Taylor McCannon: Dunkle Seelen - April Rayns - E-Book

Taylor McCannon: Dunkle Seelen E-Book

April Rayns

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Beschreibung

Taylor McCannon, Bruder des Mafiaoberhauptes von New York, ist ein Ex-Navy-Seal und Profikiller, den nichts aus der Ruhe bringt – fast nichts. Es sollte ein normaler Auftrag sein, ein Mann, ein Unfall – nichts Besonderes. Doch dann erscheint sie – eine unbekannte Schönheit – und versetzt Taylor in absolutes Erstaunen. Lumen Channingham studiert Jura an der renommierten Hanlyn University und arbeitet bei ihrem Onkel in einer Anwaltskanzlei. Das mag ihr nicht gefallen, aber es ist der perfekte Ort, um unbemerkt dem nachgehen zu können, wonach das Dunkle in ihr verlangt. Schon bei ihrer ersten Begegnung spüren Lumen und Taylor eine ungewohnte Anziehungskraft. Er will sie kennenlernen, doch Lumen zieht sich sofort zurück. Gefühle für jemand zu entwickeln, darf sie nicht – niemals, denn dadurch würde sie in große Gefahr geraten. Ein guter Vorsatz, doch sie treffen auf einer Verbindungsparty aufeinander, und Taylors Handeln bringt etwas ins Rollen, was beide nicht mehr aufhalten können – auch nicht der gesamte McCannon-Clan … Jeder Band ist in sich abgeschlossen. Es empfiehlt sich dennoch, der Reihe nach die einzelnen Bände der McCannons zu lesen. »Hunter McCannon - Dunkles Begehren« »Jackson McCannon - Dunkle Bedrohung« »Beth McCannon - Dunkle Rache« »Taylor McCannon - Dunkle Seelen«

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2024

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TAYLOR MCCANNON

DUNKLE SEELEN

APRIL RAYNS

IMPRESSUM

1. Auflage

Copyright © 2024 by April Rayns

Autor: April Rayns

c/o

Diane Krüger

Stormarnring 10

22145 Stapelfeld

Coverfoto: www.shutterstock.com

Covergestaltung: MT Design

Korrektorat: SW Korrekturen e.U.

Alle Rechte vorbehalten! Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin.

Personen und Handlungen sind frei erfunden, etwaige Ähnlichkeiten mit real existierenden Menschen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt. Markennamen sowie Warenzeichen, die in diesem Buch verwendet werden, sind Eigentum ihrer rechtmäßigen Eigentümer.

Erstellt mit Vellum

INHALT

Über dieses Buch

Vorwort

Die McCannons

Prolog

1. Im Klub

2. Die erste Begegnung

3. Die Party

4. Reece

5. Das erste Date

6. Der Auftrag

7. Der Plan

8. Los Angeles

9. Hoffnung

10. Die Hochzeit

Epilog

Weitere Bücher von April Rayns

Über den Autor

ÜBER DIESES BUCH

Taylor McCannon, Bruder des Mafiaoberhauptes von New York, ist ein Ex-Navy-Seal und Profikiller, den nichts aus der Ruhe bringt – fast nichts.

Es sollte ein normaler Auftrag sein, ein Mann, ein Unfall – nichts Besonderes. Doch dann erscheint sie – eine unbekannte Schönheit – und versetzt Taylor in absolutes Erstaunen.

Lumen Channingham studiert Jura an der renommierten Hanlyn University und arbeitet bei ihrem Onkel in einer Anwaltskanzlei. Das mag ihr nicht gefallen, aber es ist der perfekte Ort, um unbemerkt dem nachgehen zu können, wonach das Dunkle in ihr verlangt.

Schon bei ihrer ersten Begegnung spüren Lumen und Taylor eine ungewohnte Anziehungskraft. Er will sie kennenlernen, doch Lumen zieht sich sofort zurück. Gefühle für jemand zu entwickeln, darf sie nicht – niemals, denn dadurch würde sie in große Gefahr geraten.

Ein guter Vorsatz, doch sie treffen auf einer Verbindungsparty aufeinander, und Taylors Handeln bringt etwas ins Rollen, was beide nicht mehr aufhalten können – auch nicht der gesamte McCannon-Clan …

VORWORT

Liebe Leserin, lieber Leser,

auf ein Wort: An dieser Stelle, genau hier, noch bevor Du die Geschichte angefangen hast, möchte ich Dir sagen, dass alles, was mit dem Prolog beginnt, eine rein fiktive Story ist. Daher machen sich meine Figuren auch keine Gedanken über Krankheiten, Verhütung oder die Folgen von physischer oder körperlicher Gewalt.

