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Die Quintessence of Dental Technology präsentiert Zahntechnikerinnen und Zahntechnikern seit vielen Jahren das Beste vom Besten aus ihrem Fachgebiet. Zahntechnische Perfektion ist dabei aber nur die halbe Miete. Deshalb widmet sich das Buch dem wichtigen Aspekt der Teamarbeit und zeigt, wie Praxis und Labor zusammenarbeiten müssen, um vorhersagbare ästhetische Ergebnisse zu erreichen. Diese Ausgabe versammelt neben mehreren Beiträgen zu Full-arch-(FP1-)Rekonstruktionen und den digitalen Arbeitsprozessen ihrer Planung und Herstellung zahlreiche Artikel zu minimalinvasiven Veneerversorgungen und anderen Kernthemen der täglichen Praxis, wie digital gestützter Totalprothetik, der farblichen Gestaltung von Zirkonoxidkronen und der Rekonstruktion einzelner mittlerer Schneidezähne. Der Band zeigt neueste technische Entwicklungen sowie deren Potenzial und liefert einen Überblick zu dem gegenwärtigen Stand der digitalen Zahnmedizin, deren Fundament jedoch immer manuelle Geschicklichkeit und Kunstfertigkeit bilden, die durch digitale Werkzeuge nie vollständig ersetzbar sind. Dank ihres herausragenden Autorenteams die wohl bislang beste QDT!
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Seitenzahl: 260
Veröffentlichungsjahr: 2025
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Ein Buch - ein Baum: Für jedes verkufte Buch pflanzt Quintessenz gemeinsam mit der Organisation „One Tree Planted“ einen Baum, um damit die weltweite Wiederaufforstung zu unterstützen (https://onetreeplanted.org/).
Originalausgabe:
Mastering Interdisciplinary Treatment. How to Leverage Technology, Clinical Skill, and Technical Artistry to Achieve Exquisite Outcomes
Quintessence of Dental Technology (QDT) 2025, Volume 47
© 2025 Quintessence Publishing Co, Inc
Bibliografische Informationen der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://www.dnb.de abrufbar.
Postfach 42 04 52; D–12064 Berlin
Ifenpfad 2–4, D–12107 Berlin
www.quintessence-publishing.com
© 2026 Quintessenz Verlags-GmbH, Berlin
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Übersetzung: Peter Rudolf, München
Lektorat, Herstellung und Reproduktion: Quintessenz Verlags-GmbH, Berlin
ISBN 978-3-86867-779-9
Printed in Croatia
Cover- und Titelbild mit freundlicher Genehmigung von Taban Milani, dds, Sieger des QDT-Coverwettbewerbs 2025.
QDT
QUINTESSENCE OF DENTAL TECHNOLOGY
Digitale Strategien, Materialien undWorkflows in Praxis und Labor
Herausgeber:
Vincent Fehmer, ztm
Klinik für festsitzende Prothetik und Biomaterialien,
Zentrum für Zahnmedizin,
Universität Genf, Schweiz
Editorial: Keine Angst vor Innovation!
Vincent Fehmer
Segmentierte Full-arch-Rekonstruktionen beider Kiefer: monolithisches Zirkonoxid mit Titangerüst
Stavros Pelekanos, Emil Bobev, Vassiliki Rizou, Tanya Spyropoulou und Panagiotis Ntovas
FP1-Rekonstruktionen zur Rehabilitation bei versagender Restbezahnung: Ein digitaler parodontologisch-prothetischer Ansatz
Ramon Gomez Meda und Jonathan Esquivel
Full-arch-Implantatprothetik: FP1-Rekonstruktionen digital neu interpretiert
Venceslav Stankov, Florin Cofar, David Norré, Adrian Argint, Alexander De Greef, Ioana Popp, Alexander Nikolov, Wael Att und Eric Van Dooren
Prothetisch geführte Weichgewebeausformung für FP1-Rekonstruktionen
Naif Sinada und Christina I. Wang
Die Referenzprothesentechnik: Ein Paradigmenwechsel in der modernen Totalprothetik
Eric D. Kukucka und Nelson R.F.A. Silva
Zuverlässige digitale Workflows in der rekonstruktiven Zahnmedizin
Juan Legaz
Keramikveneers: Kombination moderner Technik und evidenzbasierter Workflows in Praxis und Labor
Julian Conejo, Sergio Losas, Telmo Santos und Markus B. Blatz
Hauchdünne Veneers auf benachbarten Zähnen und Implantaten
Oscar Gonzalez-Martin, Javier Pérez und Gustavo Avila-Ortiz
Veneers: Das Wesen des natürlichen Zahns bewahren
Naoki Hayashi
Einfache nichtinvasive Behandlung von lokalisiertem Zahnverschleiß mit Hybridkeramik (PICN): Die kiefer-orthopädisch unterstützte One-Step-No-Prep-Technik
Amélie Mainjot
Natürlich wirkende Frontzahnkronen durch Verblendung mit Kontrast- und Filtertechnik
Hans Joit
Einflügelige Frontzahn-Adhäsivbrücke mit Zirkonoxid-gerüst und gepresster Glaskeramikbeschichtung: Umsetzung in Praxis und Labor
Romain Ceinos, Jean Richelme, Flore Moradei und Fabio Levratto
Farbmanagement für Zirkonoxid-Vollkronen
Hiro Tokutomi, Kimiyo Sawyer, Julian Conejo und Markus B. Blatz
Infiltrationsbehandlung von White-Spot-Läsionen
Meiken Hayashi
Ein digitaler Meilenstein in der kieferorthopädisch-restaurativen Zahnmedizin: Minimalinvasive Restaurationen in Kombination mit Kieferorthopädie
Andrea Patrizi und Alexis Ioannidis
Die besondere Herausforderung: Der obere Einser
Yuki Momma
Keine Angst vor Innovation!
