Homerecording. Das umfassende Praxisbuch - Carsten Kaiser - E-Book

Homerecording. Das umfassende Praxisbuch E-Book

Carsten Kaiser

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Beschreibung

  • Alle Grundlagen für Audio-Produktionen in den eigenen vier Wänden
  • Von der Einrichtung des Homestudios und der Auswahl des Equipments über die professionelle Aufnahme bis hin zu Mixing und Mastering
  • Zahlreiche Praxistipps sowie anschauliche Diagramme zum besseren Verständnis

Homerecording ist für Musiker oftmals eine ernstzunehmende und kostengünstige Alternative zu professionellen Studioaufenthalten, sowohl bei Aufnahmen für die Auftritts-Akquise und Bemusterung als auch für die Veröffentlichung der eigenen Musik.

Carsten Kaiser erläutert in diesem Buch leicht verständlich, wie Sie den Ablauf einer Audio-Produktion planen und wie diese praktisch vonstattengeht. Er zeigt Ihnen, was Sie bei der Einrichtung Ihres Homestudios beachten müssen und welches Recording-Equipment sinnvoll und dabei trotzdem erschwinglich ist.

Sie lernen alles, was Sie brauchen, um Ihre Musik professionell aufzunehmen, zu mixen und zu mastern. Dabei geht der Autor unter anderem auf die Bedienung des Mischpults und verschiedener Effektgeräte sowie die Auswahl und den Einsatz der richtigen Mikrofone ein. Alle technischen Grundlagen werden anhand zahlreicher Diagramme anschaulich erläutert.

Dieses Buch ermöglicht Ihnen einen einfachen und praxisorientierten Einstieg in die Welt des Homerecordings. Sie erhalten das gesamte Wissen, das Sie brauchen, um professionelle Ergebnisse zu erzielen. So finden Sie schnell Spaß an der Arbeit mit Ihren eigenen Aufnahmen.

Aus dem Inhalt:

HOMESTUDIO

  • Die passenden Räumlichkeiten
  • Was ist eine DAW?
  • Das Mischpult

OUTBOARD-EQUIPMENT UND EFFEKTE

  • Grundlagen zu Effekten
  • Dynamikaufbereitung
  • Filtereffekte
  • Raumklangerzeuger
  • Modulationseffekte, Verzerrungseffekte u.v.m.
  • Mic-Preamps und Kanalzüge
  • Multieffektgeräte
  • Racksysteme

INSTRUMENTE & MIKROFONE

  • Mikrofone
  • Keyboards & Synthesizer
  • Gitarren & Bässe
  • Schlagzeug & E-Drums

MIDI

  • MIDI Interfaces
  • Audio in MIDI wandeln
  • MIDI-Programmierung & -Recording

SOFTWARE

  • Softwarestudios & Sequenzerprogramme
  • Audiobearbeitungsprogramme
  • Software-Protokolle & -Schnittstellen

AUFNAHME

  • Zielsetzung und Planung
  • Recording konkret

MIX UND MASTERING

  • Vorbereitung
  • Mixing-Session
  • Mastering
  • Eigene CD erstellen
  • Datenarchivierung

EXKURS

»Smart Recording«

ANHANG

Praktische Übersichten für die standardmäßige MIDI-Belegung, Equalizer-Einstellungen und mehr

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Seitenzahl: 582

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Inhaltsverzeichnis
Impressum
Einleitung
Exkurs »Smart Recording«
Teil 1: Homestudio
Kapitel 1: Was ist eine DAW?
1.1 Wahl des Betriebssystems
1.2 Die Minimalanforderungen
1.3 Mainboard
1.4 BIOS / UEFI
1.5 CPU
1.6 RAM
1.7 HDD
1.8 Grafikkarte
1.9 Monitor(e)
1.10 Laufwerke
1.11 Speicherkarten
1.11.1 USB-Sticks
1.12 Schnelle Schnittstellen
1.12.1 USB
1.12.2 FireWire
1.12.3 Thunderbolt
1.12.4 USB und FireWire im Vergleich
1.13 Soundkarten
1.13.1 Stereo (analog)
1.13.2 Stereo (digital)
1.13.3 Surround-Sound
1.13.4 Multichannel
1.13.5 Breakout-Varianten
1.14 Audio-Interfaces (Ausstattungsmerkmale und Funktionen)
1.14.1 USB
1.14.2 FireWire
1.14.3 Integrierte Audio-Interfaces
1.14.4 Software für Audio-Interfaces
1.15 Netzteil
1.15.1 Leistung
1.15.2 Lüfter
1.15.3 Anschlüsse
1.15.4 Weitere Kriterien zur Netzteilauswahl
1.16 Gehäuse
1.16.1 Festplattenslots
1.16.2 Laufwerkslots
1.16.3 Gehäusebleche
1.16.4 Displays
1.16.5 Kabel
1.17 Lüfter
1.18 Gehäusedämmung
1.19 Maus und Tastatur
1.20 Netzwerk
1.21 Datensicherheit
1.22 Einrichtungstipps für den PC
1.23 Leistungsüberwachung
1.24 Notebook als Musik-PC?
1.25 Fazit
Kapitel 2: Die passenden Räumlichkeiten
2.1 Akustische Grundlagen – ohne Physik geht es nicht
2.2 Der Regieraum
2.2.1 Direktschall und Hallradius
2.2.2 Akustikelemente
2.3 Hi-Fi-Anlage als Abhöre
2.4 Die Monitorlautsprecher
2.4.1 Passive Monitore
2.4.2 Aktive Monitore
2.4.3 Was sind Nahfeldmonitore?
2.4.4 Kaufkriterien
2.4.5 Gehäuse
2.4.6 Monitorlautsprecher richtig aufstellen
2.5 Die Monitorkopfhörer
2.5.1 Geschlossene Kopfhörer
2.5.2 Offene Kopfhörer
2.5.3 Halboffener Kopfhörer
2.5.4 Kaufkriterien
2.5.5 Schnurlose Kopfhörer
2.5.6 Volle Kanne oder Wie laut sollte die Abhöre sein?
2.6 Externe Controller
2.6.1 Synthesizer- und Instrumenten-Controller
2.6.2 Kaufkriterien
2.6.3 Transport-Controller
2.6.4 Mixer-Controller
2.6.5 Controller-Apps
2.7 Master-Keyboard
2.7.1 Kaufkriterien
2.8 Ergonomie beugt vor!
2.8.1 Checkliste »Ergonomie«
2.9 Der Aufnahmeraum
2.10 Der Proberaum als Studio
2.11 Fieldrecorder – Digitale Mini- und Taschenstudios
2.12 Mehrspur-Kompaktstudios
2.13 Workstations
Kapitel 3: Das Mischpult
3.1 Funktionsweise eines Mixers
3.2 Übersicht verschaffen
3.3 Kanalzüge
3.3.1 Eingangsbuchsen
3.3.2 Gain oder Trim
3.3.3 Insert-Wege
3.3.4 Equalizer
3.3.5 Send-/Aux-Wege
3.3.6 Panning
3.3.7 Direct-Out
3.4 Gruppen-/Summenkanäle
3.4.1 Subgruppen und Routing
3.5 Monitorwege
3.6 Masterbereich
3.6.1 Masterkanäle
3.7 Anzeigen
3.7.1 Level-Meter
3.7.2 VU-Meter
3.8 Digitale Mixer – Übersicht
3.8.1 Analog-Digital-Hybride
3.8.2 Softwaremixer
3.9 Einsatzmöglichkeiten
3.10 Automation
3.11 Welchen Mixer brauche ich? – Kaufkriterien
Teil 2: Outboard-Equipment & Effekte
Kapitel 4: Grundsätzliches zu Effekten
4.1 Effektekategorien
Kapitel 5: Dynamikaufbereitung
5.1 Kompressor
5.1.1 Funktionsweise
5.1.2 Parameterbeschreibung
5.1.3 Spezielle Kompressoreffekte
5.1.4 Weitere Ausführungen
5.1.5 Kaufkriterien
5.2 Limiter
5.2.1 Funktionsweise
5.2.2 Parameterbeschreibung
5.3 Expander
5.3.1 Funktionsweise
5.3.2 Parameterbeschreibung
5.4 Noisegate
5.4.1 Funktionsweise
5.5 Denoiser
5.5.1 Funktionsweise
5.5.2 Parameterbeschreibung
5.5.3 Kaufkriterien
5.6 De-Esser
5.6.1 Funktionsweise
5.6.2 Parameterbeschreibung
5.6.3 Kaufkriterien
5.7 Transient Designer
5.7.1 Funktionsweise und Parameterbeschreibung
5.8 De-Clicker
5.8.1 Funktionsweise
5.8.2 Parameterbeschreibung
5.8.3 Kaufkriterien
Kapitel 6: Filtereffekte
6.1 Equalizer
6.1.1 Spezielle Equalizer
6.1.2 Kaufkriterien
Kapitel 7: Raumklangerzeuger
7.1 Hall – die Basics
7.1.1 Direktschall contra Raumschall
7.2 Raumschall und frühe Reflexionen
7.2.1 Aufbau – die »Anatomie« des Halls
7.2.2 Höreindruck
7.3 Reverb
7.3.1 Parameterbeschreibung
7.3.2 Historische Hallgeräte
7.3.3 Spezielle Reverbeffekte
7.3.4 Softwareausführung
7.3.5 Kaufkriterien
7.4 Delay
7.4.1 Funktionsweise
7.4.2 Parameterbeschreibung
7.4.3 Spezielle Delayeffekte
7.4.4 Kaufkriterien
Kapitel 8: Modulationseffekte
8.1 Grundlagen der Akustiklehre
8.1.1 Phasenverschiebung
8.1.2 Interferenz
8.2 Funktionsweise
8.3 Chorus
8.3.1 Funktionsweise
8.3.2 Parameterbeschreibung
8.4 Flanger
8.4.1 Funktionsweise
8.4.2 Parameterbeschreibung
8.5 Phaser
8.5.1 Funktionsweise
8.5.2 Parameterbeschreibung
8.6 Vibrato
8.6.1 Funktionsweise
8.6.2 Parameterbeschreibung
8.6.3 Vibratoähnliche Effekte
8.7 Autopanning
8.7.1 Funktionsweise
8.7.2 Parameterbeschreibung
8.8 Kaufkriterien
Kapitel 9: Verzerrungseffekte
9.1 Distortion, Overdrive und Ähnliches
9.1.1 Funktionsweise
9.1.2 Parameterbeschreibung
9.1.3 Weitere Verzerrereffekte
9.1.4 Bauweise
9.1.5 Kaufkriterien
Kapitel 10: Psychoakustikeffekte
10.1 Exciter
10.1.1 Funktionsweise
10.1.2 Parameterbeschreibung
10.1.3 Softwareausführung
10.2 Enhancer
10.2.1 Funktionsweise
10.3 Subharmonikprozessoren
10.3.1 Funktionsweise
10.4 Kaufkriterien
Kapitel 11: Sonstige Effekte
11.1 Pitchkorrektur
11.1.1 Funktionsweise
11.1.2 Parameterbeschreibung
11.1.3 Weitere Softwareausführungen
11.1.4 Kaufkriterien
Kapitel 12: Masteringeffekte
12.1 Paragrafischer Equalizer
12.1.1 Funktionsweise
12.1.2 Parameterbeschreibung
12.2 Multiband-Dynamikbearbeitung
12.2.1 Funktionsweise
12.2.2 Parameterbeschreibung
12.3 Harmonic Exciter
12.3.1 Funktionsweise
12.3.2 Parameterbeschreibung
12.4 Stereo Imager
12.4.1 Funktionsweise
12.4.2 Parameterbeschreibung
12.5 Loudness Maximizer
12.5.1 Funktionsweise
12.5.2 Parameterbeschreibung
12.6 Dithering
12.6.1 Parameterbeschreibung
12.7 Kaufkriterien
Kapitel 13: Mic-Preamps und Kanalzüge
13.1 Funktionsweise
13.2 Parameterbeschreibung
13.3 Extras
13.4 Kaufkriterien
Kapitel 14: Multieffektgeräte
14.1 Kaufkriterien Outboard-Equipment
Kapitel 15: Racksysteme
15.1 Standards
15.2 Details
15.3 Transportracks
15.4 Rigs
15.5 Racks im Eigenbau
15.6 Checkliste Racks
15.6.1 Kaufkriterien
15.6.2 Installationstipps
15.7 Sauberer Strom und Filternetzleisten
Kapitel 16: Kleine Kabelkunde
16.1 Qualitätsprüfung
16.2 Symmetrisch/unsymmetrisch
16.3 Steckertypen
16.3.1 Klinke
16.3.2 XLR
16.4 Cinch
16.5 MIDI
16.6 Handhabung und Lagerung
16.7 Kabel im Eigenbau
16.7.1 Looms und Multicores
16.7.2 Steckfelder und Patchbays
16.8 Farbcodierung und Organisation
Teil 3: Instrumente
Kapitel 17: Mikrofone
17.1 Dynamische Mikrofone
17.2 Kondensatormikrofone
17.3 Welche Mikrofone sind besser, dynamische oder Kondensatormikrofone?
17.4 Frequenzgang
17.5 Sind Großmembranmikrofone ​besser als Kleinmembranmikrofone​?
17.6 Richtcharakteristiken von Mikrofonen
17.6.1 Niere
17.6.2 Superniere
17.6.3 Hyperniere
17.6.4 Kugel
17.6.5 Acht
17.6.6 Fazit
17.7 Mikrofonsets
17.8 Stative und Zubehör
17.8.1 Klammern
17.8.2 Spinne
17.8.3 Clips
17.8.4 Schienen
17.8.5 Stative
17.8.6 Popp- und Windschutz
17.9 Grundlegendes zum Mikrofoneinsatz
17.10 Kaufkriterien
17.11 Mikrofonierungstechniken
17.11.1 »In your Face«
17.11.2 Mikrofon von oben
17.11.3 Overheads
17.12 Stereomikrofonie
17.12.1 XY-Mikrofonie
17.12.2 MS-Mikrofonie
17.12.3 AB-Mikrofonie
17.12.4 ORTF-Mikrofonierung
Kapitel 18: Keyboards & Synthesizer
18.1 Digitalpianos
18.1.1 Kaufkriterien
18.2 Vollautomaten – Begleit-Keyboards
18.2.1 Kaufkriterien
18.3 Synthesizer
18.3.1 Subtraktive Synthese
18.3.2 FM-Synthese
18.3.3 Synthesefilter und Spielparameter
18.3.4 Kaufkriterien
18.4 Sampler
18.4.1 Hardwaresampler
18.4.2 Softwaresampler
18.4.3 Sample-Basics
18.4.4 Kaufkriterien
Kapitel 19: Gitarren & Bässe
19.1 E-Gitarren und -Bässe
19.2 Akustikgitarren​​
19.3 Modeling-Gitarren
19.4 Modeling contra Röhre contra Transistor – Gitarrenverstärker​
19.5 Recording-Tipps für Gitarren und Bässe
19.6 Kaufkriterien – Gitarrenverstärker
Kapitel 20: Schlagzeug & E-Drums
20.1 Pads & Racks
20.2 E-Drum-Module
Teil 4: MIDI
Kapitel 21: Das ominöse MIDI
21.1 Protokoll
21.1.1 Anwendungsgebiete für MIDI
21.1.2 MIDI-Geräte verbinden
Kapitel 22: MIDI und USB/FireWire
22.1 Wer oder was ist General MIDI?
Kapitel 23: MIDI-Interfaces
Kapitel 24: Audio in MIDI wandeln
24.1 Beispiel: Guitar-to-MIDI-Converter
24.1.1 Funktionsweise und Einsatzfeld
24.2 Beispiel: Softwarelösung für Audio-to-MIDI-Converter
24.3 MIDI-Converter – ein Fazit
Kapitel 25: MIDI-Programmierung
Kapitel 26: MIDI-Recording
26.1 Step by Step
26.2 Quantisierung
Teil 5: Software
Kapitel 27: Softwarestudios/Sequenzerprogramme
27.1 Cockos REAPER
27.2 Steinberg Cubase
27.3 Propellerhead Reason
27.4 Ableton Live
27.5 Bitwig Studio
27.6 Samplitude
Kapitel 28: Audiobearbeitungsprogramme
28.1 Audacity
28.2 Steinberg WaveLab
28.3 Celemony Melodyne
Kapitel 29: Software-Protokolle und -schnittstellen
29.1 ASIO
29.2 VST
29.3 ReWire
29.4 VST System Link
29.5 VST Connect
29.6 Synchronisation – SMPTE-Timecode
Kapitel 30: Software-Plug-ins
30.1 Synthesizer
30.1.1 LennarDigital Sylenth1
30.1.2 Reveal Sound Spire
30.1.3 NI Massive
30.2 Sampler
30.2.1 Softwaresampler
30.2.2 Drum- & Percussionsampler
30.2.3 Sample-Instrumente
30.2.4 Spezialisierte Sample-Player
30.2.5 Loop-Sampler und Loop-Player
30.2.6 Sample-Player und Sample-Sammlungen
30.2.7 Sample-Bearbeitungstools
30.3 Effekte
30.3.1 Instrumentenbezogene Plug-in-Effekte
30.3.2 Multieffekt-Bundles
Teil 6: Aufnahme
Kapitel 31: Zielsetzung/Planung
31.1 Simultane Mehrspuraufnahmen
31.2 Spur für Spur
31.3 Die Reihenfolge
31.3.1 Methode 1: Alle spielen, alle sind zu hören
31.3.2 Methode 2: Alle spielen, nur einer ist zu hören
31.3.3 Methode 3: Nur einer spielt, nur einer ist zu hören (!)
31.4 Click-Track
31.5 Einpegeln
31.6 Teamgeist oder: Wie man die Ruhe bewahrt
Kapitel 32: Recording konkret
32.1 Schlagzeugaufnahmen
32.1.1 Räumlichkeiten
32.1.2 Strategie
32.1.3 Mikrofonierung
32.1.4 Checkliste »Drums mikrofonieren«
32.1.5 Trigger
32.1.6 Checkliste »Drums triggern«
32.2 Gitarren-/Bassaufnahmen​​
32.2.1 Mikrofonierung von Lautsprechern
32.2.2 Mikrofonwahl
32.2.3 Lautsprecher und Mikrofonpositionierung
32.2.4 Direkteinspeisung von Gitarrensignalen
32.2.5 Mikrofonierung von Akustikgitarren
Teil 7: Mix und Mastering
Kapitel 33: Vorbereitung und Wichtiges vorab
33.1 Zeitplan
33.2 Batterien, Monitore, Handys und Straßenlärm
33.3 Kaffee!
Kapitel 34: Mixing-Session
34.1 Zielsetzung/Planung
34.2 Ein Klangbild schaffen
34.2.1 Weite und Tiefe erzeugen
34.2.2 Lautstärke (Tiefenverhältnisse)
34.2.3 Laufzeitdifferenz (Tiefenverhältnisse)
34.2.4 Frequenzverhalten
34.3 Ein Track im Mix
34.3.1 Drums
34.3.2 E-Bass
34.3.3 Synthesizer und Keyboards
34.3.4 Lead Vocals
34.3.5 Background Vocals
Kapitel 35: Das Mastering
35.1 Mastering-Equalizer
35.2 Mastering-Reverb
35.3 Multiband Harmonic Exciter
35.4 Multibandkompression
35.5 Multiband Stereo Imaging
Kapitel 36: Die eigene CD
Kapitel 37: Datenarchivierung
Anhang B: PIN-Belegungen von Kabeln
B.1 NF-Kabel
B.2 MIDI- und DMX-Kabel
Anhang C: MIDI-Tabellen
Anhang D: EQing-Tabellen
Anhang E: Delay-Tabelle
Anhang F: Danksagungen
Anhang G: Hersteller- und andere nützliche Links
Anhang H: Literatur