Solltest Du das nicht mit Deinem Gewissen vereinbaren können oder dies nicht Deiner Vorstellung eines heutigen Liebesromans entsprechen, höre jetzt auf zu lesen. Ja, genau jetzt. Schließe das Buch und suche Dir ein anderes aus.

Wenn Du weiterliest, wünsche ich Dir viel Vergnügen. Ab jetzt bist Du ganz allein dafür verantwortlich, was sich in Deinem Kopf, in Deinen DARK-ROMANCE-Gedanken abspielt.

Deine April

DIE MCCANNONS

Familie ist das Wichtigste – so lautet das Mantra des McCannon Clans.

Keith McCannon erschuf das Imperium und baute seine Macht in New Yorks Unterwelt mehr und mehr aus, bis er die Spitze erreichte und der unangefochtene König war. Gesegnet mit fünf Söhnen und zwei Töchtern führte er ein strenges Regime und sein Erstgeborener Hunter, tritt seine Nachfolge an.

In vier Bänden wird von den dunklen Machenschaften der Familie und den McCannon Nachkommen erzählt. Sie haben nicht nur mit der Gegenwart zu kämpfen, sondern auch mit der Vergangenheit. Dabei stellen sich ihnen Probleme in den Weg, mit denen sie nicht gerechnet haben, sei es durch einen ungeahnten Gegner oder durch die zärtliche Hand einer Frau.

Mit Hunter, Jackson, Beth und Taylor endet die McCannon Reihe.

PROLOG

Ich sitze auf einem Barhocker am Tresen, und mein auffallend rot geschminkter Mund umschließt einen Strohhalm, mit dem ich an meinem Drink sauge. Der Typ neben mir starrt mich an und beobachtet mich, wie ich vom Strohhalm ablasse und mir mit der Zunge über die Lippen lecke.

Er rückt näher an mich heran. »Darf ich dir einen ausgeben, meine Schöne?«, haucht er mir ins Ohr und ich rieche seinen stinkenden Atem. Er ist schon betrunken, doch er hat noch nicht genug, jedenfalls nicht für mich und das, was ich mit ihm vorhabe.

»Gerne, Großer«, entgegne ich und lächle ihn an.

Er ordert sofort beim Barmann: »Noch einen für mich, und die Kleine hier bekommt, was sie will.«

Der Barkeeper sieht mich an. »Ich nehme noch einen hiervon«, antworte ich und zeige auf mein Glas. Es ist nur Wasser, denn ich muss unbedingt nüchtern bleiben. Alkohol bringt die Sinne durcheinander und meine müssen absolut geschärft bleiben.

»Ich bin Ken, eigentlich Kenneth, aber alle nennen mich Ken, wie der Kerl von Barbie«, stellt er sich vor und will wohl witzig sein. Also lache ich, Männer mögen es angeblich, wenn man über ihre Witze lacht.

»Ich bin Ba… Betty«, beinahe hätte ich mich noch verplappert und Barbie gesagt. Gott, ich muss aufpassen, was ich rede.

»Du bist wunderschön, Betty, wie alt bist du denn?«

»Achtzehn«, flüstere ich und lüge, ohne rot zu werden.

»Dann darfst du ja noch gar nicht hier drin sein.« Kens Augen leuchten auf.

»Mit einem gefälschten Ausweis schon«, erkläre ich, kichere und grinse stolz.

Er kippt seinen Scotch in einem Zug hinunter, und ich deute dem Barmann mit einem Wink, dass er das Glas noch einmal füllen soll. Auch diesen Drink verleibt er sich hastig ein und seine Hand berührt meinen Oberschenkel. Ich trage ein enges kurzes Kleid und eine Netzstrumpfhose. Hätte ich mal eine andere angezogen, denn ich spüre die Wärme seiner ekligen feuchten Finger direkt auf meiner Haut.

»Hast du Lust, noch woandershin zu gehen?«, fragt er mich direkt und seine Finger wandern meinen Schenkel hinauf.

»Zu dir?«

»Nein, zu dir«, schlägt er vor.

