Integrierte Banksteuerung - Arnd Wiedemann - E-Book

Integrierte Banksteuerung E-Book

Arnd Wiedemann

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Beschreibung

Integrierte Banksteuerung basiert auf drei Steuerungskreisen - dem internen Controlling, der externen Bilanzierung und der Bankenaufsicht. Die drei Steuerungskreise eröffnen eine Vielzahl an Möglichkeiten für die methodische Ausgestaltung. Das Buch zeigt die Spannungsfelder auf und eröffnet Perspektiven für eine geschäftsmodellkonforme Verzahnung. Die verschiedenen (geschäftsmodellgetriebenen) Kalküle der Zinsbuchsteuerung und deren Unterschiede sowie Abhängigkeiten werden systematisch analysiert und mit der VaR-Resampling-Methode wird ein Konzept aufgezeigt, wie sich auch Stressereignisse systematisch in die Risikomessung integrieren lassen. Mit zahlreichen Beispielen, exemplarischen Berechnungen und digitalen Arbeitshilfen (rechnerische Detailbetrachtungen).  

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Seitenzahl: 650

Veröffentlichungsjahr: 2021

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[VII]Inhaltsübersicht

Hinweis zum UrheberrechtImpressumVorwortInhaltsverzeichnisAbkürzungsverzeichnisSymbolverzeichnis Abbildungsverzeichnis1 Spannungsfeld der Banksteuerung1.1 Geschäftsmodelle von Banken und aktuelle Herausforderungen1.2 Aufsichtsrechtliche Rahmenbedingungen2 Konzeption einer ganzheitlichen Gesamtbanksteuerung2.1 Risk Governance als übergeordnetes und verbindendes Rahmenkonzept2.2 Grundsätze der Rendite-/Risikosteuerung2.3 Geschäftsmodellkonsistente Abbildung der Risiken2.4 Dimensionen der Steuerung3 Methodische Grundlagen für die Steuerungsregime des Zinsänderungsrisikos3.1 Zinsänderungsrisiko3.2 Systematisierung von Zinsprodukten4 Ökonomische Rendite-/Risikosteuerung4.1 Methodik der Renditeberechnung 4.2 Methoden der ökonomischen Risikobewertung 4.3 Risikoadjustierte Performancemessung4.4 Ökonomische Rendite-/Risikobewertung anhand eines Beispiels5 Externe Abbildung der ökonomischen Substanz5.1 Bewertungsgrundlagen der externen Rechnungslegung5.2 Unterschiede, Entwicklungslinien, Parallelen und Konflikte5.3 Sicherungsbeziehung in der externen Rechnungslegung5.4 Financial Reporting als Teil des aufsichtlichen Meldewesens5.5 Perspektiven für ein integriertes Reporting6 Kalküle der Zinsbuchsteuerung6.1 Überblick6.2 Die Ökonomie im ertragswertbasierten Zinsbuchkalkül6.3 Die Ökonomie im ertragswertbasierten Zinsbuchkalkül ohne Margen6.4 Die Ökonomie im marktwertbasierten Zinsbuchkalkül6.5 Zusammenfassende Darstellung der zentralen Eigenschaften und Unterschiede der Zinsbuchkalküle6.6 Vereinigung der ökonomischen Zinsbuchrechnung mit der bilanziellen ErtragsperspektiveLiteraturverzeichnisStichwortverzeichnisAutoren
[1]

Hinweis zum Urheberrecht

Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft - Steuern - Recht GmbH

[IV]Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de/ abrufbar.

Print:

ISBN 978-3-7910-5176-5

Bestell-Nr. 12019-0001

ePub:

ISBN 978-3-7910-5177-2

Bestell-Nr. 12019-0100

ePDF:

ISBN 978-3-7910-5178-9

Bestell-Nr. 12019-0150

Arnd Wiedemann/Vanessa Hille/Sebastian Wiechers

Integrierte Banksteuerung

1. Auflage, März 2021

© 2021 Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft ⋅ Steuern ⋅ Recht GmbH

www.schaeffer-poeschel.de

[email protected]

Bildnachweis (Cover): © Gernot Krautberger, Adobe Stock

Produktmanagement: Alexander Kühn

Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, insbesondere die der Vervielfältigung, des auszugsweisen Nachdrucks, der Übersetzung und der Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen, vorbehalten. Alle Angaben/Daten nach bestem Wissen, jedoch ohne Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit.