Carsten Kaiser

Homerecording

Das umfassende Praxisbuch

Impressum

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über <http://dnb.d-nb.de> abrufbar.

ISBN 978-3-7475-0430-7 5. Auflage 2021

www.mitp.de E-Mail: [email protected] Telefon: +49 7953 / 7189 - 079 Telefax: +49 7953 / 7189 - 082

© 2021 mitp Verlags GmbH & Co. KG

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Lektorat: Janina Bahlmann, Sabine Janatschek Sprachkorrektorat: Petra Heubach-Erdmann, Christiane Hoffmeister Covergestaltung: Christian Kalkert Bildnachweis: © R-J-Seymour, iStockelectronic publication: III-satz, Husby, www.drei-satz.de

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Einleitung

Hallo und herzlich willkommen in der Welt des Homerecordings! Ich danke Ihnen ganz herzlich, dass Sie sich für dieses Buch entschieden haben. Es freut mich, dass Sie bereit sind, sich mit den (Un-)Tiefen des Audio-Recordings auseinanderzusetzen, denn kaum etwas ist so spannend wie das Umsetzen kreativer musikalischer Ideen in Audioaufnahmen.

Mit dieser Auflage halten Sie eine überarbeitete Version in den Händen, deren Inhalt von zahlreichen technischen Entwicklungen der letzten Jahre profitiert. Selbstverständlich kann ein Buch niemals tagesaktuell sein, wenn es um Recording-Produkte geht. Doch hinter den meisten Geräten und Softwaretiteln stehen in der Regel doch universale Konzepte und Produktionstechniken, die man als Recording-Tüftler kennen sollte. Genau diese Konzepte versuche ich Ihnen in diesem Buch nahezubringen und sie Ihnen praxisnah vorzustellen.

Wer profitiert von diesem Buch?

Einsteiger finden auf den folgenden Seiten leicht verständliche Anleitungen, um in das Thema Homerecording hineinzufinden. Der Aufbau des Buchs ist so gewählt, dass Leser auch ohne Vorwissen schnell erste erfolgreiche Schritte machen können, und viele Begriffe, die beim ersten Durchblättern noch wie Böhmische Dörfer klingen, werden im Handumdrehen zu vertrauten Konzepten. Für Anfänger, die bereits erste Erfahrungen gesammelt haben, hält »Homerecording« etliche Tricks und Kniffe bereit, mit denen sie ihr Repertoire in Sachen Recording und Mixing erweitern können.

Mit seinem strukturierten Aufbau und seinem Index kann das Buch auch Fortgeschrittenen helfen, ganz gezielt Lösungen für bestimmte Herausforderungen anzusteuern, und auch Profis werden an der einen oder anderen Stelle Hinweise, Tipps, Infos und Definitionen finden, die eventuell sogar ihr Fachwissen ergänzen.

Inhalt und Aufbau

Der Aufbau dieses Buchs folgt den Schritten, die Sie logischerweise verfolgen müssen, um eine Musikproduktion von null auf hundert selbst durchzuführen, denn inhaltlich startet das Buch nahezu ohne jegliche Voraussetzungen für den Leser. Zunächst schauen wir uns an, welche Mittel heute vielen Lesern bereits zur Verfügung stehen und wie diese mit wenigen einfachen Extras zu ersten Homerecording-Schritten führen können. Sie haben bereits ein Smartphone oder Tablet? Wunderbar! Dann haben sie in der Regel auch schon eine einfache Aufnahmeumgebung am Start, mit der Sie loslegen können.

