Jackson McCannon - Dunkle Bedrohung - April Rayns - E-Book

Jackson McCannon - Dunkle Bedrohung E-Book

April Rayns

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Beschreibung

Er ist ein brillanter Chirurg, aber auch ein eiskalter Killer. Kann Frau so einem Mann ihr Leben anvertrauen? Als Aurora Mancinis Ehemann schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert wird, stimmt er einer lebensrettenden Operation nur unter einer Bedingung zu: Jackson McCannon ist ab sofort für ihre Sicherheit zuständig. Aurora weiß um den fragilen Frieden zwischen der Mafia und Tonis Drogenkartell. Plötzlich wittert sie ihre Chance, um den Fängen ihres verhassten Ehemannes zu entkommen. Doch den Händen der Mafia zu entwischen, erweist sich als ebenso unmöglich, wie die Gefühle zu ignorieren, die der ansonsten so skrupellose Mörder des McCannon-Clans in ihr zu wecken scheint. Aber ein Jackson McCannon würde sich niemals gegen die Familie wenden. Oder? Dies ist eine Dark Romance Lovestory. Sie beinhaltet düstere Themen, eindeutige Szenen und eine mehr als deutliche Sprache. Jeder Band ist in sich abgeschlossen. Es empfiehlt sich dennoch, der Reihe nach die einzelnen Bände der McCannons zu lesen. »Hunter McCannon - Dunkles Begehren« »Jackson McCannon - Dunkle Bedrohung« »Beth McCannon - Dunkle Rache« »Taylor McCannon - Dunkle Seelen«

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2024

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JACKSON MCCANNON

DUNKLE BEDROHUNG

APRIL RAYNS

1. Auflage

Copyright © 2024 by April Rayns

Autor: April Rayns

c/o

Diane Krüger

Stormarnring 10

22145 Stapelfeld

Coverfoto: www.shutterstock.com

Covergestaltung: MT Design

Korrektorat: SW Korrekturen e.U.

Alle Rechte vorbehalten! Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin.

Personen und Handlungen sind frei erfunden, etwaige Ähnlichkeiten mit real existierenden Menschen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt. Markennamen sowie Warenzeichen, die in diesem Buch verwendet werden, sind Eigentum ihrer rechtmäßigen Eigentümer.

INHALT

Über dieses Buch

Vorwort

Prolog

1. Die Notaufnahme

2. Der Jahrhundertsturm

3. Fremde Gefühle

4. Watertown

5. Weihnachten

6. Neue Geschäfte

7. Zwei Monate später

Epilog

Weitere Bücher von April Rayns

Über den Autor

ÜBER DIESES BUCH

Er ist ein brillanter Chirurg, aber auch ein eiskalter Killer. Kann Frau so einem Mann ihr Leben anvertrauen?

Als Aurora Mancinis Ehemann schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert wird, stimmt er einer lebensrettenden Operation nur unter einer Bedingung zu: Jackson McCannon ist ab sofort für ihre Sicherheit zuständig.

Aurora weiß um den fragilen Frieden zwischen der Mafia und Tonis Drogenkartell. Plötzlich wittert sie ihre Chance, um den Fängen ihres verhassten Ehemannes zu entkommen.

Doch den Händen der Mafia zu entwischen, erweist sich als ebenso unmöglich, wie die Gefühle zu ignorieren, die der ansonsten so skrupellose Mörder des McCannon-Clans in ihr zu wecken scheint. Aber ein Jackson McCannon würde sich niemals gegen die Familie wenden. Oder?

Dies ist eine Dark Romance Lovestory. Sie beinhaltet düstere Themen, eindeutige Szenen und eine mehr als deutliche Sprache.

Jeder Band ist in sich abgeschlossen. Es empfiehlt sich dennoch, der Reihe nach die einzelnen Bände der McCannons zu lesen.

VORWORT

Liebe Leserin, lieber Leser,

auf ein Wort:

An dieser Stelle, genau hier, noch bevor Du die Geschichte angefangen hast, möchte ich Dir sagen, dass alles, was mit dem Prolog beginnt, eine rein fiktive Story ist. Daher machen sich meine Figuren auch keine Gedanken über Krankheiten, Verhütung oder die Folgen von physischer oder körperlicher Gewalt.

