Hunter McCannon - Dunkles Begehren - April Rayns - E-Book

Hunter McCannon - Dunkles Begehren E-Book

April Rayns

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Beschreibung

Hunter McCannon ist ein eiskalter und kontrollierter Mafia-Boss. Gefühle sind für ihn tabu. Brooke Hudgens ist auf der Flucht und wünschte, sie wäre ihm nie begegnet. Deshalb versteckt sie sich in New York und setzt alles daran, unsichtbar zu sein. Hier lebt auch Hunter McCannon. Er bekommt immer, was er will, schließlich beherrscht seine Familie die dunkle Seite der Stadt. Beim Abschluss eines Deals bemerkt er erst viel zu spät, dass Brooke alles mit angehört hat. Der erste Augenkontakt weckt zwar Interesse auf der einen Seite, entfacht aber auch Abneigung auf der anderen und setzt etwas in Gang, was beide nicht mehr aufhalten können. Was wird Hunter McCannon nun tun? Dies ist eine Dark Romance Lovestory. Sie beinhaltet düstere Themen, eindeutige Szenen und eine mehr als deutliche Sprache. Jeder Band ist in sich abgeschlossen. Es empfiehlt sich dennoch, der Reihe nach die einzelnen Bände der McCannons zu lesen. »Hunter McCannon - Dunkles Begehren« »Jackson McCannon - Dunkle Bedrohung« »Beth McCannon - Dunkle Rache« »Taylor McCannon - Dunkle Seelen«

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2024

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HUNTER MCCANNON

DUNKLES BEGEHREN

APRIL RAYNS

1. Auflage

Copyright © 2024 by April Rayns

Autor: April Rayns

c/o

Diane Krüger

Stormarnring 10

22145 Stapelfeld

Coverfoto: www.shutterstock.com

Covergestaltung: MT Design

Korrektorat: SW Korrekturen e.U.

Alle Rechte vorbehalten! Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin.

Personen und Handlungen sind frei erfunden, etwaige Ähnlichkeiten mit real existierenden Menschen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt. Markennamen sowie Warenzeichen, die in diesem Buch verwendet werden, sind Eigentum ihrer rechtmäßigen Eigentümer.

INHALT

Über dieses Buch

Vorwort

Prolog

1. Nachtleben

2. Nur Business

3. Bedingungen

4. Vergangenheit

5. Greenwich

6. Das alte Leben

7. Savannah

8. Das Oberhaupt

Epilog

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Über den Autor

ÜBER DIESES BUCH

Hunter McCannon ist ein eiskalter und kontrollierter Mafia-Boss. Gefühle sind für ihn tabu. Brooke Hudgens ist auf der Flucht und wünschte, sie wäre ihm nie begegnet.

Deshalb versteckt sie sich in New York und setzt alles daran, unsichtbar zu sein. Hier lebt auch Hunter McCannon. Er bekommt immer, was er will, schließlich beherrscht seine Familie die dunkle Seite der Stadt. Beim Abschluss eines Deals bemerkt er erst viel zu spät, dass Brooke alles mit angehört hat.

Der erste Augenkontakt weckt zwar Interesse auf der einen Seite, entfacht aber auch Abneigung auf der anderen und setzt etwas in Gang, was beide nicht mehr aufhalten können.

Was wird Hunter McCannon nun tun?

Dies ist eine Dark Romance Lovestory. Sie beinhaltet düstere Themen, eindeutige Szenen und eine mehr als deutliche Sprache.

VORWORT

Liebe Leserin, lieber Leser,

auf ein Wort:

An dieser Stelle, genau hier, noch bevor Du die Geschichte angefangen hast, möchte ich Dir sagen, dass alles, was mit dem Prolog beginnt, eine rein fiktive Story ist. Daher machen sich meine Figuren auch keine Gedanken über Krankheiten, Verhütung oder die Folgen von physischer oder körperlicher Gewalt.

Solltest Du das nicht mit Deinem Gewissen vereinbaren können oder dies nicht Deiner Vorstellung eines heutigen Liebesromans entsprechen, höre jetzt auf zu lesen. Ja, genau jetzt. Schließe das Buch und suche Dir ein anderes aus.

Wenn Du weiterliest, wünsche ich Dir viel Vergnügen. Ab jetzt bist Du ganz allein dafür verantwortlich, was sich in Deinem Kopf, in Deinen DARK-ROMANCE-Gedanken abspielt.

Deine April

PROLOG

»Was verlangst du?« Sein Blick ist eisig und trifft sie bis tief hinab in ihr Inneres.

