Ich habe mich versehentlich auf den Staubsauger gesetzt - Laila Kühle - E-Book + Hörbuch

Ich habe mich versehentlich auf den Staubsauger gesetzt E-Book und Hörbuch

Laila Kühle

4,5

Beschreibung

Wer gibt schon gerne zu, dass er einen Sex-Unfall hatte? In den Notaufnahmen dieser Welt müssen sich Ärzte und Krankenhaus-Personal oft absurde Erklärungen anhören. Was für die Betroffenen peinlich ist, ist für Außenstehende umso komischer. Die unglaublichsten Geschichten haben die Journalisten Laila Kühle und Detlef Dreßlein exklusiv für dieses Buch recherchiert und zusammengestellt.

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Seitenzahl: 164

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Zeit:4 Std. 28 min

Sprecher:Martin Müller

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IMPRESSUM

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie.

Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Für Fragen und Anregungen:

[email protected]

7. Auflage 2017

© 2010 by mvg Verlag, ein Imprint der FinanzBuch Verlag GmbH, München,

Nymphenburger Straße 86

D-80636 München

Tel.: 089 651285-0

Fax: 089 652096

© 2010 der Originalausgabe by mvg Verlag, ein Imprint der FinanzBuch Verlag GmbH, München

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Redaktion: Mareike Fallwickl, Rif bei Hallein

Umschlaggestaltung: Moritz Röder, München

Umschlagabbildung: iStockphoto

Satz: HJR, Jürgen Echter, Landsberg am Lech

EPUB: Grafikstudio Foerster, Belgern

ISBN: 978-3-86882-171-0

ISBN E-Book (PDF): 978-3-86415-181-1

ISBN E-Book (EPUB, Mobi): 978-3-86415-232-0

Weitere Infos zum Thema:

www.mvg-verlag.de

Beachten Sie auch unsere weiteren Verlage unter www.m-vg.de

Inhalt

Einleitung: Eine Reise in die Randgebiete der menschlichen Sexualität

Schuld war nur der Hypothalamus

Von toten Aalen, ausgefallenen Haaren und Krücken: Sexunfälle bei Promis

Solo am Becken: Unfälle bei der Selbstbefriedigung

»Herr Doktor … ach, schauen Sie selbst.«

Die gefährlichste Nebensache der Welt: Sexunfälle zu zweit

»Was da passiert, ist zutiefst menschlich«: Ein Interview mit dem Urologen Dr. Martin Autenrieth

Der Tod in Rot: Sexunfälle im Bordell

Die Penisfraktur: Kein »Bruch« wie jeder andere

Wenn einem die Luft wegbleibt

Morbus Kobold oder Wenn Männer im Haushalt »helfen«

Ein schöner Tod?

»Mir war einfach langweilig ...«

Was Karl der Große bei Penisbruch machte

Quellen

Einleitung

Eine Reise in die Randgebiete der menschlichen Sexualität ...

Jeder Mensch hat Sex. Halt, nein, fast jeder: Denn laut Sexualwissenschaftlern sind etwa 5 Prozent der Deutschen asexuell. Diese Menschen haben keinerlei Interesse an irgendeiner Form von Sexualität. Weder paarweise noch in Gruppen, noch allein.

Sie, die wir jetzt der Einfachheit halber zu den restlichen 95 Prozent zählen, werden aber nach der Lektüre dieses Buches womöglich Angst haben, sich überhaupt noch sexuell zu betätigen. Denn wir führen Sie in eine Welt, die den meisten bisher verborgen geblieben ist. Danken Sie dem Herrgott dafür!