Unsere Zeit ist durch rasend schnellen technischen Fortschritt gekennzeichnet und die Welt der Zahnmedizin durchläuft gegenwärtig eine Phase der Transformation. Unsere Zeitschrift, die Quintessence of Dental Technology (QDT), sieht es schon immer als ihre Aufgabe, die Kluft zwischen zahnmedizinischen Innovationen und ihrer Anwendung in der realen Welt der täglichen Praxis zu überbrücken. In der vorliegenden Ausgabe beleuchten wir die transformative Kraft der Technik für unser Fachgebiet und ihre tiefgreifende Auswirkung auf die Patientenversorgung, die Ausbildung und die berufliche Entwicklung.
Die letzten Jahre waren im Bereich der Zahntechnik durch bemerkenswerte Entwicklungen geprägt, von der Integration digitaler Technologie bis zum Aufkommen telemedizinischer Lösungen. Diese Neuerungen erweitern nicht nur unsere diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten, sondern verbessern auch die Behandlungserfahrung der Patientinnen und Patienten und machen deren Versorgung effizienter und zugänglicher. In dem Maße, in dem wir neue Werkzeuge implementieren, müssen wir uns aber auch der Verantwortung bewusst sein, die ihr Einsatz mit sich bringt. Kontinuierliche Weiterbildung und Anpassung sind essenziell, um sicherzustellen, dass wir die neue Technik sinnvoll und ethisch bewusst einsetzen.
Zusammenarbeit in unserem Fach hatte nie zuvor einen so hohen Stellenwert. Der Austausch von Wissen und Erfahrung mit Fachkolleginnen und -kollegen schafft das nötige Klima für Wachstum und Innovation. Mit unseren Publikationen wollen wir eine Plattform geben, auf der Ideen reifen und Kollegen und Kolleginnen aus der Praxis sich über aktuelle Forschung, Technik und Materialien auf dem Laufenden halten können.
Auch Ihre Beiträge sind in diesem fortlaufenden Dialog wertvoll und willkommen und wir möchten Sie ermutigen, Ihre Erkenntnisse und Erfahrungen mit uns zu teilen!
Mit dem Blick in die Zukunft wird es zudem wichtig, die Folgen unseres technischen Fortschritts ganzheitlich zu betrachten. Wie beeinflussen sie die Ergebnisse in der Wahrnehmung unserer Patientinnen und Patienten? Wie können wir mit ihrer Hilfe Präventionsstrategien verbessern? Die Zukunft der Zahnmedizin darf sich nicht in der Integration neuer Technik erschöpfen, sie muss durch eine Verbesserung der Beziehung zwischen den Patientinnen und Patienten und den Behandelnden geprägt sein.
Während der Lektüre der aktuellen Forschungsergebnisse, Entwicklungen und Erkenntnisse, die wir im vorliegenden QDT-Jahrbuch zusammengestellt haben, möchte ich Sie einladen, darüber nachzudenken, wie Sie diese Innovationen für ihre eigene Praxis nutzbar machen können. Die Herausforderungen und Möglichkeiten, die vor uns liegen, warten darauf, unvoreingenommen und mutig angenommen zu werden, im Streben nach Exzellenz.
Ich danke Ihnen für Ihre Treue und Unterstützung der QDT. Gemeinsam können wir die Zukunft der Zahntechnik gestalten und das Leben unserer Patienten verbessern.
Es grüßt Sie herzlich,
Ihr
Abbildung mit freundlicher Genehmigung von Luis Quintero, cdt,Zweitplatzierter des QDT-Coverwettbewerbs 2025.
Ein neuer Ansatz
Stavros Pelekanos, dds, dr.med.dent.1
Emil Bobev2
Vassiliki Rizou, cdt1
Tanya Spyropoulou, cdt1
Panagiotis Ntovas, dds, msc3
Die implantatgetragene Rekonstruktion des gesamten Kiefers ist heute eine übliche Versorgungsoption für zahnlose Patienten und solche mit nicht zu erhaltender Restbezahnung1. Dieser Beitrag beschreibt die Materialwahl und den Einsatz digitaler Verfahren für die Rehabilitation eines Patienten mit extraktionswürdig kariösem und parodontal geschädigtem Restgebiss.