»Ich kenne da einen ruhigen Platz, wollen wir dahin?«

»Unbedingt. Aber wie kommen wir dahin?« Er ist mit dem Taxi gekommen, daher kann er mir keinen Wagen anbieten.

»Ich fahre uns«, entgegne ich.

»Okay, dann los.«

Ken wirft ein paar Scheine auf den Tresen, packt mich am Arm und zieht mich ungeduldig vom Stuhl herunter. »Komm schnell, meine Schöne«, ruft er und legt nun einen Arm um meine Taille.

»Nicht so schnell, Großer, wir haben doch Zeit«, versuche ich ihn zu bremsen.

Er grapscht mir von der Seite an die Brust und sein Mund berührt meinen Hals.

»Haben wir nicht. Gott, du bist so heiß«, keucht er und will mich vermutlich gleich hier auf dem Boden vögeln.

»Dann komm, lass uns rausgehen. Mein Wagen steht gleich an der Straße«, sage ich und lasse ihn weiter meinen Hals ablecken. Fuck, ist das widerlich. Doch es muss sein. Ich muss das jetzt durchziehen, ich habe nur diese eine Chance …

1

IM KLUB

TAYLOR

»Du bist Taylor McCannon, nicht wahr?« Eine wirklich hübsche Blondine steht vor mir und sieht mich mit ernstem Gesichtsausdruck an und nicht wie üblich verführerisch und mit einem perfekten Wimpernaufschlag. Sie steht offenbar nicht vor mir, um zu flirten oder sich für einen One-Night-Stand anzubieten.

Daher entscheide ich, mich mit meinem Sarkasmus heute mal zurückzuhalten.

»Ja, das ist mein Name«, entgegne ich und sehe sie nun aufmerksam an. Was kann sie wollen?, frage ich mich. Was Berufliches?

Ich besuche den angesagten Nachtclub meines Bruders, das H1 im Herzen Manhattans, nicht sehr oft. Aber wenn ich es tue, sitze ich oben in der VIP-Lounge und betrinke mich. Es ist der einzige Ort, an dem ich mich mal richtig gehen lassen kann, denn ich weiß, mein Bruder Hunter, seine Nummer zwei Rip und all die Security, die hier herumläuft, passen auf mich auf.

Normalerweise bin ich es, der die Augen aufhält und andere beschützt. Aber jeder Ex-Navy-Seal und Auftragskiller, wie ich es einer bin, braucht auch einmal eine Auszeit.

Die Blondine in dem eng anliegenden kurzen pinkfarbenen Kleid mit dem tiefen Ausschnitt setzt sich unaufgefordert zu mir, auch wenn nur wenig Platz auf der Ledercouch ist. Mit zusammengepressten Oberschenkeln und schräg gestellten Beinen schmiegt sie ihren Oberkörper fast schon liebevoll an mich. Doch sie hat nicht die Absicht, mich zu verführen, denn sie beugt sich zu mir herüber und flüstert mir ins Ohr: »Ich habe recherchiert. Du bist Navy Seal, und ich habe auch gehört, dass du jemanden kennst, den man Black Wolf, den unsichtbaren Cleaner von New York, nennt.«

Beruflich, denke ich enttäuscht und sehe sie einen Moment lang an. Kann ich ihr trauen? Das ist die alles entscheidende Frage, jedes Mal, wenn mich jemand um Hilfe bittet.

»Kommt darauf an, was du von Black Wolf willst«, antworte ich und ihr Gesicht mit den weichen vollen Lippen ist meinem gefährlich nahe.

Unbestritten, sie ist wirklich wunderschön, mit einer Figur zum Niederknien, und in meiner Fantasie ziehe ich ihr bereits das hautenge Kleid aus, unter dem sie natürlich nichts trägt, nicht einmal einen Slip. Daher regt sich bei diesem Gedanken mein Schwanz sofort in der Hose, er hatte schon lange keine Pussy mehr beglückt, und er zeigt mir damit deutlich, dass es endlich mal wieder Zeit wird.

»Es geht um meinen Exfreund«, haucht sie mir ins Ohr, und mein Schwanz macht sich schlagartig nicht weiter die Mühe, sich aufrecht hinzustellen. Allein das Wort Exfreund turnt ihn total ab und er legt sich wieder schlafen.

