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Ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung: Viele möchten diesen Traum verwirklichen. Damit es kein böses Erwachen gibt, sollte man sich beizeiten über die "Spielregeln" kundig machen; sich beispielsweise einige Fachkenntnisse aneignen, unabhängige Beratung in Anspruch nehmen und sich bewährte Praxistipps holen. Schließlich geht es um anspruchsvolle Vorhaben wie die Wahl des richtigen Objektes, die Beurteilung von komplizierten Verträgen, die Zusammenarbeit mit Architekten und Bauunternehmen oder Maklern bis hin zu Fragen im Zusammenhang mit Steuern, Finanzierung und der Werterhaltung der Liegenschaft. In diesem Ratgeber findet der Leser alle Antworten auf die wesentlichen Fragen rund ums private Wohneigentum beziehungsweise Eigenheim. Aber auch jede, die bereits Liegenschaft besitzen und zum Beispiel umbauen, die Finanzierung optimieren oder ganz einfach mehr aus ihrer Liegenschaft heraus holen wollen, werden dieses Buch schätzen.
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Seitenzahl: 346
Veröffentlichungsjahr: 2013
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie. Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Für Fragen und Anregungen:
Nachdruck 2013
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Umschlaggestaltung: Münchner Verlagsgruppe GmbH
Satz: deleatur KEG (www.deleatur.com)
Druck: Books on Demand GmbH, Norderstedt
ISBN Print 978-3-86881-456-9
ISBN E-Book (PDF) 978-3-86414-419-6
ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-86414-830-9
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Vorwort
Dank
Die Autoren
Neue Chancen auf dem Markt für Wohneigentum
Tiefere Preise, attraktiveres Angebot
Eigenheime für «Babyboomer»
Immobilienpreise: Lage schlägt Komfort
Kaufen oder mieten?
Wirtschaftliche Vorteile in den eigenen vier Wänden
Die eigenen Bedürfnisse
Passt das Haus zu Ihren Lebensgewohnheiten?
Was der Verkäufer verschweigt
Flexible Nutzung ist gefragt
Je nach Lebenssituation andere Bedürfnisse
Beispiel Wohnpark «Balance»
Lage, Lage, Lage
Pendlerkosten einkalkulieren
Bauland, die Basis des Eigenheims
Hohe Erschliessungskosten
Fussangeln im Kaufvertrag
Baulandpreise: enorme Preisschwankungen
Wege zum Eigenheim
Verdichtet oder frei stehend?
Stein- oder Holzhaus?
Individuell oder «von der Stange«?
Fertighaus: Sparpotenzial bei Planung und Bauzeit
Das Haus vom Architekten
Der Architektenvertrag
Vertragsvarianten zur Auswahl
LHO 102
Leistungsmodell des SIA
Bauen mit «Smart»
Zusammenarbeit mit einem Generalunternehmer
Architekt und Generalunternehmer im Vergleich: Vor- und Nachteile
Kauf ab Plan
Ablauf eines Bauprojektes
Teuer wird, was man zu spät entscheidet
Kritische Fragen in der Vorprojektphase
Der Bau beginnt!
Hautnah dabeisein
Stockwerkeigentum
Privat und doch gemeinsam
«Allen Leuten recht getan …»
Neubau oder Altliegenschaft?
Reparaturen und Unterhalt können teuer zu stehen kommen
Was ist Ihnen wichtig?
Bausubstanz unter der Lupe
Kauf beim Privatbesitzer oder beim Immobilientreuhänder?
Das Grundbuch
Wer erhält Einsicht?
Baubewilligung
Zonenplan und Ausnützungsziffer
Neubauten und Nutzungsänderungen sind bewilligungspflichtig
Bewilligungsverfahren
Land im Baurecht
Baugenossenschaft
Startkapital nötig
Als Bauträger willkommen
Vielfalt der Möglichkeiten
Die Baukosten unter Kontrolle
Methoden aus der Industrie
Nachhaltigkeit und Ökologie
Holz als wieder entdeckter Baustoff
Am richtigen Ort sparen
Vorsicht bei Werbeslogans
Heizung, Energie und Nebenkosten
Heizsysteme im Vergleich
Die Nebenkosten halbieren
Der Minergie-Standard
Benchmarks im Wohnungsbau
Mehr Transparenz gefordert
Preise und Offerten vergleichen
Liberalisierter Markt
Gleiche Leistung zu gleichem Preis?