Falls das nicht der Fall ist, erfahren Sie in den darauffolgenden Kapiteln des Buchs, welche Kriterien ein Computer heute erfüllen muss, um für Musikaufnahmen gerüstet zu sein. Sie erfahren, wie Sie passende Kopfhörer und Lautsprecher finden und wo und wie Sie diese platzieren können. In den weiteren Kapiteln lernen Sie die Funktionen von, Arbeitsweisen mit und Bedienung von Mischpulten kennen. Und Sie lesen auch, welche Recording-Software zu Ihrem jeweiligen Vorhaben und Ihrem persönlichen Kenntnisstand passt.

Immer wieder treffen Sie auch auf Tipps und Tricks, auf kleine Hacks, die Ihnen die Arbeit erleichtern und schnell zu guten Ergebnissen verhelfen. Hier und da werden Ihnen Fragen in den Kopf kommen, die in bestimmten Aufnahmesituationen natürlicherweise auftauchen. Zahlreiche dieser Fragen werden in Praxis-Tipps beantwortet, die ich für Sie jeweils am Ende der Kapitel zusammengestellt habe. Einen Eindruck davon, wie umfangreich diese Sammlung von Tipps und Antworten ist, bekommen Sie bei einem Blick auf die Vielzahl der Themen, die in diesem Buch behandelt werden:

Exkurs zum Thema Smart Recording

Die passenden Räumlichkeiten

Was ist eine DAW?

Das Mischpult

Grundlagen zu Effekten

Dynamikaufbereitung

Filtereffekte

Raumklangerzeuger

Modulationseffekte, Verzerrungseffekte u.v.m.

Mic-Preamps und Kanalzüge

Multieffektgeräte

Racksysteme

Mikrofone

Keyboards & Synthesizer

Gitarren & Bässe

Schlagzeug & E-Drums

MIDI-Interfaces

Audio in MIDI wandeln

MIDI-Programmierung & -Recording

Softwarestudios & Sequenzerprogramme

Audiobearbeitungsprogramme

Software-Protokolle & -Schnittstellen

Zielsetzung und Planung von Aufnahmen

Konkrete Recording-Verfahren

Vorbereitung von Mix und Mastering

Ablauf einer Mixing-Session

Mastering

Eigene CD erstellen

Datenarchivierung

Außerdem finden Sie im Anhang des Buchs jede Menge Übersichten und Tabellen, die Ihnen für die Praxis Infos zu MIDI-Belegungen, Equalizer-Einstellungen und anderen nützlichen Zusammenhängen für das Homerecording geben.

Los geht’s!

Um zu zeigen, wie einfach der Einstieg ins Homerecording gelingen kann, starten wir auf den folgenden Seiten mit einem Kapitel, das Ihnen zeigt, wie Sie Homerecording kinderleicht mit Ihrem Alltag verknüpfen können. Sie werden sehen, dass der Weg vom Newbie zum Know-how gar nicht so weit ist, wie Sie bis jetzt gedacht haben ...

Downloads zum Buch

Auf der Seite zum Buch (www.mitp.de/0428) finden Sie die im Buch angesprochenen Audiobeispiele zum Download.

Exkurs »Smart Recording«

Mit dem Begriff ​​Smart Recording möchte ich Ihnen einen möglichst einfachen Weg ins Homerecording ebnen. Unter ​​Mobile Recording versteht der Fachmann das Anfertigen von Tonaufnahmen unterwegs unter Zuhilfenahme allerlei professionellen Equipments. Was aber soll Smart Recording sein? Nun, viele von uns besitzen ein oder mehrere komfortabel per Touchscreen zu bedienende mobile Geräte, wie Smartphones oder Tablet-PCs. Warum also erst teures und kompliziertes Equipment anschaffen, wenn Sie die ersten Schritte in die Welt des Homerecordings mit diesen schon vorhandenen Tools machen können?

Stellen Sie sich vor, Sie richten sich ein Homestudio ein und kennen bereits die wichtigsten Konzepte und Begriffe, wissen schon recht genau, was Sie benötigen und wie Sie arbeiten wollen. Und das alles, ohne viel Geld ausgeben oder wahnsinnig viel Zeit investieren zu müssen. Wäre es nicht fantastisch, wenn Sie stattdessen auf Praxiserfahrung zurückgreifen könnten, die Sie im Vorfeld sammeln konnten? Das Sammeln eben dieser Erfahrungen möchte ich Ihnen in diesem Einleitungskapitel schmackhaft machen. Wer schon Grundkenntnisse hat und sich sofort ans »Eingemachte« machen möchte, kann deshalb getrost zu Kapitel 1 springen. Am Ball bleiben sollten aber all diejenigen, die einen einfachen Einstieg ins Thema finden möchten oder ganz einfach auf der Suche nach einem Überblick sind, wie sich Smartphone, Tablet & Co. ins Homerecording einbinden lassen.

Geräte

In der Welt des Homerecordings wird die Qualität Ihrer Aufnahmen in vielen Fällen mit der Wahl des Equipments zusammenhängen. Das gilt auch auf der kleinsten Stufe. Je leistungsstärker Ihre Aufnahmegeräte, desto einfacher gestaltet sich in der Regel auch das Aufzeichnen. Viele der heute erhältlichen mobilen Geräte enthalten längst Technik, die sie als einfache Recording-Lösung prädestiniert.

Smartphone

Das am weitesten verbreitete dieser mobilen Geräte ist zweifellos das Smartphone​. Etliche Anbieter buhlen um die Käufergunst und zahlreiche Betriebssysteme sind verfügbar. Die Wahrscheinlichkeit ist deshalb recht groß, dass Sie bereits über ein Smartphone verfügen, mit dem Sie Homerecording in seiner einfachsten Variante betreiben können. Die Prozessoren und Arbeitsspeicher aktueller Smartphones sind schnell und groß genug, um die erforderlichen Berechnungen für Audioaufnahmen, -wiedergabe und Soundeffekte durchzuführen.

Tipp

Wenn Sie Ihr Smartphone als einfache Homerecording-Lösung einsetzen möchten, sollten Sie es um eine möglichst große zusätzliche Speicherkarte erweitern. Dadurch können Sie nicht nur den Telefonspeicher wesentlich entlasten, sondern haben insgesamt auch mehr Aufnahmezeit zur Verfügung. Bei der Neuanschaffung eines Smartphones können Sie außerdem die Größe des Arbeitsspeichers bedenken. Je größer er ist, desto reibungsloser werden Ihnen die Aufnahme und das Bearbeiten von Audiosignalen gelingen.

Android

Für das seit 2008 verfügbare Smartphone-Betriebssystem ​Android sind zahlreiche Recording-​Apps und -Tools erhältlich. Da die Android-Plattform vergleichsweise wenige Hürden für den Einstieg ins Entwickeln und Bereitstellen von Apps bietet, wächst der Markt der kostenlosen und kostenpflichtigen Android-Apps rasant. Zudem wird das Betriebssystem kontinuierlich weiterentwickelt und greift mit jeder Version zahlreiche technische Neuerungen auf. Gerade neuere Android-Smartphones eignen sich deshalb gut als Geräte fürs Smart Recording. Wenn Sie also im Besitz eines Handys mit Android-OS sind, haben Sie technisch gesehen bereits alles, was Sie benötigen, um einfache Aufnahmen anzufertigen.

Abb. 1: Geräte aus der Samsung-Galaxy-Reihe laufen meist mit Android-Betriebssystem (Quelle: www.samsung.com)

iPhone

Das ​iPhone ist nicht nur prestigeträchtig. Es gehört – je nach Modell – auch zu den leistungsstärksten und zuverlässigsten Smartphones, die auf dem Markt verfügbar sind. Multitouch-Screen, Anbindung an die iCloud und hohe Bedienfreundlichkeit sprechen für sich. Und das auf iPhones eingesetzte Betriebssystem ​iOS ist eine verschmälerte Variante des äußerst zuverlässigen Mac-Betriebssystems OS X. Auch im Apple App Store finden Sie etliche kleine Software-Programme, die das Aufzeichnen und Bearbeiten von Audio ermöglichen oder Ihnen das Arrangieren und Produzieren erleichtern. Auch mit einem iPhone sind Sie deshalb gut für erste Homerecording-Schritte gerüstet.

Abb. 2: Für iPhones sind zahlreiche Recording-Apps und -Erweiterungen erhältlich (Quelle: www.apple.com)

Der größte Vorteil beim Verwenden eines iPhones fürs Smart Recording liegt aber in seiner Erweiterbarkeit. Viele Hersteller aus dem professionellen Audiobereich bieten Zusatz-Equipment an, mit dem Sie Ihr iPhone Stück für Stück zu einer vollständigeren Recording-Lösung machen können. Einige dieser Tools werde ich Ihnen im Weiteren noch vorstellen.

Tablet

Was vor Jahrzehnten noch wie Science-Fiction klang – ein kompletter Personal Computer mit Touchscreen, der nicht einmal mehr daumendick ist –, gehört heute zu unserem Alltag. Eventuell besitzen Sie schon einen Tablet-PC​? Dann sind Sie gut gerüstet, um ins Homerecording einzusteigen. Die Vorteile eines Tablet-PCs gegenüber einem Smartphone liegen auf der Hand: Displaygröße und Anschlussmöglichkeiten bieten eine deutlich komfortablere Recording-Umgebung, als dies bei Smartphones der Fall ist.

Wenn es ums Recording geht, gelten für Tablet-PCs im Wesentlichen dieselben Voraussetzungen wie für Smartphones. Es spielt also kaum eine Rolle, ob Sie sich ein Android-Gerät, ein iPad oder ein Tablet mit einem anderen weitverbreiteten Betriebssystem zulegen. In jedem Fall werden Sie viele Recording-Apps zur Auswahl haben, die Ihnen Ihre ersten Aufnahmen sowie die nachträgliche Bearbeitung und das Abmischen ermöglichen.

Tipp

Achten Sie bei Audioaufnahmen mit Ihrem Smartphone oder Tablet-PC darauf, dass Sie für die entstehenden Dateien Aufnahmeformate verwenden, die im Recording-Bereich gängig sind. Dazu zählen etwa WAV, AIFF, aber auch das allseits bekannte MP3-Format. Sollten Sie sich stattdessen auf unbekannte oder herstellerspezifische Dateiformate stützen, können Sie Ihre Aufnahmen eventuell nicht ganz so leicht zwischen Geräten transferieren oder mit anderen Homerecording-Freunden austauschen.

Software

Neben der Wahl des Equipments ist entscheidend, in welchen Kombinationen Sie es einsetzen. Weiter hinten im Buch werden Sie auf verschiedene Ausbaustufen von Homerecording-Studios treffen. Und auch mit Blick auf das Smart Recording lässt sich das Equipment Schritt für Schritt ausbauen.

Eventuell haben Sie schon einmal die Sprachaufzeichnung in Ihrem Handy benutzt. Stellen Sie sich nun vor, Sie hätten nicht nur die Möglichkeit, Ihre Stimme oder Ihren Gesang aufzuzeichnen, sondern dazu auch Ihre Gitarre aufzunehmen, zusätzlich ein paar Background Vocals einzusingen und das Ganze auch noch zu einem fertigen Song mit Halleffekten und allem »Zipp und Zapp« abzumischen. Wäre es nicht wunderbar, auf solch eine Mehrspurtechnik zurückgreifen zu können? Hier kommt die gute Nachricht: Das ist kein Problem! Sie haben die Qual der Wahl aus zahlreichen kostenfreien und kostenpflichtigen Apps für verschiedene Smartphone-Betriebssysteme.

Recording-Apps für Android-Smartphones

Für Android-Geräte erhalten Sie im Google Play Store eine Vielzahl von Apps, die Ihnen einen guten Einstieg ins Homerecording ermöglichen. Ich empfehle Ihnen für den Anfang, vorerst kostenlose Demo-Versionen auszuprobieren. So machen Sie sich ganz praxisnah mit verschiedenen Konzepten und Fachbegriffen vertraut, ohne dass es Sie einen einzigen Cent kostet. Haben Sie erst eine Lieblings-App gefunden, die Ihrem Verständnis von Musikaufnahmen entspricht, ist es immer noch früh genug, 5,- bis 20,- Euro für eine Vollversion auszugeben.

