Ihre Entscheidung - Marietta Brem - E-Book

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Marietta Brem

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Beschreibung

Wir lernen die Geschichte kennen, die einmal dazu führen wird, dass es, viele Jahre später, zur Gründung von 'Sophienlust' kommen wird. Der Weg dahin schildert eine ergreifende, spannende Familiengeschichte, die sich immer wieder, wenn keiner damit rechnet, dramatisch zuspitzt und dann wieder die schönste Harmonie der Welt ausstrahlt. Das Elternhaus Montand ist markant – hier liegen die Wurzeln für das spätere Kinderheim, aber das kann zu diesem frühen Zeitpunkt noch keiner ahnen. Eine wundervolle Vorgeschichte, die die Herzen aller Sophienlust-Fans höherschlagen lässt. Als Denise am Morgen erwachte, fühlte sie sich wie gerädert. Sie konnte sich nicht mehr genau erinnern, wann sie letzte Nacht nach Hause gekommen war. Jeden Abend nach der Schule ging sie ins Krankenhaus zu Stefanie, und meistens begleitete Olga sie dabei, obwohl sie zu Hause ein eigener kleiner Haushalt erwartete, der geführt werden wollte. Stefanie ging es inzwischen etwas besser. Sie kam zur Ruhe, und die Besuche der beiden Freundinnen taten ein Übriges. So entschloss sich Denise, das Wochenende zu Hause zu verbringen, denn sie hatte ein wenig Zeit nur für sich selbst dringend nötig. Es war Samstag, und Denise hatte beschlossen, heute nichts zu tun, überhaupt nichts außer faulenzen, essen und trinken. Sie schlief länger, obwohl sie eigentlich mit den Eltern hatte frühstücken wollen. Doch als sie aufwachte, fühlte sie sich so frisch und ausgeruht, dass sie sich erst einmal gründlich streckte und dann fröhlich aus dem Bett sprang, um zu duschen. Denise freute sich auf die zwei Tage mit ihren Eltern. Sie wollte sie unbelastet verbringen und nicht an Probleme denken, die im Augenblick zu ruhen schienen. Die letzte Nachricht aus dem Krankenhaus hatte so hoffnungsvoll geklungen, dass sie wenigstens für die nächsten Stunden glauben wollte, dass alles gut ausgehen würde. Sie schaute auf ihre Uhr. Manuel war sicher bereits in der Luft auf dem Weg nach England, ohne das bei ihr gebeichtet zu haben, was ihm anscheinend schwer auf der Seele lag. Für einen Moment lang verschwand das Lächeln aus ihrem hübschen Gesicht, doch dann sagte sie sich, dass er mit Sicherheit eine Gelegenheit gefunden hätte, ihr alles zu sagen, wenn es wirklich so wichtig gewesen wäre. Ein letzter Blick in den Spiegel, dann ging sie zur Tür. Ihre Haare waren zwar noch feucht, doch es war heute bereits in der Frühe so warm, dass sie keine Sorge haben musste, sich zu erkälten. Sie freute sich auf den Tag, und vor allem auf ihre Eltern, für die sie in der vergangenen Woche keine Zeit gehabt hatte. »Da bist du ja, Schatz«, wurde sie von der Mutter begrüßt.

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Seitenzahl: 106

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Sophienlust, wie alles begann – 26 –Ihre Entscheidung

Unveröffentlichter Roman

Marietta Brem

Als Denise am Morgen erwachte, fühlte sie sich wie gerädert. Sie konnte sich nicht mehr genau erinnern, wann sie letzte Nacht nach Hause gekommen war. Jeden Abend nach der Schule ging sie ins Krankenhaus zu Stefanie, und meistens begleitete Olga sie dabei, obwohl sie zu Hause ein eigener kleiner Haushalt erwartete, der geführt werden wollte.

Stefanie ging es inzwischen etwas besser. Sie kam zur Ruhe, und die Besuche der beiden Freundinnen taten ein Übriges. So entschloss sich Denise, das Wochenende zu Hause zu verbringen, denn sie hatte ein wenig Zeit nur für sich selbst dringend nötig.

Es war Samstag, und Denise hatte beschlossen, heute nichts zu tun, überhaupt nichts außer faulenzen, essen und trinken. Sie schlief länger, obwohl sie eigentlich mit den Eltern hatte frühstücken wollen. Doch als sie aufwachte, fühlte sie sich so frisch und ausgeruht, dass sie sich erst einmal gründlich streckte und dann fröhlich aus dem Bett sprang, um zu duschen.

Denise freute sich auf die zwei Tage mit ihren Eltern. Sie wollte sie unbelastet verbringen und nicht an Probleme denken, die im Augenblick zu ruhen schienen. Die letzte Nachricht aus dem Krankenhaus hatte so hoffnungsvoll geklungen, dass sie wenigstens für die nächsten Stunden glauben wollte, dass alles gut ausgehen würde.