Schäffer-Poeschel Verlag Stuttgart

Ein Unternehmen der Haufe Group

[V]Vorwort

Die massiven Umwälzungen, die die Bankbranche erfasst haben, machen auch vor dem Reporting nicht halt. Gefordert sind aussagefähige (d. h. qualitativ hochwertige), adressatengerechte und schnelle Informationen. Dies gilt alle Steuerungskreise der Banksteuerung, das interne Controlling, die externe Bilanzierung und die aufsichtsrechtliche Überwachung. Jeder Steuerungskreis für sich hat eine lange Tradition und für jeden Steuerungskreis finden sich in einem Kreditinstitut Experten mit profundem Wissen. In jedem Steuerungskreis entwickelt, verbreitert und vertieft sich das vorhandene Wissen stetig. Die kontinuierliche Ausdifferenzierung führte und führt aber auch zu dem Phänomen, das mit dem Schlagwort ‚Silo-Denken‘ treffend beschrieben werden kann. Die handelnden Personen in den drei Steuerungskreisen konzentrieren sich mehr auf die Fortentwicklung der eigenen Disziplin und weniger auf die Verbindungslinien zu den anderen.

Die Veränderungen in der Bankenbranche haben aber zu einem Umdenken geführt. Prominentes Stichwort ist hier das integrierte Reporting. Treiber dieser Entwicklung sind ganz unterschiedliche Akteure. Aufgrund ihres besonderen Einflusses ist an erster Stelle die Bankenaufsicht zu nennen. Initiativen finden sich aber auch bei den internationalen Standardsettern der externen Rechnungslegung und auch die interne Steuerung hat die Notwendigkeit einer Verzahnung mit den anderen beiden Bereichen erkannt.

Mit dem vorliegenden Buch wollen wir das Zusammenspiel der drei Steuerungskreise im Rahmen einer integrierten Banksteuerung systematisch und ganzheitlich sowohl aus theoretischer als auch aus praktischer Sicht aufarbeiten. Dafür steht auch das Autorenteam aus Wissenschaft und Praxis. Schnell erkannten wir die Komplexität, die der gesetzte Anspruch des Themas mit sich bringt. Daher entschieden wir uns für die Fokussierung auf ein Risiko, das Zinsänderungsrisiko. Viele Aussagen lassen sich aber übertragen. Dies gilt insbesondere für den von uns gewählten Einstieg über das Geschäftsmodell.

Siegen, im Februar 2021

Arnd Wiedemann, Vanessa Hille, Sebastian Wiechers

[IX]Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Inhaltsübersicht

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Symbolverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Spannungsfeld der Banksteuerung

1.1 Geschäftsmodelle von Banken und aktuelle Herausforderungen

1.1.1 Geschäftsmodell

1.1.2 Typisierung der Geschäftsmodelle im deutschen Bankensektor

1.1.3 Aufgabe und Elemente der Geschäftsstrategie einer Bank

1.1.4 Aktuelle Herausforderungen

1.2 Aufsichtsrechtliche Rahmenbedingungen

1.2.1 Europäische Bankenunion

1.2.2 Einheitlicher Bankenaufsichtsmechanismus (SSM)

1.2.3 Baseler Rahmenwerk und dessen Umsetzung

1.2.4 Aufsichtsrechtlicher Überprüfungs- und Bewertungsprozess (SREP) als Kernelement der Bankenaufsicht

1.2.5 Einbettung der einzelnen aufsichtsrechtlichen Elemente in die Struktur der Finanzmarktregulierung

2 Konzeption einer ganzheitlichen Gesamtbanksteuerung

2.1 Risk Governance als übergeordnetes und verbindendes Rahmenkonzept

2.2 Grundsätze der Rendite-/Risikosteuerung

2.2.1 Risikoinventur

2.2.2 Leitsätze der Rendite-/Risikosteuerung

[X]2.2.3 Risikotragfähigkeit als wesentliche Nebenbedingung einer ertrags- und risikoorientierten Gesamtbanksteuerung