Brutto- oder Nettopreis?
So vermeiden Sie Ärger beim Bauen
Kleingedrucktes lesen
Mehr- und Minderleistungen
Wenn die Arbeit nicht fertig ist
Bauabnahme, Haftung und Garantien
Nachbesserung, Minderung oder Wandelung
Bauschäden
Mehr als eine Milliarde Franken Schaden
Der Vertrag entscheidet
Drei charakteristische Fälle für Bauschäden
Die Risiken beim Bau
Baupartner unter die Lupe nehmen
Vorsicht Pfandrechte
Die Immobilienfinanzierung
Hintergründe einer veränderten Kreditpolitik
Die Eigenkapitalbeschaffung
Aufbau von Sparkapital macht flexibel
BVG-Gelder (2. Säule) und Kapital aus der gebundenen 3. Säule (3a)
Gelder von Eltern, Verwandten oder nahe stehenden Dritten
Gelder vom Arbeitgeber
Verkäuferdarlehen
Das Bausparen
Die Budgetplanung
Die Fremdkapitalbeschaffung
Der Hypothekarzins
Zinsanpassungen und Zinstermine
Amortisationen
Rückführung von Hypotheken
Erneuerung von Festhypotheken
Der Baukredit
Hypothekarformen und -produkte
Variable Hypotheken bieten Flexibilität
Festzinshypotheken für stabile Zinsen auf Zeit
Libor-Hypotheken für risikofreudige Schuldner
Annuitätenmodelle bieten Budgetsicherheit auf Jahre
Mischformen von Hypotheken
Einige Hypothekarprodukte aus dem Markt
Die BVG- oder WEF(Wohneigentumsförderung)-Hypothek
Die Umweltdarlehen
Finanzierungsplanung
Das Kreditgesuch
Die Kreditprüfung der Banken
Die Finanzierung von Renditeobjekten
Wohneigentumsförderung
WEG-Bundeshilfe
Hypothekarbürgschaftsgenossenschaft (HBW)
Steuern
Der Eigenmietwert
Der Mietwert
Schuldzinsen
Unterhalt
Ermittlung des Grenzsteuersatzes
Direkte Amortisation versus indirekte Abzahlung
Steuereinsparungen bei richtiger Wahl des Wohndomizils
Baukreditzinsen sind nur beschränkt steuerlich absetzbar
Steuern beim Kauf und beim Verkauf einer Liegenschaft
Die Grundstückgewinnsteuer
Das Bausparen als steuerprivilegierte Anlageform
Immobilien als Renditeobjekt
Beispiel: 1,5 Millionen Franken als Immobilienanlage
Wertschwankungen berücksichtigen
Nachbarrecht
Gründe für nachbarschaftlichen Zwist
Keine grenzenlose Freiheit
Kann der Nachbar einen Umbau verhindern?
Umbauen und Renovieren
Aus alt mach neu
Strategien für die profitable Erneuerung
Instandsetzungszyklus von 25 Jahren
Rückstand kann teuer zu stehen kommen
Versicherungen für Hausbesitzer
Schutz für Haus und Grund
Grosse Prämienunterschiede
Übersicht über die einzelnen Versicherungen
Bauherrenhaftpflichtversicherung
Bauwesenversicherung
Privathaftpflicht- und Gebäudehaftpflichtversicherung
Gebäudesachversicherung
Hausratversicherung
Prämien sparen
Liegenschaften vererben
Die Steuerlast beim Schenken und Vererben beeinflussen
Was ist mein Haus wert?
Realwert bei Wohneigentum
Der Zweck bestimmt oft das Ergebnis
Immobilienschätzung selbst gemacht
Verkauf der Liegenschaft
Verkaufen oder vermieten?
