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"Endlich sind die Juden weg und weg sollen sie bleiben." Wien, Anfang 17. Jahrhundert, die jüdische Bevölkerung wird endgültig aus der Stadt vertrieben und in der "Judenstadt" außerhalb der Stadtmauern angesiedelt. Unter ihnen ist Lena Gerstl, deren bewegtes und schweres Schicksal Claudia Erdheim fast 400 Jahre später zum Leben erweckt. Der Kampf um Rechte, Duldung und Überleben war Teil des Alltags der Wiener Juden, die nach einem Erlass des Kaisers 1624 gezwungen waren, ein neues Leben aufzubauen. 1670 wurde die "Judenstadt" aufgelöst, die Bewohner waren wieder ohne Bleibe. Claudia Erdheim erzählt die Geschichte einer Ehefrau und Mutter, die den ständigen Anfeindungen der Christen, dem Druck der steigenden Steuern sowie Krankheit und Seuchen standzuhalten versuchte. Ein wenig beachtetes Kapitel der österreichischen Geschichte wird in diesem Text lebendig. Mit ihrem klaren und prägnanten Stil porträtiert Claudia Erdheim die Geschichte einer Verbannung und den Versuch eines Neuanfangs.
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Seitenzahl: 157
Veröffentlichungsjahr: 2015
Produziert mit freundlicher Unterstützung der Kulturabteilung der Stadt Wien, MA7 / Literaturförderung
Erdheim, Claudia: In der Judenstadt / Claudia Erdheim Wien: Czernin Verlag 2015 ISBN: 978-3-7076-0548-8
© 2015 by Czernin Verlags GmbH, Wien Lektorat: Karin Raschhofer-Hauer Umschlaggestaltung: sensomatic Umschlagbild: Vertreibung der Juden aus Wien 1670, Druck nach einem zeitgenössischen Flugblatt, Wien 1932, Jüdisches Museum Wien/Archiv Satz: Burghard List Produktion: www.nakadake.at ISBN E-Book: 978-3-7076-0548-8 ISBN Print: 978-3-7076-0547-1
Alle Rechte vorbehalten, auch das der auszugsweisen Wiedergabe in Print- oder elektronischen Medien
Für die wertvolle Hilfe bei der Klärung religiöser und sprachlicher Feinheiten möchte ich mich bei Frau Dr. Tirza Lemberger ganz herzlich bedanken, ebenso bei Herrn Professor Simon Neuberg für seine stets prompten und detaillierten linguistischen Auskünfte.
Sambt Kindern, Eyden, Töchtermännern
Gott gibt, Gott nimmt
Die Seuche in der Judenstadt
Bekehrungspredigten
Er soll ein Morenu werden!
Lenas Kinder
Räumung der Gewölbe
Engelberger
Abends am Kienmarkt
Die Schweden vor den Toren Wiens
Unter der Chuppa
Aufruhr auf der Schlagbrücke
Das Kloster brennt!
Der vermummte Reiter
War es ein Christ oder ein Jude?
Schma Israel
Johann Christoph Wagenseil
Um ein Gnadengeld
Lembel Riess
Schätzmeister in der Judenstadt
Es ist ein Verhängnis des Himmels
Glossar
Quellen
Bildnachweis
Über die Autorin
Vogelperspektive des Unteren Werd
... und wöllen, daß sy, Unsere befreyte Juden, an gedachtem Orth im untern Wertt sambt iren Weibern, Kindern, Eyden, Töchtermännern, Brotgenossen und allen andern zugehörigen Personen in Unserm K. und landesfürstlichen auch Unsers löblichen Haus Österreich Schutz frey, sicher wohnen und bleiben mögen ...
Sie packen ihr Hab und Gut in Kisten, in Bündel, alles auf Wagen und Esel und verlassen unter Jubelgeschrei der Christen, bei denen sie gewohnt haben, ihre Wohnungen und Zimmer auf dem Kienmarkt, im Judengässl, auf dem Bauernmarkt oder im Kochgässl. Sie sind guten Mutes, sie bekommen einen Ort, an dem sie unter sich sein können. Und auch Kennzeichen müssen sie keine mehr tragen. So sieht es das Privileg vom 6. Dezember 1624 vor. Sie ziehen durch die verschneiten Straßen der Stadt zum Rotenturmtor. Der Schnee liegt hoch, kaum dass die Pferdekarren vorankommen. Sie müssen über die Schlagbrücke, die einzige Verbindung über den Donauarm, in den Unteren Werd. Die Brücke ist vereist und viele stürzen mit ihren Bündeln, Mütter mit Kindern auf dem Arm schreien, viele Karren rutschen und kippen um. Samuel Isac hat sich ein Bein gebrochen, Lazarus fällt auf den Kopf und kann nicht mehr aufstehen. Sara stürzt mit ihrem Säugling so unglücklich, dass sie ihn nicht schützen kann und ihn erdrückt. Langsam und mit größter Mühe nur kommen sie am drüberen Ufer an. Vorbei geht es am Spital der Barmherzigen Brüder, das vor zehn Jahren gebaut wurde, zu ihren neuen Häusern hinter dem Karmeliterkloster. Die Häuser sind klein. Viel zu klein für ihre großen Familien. Die christlichen Donaufischer mussten ausziehen. Alles Jammern und Betteln half nicht. Sie mussten den Juden ihre Häuser überlassen. Unter Fluchen zogen sie in die angrenzenden Auen, die ihnen zugewiesen wurden.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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