele Grüße, Molly

Hallo Molly,

das ist ja super! Habe das Inhaltsverzeichnis des Magazins auch gerade im Internet entdeckt! »Der grüne Esel« scheint ja wirklich gut anzukommen! Die vielen lobenden Kommentare – und das so kurz nach Veröffentlichung! Lucky woman! Wahnsinn. Was hältst du denn von Kaffee und Kuchen am Montagnachmittag? Publikation feiern? Wollen wir mal ein neues Café ausprobieren?

Viele Grüße, Jens

Hallo Jens,

ja, das mit der Geschichte ist echt toll! Ich freue mich sehr.

Leider geht es am Montag nicht, aber ich hätte Dienstag oder Mittwoch Zeit. Und du? Ein neues Café können wir gern mal testen!

Viele Grüße, The Lucky Woman

Hallo Lucky Woman,

prima, dann lass uns gerne den Mittwoch nehmen. Treffen an der U-Bahn wie üblich? So um vier? Das neue Café wird noch nicht verraten – lass dich überraschen…

Ich habe nun auch endlich den Probenplan bekommen. Er ist ziemlich eng, aber schaffbar, zumal ich die meisten Aspekte schon mit dem Regisseur besprochen habe. Das erzähle ich dir aber alles am Mittwoch nochmal im Detail. Viele Grüße und ein schönes Wochenende, The Weekend Man

Mist!!! Verdammt!!!

???

Tut mir leid, heute ist wohl nicht mein Tag…

Halte durch (bis Mittwoch)!

(Stichwort: Lieblingskuchen!)

Ich denk an dich!

VG, J.

PS: Juhu, ich knacke den Zauberwürfel nun in 3 Minuten und 37 Sekunden… Kann sogar nebenbei Abbott-und-Costello-Sketche gucken…

Hallo Jens alias The Weekend Man,

danke, alles wieder gut hier. Habe allerdings, wie immer, viel zu tun.

Du scheinst im Moment ja zu viel Freizeit zu haben! Wenn du dich stundenlang mit deinem Zauberwürfel und Abbott-und-Costello-Sketchen befassen kannst, hi, hi… Hattest du nicht etwas von einem engen Probenplan gesagt? Wäre eine gute Überschrift für eine Reportage: »Talentierter Dramaturg Jens Lindner: Zwischen Zauberwürfel und YouTube«… Sorry für den unlustigen Spruch. Konnte mich nicht beherrschen. Was ist bloß mit mir los? Muss daran liegen, dass ich überarbeitet bin… Am besten schreibe ich erst wieder, wenn die anstehende Reportage fertig ist. Wer weiß, was ich sonst noch alles sage…

Viele Grüße, Molly

Hallo Molly,

na, dann drücke ich mal die Daumen, dass dein Artikel bald fertig ist und du wieder mehr Ruhe im Arbeitsalltag hast (nicht nur wegen der Sprüche natürlich!)!

Pfft, von wegen zu viel Freizeit! Sitze die ganze Zeit über dem Stück und zerbreche mir den Kopf, wie wir all meine in-der-Theorie-ach-so-tollen Ideen umsetzen können… Mehr dazu, wenn wir uns sehen. Und dann bin ich gespannt auf die neuesten Entwicklungen, was dein Buch und dein Leben (Liebe und Beruf) angeht!

Apropos: Ich habe ja lange nicht mehr für dich gekocht. Das muss ich unbedingt mal wieder tun. Ist mir eingefallen, weil ich kürzlich ein tolles neues vegetarisches Rezept entdeckt habe.

Viele Grüße, Jens

Hallo Jens,

ich muss gleich los, wollte dir aber vorher nochmal kurz schreiben.

Leckeres neues vegetarisches Gericht klingt vielversprechend – da bin ich natürlich gern dabei! Ich habe übrigens auch kürzlich etwas Leckeres ausprobiert: Hotdogs mit Lupinenwürstchen – und natürlich Gewürzgurken sowie einer wunderbaren Bio-Grillsoße! Aber was für ein Gelage, Hotdogs kann man einfach nicht vornehm essen… Mit Messer und Gabel geht’s nicht und ohne ist es auch nicht optimal. Kein Essen für ein Date. Oder gerade: Wenn man sich danach immer noch sexy findet, hat man eine Zukunft…

Und ich will noch kurz verkünden, dass in so einem Internetliteraturblog eine sehr ausführliche Rezension zu »Der grüne Esel« erschienen ist. Hatte richtig Herzklopfen beim Lesen und musste an Joey denken, als er las: »Joey’s performance was abysmal…« Aber zum Glück war es ein total positiver und wohlwollender Text, der die Geschichte wärmstens empfohlen hat – puh! Ich drucke die Kritik mal aus und bringe sie zu unserer Verabredung mit. Freue mich!