Ohne Hast verkaufen
Der Verkauf in eigener Regie
Hilfe vom Immobilienmakler
Vermietung meist nicht rentabel
Anhang: Adressen und Literatur
Adressen von Berufs- und Interessenverbänden, Beratungsstellen und Behörden
Adressen von Branchenverbänden
Internet für Hausbesitzer
Literaturhinweise
Arbeitsunterlagen
Der Traum von den eigenen vier Wänden ist in den letzten Jahren für viele Schweizer in greifbare Nähe gerückt oder Realität geworden; bei mehr als der Hälfte aller neu gebauten oder neu auf den Markt gekommenen Wohnungen und Häusern handelt es sich um Wohneigentum. Dank neuer Finanzierungsmöglichkeiten, günstiger Land- und Baupreise und einem attraktiven Angebot auf dem Immobilienmarkt entscheiden sich immer mehr Wohnungssuchende nach dem Motto «Kaufen statt mieten». Das Bedürfnis nach individuellen Wohnformen, Sicherheit und Gestaltungsspielraum in den eigenen vier Wänden und die Innovationen im Wohnungsbau sprechen dafür, dass Wohneigentum auch in den nächsten Jahren weiter im Trend liegen wird.
Nichtsdestotrotz erfordern ein Hausbau oder der Kauf von Immobilien mehr denn je Spezialkenntnisse. Die Beurteilung von Kauf- und Architektenverträgen, Verhandlungen um Preis und Rabatte, die Einschätzung von Standort und Bauqualität werfen viele Fragen auf, deren Beantwortung ein gewisses Rüstzeug erfordern. Genauso anspruchsvoll gestaltet sich die Immobilienfinanzierung, zumal der Markt laufend um neue Hypothekarprodukte erweitert wird und die Banken ihre Zinskonditionen individuell gestalten. Auch der Wirrwarr um Steuern auf Liegenschaften verlangt nach fundierten Informationen.
Viele Bauherren und Konsumenten treten ihren Vertragspartnern wie Planem, Baufirmen, Handwerkern, Bankberatern und Treuhändern allerdings als Laien gegenüber. «Ein Haus kauft man nur einmal im Leben», sagt der Volksmund. Einige schwarze Schafe in der Immobilienbranche machen sich genau diesen Umstand zunutze; sie schlagen Profit daraus, dass der Markt relativ intransparent ist und die Profis ihren Kunden ein X für ein U vormachen können. Solche Tricks funktionieren freilich nur solange, bis man sich selbst gewisse Fachkenntnisse aneignet oder sich im Zweifelsfall an der richtigen Stelle Rat holt.
Unser Ratgeber-Buch macht auf Fallstricke aufmerksam, warnt vor Problemen und zeigt Lösungsmöglichkeiten auf. Es soll Ihnen in allen Fragen rund um Haus, Planen, Bauen, Kaufen und Finanzieren nützlich sein. Ohne Beschäftigung mit der Materie oder Tipps mit Praxisbezug kann es zu Fehlurteilen kommen, oder der Kauf einer Immobilie gerät gar zur Belastung. Unser Ratgeber trägt dazu bei, dass Sie Schwierigkeiten von Anfang an vermeiden können und den Weg zum Eigenheim mit Erfolg meistern. Mit dem richtigen Vorgehen gewinnen Sie in den eigenen vier Wänden Unabhängigkeit, Sicherheit und vor allem ein Stück Lebensqualität.
Zürich, Sommer 2000
Dank für Anregungen, Informationen und fachliche Unterstützung an:
Othmar Bucher, Amt für Baubewilligungen der Stadt Zürich
Roland Büchli, dipl. Architekt HTL, Eidg. Materialprüfungs- und Forschungsanstalt EMPA, Dübendorf (ZH)
Francesco Canonica, Präsident des Schweizerischen Immobilienschätzer-Verbandes (SIV)
Jürg Gasche, Leiter Rechtsdienst SIA
Bernhard Lauper, Immopro Burckhardt AG, Zürich
Hans Rohr und Werner Egli, Architekten BSA/SIA, Dättwil (AG)
Roger Rossier, Rossio Consulting, Uster (ZH)
Marco Salvi, Volkswirtschaft und Risikocontrolling, Zürcher Kantonalbank (ZKB)
Donato Scognamiglio, Informations- und Ausbildungszentrum für Immobilien (IAZI) in Bülach (ZH)
Marcel Stulz, Notar, Notariat und Grundbuchamt Dübendorf (ZH)
Urs Tschudi, Immobilientreuhänder bei Walde & Partner in Uster (ZH)
Jürg Zulliger
Jürg Zulliger (1964), lic. phil. I, studierte Geschichte, politische Wissenschaft und Publizistik. Seit 1993 eingetragen im Berufsregister der Journalisten (BR). 1992 bis 1995 beim Schweizerischen Verband für Wohnungswesen (SVW). Seither freier Journalist mit dem Spezialgebiet Immobilien, Bauwirtschaft, Wohneigentum und Wohnungsbau unter anderem für «Tages-Anzeiger», «K-Tip», «Bilanz», «Finanz und Wirtschaft», «Beobachter» sowie zahlreiche Fachzeitschriften. Mitglied der Eidgenössischen Forschungskommission Wohnungswesen. Jürg Zulliger verfasste sämtliche Kapitel mit Ausnahme des Teils über Immobilienfinanzierung und Steuern.