Diese Welt ist auch für jene neu, die meinen, schon alles gesehen zu haben. Und bietet überraschende Erlebnisse für alle, die kein noch so perfider Horrorschocker mehr locken kann. Auch sie werden einen neuen Thrill erleben. Denn bei diesen Geschichten kommen selbst harte Kerle ins Zittern und fallen in Ohnmacht (siehe Kapitel 11). Wir entführen Sie in eine Welt des blutigen Gemetzels, des Ekels und des Grusels, in ein Kabinett der Quetschungen, Risse und Hämatome. Auch Sie werden unterhalb der Gürtellinie einige Male zusammenzucken bei der Verbildlichung dessen, was wir Ihnen im Folgenden – so neutral wie nur möglich – schildern. Schildern müssen! Denn es ist uns eine Herzensangelegenheit, Sie zu warnen. All das ist nämlich wirklich so passiert. Irgendwo auf der Welt. Irgendwo in Deutschland.

Wir erzeugen Gänsehautgefühle, die ungefähr so angenehm sind wie das Kratzen an einer Schiefertafel, das Beißen auf Alufolie oder der Anblick eines offenen Beinbruchs. Sie werden einen Ausflug in die »Randgebiete der menschlichen Sexualität« unternehmen, wie es der Münchner Urologe und Sexunfallarzt Michael Autenrieth so wunderbar euphemisiert. Eine brutale Expedition!

Und dennoch: Es wird auch ein großes Vergnügen sein.

Denn wenn der Verstand erst einmal ausgeschaltet ist, begibt sich der Mensch offenbar blind in schier unglaubliche Situationen. Vor allem, wenn er denkt, dass es niemals jemand mitbekommen wird. Wenn ihm dann aber der Gang zum Arzt nicht erspart bleibt, dann wird es so richtig peinlich.

Viele Betroffene erfinden noch auf dem Weg ins Krankenhaus die tollsten Geschichten. Da wollte man sich gerade, nichts Böses ahnend, auf die Toilette setzen, ist dann aber ganz unglücklich, Herrgott, so was von unglücklich, abgerutscht und, ja, es hört sich komisch an, mit dem Hintern voran auf eine Flasche Deodorant gestürzt. Die stand eben genau da, denn am Abend zuvor war man in großer Eile und hat das Deodorant auf den Boden fallen lassen. Das Flakon stand dann eben senkrecht da und ist, ähem, im Hintern gelandet. Alles ein sehr unglücklicher Zufall.

Die Ärzte sind Kummer gewohnt, nehmen auch die unglaubwürdigsten Münchhausiaden mit einer hochgezogenen Augenbraue zur Kenntnis und vermerken auf ihrem Krankenblatt ein einfaches »AU«. Autoerotischer Unfall.

Die meisten Betroffenen aber fügen sich ohnehin schweigend. Denn ihre aktuelle Lage, die Größe und Beschaffenheit des zweckentfremdeten Gegenstands und überhaupt die ganze Situation lassen keinen Raum für glaubhafte Alternativgeschichten. Und der erfahrene Urologe/Proktologe/Gynäkologe ist immer auch Psychologe genug, um schweigend und ernsthaft zu tun, was zu tun ist.

Wenn man bedenkt, wie häufig man im Leben Sex hat und wie viele Menschen es gibt, verwundert es eigentlich, dass die Notaufnahmen nicht voll von Menschen sind, die sich beim Geschlechtsakt verletzt haben. Ist es vielleicht sogar ein sexuelles Armutszeugnis, wenn man sich nicht schon mindestens einmal den Kopf geprellt, den Arm ausgekugelt oder bis zur Ohnmacht masturbiert hat? Oder den Penis gestaucht, geknickt oder eingerissen? Oder die Hoden verdreht? Oder eine holländische Salatgurke, na ja, Sie wissen schon …

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, beim Sex zu verunfallen. Die in diesem Buch beschriebenen Fälle zeugen also zumindest von sexueller Aufgeschlossenheit. Allerdings meist in Verbindung mit einem gewissen Grad an Dämlichkeit oder wenigstens Tollpatschigkeit.

Trotz allem wünschen wir Ihnen viel Spaß bei der Lektüre und hoffen, dass Sie sich »die Sache« keinesfalls vermiesen lassen.