Viele Grüße, Molly Hallo Molly,

großartig mit der Rezension! Freue mich schon aufs Lesen! Aber, ha, ha, weißt du, dass ich bei Joeys Besprechung immer verstanden hatte »a Bizmo«? Dachte, das wäre nur ein Gag für Muttersprachler…

Die Lupinenhotdogs klingen in der Tat lecker – und in der Tat nach einem Single-Essen. Es sei denn, man… Naja, kannst dir wahrscheinlich denken, was ich meine, nicht wahr?

Ich freue mich übrigens echt auf übermorgen: Mir wird es definitiv gut tun, mal an etwas anderes zu denken als an den Probenplan. Bin heute sogar so erschöpft und so döschig, dass ich auf dem Weg zur Arbeit doch glatt über eine rote Ampel gegangen bin. Habe dann ganz verständnislos die heran rauschenden Autos angesehen, bevor ich gemerkt habe, dass ich mich besser beeilen sollte. Mannmannmann.

Viele Grüße, Jens

Hallo Jens,

hoffentlich geht es dir heute besser – das mit der roten Ampel klang ja gar nicht gut… Aber dafür gefiel mir der Ausdruck »döschig«!

Kommt ihr denn wenigstens gut voran? Ich bin eben gerade fertig geworden mit meiner neuen Reportage. Gleich werde ich sie meiner Chefredakteurin vorlegen. Bin gespannt, was sie sagt. Und dann steht hoffentlich nur noch ein finaler Korrekturdurchgang an, bei dem aber keine grundlegenden Fragen mehr auftauchen dürften. Danach geht der Text ins Layout, und dann darf er ein Eigenleben in der freien Wildbahn entwickeln!

Pass auf dich auf (=bitte keine roten Ampeln mehr)!

Bis dann und viele Grüße, Molly

Hallo Molly,

ja, das mit der Ampel war wirklich dämlich. Vor allem, weil das diese zweigeteilte Kreuzung am Hauptbahnhof ist, wo die zweite Hälfte der Straße immer zuerst Grün wird und auf der ersten vorher noch all die Linksabbieger kommen. Da rege ich mich immer über die Leute auf, die nicht merken, dass für die erste Hälfte noch Rot ist, und jetzt war ich selber einer davon…

Viele Grüße, Jens

Hallo Jens,

um an unser Gespräch anzuknüpfen: Dass ich keine Dummheiten mehr mache, war wohl Wunschdenken; ich fürchte, dass ich die mache. Hm. Pubertät in den Dreißigern? Irgendwie so…

Hierzu passt auch meine Sci-Fi-B-Movie-Idee, die ich neulich Abend kurz vor dem Einschlafen hatte: Agenten im Weltall kämpfen mit Hilfe von Außerirdischen gegen das Vegetariertum (Veganer werden gleich eingekerkert), das auf der Erde viel zu weit verbreitet ist. Die Menschen sollen quasi »umprogrammiert« werden, damit sie mehr Fleisch essen und es nicht mehr so viele Schweine und Hasen auf der Welt gibt, weil die zu niedlich sind, so dass man sie ständig streicheln will. Und das macht die Menschen zu emotional und sensibel. Dazu werden natürlich irgendwelche Roboterwesen kreiert (Hasenratten, die auf den ersten Blick harmlos scheinen, aber eigentlich total fies sind?). Vielleicht wird auch vergiftete Waldmeisterbrause eingesetzt (wozu genau, weiß ich aber noch nicht). Alles also genau mein Thema. Oder was meinst du?

Viele Grüße, Molly

Hallo Molly,

deine Drehbuch-Idee klingt großartig! Genau das Richtige für eine Vegetarierin und Pazifistin! Ich habe schon viele Einfälle, wie man das nicht nur im Kino, sondern auch am Theater umsetzen könnte – das wird ein Hit! Toll, so viel Witz und Fantasie… Du kannst es!