Solltest Du das nicht mit Deinem Gewissen vereinbaren können oder dies nicht Deiner Vorstellung eines heutigen Liebesromans entsprechen, höre jetzt auf zu lesen. Ja, genau jetzt. Schließe das Buch und suche Dir ein anderes aus.

Wenn Du weiterliest, wünsche ich Dir viel Vergnügen. Ab jetzt bist Du ganz allein dafür verantwortlich, was sich in Deinem Kopf, in Deinen DARK-ROMANCE-Gedanken abspielt.

Deine April

PROLOG

»Baby, verfickte Scheiße«, stöhne ich und habe Mühe, beim Fahren die Augen offen zu halten. Mit ihren zarten und doch so akrobatischen Lippen hält sie meinen Schwanz fest umschlossen und saugt dazu, dass mich die preorgasmische Trance fast übermannt.

So stelle ich mir später mit über achtzig meinen Tod vor, ja, genau so. Eine blutjunge Achtzehnjährige bläst mich ganz langsam ins Jenseits hinüber. Fuck, wäre das geil.

Ihre Finger umschließen meine Eier und massieren sie, kann es noch besser werden? Verdammt, mir schwinden die Sinne.

Ein langes Hupen katapultiert mich zurück ins Hier und Jetzt. Shit, da war ich schon fast auf der Spur im Gegenverkehr. Es ist scheiße dunkel, dazu regnet es noch so stark – oder ist das Eis? Die Straßen sind rutschig. Sie hatten Blitzeis angesagt, aber ich bin gleich zu Hause, nur noch ein paar Meilen, dann bin ich da, doch vorher komme ich, und das gewaltig. Fuck!!!

Ich schließe die Augen und denke, ich bin im gelobten Land, denn ich sehe ich ein gleißendes Licht. Der Wahnsinn! Doch dann wieder ein langes Hupen … Das kann nicht der Himmel sein. Ich reiße die Augen auf. »Scheiße! Nein …!?!«

1

DIE NOTAUFNAHME

JACKSON

Jesus, die saugt ja wie der Teufel, geht es mir durch den Kopf, während sich die süße Krankenschwester an meinem Schwanz zu schaffen macht. Fuck, sie hat das echt drauf.

Dana, ich glaube, so heißt sie, arbeitet seit gestern im McCannon Medical Center. Das Krankenhaus gehört mir und ich bin obendrein noch der Chefarzt der Chirurgie. Sie ist ein gieriges kleines Luder, denn anstatt sich über die jungen Assistenzärzte herzumachen und sich so, nach und nach, nach oben zu schlafen, hat sie sich gleich den Besten und Wichtigsten hier im Krankenhaus ausgesucht, mich, Dr. Jackson McCannon. Nun ja, mein Bild prangt in jedem Ein- und Ausgangsbereich des gesamten Klinik-Komplexes, man kann mich überhaupt nicht übersehen. Ich bin das Aushängeschild, denn meine Familie hat diese hochmoderne medizinische Einrichtung mitten in Manhattan bauen lassen.

Gestern Abend, ich wurde zu einem Konsil in die Notaufnahme gerufen, um einen Mann mit einem Messer in der Brust zu untersuchen, schob sich die zarte Brünette mehrfach zwischen dem Behandlungstisch und mir hindurch. Leichter wäre es für sie gewesen, sie wäre hinter mir entlanggegangen, aber ich bemerkte schnell, worauf das hinauslaufen sollte. Sie drückte ihren süßen kleinen Knackarsch jedes Mal gegen meinen Schwanz, sodass er gar nicht anders konnte, als Interesse zu bekunden. Ich nahm Schwester Dana später mit in mein Penthouse und fickte sie die halbe Nacht.

Der nächste Tag ist schon lange angebrochen und die Uhr zeigt kurz vor drei am Nachmittag. Bull, mein Bodyguard, Chauffeur, wahrer Vertrauter und Mann fürs Grobe, parkt den Bentley wie immer auf dem Parkplatz direkt vor dem Krankenhaus. Ich sitze hinten und bin froh, dass der Wagen extra getönte Scheibe besitzt, denn ich schaffe es nicht, mich noch länger zurückzuhalten. Ich komme gewaltig in Schwester Danas Mund. Sie schluckt brav, schaut mich an und wischt sich mit dem Zeigefinger einen letzten Tropfen von den Lippen.