»Wofür?« Sie ahnt schon längst, was er gleich sagen wird, doch sie will, dass er es laut ausspricht. Sie ist vorbereitet, um ihm das an den Kopf zu werfen, womit er niemals rechnen würde.

»Was verlangst du, wenn du dich nicht mehr mit ihm triffst«, antwortet er mit harter kalter Stimme, dass ihr ein Schauer über den Rücken läuft.

»Gar nichts, denn ich bin schwanger«, entgegnet sie und kann ein siegessicheres Grinsen nicht unterdrücken.

Das jedoch fordert ihn nur mehr heraus, durchzusetzen, was er will.

»Lass es wegmachen. Er will es nicht haben.«

»Woher wollen Sie das wissen?«

»Ich werde ihm sagen, dass er es nicht haben will, und so wird es auch geschehen. Im Grunde könnte ich dich mit einem Anruf auf eine Reise schicken, von der du nicht zurückkehren wirst. Aber ich werde heute gnädig sein und dir eine Wahl lassen. Entweder du nimmst mein Angebot an oder … nicht.«

Sein wölfisches Grinsen beschert ihr einen weiteren eiskalten Schauer, der ihren gesamten Körper überzieht.

»Aber Sie können doch nicht sein Kind …«, setzt sie zu einem letzten Versuch an.

»Es ist kein Kind. Es ist nur ein Zellhaufen, den du ihm mit deiner feuchten Pussy entlockt hast, anstatt ihn zu schlucken. Nimm jetzt diesen Scheck und verpiss dich aus der Stadt, oder ich kümmere mich eigenhändig um deinen allerletzten Abgang.«

1

NACHTLEBEN

HUNTER

Ich stehe am Fenster des McCannon-Buildings und schaue auf New York, die Stadt, die niemals schläft. Von der obersten Etage des einhundert Stockwerke hohen Gebäudes hat man eine fantastische Aussicht und alles erscheint einem klein und unwichtig. Das mag ich und da fühle ich mich irgendwie frei.

Ein Piepton, der von meinem Telefon her an mein Ohr dringt, zwingt mich, an meinen Schreibtisch zurückzukehren und den Knopf der Gegensprechanlage zu betätigen.

»Ja?« Ich setze mich und schaue automatisch auf den Bildschirm meines aufgeklappten Laptops.

»Hunter, die neue Assistentin ist hier«, erklärt Marleen, meine derzeitige Assistentin.

Ich muss zugeben, ich verschleiße Assistentinnen wie Anzüge und Hemden, und diese trage ich ungern mehr als fünf Mal. Fünf ist in vielen Belangen mein Limit. So auch bei Frauen, die für mich arbeiten. Natürlich gibt es Ausnahmen. Sollte sich eine tatsächlich als hervorragend in ihrem Job erweisen, behalte ich sie länger als fünf Tage. Aber fünf Wochen hat bisher noch nie eine überschritten und zu dieser Zeit hielt ich mich viel im Ausland auf.

Marleen, den Namen werde ich schon morgen vergessen haben, aber an ihren Mund mit ihren weichen vollen Lippen und ihren Körper mit den wohlgeformten Titten werde ich mich noch einige Tage erinnern.

»Schick sie rein!«, weise ich Marleen an.

»Ja, Sir.« Marleen zieht ihren Job bis zum Ende des Tages durch. Das ist lobenswert, aber schließlich bekommt sie ja auch etwas dafür.

»Du kannst dann gehen«, verabschiede ich mich von ihr. Auf diese Art ist es leichter für sie und natürlich für mich. Ein letztes Gespräch, Tränen des Abschieds oder möglicherweise sogar eine bettelnde Szene lasse ich auf keinen Fall zu. Sollte es dennoch geschehen, würde ich mich nie davon erweichen lassen. Im Gegenteil, Dramen machen mich nur wütend.

»Ja, Sir. Auf Wiedersehen.«

»Leb wohl!«

Im gleichen Moment klopft es und ich rufe: »Herein«, ohne aufzusehen, denn ich höre, wie die Tür geöffnet wird.

»Guten Tag, Mr. McCannon.« Eine Frau mit einer normalen, wenn nicht sogar tiefen Stimme spricht zu mir und nun blicke ich auf. Frauen mit piepsigen hellen oder kreischenden Stimmen turnen mich absolut ab. Da regt sich nicht der Wunsch nach einem Fick oder Blowjob, sondern eher der Drang in mir, meine Hände um ihren Hals zu legen und mit einer gekonnten Bewegung diesen widerlichen Ton im Keim zu ersticken und gleichzeitig ihrem kläglichen Leben ein Ende zu bereiten.