E-Mail: [email protected]
Werner Egli
Werner Egli (1957), Bankausbildung. Während 15 Jahren im Hypothekar- und Kreditgeschäft einer Grossbank tätig. Als Mitglied des Direktionskaders leitete Werner Egli von 1990 bis 1994 einen Kreditbereich in Zürich. Von 1994 bis 1998 Aufbau und Leitung des Bereiches «Hypothekar- und Kreditberatung» beim VZ VermögensZentrum in Zürich. Seit Herbst 1998 selbständige Tätigkeit mit der Firma «egli & partner» in Binz (ZH) im Bereich der Hypothekar- und Finanzierungsberatung für Private und KMU-Betriebe. Dozent an der Zürcher Hochschule in Winterthur, am Institut für Finanzplanung (IfFP) in Wettingen und Fachlehrer beim SVIT (Schweizerischer Verband der Immobilien-Treuhänder). Redaktionelle Beiträge in Fachzeitschriften, unter anderem in der «Schweizerischen Hauseigentümer-Zeitung». Werner Egli ist Autor der Kapitel «Immobilienfinanzierung» und «Steuern».
E-Mail: [email protected]
Homepage: http://www.eglipartner.ch/
Die Nachfrage nach Eigenheimen hat in den letzten Jahren einen grossen Aufschwung erlebt. Alle Umfragen bestätigen aufs Neue, dass sehr viele Schweizerinnen und Schweizer von einem Eigenheim träumen. In einer Befragung der ETH Lausanne bezeichneten 83% das Eigenheim als ideale Wohnform. Besonders ausgeprägt ist der Wunsch nach den eigenen vier Wänden im Alter zwischen 30 und 50, bei Familien mit Kindern und grösseren Haushalten. Gemäss der Studie liegt es den befragten Personen besonders am Herz, das Haus oder die Wohnung ganz nach den eigenen Vorstellungen gestalten und einrichten zu können. Viele bevorzugen ein Eigenheim zudem aus steuerlichen Gründen oder um mit einer Immobilieninvestition ein Alterskapital zu bilden. Von Bedeutung ist für viele Hauseigentümer oder solche, die es werden wollen, auch die Überlegung, nicht mehr den Schwankungen des Mietwohnungsmarktes oder gar der Willkür eines Vermieters ausgesetzt zu sein.
Seit der zweiten Hälfte der neunziger Jahren haben verschiedene Faktoren einen eigentlichen Boom der Eigenheimnachfrage ausgelöst: Die in der Rezession gesunkenen Bau- und Liegenschaftspreise machen den Bau der eigenen vier Wände für breite Bevölkerungskreise erschwinglich. Während früher das Eigenheim für viele Kaufinteressenten aus finanziellen Gründen bloss Wunschtraum blieb, rückt es jetzt in greifbare Nähe. Dank einem moderaten Zinsniveau kann die Realisierung des Traums auch günstig finanziert werden. Weiter tragen viele neue, innovative Anbieter von Eigenheimen dazu bei, dass ein bezahlbares und oft doch attraktives Angebot auf den Markt kommt. Bauunternehmer und Handwerker geben Produktivitätsfortschritte als Folge des harten Wettbewerbs direkt als Preissenkungen an die Kunden und Bauherren weiter. Auch an guten Lagen kommen neu gebaute, moderne Häuser und Eigentumswohnungen im Preissegment von 400'000 bis 600'000 Fr. auf den Markt, so günstig wie schon lange nicht mehr. Tiefere Landkosten, ein besseres Baumanagement, kürzere Bauzeiten und die teils industrielle Vorfertigung von Bauteilen machen es möglich.