Zur Zeit von Tonbandaufzeichnungen wurden auf einem Tonband parallel zueinander verlaufende Spuren von Klanginformationen aufgezeichnet und konnten so nacheinander aufgezeichnet (​Overdubbing-Verfahren) und gemeinsam abgespielt werden.

Um solch einfache Mehrspuraufnahmen durchzuführen (beispielsweise eine Percussion-Spur, mehrere Gesangsstimmen und eine Akustikgitarre aufzuzeichnen), benötigen Sie zu Zeiten digitaler Aufnahmetechnik nicht viel Geld und Know-how. Einfach zu bedienende Apps wie ​Aubade Studio sind bereits für vier Euro zu haben und helfen Ihnen, spielerisch Ihren ersten Song zu recorden. Auch eine kostenlose Version steht zum Download bereit. Wenn Sie auf MP3-Export und endlos lange Aufnahmen verzichten können, wird Ihnen sogar die kostenlose Demo-Version dieser App genügen. Mit ihrer Hilfe können Sie sich mit dem Mehrspurverfahren vertraut machen und Techniken wie das Schneiden von Audiospuren kennenlernen oder auch erste Schritte mit einem sogenannten »Piano Roll Editor« machen. Dabei werden in der Vertikalen Klaviertasten angezeigt, die die Tonhöhe anzeigen. In der Horizontalen tragen Sie dann auf einer Zeitleiste für die jeweilige Tonhöhe eine Spielinformation ein, die Start- und Endpunkt sowie Lautstärke und weitere Parameter enthält.

Abb. 3: Aubade Studio DEMO bietet Ihnen einen kostenlosen Einstieg in die Mehrspur-Aufnahmetechnik.

Mein persönlicher Favorit für komplexere Audio-Aufnahmen mit Android-Smartphones ist die App ​Audio Evolution Mobile Studio. Hier wird Ihnen für $ 9,99 ein vollwertiges kleines Softwarestudio geboten, das es in sich hat. Ob Aufzeichnen, Editieren, Arrangieren oder Abmischen – Audio Evolution Mobile DAW ist intuitiv zu verstehen und sogar auf kleineren Smartphone-Touchscreens noch gut zu bedienen.

Abb. 4: Die App Audio Evolution Mobile Studio bietet Ihnen neben einem vollwertigen Arrangier-Modus ...

Abb. 5: ... auch ein ausgereiftes Software-Mischpult.

Sicher hat jede der Apps ihre Stärken und Schwächen, ganz gleich, ob es sich um ​nTrack Studio Pro DAW, oder mit ​FL Studio Mobile um die Smartphone/Tablet-Variante eines vollwertigen Software-Studios handelt. Es gibt keine »beste« Recording-App, sondern nur Apps, die mehr oder weniger Ihren Anforderungen und Ihrem Verständnis von Audioproduktion entsprechen.

Recording-Apps für iOS

Apps für Smartphones und Tablets mit dem iOS-Betriebssystem können Sie in Apples ​App Store erstehen. Das von Apple selbst angebotene Garage Band​ist hier wohl das gängigste Programm, mit dem Apple-Anwender einfache Songs erstellen. Der Vorteil der Software ist, dass sie auch für Mac erhältlich ist. Sollten Sie also Besitzer von iPhone, iPad, Mac & Co. sein, müssen Sie sich auf den verschiedenen Geräten nicht erst langwierig in unterschiedliche Softwarelösungen einarbeiten, wenn Sie auf Garage Band setzen. Ein besonderes Schmankerl von Garage Band sind sicherlich seine maximal 32 parallelen Spuren, seine Loop-Funktion, integrierte Audio-Effekte, spezielle Instrumenten-Editoren und eine Samplebibliothek. (Falls das für Sie wie die sprichwörtlichen böhmischen Dörfer klingt, können Sie sich auf die weiteren Kapitel freuen, in den ich Ihnen zu all diesen Punkten zahlreiche Infos geben werde.)

Abb. 6: Garage Band ist eine vollwertige Recording-Lösung für iOS.

Vergleichbare Apps, die Sie im App Store kaufen können, sind beispielsweise Music Studio oder auch MultiTrack DAW, die Ihnen einerseits über 100 Instrumente, bis zu 127 Spuren sowie zahlreiche Soundeffekte bieten und andererseits den Austausch von Beats aus der Zwischenablage mit anderen Apps ermöglichen. Das Programmieren von Beats, das Aufzeichnen von Gesang oder das Arrangieren und Abmischen kompletter Songs ist mit all diesen Apps kein Problem.

Was Sie beim Kauf einer Recording-App beachten sollten

Es kann vorkommen, dass eine Recording-App die Aufnahmen einer Spur ein wenig zeitlich versetzt zu anderen Spuren aufzeichnet oder wiedergibt. Auf diese Weise ist es schon nach Aufnahme der zweiten Spur fast unmöglich, bei den weiteren Spuren mit der eigenen Performance noch »im Groove« zu bleiben.

Achten Sie deshalb darauf, dass die App Ihrer Wahl über einen ​Verzögerungs- oder ​Latenzausgleich verfügt. In den meisten Fällen finden Sie diese Funktion in den Einstellungen der Software. Nicht selten können Sie den zeitlichen Versatz zwischen den Spuren mit einem integrierten Testsignal und einer leicht zu bedienenden Analysefunktion ausmerzen.

Ist eine solche Funktion nicht gegeben, sollten Sie vor dem Kauf der App erst einmal die Demo-Version der Software testen und ein Dutzend Audiospuren aufzeichnen. Sind diese »​in time« (laufen also ohne zeitlichen Versatz ab), können Sie getrost auf den Latenzausgleich verzichten.

Hilfsprogramme

Eine tolle Sache sind auch zahlreiche Hilfsprogramme wie Stimmgeräte, Akkord- und Transponierhilfen, Texteditoren und vieles mehr, das Ihnen helfen kann, Ihren Recording-Alltag zu vereinfachen. Wenn Sie sich in den entsprechenden App-Stores ein wenig umschauen, werden Sie für nahezu jede Aufgabe, der Sie sich im Homerecording gegenübersehen, ein App-Tool finden, das Ihre Arbeit leichter von der Hand gehen lässt. Und viele dieser kleinen Softwarehelfer sind sogar kostenlos.

Weitere Hilfsmittel

Was nutzt aber das beste Smartphone oder die tollste App, wenn Sie mit Ihren musikalischen Ideen an technische Grenzen stoßen? Denn letztlich sind auch moderne Mobilgeräte immer noch für den alltäglichen Gebrauch konzipiert. Mit Ihrem Wunsch, Ihr Smartphone als Recording-Lösung zu verwenden, befinden Sie sich deshalb bereits im Bereich der Special-Interest-Anwender. Sobald Sie die ersten Homerecording-Schritte gemacht haben, werden Sie deshalb mit großer Wahrscheinlichkeit beginnen wollen, Ihr Recording-Equipment mit verschiedenen Erweiterungen zu optimieren.

Einfache Erweiterungen

Mit entsprechenden Adaptern können Sie beispielsweise Ihr iPhone auf einfache Weise erweitern. So genügt es etwa, wenn Sie an Ihr iPhone ein Audio-Splitkabel anschließen, um zwei Mikrofonsignale gleichzeitig aufzeichnen zu können.

Außerdem kann es vorteilhaft sein, wenn Sie das wiedergegebene Signal bei gleichzeitiger Aufnahme über einen Kopfhörer mithören, statt es über den Smartphone-Lautsprecher abzuspielen. So vermeiden Sie Übersprechungen, also das Einstreuen des gleichzeitig wiedergegebenen Audiosignals in die Aufnahme. Sie sehen schon: Wenn Sie zwei Mikrofone plus Kopfhörer verwenden wollen, werden Sie um ein professionelles Erweiterungs-Kit für Ihr Smartphone oder ein externes Audio-Interface nicht herumkommen.

Abb. 7: Mit einem Audio-Splitterkabel erweitern Sie Ihr Smartphone für die Aufnahme mit zwei Mikrofonen (Quelle: www.gravis.com).

Externe Audio-Interfaces

Sobald Sie Ihr Smartphone oder Ihren Tablet-PC mit einem externen Audio-Interface erweitern, bewegen Sie sich eindeutig im Homerecording-Feld. Die Auswahl reicht hier von der einfachen Audio-Schnittstelle bis zur kompletten mobilen Studio-Ausstattung mit integriertem MIDI-Interface.

Wenn sich Ihnen anfangs noch die Frage stellt, ob Sie sich eine einfachere mobile Recording-Lösung oder ein komplexeres stationäres Homestudio einrichten sollen, spielt das nach einigen Monaten eventuell keine Rolle mehr. Nutzen Sie einfach beides. Es spricht nichts dagegen, unterwegs Aufnahmen anzufertigen, die Sie später in Ihren eigenen vier Wänden aufbereiten und verfeinern.

Abb. 8: Mit externen Audio-Interfaces, wie dem iRig Pro, wird aus Ihrem Smartphone ein mobiles Homestudio (Quelle: www.ikmultimedia.com).

Mit dem ​iRig Pro von ​IK Multimedia haben Sie die Möglichkeit, Mikrofone oder Instrumente an Ihr iPhone, iPad oder auch Ihren Mac anzuschließen und aufzuzeichnen. Auch Apps zur Audioaufnahme, Echtzeit-Stimmbearbeitung und virtuelle Softwareinstrumente und -effekte gehören zum Lieferumfang. Für den Anschluss von Musikinstrumenten und Mikrofonen stehen Ihnen Audio-Eingänge im unsymmetrischen TS-Klinkenstecker- und XLR-Format bereit, aber auch eine DIN-Buchse zum Anschluss von Keyboards oder Controllern via MIDI-Kabel. Sogar der Anschluss von Kondensatormikrofonen, die eine zusätzliche sogenannte »Phantomspannung« benötigen, ist möglich. Falls Ihnen diese Begriffe nichts sagen, können Sie unbesorgt sein! Sie halten das richtige Buch in den Händen, denn Sie werden all diese Anschlussmöglichkeiten in den nachfolgenden Kapiteln genauer kennenlernen.

Externe Mikrofone

Falls Sie in erster Linie Sprach- oder Gesangsaufnahmen machen oder akustische Instrumente aufzeichnen möchten, bisher aber noch kein professionelles Mikrofon besitzen, können Sie Ihr Mobilgerät auch durch spezielle Mikrofon-Lösungen erweitern. Das ​Apogee​MiC Digital Microphone ist ein Beispiel für ein Plug&Play-fähiges USB-Mikrofon für iOS- und OSX-Geräte. Es beinhaltet ein Audio-Interface, das die Klanginformationen in Studioqualität digital wandelt und kommt mitsamt Tischstativ und Digitalkabel daher.

Abb. 9: Externe Mikrofone, wie das Apogee MiC Digital Microphone, können die Aufnahmequalität deutlich steigern (Quelle: www.apple.com).

Sollten Sie bereits ein professionelles Mikrofon besitzen, können Sie Ihr Smartphone oder Tablet auch mit einer Kombination aus Mikrofonvorverstärker und Audio-Interface erweitern. ​iRig PRE von IK Multimedia können Sie nicht nur an iPhone und iPad anschließen, sondern auch an Android-Geräten betreiben. So haben Sie die Möglichkeit, später das passende Mikrofon für Ihren Stimmklang oder Ihre jeweilige Aufnahmesituation zu finden.

Abb. 10: Mit dem iRig PRE können Sie Studiomikrofone an Ihr iPhone oder Android-Smartphone anschließen (Quelle: www.ikmultimedia.com).