»Guten Tag«, erwidere ich und sofort wandern meine Augen über ihren wohlgeformten Körper. Es ist ein junges Ding, nicht allzu groß, etwa einen Meter achtundsechzig oder siebzig, aber ihre Kurven sind aufregend sexy. Noch vor meiner Abneigung gegen piepsige Stimmen hasse ich dürre Frauen, an deren Knochen ich mir beim Ficken blaue Flecken hole. Ich muss sie anpacken können, doch sie muss eine Taille haben. Kurvig eben.

»Mein Name ist Sadie Price und ich bin wegen der Assistentinnen-Stelle hier.«

»Nehmen Sie Platz, Sadie Price«, fordere ich sie auf und klappe meinen Laptop zu. »Wieso wollen Sie diesen Job?«

Ich bin kein Mann, der sich mit unnötigem Gerede aufhält, und komme gleich zur Sache. Nach Referenzen und Qualifikationen frage ich nicht, denn wenn sie die nicht hätte, hätte sie es gar nicht erst bis vor meine Tür geschafft. Elena, als perfekte Personalchefin, und dazu noch eine sehr gut ausgebildete Security machen es möglich.

»Weil ich genau die Richtige für diesen Job bin«, erklärt sie mir, den Kopf leicht gesenkt, aber den Blick von unten herauf auf mich gerichtet. Demütig, sie weiß, was sich gehört. Auch ihr hübsches Gesicht, ihre dunklen scheuen Augen und die vollen Lippen wecken mein Interesse. Elena kennt meinen Geschmack und meine Vorlieben nur allzu gut.

»Bevor wir zum Eigentlichen kommen, frage ich Sie nur ein einziges Mal: Ihnen ist klar, was dieser Job alles beinhaltet?«

Dass sie mit Computer und Telefon umgehen kann, ist eine Voraussetzung, die andere ist, dass sie mir auch sexuell zu Diensten sein muss, egal wann und wo und wie.

Sie ebenso wie ihre Vorgängerinnen tun das natürlich nicht nur, um mir zu gefallen, sondern auch weil sie eine Menge Geld verdienen. Obendrein erhalten sie tadellose Referenzen des Hauses McCannon und damit stehen ihnen alle Türen und Tore für ihre Zukunft weit offen, denn der Name McCannon hat in dieser Stadt Gewicht und bedeutet etwas. Keith McCannon, mein Vater und Oberhaupt des McCannon-Clans, regiert und lenkt die Geschicke dieser wilden, lauten Stadt voller Krimineller, Süchtigen und Prostituierten. Nichts geschieht hier, ohne dass es mein Vater weiß und absegnet. Mit nur einer Ausnahme: mir – Hunter McCannon, sein Erstgeborener. Mir lässt er freie Hand.

Wer in New York lebt, weiß um die Bedeutung des Namen McCannon, und wer für uns arbeitet oder vorhat, es zu tun, weiß, dass wir McCannons auch immer bekommen, was wir wollen.

Natürlich arbeite ich auch sehr hart, denn nicht ohne Grund baut mich mein Vater als seinen Nachfolger auf.

»Ja«, antwortet Sadie Price schnell auf meine Frage und dabei immer noch in ihrer unterwürfigen Körperhaltung.

»Gut, noch ein letzter Hinweis. Ich zeichne in diesem Zimmer alles auf. Sollten Sie es sich irgendwann anders überlegen, mich verklagen wollen für das, was hier geschehen ist, habe ich hervorragende IT-Spezialisten, die jedes Gericht davon überzeugen, dass hier rein gar nichts passiert ist. Verstanden?«

»Ja, Sir«, antwortet sie, ohne zu zögern.

»Die Verschwiegenheitserklärung haben Sie unterschrieben?«

»Ja, Sir.«

»Und Sie sind bereit, alles zu tun, was ich will?«

»Ja, Sir.«

Ich stehe auf, umrunde meinen Schreibtisch und stelle mich davor, sodass ich nun direkt vor Sadie Price stehe.

»Jetzt sofort?«

Ich nicke kurz. Sie schluckt, was ein guter Anfang wäre, denn ich habe noch nichts mit ihr gemacht.

»Ja, Sir«, haucht sie nun und benetzt ihre roten vollen Lippen mit ihrer Zunge.

Ich sehe, wie ihr Herz kräftig schlägt, denn die Vene an ihrem Hals pocht unverhohlen hastig. Gut. Wenn sie nicht aufgeregt wäre, wäre sie hier falsch. Aber dem ist nicht so. Vielleicht hat sie auch Angst. Damit kann ich ebenfalls gut leben. Tatsache ist, sie hat fünf Mal ja gesagt.