»Und keinen Mucks …«, höre ich eine aggressive Stimme außerhalb des Wagens, die mir irgendwie bekannt vorkommt.

Ich packe meinen Schwanz ein und öffne die Trennwand zu Bull, um vorn hinaussehen zu können. Mit dem Kopf zur Seite geneigt versuche ich zu ergründen, wessen Stimme ich da gerade vernommen habe. Ich weiß genau, ich muss es herausfinden, sonst lässt es mich den ganzen Tag nicht los.

Shit, was ist das?, frage ich mich irritiert, als mir etwas sehr Skurriles ins Auge sticht.

»Bull, ich ruf an, wenn ich dich brauche«, rufe ich nach vorn und steige augenblicklich aus, ohne noch einen Gedanken an die Krankenschwester zu verschwenden. Mit schnellen Schritten gehe ich auf die Notaufnahme zu und da fällt sie mir plötzlich wieder ein. Dana. Ach, sie wird den Weg hinein schon finden, denke ich weiter und verlangsame meinen Gang nicht.

»Verdammte Scheiße, ich brauche Hilfe, pronto!«, brüllt der große dunkelhaarige Kerl im Anzug, der mich hier zur Eile angehalten hat. Er steht direkt vor der Anmeldung und schlägt mit der Faust auf den Tresen.

Fuck!, denke ich, als sich mein Verdacht, den ich beim ersten Blick auf ihn hatte, in allen krassen Einzelheiten bestätigt. Es ist eine Gabel, die waagerecht in seiner linken Halshälfte steckt, und das unfassbar tief.

Messerstiche oder Schusswunden in der Brust, im Bein oder in anderen nur möglichen Körperteilen sehe ich des Öfteren, aber eine Gabel im Hals ist mir bisher noch nie untergekommen.

»Verdammte Scheiße, ist hier niemand?«, schreit der Typ lauter, und ich signalisiere Oberschwester Aida, die heute Dienst an der Aufnahme hat, sie soll zurückbleiben.

»Hey«, spreche ich den Typen in ruhigem Ton an, denn brüllen ist nicht meine Art. Den Menschen mit Ruhe zu begegnen, bringt viel mehr. Außerdem erwartet man von mir als Arzt, dass ich immer einen kühlen Kopf bewahre. Es sei denn, der Typ gegenüber ist auf Drogen, da hilft nur Gewalt, eine Kugel oder eine weitere Dosis Medikamente.

Er scheint mich nicht zu hören, denn er reagiert nicht, während er sich den Hals und damit auch die Gabel mit den Fingern umklammert hält. Jedes Mal, wenn er sich bewegt, läuft etwas Blut aus der Wunde heraus und sein weißes Hemd ist bereits davon durchtränkt. Wenn er sich weiter so aufregt, herumzappelt und nicht schnell behandelt wird, stirbt er an Blutverlust.

»Ich dachte, in einer Scheiß-Notaufnahme wird einem schnell geholfen!«, pöbelt der Typ.

Ich schnippe mit den Fingern, um seine Aufmerksamkeit auf mich zu lenken. Manchmal bedarf es primitiver Mittel, damit ich bekomme, was ich will, und siehe da, der Gabel-im-Hals-Typ reagiert darauf und dreht sich zu mir um.

Ich wusste doch, dass ich ihn kenne. Shit!, denke ich, als ich sein Gesicht sehe.

»Jackson?« Er weiß auch noch, wer ich bin.

»Toni. Was ist passiert?«, frage ich und sehe mir seinen Hals genauer an, nachdem mir Oberschwester Aida ein paar Handschuhe gereicht hat.

»Du bist Arzt hier, richtig?« Toni scheint betrunken zu sein.

»Ja, das stimmt.«

Antonio Mancini, der Erstgeborene des Mancini-Clans. Diese Familie organisiert und beherrscht den gesamten Drogenhandel hier in New York, und das tun sie für uns, den McCannon-Clan. In großen Weinfässern und im Inneren von Käselaiben werden sie transportiert. Das funktioniert hervorragend, und zwar schon seit Jahren. Aber ich kenne diese Leute nur sehr oberflächlich. Mein ältester Bruder Hunter führt die Geschäfte, ich bin nur der Doc.