Mit diesem kurzen Technik-Überblick über den zurzeit wohl einfachsten Einstieg in die Homerecording-Welt haben Sie sicher schon Lust darauf bekommen, loszulegen. Und richtig so! Denn was nutzen lange Reden über Audioproduktion, wenn nicht auch Taten folgen? In den folgenden Kapiteln stelle ich Ihnen viele Details und Zusammenhänge, grundlegende Techniken und Praktiken sowie eine Unzahl verschiedener Equipments vor.

Schauen Sie sich so früh wie möglich auch die Tipps für einen erfolgreichen Recording-Workflow an (Kapitel 7). Denn auch wenn Sie mit sehr übersichtlichem Equipment arbeiten, wird Ihnen eine gute Planung und Organisation Ihrer Recordings eine große Hilfe sein. So kommen Sie im Handumdrehen zu ersten gut klingenden Aufnahmen und fertigen Mixes.

In den folgenden Kapiteln werden Sie unweigerlich auf eine Menge »Technik-Talk« treffen. Dabei sollten Sie aber nicht vergessen, dass es letztlich um Musik geht. Versuchen Sie, Technik und Techniken stets in den Dienst einzufangender Emotionen und intensiver Performances zu stellen, anstatt sich von Plänen und How-to-Listen leiten zu lassen. Nehmen Sie Tipps an und hinterfragen Sie sie, probieren Sie Dinge aus, gehen Sie auch ungewöhnliche Wege, machen Sie Fehler, lernen Sie daraus und bleiben Sie offen für Neues, aber vor allem: Stürzen Sie sich ins Homerecording!

Teil 1:  Homestudio

»Welche Voraussetzungen muss ich beachten, wenn ich mir ein Homestudio einrichten will?« und »Mit welcher Hardware fange ich überhaupt an?« – dies sind die ersten Fragen, die sich einem angehenden Homestudio-Besitzer stellen. In den folgenden Unterkapiteln finden Sie die Antworten darauf.

Homerecording wird von manchen Audio-Profis belächelt. In einigen Fällen geschieht dies zu Recht: Nicht selten verlassen Aufnahmen die Heimstudiowände, die dem Hobbyproduzenten zwar gefallen, weil er sie selbst erstellt hat, die aber nicht im Geringsten mit gängigen Profiproduktionen mithalten können. Dabei gibt es viele einfache Tricks, mit deren Hilfe Sie einen guten, druckvollen Sound hinbekommen können, der zugleich transparent ist. Das setzt nicht immer ein hohes Budget voraus.

Doch bevor wir zu den Tipps für eine gelungene Aufnahmesession kommen und uns den Tricks im Mix zuwenden, muss nicht nur das nötigste Equipment bereitstehen. Es sollten auch entsprechende räumliche Voraussetzungen geschaffen werden. Wenn Sie all das vernachlässigen, hilft Ihnen auch das größte Budget nichts bei Ihrem Bestreben, einen halbwegs gescheiten Sound für Ihre Aufnahmen zu erarbeiten.

In diesem Teil:

Kapitel 1

Was ist eine DAW?

Kapitel 2

Die passenden Räumlichkeiten

Kapitel 3

Das Mischpult

Kapitel 1: Was ist eine DAW?

DAW​ steht für Digital Audio Workstation​. Sie ist heutzutage der Standard in professionellen wie auch in Heimstudios. Die DAW ist die technische Schaltzentrale, das Kernstück Ihres Heimstudios. Doch macht mich der Besitz eines PCs oder Macs bereits zum DAW-Besitzer? Mitnichten. Da gehört schon etwas mehr dazu. Zum Einsatz kommen für eine DAW ausschließlich ausgewählte Komponenten, die allesamt wirklich eigens für den Audioeinsatz zusammengestellt und für einen reibungslosen Arbeitsablauf aufeinander abgestimmt werden. Nicht jeder Multimedia-PC vom Discounter ist zugleich eine gute DAW – aber er kann es sein.

Sie sehen schon: Computer, Computer und nochmals Computer. Denn mit dem Einzug der Computertechnologie in die Recording-Welt haben Tonbandmaschinen mehr und mehr an Bedeutung verloren, wenngleich es (aus guten Gründen) nach wie vor Verfechter analoger Tonbandaufnahmen gibt.

Nicht nur Puristen und Audiofreaks schwören auf den besonderen, gesättigten Sound, der Tonbandaufnahmen ausmacht. Durch einen physikalischen Streueffekt der magnetischen Ausrichtung der Tonbandpartikel haben Aufnahmen, die analog auf Tonbändern aufgezeichnet werden, eine besondere klangliche »Wärme«. Die aufgenommene Musik (ich schreibe im Weiteren von Audiosignalen) klingt »wärmer«, weil die Signalinformationen weniger exakt und damit weniger technisch klingen, wenn sie wiedergegeben werden. Im musikalischen Volksmund wird sonst auch von einem »kalten«, »sterilen« oder »leblosen« Signal gesprochen.

Know-how

Vom Bandsättigungseffekt​ ist die Rede, wenn ein leicht übersteuertes Signal auf Tonband aufgezeichnet wird. Dies führt zu einer nicht exakten Ausrichtung der Partikel eines Magnettonbands und verleiht dem Audiosignal bei der Wiedergabe einen »warmen« und »satten« Sound.

Das geht so weit, dass Sie mittlerweile etliche Geräte auf dem Markt finden, die Ihnen dabei helfen, die »kalten« Signale Ihrer Digitalaufnahme technisch so zu bearbeiten, dass sie »wärmer« klingen. Dabei wird dann beispielsweise der Bandsättigungseffekt einer Tonbandaufnahme nachempfunden und von einer Software in die als »leblos« empfundenen Aufnahmen hineingerechnet. Mitunter finden auch Überspielungen statt. So können etwa Schlagzeugaufnahmen mit einer Tonbandmaschine aufgenommen werden, um tatsächlich einen gesättigten Sound zu erhalten. Diese Aufnahmen können später auf ein digitales Medium kopiert werden. Der Klang der Bandsättigung bleibt erhalten und wird digital optimal konserviert. Manches Mal wird auch andersherum vorgegangen: Digitale Aufnahmen werden dann auf ein Tonbandgerät gemastert, also während der Endbearbeitung überspielt, um einen natürlichen und »warmen« Gesamtsound zu erhalten.

Das alles ist stark durch Hörgewohnheiten beeinflusst, die wir über viele Jahrzehnte entwickelt haben, in denen Tonbänder die vorherrschenden Medien für die Speicherung von Audiosignalen waren (z. B. auf Musikkassetten). Ganz außer Acht lassen möchte ich die Bandsättigung deshalb nicht. Sie wird Ihnen später im Buchabschnitt über das Mixen und das Mastering Ihrer Aufnahmen wieder begegnen.

Doch zurück zur DAW. Gegenüber einem riesigen Studio hält diese viele Vorteile für Sie bereit. Sie benötigen beispielsweise kein riesiges Mischpult, und auch teure wie große Bandmaschinen müssen nicht angeschafft werden. Viele Instrumente und Effekte können direkt »aus dem Rechner« kommen, was Ihnen einen Batzen Geld und jede Menge Zeit spart. Die Bezeichnung »DAW« selbst zeigt Ihnen schon, was dieses Gerät ausmacht:

Mit Ihrer DAW speichern und bearbeiten Sie Daten digital.

Eine DAW ist für das Aufnehmen, das Bearbeiten und die Wiedergabe von Audiosignalen optimiert.

Ihre DAW ist eine Workstation, die harte Arbeit verrichtet und deshalb robust und zuverlässig sein muss.

Werfen Sie einen Blick auf Abbildung 1.1. Sie zeigt Ihnen den Startpunkt für die Einrichtung Ihres Homestudios. Wenn wir einmal annehmen, dass Sie ein Paar Multimediaboxen oder einen Kopfhöreranschluss an Ihrer Soundkarte haben, reicht dieses Setup für den allerersten Anfang bereits. Ohne externes Equipment könnten Sie mit einem solchen System virtuelle Instrumente programmieren, deren Sound im Rechner mixen und eine CD mit den Musikstücken brennen. Fertig! Wie Sie bei diesen Schritten vorgehen, erfahren Sie in den nächsten Kapiteln.

Abb. 1.1: Homestudio (Stufe 1)

Deshalb schauen wir uns einmal an, welche Komponenten Sie für die Zusammenstellung einer DAW benötigen und wie diese beschaffen sein sollten.

1.1  Wahl des Betriebssystems

Häufig wird in Tonstudios für die Audiobearbeitung auf Apple-Macintosh-Systeme zurückgegriffen, da diese ursprünglich bereits standardmäßig mit zuverlässigen SCSI-Controllern zur Steuerung des Datenflusses ausgestattet waren. Doch auch mit einem IBM-kompatiblen PC können Sie sich längst eine verlässliche DAW aufbauen. Die Pakete von modernen Softwarestudios, wie Steinbergs Cubase und Ableton Live, enthalten Installationsversionen für beide Rechnerarten. So sind Sie mit dem Kauf einer zentralen Studiosoftware in den meisten Fällen plattformunabhängig.

Da ich davon ausgehe, dass Sie als Leser dieses Buches mit großer Wahrscheinlichkeit bereits Heimanwender im Bereich PC mit einem Windows-Betriebssystem​ sind, gehe ich im Weiteren hauptsächlich auf diese Rechnerart ein. Dabei ist es nicht ganz unerheblich, ob Sie ein älteres Betriebssystem wie Windows 8​ oder neuere Versionen wie Windows 10​ verwenden. Und auch die Rechner-Architektur (32 Bit/64 Bit) macht einen Unterschied. Heutzutage kommen in Recording-Umgebungen nahezu ausschließlich Betriebssysteme mit 64-Bit-Versionen zum Einsatz, die es Ihnen ermöglichen, deutlich mehr als 8 MB RAM zu verwenden. Ein zu verschmerzender Nachteil liegt allerdings darin, dass zahlreiche (vor allem ältere) kostenlose Plug-ins unabhängiger Entwickler nicht speziell für 64-Bit-Umgebungen konzipiert wurden. Wenn Sie ein zukunftssicheres System einrichten möchten, führt kein Weg am Einsatz von Windows 10​ als sichere Betriebssystemvariante vorbei. Dabei können Sie getrost auf die weniger umfangreiche Standard-Version zurückgreifen, da nach meiner Erfahrung keine der zusätzlichen Funktionen der Professional-Versionen für das Betreiben einer DAW notwendig ist. In jedem Fall sollten Sie aber Sorge tragen, dass Service Packs und Updates stets installiert sind.

1.2  Die Minimalanforderungen

Bei der Festlegung von Minimalanforderungen​ für die Zusammenstellung von PC-Komponenten für Ihre DAW müssen Sie sich Gedanken darüber machen, was Ihre Workstation leisten soll und muss. Dabei sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

Wie viele Spuren sollen simultan aufgenommen werden?

In welcher Qualität möchte ich aufnehmen?

Soll das aufgenommene Material während der Aufnahme zeitgleich über den Audioausgang des Rechners/des Audio-Interface mitgehört werden?

Wie ausbaufähig soll die DAW sein?

Wie viel Zeit verbringe ich mit der DAW?

Und natürlich:

Welches Budget habe ich zur Verfügung?

Für die Auswahl von Prozessorleistung, Arbeitsspeicher, Festplatte und die Wahl eines passenden Audio-Interface ist es nach wie vor entscheidend, dass Sie sich Gedanken um Spurenanzahl und Signalqualitäten machen.