Der 59-jährige Patient erschien, weil er mit dem Erscheinungsbild seines Lächelns unzufrieden war und an eingeschränkter Kaufunktion, Halitosis und Schmerzen beim Kauen litt (Abb. 1 bis 3). Er zeigte eine gute Allgemeingesundheit und die medizinische Anamnese war abgesehen davon, dass er täglich 5 Zigaretten rauchte, unauffällig. Dagegen ergaben die klinische und röntgenologische Untersuchung (Abb. 4 und 5) fortgeschrittene Kariesläsionen, nicht erhaltungswürdige Zähne, entzündetes Weichgewebe, Zahnlockerungen, persistierende Wurzelreste und Zahnverluste. Zudem wurde eine generalisierte Parodontitis (Stadium IV, Grad B) diagnostiziert2.
Abb. 1 bis 3 Ausgangssituation: der lächelnde Patient mit Restgebiss.
Im nicht erhaltungswürdigen Restgebiss (engl. Terminal Dentition) sind die vorhandenen Zähne entweder unrestaurierbar zerstört oder parodontal nicht mehr ausreichend verankert3. Die Parameter für die Diagnose einer vollständig extraktionswürdigen Restbezahnung sind nicht leicht zu bestimmen, da die Beeinträchtigung des Gebisses multifaktorieller Natur ist. Ein erfolgreicher Behandlungsplan zeichnet sich dadurch aus, dass sowohl eine Über- als auch eine Unterbehandlung vermieden und Zähne mit günstiger Prognose selektiv erhalten werden.
Abb. 4 Intraorale Ausgangssituation, Okklusion.
Abb. 5 Panoramaschichtaufnahme der Ausgangssituation.
Im geschädigten Gebiss sind die Restzähne quantitativ und qualitativ zu bewerten. Zu den wichtigsten Punkten, die individuell beurteilt werden müssen, zählen die Zerstörung der Hartsubstanz, die parodontale Schädigung, die Anzahl und Verteilung der Restzähne sowie die dentogingivale und dentofaziale Ästhetik3. Neben der oralen Situation sind zudem die Compliance, die finanziellen Möglichkeiten sowie die Erwartungen und Wünsche der Patienten zu berücksichtigen.
Unbedingt sollten die ätiologischen Faktoren identifiziert werden, die zum Versagen der Restbezahnung oder zur Zahnlosigkeit geführt haben, da sie Einfluss auf den Behandlungsplan, die Restaurationsform, die verwendeten Materialien und die Prognose haben. Insbesondere ist zu beachten, dass bei Patienten mit Parodontitis-Vorgeschichte ein erhöhtes Periimplantitisrisiko besteht4.
Die Behandlungsplanung für implantatgetragenen Ganzkiefer-Zahnersatz ist ein anspruchsvoller Prozess5,6. Als Ausgangspunkt ist zunächst die angestrebte neue dentolabiale Ästhetik zu definieren (Abb. 6)7. Inzwischen stehen künstliche Intelligenz nutzende Softwarelösungen (bspw. Smilecloud, Straumann) bereit, mit denen ein neues, mit dem Gesicht des Patienten harmonierendes Lächeln digital gestaltet werden kann8. Im vorliegenden Fall wurden bei der Ästhetikanalyse die Lippenlinien, die inzisale Silhouette, die Zahnlängen, die individuellen Zahnproportionen, die Größenverhältnisse zwischen den Zähnen, die Gingivakonturen und die Füllung der bukkalen Korridore berücksichtigt6–10.
Abb. 6 Planung der neuen dentalen Ästhetik mittels Digital Smile Design.
Abb. 7 Virtuelle Konstruktion des Zahnersatzes als FP1-Rekonstruktion der Klassifikation nach Misch (ausschließlicher Ersatz der klinischen Kronen, keine Zahnfleischanteile). (1) Ausgangssituation. (2) Ausgangssituation und digitaler Entwurf der neuen Zahnformen. (3) Ausgangssituation überlagert mit den neuen Zahnformen und der Knochensituation. (4) Neue Zahnformen und segmentierter Knochen.
Erster Schritt ist ein zweidimensionales Digital Smile Design (hier mittels Smilecloud), um die neue dentale Ästhetik beim Lächeln zu definieren. Anschließend kann in derselben Software durch Hinzufügen und Überlagern der Intraoralscan- und DVT-Daten des Patienten ein dreidimensionaler Entwurf für die Full-Arch-Rehabilitation generiert werden. Abbildung 7 zeigt die Datensätze der virtuellen 3D-Planung: Ausgangssituation, Ausgangssituation mit 3D-Planung, Ausgangssituation mit 3D-Planung und Knochen sowie 3D-Planung und segmentierte Knochensituation. Der letzte dieser vier Datensätze bildet die Grundlage für die virtuelle Implantatplanung.