Toni allerdings kenne ich als Patienten recht gut. Er war früher einmal ein leidenschaftlicher Boxer, doch bei seinem letzten Kampf traf ihn ein Schlag sehr unglücklich und verdammt hart am Kopf. Sein Hirn wurde geprellt, schwoll an, sodass ich operieren musste. Dennoch blieben irreparable Schäden zurück. Ich kann nicht sagen, ob er früher ein intelligenter Mensch gewesen ist, aber ich weiß, dass man ihn nun als eher degenerierten Kerl bezeichnen muss.

Mein Blick wandert unauffällig zu der Frau, die neben Toni steht und die er an ihrem Oberarm fest umklammert hält. Ist das Aurora? Auch sie hatte ich damals hier im Krankenhaus kennengelernt und sie war nicht von seiner Seite gewichen. Soweit ich mich erinnere, sah sie zu der Zeit ganz anders aus. Sie war fett, unscheinbar, mit dicken Pausbacken und mächtigen schwarzen Augenbrauen. Doch nun ist sie schlank und hat Kurven genau an den richtigen Stellen, das ist in diesem knallroten Kleid nicht zu übersehen. Wow, was für ein Dekolleté, mit festen kleinen Titten undihr Arsch erst. Meinem Schwanz gefällt sie auch. Der regt sich nämlich. Ein Wunder, dass er schon wieder einsatzfähig ist nach dem, was Krankenschwester Dana mit ihm gemacht hat.

»Wieso trägst du keinen weißen Kittel?«, will Toni wissen und zappelt schon wieder herum. Offenbar habe ich ihn mit meiner Ruhe noch nicht ganz eingefangen. Oberschwester Aida bringt mir eine Trage, und ich schaffe es sogar, Toni dazu zu bewegen, dass er sich hinlegt.

»Ich komme gerade von zu Hause«, erkläre ich und er nickt verständnisvoll. Jetzt hat er es begriffen und er entspannt sich etwas. Was mich aber beunruhigt, ist die Gabel, die seine Halsschlagader getroffen oder zumindest gestreift hat.

»Was ist passiert?« erkundige ich mich erneut, während Oberschwester Aida und ich Toni in einen Behandlungsraum hineinschieben. Es ist immer gut zu wissen, wie es zu einer Verletzung gekommen ist.

»Luca Rinaldi, der Penner, hat mir die Gabel in den Hals gestochen«, flucht Toni.

»Warum?«, frage ich nach und sehe Aurora an, in deren Augen ein wildes widerspenstiges Feuer lodert. Das hatte sie damals noch nicht. Bei unserer ersten Begegnung wirkte sie eher scheu und zurückhaltend. Die sich häufenden Wutausbrüche nach der OP, die er laut ihrer Aussage davor nicht hatte, ließen sie jedes Mal zusammenzucken. Jetzt regt sich bei ihr nichts mehr. Es scheint regelrecht an ihr abzuprallen.

»Wir saßen bei einem großen Essen drüben im Palazzo Mancini«, beginnt Aurora und in ihrer Stimme klingt Verachtung mit, keine Sorge oder Mitgefühl. Sehr ungewöhnlich, denke ich, ihr Mann ist doch schwer verletzt.Wieso berührt sie das nicht?

»Die ganze Familie war da, dazu noch ein paar enge Freunde. Es ist eine Mancini-Tradition jedes Jahr zu Weihnachten. Luca Rinaldi, Tonis Cousin, nahm sich das letzte Stück Fleisch von der Platte und Toni war darüber nicht sehr glücklich. Er wollte es sich von Lucas Teller wiederholen, doch der hielt seine Hand genau in dem Moment schützend über das Fleisch, als Toni mit seiner Gabel danach stach. Er traf Lucas Hand und Luca rammte Toni aus Reflex seine Gabel in den Hals. Beide schrien los, die Bodyguards beider Seiten sprangen auf und sie prügelten sich. Die anderen Cousins mischten sich ein, warfen erst mit Essen, dann mit Stühlen und sogar Tischen. Erst als die Polizei eintraf, löste sich die Schlägerei in Sekunden auf.«

»Hat Toni sich auch geprügelt?«, hake ich nach.

»Nein, er stand abseits«, erklärt Aurora.

»Aber ich hätte, wenn diese Scheißgabel nicht in meinem Hals gesteckt hätte«, protestiert Toni.

