Ilja Repin - Grigori Sternin - E-Book

Ilja Repin E-Book

Grigori Sternin

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Beschreibung

Repin wurde 1844 in der Provinz Charkow (Ukraine) geboren und lernte bereits als 12-Jähriger die Ikonenmalerei. Religiöse Darstellungen haben bei ihm große Bedeutung. Ab 1872 begann die Galerie Tretyakov seine Bilder anzukaufen. Mit seiner Frau und der ganzen Familie verbrachte er später zwei Studienjahre in Paris, wo er von den Freilichtmalern stark beeinflusst wird. In den Jahren 1874 und 1875 stellte er im Pariser Salon sowie in der Gesellschaft für Wanderkunstausstellungen in St. Petersburg aus. Anerkannt als Meister des Realismus, verstand er wie kein anderer die Mühen, Nöte und Freuden des Volkes. Deswegen hieß es: “Repin besitzt die Gabe, den Bauern so wiederzugeben, wie er ist. Ich kenne viele Maler, die den moujik darstellen, und sie machen es gut; aber keiner ist so talentiert wie Repin.

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Seitenzahl: 136

Veröffentlichungsjahr: 2012

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Autoren:

Grigori Sternin und Jelena Kirillina

Layout:

Baseline Co. Ltd

61A-63A Vo Van Tan Street

4. Etage

Distrikt 3, Ho Chi Minh City

Vietnam

© Confidential Concepts, Worldwide, USA

© Parkstone Press International, New York, USA

Alle Rechte vorbehalten.

Das vorliegende Werk darf nicht, auch nicht in Auszügen, ohne die Genehmigung des Inhabers der weltweiten Rechte reproduziert werden. Soweit nicht anders vermerkt, gehört das Copyright der Arbeiten den jeweiligen Fotografen, den betreffenden Künstlern selbst oder ihren Rechtsnachfolgern. Trotz intensiver Nachforschungen war es aber nicht in jedem Fall möglich, die Eigentumsrechte festzustellen. Gegebenenfalls bitten wir um Benachrichtigung.

Grigori Sternin und Jelena Kirillina

Inhalt

Einleitung

Repins poetisches Weltbild

Seine Werke

Bildnis Vera Schewzowa

Slawische Komponisten

Sadko im Reich des Meereskönigs

Die Zarin Sophia im ersten Jahr ihrer Inhaftierung

Bildnis des Künstlers Archip Iwanowitsch Kuindschi

Bildnis des Chirurgen Nikolai Pirogow

Bildnis der Tochter Nadja Repina

Flattergeist. Bildnis Vera Ilijnitschna Repina

Bildnis Juri Repin, Sohn des Künstlers

Bildnis des Komponisten Modest Mussorgski

Bildnis Pawel Tretjakow, Gründer der Tretjakow-Galerie

Bildnis der Schauspielerin Pelageja Strepetowa

Bildnis Dmitri Iwanowitsch Mendelejewin der Robe eines Professors der Edinburgh University

Bildnis des Malers Grigori Grigorjewitsch Mjassojedow

Leo Tolstoi beim Pflügen

Bildnis Anton Rubinstein

Nonne

Bildnis Sofia Dragomirowa

Bildnis Warwara Iwanowa Ikskul von Hildenbandt

Unerwartet

Der Steinerne Gast. Don Juan und Donna Anna

Bildnis Konstantin Pobedonoszew

Bildnis des Neurologen Wladimir von Bechterew

Bildnis des Schriftstellers Leonid Andrejew auf einer Jacht

Selbstbildnis

Biografie

Abbildungsverzeichnis

Selbstbildnis, 1878.

Öl auf Leinwand, 69,5x49,6cm.

Russisches Museum, St. Petersburg.

