Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Keine andere Situation in der Arbeit des psychodynamisch orientierten Therapeuten beinhaltet so viel inneres und äußeres Konflikt- und Entscheidungspotential wie die der Indikationsstellung für psychodynamische Therapien. Hierbei sind nicht nur die Konflikte des Patienten zu reflektieren, sondern auch die des Therapeuten. Lebenssituation, Struktur, Ausbildung und Technik des Therapeuten sind ebenso entscheidend wie die äußere und innere Lebenssituation des Patienten. Dieses komplexe Thema sowie Möglichkeiten und Grenzen der psychodynamischen Verfahren werden beschrieben. Zudem werden die Verfahren im Überblick dargestellt und deren mögliche und erforderliche Indikation beschrieben.
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 157
Veröffentlichungsjahr: 2011
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Keine andere Situation in der Arbeit des psychodynamisch orientierten Therapeuten beinhaltet so viel inneres und äußeres Konflikt- und Entscheidungspotential wie die der Indikationsstellung für psychodynamische Therapien. Hierbei sind nicht nur die Konflikte des Patienten zu reflektieren, sondern auch die des Therapeuten. Lebenssituation, Struktur, Ausbildung und Technik des Therapeuten sind ebenso entscheidend wie die äußere und innere Lebenssituation des Patienten. Dieses komplexe Thema sowie Möglichkeiten und Grenzen der psychodynamischen Verfahren werden beschrieben. Zudem werden die Verfahren im Überblick dargestellt und deren mögliche und erforderliche Indikation beschrieben.
Dr. med. Klaus Plab, Psychoanalytiker und Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Psychotherapeutische Medizin, arbeitet als Dozent, als Supervisor und Coach.
Klaus Plab
Indikationskonflikte psychodynamischer Therapien
Innere und äußere Konflikte bei Therapeut und Patient
Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikrofilmungen und für die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Die Wiedergabe von Warenbezeichnungen, Handelsnamen oder sonstigen Kennzeichen in diesem Buch berechtigt nicht zu der Annahme, dass diese von jedermann frei benutzt werden dürfen. Vielmehr kann es sich auch dann um eingetragene Warenzeichen oder sonstige geschützte Kennzeichen handeln, wenn sie nicht eigens als solche gekennzeichnet sind.
Alle Rechte vorbehalten © 2013 W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Umschlag: Gestaltungskonzept Peter Horlacher Gesamtherstellung: W. Kohlhammer Druckerei GmbH + Co. KG, Stuttgart
Print: 978-3-17-021994-6
E-Book-Formate
pdf:
epub:
978-3-17-028218-6
mobi:
978-3-17-028219-3
Vorwort
Einleitung
Spezifische innere und äußere Konflikte
Erstkontakt
Rahmen und Setting in der Situation der Indikationsstellung
Auswahl und Festlegung auf therapeutische Ziele
Die Rolle der Symptomatik
Spezifische Konflikte bei körperlichen Erkrankungen
Indikationsstellung und Lebensalter
Indikationsstellung und Intelligenz
Indikationsstellung und körperliche Merkmale
Durch Berufs- und Lebenswelt bedingte Konflikte
Indikationskonflikte im Hinblick auf die Behandlungsdauer
Die Berücksichtigung von Angehörigen
Die theoretische Orientierung des Therapeuten
Die Kompetenz des Therapeuten
Ödipale Konflikte
Spezifische Besonderheiten bei der Indikationsstellung für psychodynamische Kinder- und Jugendlichentherapie
Ein kurzer Überblick über die Indikationen für psychodynamische Verfahren
Psychoanalyse
Analytische Psychotherapie
Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
Tiefenpsychologisch fundierte Gruppenpsychotherapie
Analytische Gruppenpsychotherapie
Psychodynamische Behandlung von Kindern
Niederfrequente Therapie
Psychoanalytische Kurzpsychotherapie
Kurzzeittherapien
Besondere Konflikte aufseiten des Therapeuten
Besondere Konflikte aufseiten des Patienten
Zum abschließenden Geleit
Literatur
Stichwortverzeichnis
Je länger wir als Psychotherapeuten und Psychoanalytiker beruflich tätig sind, desto mehr wird die Reflexion der Indikationsstellung, einschließlich deren Hintergründe, Umstände sowie inneren und äußeren Konflikte, verdrängt und abgewehrt. Häufig sind es die Erfahrung, die Routine und die vordergründigen Bedürfnisse von Patient und Therapeut, die unsere Vorgehensweise leiten.