»Warum wurde kein Rettungswagen gerufen?«, frage ich.

»Toni wollte das nicht. Nur allein, wenn er schon Sirenen hört, denkt er immer, es ist die Polizei …«

»Scheißbullen«, mischt sich Toni ein.

»Also haben Sie die Party unbemerkt verlassen können?«

»Ja, Toni zog mich durch den Hinterausgang nach draußen«, berichtet Aurora, und ich habe das Gefühl, sie amüsiert die ganze Geschichte.

»Wie sind Sie dann hergekommen?«

»Mit dem Wagen.«

»Wer ist gefahren?«, will ich wissen.

»Ich natürlich«, keift Toni dazwischen. »Und Luca ist ein verdammter Dieb. Das ist Mancini-Fleisch. Ich habe ein Anrecht drauf«, beschwert er sich lautstark und fuchtelt mit dem Arm herum, sodass die Gabel zu wackeln beginnt. Ich frage mich, wie er den Weg im Wagen hierhergeschafft hat, ohne zu verbluten.

»Wir müssen dich röntgen, ich muss sehen, wo die Gabel genau steckt«, erkläre ich Toni. »Schwester Aida wird die Gabel jetzt fixieren, damit du sie loslassen kannst.«

»Ich kann nicht loslassen«, erklärt er und in seinen Augen ist nun tatsächlich Angst zu sehen.

»Doch, kannst du. Aurora musst du auch loslassen, sie muss den Raum verlassen. Nach der Aufnahme kann sie wieder reinkommen.«

»Die Gabel ja, aber Aurora auf keinen Fall«, weigert er sich und Aurora rollt genervt mit den Augen. Was ist sein verficktes Problem?

AURORA

Dr. Jackson McCannon. Warum gerade der?, geht es mir durch den Kopf und ich stöhne genervt in mich hinein. Unsere erste und auch unsere letzte Begegnung war alles andere als freundlich, sie waren auch nicht positiv oder hilfreich. Ich würde sie eher als katastrophal bezeichnen, denn sie haben mein Leben verändert und meiner damals erst achtzehnjährigen Seele sehr geschadet. Leider muss ich zugeben, ich hatte noch eine Menge Babyspeck auf den Rippen, jedenfalls bezeichnete meine Mutter die Polster an meinem Körper so. Begonnen hatte alles an dem Tag, an dem Toni beim Boxkampf zu Boden ging und nicht mehr aufstand. Zu diesem Zeitpunkt waren wir gerade mal ein halbes Jahr verheiratet. Eine Ehe, die von unseren Eltern arrangiert worden war und vor der ich mich immer mehr gefürchtet hatte, je näher der Termin rückte. Aus Frust aß ich. Daher der Babyspeck. Zum Glück und zu meiner Überraschung war Toni ein liebevoller und verständnisvoller Kerl. Ich glaube auch, dass er genauso viel Angst vor der Hochzeit gehabt hat wie ich. Unsere Hochzeitsnacht erlebten wir erst zwei Monate später, als wir uns besser kannten und ich mich tatsächlich in ihn verliebt hatte. Doch dann geschah diese Tragödie im Boxring, und ich war starr vor Angst, als der Trainer Toni mit Herzdruckmassage wiederbelebte. Im Krankenhaus behandelte ihn dann Jackson McCannon, ein Sohn von Keith und Sable McCannon. Keine Ahnung, an welcher Stelle er in der Clan-Hackordnung steht, aber eines weiß ich, wie vermutlich jeder im Staate New York: Mit keinem von ihnen ist zu spaßen. Alfredo, mein Schwiegervater und Oberhaupt der Mancini-Familie, macht direkte Geschäfte mit den McCannon, an denen in dieser Stadt leider niemand vorbeikommt.

Früher war ich mal die wohlerzogene und behütete Tochter von Lorenzo und Sofia Russo, doch nun bin ich die Ehefrau eines etwas unterbelichteten Mafiabosssprösslings. Meine Eltern, meine Freunde, alle haben mir verschwiegen, in was für eine Familie ich da hineinheirate. Auf die Idee, nachzufragen, wie die Familie Mancini so ist, womit sie ihr Geld verdienen, kam ich gar nicht. Ich vertraute meinen Eltern, dass sie keiner Verbindung zustimmen würden, die mir schaden könnte. Hätte ich die Mancinis damals gegoogelt, hätte ich nur Einträge zu ihrem Lebensmittelhandel, den sie erfolgreich betreiben, gefunden. Nirgendwo steht das Wort Mafia. Aber sie gehören dazu, das habe ich bei den Gesprächen, bei denen ich sie belauscht habe, mitbekommen. Sie handeln mit Drogen, und das nicht als kleine Dealer, nein, sie sind die Drogenbarone hier an der oberen Ostküste.

