Homo, quo vadis? - Kuni Kollo - E-Book

Homo, quo vadis? E-Book

Kuni Kollo

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Beschreibung

HOMO, QUO VADIS? stellt uns vor die Frage, ob wir Menschen so weitermachen können und wollen wie bisher. Es zeigt unsere gemeinsame Vergangenheit und unsere Entwicklung auf und stellt darüber hinaus eine Gebrauchsanweisung für eine bessere und humanere Welt für uns alle dar. Es deckt auf, wo sich die Dinge nicht im Lot befinden und was wir gemeinsam dagegen tun können - keine Ideallösungen, aber brauchbare Lösungsansätze zu vielen aktuellen Themen. Es geht um die Optimierung der Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital, des Finanzmarktes, Unternehmensstrukturen, Politik und Verwaltung. Aber auch die Bedeutung und der sinnvolle Einsatz unserer Energien und Rohstoffe werden hinterfragt, alles gepaart mit Visionen für die zukünftige Entwicklung dieser für uns so wichtigen Bereiche. Dabei werden auch Themen wie stärkeres zivilgesellschaftliches Engagement und weitere Verpflichtungen unserer Gesellschaft angerissen und wie wir uns einbringen, respektive was wir als Einzelne tun können. Der wichtigste Punkt ist der Aufruf zum Mitmachen, Mitgestalten und Miterhalten unserer Erde, zu dem wir alle eingeladen sind.

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EPUB
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Seitenzahl: 135

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Kuni Kollo

HOMO, QUO VADIS?

Gebrauchsanweisung für eine bessere Welt

© 2017 Kuni Kollo

2. erweiterte Auflage

Satz & Korrektorat: Christine Kolb

www.buerokolb.de

Umschlag & Titelbild: Jenny Kollo

www.kollossal.de – coaching & communication

Innengrafiken: Wikimedia

Verlag: tredition GmbH, Hamburg

ISBN

978-3-7439-4369-8 (Paperback)

978-3-7439-4370-4 (Hardcover)

978-3-7439-4371-1 (e-Book)

Das Werk einschließlich seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Kuni Kollo, Manager, Jahrgang 1948, lebt neben beruflichen Aufenthalten in Afrika, Asien und Nahost in Köln und seit einiger Zeit auch abwechselnd in Andalusien.

Die Veränderungen in 2008 sowie andere kritische Entwicklungen waren Anlass, sich wieder mehr mit der Politik zu befassen. Natürlich haben auch die tiefen Eindrücke und Erfahrungen aus den oben genannten Gebieten mitgespielt. Schließlich entstand die Idee, sich in Buchform kritisch mit den Entwicklungen der Welt auseinanderzusetzen.

Inhalt

Prolog

I. Das natürliche Ungleichgewicht und die Gier

II. Wege aus dem Ungleichgewicht

1. Gerechte Bewertung der Produktionsfaktoren

1.1 Überbewertung des "goldenen Kalbs"

1.2 Neubewertung des Faktors Arbeit

1.3 Energie, Rohstoffe und Nahrungsmittel

2. Unternehmensstrukturen

3. Neue Steuermentalität und Entlastung der Mittelschicht

4. Politik und Staat

5. Ausgliederung der Administration

6. Gesundheits- und Altersvorsorge

7. Bildung und Ausbildung

8. Globaler Ausgleich

9. Sukzessive Anpassung der unterschiedlichen Entwicklungsstufen

10. Sensationslust & Häme

11. Schutzfunktionen unserer Gesellschaft und Förderung von zivilgesellschaftlichem Engagement

12. Werte und qualitative Ziele gemeinsam Schaffen und artikulieren

III. Quintessenz: Was ist zu tun?

IV. Epilog

Danksagung

Anhang

Prolog

Die Entstehung unseres Sonnensystems und damit unseres Planeten Erde geht rund 4.5 Milliarden Jahre zurück. Unsere Erde, der blaue Planet, ist einzigartig. Der Astronaut Alexander Gerst beschrieb die Eindrücke seines Raumfluges auf der ISS 2014 anlässlich seiner Landung sehr emotional. Er war fasziniert von der Schönheit der Erde aus dem Weltall und dass die uns so wichtigen Grenzen von oben gar nicht zu sehen sind. Er war erschrocken von der Dünne der uns schützenden Atmosphäre, und ihn bedrückten die kriegerischen Auseinandersetzungen, die sogar von dort zu sehen sind.