Sie wollen Zahlen sehen? Auch wenn die Auswahl stark von den gewählten Komponenten und der zu verwendenden Software abhängt, kann ich an dieser Stelle als Richtwerte die Mindestanforderungen für den Betrieb eines Softwarestudios wie Cubase​ angeben:

Komponente

PC

Mac

Betriebssystem

64-bit Windows 10

OS X / mac OS ab Version 10.14

Prozessor/CPU

Intel Core-i-Serie / AMD Ryzen Multi-Core

Intel Core-i-Serie

Arbeitsspeicher/RAM

4 bis 8 GB

Festplatte/HD

mind. 35 GB

Monitorauflösung

mind. 1440 x 900 Pixel

Grafikkarte

WDDM 2.0 Support und DirectX 10

Netzwerk

Verbindung zum Internet benötigt

Anschlüsse

USB benötigt

Tabelle 1.1: Minimale Systemvoraussetzungen

Dies wird jedoch nicht ausreichen, um zusätzlich aufwendige Sampler und weitere Programme parallel laufen zu lassen. Allein die empfohlenen Systemanforderungen für den Standalone-Betrieb eines Samplers wie Native Instruments Kontakt liegen mittlerweile bei mindestens 4 bis 6 GB Arbeitsspeicher. Für die mitgelieferten Samples wird außerdem ein freier Festplattenplatz von 55 GB benötigt. Und mit jedem Jahr wachsen die GB-Zahlen der Systemvoraussetzungen mehr und mehr. Berücksichtigen Sie diese Umstände, wenn Ihr Audiosystem ausbaufähig bleiben soll.

1.3  Mainboard

Abb. 1.2: Die Schaltzentrale (Quelle: www.aaeon.com)

Das Mainboard​ (auch Motherboard​) ist die Hauptplatine des Computers. Auf ihm laufen alle »Fäden« zusammen. Als Schaltzentrale ist das Board der zentrale Faktor für die Leistung des Systems sowie für dessen Erweiterbarkeit. Ein gutes Mainboard für Ihre DAW ist also eine Investition in die Zukunft Ihres Heimstudios.

Beim Kauf eines Mainboards sollten Sie allerdings bereits wissen, welche Komponenten Sie darauf einsetzen wollen. In gewisser Weise müssen Sie das Pferd also zugleich von vorn wie von hinten aufzäumen.

Am besten erstellen Sie sich hierfür eine Liste mit allen für die DAW benötigten Bestandteilen (insbesondere der Erweiterungskarten). Hierzu können PCI​-Karten ebenso zählen wie verschiedene Ausführungen von PCIe​-Karten. Da ich Ihnen nur raten kann, aufgrund der vergleichsweise schlechten Audioqualität von der Benutzung integrierter Onboard-Soundkarten abzusehen, sollten Sie einen Slot für eine USB- oder FireWire-Controller-Karte einplanen. Sobald Sie über den Anfänger-Status hinaus sind, wird sich die Berücksichtigung dieses freien Extra-Steckplatzes auszahlen.

Für ein zukunftssicheres System sollten Sie auf ein Mainboard mit entsprechend vielfältigen PCI-Express​-Steckplätzen setzen. Empfehlenswert ist etwa das Vorhandensein von mindestens zwei PCI-Express-4.0-Slots, da diese einen mehr als sechsmal so schnellen Datentransfer ermöglichen wie herkömmliche PCIe-1.0-Slots.

Beinahe alle Mainboards sind für bestimmte Prozessoren-Sockel konzipiert. Deshalb ist bei der Wahl Ihres DAW-Mainboards die Ausführung des darauf enthaltenen Sockels ein wichtiges Kriterium. Dieser Sockel hält den Prozessor, der die Rechenleistung für alle Vorgänge des Computers ausführt, und verbindet ihn mit den übrigen Komponenten des Systems. Hinweise darüber, welche Prozessoren und welche Sockel für den Betrieb mit einer bestimmten Audiosoft- und -hardware empfohlen werden, finden Sie in den Online-FAQs und auf den Internet-Supportseiten der Hersteller (beispielsweise Steinberg, Ableton, RME oder Focusrite).

Entscheidend kann auch der Chipsatz​ selbst sein, der auf dem Board oder den verbauten Erweiterungskarten verwendet wird. Die Chipsets bestimmen, wie gut (oder wie schlecht) die Kommunikation zwischen einzelnen Komponenten des Computers ist. Hier sind große Leistungsunterschiede möglich. Wenn Sie die Zusammenstellung Ihrer DAW planen, sollten Sie sich beim Musikalienhändler oder dem Hersteller der Soundkarte oder des Audio-Interface Ihrer Wahl erkundigen, welcher Chipsatz sich in Kombination mit dem jeweiligen Audioprodukt besonders eignet.

Beim Kauf von Einzelteilen sollten Sie nicht nur darauf achten, wie viele Steckplätze Sie benötigen und in welches Gehäuse das Mainboard eingebaut werden soll. Auch die genaue Bezeichnung des Boards ist entscheidend, da es die aktuellen ATX​-Boards (= Advanced Technology Extended) in vielen verschiedenen Größen gibt (ATX, MicroATX, Mini-ATX).

Know-how

Je weniger Steckplätze Sie belegen, desto einfacher wird für das Mainboard die Verwaltung der IRQs​. Dies sind spezielle »Leitungen«, über die einem Prozessor regelmäßig mitgeteilt wird, dass er zu bestehenden Berechnungen weitere Aufträge erhält, die er kurzfristig bearbeiten soll (beispielsweise zur Ausführung von Steuerbefehlen).

Durch diese Unterbrechungsanforderungen wird innerhalb eines PC das (nahezu zeitgleiche) Zusammenspiel der Komponenten sichergestellt. Zu diesem Zweck steht eine begrenzte Anzahl von IRQs zur Verfügung. Müssen zu viele Geräte verwaltet werden, haben moderne Mainboards die Möglichkeit, IRQs auf mehrere Geräte zu verteilen (Interrupt-Sharing). Für einen stabil laufenden und leistungsfähigen Audiorechner gilt: Je weniger IRQ-Sharing erforderlich ist, desto stabiler die DAW-Performance. Hinweise zur IRQ-Optimierung finden Sie in der Regel im Manual Ihres Mainboards.

Lassen Sie sich nichts andrehen! Als Anfänger kann es Ihnen sonst durchaus passieren, dass Sie ein ATX-Board in den Händen halten, das Sie in einen Tower für Micro-ATX-Boards einbauen wollen. Deshalb: Am besten alles zuvor schriftlich planen und vom Computerfachmann checken lassen.

Ein wichtiger Faktor für die Auswahl eines Boards kann bei Prozessoren ohne integrierten Speichercontroller auch die Geschwindigkeit des Frontside-Bus​(FSB​) sein. Er ist die Verbindung zwischen CPU und Chipsatz, also zwischen Recheneinheit und Schaltzentrale. Die Taktfrequenz des FSB bestimmt, wie schnell zu verarbeitende Daten zum Prozessor gelangen können. Vergleichen Sie die entsprechenden Werte verschiedener Boards und entscheiden Sie sich im Zweifel für die schnellste Variante, damit anfallende Daten von Ihrer DAW in Zukunft so schnell wie möglich verarbeitet werden können.

Die Möglichkeit, aktuelle BIOS​- und ​UEFI-Versionen und -Updates auszuführen, sollten Sie bei der Auswahl eines Mainboards einplanen. Da BIOS bzw. UEFI die Kommunikation zwischen den einzelnen Komponenten steuern und auf Ihre DAW einiges an Arbeit zukommt, sollten Sie nicht am falschen Ende – sprich am Mainboard – sparen. Wenn Sie auf einen Markenhersteller zurückgreifen, machen Sie sicher nichts falsch.

1.4  BIOS / UEFI

Abb. 1.3: Der innerste Zusammenhalt eines PC – das BIOS

BIOS​ steht für Basic Input Output System. Es ist bei x86-PCs in einem nicht-flüchtigen Speicher, dem Flash-EPROM​, abgelegt und dient zur Steuerung der angeschlossenen Hardwarekomponenten untereinander. Die folgenden Punkte werden beim Start eines IBM-kompatiblen PC vom BIOS ausgeführt:

POST (Power On Self-Test)

Hardwareinitialisierung

ggf. BIOS-Passwortabfrage

ggf. Festplattenpasswortabfrage

Startbildschirmanzeige (inkl. Systemwerte)

Auswahlmöglichkeit des BIOS-Setups

BIOS-Erweiterungen aufrufen, wie etwa

RAID-Umgebung

SCSI-Umgebung

Grafikkarten

Netzwerkkarten

Auswahl der Bootquelle für das Laden des Betriebssystems

Software-Bootloader von der Bootquelle laden

ggf. Anzeige des Bootmanagers, sofern mehr als ein Betriebssystem installiert ist

Achten Sie beim Start Ihres Computers genau auf die Anzeige des BIOS. Hier wird Ihnen in 99,99 Prozent aller Fälle die Tastenkombination angezeigt, mit der Sie während des Computerstarts in das BIOS gelangen können, um Änderungen vorzunehmen.

BIOS-Update

Da sich das BIOS zumeist auf dem EPROM-Flash-Speicher befindet, spricht man beim Ersetzen des Flash-Speicher-Inhalts, also dem Aktualisieren des BIOS, auch vom Flashen des BIOS. Aber Vorsicht! Misslingt das Flashen, haben Sie ein Problem. Denn ein Computer ohne BIOS kann nicht funktionieren. In einem solchen Fall muss häufig der komplette Chip ausgetauscht werden, der normalerweise das BIOS enthält bzw. enthalten sollte. Sofern Sie kein erfahrener Anwender sind, rate ich Ihnen deshalb vom eigenhändigen BIOS-Update​ ab.

BIOS-Nachfolger

Mit EFI​ bzw. ​UEFI ist bereits eine Nachfolgeform für die seit Jahren in Betrieb befindlichen verschiedenen BIOS-Softwareversionen entwickelt worden. UEFI soll die Vorteile moderner 64-Bit-Systeme besser nutzen können.

1.5  CPU

Abb. 1.4: Rechenkünstler (Quelle: www.intel.com)

Bei der Wahl des Prozessors​ gibt es selbstverständlich keine Beschränkung nach oben. Je schneller, desto besser. Bis vor einigen Jahren wurden aufgrund der für die Audiobearbeitung benötigten Fließkommarechnung​ (genauer Gleitkommazahlrechnung​; einer speziellen Arbeitsweise der Rechnereinheit) Intel-Prozessoren​ denjenigen von AMD vorgezogen. Heute können Sie diese Unterschiede bei der Kaufentscheidung Ihres Prozessors aber vernachlässigen. Zur Prozessorwahl gehört zweifelsohne die Budgetfrage. Auch hier gilt: am besten vom Experten vor Ort beraten lassen, da die Entwicklung der Produkte auf diesem Sektor derart rasend schnell ist, dass viele Händler in ihren Prospekten oder Katalogen tatsächlich keine Preise mehr abdrucken, sondern den Hinweis »Tagespreis erfragen« anbringen.

Eine Möglichkeit, ein leistungsfähiges System aufzubauen, das mühelos mit der speicher- und prozessorintensiven Anwendung verschiedener, simultan laufender Programme und Prozesse umgehen kann, ist zurzeit die Verwendung von Mehrkern-Prozessoren.

Übertakten

Etliche Computerfreaks versuchen, mehr aus ihrem Equipment herauszuholen, als dafür vorgesehen ist. Im Bereich der Prozessoren heißt dies Übertakten​(Overclocking​). Hierbei wird die CPU durch das Erhöhen des Systemtakt​-Multiplikators oder Erhöhen des Systemtakts selbst mit einem Takt betrieben, der eigentlich zu hoch für den Prozessor ist.