Die Autoren

Schuld war nur der Hypothalamus ...

Wir können nichts dafür! Sex und Verstand sind zwei Komponenten, die noch weniger zusammenpassen als Obama und Osama, Borussia Dortmund und Schalke 04 oder Ikea-Schrauben und Ikea-Muttern. Das führt uns zur ultimativen wissenschaftlichen Rechtfertigung: Warum wir nämlich gar nicht anders können, als uns in sexuellen Angelegenheiten immer wieder kapital danebenzubenehmen.

Wie kann es eigentlich sein, dass Menschen alle möglichen Dinge tun, um jetzt und in diesem Moment Befriedigung zu bekommen? Dass sie in Ekstase geraten, herumzappeln und sich benehmen wie die Karnickel? Alles ist ihnen egal, nichts ist ihnen peinlich. Sie stöhnen so laut wie brünftige Hirsche und sehen dabei so dümmlich-benebelt aus wie Dauerkiffer am Abend.

Noch wichtiger ist die Frage: Warum stecken sich Menschen riesige Sachen in sämtliche Körperöffnungen? Der gesunde Menschenverstand würde sicherlich davon abraten, sich eine Salatgurke in den Hintern zu schieben oder den Penis in ein Staubsaugerrohr zu stecken. Aber sehr viele Leute tun es trotzdem. Angetrieben von dem sehnlichen Wunsch, einen tollen Orgasmus zu erreichen.

Viele Fragen, eine Antwort: Schuld ist ein gerade einmal münzgroßes Areal im Gehirn. Es lähmt den Verstand und stärkt das Verlangen. In seinem Buch Keimzellen der Lust erklärt der (wir geben es zu: umstrittene) britische Neurobiologe Simon LeVay, wie der Hypothalamus, das Zentrum der Lust, funktioniert. Normalerweise werden Informationen im Gehirn über elektrische Impulse weitergeleitet. Große Teile des Hypothalamus können aber auch durch Hormone angeregt werden. Hormone, die von den Hoden, den Eierstöcken oder den Nebennieren kommen und über Rückenmark und Blutkreislauf zum Hypothalamus befördert werden.

Auch andere Bereiche des Gehirns haben Einfluss auf dieses winzige Lustzentrum. Wenn wir zum Beispiel einen attraktiven oder geliebten Menschen riechen, wenn wir ihn sehen, wenn wir von ihm berührt werden, dann werden diese Impulse auf den Weg geschickt, quasi am Verstand vorbei. Und der Hypothalamus bringt uns in einen Zustand der Erregung.

Verschiedene Experimente haben den enormen Einfluss dieses Bereichs bestätigt. Zumindest theoretisch! Denn experimentiert wurde mit Tieren, und die Ergebnisse wurden auf den Menschen übertragen. Besonders bekannt ist ein Versuch aus den 1950er-Jahren. Die Biologen James Olds und Peter Milner reizten den Hypothalamus von Ratten mit Mikroelektroden. Dazu bauten sie in die Käfige einen Hebel, durch dessen Bedienung die Ratten selbst die Erregung ihres Lustzentrums auslösen konnten. Erotisch gesehen ein voller Erfolg! Hätten die Wissenschaftler den Versuch nicht irgendwann abgebrochen, wären die notgeilen Ratten vermutlich verhungert. Denn von dem lustauslösenden Hebel waren sie durch nichts wegzulocken.

Bei einem Versuch der Biologen Vaughan und Fischer wurden Ratten ebenfalls durch elektrische Reizung am Hypothalamus stimuliert. Dieses Mal regelten die Wissenschaftler jedoch selbst die Stromzufuhr. Wenn der Strom angestellt wurde, fingen die Ratten plötzlich an, in ihren Käfigen herumzuspringen und typische Beckenbewegungen zu vollführen. Sobald der Strom wieder abgeschaltet war, verhielten sie sich so brav wie Nonnen. Die elektrischen Reizungen lösten nicht nur einen Reflex aus, sondern erzeugten einen inneren Zustand. Die Ratten hatten auf einmal das dringende Bedürfnis nach Sex. Das zeigten auch ähnliche Versuche an Affen.