Sie schaute auf ihre Uhr. Manuel war sicher bereits in der Luft auf dem Weg nach England, ohne das bei ihr gebeichtet zu haben, was ihm anscheinend schwer auf der Seele lag. Für einen Moment lang verschwand das Lächeln aus ihrem hübschen Gesicht, doch dann sagte sie sich, dass er mit Sicherheit eine Gelegenheit gefunden hätte, ihr alles zu sagen, wenn es wirklich so wichtig gewesen wäre.

Ein letzter Blick in den Spiegel, dann ging sie zur Tür. Ihre Haare waren zwar noch feucht, doch es war heute bereits in der Frühe so warm, dass sie keine Sorge haben musste, sich zu erkälten. Sie freute sich auf den Tag, und vor allem auf ihre Eltern, für die sie in der vergangenen Woche keine Zeit gehabt hatte.

»Da bist du ja, Schatz«, wurde sie von der Mutter begrüßt. Eva lächelte ihr entgegen, und man konnte ihr ansehen, wie sehr sie sich darüber freute, ihr einziges Kind endlich wieder für einige Stunden bei sich haben zu dürfen. »Setz dich, ich hol deinen Kaffee und koche dir Eier, damit du wieder zu Kräften kommst. Marmelade oder lieber was Herzhaftes?«

»Marmelade«, antwortete Denise sofort und ließ sich seufzend auf ihren Stuhl fallen. »Es ist so schön, wieder bei euch sein zu dürfen«, stellte sie mit weichem Lächeln fest. »Fünf Tage nicht zu Hause … ich hätte nie gedacht, dass mir die Zeit so lang werden würde.«

»Ein Glück, dass Olga in der Nähe der Schule wohnt«, stellte Pierre Montand fest, faltete seine Tageszeitung sorgfältig zusammen, in der er eben noch gelesen hatte, und legte sie auf den Tisch. »Wie geht es Stefanie? Deine Berichte über Telefon waren ziemlich spärlich.«

»Tut mir leid, Papa«, murmelte Denise verlegen. »Ich war am Abend immer so fertig, wenn wir endlich bei Olga waren, dass mein Kopf ziemlich leer war. Wir haben uns nicht einmal etwas zu essen gekocht, sondern uns mit einem Stück Brot und etwas Obst zufriedengegeben.«

»Ich bin stolz auf dich, mein Mädchen. Du stehst zu deinen Freundinnen und bist für sie da. Ich hab dich sehr lieb, weißt du das?« Ein zärtlicher Blick aus Pierres eisblauen Augen streichelte Denises Gesicht. »Erhol dich heute, und wenn du etwas mit uns unternehmen möchtest, dann sag es einfach. Mama hat für heute Nachmittag eine Käsesahnetorte gebacken, die du so gern magst. Aber wenn du wegfahren möchtest, ist das auch in Ordnung. Raoul wollte später ebenfalls vorbeikommen und uns von seinen Neuigkeiten am Himmel der Ehe berichten.«

Denise lächelte ihren Vater glücklich an. »Ich hab keine Wünsche«, antwortete sie leise. »Das Wichtigste ist, dass wir zusammen sind. Ich möchte mir gern alles von der Seele reden und hören, wie ihr diese Ereignisse bewertet.« Sie schaute zu ihrer Mutter auf, die die Kaffeekanne auf den Tisch stellte. Dann holte sie das Tablett mit dem Frühstück und stellte sie vor Denise hin. »Jetzt stärke dich erst einmal, Denise. Danach können wir sprechen.«

»Gibt es heute zum Mittagessen Spinat?«, fragte sie aus ihren Gedanken heraus. »Mit Pellkartoffel und Rührei?«

Eva brach in helles Lachen aus. »Das ist meine Tochter«, stellte sie glücklich fest. »Natürlich bekommst du deine Lieblingsspeise«, stimmte sie zu. »Wirst du nächste Woche auch wieder bei Olga übernachten?«

Denise zuckte die Schultern. »Das weiß ich noch nicht. Eigentlich würde ich lieber wieder nach Hause kommen. Es liegt an Stefanie, wie es ihr geht und ob sie uns braucht.«

»Was ist mit ihrem Kind? Ist es lebensfähig?«, fragte Eva mitfühlend. »Ich stelle es mir sehr schlimm vor, wenn man täglich damit rechnen muss, dass dieses winzige Wesen in seinem Körper sterben könnte.« In Evas Augen schimmerten Tränen. »Was sagen denn die Ärzte?«

»Genau weiß ich es nicht«, antwortete Denise nach kurzer Überlegung. »Stefanie hat sich, glaube ich, inzwischen mit allen Möglichkeiten auseinandergesetzt. Ich weiß, dass sie sehr darunter leiden würde, wenn sie ihren Sohn verliert. Doch nach all dem Leid, das ihr durch Jens angetan wurde, ist sie ganz einfach zu müde, um sich in diese Gedanken zu vertiefen. Ich denke, sie wird irgendwann akzeptieren, wie immer die Entscheidung des Schicksals ausfällt.«

»Geht das denn?«, fragte Eva zweifelnd.