Bei der Entstehung unseres Planeten waren große Teile von Wasser bedeckt, auf dem einzelne Kontinentalplatten schwammen. Vor rund 300 Millionen Jahren stießen die Platten nach und nach zusammen und vereinten sich zu dem Megakontinent Pangäa. Rund 50 Millionen Jahre später drifteten aufgrund von erneuten plattentektonischen Prozessen einige Teile wieder auseinander. Wir Menschen tun dies auch immer wieder gerne, unsere Prozessantreiber sind dabei allzu häufig selbstgemacht, Eigensinn und Egoismus.

Unsere menschlichen Vorfahren führen uns rund 1,9 bis 1,2 Millionen Jahre wohl auf den Homo erectus zurück. Aus Afrika verbreiteten wir uns in der Welt. Unsere evolutionäre Entwicklung war beeinflusst und getrieben durch sich ständig verändernde klimatische Bedingungen und den sich daraus ergebenen Problemen der Nahrungssuche und einer sicheren Behausung. Der Auszug aus Afrika geschah also keineswegs freiwillig.

Vor ca. 170.000 bis 60.000 Jahren machten sich daher die ersten Stämme und Gruppen auf den Weg in die Welt, über unterschiedliche Routen vielfach über Kleinasien und Arabien; zunächst verstärkt in den asiatischen Raum und später nach Europa. Die Besiedelung des Amerikanischen Kontinent fand wahrscheinlich viel später, während oder vor dem Ende der letzten Eiszeit vor rd. 10.000 bis 15.000 Jahren statt. Mensch und Tier wanderten von Asien aus über eine Landbrücke via der damals noch begehbaren Beringstraße, oder auch entlang der Küstenlinien nach Amerika.

In dieser Zeit der Wanderschaft entwickelten unterschiedliche Gruppen und Stämme eigene Dialekte, aus denen sich teilweise Sprachen entwickelten. Mit fortschreitender Sesshaftigkeit kam es auch zur Ausprägung von Religionen. Es liegt offensichtlich in uns Menschen, Dank zu sagen und um Schutz zu bitten. Diese ersten Naturreligionen gingen später auf in größeren Religionsgemeinschaften. Wir kennen aus dem Altertum noch den Kult der ägyptischen Sonnengötter sowie die griechischen Mythologie.

Wenn wir uns aber die Entwicklung vor gut 2000 Jahren v. Chr. ansehen, stellen wir fest, dass nicht das Altertum, sondern der Zarathustrismus aus dem Perserreich sehr stark die großen Religionen von heute geprägt hat. Allen voran sei hier das Judentum genannt, später folgte das Christentum und schließlich der Islam, wobei sie alle von einander ab töpferten und lernten. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an Gespräche mit Geschäftsfreunden im Irak und anderen Teilen Arabiens. Auf die neugierige Frage, worauf die Dauerstreitigkeit zwischen dem Islam und dem Judentum zurückzuführen sei, erhielt ich stets ein Lächeln mit dieser Antwort: „Das war schon immer so. Alles nicht so schlimm, wir haben ja dieselben Vorfahren.“

Diese schwierigen Zeiten, über Tausende von Jahren, konnten unsere Vorfahren nur durch Mut, Fleiß, Lernfähigkeit und Zusammenhalt in den Familienund Stammesstrukturen überstehen.

Das ist ein klares Zeugnis der Gemeinsamkeit unserer Weltgemeinschaft – und somit von uns Menschen. Unterschiedliche Pigmentierungen, Gewohnheiten und Religionen sind auf umweltbedingte Anpassungen unserer Vorfahren, an die verschiedenen Regionen, zurückzuführen.