Bei der virtuellen Rehabilitationsplanung müssen die nach Extraktionen zu erwartenden Hart- und Weichgewebeveränderungen beachtet werden11,12. Die Autoren haben die Erfahrung gemacht, dass sich die Weichgewebekontur vertikal um weniger als 1 mm reduziert, wenn 5 mm apikal der virtuell geplanten klinischen Kronen die gemeinsame Dicke des Weichgewebes und Knochens 2,5 mm beträgt (Abb. 8). Im vorliegenden Fall wurde die klinische Krone daher, weil Knochen und Weichgewebe zusammengenommen 2,6 mm dick waren, ungefähr 1 mm apikal des Gingivarands platziert.
Abb. 8 Analyse der Hart- und Weichgewebesituation mit Messungen für die initiale Dimensionierung der Rekonstruktion.
Die Planung erfolgte in einer dedizierten Implantatplanungssoftware (MGuide, MIS Dental Implants, Minden, Deutschland), wo zunächst die DVT-Daten und die aus den Intraoralscans generierten virtuellen Modelle registriert bzw. überlagert wurden und die Grundlage für die prothetisch orientierte Planung von 8 Implantaten im Ober- (Abb. 9 und 10) und 6 Implantaten im Unterkiefer (Abb. 11 und 12) bildeten (alle V3, MIS Dental Implants)13.
Abb. 9 und 10 Virtuelle Implantatplanung Oberkiefer.
Abb. 11 und 12 Virtuelle Implantatplanung Unterkiefer.
Im Unterkiefer wurde ein sanfter Übergang in die neue Kieferrelation durch ein mehrzeitiges Vorgehen sichergestellt. Zunächst wurde eine zahn- und schleimhautgelagerte Restauration (Brücke mit Dreipunktauflage) gefertigt, die aus einem gesinterten Kobalt-Chrom-(CoCr-)Gerüst, verklebt mit einer gefrästen Polymethylmethacrylat-(PMMA-)Verblendung bestand (Abb. 13)14. Die nicht erhaltungswürdigen Zähne wurden mit Ausnahme der Eckzähne extrahiert (Abb. 14). Letztere wurden vorübergehend als Pfeiler für das festsitzende Provisorium erhalten (Abb. 15). Bei Patienten mit bilateral verkürzter Zahnreihe sind Brücken mit Dreipunktauflage eine wertvolle provisorische Option. Die Abstützung erfolgt auf den Restzähnen in der Front und den Tubera maxillae bzw. den retromolaren Polstern im Unterkiefer.
Abb. 13 Zahn- und schleimhautgelagertes Provisorium (Brücke mit Dreipunktauflage).
Abb. 14 Okklusalansicht des Oberkiefers nach Extraktion der nicht zu erhaltenden Zähne. Die Eckzähne wurden als Pfeiler für das Provisorium zunächst belassen.
Abb. 15 Einsetzen des Provisoriums.
Abb. 16 Operationsschablone für die Positionierung der Ankerschrauben im Oberkiefer.
Abb. 17 Implantatschablone für den Oberkiefer.
Die virtuelle Implantatplanung wurde auch genutzt, um zwei Sätze Operationsschablonen für den Ober- und den Unterkiefer herzustellen. Ziel war ein möglichst exakter Transfer der virtuell geplanten Implantatpositionen auf die Implantatstellen beider Kiefer mittels geführter Implantatchirurgie. Zur Anwendung kam das die Restzähne als Referenzen nutzende STAR-Konzept15: Die vorübergehend erhaltenen Zähne oder Wurzeln dienen hierbei dazu, die Genauigkeit der statisch geführten, computergestützten Implantatsetzung zu erhöhen. Die Operationsschablonen wurden in einem biokompatiblen Kunststoff (KeyGuide, Fa. Keystone Industries, Gibbstown, NJ, USA) 3D-gedruckt (Asiga Max, Fa. Dentona, Dortmund, Deutschland).
Im Einzelnen wurden für den Oberkiefer eine Schablone zur Positionierung der Fixationspins, eine Implantatschablone und eine Positionsschablone für den vorgefertigten Zahnersatz gedruckt (Abb. 16 bis 18). Im Unterkiefer wurde ein Satz stapelbarer Schablonen genutzt, der eine Basisschablone für die Insertion der Ankerpins, eine Schablone für die initiale Positionierung der Basisschablone und die Implantatinsertion sowie eine Schablone für die Positionierung des vorgefertigten Provisoriums entsprechend der virtuellen Planung umfasste (Abb. 19).
Abb. 18 Positionsschablone für die implantatgetragene Interimsversorgung im Oberkiefer.
Abb. 19 Die stapelbaren Operationsschablonen für den Unterkiefer. (1) Ausgangssituation. (2) Basisschablone (hellgrün) für die Platzierung der Ankerschrauben, verbunden mit der Implantatschablone (blau), die auch zur Positionierung der Basisschablone dient. (3) Basisschablone. (4) Positionsschablone (dunkelgrün) für die Interimsversorgung, verbunden mit der Basisschablone. (5) Implantatgetragenes Provisorium.