2.2.4 Sicherstellung der Liquidität

2.3 Geschäftsmodellkonsistente Abbildung der Risiken

2.3.1 Risikoappetit

2.3.2 Risikolimitierung

2.3.3 Risk Appetite Framework

2.4 Dimensionen der Steuerung

3 Methodische Grundlagen für die Steuerungsregime des Zinsänderungsrisikos

3.1 Zinsänderungsrisiko

3.1.1 Zinsänderungsrisiko als Teil des Marktpreisrisikos

3.1.2 Bewertungskurven im Rahmen der Zinsbuchsteuerung (Multi-Curve-Ansatz)

3.1.3 Strukturierung der Methoden der Zinsbuchsteuerung

3.1.4 Aufsichtsrechtliche Regelungen für das Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch

3.2 Systematisierung von Zinsprodukten

3.2.1 Grundsätze

3.2.2 Cashflows von Produkten mit bekannter Kapitalbindung

3.2.3 Modellierung unbekannter Cashflows

3.2.3.1 Grundlegende Konzepte zur Integration variabler Kundenprodukte

3.2.3.2 Konzept der gleitenden Durchschnitte

3.2.3.3 Beispiel – gleitende Durchschnitte

3.2.3.4 Berücksichtigung von Volumenschwankungen

3.2.4 Implizite Optionen

4 Ökonomische Rendite-/Risikosteuerung

4.1 Methodik der Renditeberechnung

4.2 Methoden der ökonomischen Risikobewertung

[XI]4.2.1 Überblick

4.2.2 Stresstest- vs. Risikobetrachtung bei üblichen Marktschwankungen

4.2.3 Zinssensitivitäten

4.2.4 Szenariobasierte Verfahren

4.2.5 Analytische Verfahren

4.2.6 Simulationsbasierte Verfahren

4.2.6.1 Historische Simulation

4.2.6.2 Monte-Carlo-Simulation

4.2.6.3 Resampling-Methodik mit Integration von Stressereignissen

4.3 Risikoadjustierte Performancemessung

4.3.1 Performancemessung in der Zinsbuchsteuerung

4.3.2 Benchmark

4.3.3 Kennzahlen zur risikoadjustierten Performancemessung

4.4 Ökonomische Rendite-/Risikobewertung anhand eines Beispiels

4.4.1 Datengrundlage

4.4.2 Renditeberechnung

4.4.2.1 Ex-ante-Renditeberechnung: Variante A (risikolos)

4.4.2.2 Ex-ante-Renditeberechnung: Variante B (verkürzte Fristentransformation)

4.4.2.3 Ex-ante-Renditeberechnung: Variante C (Constant Balance Sheet)

4.4.2.4 Ex-post-Renditeberechnung

4.4.3 Risikomessung

4.4.3.1 Zinssensitivitäten

4.4.3.2 Value-at-Risk-Berechnung mittels Varianz-Kovarianz-Ansatz

4.4.3.3 Value-at-Risk-Berechnung mittels historischer Simulation

4.4.3.4 Value-at-Risk-Berechnung mittels Resampling-Methodik

[XII]4.4.3.5 Stresstest – Bestimmung der aufsichtsrechtlich geforderten Szenarien