Ich muss dir auch eben unbedingt noch von dem Spieleabend (Männerrunde!) am Mittwoch bei Heiko erzählen. Es gab Chips und Kuchen und Wodka und Whiskey. Männer-Essen eben. Gespielt haben wir »Cards Against Humanity«, was zugegeben sehr lustig war. Männer-Spiel eben. Wir waren zu sechst und glücklicherweise alle auf der nötigen geschmacklosen Humorebene, die das Spiel erfordert. Ich stelle mir gerade deinen Blick vor, wenn ich daran denke, dass du mitgespielt hättest… Ha, ha! So gegen viertel nach zwei bin ich dann nach Hause geradelt. Ja, geradelt, trotz des Regens! Am Hauptbahnhof bemerkte ich auf einmal einen jungen Mann mitten auf dem Fußweg, der anscheinend geschlafen hat (trotz der Kälte!). Da ich und ein paar Passanten aber nicht sicher waren, haben wir doch lieber einen Krankenwagen gerufen, zumal wir ihn auch nicht wach gekriegt hatten und er nicht so aussah, als würde er auf der Straße leben. Als die Sanitäter ihn dann weckten, waren seine ersten Worte allerdings »Oi, isch mach disch kalt, ey!«, was ein bisschen enttäuschend war…

In diesem Sinne: Viele Grüße, Jens

Hallo Jens,

skurrile nächtliche Begegnung… Trotzdem richtig, dass du nicht einfach vorbei gefahren bist und ihr ihn liegen gelassen habt!

Bei mir geschehen auch gerade schräge Dinge, bin offenbar nicht so ganz bei der Sache, so insgesamt, meine ich. Es ist mir nun schon ein paarmal passiert, dass ich in der Küche bin und den Kühlschrank aufmache, um etwas herauszuholen. Ich nehme auch etwas, stelle aber fest, wenn die Tür wieder geschlossen ist, dass ich etwas anderes in der Hand habe, als ich wollte oder brauchte. Gestern war ich in der Redaktion, um ein paar Sachen zu erledigen. Auf dem Rückweg, ich war schon fast wieder zu Hause mit dem Rad, ist mir aufgefallen, dass ich meinen Fahrradhelm nicht trage. Bin also nochmal zurückgefahren. Den Helm fand ich in einem Regal in meinem Büro – wo ich ihn aber sonst nie hinlege! Bin echt besorgt, dass ich durch mein Abgelenktsein mal etwas richtig Blödes mache. Alter? Momentaner Geistes- und Seelenzustand? Wetter? Zufall? Streich des Universums?

Sogar auf meinen Schlaf scheint das schon übergesprungen zu sein: Habe gestern geträumt, dass der Besitzer von der Minigolfbahn, wo wir manchmal spielen, alle Bahnen enger zusammengeschoben hat, um dazwischen Tischtennisplatten und Tischfußballspiele aufzustellen. Die Bahn mit dem Netz stand dann so dicht an einem dieser Tische, dass man den Ball gar nicht mehr abschlagen konnte, aber der Bahnbesitzer meinte, das müsste so sein. Hast du eine Erklärung?!

Bis später, viele Grüße, Molly

Hallo Molly,

merkwürdiger Traum und witzige Helm-Anekdote! Hi, hi, mal schauen, was du dann heute Nachmittag so alles anstellst, wenn du bei mir bist…

Bis nachher (freue mich!) und viele Grüße, Jens

Guten Morgen Jens,

das war wieder nett vorgestern mir dir!

Bei mir war es seitdem zum Glück etwas ruhiger, was die Arbeit angeht, aber, oh Mann, hier kommt noch ein Nachtrag zum Thema »mit den Gedanken ganz woanders sein«: Ich habe mir gestern einen Finger verstaucht oder geprellt! Ich sag lieber nicht, wobei… Oder doch? Sonst wirkt es unter Umständen merkwürdig (aber das tut es wohl auch so). Also: beim Abwaschen! Ich dachte erst, der Finger wäre gebrochen, aber da ich das Gelenk bewegen kann, ist er es zum Glück nicht. Heute Morgen ist es schon ein ganz klein wenig besser, so dass ich auf einen Arztbesuch verzichten werde und hoffe, dass es schnell ausheilt. Aber der Finger tut noch ziemlich weh, was im Alltag etwas hinderlich ist.

Mehr ganz bald, viele Grüße, Molly

Hallo Molly,

das macht ja jetzt wirklich neugierig, was für Abwaschtechniken du anwendest… Die Actionvariante mit Dance Moves zu Musik? Oder die Karatevariante, um gleichzeitig altersschwaches Geschirr auszusortieren? Wie dem auch sei, ich wünsche dir, dass der Finger sich schnell erholt, so dass du beim Abwaschen und Kochen bald wieder kraftvoll zuschlagen kannst…!

Apropos Action: Wie wäre es, am kommenden Wochenende mit mir »The Living Daylights« zu gucken? Soweit ich weiß, kennst du den ja immer noch nicht. Zumindest meintest du mal, dass du noch nie einen James-Bond-Film gesehen hast! (Als einziger Mensch auf der Erde?) Vielleicht ist es mal an der Zeit, das zu ändern? Könnte ganz spaßig sein.

Bis dahin: Fröhliches Treiben bei allem, was du tust, und pass auf deine Finger auf!