»Black Wolf ist kein Therapeut, der mit dir das Problem bequatschen könnte. Er ist auch kein Callboy, mit dem du ihn eifersüchtig machen kannst«, spreche ich von mir in der dritten Person und lehne ab, was auch immer sie da von mir verlangen will. Fucking Beziehungskisten, so was nervt mich total. Tussis nerven mich, es sei denn, ich stecke in einer und sie hält ihren Mund. Es gibt einfach keine Themen, die ich mit dem weiblichen Geschlecht bereden könnte, keine gemeinsamen Interessen. Sie fahren kein Motorrad, mögen Autos meist nur zum Angeben und das mit dem Morden konnte ich bisher noch nie ansprechen.

»Ich brauche keinen Therapeuten und schon gar keinen Callboy, ich brauche jemanden, der ihn so richtig fertigmacht«, versucht sie mir ihr Anliegen etwas zu verdeutlichen.

Nun läuten doch wieder meine Alarmglocken und ich beäuge sie mit skeptischem Blick. Ich habe sie hier noch nie gesehen.Ist sie ein Cop? Will sie mich in eine Falle locken? Ich erhebe mich und packe sie am Arm.

»Hey!«, protestiert sie und will sich aus meinem festen Griff befreien.

Ich bleibe stehen, ziehe sie ganz nah an mich heran und packe ihren Arm noch stärker an. »Willst du seine Hilfe jetzt oder nicht?«, raune ich ihr drohend ins Ohr.

»Ja«, antwortet sie kaum hörbar.

»Dann komm!«, fordere ich sie auf und ziehe sie mit mir.

Sie lässt sich von mir in Hunters Büro bringen, wo ich die Tür mit meinem Fuß hinter ihr zutrete. Hunter sitzt an seinem Tisch und blickt irritiert zu mir auf. Der Raum, in dem wir uns befinden, ist schalldicht und abhörsicher.

»Checkst du sie mal, sie fragt nach Black Wolf«, bitte ich Hunter, den Erstgeborenen und Oberhaupt unserer Familie. Er verfügt über eine Gesichtserkennungssoftware und einen Zugang zur FBI-Datenbank, die ihm unser Bruder Logan, das Hackergenie, eingerichtet hat. Ich schiebe die Blondine vor Hunters Schreibtisch und er scannt sie. Die Angst steht ihr plötzlich direkt ins Gesicht geschrieben, und ich bin gespannt, ob sie ihr Vorhaben noch weiter durchziehen oder einen Rückzieher machen wird.

»Wie heißt du?«, will Hunter von ihr wissen.

»Cortney Jamerson«, antwortet sie brav, aber mit zittriger Stimme.

Sie atmet schnell, Panik steigt offenbar in ihr auf. Vor Hunter sollte sie definitiv Angst haben, er ist der König der Unterwelt, das Mafiaoberhaupt hier in New York und er ist gnadenlos. Ich mag ja der Profikiller in der Familie sein und den Abzug drücken, aber er ist in meinen Augen der Härteste von uns allen. Er fällt Entscheidungen darüber, wer leben darf und wer stirbt. Er nennt mir einen Namen, und ich knalle die Person ab, bestenfalls aus großer Entfernung. Das ist wie Sport für mich, Freizeitsport.

»Cortney Jamerson, hier habe ich dich. Sieh an, du arbeitest für Clarice. Ich ruf sie an und erkundige mich mal über dich«, erklärt Hunter und nimmt den Telefonhörer ab.

»Bei Clarice persönlich?«, ruft Cortney mit extrem hoher Stimme, was von absoluter Panik zeugt, denn Clarice betreibt eine exquisite Callgirl-Vermittlung und ist in New York eine Institution. Natürlich nur in der Männerwelt und nur hinter vorgehaltener Hand. In der Öffentlichkeit präsentiert sie sich als Gönnerin und organisiert Benefiz-Veranstaltungen zum Wohle Bedürftiger.

»Ja. Sie soll nur bestätigen, dass du sauber bist.«

»Das bin ich«, versucht Cortney uns zu versichern. Doch Worte bedeuten nicht viel, wenn man die Person nicht kennt. Ich schiebe Cortney an die Wand des Büros und zwinge sie, ihre Arme zu erheben und ihre Hände an der Mauer abzustützen. Ihre Füße dränge ich nach hinten und weit auseinander, um sie so besser abtasten zu können. Sie trägt schon mal keinen BH, sehr gut, denke ich. Aber einen Slip, wie schade.