4.4.3.6 Vergleich und kritische Bewertung der Risikomessmethoden

4.4.4 Performancemessung

4.4.4.1 RORAC

4.4.4.2 Vergleich Benchmark

5 Externe Abbildung der ökonomischen Substanz

5.1 Bewertungsgrundlagen der externen Rechnungslegung

5.1.1 Nationale Rechnungslegungsvorschriften

5.1.1.1 Grundsätze der nationalen Rechnungslegung

5.1.1.2 Ansatz und Bewertung von Finanzinstrumenten

5.1.1.3 Bewertung des Handelsbestands

5.1.1.4 Bewertung des Anlagebestands

5.1.1.5 Wertberichtigungen nach HGB

5.1.2 Internationale Rechnungslegungsvorschriften

5.1.2.1 Grundsätze der internationalen Rechnungslegung

5.1.2.2 Grundsätze zur Klassifizierung von Finanzinstrumenten nach IFRS 9

5.1.2.3 Ansatz und Bewertung finanzieller Vermögensgegenstände

5.1.2.4 Ansatz und Bewertung von finanziellen Verbindlichkeiten

5.1.2.5 Wertberichtigungen nach IFRS

5.2 Unterschiede, Entwicklungslinien, Parallelen und Konflikte

5.2.1 Überblick über die Unterschiede in den Rechnungslegungsstandards

5.2.2 Annäherung der Rechnungslegungsstandards und Parallelen zum Risikomanagement

5.3 Sicherungsbeziehung in der externen Rechnungslegung

5.3.1 Hedging als Instrument der Zinsrisikosteuerung

[XIII]5.3.2 Abbildung in der nationalen Rechnungslegung

5.3.2.1 Bildung von Bewertungseinheiten

5.3.2.2 Verlustfreie Bewertung des Zinsbuchs gemäß IDW RS BFA 3

5.3.3 Abbildung in der internationalen Rechnungslegung

5.3.3.1 Bilanzierung von Sicherungsgeschäften nach IFRS 9

5.3.3.2 Umsetzungsstand des Portfolio-Fair-Value-Hedge für Zinsänderungsrisiken im Rahmen eines dynamischen Risikomanagements