»Auf die Knie«, befehle ich ihr und sie schluckt ein weiteres Mal. Ihre großen braunen Augen schauen mich an, und ich kneife meine leicht zusammen, um ihr zu zeigen, dass es kein Scherz war. Beim ersten Mal zieren sie sich immer alle. Aber das werde ich ihr schon austreiben, genau wie den anderen vor ihr.

Sie rutscht vom Stuhl direkt auf ihre Knie, und mein Blick fällt unweigerlich auf ihr Dekolleté, da sie ihre weiße Bluse gewagt freizügig offen trägt. Ihre Hände zittern leicht, als sie sie in Richtung meiner Taille hebt. Ihr Blick wandert zwischen meinen Augen und dem Reißverschluss, an dem sie sich nun zu schaffen macht, hin und her. Nachdem sie den Gürtel und auch den Hosenknopf geöffnet hat, zieht sie meine Pants hinunter, und beim Anblick meines halb erigierten Schwanzes schluckt sie hart und für mich gut hörbar. Ich weiß, die Größe ist beachtlich, und das sage ich nicht nur, weil es meiner ist und ich übertreibe. Nein, er ist groß und dick, und sie schafft es nicht, ihn mit ihren Fingern und ihrem Daumen vollständig zu umschließen. Durch ihre erste Berührung steht er aufrecht hart und steif, und sie leckt noch einmal ihre Lippen, bevor sie diese langsam öffnet und die Spitze meines Prachtstückes vorsichtig berührt. Ich packe sie am Hinterkopf, kralle meine Finger in ihre schwarzen langen Haare und schiebe mich in sie hinein. Sie nimmt ihn bis zur Hälfte in sich auf, und ich spüre ihre raue Zunge, die mich erregt. Ich ziehe ihn nicht ganz heraus und ihre Zunge umkreist meine Eichel, bis ich ihn wieder in sie hineinschiebe. Sie atmet schneller, doch ich gebe den Takt vor, werde schneller, denn ich habe keine Lust, mich lange damit aufzuhalten. Ich will das Ende, nur darauf kommt es an. Mit der freien Hand schiebe ich ihre Finger von meinem Schaft, damit ich tiefer in sie eindringen kann. Als ich es versuche, spüre ich, wie sie damit zu kämpfen hat. Ich mag es, wenn sie sich wehren. Doch ich bin der Boss, ich bestimme, was passiert, und endlich komme ich in ihr. Mit einem kurzen erleichternden Stöhnen spritze ich ihr meinen Saft direkt in den Mund. Sie schluckt, ohne dass ich etwas sagen muss. Braves Mädchen.

Beim ersten Mal mache ich es ihnen immer einfach. Ich ziehe ihn schnell wieder aus ihrem Mund heraus und packe ihn ein.

»Das Bad ist dort«, erkläre ich ihr, während ich ihr meine Hand reiche, um ihr beim Aufstehen zu helfen, und auf die Tür gleich rechts deute. Ich habe mir nebenan ein Badezimmer und ein Ankleidezimmer einbauen und einrichten lassen, denn nach jedem Blowjob oder einer anderen sexuellen Aktivität, nach der mir der Sinn stand, dusche ich und kleide mich neu ein. Ich brauche das einfach.

Sie geht ohne ein Wort ins Bad, und als sie zurückkehrt, sage ich: »Wir sehen uns Montagfrüh um neun Uhr.« Dabei halte ich mein Handy in der Hand und lese bereits die dritte E-Mail, die eingegangen ist.

»Ja, Sir«, antwortet sie, nickt lächelnd und dankbar und verlässt anschließend mein Büro.

Ich habe eine neue Assistentin, denke ich, aber beeindruckt bin ich nicht. Sie ist eine von vielen, nichts Besonderes und wird nach fünf Tagen wieder ausgetauscht.

BROOKE

Ich schalte das Licht in meinem Büro aus und verlasse das gut gekühlte Gebäude der alten Druckerei.

Die Maschinen laufen nicht mehr, denn es ist Freitagabend und alle Mitarbeiter, selbst Charles Stewart, der Firmeninhaber, sind schon lange weg. Wie es scheint, bin ich wieder einmal die Letzte, aber das ist mir ganz recht. Seit zwei Monaten arbeite ich hier in der Buchhaltung, kümmere mich um Zahlungsein- und ausgänge und bin froh, wenn mich niemand behelligt.