»Ich wollte Black Wolf doch nur um etwas bitten. Wozu der ganze Aufwand hier?«, fragt sie und versucht die angespannte Situation etwas zu schlichten.

»Um uns abzusichern. Denkst du, wir oder Black Wolf lassen uns von dir zu etwas überreden, wofür jeder von uns in den Knast gehen könnte?«, gebe ich ihr zu verstehen, dass wir uns immer schützen.

»Es geht wirklich nur um meinen Ex. Ich will mich rächen und das kann ich nicht allein. Ich habe Geld, viel Geld, ich kann ihn bezahlen«, spricht sie weiter, immer noch mit gespreizten Beinen an der Wand stehend.

»Wofür willst du dich rächen? Was hat er dir angetan?«, hake ich nach, denn das Wieso und Warum ist wichtig. Nur fürs Fremdgehen bringe ich niemanden um.

»Er hat mich bewusstlos geschlagen, mir die Nase und den Arm gebrochen und anschließend im Wandschrank eingesperrt.« Nun zittert ihre Stimme noch mehr und ihr Kinn bebt vor tragischer Erregung. Dies wird aber durch die Geschehnisse und Erinnerungen an den Ex hervorgerufen, nicht durch die Angst vor Hunter und mir. Sie sagt die Wahrheit. Die Peinigung zu berichten, sie laut auszusprechen, lässt die Schmerzen und Demütigungen wieder hochkommen.

»Okay, und was soll Black Wolf deiner Meinung nach mit ihm machen?« Ich lasse von ihr ab und sie stellt sich wieder normal hin.

»Ihn fertigmachen.« Diese Worte strotzen nur so vor Wut, sie ist wahrlich angepisst.

»Dass er nicht mehr atmet, meinst du das mit fertigmachen?«, hake ich nach.

»Clarice bürgt für dich«, mischt sich Hunter ein und legt sein Telefon wieder beiseite. »Also überlege dir gut, was du willst, denn in diesem Raum wird alles aufgezeichnet, und wenn du es erst einmal laut ausgesprochen hast, gibt es kein Zurück mehr.«

Sie schluckt hart. »Ja, ich will, dass er nicht mehr atmet«, antwortet sie entschlossen und ohne zu zögern, immer noch mit dieser Wut in der Stimme. »Ich hätte sterben können in diesem Wandschrank. Wenn meine Mutter nicht vorbeigekommen wäre, wäre ich verblutet. Ich will, dass keine Frau das seinetwegen auch durchmachen muss. Ich will, dass dieses Dreckschwein stirbt.«

»In Ordnung. In den nächsten Stunden erreicht dich ein Bote mit einem Umschlag und allen weiteren Instruktionen, wohin du das Geld transferieren sollst. Außerdem schuldest du mir ab sofort etwas«, erkläre ich.

»Und was?« Sie sieht mich irritiert an.

»Informationen. Wenn ich irgendwann zu dir komme und dich nach einer bestimmten Sache frage, wirst du mir alles darüber berichten, okay?«

Sie nickt. »Okay.«

»Gut, dann gib mir jetzt alle Infos zu deinem Ex: den Namen, wo er wohnt, was er für Gewohnheiten hat, einfach alles, was dir einfällt«, fordere ich sie auf.

»Jefferson Kent, er wohnt in der 15 Street Nummer 229«, beginnt sie, und es sprudelt nur so aus ihr heraus, was er für ein Freak ist, sportsüchtig, vermutlich dopt er sich sogar.

»Du kannst jetzt gehen«, entgegne ich, als sie fertig ist und ich alles habe, was ich brauche. »Und denke dran: Es gibt jetzt kein Zurück mehr.«

Sie nickt mir zu, erleichtert und verlässt mit schnellen Schritten und ohne ein weiteres Wort das Büro.

* * *

Gleich am nächsten Tag verfolge ich Mr. Frauenschläger Jefferson Kent, denn Cortney hat das Geld bereits überwiesen. Ich beobachte mein nächstes Ziel, wie und womit er seine Zeit verbringt. Morgens um sieben Uhr joggt er durch den Central Park, dann geht er zur Arbeit – er ist Broker, was auch sonst. Den Nachmittag verbringt er im Fitnesscenter und am Abend sitzt er in einer Bar mit seinen Kumpels. Ich hocke, getarnt mit Brille, einer angeklebten Warze neben der Nase und einem viel zu großen Anzug ganz in der Nähe am Tresen und kann hören, wie er redet und was er redet. Er ist schon ein widerliches Schwein, der jedem Rock hinterhergafft, einige Mädels macht er sogar mit den einfältigsten Sprüchen an, aber zum Glück kassiert er dafür nur Abfuhren.