Dies kann nicht nur zum Tod des Prozessors führen, sondern sich auch auf andere Bauteile des Systems auswirken. Gemessen daran, dass die CPU nicht die allein wichtige Komponente Ihres Systems ist und die Preise in diesem Bereich ständig fallen, kann ich Ihnen von diesem Risiko nur abraten. Sollte ein Prozessor während eines intensiven Spielspaßes das Zeitliche segnen, ist das zwar ärgerlich, aber sicher kein Weltuntergang. Passiert Ihnen dies während einer Recording-Session, die Sie mit Ihrer Band durchführen, nachdem Sie tagelange Vorbereitungen hinter sich haben und die Bandkollegen sich für die Aufnahmen freigenommen haben, sieht das schon anders aus. Das ist nur ein Beispiel, aber in der Praxis kommt es häufig zu diesen Konstellationen, für die eine Prozessorübertaktung schlichtweg ein unkalkulierbares Risiko darstellt. Deshalb mein Rat: Finger weg von CPU-Übertaktungen!

1.6  RAM

Abb. 1.5: Arbeitsspeicher (Quelle: www.kingston.com)

Die Abkürzung RAM​ steht für Random Access Memory und bezeichnet den Arbeitsspeicher​ eines Computers. Er dient Ihrem Rechner als Daten- und Programmspeicher und hält den Prozessor »auf Trab«, indem er ihn möglichst schnell und reibungslos mit neuen Daten versorgt. Hier sollten Sie so viel GB in Ihre DAW einbauen, wie Mainboard und Betriebssystem handhaben können. Achten Sie deshalb auch beim Kauf eines neuen Mainboards darauf, dass es Arbeitsspeicherriegel von der gewünschten Größe und Bauart verarbeiten kann. Denn heutzutage sind 4 bis 6 GB RAM für die Arbeit mit einigen Softwaresamplern nicht selten zu wenig.

Ein weiteres Kaufkriterium für die Speichermodule sollte sein, wie schnell ihr Speicher vom Mainboard versorgt werden kann, wie schnell der Speicher also Daten lesen und wieder »ausspucken« kann. Hiervon hängt ab, wie gut Prozessor und RAM-Speicher zusammenarbeiten können. Achten Sie deshalb darauf, mit welcher Taktzahl der Arbeitsspeicher arbeitet. Sie sollten auch sicherstellen, dass der Takt der RAM-Riegel dem des Frontside-Bus​ entspricht. Kenner schwören außerdem darauf, Arbeitsspeicher ausschließlich von Markenherstellern zu kaufen.

1.7  HDD

Abb. 1.6: Festplatten – und Solid State Drive (Quelle: www.sony.com.au)

Auf Harddisk Drives​(HDD​) werden alle Daten und Anwendungen Ihres Computersystems gespeichert und vorgehalten, wie zum Beispiel das Betriebssystem, das Softwarestudio Ihrer Wahl, unzählige Einzeldateien von Sample-Libraries sowie von Ihnen gespeicherte Daten von Aufnahmen und Bearbeitungen Ihrer Songs.

Wie beim Arbeitsspeicher, so sollte für Sie auch bei der Wahl der Festplatte​(n) gelten, dass die Größe nur von Ihrem Geldbeutel beschränkt werden darf. Nicht nur, dass Sie für die Aufnahmen, diverse Mixes Ihrer Songs und die gemasterten Versionen ordentlich Platz einrechnen müssen – hier können schnell einige GB zusammenkommen –, vielmehr benötigen Sie auch für die Installation so mancher Sample-Library etliche Gigabyte (Beispiel von oben: Kontakt mit 55 GB Sampleinstallation). Auch sollten Sie sich vor Augen halten, dass schon bei CD-Qualität (44,1 KHz/16 Bit/Stereo) jede Minute eines Audiotracks 10 MB groß ist. Rechnen wir dies für eine vier Minuten lange Mehrspuraufnahme mit 16 Monospuren hoch, haben sich schon bis zu 320 MB für diesen Song angesammelt. Deshalb heißt das Motto für die GB-Größe der Harddisk: Nicht kleckern, sondern klotzen!

Achten Sie auch auf den Festplattencache​. Dieser Zwischenspeicher kann durchaus sehr unterschiedlich ausfallen. Bei zwei ansonsten gleichwertigen Harddisks sollten Sie bei Ihrer Kaufentscheidung auch diesen Faktor mit einbeziehen.

Eine weitere wichtige Größe, die Sie beim Kauf einer Festplatte berücksichtigen sollten, ist das Datentransfervolumen​. Es ist entscheidend für die Datenmenge, die Ihre DAW später vom Wandler zur Festplatte schicken kann. Nicht nur für Mehrspuraufnahmen gilt auch hier: Je mehr Daten durchgeschickt werden können, desto besser.

Während es bis vor einigen Jahren angebracht war, auf die Umdrehungsgeschwindigkeit​ einer Festplatte hinzuweisen, arbeiten heute die meisten HDs mit 7200 Umdrehungen pro Minute.

Wenn Sie das nötige Kleingeld übrig haben und sich bereits gut mit Computern und Festplatten auskennen, kann ich Ihnen für Ihre DAW die Anschaffung eines Raid-Systems​ nahelegen. Es sorgt für eine geringere Ausfallwahrscheinlichkeit der Datenspeicher. Am besten lassen Sie sich dazu von einem Computerfachmann beraten.

Datenrettung

Im Falle des Komplettausfalls Ihrer Festplatte(n) haben Sie natürlich ein ernsthaftes Problem. Angenommen, es liegen zahlreiche Stunden schwieriger Aufnahmen hinter Ihnen, die Sie viel Schweiß und Nerven gekostet haben. Und nun soll alles futsch sein? Deshalb sollten Sie regelmäßig Wiederherstellungspunkte Ihres Betriebssystems anlegen und Backups durchführen, bei denen Sie relevante Daten auf DVDs oder in einer Cloud speichern und archivieren. Besser noch, Sie greifen auf weitere Festplatten zur zusätzlichen Datensicherung zurück. All das werden nur diejenigen Glücklichen belächeln, denen ein solcher Festplattencrash​ bisher versagt geblieben ist. Doch in solchen Fällen gibt es manchmal noch Hoffnung:

Bei Problemen mit dem Betriebssystem: Versuchen Sie einen Wiederherstellungspunkt zu laden.

Bei Datenverlust: Versuchen Sie Daten mithilfe von Recovery-Tools wieder herzustellen.

Bei Komplettausfall des HDD: Kontaktieren Sie ein Speziallabor für Datenrettung​ (z. B. Convar, Ibas, Kroll Ontrack oder Vogon).

Mögliche Fehlerquellen hierfür können sein:

Headcrashs​ (Schreib-/Lesekopf setzt auf Speicherplatte auf) – Prävention: Vermeiden Sie Erschütterungen des Rechners, insbesondere während des Betriebs.

Übermäßige Hitze – Prävention: Bringen Sie bei dauerhaftem Betrieb Kühlrippen oder eigene Kühler an die Festplatten an. Lassen Sie zwischen zwei eingebauten Festplatten ausreichend Platz frei, um für Wärmeabfuhr zu sorgen.

Überspannung​ der Versorgungsspannung – Prävention: Lassen Sie das Netzteil Ihres Rechners überprüfen und ggf. austauschen.

Überhitzung

Bedenken Sie, dass eine Festplatte bei Dauerbetrieb enorme Wärme produziert. Diese Hitze muss entweichen können, sonst verabschiedet sich die Festplatte früher oder später.

Sofern Sie zu den »Audio-Extremsportlern« und/oder Sicherheitsfanatikern gehören, können Sie auch separate Lüfter an Ihre Harddisks montieren. Ob das tatsächlich notwendig ist, können Sie jedoch am besten selbst entscheiden. Als Entscheidungshilfe kann die Montage eines Wärmefühlers dienen, wie er bei vielen Control-Panels​ enthalten ist. Der Support des Festplattenherstellers kann für gewöhnlich Auskunft darüber geben, ob die gemessene Temperatur kritisch oder im Bereich des Üblichen ist.

Abb. 1.7: Zusätzliche Kühlrippen mit integrierten Lüftern für die Festplatte (Quelle: www.vantecusa.com)

Eine andere Lösung ist das Anbringen von zusätzlichen Kühlkörpern​ an den installierten Festplatten. Zum Ableiten der Festplattenwärme können Sie die durch Festplatten und weitere Bauteile entstehende Wärme auch mithilfe von Gehäuselüftern aus dem DAW-Tower herausführen und so ein Überhitzen der Harddisk Drives vermeidet.

Aktiv gekühlt/passiv gekühlt

Eine passive Kühlung​​ bewirken Sie, ganz gleich ob bei Grafikkarten, RAM-Speicher, Festplatten oder anderen PC-Komponenten, durch das Anbringen von Wärme ableitenden Kühlkörpern. Diese weisen durch ihre Kühlrippen eine größere Gesamtoberfläche auf und können die entstehende Wärme deshalb besser an die sie umgebende Luft ableiten.

Eine aktive Kühlung​​ erzeugen Sie durch den Einbau eines mit Rotorblättern versehenen elektrischen Lüfters oder durch eine Wasserkühlung. Sie kann temperaturgesteuert, manuell geregelt oder auch mit gleichbleibender, fest eingestellter Leistung betrieben werden.

1.8  Grafikkarte

Abb. 1.8: Einfache, passiv gekühlte Grafikkarte mit Quad-Head (Quelle: www.matrox.com)

Um einen Monitor anschließen zu können, benötigen Sie für die Darstellung nicht unbedingt eine Grafikkarte​. Viele Mainboards bieten heute bereits »von Haus aus« die von Ihnen benötigten zwei Monitoranschlüsse. Während Grafikkarten für Games wie auch für die Videobearbeitung mittlerweile höchste Ansprüche erfüllen müssen, brauchen sie für Ihre DAW nicht zwingend außerordentlich leistungsstark zu sein. 3-D-Fähigkeit und Ähnliches können Sie also getrost vergessen.

Dennoch sollten Sie nicht aus den Augen verlieren, was Sie bei der Auswahl der Rechnerkomponenten stets in den Vordergrund stellen: Die Komponenten sollen Audiodaten hochwertig, schnell und effizient aufnehmen, bearbeiten und ausgeben können. Das heißt, dass es ab einem gewissen Punkt Ihrer Tätigkeit als Heimproduzent zu einer enormen Belastung für Arbeitsspeicher und CPU kommen kann. Ein wichtiges Kriterium ist deshalb Entlastung. Versuchen Sie, durch die Auswahl der Rechnerkomponenten die zentralen Bauteile RAM und CPU so weit wie möglich zu entlasten. So könnten Sie etwa eine Grafikkarte danach auswählen, dass sie möglichst viel eigenen RAM-Speicher mitbringt, 1 GB oder mehr.

Außerdem ist die Frage wichtig, ob Sie mit einem oder mit zwei Monitoren arbeiten wollen. Meine Empfehlung ist hier ganz klar: Sofern Sie mit einem aufwendigen Softwarestudio wie beispielsweise Cubase arbeiten wollen, ist ein zweiter Monitor unerlässlich. Ihre Arbeit wird um einiges schneller vonstattengehen, wenn Sie die Ansicht nicht zwischen Projekt-Fenster und virtuellem Mischpult umschalten müssen, sondern stets beide zugleich im Blick haben können.

Für den Doppelmonitorbetrieb ist eine Dual-Head-Grafikkarte​ empfehlenswert. Diese bietet Ihnen dann zwei Monitor-Anschlüsse (Heads). Neben dem standardmäßigen VGA-Anschluss​ bieten moderne Grafikkarten DVI-Anschlüsse​. DVI steht für Digital Visual Interface und bietet gegenüber den VGA-Schnittstellen für analoge Signale bessere Bildqualität (auch bei langen Kabelwegen) und besonders hohe Auflösungen. Außerdem können Daten digital übertragen werden, wodurch höhere Auflösungen möglich werden. Die Grafikkarte, die Sie am Beginn dieses Unterkapitels in der Beispielabbildung 1.8 sehen, verfügt beispielsweise über vier miniDP-Anschlüsse für DisplayPort-auf-DVI-Adapter.