Und was Jackson McCannon betrifft: den ersten Blick, den er damals auf mich geworfen hatte, werde ich niemals vergessen. Er war abfällig, ja regelrecht missbilligend, seine Augenbrauen zogen sich zusammen und sein Kopf zog sich, vermutlich vor Entsetzen, ruckartig zurück. Frauen mit Babyspeck lagen ihm ganz offensichtlich nicht. Gott, ich fühlte mich schlagartig klein, unbedeutend und minderwertig, und das nur durch den Blick eines Mannes, der damals wie auch heute noch fantastisch aussieht. Die dunklen kurzen Haare, aus denen vermutlich viele kleine Locken werden würden, wenn er sie wachsen ließe. Dazu ein kurz getrimmter Bart ebenso dunkel wie sein Haar. Aber am auffälligsten waren und sind seine hellbraunen Augen. Manchmal schimmerten sie sogar grün.

Verdammt! Was geht mir denn da durch den Kopf? Man könnte denken, ich finde ihn toll. Das tue ich aber nicht. Jeder, der mich so abwertend ansieht, der steckt sofort in der Arschloch-Schublade und kommt dort auch nie wieder heraus. Aber das Allerschlimmste, was er getan hatte: Er konnte Toni nicht retten, nicht wieder vollständig gesund machen. Aus meinem liebevollen Ehemann wurde ein vollkommen anderer Mensch. Die letzten sechs Jahre, die ich mit ihm verbringen musste, gehen auf das Konto von Dr. Jackson McCannon und die werde ich ihm niemals verzeihen.

JACKSON

Ich habe Toni eingehend untersucht und mit einem Ultraschallgerät die Einstichstelle um die Gabel herum begutachtet.

»Toni, wir müssen dich operieren«, stelle ich am Ende meine Diagnose.

»Auf keinen Fall. Zieh sie doch einfach raus und nähe die Scheißlöcher zu.«

»So einfach ist das nicht. Du könntest mir hier in Sekunden auf dem Tisch verbluten. Ich muss die Arterie abklemmen, erst dann kann ich die Gabel entfernen. Aber dafür musst du narkotisiert sein«, erkläre ich ihm, so simpel es mir möglich ist.

»Nein«, lehnt er wieder ab. »Du kannst mir nicht für mehrere Stunden einfach das Licht ausknipsen, nicht mal für eine.«

»Dann wirst du sterben. Die Gabel wird sich lösen und dann wirst du sterben. Operation oder Tod. Deine Wahl«, erhöhe ich den Druck.

Er überlegt tatsächlich. Gott, was ist nur los mit dem? »Was hindert dich daran, dich für das Leben zu entscheiden?«, frage ich nach.

Toni deutet auf Aurora.

»Sie? Was ist mit ihr?« Wegen seiner Frau? Ihretwegen sollte er sich gerade operieren lassen.

»Wer passt auf sie auf?«

Eine Frage, bei der ich irritiert die Augenbrauen zusammenziehe. »Sie ist erwachsen, sie kann selbst auf sich aufpassen«, antworte ich.

Aurora steht nur da, sieht mich an, dann Toni, anschließend wieder mich. Aber sie sagt kein Wort. Warum nicht?

»Kann sie nicht«, widerspricht Toni und wirft mir einen eindringlichen Blick zu. Während der gesamten Untersuchung hatte er sie nicht losgelassen. Sie musste sich für das Röntgenbild einen Strahlenschutz anziehen lassen. Was schon sehr skurril war. »Ich habe meine Gründe, gute Gründe. Sie kann nicht ohne Aufsicht sein.«

Er überlegt erneut, was wieder dauert und wertvolle Zeit verstreichen lässt. Dabei sieht er erst seine Frau an und anschließend mich. Hm, denke ich, was da wohl bei herauskommt?