5.3.3.3 Portfolio-Fair-Value-Hedge für Zinsänderungsrisiken nach IAS 39

5.3.4 Vergleich der Hedge-Accounting-Vorgaben

5.4 Financial Reporting als Teil des aufsichtlichen Meldewesens

5.5 Perspektiven für ein integriertes Reporting

5.5.1 Integriertes Reporting in der externen Perspektive (finanzielle und nicht-finanzielle Berichterstattung)

5.5.2 Integriertes Reporting in der aufsichtsrechtlichen Perspektive

5.5.3 Wechselbeziehung der einzelnen Steuerungsperspektiven mit Fokus auf die interne Perspektive

5.5.4 Interner Datenhaushalt zur Sicherstellung einer angemessenen Datenqualität

6 Kalküle der Zinsbuchsteuerung

6.1 Überblick

6.1.1 Wahl eines zielkonformen Steuerungskalküls

6.1.2 Aufbau des Beispiels

6.2 Die Ökonomie im ertragswertbasierten Zinsbuchkalkül

6.2.1 Aufbau des ertragswertbasierten Zinsbuchkalküls

6.2.2 Zinsbuch-Analyse im Basisszenario

6.2.3 Risikoanalyse im ertragswertbasierten Zinsbuchkalkül

6.2.4 Steuerungsimpulse im Ertragswertkalkül

[XIV]6.2.5 Infobox: Charakteristika des ertragswertbasierten Zinsbuch-Kalküls

6.3 Die Ökonomie im ertragswertbasierten Zinsbuchkalkül ohne Margen

6.3.1 Detailanalyse der Zinsergebnissteuerung im ‚klassischen‘ ertragswertbasierten Zinsbuchkalkül

6.3.2 Aufbau des ertragswertbasierten Zinsbuchkalküls ohne Marge

6.3.3 Zinsbuch-Analyse im Basisszenario

6.3.4 Risikoanalyse im ertragswertbasierten Zinsbuchkalkül ohne Konditionsbeiträge

6.3.5 Steuerungsimpulse im Ertragswertkalkül ohne Konditionsbeiträge

6.3.6 Infobox: Charakteristika des ertragswertbasierten Zinsbuchkalküls ohne Konditionsbeiträge

6.4 Die Ökonomie im marktwertbasierten Zinsbuchkalkül

6.4.1 Aufbau des marktwertbasierten Zinsbuchkalküls

6.4.2 Zinsbuch-Analyse im Basisszenario

6.4.3 Risikoanalyse im marktwertbasierten Zinsbuchkalkül

6.4.4 Exkurs und Vertiefung: Dynamiken in der marktwertbasierten Zinsrisiko-Sensitivität und deren Steuerung

6.4.5 Steuerungsimpulse im Marktwertkalkül

6.4.6 Infobox: Charakteristika des marktwertbasierten Zinsbuchkalküls

6.5 Zusammenfassende Darstellung der zentralen Eigenschaften und Unterschiede der Zinsbuchkalküle

6.5.1 Ausgangsituation

6.5.2 Ertragswertbasiertes Zinsbuchkalkül

6.5.3 Ertragswertbasiertes Zinsbuchkalkül ohne Konditionsbeiträge

6.5.4 Marktwertbasiertes Zinsbuchkalkül

[XV]6.6 Vereinigung der ökonomischen Zinsbuchrechnung mit der bilanziellen Ertragsperspektive