Wir können diese gemeinsame Entwicklung nur bewundern. Wenn wir uns unsere Vergangenheit und die Mühe unserer Vorfahren vor Augen halten, kommt unweigerlich die Frage auf, warum wir uns heute abgrenzen und dadurch andere zwangsläufig diskriminieren. Überall auf der Welt finden wir heute Populisten und Rädelsführer, die die Menschen diesbezüglich aufwiegeln und mit Lügen und Hirngespinsten verführen.

Es gibt keine menschliche Wertigkeit. Weder von Rassen, Geschlecht, Religionen, Hautfarben, Herkunft, Bildung, Intelligenz, Besitz, Weltanschauung oder politischer Ausrichtung. Ängste in diesem Zusammenhang sind alleine von Demagogen geprägt. Wir sind alle gleich. Wir sind Menschen; alle mit Fehlern, Schwächen und Stärken, und das macht uns gerade liebenswürdig. Es gibt keine Übermenschen.

Wir Menschen hatten in den letzten 1000 Jahren trotz einiger Rückschläge eine gute und fruchtbare Entwicklung in vielen Ländern und Bereichen, von Landwirtschaft über Gewerbe bis hin zu Technik. Doch irgendwann schon vor vielen Jahren gab es Brüche in dieser Entwicklung. Getrieben von Neugier, Eitelkeiten, Egozentrik, Habgier – dem Hunger nach mehr – wurde sich über geltendes Recht gestellt, wurden Kriege angezettelt, Menschen versklavt und die Erde ausgebeutet. Bei Notwendigkeit auch unter Missbrauch des Namen Gottes, wie wir heute wieder bei IS und anderen terroristischen Gruppen sehen.

Durch die Verrohung der Sitten bleiben Menschlichkeit und Miteinander auf der Strecke. Viele Menschen wissen gar nicht mehr was das ist. Ob illegale Autorennen, Mobbing und vieles mehr, es werden Straftaten aller Art begangen, in deren Mittelpunkt die Befriedigung des Egos auf Kosten anderer steht. Seitens unserer Richter und Gerichte fehlt es an entsprechenden Sanktionen, um ein gewisses Maß an Abschreckung für Nachahmer zu schaffen. Bei Totschlag und ähnlichen Vergehen Bewährung zu geben, ist nicht nachvollziehbar. Spielt hier die Angst vor Rache eine Rolle oder nur die Zeitersparnis für die Gerichtsbarkeit?

Gerade in den letzten 200 Jahren gab es einen enormen technischen Fortschritt, leider auch gepaart mit viel Armut, Kriegen und Leid in Europa und weltweit. Das normale Volk war über lange Zeiträume vielerorts quasi Leibeigene der herrschenden Klassen. Wir dürfen so etwas nie mehr zulassen.

Es darf auch keine Pflicht geben, in einen Krieg zu ziehen. Die Entscheidung muss bei jedem einzelnen Menschen liegen. Eigentlich dürfte es gar keine Kriege mehr geben. Jeder, aber auch wirklich jeder Konflikt sollte sich heute friedlich regeln lassen.

Natürlich gib es Situationen, im Inneren wie im Äußeren, in denen sich ein Land zur Wehr setzen muss, wie etwa gegen den IS oder andere Despoten. Hierzu haben die meisten Länder mittlerweile eine Berufsarmee auf freiwilliger Basis, die Pflicht zur Waffe brauchen wir nicht mehr.

Leider sind wir gerade in den letzten Generationen immer unvernünftiger mit unserem Erbe, dem blauen Planeten umgegangen. Atombomben, unterirdische und oberirdische Atomversuche, gewaltige Rodungen unserer Urwälder, Verklappung von Müll und Gift in den Meeren, extreme Ausbeutung von Bodenschätzen sind nur ein paar unserer größeren Sünden. – Wollen wir so weitermachen?