»Ich hab’s. Du, Jackson McCannon, wirst auf sie aufpassen. Ja, genau«, ruft er aus und grinst zufrieden. Er hält das offenbar für eine gute Idee. Ich jedoch nicht und schüttle deshalb nur sprachlos den Kopf. »Garantiere mir, dass du Tag und Nacht auf sie achtgibst, dass ich sie unversehrt wiederbekomme, dann darfst du mich operieren.«

»Ich soll sie bewachen?« Sein Hirn hat definitiv einen größeren Schaden bei diesem Boxkampf vor ein paar Jahren abbekommen, als ich bisher angenommen hatte. Ich bewache seine Frau? Für wen hält der mich?

»Ja.« Toni verschränkt seine Arme vor der Brust, wie ein bockiges Kind.

Ich sehe Aurora an. Sie zieht ihre Augenbrauen hoch. Sie scheint ebenso überrascht zu sein wie ich, doch ihr gefällt der Vorschlag ihres Mannes. Sie mag ihre Mimik sehr gut unter Kontrolle haben, aber ihre Augen, die leuchten plötzlich und das Feuer lodert stärker denn je. Faszinierend.

»Schau nicht sie an, Jackson, das ist ganz allein meine Entscheidung. Sie ist meine Frau, sie tut, was ich ihr sage.«

Offenbar nicht, denke ich, ansonsten müsste er sie nicht bewachen lassen.

»In Ordnung. Aurora bleibt bei mir, bis du wieder genesen bist«, höre ich mich spontan zustimmen. Die ganze Sache hier reizt mich außerordentlich. Ich kenne zwar die Regeln der italienischen Familien, die besagen, dass der Mann bestimmt und die Frau Folge zu leisten hat, aber bei Aurora scheint das nicht zu wirken. Was ist mit der fetten kleinen jungen Frau mit den unübersehbaren buschigen Augenbrauen passiert? Die Frau, die hier vor mir steht, ist nicht mehr fett und unansehnlich, nein, sie hat eine fantastische Figur hat. Sie ist nicht mehr schüchtern und scheu, im Gegenteil, sie scheint durchtrieben und widerspenstig zu sein. Soweit ich weiß, hat sie italienische Wurzeln und sollte gelernt haben, wo sich ihr Platz in der Familie und im Clan befindet. Man widersetzt sich beidem nicht. Selbst ich weiß, wo ich hingehöre.

Aber der Hauptgrund, warum ich diesem kleinen Überwachungsspielchen zustimme, sind die reibungslos laufende Geschäftsverbindung zwischen den Mancinis und den McCannons. Würde Toni etwas passieren, was ich hätte verhindern können, gibt es Krieg, und den kann sich keiner von uns leisten.

»Und während der OP, wer passt da auf sie auf?«, gibt Toni noch zu bedenken.

Hm, geht es mir durch den Kopf. So dumm ist er dann doch nicht. Aurora einfach in mein Büro zu setzen, geht dann wohl nicht.

»Ich rufe Taylor an, meinen Bruder«, schlage ich vor.

»Der vom Militär?«

»Ja, er war bei den Special Forces. Oder soll sie lieber zu Beth?« Es ist von Vorteil, eine große Familie zu sein. Beth ist eine meiner Schwestern und die tougheste Frau, die ich kenne.

»Ja, Beth ist die bessere Wahl.« Ich muss mir ein Grinsen verkneifen. Er weiß von ihren Vorzügen. Ihr Ruf eilt ihr wie immer voraus. Ich glaube nicht, dass sie sich schon mal begegnet sind und er sich von ihr ein Bild in natura machen konnte. Dafür verkehren sie in absolut unterschiedlichen Kreisen.

»Okay. Ich ruf sie gleich an. Aber gleichzeitig machen wir dich schon mal fertig für die OP.«

AURORA

Ich bin anwesend, und dennoch reden sie über mich, als wäre ich eine Sache, ein Ding. Toni denkt, ich wäre dumm, jedenfalls wirft er mir das immer vor, wenn wir allein sind. Deshalb geht er auch davon aus, dass ich nichts mitbekomme, dabei ist er es, dem reichlich Gehirnzellen fehlen.

Aber ich muss zugeben, es ist für mich nur von Vorteil, dass er mich unterschätzt. Na ja, bis zu einem gewissen Grad, sonst würde er mich ja nicht ständig bewachen und mich unterwegs so kräftig festhalten, bis ich blaue Flecken an den Armen habe.