Morgens betrete ich das alte Backsteingebäude durch den Hintereingang, wenn bereits alle arbeiten, und verlasse es, wenn die anderen weg sind. Zurzeit bin ich froh, wenn ich allein sein kann. Jeder Kontakt zu einem anderen Menschen kann dazu führen, dass er herausfindet, wo ich mich verstecke, und das muss ich um jeden Preis verhindern.

Es ist Mitte Juli und brütend heiß hier in New York. Selbst in der Nacht kühlt es nicht richtig ab, was das Schlafen sehr erschwert. Ich bin in Savannah Georgia geboren und aufgewachsen, heiße Sommer bin ich zwar gewohnt, aber das hier ist etwas vollkommen anderes. Die feuchte Hitze in Manhattan steht regelrecht in den Straßen, in denen es nach Marihuana und Urin riecht.

In diesem Moment strahlt die Sonne noch hoch am Himmel, und ich seufze schwer, als ich die Treppe, die zur U-Bahn-Station führt, hinuntergehe. Der Feuchtigkeitsgrad sinkt mit jeder Stufe, aber die Temperaturen steigen gleichzeitig. Als ich unten ankomme, ist es wahrlich unerträglich. Dennoch stelle ich mich auf den Bahnsteig und warte. Noch fünf Minuten. Wie grausam.

Ich nutze die Zeit und beobachte die Menschen, wie sie einer nach dem anderen die Plattform betreten, ebenso die auf der gegenüberliegenden Seite. Shit, erschrecke ich und mein Puls beginnt zu rasen. Mein Herz hämmert augenblicklich wie verrückt in meiner Brust. Ist er das? Steht er auf der anderen Seite und versteckt sich hinter dem Pfeiler! Panik erfasst mich, ich bin wie erstarrt. Jedenfalls in den ersten Sekunden. Wie hat er mich gefunden! Woher weiß er, dass ich hier bin? Nur langsam löst sich meine Starre und sofort bewege ich mich unauffällig weiter nach hinten.

Er sieht aus wie er, der dunkle Anzug, das weiße Hemd und die schwarze Krawatte und die kurz geschnittenen Haare, die nur ein Mensch so trägt, wenn er mal gedient hat.

Fast schwebend bewege ich mich zur Seite und stelle mich hinter einen breitschultrigen Mann. Dieser ist glücklicherweise sehr groß, sodass ich komplett hinter seinem Körper verschwinde. Doch die Angst zwingt mich, noch einmal an ihm vorbei auf die andere Seite der U-Bahn-Station zu schauen, von wo aus die Züge nach Süden fahren, an die Spitze von Manhattan. O Gott sei Dank, er ist es nicht, denke ich erleichtert, denn der Mann, den ich für ihn hielt, umarmt gerade sehr herzlich eine Frau. So etwas würde er niemals tun, glaube ich. Er würde auch nicht lächeln so wie der Mann auf dem anderen Bahnsteig. Doch dadurch erkenne ich nun ganz deutlich sein Gesicht. Er ist es nicht.

Die Bahn fährt ein, und auch wenn ich mich jetzt sicher fühlen könnte, ich kann es nicht. Ich steige ein, atme erleichtert aus, denn es ist kühl und angenehm im Wagon. Dennoch schaue ich mich abermals um, wenn es der Mann auf dem Bahnsteig nicht war, es könnte immer noch einer von den anderen sein. Einer von denen, die mit mir Richtung Norden fahren, und wenn er mich erwischt, werde ich sterben.

HUNTER

Der Tag im Büro endet für mich nach dieser kurzen Befriedigung und ich lasse mich von Rip zu meinem Penthouse chauffieren. Rip ist meine Nummer zwei, was bedeutet, er steht mir näher als niemand sonst außerhalb der Familie. Ich vertraue ihm. Er fährt mich nicht nur, ihm gebührt auch der Titel als mein Bodyguard, mein Stellvertreter und der Mann fürs Grobe. Jeder, der mich kennt, kennt auch ihn, und mittlerweile weiß Rip mehr über mich als irgendjemand sonst auf der Welt.

In meiner Penthouse-Wohnung, die sich über zwei Etagen erstreckt, esse ich etwas Sushi, das mein Koch Stephan mir zubereitet. Anschließend ziehe ich mich noch einmal um, denn es ist Freitag und die Nacht bricht an. Partytime.

Rip, der eine Etage unter mir in einem Luxusapartment wohnt, bringt mich gegen halb zehn Uhr in meinen Club, das H1. Es ist der angesagteste Nachtclub der Stadt, und ich will dort sein, bevor sich die Türen für die exklusiven, reichen und spaßsüchtigen Gäste öffnen. Das H1 liegt in der Nähe des Central Parks in der Mitte von Manhattan. Zu dem matt schwarzen Gebäude, in dem sich in den unteren beiden Etagen die Clubräume und darüber vier Ebenen mit Luxuswohnungen befinden, gibt es eine versteckte Einfahrt zu einem geheimen Ort, der auf keinem Gebäudeplan verzeichnet ist.