Einleitung

Obwohl jeder Russe über eine enorme Vorstellungskraft verfügt, ist es doch der ausgeprägte und nahezu angeborene Sinn für Pragmatismus, der ihn wirklich auszeichnet. Die ruhelosen Wanderer, die aus den Gebieten entlang des oberen Dnjeprs auszogen, um Kiew, Groß-Nowgorod und Moskau zu gründen und das fruchtbare Wolgabecken zu besiedeln, waren keine Theoretiker. Diese unerschrockenen Händler, die sich über den Ural kämpften, um in die stillen Wälder und die gefrorenen Moore Sibiriens vorzudringen, wurden nicht von abstrakten Ideen oder einem religiösen, kreuzritterlichen Eifer angetrieben. Der einfache Grund für diese rapide Ausbreitung war Bevölkerungsdruck. Von Anfang an musste der Russe den härtesten Bedingungen trotzen, sowohl bevölkerungsinternen Problemen als auch Bedrohungen von Außen, und sich an ein leidvolles Untertanendasein gewöhnen. Unter der Herrschaft der rücksichtslosen Horden des Khans und unter dem religiösen Einfluss des byzantinischen Reiches hatte die wahre slawische Seele nur wenig Raum zur Entfaltung.

Nachdem die Großfürsten von Wladimir und Moskau endlich das mongolische Joch gebrochen hatten, blieb die Situation für das einfache Volk trotzdem unverändert. Die Unterdrückung herrschte weiter, nur dass sie dieses Mal vom eigenen Volk ausging und nicht von Außen. Die Menschen zollten nicht länger dem Khan ihren Tribut, sondern mussten sich nun dem Zar unterwerfen, einer Kreatur die ebenso autokratisch und absolut herrschte wie der Khan der Goldenen Horde. Tatsächlich hat sich die Situation bis zum heutigen Tage nur unwesentlich verbessert. Obwohl sie die Befreier des russischen Volkes waren, waren die Zaren gleichzeitig dämonische Tyrannen, die vom Thron ihres Reiches den Fortschritt des Landes nur auf zweifelhafte Weise förderten. Die humanistische Großzügigkeit Alexanders II. wurde in den letzten Jahren von der drastisch reaktionären Politik von Wjatscheslaw von Plehwe und Konstantin Pobedonoszew abgelöst. Jeder Schritt nach vorne scheint von einem Schritt rückwarts begleitet zu werden. Der tatarische Speerträger wurde vom Kosaken mit seiner Knute ersetzt. Das blaue Banner des Dschingis Khan wurde von der roten Fahne der Revolution und einem Rückfall zu einer der infamsten Formen des Despotismus ersetzt.

In der geistigen Entwicklung Russlands gibt es dennoch eine Epoche, die besonders inspirierend ist, wenn man die Geschichte aus einem patriotischen Blickwinkel betrachtet: die erinnerungswürdigen Jahre nach der Befreiung der Leibeigenen im Jahr 1861. Es war in diesem Jahrzent, dass der große und leidenschaftliche Schriftsteller und Publizist Nikolai Tschernyschewski sich von der Teutonischen Abstraktion abwandte hin zum russischen Pragmatismus und die Maxime „Schönheit ist Leben“ ausrief und die aufstrebende Organisation Zemlja i Volja

Auf einer Rasenbank, 1876.

Öl auf Leinwand, 36x56cm.

Russisches Museum, St. Petersburg.

Sommerlandschaft im Gouvernement Kursk,Studie zum Gemälde Kreuzprozession im Gouvernement Kursk, 1881.

Öl auf Karton, 14x20cm.

Staatliche Tretjakow-Galerie, Moskau.

Mit dieser Leidenschaft, die so typisch für den slawischen Verstand ist, ist es kein Wunder, dass die Emanzipation der Künste schon bald auf die Befreiung der Leibeigenen folgen würde. Am 9. November 1863 rebellierten dreizehn der begabtesten Studenten der Kaiserlichen Kunstakademie unter der charismatischen Führung Iwan Kramskois gegen den seelenlosen Formalismus. Sie verließen die Institution und gründeten, nach langem Kampf und vielen Problemen, eine unabhängige Künstlervereinigung, die sie Peredvizhnaya Vystavka

Ukrainisches Bauernhaus, 1880.