Der Tag darauf verläuft ähnlich und auch der folgende, sodass eine gewisse Routine zu erkennen ist. Routinen sind gut, damit kann ich arbeiten.

Ich beschließe, mein Faketaxi zum Einsatz kommen zu lassen, da sich mein Zielobjekt auf all seinen Routen immer chauffieren lässt. Mein Faketaxi sieht aus wie ein ganz normales Taxi, innen wie außen, nur mit vielen kleinen versteckten Extras, die niemand sieht. Es verfügt sogar über eine Lizenz mit Bild im Cockpit und das Taxameter ist ebenfalls echt. Die Nummernschilder tausche ich bei jedem Einsatz aus und stehle dafür die Identität eines anderen Fahrzeugs.

Mein Plan sieht nun vor, Jefferson Kent direkt vor dem Fitnessstudio aufzusammeln. Mein Gewissen, in Form einer ganz leisen Stimme, welches tatsächlich in mir wohnt, will noch mit ihm reden, bevor ich ihn kaltmache. Zudem soll es wie ein Unfall aussehen und das braucht Finesse. Wir wollen ja die Liste der vermissten Personen nicht noch künstlich verlängern. Ein schöner Unfall lässt alle mit der Sache abschließen und niemand stellt unbequeme Fragen.

Am vierten Tag verkleide ich mich und verwandle mich in den dicken Taxifahrer Chuck. Dieser trägt einen Vollbart mit grauen Partien an Kinn und Wangen, eine dicke braune Hornbrille und eine gestreifte Schiebermütze. Nun sehe ich aus wie auf dem Bild meiner Taxilizenz. Alles muss ja seine Ordnung haben. Unter dem karierten Holzfällerhemd, welches ich mir anziehe, verstecke ich einen runden Bierbauch und vervollkommne das Bild eines alten dicken Mannes, vor dem sich niemand fürchten muss.

Ich fahre zum Fitnessstudio, wo ich mich in der Nähe des Ausganges aufhalte. Diverse Leute versuchen mich auf dem Weg dorthin anzuhalten, aber ich bleibe bei meinem Plan. Obwohl es mich reizt, ein wenig in der Stadt herumzucruisen und fremde Leute zu beobachten, während sie sich in Sicherheit auf meiner Rückbank wähnen. Menschen sind so leichtgläubig.

Das Licht oben auf dem Taxi lasse ich aus und verriegle zusätzlich die Türen. Ich gehe lieber auf Nummer sicher, Menschen sind auch unberechenbar, wenn sie etwas wollen.

Mein Zielobjekt ist ein Mann, der die Pünktlichkeit liebt, und er tritt kurze Zeit später, zuverlässig wie ein Uhrwerk, aus der Tür des Fitnessstudios. Er schaut sich um. Ich schalte das Taxilicht oben am Wagen ein und gebe ihm die Möglichkeit, mich heranzuwinken. Es soll ja nicht den Anschein erwecken, ich stehe nur seinetwegen hier. Als er mich erblickt, hebt er den Arm und ich fahre los.

Fuck, was soll das denn? Cortney kommt in diesem Moment auf ihn zugerannt. Jefferson bemerkt sie, denn sie scheint nach ihm zu rufen. Er dreht sich aber weg. Gut so, denke ich. Kurz vor meiner Ausführung noch ein Drama, darauf habe ich wahrlich keinen Bock.

Aber sie erreicht Jefferson, bevor er die Tür meines Taxis öffnet. Shit!

Sie schaut mich direkt an und winkt mir zu, dass ich losfahren soll. Fuck! Aber Gott sei Dank, sie erkennt mich nicht. Dennoch durchkreuzt sie meinen Plan. Ich weiß schon, warum mir anonyme Auftragsmorde lieber sind.

»Ich muss mit dir reden«, höre ich, wie Cortney vollkommen außer Atem Jefferson anspricht. Lass es, denke ich nur. Es gibt kein Geld zurück und sterben wird er auf jeden Fall.