»Das ist eine Art Selbstschutz des Verstandes, um an einem Ereignis nicht zugrunde zu gehen«, mischte sich Pierre ein, der bis jetzt schweigend zugehört hatte. »Es ist gut, dass Stefanie anscheinend bereit ist, ihr Schicksal anzunehmen, denn ein Blasensprung im sechsten Monat ist problematisch. Man kann nur hoffen, dass sie die Infusionen gut verträgt. Sie dienen der Lungenreifung. Mit jedem Tag, den das Kind in ihrem Leib überlebt, steigt die Hoffnung.«

»Stefanie ist sehr gefasst. Aber das wundert mich nicht«, stimmte Denise zu. »Sie hat eine sehr schwere Zeit hinter sich. Ich hoffe nur, sie bleibt bei ihrer Entscheidung und trennt sich von Jens, wie sie es anfangs gesagt hat.«

»Es wird ihr gar nichts anderes übrig bleiben«, stimmte Eva zu. »Mit so einem Menschen kann man nicht zusammenleben, schon gar nicht mit einem kleinen Kind. Da weiß man doch nie, was dem in seiner Wut noch alles einfällt.«

»Ich dachte, er ist jetzt gut eingestellt, hast du gesagt«, wandte sich Pierre an seine Tochter. »Hat sie ihn verärgert oder irgendwie gereizt?«

Denise schüttelte den Kopf. »Nicht, dass ich wüsste. Stefanie ist so ein herzensguter, friedlicher Mensch, ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es an ihr lag. Sie meinte, es wäre ums Essen und um die Feier gegangen. Aber Genaues wusste sie auch nicht mehr. Sie hatte einen Schock und dabei den Streit selbst ausgeblendet.«

»Vermutlich ist das gut so«, stimmte Pierre zu. »Irgendwann, wenn Ruhe in ihr Leben eingekehrt ist, wird die Erinnerung stückchenweise zurückkehren. Ich befürchte, dass er seine Tabletten nicht gewissenhaft einnimmt. Das gibt es öfter, und dann passieren die schlimmsten Unglücke, ohne dass man sie verhindern kann.«

»Jens lässt sich nicht in die Karten sehen«, antwortete Denise und strich sich zwei Brötchen dick mit Butter. »Reichst du mir bitte den Honig, Pap?«

Pierre stellte das Glas mit einem Lächeln vor sie hin. »Ich hoffe sehr, dass dir so eine Erfahrung erspart bleiben wird. Es war noch nie einfach, einen passenden Partner zu finden, doch inzwischen, seit deine Mutter und ich uns begegnet sind, scheint es erheblich schwieriger geworden zu sein. Die Umwelt prägt die Menschen, manche zum Guten und andere nicht zum Guten.«

»Aber warum ist das so?«, fragte Denise traurig und nippte an ihrer Kaffeetasse. »Ich versteh es einfach nicht, wie Jens so gefühllos sein kann, und im nächsten Moment beteuert er ihr seine große Liebe. Was geht in diesem Kopf vor?«

»Ich denke, die Antwort kann, zumindest teilweise, in seiner Blutuntersuchung gefunden werden. Dafür bekommt er Medikamente. Wenn er gut eingestellt ist, kann er ein fast normales Leben führen. Allerdings bringen diese Tabletten einige Nebenwirkungen mit sich, die die Betroffenen nicht so gern haben möchten. Doch dieses Thema würde zu weit in die Krankengeschichte eindringen, die mit einigen Sätzen nicht zu bewältigen wäre. Deshalb lass uns von etwas anderem reden. Hast du eigentlich von deinem neuen Bekannten Manuel etwas gehört?«

Denise holte tief Luft, dann schüttelte sie den Kopf. »Der ist vermutlich längst in England. Am Montag beginnt sein Praktikum, das ein halbes Jahr dauern wird.«

»Ein Praktikum als Steuerberater?«, fragte Pierre gedehnt. »Davon hab ich ja noch nie gehört. Bist du sicher, dass er der ist, als den er sich ausgibt?«

Denise richtete ihren Oberkörper gerade auf. »Warum nicht?«, fragte sie ein wenig aggressiv. »Was hätte er denn für einen Grund, sich als ein anderer auszugeben. Manuel Terbrink gibt es wirklich, da hab ich mich bereits erkundigt.«

Pierre bereute bereits, seine Zweifel laut ausgesprochen zu haben. »Ich dachte nur, dass da etwas nicht stimmt. Immerhin sieht er auf dem Bild im Internet etwas anders aus als der Mann, der dich kürzlich abgeholt hat. Aber gut, es besteht immerhin die Möglichkeit, dass seine dunklen Haare inzwischen blondiert wurden. Das machen ja manche Leute.« Er grinste etwas unsicher.