Auf dem aktuellen Stand sind Sie aber erst mit einer Grafikkarte, die mit HDMI​-Anschlüssen ausgestattet ist. HDMI steht für High-Definition Multimedia Interface. Diese Technik bietet gegenüber DVI viele Vorteile, wie beispielsweise gestochen scharfe hohe Auflösungen. HDMI 2.0-Signale können auch für eine größere Farbtiefe und eine fließendere Bewegungsdarstellung sorgen und mit neueren Bildschirmformaten (bspw. 21:9) umgehen. Außerdem können Sie Ausschau nach Geräten mit DisplayPort​-Anschlüssen halten. Ab der Version 1.3 können Sie dabei mindestens zwei Monitore in Reihe miteinander verbinden.

1.9  Monitor(e)

Dies bringt uns zur darstellenden Fraktion. Die tollste Grafikkarte nutzt Ihnen nichts, wenn deren hochauflösende Darstellung auf dem Monitor​ nicht mehr zu erkennen ist. Ich kann Ihnen deshalb nur empfehlen, auf zwei 23-Zoll- oder 24-Zoll-Monitore zurückzugreifen. Ein einzelner 27-Zöller kann sich schnell zum Problem für Ihre Arbeit entwickeln. Fahren Sie auf ihm eine hohe Auflösung, so können Sie kaum etwas erkennen. Setzen Sie die Auflösung herab, steht Ihnen effektiv weniger Platz auf dem Bildschirm zur Verfügung. Da ein Mehrspurprojekt erfahrungsgemäß schnell anwachsen kann, müssen Sie sich dann auf einige Arbeit mit der Computermaus gefasst machen. Das verdeutlicht, dass es besser ist, zwei 28-Zoll-»Aquarien« zu benutzen, als eine verkrampfte Hand bei der Mausbedienung zu bekommen.

In Abbildung 1.9 sehen Sie eine Darstellungsmöglichkeit für eine Sequenzersoftware mit integriertem Softwaremischpult. Sie haben beinahe alles, was Sie benötigen, auf einen Blick und müssen nicht ständig zwischen den verschiedenen Softwareinstanzen hin und her schalten. Gerade dann, wenn Ihre Projekte komplexer sind, wird ein Doppelmonitor-Setup für Sie nicht mehr aus dem Homestudio-Alltag wegzudenken sein.

Abb. 1.9: Alles auf einen Blick – Screenshot eines Doppelmonitorsystems

Hinweis

Zur Not tun es auch zwei unterschiedliche Monitore. Beachten Sie aber, dass es dann zu Problemen bei der Angleichung der Farbwerte kommen kann. Selbst dann, wenn Sie in den Darstellungs-Setups der Monitore gleiche Farbprofile auswählen, ist nicht gewährleistet, dass das Bild bei identischen Farb-, Kontrast- und Helligkeitseinstellungen auch auf beiden Monitoren gleich aussieht. Unterschiedliche Monitormodelle (zumal, wenn sie auch noch von verschiedenen Herstellern stammen) führen zu unterschiedlichen Darstellungen.

Abb. 1.10: Homestudio (Stufe 2)

1.10  Laufwerke

CD-ROM-Laufwerke​ waren gestern. Heute werden DAWs natürlich mit DVD​-fähigen Kombigeräten ausgestattet, die sowohl CDs als auch DVDs lesen und schreiben können.

Das DVD-ROM-Laufwerk ist ein zentraler Bestandteil Ihrer DAW, da Sie mit ihm auch regelmäßige Sicherungen Ihrer Projektdaten durchführen können, die Sie nach Abschluss eines Homerecording-Projekts archivieren sollten. So können Sie jederzeit auf ältere Aufnahmen zurückgreifen, ohne eine allzu große Datenhalde auf Ihren Festplatten anzuhäufen.

Qualitätskriterien für die Auswahl von DVD-ROM-Laufwerken sind:

die durchschnittliche Umdrehungsgeschwindigkeit (möglichst hoch)

die Fehlerkorrektur (möglichst gut)

die Zugriffszeit (möglichst gering)

die Brenngeschwindigkeit (möglichst hoch)

die Anzahl der Layer (optimal: Double-Layer für knapp 8 GB Daten)

Sollen anstelle zeitgemäßer DDP-Images außerdem Presswerk-reife Master-CDs gebrannt werden, empfiehlt es sich, auf Markengeräte mit eigener Analyse-Software zurückzugreifen. Der Hersteller ​Plextor bietet für zahlreiche seiner hochwertigen Brenner beispielsweise die Hilfsprogramme ​PlexTools und ​PlexUtilities an.

Für die Datensicherung kommen außerdem noch Festplatten in Betracht, die für Datenarchive entworfen wurden, wie beispielsweise die Seagate-Archive-8-TB-Festplatten, die sich vor allem bei sehr großen Datenmengen anbieten.

Abb. 1.11: Helfer für Datenaustausch und Datensicherung (Quelle: www.cmsdistribution.com)

Master-CDs

Zum Justieren der Maschinen für eine CD-R-/DVD-R-Produktion müssen Tausende von Rohlingen durch diese hindurchlaufen. Die Ausschussware wird dann als No-Name-Rohlinge günstiger als die geprüfte und für gut befundene Markenware angeboten. Die beste Haltbarkeit von CD-Rs liegt bei Rohlingen mit gelb-goldener Unterseite vor. Diese aus Phthalocyanin und (für die Reflexionsschicht) einer Legierung aus Gold und Silber bestehende CD-R-Ausführung kann auf Basis von Belastungstests das längste Leben für Ihre Daten gewährleisten.

1.11  Speicherkarten

Abb. 1.12: Kleiner Datenhelfer Flash-Cards (Quelle: www.bechtle.de)

Für den Transport kleinerer Datenmengen eignen sich besonders gut USB-Sticks​ und Speicherkarten​, die in den verschiedensten Formaten erhältlich sind. Der Transport größerer Datenmengen ist mit dem Aufkommen von Speicherkarten wesentlich erleichtert worden. Speicherkarten sind ein vergleichsweise sicherer Speicher, da sie recht unempfindlich gegenüber hohen und niedrigen Temperaturen sind. Sie benötigen keine eigene Stromversorgung, da sie, wie der Name CompactFlash​ verrät, auf der Bauweise von Flash-Speichern basieren. Vor allem typische Multimediarechner sind heutzutage standardmäßig mit Leseslots für Speicherkarten bestückt. Selbstverständlich ist auch ein nachträglicher Einbau möglich. Dieser findet häufig durch eine Blende in der Towerfront statt. Das bekannteste und am weitesten verbreitete Format ist aber wohl die ​Secure Digital Memory Card (​SD).

SD-Karten unterscheiden sich vor allem hinsichtlich ihrer ​Schreibgeschwindigkeit, die durch den ​Datendurchsatz der Karte begrenzt wird. Achten Sie deshalb beim Kauf von SD-Karten auch auf ihre ​Geschwindigkeitsklasse. Der effektive Datendurchsatz liegt dabei häufig deutlich über den Mindestanforderungen für die jeweilige Geschwindigkeitsklasse (beispielsweise 280MB/s bei der SanDisk Extreme Pro 64GB SDXC).

Klasse

Mindest-Datendurchsatz

Class 2

2 MB/s

Class 4

4 MB/s

Class 6

6 MB/s

Class 10

10 MB/s

Class 30

30 MB/s

Class 60

60 MB/s

Class 90

90 MB/s

Tabelle 1.2: Geschwindigkeitsklassen von SD-Karten

1.11.1  USB-Sticks

Abb. 1.13: Flash-Laufwerk mit USB 3.0 im Stickformat (Quelle: www.sandisk.com)

USB-Sticks​ sind hingegen ohne spezielle Lesegeräte universell an so gut wie jedem aktuellen Rechner einsteck- und einsetzbar und können sogar noch viele Zusatzfunktionen haben. Befassen Sie sich aber auch mit den verschiedenen USB-Standards, damit Sie nicht vom Datendurchsatz enttäuscht werden. Außerdem lohnt es sich das Internet nach Nutzer-Erfahrungen zu durchforsten, wenn es um die Zuverlässigkeit von USB-Sticks gibt. Hier gibt es durchaus einige bekannte »schwarze Schafe«.

1.12  Schnelle Schnittstellen

1.12.1  USB

Damit kommen wir auch schon zu den Anschlussarten, die Ihr Audiorechner benötigt. Dabei wird eins schnell klar: Ohne USB​ geht es nicht. Zeitgemäße Rechner übertragen hierüber alles, was vor einer gefühlten Ewigkeit noch über verschiedene Schnittstellen, ob parallel oder seriell, verteilt war.

Abb. 1.14: Verbindungen für Daten-Tentakeln nach außen (USB)

Das gilt nicht nur für die oben erwähnten Speichersticks, sondern auch für Audio-Interfaces​. So setzen nicht wenige Hersteller auf den USB-Port als Schnittstelle für Audiodaten, die vom Interface an den Rechner übertragen werden.

Wenn Sie USB-Schnittstellen pauschal für nicht leistungsfähig genug halten, um Audiodaten zwischen PC und Interfaces auszutauschen, sollten Sie sich folgende Werte anschauen. Während USB-Anschlüsse mit Low- und Medium-Speed nur einen Datendurchsatz von 1,5 Mbit/s (Maus, Tastatur) und 12 Mbit/s (Audio, ISDN) aufweisen, kommen höher getaktete Verbindungen in der USB-3.2-Spezifikation mit 20.000 Mbit/s daher. Das weiter verbreitete USB 3.0 bringt es immerhin schon auf etwa 5 Gbit/s.

Bei dieser Anschlussart stoßen Sie immer wieder auf die Unterscheidung zwischen USB 1, USB 2 und USB 3 bzw. 3.1 oder 3.2. Was steht wofür? Gegenüber der Version 1 liefert USB 2 eine Datenübertragung in vierzigfacher Geschwindigkeit und geht Strom sparender mit der Versorgung angeschlossener Geräte um. Außerdem ist High-Speed-Übertragung nur mit USB 2 möglich, eine Übertragung im sogenannten SuperSpeed nur mit USB 3 und USB 3.1 sowie 3.2. Auch wenn sich hier stets etwas ändert, seien Sie unbesorgt: Geräte, die für USB 2 konzipiert sind, sind in der Regel abwärtskompatibel und lassen sich mit Einschränkungen auch an älteren USB-Ports betreiben. Bei USB-3-Geräten sollten Sie aber auf die Kompatibilität von Steckern und Buchsen achten – Sie können beim Kauf größerer, Ressourcen fressender USB-Geräte auch darauf schauen, dass diese ggf. über einen integrierten USB-Hub verfügen, der neben der Stromverteilung auch den Anschluss weiterer USB-Geräte ermöglicht. So halten Sie Ihr System ohne Zusatzkosten ausbaufähig.

Hinweis

Für den Anschluss vieler Geräte an Ihren DAW-Rechner macht es durchaus Sinn, wenn Sie sich (vor allem für USB) Verteilerboxen, sogenannte Hubs​, oder eine PCI-Karte mit weiteren USB-Anschlüssen zulegen.

1.12.2  FireWire

Abb. 1.15: Noch mehr Daten-Tentakeln nach außen (FireWire)

Dieses Übertragungssystem ist ähnlich dem USB-Standard ebenfalls seriell. Die technisch korrekte Bezeichnung lautet IEEE 1394​. Beim Apple heißt es iLink​. Was immer davon Sie lesen, es bezeichnet alles denselben Übertragungstyp. Während USB Daten von nahezu 500 Mbit/s erst mit der Version 2 übertragen konnte, brachte die FireWire-Schnittstelle