6.6.1 Aufbau der bilanziellen Ertragsperspektive (Earnings-Perspective) nach den IFRS

6.6.2 Risikodefinition und Herausforderungen in der bilanziellen Ertragsperspektive (Earnings-Perspective)

6.6.3 Abbildung des Beispiel-Zinsbuchs in der bilanziellen Ertragsperspektive (Earnings-Perspective)

6.6.4 Abbildung des Beispiel-Zinsbuchs in der bilanziellen Ertragsperspektive (Earnings-Perspective) für das IRRBB

Literaturverzeichnis

Stichwortverzeichnis

Autoren

[XVII]Abkürzungsverzeichnis

—A—Abs.AbsatzACAmortised CostAEAsset EncumbranceAGApplication GuidanceALMMAdditional Liquidity Monitoring MetricsAlt.alternativAnzVAnzeigenverordnungArt.ArtikelATAllgemeiner Teil—B—BaFinBundesanstalt für FinanzdienstleistungsaufsichtBAITBankaufsichtliche Anforderungen an die ITBCBasis for ConclusionsBCBSBasel Committee on Banking SupervisionBFABankenfachausschussBFHBundesfinanzhofBGHBundesgerichtshofBilMoGBilanzrechtsmodernisierungsgesetzBIRDBanks’ Integrated Reporting DictionaryBMFBundesministerium der FinanzenBPBasispunktBPVBasispoint ValueBRRDBank Recovery and Resolution DirectiveBTBesonderer Teil—C—CBSConstant Balance SheetCDSCredit Default SwapCET 1Common Equity Tier 1CIRCost-Income-RatioCOREPCommon solvency ratio reportingCRDCapital Requirements DirectiveCRRCapital Requirements Regulation[XVIII]CSRBBCredit spread risk in the banking book; deutsch: Kreditspreadrisiko bei Geschäften des AnlagebuchsCVACredit valuation addjustment; deutsch: Anpassung der Kreditbewertung—D—DMacaulay DurationDGSDDeposit Guarantee Schemes DirectiveDRMDynamic Risk Management; deutsch: dynamisches RisikomanagementDRSCDeutsches Rechnungslegungs Standards CommitteeDSRDeutscher Standardisierungsrat—E—EAREarnings at RiskEBAEuropean Banking AuthorityECLExpected Credit Loss; deutsch: erwarteter (Kredit-) VerlustEDISEuropean Deposit Insurance SchemeEGHGBEinführungsgesetz zum HandelsgesetzbuchEIOPAEuropean Insurance and Occupational Pensions AuthorityEMIREuropean Market Infrastructure RegulationEONIAEuro OverNight Index AverageESAEuropean Supervisory AuthorityESFSEuropean System of Financial SupervisionESMAEuropean Securities and Markets AuthorityESRBEuropean Systemic Risk BoardESTER/ESTR/€STREuro Short-Term RateESZBEuropäische System der ZentralbankenEUEuropäische UnionEVEEconomic Value of Equity; deutsch: wirtschaftliches EigenkapitalEZBEuropäische Zentralbank—F—FinaRisikoVFinanz- und Risikotragfähigkeitsinformationsverordnung[XIX]FinRepFinancial ReportingFSBFinancial Stability BoardFVTOCIFair Value Through Other Comprehensive IncomeFVTPLFair Value Through Profit or Loss—G—GenGGenossenschaftsgesetzGroMiKVGroßkredit- und MillionenkreditverordnungGuVGewinn- und Verlustrechnung—H—HGBHandelsgesetzbuchHQLAHigh-Quality Liquid Assets; deutsch: erstklassige liquide Aktiva—I—i. V. m.in Verbindung mitIASInternational Accounting StandardsIASBInternational Accounting Standards BoardIASCInternational Accounting Standards CommitteeICAAPInternal Capital Adequacy Assessment ProcessIDWInstitut der WirtschaftsprüferIEIllustrative ExamplesIFRICInternational Financial Reporting Interpretations CommitteeIFRSInternational Financial Reporting StandardsIGImplementation GuidanceIIFInstitute of International FinanceILAAPInternal Liquidity Adequacy Assessment ProcessInstitutsVergVInstitutsvergütungsverordnungIReFIntegrated Reporting Framework; deutsch: integriertes BerichtssystemITSImplementing Technical Standard—J—JSTJoint Supervisory Team[XX]—K—KAGBKapitalanlagegesetzbuchKBKonditionsbeitragKRDKey Rate DurationKRIKey Risk IndicatorKWGKreditwesengesetz—L—LCRLiquidity Coverage RatioLiqVLiquiditätsverordnungLSILess Significant Institutions—M—MaRiskMindestanforderungen an das RisikomanagementMaSanMindestanforderungen an die Ausgestaltung von SanierungsplänenMDModified DurationMiFiDMarkets in Financial Instruments DirectiveMiFIRMarkets in Financial Instruments RegulationMRELMinimum Requirement for own funds and Eligible Liabilities—N—NCANational Competent AuthorityNCBNational Central Bank; deutsch: nationale ZentralbanknGAAPNational generally accepted accounting principles; deutsch: nationaler RechnungslegungsstandardNIINet Interest Income; deutsch: NettozinsergebnisNPENon-Performing Exposure; deutsch: notleidende RisikopositionNRANational Resolution AuthorityNSFRNet Stable Funding RatioNZUNiedrigzinsumfrage—P—p. a.per annum[XXI]P2GPillar 2 GuidanceP2RPillar 2 RequirementsPRAPortfolio Revaluation ApproachPrüfbVPrüfberichtsverordnungPSDPayment Services DirectivePWBPauschalwertberichtigung—R—RAROCRisk-adjusted-Return-on-CapitalRAFRisk Appetite FrameworkRARORACRisk-adjusted-Return-on-Risk-adjusted-CapitalRechKredVKreditinstituts-RechnungslegungsverordnungREXdeutscher RentenindexRKConceptual Framework for Financial Reporting; deutsch: Rahmenkonzept für die FinanzberichterstattungROAReturn on Assets; deutsch: GesamtkapitalrenditeROEReturn on Equity; deutsch: EigenkapitalrenditeRORACReturn-on-Risk-adjusted-CapitalRORARCReturn-on-Risk-adjusted-Regulatory-Capital—S—SAGSanierungs- und AbwicklungsgesetzSISignificant InstitutionsSICStanding Interpretations CommitteeSolvVSolvabilitätsverordnungSRBSingle Resolution BoardSREPSupervisory Review and Evaluation ProcessSRMSingle Resolution MechanismSSMSingle Supervisory MechanismSTCStatistics Committee; deutsch: Statistikausschuss (des Europäischen Systems der Zentralbanken)STRIBORStockholm Interbank Offered Rate—T—Tz.Teilziffer[XXII]—V—VwVfGVerwaltungsverfahrensgesetz—W—WIBORWarsaw Interbank Offered RateWpHGWertpapierhandelsgesetz—Z—ZBAFZerobondabzinsfaktor