Wir haben eine Verpflichtung den kommenden Generationen gegenüber, denen wir bislang vor allem gigantische Schuldenberge hinterlassen. Wir müssen heute solide, gerechte Lösungen für die Zukunft unserer Welt entwickeln. Ein friedliches Miteinander der Menschen und der Natur ist dabei unabdingbare Grundvoraussetzung. Schäden an unserem Planeten sind oft nicht mehr reparabel. Hier gilt es, unser Handeln schleunigst zu überdenken und anzupassen.

In den nachfolgenden Kapiteln möchte ich Denkanstöße und Lösungswege aufzeichnen, wie wir gemeinsam für uns und unsere Nachkommen eine positive Zukunft auf unserer Erde gestalten können. Dieser Essay soll ein Weckruf sein, kein wissenschaftlicher Beitrag. Auch keine politische Orientierung, sondern Impulsgeber und Diskussionsanregung. Schlicht: eine Gebrauchsanleitung, wie wir unsere Welt wieder humaner und gerechter gestalten können. Da eine solche Gebrauchsanweisung ein permanentes Update braucht, freue ich mich besonders auf Ihr Feedback.

Auf eine formale Darstellung sowie tiefer gehende Behandlung von volks- und betriebswirtschaftlichen Hintergründen und deren Abläufen habe ich zugunsten einfacher und verständlicher Beschreibungen verzichtet. Ebenso auf ein Literaturverzeichnis, da alle Information historische und aktuelle Entwicklungen sind. Die Zahlen und Fakten sind in öffentlichen Medien und im Internet frei verfügbar. Als Gedankenstütze habe ich stattdessen einige Karten von Wikipedia bezüglich unseres ursprünglichen Planeten Pangäa, die Ausbreitung des Homo sapiens aus Afrika und den Völkerwanderungen beigefügt.

I. Das natürliche Ungleichgewicht und die Gier

Der Mensch entwickelte sich vom Sammler und Jäger, also vom autarken Selbstversorger, zum Viehzüchter, Bauern, Handwerker und Wissenschaftler etc. bis hin zum Homo oeconomicus. Dies war verbunden mit weiter Arbeitsteilung und sukzessiver Ausprägung der Produktionsfaktoren.

Parallel hierzu erfolgte auch die Entwicklung unserer Zahlungsmittel und -formen, das heißt vom Tauschgeschäft durch Bewertung der Leistung/Arbeit/Ware bis zur Bewertung der Tauscheinheiten durch Gold, Edelsteine, Muscheln u.v.a. bis später zum Geld auf Gold- oder Silberbasis bzw. Papiergeld an Edelmetall gekoppelt. Ein wirkliches Gleichgewicht gab es auch früher nicht. Naturkatastrophen, Ernteausfälle, das Recht des Stärkeren u.v.m. sorgten für ein „natürliches Ungleichgewicht“.

Geld und Goldmünzen dienten später zur Vereinfachung des Tauschhandels. Gold und Silber waren bereits im Altertum der Spiegel der damaligen Realwirtschaft bzw. des Bruttosozialproduktes oder Reichtum der Präger. Die bekannten Goldmünzen, die schon um 500 v. Chr. aus dem Perserreich stammten, später aus Ägypten und von den Kelten, machten erst den Handel über Ländergrenzen hinaus, von Asien bis nach Europa, möglich.

Wachsende Mobilität, positive Neugier und Entdeckungslust brachten nach und nach neben Wachstum und Fortschritt auch Probleme, wie Kriege, Ausbeutung und Kolonialismus. Deren Folgen haben wir bis heute nicht überwunden geschweige denn ausgeglichen. Rassenprobleme bzw. Ressentiments sehen wir heute überall. Der ursprüngliche Spiegel der früheren Realwirtschaft verblasste mehr und mehr.

Befeuert durch die (Hab-) Gier des Menschen nach Geld und Macht, kippte dieser Spiegel weiter und damit auch die angemessene Bewertung von Arbeit und Kapital. Der kleine Personenkreis der Besitzenden, der dadurch auch Zugang zu Macht und Kapital hat, arbeitet im klassischen Sinne nicht mehr. Diese Menschen ließen ihr Geld für sich arbeiten. Damit das Kapital schneller wächst, besteht kein großes Interesse, dem Faktor Arbeit den verdienten „Mehrwert“ zukommen zu lassen. Im Gegenteil: Die Ausbeutung des Produktionsfaktors Arbeit hatte hier ihren Anfang und wie wir sehen, geht die Misere so weiter.