Denise dachte wieder daran, dass Manuel etwas mit ihr hatte besprechen wollen und leider nicht mehr dazu gekommen war. »Er ist sehr nett und ich bin gern mit ihm zusammen. Mehr ist da nicht zwischen uns. Also ist es mir auch gleichgültig, ob er nun gefärbte Haare hat oder nicht. Beim Stand unserer Bekanntschaft ist er mir in keiner Weise Rechenschaft schuldig.«

»Das ist schon richtig«, mischte sich jetzt auch Eva ein. »Mich würde nur stören, wenn er nicht der wäre, als den er sich ausgibt.«

»Wozu sollte er das tun? Denkt ihr, er ist womöglich ein steckbrieflich gesuchter Verbrecher? Also daran kann ich gar nicht glauben. Dafür war er bei unserem Treffen viel zu lieb und irgendwie unsicher.«

»Wird er sich aus England mal bei dir melden?«, fuhr Eva vorsichtig fort, ihre Tochter ein wenig auszufragen.

Denise schüttelte den Kopf. »Darüber haben wir nicht gesprochen«, sagte sie leise, und man konnte ihr ansehen, dass sie über diese Möglichkeit, sechs Monaten nichts von ihm zu hören, nicht gerade glücklich war. »Ich werde einfach abwarten, was draus wird. Mehr kann ich ohnehin nicht tun. Wir kennen uns kaum, er ist zu nichts verpflichtet.« Sie sagte das mit solch einem Nachdruck, dass Pierre und Eva überraschte Blicke tauschten.

Gerade wollte Denise ihr gekochtes Ei köpfen, da läutete das Telefon. Eva stand auf und ging in den Flur, wo der Apparat stand. Sie redete einen Moment lang sehr leise, dann kam sie mit einem unsicheren Lächeln ins Esszimmer zurück. »Manuel ist am Telefon. Er möchte mit dir sprechen.«

Denise zuckte zusammen. Mit allem Möglichen hätte sie gerechnet nur nicht damit. »Manuel?«, vergewisserte sie sich, um Zeit zu gewinnen. Sie musste erst ihr aufgewühltes Inneres beruhigen, ehe sie sich erhob und nach draußen marschierte.

»Das fühlt sich irgendwie anders an als bisher«, flüsterte Eva ihrem Mann zu. »Könnte es sein, dass dieser Mann Denises Schicksal ist?«

Pierre zuckte die Schultern. »Ich hoffe nicht«, antwortete er ebenso leise. »Immerhin hat er sich unter falscher Flagge in das Herz unserer Tochter geschlichen. Mir kommt diese Geschichte nicht ganz sauber vor. Ich weiß nur nicht, was ich davon halten soll.«

»Das werden wir vermutlich in den nächsten Monaten auch nicht herausbekommen«, gab Eva zu bedenken. »Immerhin ist er in England.«

»Wenn das die Wahrheit ist«, gab Pierre besorgt zu bedenken. »Na ja, warten wir es ab und machen nicht jetzt schon die Pferde scheu. Es könnte sonst sein, dass wir damit das wundervolle Vertrauensverhältnis, das wir mit unserer Tochter haben, empfindlich stören würden.«

»Du hast recht, Lieber. Warten wir geduldig, wann unser Einsatz, unsere Hilfe, gefragt ist. Denise ist ein vernünftiges Mädchen. Sie wird sich nicht Hals über Kopf in ein Abenteuer stürzen.«

Pierre nickte. »Hoffen wir es.« Er wollte noch etwas sagen, doch da betrat Denise bereits wieder das Esszimmer. Die wenigen Minuten hatten sie völlig verändert. Ihre Augen glänzten, ihre Wangen waren sanft gerötet. Um ihren Mund spielte ein seliges Lächeln. »Nächstes Wochenende hat er frei, weil er zum Geburtstag seiner Mutter nach Hause muss. Da will er sich mit mir treffen. Freitags kommt er an, am Samstag haben wir ein Date«, sagte sie lachend. Jetzt schmeckte ihr das weich gekochte Ei besonders gut.

*

Sie hatte das Gefühl, innerlich zu verbrennen. Stöhnend wälzte sie sich von einer Seite auf die andere, schob die beiden Kissen zu Recht, machte die Augen zu und versuchte, wieder einzuschlafen. Es wollte einfach nicht klappen.

Gedanken kamen und gingen, doch jeder von ihnen ließ einen winzig kleinen Rest an Gefühlen in ihr zurück und verursachte damit, dass sie noch wacher, noch nervöser wurde.