Das menschliche Sexualverhalten unterscheidet sich zwar stark von dem einer Ratte. Dennoch sind Parallelen nicht von der Hand zu weisen. So zeigten Störungen am Hypothalamus auch bei Menschen deutliche Auswirkungen. Vom totalen Verlust der Libido bis hin zur Dauermasturbation.

Es gibt aber noch weitere Einflüsse auf unser Sexualverhalten. Die Menge an Geschlechtshormonen im Blut zum Beispiel. Oder unsere Stimmung. Wenn wir uns den ganzen Tag über unseren unfähigen Chef geärgert haben oder unser Lieblingsverein abgestiegen ist, dann ist die Lust auf wilden Sex eher gering. Denn dann sind wir gestresst statt erregt. Dann ist Sex keine Option.

Wenn der Hypothalamus aber in der richtigen Stimmung ist, werden plötzlich alle Gegenstände potenzielle Sexspielzeuge. Dann werden Sachen umgeschmissen, man röhrt wie ein Elch und es wird schon einmal eine Karotte im Hintern versenkt. Kehrt nach dem Sexrausch die Zurechnungsfähigkeit wieder zurück, stellt das Großhirn kluge Fragen: Warum tut der Po so weh? Wie kommt die Möhre da wieder raus? Und: Wie soll ich das dem Notarzt erklären?

Von toten Aalen, ausgefallenen Haaren und Krücken: Sexunfälle bei Promis

Es trifft Schauspieler, Musiker, Politiker – oder ihre Frauen. Vor Sexunfällen sind auch Promis nicht gefeit. Und hier wird klar, dass auch sie nur Menschen sind, die sich für den perfekten Orgasmus den Penis brechen, beinahe ersticken, sich Muskeln zerren oder fast ertrinken. Peinlich ist dabei aber oft noch mehr, dass sie es uns mitteilen.

Der weltweit berühmteste Sexunfall ereignete sich irgendwo in der Berliner Gegend. Der Patient jedenfalls landete in der Charité, wo man die Angelegenheit routiniert wieder geraderückte. Auf diese Weise brachte Dieter Bohlen auch den Penisbruch auf die Agenda des deutschen Medienboulevards und in die Köpfe von Millionen Männern. Wie es genau passierte, darüber geben glücklicherweise gleich mehrere Standardwerke der neueren deutschen Literatur Auskunft.

»Ich war mit vollem Eifer bei der Sache, als es plötzlich pfffffttt! machte, als ob ich mit dem Fahrrad über eine Dose gefahren wäre«, schreibt Bohlen in seinen 2002 vorgelegten Memoiren Nichts als die Wahrheit. Und weiter: »Um mich herum war alles rot, der kleine Dieter wurde blau und schwarz. Innerhalb von Minuten sah er aus wie ein toter Aal.«

Auch die damals nicht unwesentlich beteiligte Nadja Abd El Farrag gibt in ihrer 2003 erschienenen Biografie Ungelogen sachdienliche Hinweise. »Ich lag unten, und irgendwann, wie das so ist, haben wir uns ziemlich heftig bewegt, und er wollte zum Endstoß kommen.« Abd El Farrag weiter: »Im Eifer des Gefechts rutschte er ab beziehungsweise raus und knallte rechts oder links an mein Schambein. Dann hat es knack gemacht.« Also die klassischen Voraussetzungen für einen Penisbruch: Einer der Beteiligten ist unachtsam. Auch in ihrer Erinnerung glich das Resultat der Beischlafbemühungen einem Massaker: »Alles war voller Blut, und Dieters bestes Stück war so dick wie eine Muräne und dunkelblau angelaufen.« In ihrer Aufregung wählte sie mehrere Male die 112 und insgesamt drei Feuerwehren und zwei Notarztwagen fanden sich ein. Zu allem Überfluss diagnostizierte man im ersten Krankenhaus lediglich eine Prellung.