Dieser Ort ist so etwas wie das Bermuda-Dreieck oder ein blinder Fleck, den niemand sieht und von dem nur ausgewählte Leute wissen, dass es ihn gibt. Ich habe ihn überdachen und schalldicht isolieren lassen. Von meinen eigenen Leuten selbstverständlich. Erreichbar ist dieser Bereich durch ein elektronisch gesichertes Portal, das von Außenstehenden nicht als Eingang erkennbar ist. Ein schmaler Tunnel, durch den Rip mit dem Escalade fährt, führt zu meinem dunklen Bunker, den ich Black Room nenne, und von hier aus betrete ich den Club. Das Personal ist dabei, alles vorzubereiten. Sie wissen, dass ich alles kontrolliere und mich nur auf meine eigenen Augen verlasse. Der DJ, den ich extra aus Europa habe einfliegen lassen, thront über der Bar und der Tanzfläche wie ein Gott und spielt schon leise Musik. Das Licht ist perfekt eingestellt, die Getränke sind aufgefüllt und die Leute, die für mich arbeiten, hochmotiviert. Pünktlich um dreiundzwanzig Uhr gebe ich das Zeichen, dass die Tür für die Gäste geöffnet werden darf, und in dieser Sekunde dreht der DJ richtig auf.

»Floyd bringt ein Problem in den Black Room«, flüstert mir Rip ins Ohr und ich nicke ihm zu. Floyd ist einer meiner verlässlichen Dealer, der für den Drogenhandel zuständig ist. Das ist nur ein Zweig, mit dem der McCannon-Clan sein Geld verdient. Wir kontrollieren auch die anderen Eckpfeiler, mit denen man den großen Reibach einnehmen kann: Prostitution, Waffen und Immobilien. Natürlich überwachen wir auch die Gastronomie, den Handel, die Hotels sowie die Krankenhäuser und Bestattungsunternehmen. Man weiß ja nie, wen man so braucht. Ja, selbst die Polizei haben wir in der Tasche. Die Einzigen, die uns hin und wieder dazwischenfunken, sind das FBI. Aber das steht auf einem anderen Blatt.

Der McCannon-Clan arbeitet nach dem Prinzip, in der Hierarchie nur seinen nächst höheren Boss und Befehlshaber zu kennen. Floyd ist mir direkt unterstellt. Er hat den Überblick über alle Dealer und die Drogenkuriere. Diese arbeiten an vorderster Front und sind letzte und somit niedrigste Stufe unserer Organisation auf dem Gebiet der heiligen Arzneimittel. Oftmals wissen diese gar nicht, für wen genau sie das Dope verticken. Aber den Überblick über das große Ganze und die Entscheidungsgewalt liegt einzig und allein bei mir.

Offenbar ist auf irgendeiner Ebene etwas schiefgelaufen, das es nun zu klären gibt. Ich gehe voraus und Rip folgt mir. Vom Club hinüber in den Black Room zu gehen fühlt sich an, wie eine andere Welt zu betreten, und das ist es ja auch.

Gabriel und Isaac, zwei Ex-Navi-Seals und Teil der McCannon-Security, zerren bei meinem Eintreffen einen jungen schlaksigen Kerl aus Floyds Kofferraum. Der arme Kerl wehrt sich, zappelt herum und versucht auch zu sprechen. Doch verstehen können wir nichts, denn er trägt nicht nur einen schwarzen Sack über dem Kopf, sondern wie ich es verlange, ist er auch geknebelt.

»Floyd?«, spreche ich meinen Dealer an, der mir dieses Problem mitgebracht hat.

»Hunter, hi. Er hat einen meiner Kuriere beklaut.«

Ich gebe Isaac und Gabriel ein Zeichen, den Sack zu entfernen. Der miese Dieb, der sich erst an die grelle Helligkeit der weißen Neonleuchten gewöhnen muss, kneift erst die Augen zu und schaut sich anschließend hektisch um. Ich ziehe mir mein Jackett aus, auch mein weißes Hemd und tausche dies gegen ein schwarzes, das Rip mir reicht. Ich sage ja, der Mann kennt mich.

Das Jüngelchen vor mir, ich schätze ihn auf knapp zwanzig, murmelt aufgeregt in den Knebel, als ich langsam auf ihn zugehe und die Knöpfe meines Hemdes schließe.