Viele Grüße, Jens

Hallo Jens,

ich und James Bond? Wäre mal etwas Neues, aber warum nicht? Bin gerne dabei! Und einen Kuchen will ich eh backen; davon bringe ich dann etwas mit.

Ansonsten: Der ewige Fluch der Kommunikation. Versuche gerade, alle möglichen Termine abzumachen, mit Freunden und für meine neue Reportage, aber es reagiert niemand auf meine Mails. Die Dinger sind echt ein Fluch. Vielleicht schreibe ich mal ein Drehbuch zu diesem Thema. Genreübergreifend. Leichtfüßige Komödie kombiniert mit Satire, Generationsstudie und HorrorElementen. Arbeitstitel: »Never Keep in Touch, Yours Truly.«

In diesem Sinne: Yours truly, M.

Hallo M.,

sehr schön mit 007; freue mich. Es ist mir eine Ehre, dir die Agenten-Welt von James Bond zu zeigen! (Und auf den Kuchen freue ich mich natürlich auch.)

Auf »Never Keep in Touch« wäre ich sehr gespannt, vor allem, wie du die Horror-Elemente einbaust – aber wahrscheinlich wäre die Zuschauerschaft zu begrenzt. Es scheint ja, als wenn ein Großteil der Bevölkerung das Phänomen gar nicht erst wahrnimmt… Das ist ja gerade das Problem.

Dann mal noch einen schönen Tag und bis morgen. Yours, Trudy

Hallo Molly,

schon wieder ich, aber das muss ich dir einfach schnell erzählen: Das passiert, wenn man ein kantonesisches Rezept in einen maschinellen Übersetzer eingibt: »Die Avocado wird in zwei Hälften geschnitten, nuklear ausgegraben, schlagen Eier in, in die Mikrowelle, beißen!«

Ansonsten habe ich bisher nur gebacken (ohne Avocados) und abgewaschen: Habe unglaublich viele Zitronenplätzchen gemacht. Bin gespannt, wie sie dir schmecken werden! Dann können wir einen Wettbewerb veranstalten: Kuchen gegen Plätzchen!

Viele Grüße, Jens

Hallo Jens,

oh, freue mich auf die Plätzchen zum Probieren! Und: Herausforderung angenommen!

Gestern war übrigens ein ziemlich arbeitsreicher und voller Tag: Erst war ich in der Redaktion für einige vorbereitende Arbeiten an meinem neuen Artikel, dann war ich beim Training und habe abends noch zwei, drei Stunden konzeptionelle Arbeiten für ein neues Buchkapitel gemacht. Das ist immer anstrengend und erfordert viel Konzentration, aber je besser meine Vorplanung ist, desto flüssiger entsteht dann auch der eigentliche Text. Ich hoffe jedenfalls, dass das, was mir eingefallen ist, nun als Konzept trägt. Habe nachts geschlafen wie eine Bärin.

Und wahrscheinlich hat die Tatsache, dass ich gestern so viel »geistigen Trubel« hatte, dazu beigetragen, dass ich heute Morgen beim Einkaufen an meinem Verstand gezweifelt habe. Ich hatte einen großen Leinenbeutel mit Pfandflaschen dabei, die ich abgeben wollte. Das habe ich auch gemacht und mir den leeren Beutel dann über den Arm gehängt und einen Einkaufskorb dazu. Als ich an der Kasse war, war der Leinenbeutel plötzlich weg. Ich bin daraufhin meinen ganzen Weg im Supermarkt noch einmal zurück gegangen, aber die Tasche war weg, wie vom Erdboden verschluckt! Zum Glück hatte ich noch einen zweiten Beutel in meiner Handtasche, und der, der nun weg ist, war eh einer, den ich nicht so gern mochte, aber ich finde das trotzdem unglaublich. Wo bin ich nur mit meinen Gedanken, dass mir so etwas passieren kann? Wieso konnte das überhaupt passieren? Und warum war der Beutel im Supermarkt sofort verschwunden? Vielleicht sollte ich daraus eine Kurzgeschichte machen: »Der Fluch der Geistertasche« oder, etwas reißerisch-kitschiger: »Stoffi findet sein Glück«. Am besten, ich nutze meinen Kreativitätsschub gleich…

Apropos, Thema Supermarkt/Essen: Ich habe kürzlich ein tolles Rezept entdeckt für Rumkugeln. Klingt gar nicht kompliziert, aber dafür sehr lecker! Die werde ich für unser nächstes inhäusiges Treffen mal ausprobieren.

Viele Grüße, Molly

Hallo Molly,

dein Tag klingt wirklich abenteuerlich, aber auch produktiv!