Faktoren, wie der eigene Zeitplan, andere Organisationsfaktoren der Praxis, Sympathie oder Antipathie, sowie Wünsche und Ansprüche des Patienten beeinflussen wesentlich die Überlegungen und Entscheidungen, ob ein Patient in eine Psychotherapie aufgenommen wird und wenn ja, mit welcher Methode er behandelt wird. Unbewusste oder nicht reflektierte Konflikte im Therapeuten, der täglichen Routine implizite Konflikte, sowie die Konflikte des Patienten, zu einem bestimmten Zeitpunkt einen bestimmten Therapeuten, in einer bestimmten Weise aufzusuchen, bzw. aufsuchen zu wollen, werden hingegen selten oder unzureichend reflektiert und berücksichtigt. Nicht selten spielen beispielsweise auch die Symptomatik, das Geschlecht, äußere Bedingungen oder der Versicherungsstatus eine entscheidende Rolle bei der Indikationsstellung für eine länger dauernde Psychotherapie.
Unsicherheiten und Ängste bei Therapeut und Patient haben oft wesentlichen Einfluss auf die Überlegung, ob eine Therapie und in welcher Form diese durchgeführt werden soll.
Es ist selbstverständlich und dem beruflichen Vorgehen regelhaft implizit, dass der Therapeut, lernt er einen Patienten neu kennen, über dessen Persönlichkeitsstruktur nachdenkt, ggf. operationalisierte Vorgehensweisen hierzu nutzt, um die Struktur und Konfliktdynamik des Patienten zu erfassen, wobei seine eigene strukturelle und konfliktbedingte Problematik, wie auch sein Vorgehen implizit sind, beides jedoch selten oder häufig nicht reflektiert wird. Die Bedeutung der psychischen Struktur und Psychodynamik des Therapeuten, sowie die seiner unbewussten, handlungsleitenden Konflikte bei der Indikationsstellung zu einer Psychotherapie werden zumeist weit unterschätzt.
Dieses Buch beschäftigt sich daher schwerpunktmäßig mit den vorgehensimpliziten, unbewussten Konflikten und Strukturproblemen nicht nur bei Patienten, sondern insbesondere bei Therapeuten und den Einflüssen der genannten Faktoren auf die Indikationsstellung für psychodynamische und psychoanalytische Behandlungen. Es betritt hierbei ein nicht neues, aber bis heute nur wenig, zu wenig bearbeitetes Feld, welches – bei erweitertem Nachdenken – auch erhebliche Einflüsse auf Wirtschaftlichkeit und Erfolg psychotherapeutischer, insbesondere psychodynamischer Verfahren und auf die professionelle Haltung und Position des Therapeuten, erkennen lässt.
Es möge den Leser, der sich bisher in der täglichen Routine seiner Praxis bei der Indikationsstellung (bereits) sicher fühlte, verunsichern, es möge den Leser, der sich bei der Indikationsstellung unsicher fühlt, beruhigen, sind wir doch nie frei von eigenen Konflikten, wenn es darum geht, für unsere Patienten das richtige Vorgehen zu erkennen und zu entscheiden, können wir doch nie sicher sein, dass unbewusste Strömungen in uns nicht Einfluss auf unser Erleben und Entscheiden nehmen.
Es sei noch darauf hingewiesen, dass aus pragmatischen Gründen immer, wenn von „Patienten/Patientinnen“ und „Therapeuten/Therapeutinnen“ gesprochen wird, die männliche Form benutzt wird. Selbstverständlich steht diese dann immer gleichwertig und stellvertretend für Männer und Frauen.
Oktober 2011 Klaus Plab
Bei der Indikationsstellung für psychoanalytische, oder andere psychodynamische Behandlungsformen spielen die Persönlichkeitsmerkmale des Therapeuten und seine Konflikte eine ebenso große Rolle, wie die des Patienten, werden jedoch häufig nicht ausreichend reflektiert, nicht ausreichend wahrgenommen und gelegentlich auch unterschätzt. Manchmal mag der Therapeut auch glauben, „hinterher“, also in der Therapie, noch genug Zeit zu haben, um indikatorische bzw. im Rahmen der Indikationsstellung übersehene Konflikte kompensieren zu können, oftmals haben diese dann aber bereits ihren Einfluss auf den Verlauf der Behandlung genommen oder beeinflussen diese weiterhin in spezifischer Weise.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