»Der Drecksack will nicht sagen, woher er kommt«, berichtet Floyd und ich stoppe nicht ganz eine Armlänge vor dem kleinen Pisser mit den blond gefärbten Haaren. Ohne Vorwarnung hole ich aus und verpasse ihm einen kräftigen Schlag in die Magengrube. Wie erwartet stöhnt er vor Schmerz und klappt vornüber. Auf ein weiteres Zeichen von mir nehmen Gabriel und Isaac ihm den festgetapten Knebel aus dem Mund und richten ihn wieder auf.

»Wie heißt du?«, frage ich ihn.

»Hank«, keucht er und will gleich weiterreden. Doch ich hasse es, wenn gesprochen wird ohne meine direkte Aufforderung. Also verpasse ich ihm einen zweiten Schlag.

»Halts Maul!«, befehle ich ihm. »Du antwortest nur auf meine Fragen, kapiert.«

»Ja, ja«, krächzt er und Gabriel und Isaac müssen ihn erneut aufrichten.

»Woher kommst du?«

»L.A.«, gibt er nun schnell und knapp Auskunft.

»Für wen arbeitest du?«

»Für niemanden. Ich …«

Ein dritter Schlag, der ihn mitten ins Gesicht trifft, unterbricht ihn.

»Wieso hast du das Dope geklaut?«

»Ich brauchte dringend ne Tüte.«

»Spionierst du uns aus?«, frage ich direkt, denn viele von außerhalb versuchen sich in den Markt zu drängen. Kokain, Heroin und Chrystal Meth sind ein lukratives Geschäft. Ich verstehe ja, dass man da mitmischen will. Aber die Stadt gehört den McCannons.

»Nein, Sir. Ich, ich mache nur Urlaub hier.«

Rip umkreist den Gefangenen, zieht ihm vorn und auch hinten auf dem Rücken das T-Shirt hoch. Er inspiziert dessen Arme und ebenso seinen Hals. Dann nickt er mir zu, als er auch die Haare nach oben geschoben hat. Ich begutachte die Stelle, die Rip noch immer freihält. Ein kleines Tattoo, eine aufgehende Sonne, was bedeutet, er gehört zu den KSK, den Kalifornier Sun Killers. Mir ist bereits zu Ohren gekommen, dass die expandieren wollen, aber das werden sie nicht hier tun.

»Ich bin nicht mehr bei denen«, wehrt Hank sofort ab, nachdem wir sein kleines Geheimnis gelüftet haben.

»Niemand steigt da je wieder aus!« Rip spricht das aus, was alle hier im Black Room wissen, und wir stellen uns direkt vor Hank. Der pisst sich nun vor Angst in die Hose. Zu Recht. Ich gebe Rip ein Zeichen, dass er nun freie Bahn hat. Hank sieht es nicht kommen, als Rip, der sich hinter mir positioniert hat, seine Waffe zieht und abdrückt. Ein perfekter Schuss, direkt in die Mitte der Stirn.

»Verpackt ihn und schickt ihn zurück, wo er hergekommen ist. Sollen die sich um ihre eigenen Leute kümmern!«, weise ich Gabriel und Isaac an. »Was ist mit dem Kurier?«, erkundige ich mich bei Floyd.

»Dem geht’s gut. Ein paar Blessuren, denn er hat auf jeden Fall gekämpft. Er zahlt aber den Verlust aus eigener Tasche.«

»Gut.« Niemand von meinen Leuten lässt sich beklauen. Wenn es doch geschieht, kümmert er sich um Ersatz. Wir übernehmen den Dieb und lassen alle anderen wissen, welches Schicksal ihn ereilt hat. Wir schützen unsere Leute und üben Vergeltung, das soll jeder wissen.

BROOKE

Nach dem Schrecken an der U-Bahn-Station fahre ich zur Sicherheit noch ein paar Haltestellen weiter als üblich, steige um und fahre zurück, immer genau beobachtend, wer mir folgt und noch mit mir im Abteil sitzt. Als ich mir recht sicher bin, dass sich niemand an meine Fersen geheftet hat, trete ich meinen Heimweg an.

Im Supermarkt an der Ecke kaufe ich noch ein paar Lebensmittel ein, und es dämmert bereits, als ich an meiner Wohnung im vierten Stock eines alten Mietshauses ankomme. Bevor ich heute früh gegangen bin, habe ich nach dem Abschließen der Tür ein Streichholz zwischen Tür und Rahmen gesteckt. Wenn sich jemand in meiner Abwesenheit Zutritt zu meinen zwei Zimmern verschafft hätte, würde das Hölzchen jetzt auf dem Boden liegen. Krimis und Thriller im Fernsehen zu sehen, hat mir bei meiner Flucht vor zweieinhalb Monaten wahrlich sehr geholfen.