Öl auf Leinwand, 34,3x52,5cm.

Museum der russischen Kunst, Kiew.

Mit klarem Blick und einem aufgeschlossenen Geist ermöglichte es diese Schar von Enthusiasten dem slawischen Künstler, sich unter das Volk zu begeben und dem geheimen Lied der Steppe zu lauschen. Sicherlich waren ihre künstlerischen Fähigkeiten nicht immer auf demselben Niveau wie ihr leidenschaftlicher Patriotismus, jedoch sollte man nicht vergessen, dass diese Gruppe in einer Epoche entstand, die durch Realismus und Nützlichkeitsprinzip geprägt war und in der solche Publikationen wie Pisarews erstaunliches Werk Razrulenie Estetiki (Die Zerstörung der Ästhetik) und ähnliche Schmähreden gegen die formellen Kanons der abstrakten Schönheit erschienen. Le beau, c’est la vie, wurde von einigen tatsächlich zu

Vorbereitung auf die Prüfung, 1864.

Öl auf Leinwand, 38x46cm.

Russisches Museum, St. Petersburg.

Repins poetisches Weltbild

Kein anderer russischer Maler des 19. Jahrhunderts errang bei Lebzeiten so großen Ruhm wie Ilja Jefimowitsch Repin. Nach Meinung der fortschrittlichen Öffentlichkeit Russlands nahm er in der bildenden Kunst einen ähnlichen Platz ein wie Leo Tolstoi auf dem Gebiet der Literatur. Während eines Vierteljahrhunderts war man auf jedes neue Gemälde von Repin gespannt, und seine Beiträge in der Presse, die um die Wende zum 20. Jahrhundert besonders zahlreich waren, stellten jedesmal ein großes Ereignis im Kulturleben Russlands dar.

Repin, der die akuten sozialen Probleme und die geistigen Bestrebungen seiner Zeit erkannte und verstand, bestimmte mit seinen Werken die wesentlichsten Züge des russischen Realismus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und trug dazu bei, dass die bildende Kunst Russlands einen bedeutenden Platz im Entwicklungsprozess der gesamteuropäischen Kultur einnahm. Der Maler war noch sehr jung, als seine im Ausland ausgestellten Gemälde die Kritiker aufmerksam werden ließen. Als die ersten selbständigen Werke Repins erschienen, wurde offensichtlich, dass auf russischem Boden eine von sozialem Verantwortungsgefühl durchdrungene Kunst an Kraft gewann, die dem Schaffen so bedeutender Realisten wie Gustave Courbet in Frankreich, Adolph Menzel in Deutschland und Mihály von Munkácsy in Ungarn verwandt war.

Repins poetisches Weltbild zeichnet sich durch besondere geistige Ganzheitlichkeit aus aufgrund der Vielfalt seiner schöpferischen Aufgaben und der Breite der Wirklichkeitsgestaltung. Diese Einstellung entsprach dem allgemeinen Charakter der demokratischen ästhetischen Kultur Russlands in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die bestrebt war, sich der Verantwortung für ihre gesellschaftliche und historische Sendung bewusst zu werden.

Wie viele andere bedeutende Meister hatte auch Repin seine Lieblingsthemen und bevorzugten Motive, und es gab einen bestimmten Kreis von Personen, die er besonders gern porträtierte. Aber sein ästhetisches Programm beschränkte sich nicht nur auf dieses Gebiet, denn er hatte die erstaunliche Gabe, die „Idee“ seiner Epoche zu erkennen, und das Spiegelbild dieser Idee in den privaten Schicksalen und Charakteren der Menschen zu erblicken. Es genügt nicht festzustellen, dass die Personen auf Repins Gemälden und die Modelle seiner Bildnisse zeitgebunden sind; diese Eigenschaft ist in den Werken vieler Maler jener Epoche zu beobachten. Die Menschen in Repins Gemälden und Zeichnungen aber sind die historische Wirklichkeit selbst mit ihren Leiden, Hoffnungen, geistigen Energien und qualvollen Widersprüchen.