Abb. 20 Bohrungen für die Ankerschrauben im Oberkiefer.
Um die Implantate während der Sofortbelastung zu verblocken, wurden einteilige Full-Arch-Versorgungen als Provisorien gewählt. Diese wurden bereits vor der Implantatoperation als FP1-Rekonstruktionen der Klassifikation nach Misch (FP1: festsitzender Zahnersatz, der nur die klinischen Kronen, aber kein Zahnfleisch ersetzt) aus PMMA (Telio CAD LT A1, Fa. Ivoclar, Schaan, Liechtenstein) gefräst und eingefärbt. Im Kunststoff wurden individuelle Kanäle angelegt, in die chairside die temporären Zylinder eingeklebt wurden. Die transmukosalen Abschnitte beider Provisorien wurden digital konstruiert und so auf die Weichgewebe und Knochenarchitektur abgestimmt, dass die Bildung eines skallopierenden Weichgeweberahmens unterstützt wurde16.
Schließlich erfolgte die Extraktion der Restzähne und die geführte Insertion der Implantate. Die Extraktionsalveolen im Bereich geplanter Implantatstellen wurden mit einem Mischtransplantat aus allogenem Knochenmineral (Maxgraft, Fa. Botiss Biomaterials, Zossen, Deutschland) und deproteiniertem bovinem Knochenmineral (Cerabone, Fa. Botiss Biomaterials) im Verhältnis von 70 : 30 gefüllt. In Extraktionsalveolen an Pontic-Stellen wurden dagegen Kollagen-Kegel (Collacone, Fa. Botiss Biomaterials) platziert, um das Volumen der jeweiligen Alveole zu erhalten.
Die Implantate wurden entsprechend der virtuellen Behandlungsplanung eingesetzt. Um die geplante Implantatposition möglichst genau auf den Knochen zu übertragen und die Operationsdauer zu verkürzen, kam ein vollgeführtes Operationsprotokoll zur Anwendung17.
Im Oberkiefer wurde die erste (Positions-)Schablone auf die noch vorhandenen Restzähne gesetzt. Mit ihrer Hilfe wurden die Lager für die Ankerschrauben präpariert (Abb. 20), an denen anschließend die Fixierung der Implantatschablone erfolgte, die zur Führung der Implantatbohrungen und der Implantatinsertion diente (Abb. 21 bis 23).
Im Unterkiefer wurden die Ankerschrauben-Bohrungen durch eine Basisschablone geführt. Diese wurde zur Positionierung mit der Führungsschablone für die Implantatbohrungen und -insertion verbunden, die ihrerseits auf den belassenen Restzähnen abgestützt war (Abb. 14). Nach Präparation der Lager für die Ankerschrauben erfolgte die Fixierung der Basisschablone in situ.
Alle Implantate erreichten eine Primärstabilität von ≥ 35 Ncm. Nach der Entfernung der Implantatschablonen wurden Multi-Unit-Abutments eingesetzt und mit einem Drehmoment von 30 Ncm auf den Implantaten verschraubt.
Abb. 21 Implantatgetragenes Provisorium für den Oberkiefer.
Abb. 22 Implantatsetzung, geführt durch die Implantatschablone.
Abb. 23 Positionierung des FP1-Provisoriums mithilfe der prothetischen Positionsschablone.
Abb. 24 Die stapelbaren 3D-gedruckten Schablonen für den Unterkiefer. (1) Basisschablone. (2) Die Basisschablone ist durch Pins mit der zur Positionierung dienenden Implantatschablone verbunden. (3) Die Basisschablone verbunden mit der prothetischen Positionsschablone und dem Provisorium.
Abb. 25 Intraorale Ansicht des Oberkiefers 4 Wochen nach der Nahtentfernung.
Für die Sofortbelastung von Implantaten mit einer Primärstabilität von mindestens 25 Ncm am Tag der Insertion werden in der Literatur hohe Erfolgsraten berichtet18,19.
Im gezeigten Fall wurden für die Sofortbelastung temporäre Zylinder auf den eingesetzten Implantaten platziert. Diese wurden anschließend in den vorbereiteten Provisorien (Misch-Klasse FP1) fixiert, die sich hierbei, gehalten durch die entsprechende prothetische Schablone, in der korrekten virtuell geplanten Position befanden.
Konkret wurde im Oberkiefer die Implantatschablone abgenommen und die prothetische Positionsschablone mit denselben Ankerschrauben fixiert (s. Abb. 22), während im Unterkiefer die prothetische Schablone auf die Basisschablone gesetzt und an dieser mit Pins fixiert wurde.