Ich entferne das Hölzchen, schließe meine drei Schlösser auf und betrete die Wohnung. Einen brauchbaren Unterschlupf zu finden, ohne den richtigen Namen, eine Kreditkarten- oder Sozialversicherungsnummer anzugeben, sind dünn gesät. Hier in Queens fragte mich zum Glück keiner danach und ich mietete die Wohnung unter dem Namen Brooke Hudgens. Niemand darf wissen, wie ich wirklich heiße, wer ich in meinem früheren Leben einmal war.

Zum Glück stellte mich auch Mr. Stewart, der Besitzer der Druckerei, ohne viele Fragen ein. Er zeigte nur auf den Berg Belege und Rechnungen und fragte, ob ich wüsste, wie man den auf ordentliche Weise abarbeiten könnte. Ich sagte Ja, war auch bereit, für das wenige Geld, das er bot, zu arbeiten, und schon war ich angestellt. Zu diesem Zeitpunkt wohnte ich noch im Hotel und erst danach konnte ich mir wenigstens dieses Apartment leisten.

Jetzt verriegle ich von innen die Tür, gehe in die Küche und packe meine Lebensmittel aus. Das ist jetzt mein Leben, still und einsam, denn zu mehr fehlt mir einfach der Mut.

In meiner Küche ist es sehr aufgeräumt. Das liegt nicht daran, dass ich ein ordentlicher Mensch bin, nein, es ist der Tatsache geschuldet, dass ich nur Besteck und Geschirr für eine Person besitze, und das ist auch noch aus Plastik. Dazu eine Pfanne, zwei Töpfe und ein Glas. Ich hasse es, aus Papp- oder Plastikbechern zu trinken, selbst wenn es nur Wasser ist.

Auf dem Herd, der zur Wohnungseinrichtung gehört, brate ich mir ein paar Eier, die machen satt und halten lange vor. So brauche ich nicht viel und ernähre mich noch gesund. Lebensmittel sind teuer und das, was mir Mr. Stewart für die Bearbeitung seiner Buchhaltung in der Druckerei bezahlt, ist ja nicht viel. Ich muss gut haushalten, um über die Runden zu kommen. Doch ich jammere nicht. Die Alternative wäre, unter einer Brücke zu schlafen oder von ihm geschnappt zu werden und zu sterben.

Ich habe mir im Supermarkt noch etwas Toast gekauft, dazu zwei Äpfel und einen Liter Milch. Auch Kaffeepulver, und zwar das teure, und natürlich Filtertüten, denn ohne Kaffee könnte ich den Tag nicht beginnen.

Etwas Frisches und Kaffee ist der einzige Luxus, den ich mir gönne. Lieber esse ich nur ein Ei am Tag, damit die Packung länger hält, aber ohne das richtige und wohlschmeckende Koffein lohnt es sich nicht zu leben.

Auf einem Straßenflohmarkt hier in meinem Block gleich um die Ecke, den die Leute der angrenzenden Häuser veranstalteten, erstand ich eine alte Kaffeemaschine, dazu noch das Geschirr, das Besteck, die Töpfe und eine Pfanne. Dieser Flohmarkt war wirklich ein Segen, gleich nachdem ich die Wohnung bezogen hatte.

Zum Essen setze ich mich auf meine kleine Couch, die mir der Vermieter geschenkt hatte. Ich tat ihm wohl leid, als ich ihm sagte, all meine Sachen wären verloren gegangen, ich hätte auch niemanden, der mir helfen könnte. Das entsprach absolut der Wahrheit, denn auch wenn meine Eltern noch lebten, konnte ich dennoch nicht zu ihnen fahren. Er weiß, wo sie wohnen, und ich bin mir sicher, dass er sie überwacht.

Es ist sehr ruhig in der Wohnung und auch von außen klingen heute wenige Geräusche herein. Keine Sirenen von Polizei, Feuerwehr oder Rettungswagen sind zu hören. Doch diese Stille bedeutet für mich nichts Gutes. Sie lenkt mich nicht ab von meinen Gedanken, meinen Ängsten und Sorgen. Da ich keinen Fernseher besitze, nehme ich mir das einzige Buch, über das ich verfüge. »Eine kurze Geschichte der Zeit« von Steven Hawking. Ich hatte es in der Buch-Leihstation in der U-Bahn mitgenommen.

---ENDE DER LESEPROBE---