Die Lage war aber sehr ernst. Laut Bohlens Niederschrift sagte ihm der Arzt: »Wenn Sie auch nur drei Stunden später gekommen wären, Herr Bohlen, dann wäre das Ding nie wieder zu gebrauchen gewesen.« Kurz danach rief auch schon die BILD an, und alles wurde gut – und publik.

Kurioserweise ist Bohlen laut eigenen Angaben auch einer der wenigen Männer, denen so ein Malheur zweimal widerfuhr. 1995 sei dies gewesen, mit einer namenlosen Dame in Magdeburg. Auch diesmal sei die Notoperation gelungen, wenn auch nach einer Hochgeschwindigkeitshasardfahrt von Magdeburg nach Hamburg.

Ebenfalls weitverbreitet ist unter Promis der Sextod durch Ersticken. In Fachkreisen ist dieses Phänomen als Asphyxiophilie bekannt, die Neigung zur Atemreduktion (Asphyxie). Darauf gehen wir in diesem Buch noch näher ein (vgl. Kapitel 10). 2009 verstarb Schauspieler David Carradine in einem Hotelzimmer in Bangkok – nackt, mit Schlingen um Hals und Genitalien. Und auch Michael Hutchence, der Sänger der australischen Rockband INXS (hatten Hits wie: »Need You Tonight«, »Devil Inside, »Suicide Blonde«) erlag vermutlich 1997 seinem Hang, sich durch Atemreduktion Lust zu verschaffen. Aufgefunden wurde er im November 1997 in Zimmer 524 des Ritz Carlton in Sydney. In einer, wie es laut Spiegel der Hoteldirektor formulierte, »etwas ungewöhnlichen Situation«: Er hing nackt am Türknauf, den Hals in einem zur Schlinge geformten Ledergürtel.

Mit einer schwarzen Kapuze auf dem Kopf und einem schwarzen Röckchen, den Kopf mit einem Lederband an die Stirnseite des Bettes gebunden: So starb 1996 Kevin Gilbert, der als Produzent und Aufnahmeleiter an Alben von Michael Jackson oder Madonna mitgearbeitet hatte. Und der konservative britische Politiker Stephen Milligan wurde 1994 von der Polizei gefunden – nackt bis auf Strapse. Er hatte sich ein Elektrokabel um den Hals geschlungen, um sich sexuell zu erregen, und sich dabei erwürgt.

Ebenfalls nicht überlebt hat Horst Skoff sein letztes sexuelles Erlebnis. Der österreichische Tennisstar, der 1989 immerhin Superstars wie Boris Becker und Goran Ivanisevic besiegt hatte und bis auf Platz 18 der Weltrangliste kletterte, wurde 2008 tot in einem Hamburger Sexklub aufgefunden. Er hatte offenbar ein Doppelleben geführt. Laut der TageszeitungÖsterreichtrieb den Sportstar immer wieder die Lust an Sadomaso-Spielchen in die Hansestadt, wo er stets bereits am Flughafen von zwei Dominas empfangen worden sein soll, die ihn in einen Sexklub am Hammer Steindamm brachten. Bis zu dem Tag, als Skoff dort einen Herzinfarkt erlitt und im Alter von 39 Jahren starb.