Die Befestigung der temporären Zylinder begann mit dem Abstrahlen der Innenflächen der für ihre Aufnahme vorgesehenen Aussparungen in den Provisorien mit 50-µm-Korundsand bei 2,5 bar und der Applikation eines phosphatmonomerhaltigen Primers (Monobond Plus, Fa. Ivoclar). Dann wurden die temporären Zylinder mit Kofferdam trockengelegt. Schließlich wurde ein fließfähiges Komposit (Tetric A1 Evoflow, Ivoclar) in die Aussparungen gegeben und das jeweilige Provisorium auf die Zylinder gesetzt. Nach der Polymerisation und Überschussentfernung folgte die Ausarbeitung der Emergenzprofile und mechanische Politur der transmukosalen Flächen (s. Abb. 23).
Die Provisorien wurden mit einem Drehmoment von 15 Ncm auf den Abutments verschraubt und der Patient mit Instruktionen zur postoperativen Medikation und Ernährung sowie Terminen für die Nachkontrolle entlassen. Die Abbildungen 25 und 26 zeigen die Weichgewebesituation 4 Wochen nach der Nahtentfernung.
Abb. 26 Intraorale Ansicht des Unterkiefers 4 Wochen nach der Nahtentfernung.
Abb. 27 Bestimmung der Kieferrelation und Grenzbewegungen mit einem optischen Bewegungsanalysesystem (Modjaw).
Für die definitive Versorgung erfolgte eine Analyse der Kieferrelation und der Grenzbewegungen des Patienten mit einem Bewegungsanalysesystem (ZWIM, Fa. Modjaw, Villeurbanne, Frankreich). Als Zielrelation der Behandlung wurde die zentrische Kondylenposition und als Okklusionsschema eine wechselseitig geschützte Okklusion gewählt. Die Rekonstruktionen der Seitenzahnbereiche wurden so gestaltet, dass die Frontzähne in Zentrik geschützt waren. Zugleich war durch die Frontzahnführung in Einklang mit den Grenzbewegungen des Patienten eine ausreichende Disklusion der Seitenzahnrekonstruktionen gewährleistet, um diese bei Pro- und Laterotrusionsbewegungen zu schützen (Abb. 27). Während der Laterotrusion sorgten neben den Eckzähnen auch die ersten Prämolaren für eine Disklusion20.
Abb. 28 Okklusalansicht des Oberkiefers mit eingesetzten Scankörpern.
Abb. 29 Frontalansicht des Unterkiefers mit eingesetzten Scankörpern.
Vier Monate nach der Implantation folgte die optische Abformung der Implantatpositionen mit einem Intraoralscanner (Trios 3, Fa. 3Shape) (Abb. 28 und 29). Insgesamt vier Scans wurden je Kiefer durchgeführt, um die erforderlichen digitalen Datensätze zu gewinnen: (1) ein Weichgewebescan nach Entfernung der Provisorien, (2) ein Scan mit eingesetzten Scankörpern, (3) ein Scan über die im Mund befestigten Provisorien sowie (4) ein extraoraler Scan der Provisorien. Der intra- und extraorale Scan der Provisorien hatte das Ziel, einerseits die Weichgewebearchitektur im unkollabierten Zustand und andererseits die gesamten Konturen der Restauration, insbesondere die der Mukosa zugewendeten Oberflächen der Pontics und Emergenzprofile, zu erfassen21.
Abb. 30 3D-gedruckter Prototyp der Oberkiefer-Rekonstruktion.
Auf dieser Grundlage konnte für alle Rekonstruktionen ein spannungsfreier Sitz erreicht werden, der jeweils durch einen Schraubenwiderstandstest bestätigt wurde. Die Ungenauigkeiten intraoraler Ganzkieferabformungen konnten in diesem Fall ausgeglichen werden, da anstelle von kompletten Full-arch-Brücken jeweils aus drei Segmenten bestehende Rekonstruktionen hergestellt wurden.
Die definitiven Rekonstruktionen wurden nach der digitalen Vorlage als monolithische Zirkonstücke hergestellt22,23. Gewählt wurde eine polychrome Disc mit schichtfreiem Farbgradienten (IPS e.max ZirCAD Prime, Farbe A1, Fa. Ivoclar), die auf der Dentinseite überwiegend aus mit 3 mol-% Yttriumoxid (3Y-TZP) und schmelzseitig aus mit 5 mol-% Yttriumoxid stabilisiertem tetragonalem Zirkonoxid (5Y-TZP) besteht. Auf diese Weise wird die hohe mechanische Festigkeit des opaken 3Y-TZP (Biegefestigkeit laut Herstellerangabe 1 200 MPa) mit dem ästhetischen Potenzial des transluzenten 5Y-TZP (Biegefestigkeit laut Hersteller nur noch 650 MPa) kombiniert. Im Bereich der Freiend-Extensionen wurde das Zirkonoxid durch eine anatomisch geformte Gerüststruktur aus Titan unterstützt24,25.