Mieterinnen und Mieter, die die Kosten eines Eigenheims ihrer Miete gegenüberstellen, kommen bald zum gleichen Schluss: kaufen statt mieten. Zusätzlich gewinnt das Eigenheim an Attraktivität, weil auf dem Mietwohnungsmarkt mehr und mehr Defizite ans Licht kommen: Viele Wohnungen sind hinsichtlich Grösse, Komfort und Zimmerzahl nicht mehr zeitgemäss. Nachfrager auf dem Wohnungsmarkt, die ein Objekt mit fünf oder mehr Zimmern suchen, weichen ins Eigenheimsegment aus. Insofern ist es nicht weiter erstaunlich, dass sich ab der zweiten Hälfte der neunziger Jahre ein grosser Run aufs Eigenheim abzeichnete; bei mindestens der Hälfte oder sogar rund drei Viertel (je nach Statistik) aller jährlich neu gebauten oder neu auf den Markt kommenden Wohneinheiten handelte es sich in den letzten Jahren um Eigenheime.
Erfahrungsgemäss kommt der Wunsch nach den eigenen vier Wänden besonders oft im Alter zwischen 30 und 39 auf; bei dieser Altersgruppe handelt es sich heute um die geburtenstarken Jahrgänge, die so genannten «Babyboomer». Mit rund 1,2 Mio. Personen stellt diese Kategorie die bedeutendste Altersgruppe dar. In dieser Lebensphase nehmen zudem die Einkommen und die Kaufkraft am stärksten zu; vielfach können die «Babyboomer» auch auf ein Erbe oder einen Erbvorbezug zurückgreifen. Diese Generation ist also stark vom Wunsch nach einem eigenen Haus oder einer eigenen Wohnung geprägt, und sie ist zugleich zahlungskräftig und konsumfreudig. Diese Faktoren sprechen dafür, dass die Nachfrage nach Wohneigentum auch in den nächsten Jahren relativ stark sein wird.
Dazu tragen zudem die vielen neuen Finanzierungsmöglichkeiten bei, zum Beispiel der Kauf von Wohneigentum mit Mitteln der beruflichen Vorsorge (BVG), der heute von der jüngeren Generation gut akzeptiert wird. Gestützt wird der Trend zu Eigenheimen durch einige weitere Faktoren: In allen Teilen der Schweiz kommt es zu Umnutzungen von früheren Industrie- und Dienstleistungsgebäuden. Lofts in alten Fabriken als trendige neue Wohnform sind vielerorts auf dem Vormarsch und erfreuen sich gerade bei jüngeren, urban geprägten Kaufinteressenten einer grossen Beliebtheit. Ein zusätzliches Angebot entsteht dadurch, dass Versicherungen, Pensionskassen und teils auch Privatpersonen ihren Bestand an Mietwohnungen verkaufen oder in Eigentumswohnungen umwandeln. Schliesslich kurbelt auch die verbesserte Transparenz auf dem Immobilienmarkt das Geschäft an. Noch vor fünf oder zehn Jahren konnte man den Liegenschaftsmarkt mit einem «schwarzen Loch» vergleichen: An welchen Standorten Liegenschaften zu welchen Preisen die Hand wechselten, galt als die grosse Unbekannte. Detailliertere Statistiken über Handänderungen und Liegenschaftspreise von unabhängigen Firmen wie Wüest & Partner in Zürich oder dem Informations- und Ausbildungszentrum für Immobilien (LAZI) in Bülach schaffen mehr Transparenz. Solche Verbesserungen fördern den Wettbewerb und den Umsatz. Schliesslich ist mit dem Internet eine neue Technologie entstanden, die dem Geschehen auf dem Immobilienmarkt ebenfalls zuträglich ist: Die Suche nach geeigneten Objekten und vor allem Preisvergleiche werden dadurch wesentlich erleichtert. – Das alles liegt im Interesse der Nachfrager bzw. Konsumenten.