Aber meistens ist ein Sexunfall auch bei Promis ein für die öffentliche Umwelt eher lustiges Ereignis. Natürlich hat auch Schlagerfossil Jürgen Drews dazu einiges zu berichten. »Es war ein Sexunfall«, gab der Kornfeld-König von Mallorca 2001 der BILD zu Protokoll. »Wir probten gerade eine Liebesstellung aus dem indischen Kamasutra, bei der Ramona im Spagat auf mir saß. Ich habe mich dabei so wild bewegt, dass sie runtergefallen ist«, erzählte der gereifte Barde. Bei diesem Sturz zog sich die knapp 30 Jahre jüngere Gemahlin Ramona einen Muskelfaserriss im linken Knie zu. Sechs Wochen musste sie an Krücken gehen. Sie durfte sich dabei aber immerhin über ihren fürsorglichen und verständnisvollen Ehemann freuen. »In dieser Zeit machten wir nur ganz sanften Blümchensex«, berichtete Drews der BILD.

Der 81 Zentimeter große Schauspieler Verne Troyer, bekannt geworden in seiner Rolle als »Mini-Me« in den Austin-Powers-Filmen, ist nach Aussage seiner Exfreundin Ranae Shrider beim Sex mit ihr in der Badewanne einmal fast ertrunken, weil er im dichten Schaumbad verloren ging.

Victoria Beckham verdankt einem tragischen Sexunfall den Verlust ihrer Extensions. Und entschied sich daraufhin, ihr Haar kurz zu tragen. »Ich war gerade in wilder Leidenschaft, als sich meine Haarverlängerungen lösten – es war mir so peinlich«, erzählte sie im November 2006 freimütig einem britischen TV-Sender. Was Ehemann David genau veranstaltet hat, um jenes Frisur-Stalingrad anzurichten, ist leider nicht überliefert.

Ebenfalls der Kategorie »Dämlich und albern« ist wohl die Sexpanne von Ober-Playboy Hugh Hefner zuzurechnen. Der vergreiste Herr der Hasen erzählte einem Onlinedienst im November 2009, dass er in den 1970er-Jahren fast an einem verschluckten Sexspielzeug erstickt wäre, an einer Liebeskugel nämlich. Weil er im Eifer des Gefechts wohl den Überblick verlor, vergnügte er sich doch zeitgleich mit vier Bunnys.

Bei all dem fragt man sich schon, was nun peinlicher ist: Der Sexunfall – oder doch das öffentliche Reden darüber. Letzte Zweifel beseitigt die Schmonzette, die kürzlich eine gewisse Kimberly Hoppe perAbendzeitung, einem Boulevardblatt aus München, verbreitete. Hoppe ist dort »Leute-Kolumnistin«, also eine Art Klatschreporterin, und sie meinte im Oktober 2009 ihre laut Mediadaten rund 250.000 Leser mit Auszügen aus ihrem Liebesleben bereichern zu müssen. Wir zitieren: »Erst landeten wir im Pimpernel, dann bei mir. Tranken Schampus, Schampus, Schampus. Nach der zweiten Flasche Moët und dem dritten Mal Beth-Ditto-Anhören ging es ins Bett und ab die Post. (...) Das kam so plötzlich und heftig, dass ich für einen kurzen Moment echte Todesangst hatte. Alle vier Bettbeine brachen gleichzeitig ab und das Bett knallte mit einem lauten RUMMMMS aufs Parkett. Basti The Kid plumpste auf die Seite, schmiss dabei die Schampusgläser um und wusste nicht, wie ihm geschieht. Ich schrie:›Hilfe!‹, und rechnete schon mit dem Besuch eines Sondereinsatzkommandos. Dann merkte ich, was passiert war. Nämlich nix – außer, dass mein Bett komplett zerstört ist, das Parkett zerkratzt und wir beide ziemlich viele blaue Flecken haben.«

In diesem Sinne bleibt nur zu schließen: Was auch immer passiert – es gibt nichts, was unsere Promis nicht schon eine Spur peinlicher hinbekommen hätten.