»Was willst du noch?« Jeffersons Stimme klingt hart und abweisend.

»Du solltest ein paar Tage aus der Stadt verschwinden«, rät sie ihm.

Dieses Miststück, sie will ihn vor mir warnen. Sie hat es sich tatsächlich anders überlegt. Tja, Blondie, jetzt haben wir ein Problem.

»Wieso sollte ich?«, entgegnet Jefferson genervt. »Wir beide sind geschiedene Leute.«

»Ja, ich weiß, aber glaube mir, es ist besser, wenn du nicht in der Stadt bist«, drängt sie ihn regelrecht.

»Lass mich zufrieden«, versucht er sie abzuwimmeln, öffnet die hintere Tür meines Taxis und steigt ein.

Cortney scheint aber fest entschlossen, Jefferson zu retten. Sie läuft um das Taxi herum und steigt auf der anderen Seite ein. Nun habe ich beide in der Falle.

»15 Street Nummer 229«, gibt er mir sein Ziel durch.

Ich antworte nicht, sondern fahre einfach los.

»Was soll das, Cortney?«, giftet Jefferson sie so leise wie möglich an. Aber das nützt alles nichts, denn ich habe den Innenraum mit kleinen Mikrofonen ausgestattet, ebenso mit diversen Kameras, mir entgeht nichts. Vorn im Cockpit, sodass meine Fahrgäste nichts mitbekommen, habe ich einen Monitor und sehe darauf alles, was hinten passiert. Zudem steckt in meinem Ohr ein Funkgerät.

»Ich will, dass du die Stadt verlässt«, fordert Cortney ihn erneut auf. So langsam muss ihm das doch spanisch vorkommen.

»Warum?«, will er endlich wissen.

»Weil … weil«, druckst sie herum und ich frage mich: Na, wird sie mich verraten?

»Du gehst mir so was von auf die Eier mit deinen Spielchen. Steig aus, los!«, brüllt er sie jetzt an, als ich gerade an einer roten Ampel halte.

Ich warte nur darauf, dass sie es laut ausspricht, denn dann habe ich keine Wahl mehr. Ich muss beide töten.

»Halten Sie sich die Ohren zu!«, ruft Cortney plötzlich zu mir nach vorn. Die Ampel steht noch immer auf Rot, also tue ich, was sie verlangt. So verstehe ich sie über den Stecker in meinem Ohr noch viel besser. »Ich habe einen Killer engagiert«, beichtet sie ihm tatsächlich. Fuck!

Jefferson zieht seinen Kopf vollkommen perplex zurück. »Was? Bist du bescheuert? Mit so etwas macht man keine Scherze.«

»Das ist kein Scherz«, beteuert sie.

Das war das unumkehrbare Zeichen. Die Ampel springt auf Grün und ich trete aufs Gas. Cortney und Jefferson beginnen zu streiten, es wird laut, sehr laut, sodass ich sogar den Knopf aus meinem Ohr nehmen muss. Aber es ist sowieso egal, was sie jetzt noch sagen. Das Urteil ist gefällt – sie sterben beide.

Ich biege in eine Nebenstraße ein und von hier aus schlängele ich mich durch Manhattan. Es dauert eine ganze Weile, bis einer der beiden dahinten bemerkt, dass ich nicht mehr in Richtung der gewünschten Zieladresse fahre.

»Das ist der falsche Weg!«, ruft Cortney und klopft gegen die Trennscheibe. Ich reagiere nicht, sondern lächle nur für mich.

»Halt sofort das Taxi an, du Drecksau, ich werde dich verklagen!«, beleidigt mich Jefferson. Wie nett, denke ich nur und verfolge meinen Plan unbeeindruckt weiter.

»Lassen Sie uns raus!«, fleht Cortney, als wir Manhattan verlassen, und Jefferson hämmert gegen die praktisch unzerstörbare Scheibe zwischen ihm und mir.

»Was soll der Scheiß, halt an!«, schreit er und versucht die Tür zu öffnen. Diese hat sich bereits verriegelt, nachdem sie eingestiegen waren, und kann nur von mir geöffnet werden.