Vor der Herstellung der definitiven Stücke wurde zunächst ein Satz Prototypen in einem Try-in-Kunststoff (KeyDenture, Farbe A1, Fa. Keystone Industries) 3D-gedruckt (Asiga Max), um die Formen des definitiven Zahnersatzes zu testen (Abb. 30 und 31). Diese additiv gefertigten Prototypen dienten zum Testen der dentolabialen Ästhetik, Phonetik, Okklusion und Passung der Restaurationen. Für die durch Titangerüste unterstützten Stücke wurden Prototypen der Gerüste und der Zirkonoxidverkleidung 3D-gedruckt und intraoral auf ihre Passung kontrolliert. Nach der Einprobe folgte die extraorale Digitalisierung aller Prototypen mit einem Scanner, um die intraoral vorgenommenen Veränderungen in die virtuelle Planung zu übernehmen21.
Abb. 31 3D-gedruckter Prototyp der Unterkiefer-Rekonstruktion.
Die definitiven monolithischen Zirkonoxidrekonstruktionen wurden ohne Cutback gefräst, sodass Verblendkeramik-Abplatzungen ausgeschlossen waren26. Um eine natürlichere, dreidimensionale Wirkung zu erzielen, wurde das Zirkonoxid lediglich extern mit einer breiten Palette von Farb- und Glasurmaterialien (IPS Ivocolor, Fa. Ivoclar) eingefärbt. Zur Steigerung der Transluzenz und Festigkeit der Stücke durchliefen diese einen 9-stündigen Sinterzyklus27,28. Außerdem wurden sie verlangsamt abgekühlt26. Die Formgebung der definitiven monolithischen Zirkonoxidrekonstruktionen und Titangerüste basierte auf dem virtuellen Entwurf und den mit den Provisorien ausgeformten Emergenzprofilen. Die Abbildungen 32 bis 35 zeigen den abschließenden Bogenverlauf des Weichgewebes. An der Basisseite wurden die definitiven Rekonstruktionen etwa 1 mm in Richtung des Weichgewebes überkonturiert, um aktiven Druck auf dieses auszuüben und etwaige Volumenverluste durch die mechanische Politur zu kompensieren29.
Abb. 32 Okklusalansicht des Weichgewebes im Oberkiefer.
Abb. 33 Okklusalansicht des Weichgewebes im Unterkiefer.
Abb. 34 Lateralansicht des Weichgewebes im Oberkiefer.
Abb. 35 Lateralansicht des Weichgewebes im Unterkiefer.
Die Verbindung der monolithischen Zirkonoxidrekonstruktionen mit den Implantaten erfolgte über Titanbasen, während bei den Stücken mit Titangerüst die Verbindung direkt über das Gerüst hergestellt wurde. Die aus einem Titanblock (Colado CAD Ti5, Fa. Ivoclar) gefrästen Gerüste waren anatomisch geformt und ließen mindestens 2 mm Raum für die Zirkonoxidhülle. Die Zirkonoxidhüllen waren auf spannungsfreie Passung mit den Gerüsten, exakte Ränder und Freiheit von Unterschnitten ausgelegt (Abb. 36 und 37). Nach ihrer Fertigstellung wurden die Restaurationen intraoral getestet (Abb. 38 und 39).
Abb. 36 Die Segmente des definitiven Zahnersatzes im Oberkiefer vor dem Einkleben der Titangerüste in die Zirkonoxidsuprastruktur.
Abb. 37 Die Segmente des definitiven Zahnersatzes im Unterkiefer vor dem Einkleben des Titangerüstes in die Zirkonoxidsuprastruktur.
Abb. 38 Einprobe für den definitiven Zahnersatz im Oberkiefer mit monolithischer Zirkonoxidrekonstruktion im Frontzahnbereich und Titangerüsten in den Seitenzahnbereichen.
Abb. 39 Einprobe für den definitiven Zahnersatz im Unterkiefer mit einem Titangerüst im Frontzahnbereich und monolithischem Zirkonoxid in den Seitenzahnbereichen.
Abb. 40 Die definitiven Rekonstruktionen nach Verklebung der Titangerüste mit den Zirkonoxidsuprastrukturen auf dem 3D-gedruckten Modell mit Zahnfleischmasken.
Die Innenflächen der Zirkonoxid-Suprastrukturen wurden mit 50-µm-Korundstrahlmittel bei einem Druck von weniger als 2 bar aus 2 cm Entfernung abgestrahlt. Das Sandstrahlen der Titangerüste erfolgte mit 110-µm-Korundstrahlmittel unter 2,5 bar Druck. Nach gründlichem Spülen und Trockenblasen beider Komponenten wurden die Klebeflächen mit einem Primer (Monobond Plus) behandelt und die Titangerüste mit einem selbsthärtenden Befestigungskomposit (Multilink Hybrid Abutment, Fa. Ivoclar) eingeklebt30. Nach der Verklebung wurden die an der Schnittstelle zwischen beiden Komponenten ausgetretenen Überschüsse entfernt und die Oberflächen sorgfältig poliert (EVE Diacera Diamond Rubber, Fa. Eagle Dental Burs, Kiryat Ata, Israel). Auch die Titanbasen wurden vor dem Einkleben in die monolithischen Zirkonoxidstücke abgestrahlt, wozu 50-µm-Korundstrahlmittel unter einem Druck von 2,5 bar verwendet wurde31. Auch hier folgte der Verklebung die Überschussentfernung an den Rändern und eine sorgfältige mechanische Politur. Alle fertiggestellten Rekonstruktionen wurden in einem Isopropanol-Ultraschallbad dekontaminiert und anschließend mit Dampf gereinigt (Abb. 40 bis 42).