Solo am Becken: Unfälle bei der Selbstbefriedigung

Auf die dümmsten Ideen kommt man, wenn man allein und ohne Aufsicht ist. Vor allem bei der Beschäftigung mit den eigenen Genitalien. Das wäre wohl nicht weiter schlimm, wenn Menschen nicht immer so einfallsreich wären. Und Gegenstände aller Art an Orte brächten, wo sie definitiv nicht hingehören …

Serbe und Igel

Statt in eine Fachklinik ging ein 35 Jahre alter Serbe im September 2006 in Belgrad lieber zu einem Quacksalber. Sein Leiden: vorzeitiger Samenerguss. In der Klinik hätte man ihm helfen können, der selbst ernannte Wunderheiler riet dem Mann zum Geschlechtsverkehr mit einem Igel. Was dieser auch versuchte. Dabei verletzte er sich jedoch so schwer, dass er nun doch ein Krankenhaus aufsuchen musste. Dort konnte man ihm dann bei beiden Problemen helfen. Der Igel blieb körperlich unversehrt.

Der sitzt!

Auf einer proktologischen Station in Brandenburg erschien kurz nach der Wende ein Mann, der berichtete, er sei nackt gestürzt und dabei unglücklich auf einen Stuhl gefallen. Bei der folgenden Untersuchung fand der Arzt ein etwa 20 Zentimeter langes Stück eines Stuhlbeins, dessen Ende frisch abgesägt worden war. Der Patient erläuterte, er habe dies selbst erledigt, da er ja nicht mit dem ganzen Stuhl ins Krankenhaus habe fahren können. Während der Behandlung wirkte der Patient entspannt, schien fast keine Schmerzen zu empfinden, auch sein Anus konnte ungewöhnlich weit gedehnt werden. Offensichtlich handelte es sich bei ihm um eine regelmäßig durchgeführte Praxis sexueller Stimulation, die nur diesmal im Krankenhaus endete.

Trimm dich fit!

Masturbation findet ja meist in privaten Gefilden statt. Manchmal jedoch wagt sich der Solo-Liebende auch in die Öffentlichkeit. In Hongkong befreiten Sanitäter laut Berichten der lokalen Zeitung Apple Daily im August 2008 einen Mann respektive sein Geschlechtsorgan aus einem Fitnessgerät, das zu einem Trimm-dich-Pfad in einem öffentlichen Park gehörte. Die Konstellation des Mannes am Gerät ließ eindeutig auf masturbatorische Absichten schließen. Allerdings erwies sich die Aktion als schwierig. Der 42 Jahre alte Mann musste samt dem 2,50 Meter langen Sportgerät in ein Krankenhaus transportiert werden, nachdem alle Befreiungsversuche im Park gescheitert waren. Dort angekommen, benötigten die Ärzte noch vier Stunden, bis die Geräte wieder getrennt waren.

Verkehrshindernisse

Der Beruf des Fernfahrers gehört zu den härtesten und eintönigsten. Somit ist nachvollziehbar, dass ein 30-jähriger »Kapitän der Landstraße« im September 2009 Abwechslung suchte. Dumm nur, dass er sich während der Fahrt über schwedische Landstraßen mehr auf das Onanieren als auf die Straßenführung konzentrierte. Die Folge: Der Lkw des Aacheners krachte in die Leitplanke und blockierte den Verkehr zwischen Göteborg und Stockholm mehr als zehn Stunden lang. Damit nicht genug. Der nach wie vor unbefriedigte Fahrer wurde leicht verletzt in einem Krankenhaus in der Nähe von Boras behandelt, wobei er randalierte und eine Krankenschwester gegen eine Wand schleuderte. Beim anschließenden Verhör auf dem Polizeirevier begann er während der Befragung durch die Beamten wieder zu onanieren. Daraufhin erließ die Staatsanwältin Haftbefehl wegen »grob fahrlässigen Verhaltens im Verkehr, Fahren unter Drogeneinfluss, Widerstands gegen die Staatsgewalt und sexueller Belästigung«, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) meldete. Der Westfale verbrachte die folgenden Monate hinter »schwedischen Gardinen«.

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