Angesichts dieser Rahmenbedingungen steht der Immobilienmarkt unter einem positiven Vorzeichen. Nach dem Preisrückgang im Zug der Immobilienkrise in den neunziger Jahren haben sich die Preise stabilisiert. Längerfristig spricht alles dafür, dass die Immobilienpreise moderat steigen. Dennoch sind nach wie vor grosse Unterschiede auf dem Markt feststellbar. Am höchsten sind die Immobilienpreise in der Stadt Zürich, am rechten und linken Zürichseeufer sowie im Kanton Zug; an diesen Standorten kostet ein Einfamilienhaus durchschnittlich 1 bis 1,5 Mio. Fr. Als teures Pflaster gelten auch Genf, der Raum Basel und das Oberengadin, wo Preise zwischen 900'000 Fr. und 1 Mio. Fr. verlangt werden. In den Kurorten mit grosser internationaler Ausstrahlungskraft wie St. Moritz oder Davos werden nach wie vor absolute Höchstpreise erzielt. Vom Aufschwung scheinen diese begehrten Standorte nun ganz besonders zu profitieren. Bei diesen Preisvergleichen handelt es sich wohlgemerkt um ein durchschnittliches Haus; aufgrund von Besonderheiten der Lage, der Wohnfläche und des Ausbaus etc. kann der tatsächliche Marktwert einer Liegenschaft davon abweichen.
Der Bau eines bestimmten Hauses kostet meist etwa gleich viel – unabhängig davon, ob es auf einem Grundstück direkt am Zürichsee oder weit ab an einem nach Norden ausgerichteten Hang liegt. Was das Haus auf dem Immobilienmarkt aber wirklich wert ist, hängt entscheidend davon ab, wo es steht. Manchmal kann selbst eine verlotterte Villa noch zu einem Phantasiepreis verkauft werden – vorausgesetzt, das Grundstück verfügt über direkten Seeanstoss. Umgekehrt ist eine herrschaftliche Liegenschaft im Zürichsee- oder Landhausstil irgendwo in der Provinz oder in einem entlegenen Bergtal unter Umständen ein Nonvaleur, ganz einfach weil die entsprechende Kundschaft einer solchen Lage nichts abgewinnen kann. Für den Preis einer Liegenschaft ist also meistens der Standort sehr viel wichtiger als die Qualität des Parketts, die Zahl der Nasszellen oder die Ausstattung der Küche.
Lesebeispiel: In Riehen im Kanton Basel-Stadt kostet das «Musterhaus» 865'000 Fr., doppelt so viel wie zum Beispiel in Port-Valais im Wallis. Die Tabelle zeigt vor allem auf, wie sehr der Preis einer Liegenschaft vom Standort abhängt. Das Musterhaus, das das IAZI bewertet hat, ist wie folgt definiert: eine Liegenschaft mit Baujahr 1963, zwei Badezimmer, eine separate Garage, 700 m2 Grundstücksfläche, mit 144 m2 Nettowohnfläche und einem Rauminhalt von 825 m3. Weiter wird angenommen, dass diese Liegenschaft 1988 renoviert worden ist; sie ist in gutem Zustand und weist eine gute Bauqualität auf. (Quelle: Informations- und Ausbildungszentrum für Immobilien – IAZI.)
Generell ist der Moment für den Bau eines Eigenheims oder den Erwerb einer Liegenschaft also günstig. In jedem Fall sollten Sie aber bedenken, dass der Entscheid weitreichende Folgen hat. Für welchen Standort und für welche Wohnform Sie sich entschliessen, bestimmt längerfristig die Kosten des Wohnens und die individuelle Wohnsituation. Ein Entscheid zugunsten von Wohneigentum ist vor allem dann fundiert und wohl überlegt, wenn er einem direkten Vergleich mit der Miete standhält. Jeder Einzelfall weist freilich grosse Unterschiede auf: Die eine Familie hat vielleicht mit dem Bau eines Einfamilienhauses das grosse Los gezogen, weil sie die eigenen Wohnträume verwirklichen konnte und unter Umständen noch von einer Wertsteigerung der Liegenschaft profitiert. Währenddessen kam in einem anderen Fall beispielsweise eine Tankstelle oder ein neuer Autobahnviadukt vor das Haus zu stehen – die Besitzer erlitten einen schmerzhaften Wertverlust und hatten die Unbill aus der Umgebung zu ertragen. Wie soll man sich da entscheiden?
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