Enormer Kapitalbedarf für Kriege und ein unangemessener Lebenswandel herrschender Schichten vor allem in Amerika, Asien und Europa führte zur Ausbeutung und auch Verarmung großer Bevölkerungsteile. So entstanden auch die Vorgänger der Finanzwirtschaft, die Geldverleiher, -verwalter und eintreiber.

Aus Bequemlichkeit, Vetternwirtschaft oder Unvermögen wurde irgendwann das Geld Monopol, das heißt die Geldgenerierung, -verteilung und verwaltung von den Staaten und deren Zentralbanken ganz den Geschäftsbanken übertragen. Das war auf lange Sicht wohl der größte und schlimmste Fehler der Politik.

Die Gier begleitet uns seit Menschengedenken – über Könige, Diktatoren, Raubzüge, Sklaverei, Frühkapitalismus, Kolonialismus. Sie begegnet uns auch in Form von unsinnigen Spekulationen und Kapriolen, wie im 17. Jahrhundert, bei der Überbewertung von Tulpenzwiebeln in Holland mit täglich steigenden, horrenden Preisen und deren Crash 1637. Heute versucht der Bitcoin eine ähnliche Rolle einzunehmen.

Durchaus lässt sich auch eine Parallele zum Handel mit faulen Immobilienpapieren und anderen Derivaten bei dem letzten Banken- und Börsencrash ziehen. Diese bisher größte Krise/Crash von 2008 ist immer noch nicht überwunden. Im Gegenteil, das nachfolgende ungehemmte Drucken von Papiergeld ohne Goldgegenwert durch die Notenbanken, das in den USA schon mit dem Vietnamkrieg angefangen hatte, macht alles nur noch schlimmer.

Zwar kann dies kurzfristig ein politisch richtiges Mittel sein, doch einmal angefangen, geht es meistens immer weiter und unser Geld wird immer weniger wert. Es ist eine gefährliche und äußerst einseitige Melange, die am Ende nur das Kapital schützt und trotzdem früher oder später zum Systemkollaps führt, zulasten der Mittel- und Unterschicht.

Für die menschliche Habgier haben wir bis heute noch kein adäquates Gegenmittel gefunden. Es ist die Ursache für das überproportionale Ungleichgewicht und die Not auf unserem Globus. Gerade hier müssen wir den Hebel ansetzen und über Schutzmechanismen nachdenken und diese in Sachfragen und Lösungsansätze einbeziehen. Die Zurücknahme des Geldmonopols in staatliche Hand gehört auch dazu. Wir reden hier, wie bei Rohstoffen, Energien etc., über Allgemeingut/-wert, was in die öffentliche Hand und Kontrolle gehört.

Zum längerfristigen Überleben des Menschen brauchen wir ein neues, allgemeingültiges Verständnis und eine Akzeptanz dieses Weltbildes. Da wir bereits heute eine globale, vernetzte Welt haben, ist eine Basis vorhanden. Vor einigen Jahren hatte es noch den Anschein, dass wir sogar mehr Gemeinsamkeiten entwickeln und stärker zusammenwachsen. Jedoch die Werte, Weltanschauungen, Systeme, wirtschaftliche und politische Verhältnisse driften aktuell immer weiter auseinander. Das heißt, auch diese Themenkreise müssen wir behandeln.

Die Neubewertung bzw. gerechte Gewichtung der Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Auch die Auseinandersetzung mit der Politik und den Verwaltungen ist notwendig. Weitere Herausforderungen sind Auffälligkeiten wie die Verrohung der Gesellschaft und der Sitten, die Bombardierung von Zivilbevölkerung und die daraus resultierenden Flüchtlingsströme. Es ist unsere Aufgabe, uns den vielen Veränderungen zu stellen und Lösungen finden. Es gibt keine ideale Lösung oder Patentrezept, jedoch machbare Ansätze – ohne Revolution oder Krieg.