Nach weiteren zwanzig Minuten Fahrt erreiche ich meinen Lieblingsplatz, meine Ruhestätte, ein Anwesen, das nur mir allein gehört. Es liegt weit außerhalb der Stadt in der Nähe von Greenwich, wo auch meine Familie ein großes Grundstück besitzt. Nur dieses hier ist ein ehemaliges Militärgebiet und sieht aus, als würde sich hier kaum jemand aufhalten. Zudem ist es mit einem hohen Stacheldraht komplett eingezäunt, und in geringen Abständen sind Tafeln angebracht, auf denen steht, dass dies ein Militärgebiet und das Betreten verboten und sehr gefährlich ist.

Der offizielle Eingang ist ein blickdichtes Metalltor, das elektrisch geöffnet wird. Natürlich nur von mir, und das mit einer speziellen App auf meinem Handy. Außerdem ist das gesamte Gelände videoüberwacht und rundherum mit zahlreichen Bewegungsmeldern ausgestattet. So weiß ich immer, wenn sich fremde Personen hier in der Nähe aufhalten, und kann entsprechend reagieren. Mehrere Drohnen befinden sich immer in Bereitschaft. Ich kann sie mit meinem Handy aus steuern und die Eindringlinge und Neugierigen vertreiben.

Ich öffne das Tor und fahre hindurch. Cortney und Jefferson toben noch immer hinten auf der Rückbank, aber es gibt kein Entkommen. Wie immer parke ich den Wagen unter einem Carport, das mit einem Tarnnetz verhüllt ist und sich genau in der Mitte des Grundstücks befindet. Nachdem ich den Motor abgestellt habe und ausgestiegen bin, drücke ich eine weitere Funktion in meiner App auf dem Handy und eine drei Meter breite und zwei Meter hohe Luke öffnet sich in meiner ungepflegten Rasenfläche neben mir. Eine Treppe, die von zwei Abfahrtspfaden gesäumt wird, führt hinunter in einen Bunker, in dem ich mich locker für zwei Wochen verschanzen kann. Ja, ich weiß, ich bin ein wenig paranoid. Aber im Krieg lernt man so einiges, und wenn man zurück ins Leben kehrt, will man einfach auf alles vorbereitet sein.

Ich hole mir eine der neuen Pumpguns, die ich in einem versteckten Waffenschrank oder besser in meiner Waffenkammer, die ich stetig erweitere, lagere. Außerdem schnalle ich mir meinen Werkzeuggürtel um, in dem einige meiner Lieblingswaffen stecken, wie eine kleine Pistole, diverse Messer in verschiedenen Größen, eine Zange, ein Vorstecher, mit dem man ganz hervorragende Löcher stechen kann, eine Pinzette und natürlich Munition zum Nachladen.

Als ich zum Wagen zurückkehre, starren mich die beiden Loser mit offenen Mündern an. Ich weiß, was sie jetzt denken: Ich bin ein Psychopath. Aber das stimmt nicht. In ihren Augen mag das so aussehen, in meiner Welt bin ich einfach nur gut organisiert und super in meinem Job.

»Los, aussteigen«, befehle ich den beiden, nachdem ich die Tür mit dem Autoschlüssel entriegelt habe. Ich ziele auf sie aus entsprechender Entfernung mit meiner wirklich handlichen Kanone.

Jefferson hebt die Hände, schiebt sich mit den Beinen von der Rückbank herunter und stellt sich vor das Auto. Als auch Cortney zitternd mit erhobenen Händen neben ihm steht, packt er sie plötzlich und schubst sie in meine Richtung. Dieser Blödmann, denke ich und sehe zu, wie Cortney vor mir auf die Knie fällt. Jefferson nutzt sein Ablenkungsmanöver, um die Flucht in den kleinen Wald zu ergreifen. Ich mag es ja, wenn sie sich wehren. Daher gebe ich ihm noch ein paar Sekunden und zähle: »Drei, zwei, eins …«, und drücke ab.

Der kleine Pisser dachte wohl, ich würde nicht schießen, da lag er aber so was von falsch. Ich schieße nämlich gern, sehr gern sogar. Daher bin ich ein hervorragender Schütze und treffe ihn direkt in den Oberschenkel, das aber nur an der Seite, damit ich kein wichtiges Blutgefäß treffe. Es soll nur wehtun, sterben soll er noch nicht. Das wird er später, wenn ich ihn habe leiden lassen für seinen Fluchtversuch.

»Ah«, schreit er laut auf und stürzt ohne sich abzustützen zu Boden.

---ENDE DER LESEPROBE---