„Wie im Leben“ – mit diesen Worten wird des Öfteren die Qualität und die künstlerische Überzeugungskraft von Repins Werken begründet. Und in der Tat spiegeln sich in diesem Eindruck die wesentlichen poetischen und stilistischen Grundsätze seines Schaffens wider. Doch wenn man diesen Eindruck in eine universelle Charakteristik ummünzt, so wird das Wesen des Repinschen Realismus zu sehr vereinfacht. Betrachtet man Repins Werke aus dieser Sicht, so entgleitet einem das Hauptsächliche, nämlich der mächtige schöpferische Wille des Künstlers, die Aktivität der gedanklichen Konzeption und die gewaltige Meisterschaft des Malers, kurz alles, was das Leben in seinen Bildem nach den Gesetzen der großen Kunst verwandelt erscheinen lässt. Wer diese schöpferische Kraft der plastischen Sprache Repins erfasst, wird in das poetische Weltbild des Malers eindringen – des Schöpfers der Gemälde Unerwartet und Kreuzprozession imGouvernement Kursk, der Porträts von Modest Mussorgski und Pelageja Strepetowa.

Nadja Repina beim Bemalen von Majolika, 1891.

Kohle auf Papier, 43,8x34,2cm.

Abramzewo Museum, Abramzewo, Russland.

Bildnis des Poeten, Philosophen und Literaturkritikers Wladimir Solowjow, 1891.

Bleistift auf Papier, 34,3x23,6.

Isaak Brodsky Museum, St. Petersburg.

Bildnis der Schauspielerin Eleonora Duse, 1891.

Kohle auf Leinwand, 103x139cm.

Staatliche Tretjakow-Galerie, Moskau.

Ilja Jefimowitsch Repin wurde 1844 in dem ukrainischen Städtchen Tschugujew als Sohn eines Militärsiedlers geboren. Sein ganzes Leben lang erinnerte er sich mit Widerwillen an die Militärsiedlungen, wo Drill, Prügelstrafe und Kadavergehorsam herrschten, und diese Kindheitserinnerungen spielten eine beachtliche Rolle bei der Herausbildung der konsequenten demokratischen Gesinnung des Malers. Über die Mission der Kunstschaffenden im gesellschaftlichen Leben des Landes nachdenkend, schrieb er 1872 an seinen Freund, den Kritiker Wladimir Stassow: „Heute ist der Mushik zum Richter geworden, und man muß seine Interessen wiedergeben (mir kommt das sehr gelegen, bin ich doch, wie Sie wissen, selbst ein Mushik, der Sohn eines abgedankten gemeinen Soldaten, der sich 27 nicht sehr glückliche Jahre lang durch den Heeresdienst unter Nikolaus I. schleppen mußte).“[1]

Die Erweckung der Tochter des Jairus, 1871.

Öl auf Leinwand, 229x382cm.

Russisches Museum, St. Petersburg.