Es geht in dieser Abhandlung nicht um die Umsetzung politischer oder weltanschaulicher Ziele, sondern darum, wie wir eine humanere, gerechtere Welt für uns alle schaffen bzw. für unsere Nachkommen erhalten können.

II. Wege aus dem Ungleichgewicht

Denkanstöße – statt Patentrezepte

1. Gerechte Bewertung der Produktionsfaktoren

1.1 Überbewertung des "goldenen Kalbs"

Wir brauchen zur Schaffung von Dienstleistungen und Gütern neben dem Produktionsfaktor Arbeit, das heißt menschliche Arbeitskraft (in allen Formen und Varianten), auch Rohstoffe und Produktionsmittel (wie Werkzeuge, Maschinen, Gebäude etc.). Und hierfür brauchen wir Geld, den Produktionsfaktor Kapital, der an sich, das heißt kontrolliert, weder schlecht noch böse ist. Das erforderliche Geld wird in Form von Eigenkapital und Krediten, Anleihen, Beteiligungen u.v.a. in die Unternehmen eingebracht und in Form von Zinsertrag, Ausschüttungen etc. entlohnt. Angebot und Nachfrage werden durch Attraktivität/Qualität der Ware oder Dienstleistung und den guten Namen des Produzenten bzw. des Leistungserbringers sowie Sicherheiten einerseits und zu zahlenden Zinsen andererseits geregelt. Vereinfacht ausgedrückt erhält ein Unternehmen sein notwendiges Betriebskapital von Anlegern, wie direkten Investoren, Aktionären etc., sowie aus dem Unternehmensgewinn. Im Normalfall steht drüber hinaus ein vereinbarter Kreditrahmen (Kontokorrentkredit) von der Hausbank zur Verfügung. Dafür erhalten die Banken Gebühren und Zinsen.

Für die Privatkundengeschäfte der Banken erhalten diese ebenfalls Gebühren, Überziehungs- und Kreditzinsen, abzüglich Zinsgutschriften an die Kunden für angelegtes Geld – aus Sicht der Banken ein seit Jahrhunderten traditionelles und solides, aber auch sehr überschaubares Geschäft.

Durch die staatliche Deregulierung der Finanzmärkte in den 70er-, 80er-und 90er-Jahren ergaben sich ganz neue Geschäftsmodelle für die Finanzwelt. Mit der damit verbundenen faktischen Aufgabe der Geldhoheit sowie unzureichender Kontrolle der Staaten löste sich der Kapitalmarkt aus deren politischer Hoheit. Es wurde nach und nach ein zweiter Kapitalmarkt, ein virtuelles Spielkasino für das Kapital geschaffen, sodass die Banken jetzt selbst Geld generieren und alle möglichen und unmöglichen Eigengeschäfte selbst steuern können. Wie praktisch. Begünstigt wurde das alles durch die Habgier und Kreativität des Menschen. Schon seit einigen Jahren gibt es alleine aus diesem Grund spezielle Studiengänge für Wirtschafts- und Finanzmathematiker. Deren Aufgabe ist es, neben der Optimierung von Risikoanalysen neue komplizierte Produkte zu erfinden. Diese versteht zwar oft keiner mehr, aber sie klingen verlockend und garantieren der Bank einen mehr oder weniger großen Profit. Für den Kunden gibt es allerdings keine Garantie, hier reicht die Gier auf Profit aus. Die Aufsichtsbehörden und Kunden selbst können die Modelle bzw. Produkte kaum noch verstehen. Es locken nur enorme Gewinnchancen, die der traditionelle Markt nicht (mehr) darstellen kann. Wir können uns leicht vorstellen, dass die Finanzwelt diese neuen Entwicklungen und Geschäftsmöglichkeiten begrüßen, da sie sich so weitestgehenden Kontrollen entziehen. Wegen der enormen Gewinnmöglichkeiten haben sich viele sogar nach und nach ausschließlich auf das neue Segment konzentriert, wie die vielen Investmentund Schattenbanken zeigen.