Meine Hoffnung ist nun, wo ich einen neuen Aufpasser habe, dass dieser mich ebenfalls unterschätzt. Sofort breitet sich innerlich Freude in mir aus.

Diese Freude empfand ich auch, als Dr. McCannon sagte, Toni müsste operiert werden. Wenn er narkotisiert ist, kann er mich nicht festhalten. Was für ein schöner Gedanke. Doch Toni musste diesen ja unbedingt wieder zerstören. Ich hatte wirklich gehofft, dass das meine Chance, meine Gelegenheit gewesen wäre, endlich zu verschwinden. Seit Jahren ist das mein Ziel.

Nun gut, neuer Plan. Beth McCannon kenne ich nicht persönlich, aber sie soll ein ganz schönes Miststück sein. Mal sehen, ob ich es schaffe, sie auszutricksen.

JACKSON

Auf dem Weg in den OP rufe ich Beth an.

»Hey, Bruderherz, was gibt es?« Sie hört sich gut gelaunt an, was gut ist.

»Ich brauch dich«, komme ich gleich zur Sache.

»Wofür?«

»Du musst jemanden babysitten.«

»Wen?«

»Aurora Mancini.«

»Wieso?«

»Das erklär ich dir, wenn du hier bist.«

»Jetzt sofort?«

»Ja. Ich muss ihren Ehemann Toni operieren, er ist wirklich schwer verletzt. Irgendein Penner hat ihm eine Gabel in den Hals gerammt«, gebe ich nun doch ein paar Infos preis, ich weiß ja, dass sie ohne Details nicht lockerlässt.

»Toni Mancini?«

»Genau der.«

»Da war der gewisse Penner aber sehr sauer auf ihn. Ich hätte ja ein Messer genommen«, scherzt sie. Schwarzer Humor ist einfach ihr Ding. »Wäre für ihn nicht der Tod die bessere Alternative?«

»Wie kommst du denn darauf?«

»Er ist ein Vollidiot, oder nicht? Das passiert, wenn man zu oft eins gegen die Birne kriegt.«

»Ja, das ist er. Aber durch meine Hand wird er nicht sterben«, erkläre ich.

»Das verstehe ich. Ich bin auf dem Weg.«

* * *

Zwanzig Minuten später, ich bin gerade mit den OP-Vorbereitungen fertig und will mir die Hände waschen, da öffnet Schwester Ellen, eine wahrlich wunderschöne Frau, die meinen Avancen nicht nur einmal erlegen ist, die Tür zum Waschraum und sagt: »Dr. McCannon, Ihre Schwester ist hier.«

»Ich bin gleich da. Bringen Sie sie bitte hier vor die Tür.«

»Ja, Sir.«

Aurora steht eingepackt in OP-Kleidung mit im OP-Saal eins und wird noch immer von Toni festgehalten. Ich betrete den Bereich vor den OPs und begrüße Beth, die wieder einmal aussieht, als wäre sie einem Modemagazin entsprungen. Wenn sie nicht so eine scharfe Zunge hätte, wäre sie sicher eine gute Partie für einen Mann. Leider suchen Interessenten nach einem Satz von ihr meistens gleich das Weite.

»So und nun erkläre mir, wieso ich auf die Frau von Toni aufpassen soll«, fordert sie mich ohne Umschweife auf.

»Weil er sich sonst nicht operieren lässt. Irgendwas stimmt mit den beiden nicht. Aber es ist ihre Ehe, da mische ich mich nicht ein. Du passt auf sie auf, ich operiere ihn. Anschließend geht sie zurück zu ihm und das Thema ist erledigt.«

»Okay. Dann werde ich bei der Kleinen mal etwas bohren müssen, ich will Einzelheiten und Details. Sie wird mir schon sagen, was sie für ein Problem hat.« Beths wölfisches Grinsen lässt mich nur erahnen, was sie der armen Aurora alles antun will, um ihr ihr Geheimnis zu entlocken.

»So wie Toni Aurora ins Krankenhaus gezerrt hat, hat sie wohl ein sehr großes Problem. Ich glaube, du solltest sie in Ruhe lassen.«

»Das kann ich nicht, das weißt du doch.

---ENDE DER LESEPROBE---