Abb. 41 Der fertiggestellte definitive Zahnersatz für den Oberkiefer.
Abb. 42 Der fertiggestellte definitive Zahnersatz für den Unterkiefer.
Nach dem Einsetzen und Verschrauben der Rekonstruktionen wurde die Okklusion kontrolliert und justiert. Anschließend wurden die Schraubenzugänge mit medizinisch geeignetem Teflon-Material (i-Plug, Fa. D Surgical, Sunnyvale, CA, USA) gefüllt. Es folgte die Vorbehandlung der entsprechenden Zirkonoxidflächen mit einem Primer (Monobond Plus) und einem Adhäsiv (Adhese Universal, Fa. Ivoclar) und der Verschluss der Öffnungen mit einem Komposit (IPS Empress Direct, Farbe A1, Fa. Ivoclar). Die Abbildungen 43 bis 46 zeigen die Eingliederung des definitiven Zahnersatzes.
Abb. 43 Okklusalansicht des Oberkiefers nach dem Einsetzen der Seitenzahnrekonstruktionen.
Abb. 44 Okklusalansicht des Oberkiefers nach dem Einsetzen aller Segmente der Full-arch-Rekonstruktion.
Abb. 45 Okklusalansicht der eingesetzten definitiven Rekonstruktion im Unterkiefer.
Abb. 46 Schnittstelle zwischen dem Weichgewebe und der monolithischen Zirkonoxidrekonstruktion im Oberkiefer-Frontzahnbereich.
Abb. 47 bis 51 Ansichten der Abschlusssituation nach Eingliederung des Zahnersatzes in beiden Kiefern.
Schließlich wurde die Abschlusssituation intraoral (Abb. 47 bis 51), extraoral (Abb. 52 bis 54) und im Röntgenbild (Abb. 55) dokumentiert. Nach den Kontrolluntersuchungen 1, 4 und 12 Wochen nach dem Einsetzen der Rekonstruktionen wurde der Patient zu Nachsorgeterminen alle 6 Monate einbestellt.
Abb. 52 bis 54 Abschließende Aufnahmen des lächelnden Patienten.
Abb. 55 Panoramaschichtaufnahme der Abschlusssituation.
Dank der Entfernbarkeit der verschraubten definitiven Versorgung war ein Monitoring der Schnittstelle zu den natürlichen Geweben im zeitlichen Verlauf möglich32,33. Der vorliegende Fallbericht belegt, dass segmentierte Full-arch-FP1-Rekonstruktionen aus monolithischem Zirkonoxid, partiell unterstützt durch Titangerüste, vielversprechende Ergebnisse ermöglichen. Allerdings sind zusätzliche klinische Daten aus Studien mit längeren Nachbeobachtungszeiträumen erforderlich, um die Eignung dieses neuen Konzeptes in der täglichen Praxis beurteilen zu können. Voraussetzung für eine exakte Behandlungsplanung sind die korrekte Diagnostik und Klärung der Ätiologie des bevorstehenden totalen Zahnverlustes. Die Kombination digitaler Ansätze für alle Behandlungsphasen von der Diagnostik bis zur Herstellung des Zahnersatzes mit der Wahl geeigneter Materialien ermöglicht eine hochwertige Behandlung unter Bewältigung aller ästhetischen, funktionellen und biologischen Herausforderungen segmentierter FP1-Rekonstruktionen.
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1Private Praxis, Athen, Griechenland.
2Spezialist für geführte Chirurgie, Berlin, Deutschland.
3Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Tufts University School of Dental Medicine, Boston, Massachusetts, USA.
Korrespondenz an: Panagiotis Ntovas, [email protected]
Ein digitaler parodontologisch-prothetischer Ansatz
Ramon Gomez Meda, dds1
Jonathan Esquivel,dds2
Abb. 1 Workflow des vorgestellten digitalen parodontologisch-prothetischen Ansatzes von der Planung bis zum Einsetzen der Provisorien. Zu beachten ist, dass Schritt 8, die digitale Konstruktion des Provisoriums, nach dem Intraoralscan und der Implantatabformung mittels Stereofotogrammmetrie beginnt und während Schritt 9, der Optimierung der Weichgewebesituation, fortgesetzt wird.
Die implantatgetragene Rehabilitation des gesamten Kiefers ist ein anspruchsvoller, komplexer therapeutischer Ansatz. Bei der Behandlungsplanung ist das faziale Gesamtbild zu berücksichtigen, und es muss eine stabile Funktion, Ästhetik und biologische Integration erreicht werden. Für Behandlungen dieser Art finden sich etliche Vorschläge zu möglichen analogen und digitalen Arbeitsabläufen1–5