Obwohl er ein kränkliches Kind war, wurde er erst auf die öffentliche Schule geschickt, an der seine Mutter unterrichtete, und später auf die Militärtopografieschule. Nachdem diese geschlossen wurde, nahm der örtliche Ikonenmaler Iwan Bunakow ihn als Lehrling auf. Der Junge entwickelte sich so schnell, dass er bereits nach drei Jahren dazu fähig war, für sich selbst zu sorgen. Er verdiente zwei bis fünf, manchmal sogar 20 Rubel für die Zeichnung eines religiösen Motivs oder ein gelungenes Porträt eines angesehenen Dorfbewohners. Fromme Muschiks and aufgeblasene Provinz-Würdenträger reisten über viele hunderte Werst, um seine Ikonen zu bewundern oder sich seine Dienste als Kirchendekorationsmaler zu sichern. Die bekannteste der Arbeiten, die er in dieser Funktion anfertigte, ist ein feuriger und dramatischer Symeon Stylites der Ältere. Während er an einer Kirche in Sirotin arbeitete, hörte er zum ersten Mal vom Leben in der Stadt, das Möglichkeiten eröffnete, die weit jenseits der des Provinzlebens lagen. Einige seiner Kollegen erzählten ihm nicht nur von der Kaiserlichen Kunstakademie sondern auch von Kramskoi, dem Anführer einer neuen Kunstbewegung, die erst kürzlich in Ostrogorsk gewesen war und dort die Atmosphäre der Großstadt und frisches soziales und künstlerisches Gedankengut mit sich gebracht hatte.

Seine Ankunft in der Hauptstadt fiel mit einem denkwürdigen Ereignis im Kulturleben des Russlands der sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts zusammen, nämlich mit der bedeutsamen Manifestation junger Künstler, die den Akademieprofessoren den Kampf ansagten und sich für das Recht und die Pflicht der Kunst, wahrheitsgetreu zu sein, einsetzten. Es handelt sich um den sogenannten „Aufruhr der Vierzehn“ im Jahre 1863, der damals viel Aufsehen erregte. Vierzehn Absolventen der Kunstakademie lehnten sich gegen die Versuche auf, die soziale Aktivität des künstlerischen Schaffens einzuschränken und dessen Entwicklung durch veraltete Vorschriften der Akademie zu reglementieren. Sie stellten nur eine einzige, aber äußerst wichtige Forderung: das Thema der Abschlussarbeit selbst wählen zu dürfen. Als die Behörden dies ablehnten, verließen sie demonstrativ die Akademie. Seitdem bedeutet das Jahr 1863 eine wichtige Station in der Geschichte der russischen Kunst. Es leitete eine neue Etappe im gesellschaftlichen Selbstbewusstsein der fortschrittlichen russischen Künstler ein und führte zu einem neuen Verständnis ihrer Berufsaufgaben.

Die Gemälde und grafischen Werke, die Repin in seinen Akademiejahren schuf, lassen einen gewissen Zwiespalt in seinen schöpferischen Bemühungen erkennen. Als Student erfüllte er die obligatorischen akademischen Programme, deren Themen den Sorgen und Aufregungen des Alltags, der „empirischen“ Realität fernstanden. Als ein dem Leben aufgeschlossener angehender Maler wollte er dieser Realität jedoch keineswegs ausweichen. Er versuchte sich nicht ohne Erfolg in den harmlosen „häuslichen“ Genres (Vorbereitung auf die Prüfung), malte lyrische Porträts von Menschen aus seiner nächsten Umgebung (Bildnis Vera Schewzowa) und vertiefte sich schließlich in seinen letzten Lehrjahren für lange Zeit in die Arbeit an den Wolgatreidlern, einem Gemälde von großer sozialer Bedeutung, das den Maler, der noch vor kurzem Akademiestudent gewesen war, in ganz Europa bekannt machte.

In all diesen frühen Werken, sowohl den akademischen Aufgaben als auch den für sich gemalten intimen Bildnissen, sind gemeinsame Grundzüge erkennbar, die von einem beständigen Interesse an der Realität und bildnerischen Fragestellungen zeugen. Kennzeichnend ist in dieser Hinsicht das Bild Die Erweckung der Tochter des Jairus, eine Wettbewerbsarbeit zu einem neutestamentlichen Stoff, für die der Maler eine Goldmedaille und das Recht auf eine Studienreise ins Ausland erhielt. Während der Arbeit an diesem monumentalen Gemälde hatte Repin ständig die Forderungen der Akademie im Auge, schritt aber doch über sie hinaus.