Im Dialog mit der Droste - Matthias Bonitz - E-Book

Im Dialog mit der Droste E-Book

Matthias Bonitz

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Beschreibung

Sommerkonzerte der Droste Tage 2014 bis 2016: Entwicklung der Konzerte und der vertonten Gedichte der Annette von Droste zu Hülshoff. Lebensorte der Droste, Burg Hülshoff, Rüschhaus, Burg Meersburg,

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Seitenzahl: 30

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Matthias Bonitz

Im Dialog mit der Droste

Hülshoffer Sommerkonzerte 2014 – 2016

Der Droste Tage auf Burg Hülshoff

Impressum:

Matthias Bonitz

Augustin Wibbelt Straße 5

D-48317 Drensteinfurt

mail: [email protected]

Bildnachweise: Bonitz-classic

©2018 Matthias Bonitz

eBook – ID 2001434

Prolog:

Der Weiher

Der Weiher

Intermezzo 1: Burg Meersburg

Mondesaufgang

Mondesaufgang

Intermezzo 2:

Schneckenhäuschen

Durchwachte Nacht

Durchwachte Nacht

Intermezzo3:

Lebensrückblick

Was bleibt

Epilog:

CD Aufnahmen:

Matthias Bonitz

Prolog:

Im nahen Land, erreichbar euren Schritten, liegt eine Burg – nein, nicht Montsalvat genannt, wir sind nicht bei Wagners Lohengrin und seiner Gralsburg, sondern in der Parklandschaft der Kulturregion Münsterland (Deutschland, NRW) und unsere Burg heißt Burg Hülshoff. Es ist eines jener Kulturgüter unter dem Begriff Wasserburgen, die so typisch für diese Region sind. Sie stehen auf Inseln, umgeben von künstlichen Wassergräben und dienten als Schutzburgen vor feindlichen Angriffen. Andere, wie das Haus Steinfurt in Drensteinfurt, stehen auf tausenden von Eichenstämmen. Burg Hülshoff steht als Renaissanceanlage auf zwei Inseln und befindet sich in einem hervorragenden Zustand. Das besondere dieser, von 1417 bis 2012 als Stammsitz der Freiherren von Droste zu Hülshoff genutzten Burg ist: hier wurde eine der bedeutensten Dichterinnen im deutschsprachigen Raum geboren, Annette von Droste zu Hülshoff (1797 – 1848). Hier verbrachte sie bis 1826 ihre Kindheit und Jugend. Nach dem Tode ihres hochverehrten Vaters zog sie mit ihrer Mutter und Schwester Jenny in das nahegelegene Rüschhaus, ein von Gräften umgebenem westfälischen Adelslandsitz, der, wie übrigens auch wesentlich die Wasserburgen mit ihren Burgvorhöfen, landwirtschaftlich betrieben wurde. – Heute kann man auf dem sogenannten Literaturweg zwischen Burg Hülshoff und dem Rüschhaus wandern oder in einer historischen Kutsche fahren. Das Rüschhaus ist ein elegantes Landhaus, 1745 bis 1748 von Johann Conrad Schlaun erbaut, das er zunächst selbst bewohnte. 1826, nach dem Tode ihres Vaters, zog Annette von Droste zu Hülshoff mit ihrer Mutter und ohrer Schwester Jenny in das Rüschhaus, das sie bis zu ihrem Tode 1848 auf der Meersburg am Bodensee bewohnte, unterbrochen von mehreren Reisen.

Bei einem meiner Besuche dort bin ich ihr im gepflegten Kräuter- und Obstgarten, auch einige Gemüseflächen waren vorhanden - zum ersten Male begegnet.

Sie sitzt auf einer Gartenbank, den Blick auf die den Hof umgebende Gräfte gerichtet, eine kleine, zierliche Person, vor ihr viel Papier, aus denen sie Scherenschnitte komponierte. Auffällig, wie nah sie die Arbeit vor ihre Augen hielt, was ihrer extremen Kurzsichtigkeit geschuldet ist.

„Kommen Sie, setzen Sie sich zu mir, ich habe Sie schon erwartet.“ Auf den Abbildungen sind vereinzelte Märchenszenen erkennbar. „Sie sind also der Musiker, der meine Gedichte vertonen will?“ Ich bejahe das und teile ihr mit, dass ich vor Jahren schon ihr Gedicht Karfreitag aus dem Geistlichen Jahr vertont habe. Sie ging nicht näher darauf ein, schien zu sehr in Gedanken vertieft. „In jüngeren Jahren habe ich mich sehr viel mit Musik beschäftigt, ich war vielleicht 12 Jahre alt, da bekam ich meinen ersten Klavierunterricht. Ich habe als Kind oft vorgespielt oder Lieder begleitet, ja, ich fing sogar an, zu komponieren. Mein Onkel Maximilian schenkte mir in jener Zeit ein Lehrbuch, einige Erklärungen über den Generalbass. Das habe ich verschlungen und vier Opern geschrieben, Libretto und Musik, dazu einige Lieder. Aber ich merkte, dass meine musikalischen Möglichkeiten begrenzt sind, daher habe ich beschlossen, mich lieber als Dichterin zu versuchen.“ „Aber ihre Lieder sind doch gut zu singen, leicht und eingängig“, warf ich ein. „Eben, das war ja dann mein Problem, ich war zu sehr der der gängigen Liederschulen verhaftet und konnte mich nicht davon lösen. Sehen Sie, Richard Wagner hat soeben eine neue Oper geschrieben, den Fliegenden Holländer.