[XXIII]Symbolverzeichnis

§Paragraph%Prozent€EuroΔDelta; VeränderungøDurchschnittαKonfidenzniveauεElastizitätΣSummeσStandardabweichung∂partielle Ableitung|…|Zeilenvektor‖…‖Spaltenvektor→Vektor1J-GDgleitender 1-Jahreszins3M-GDgleitender 3-Monatszins1J-Zins1-Jahreszins3M-Zins3-MonatszinsBPBasispunktBPVBasis Point ValueBWBarwertCFCashflowcovKovarianzdfDiskontfaktorDMacaulay DurationEErwartungswertEADExposure at DefaultELExpected LossEUREurofFunktion[XXIV]GDgleitendGEGeldeinheitenHD, HHaltedaueriMarktzinsieffEffektivzinssatzisimsimulierter MarktzinskKorrelationskoeffizientKZKundenzinsLZLaufzeitMDModified DurationMio.MillionenKRKey RateKRDKey Rate DurationpAussagesicherheit; WahrscheinlichkeitPDProbability of DefaultRRendite; WertänderungRYTMYield to MaturityRLZRestlaufzeitrbonitätsrisikoloser ZinssCredit-SpreadSVSwap-VolumentZeitpunktTEURtausend EurouSzenarioVaRValue at RiskXMarktwert Risikofakorzpz-Wert der Standardnormalverteilung zur vorgegebenen Aussagesicherheit (p)zNullkuponzinsZBAFZerobondabzinsfaktor

[XXV]Abbildungsverzeichnis

Abb. 1:Ausgangspunkt für die BanksteuerungAbb. 2:Geschäftsmodell-Dimensionen und -ElementeAbb. 3:Einordnung der Geschäftsmodelle von Banken anhand der drei DimensionenAbb. 4:Monofunktionale RisikomanagementsystemeAbb. 5:Multifunktionale RisikomanagementsystemeAbb. 6:Geschäftsmodell und Risikomanagement im Spannungsfeld von Ökonomie, Rechnungslegung und RegulatorikAbb. 7:Vom Geschäftsmodell zur GeschäftsstrategieAbb. 8:Einflussfaktoren auf die Geschäftsstrategie einer BankAbb. 9:Aktuelle Herausforderungen in der BankenbrancheAbb. 10:Europäische BankenunionAbb. 11:Aufgabenverteilung innerhalb des SSMAbb. 12:Chronologie der Baseler RahmenwerkeAbb. 13:Drei-Säulen-Ansatz Basel IIIAbb. 14:SREP-MethodikFAbb. 15:Überblick der SREP-KapitalfestsetzungAbb. 16:Zuschlagsmatrix für das Zinsänderungsrisiko im AnlagebuchAbb. 17:Struktur der FinanzmarktregulierungAbb. 18:Ausgewählte Beispiele für internationale RechtsvorschriftenAbb. 19:Ausgewählte Beispiele für nationale RechtsvorschriftenAbb. 20:Bindeglied Risk GovernanceAbb. 21:Rahmenkonzept der Risk GovernanceAbb. 22:Prozess des Risk-Governance-ZirkelAbb. 23:Risiken und Risikoarten nach MaRiskAbb. 24:Konzept der ertrags- und risikoorientierten Gesamtbanksteuerung[XXVI]Abb. 25:Architektur der GesamtbanksteuerungAbb. 26:Risikotragfähigkeit – Normative PerspektiveAbb. 27:Risikotragfähigkeit – Ökonomische PerspektiveAbb. 28:Zusammenhang zwischen Risikodeckungspotenzial, Risikoappetit und RisikolimitAbb. 29:Kaskade einer konsistenten Ableitung von RisikolimitenAbb. 30:Vom Geschäftsmodell zum Risk Appetite FrameworkAbb. 31:Ableitung und Konkretisierung eines Risk Appetite FrameworkAbb. 32:Dreidimensionale SteuerungsumgebungAbb. 33:Steuerungskreise einer Bank: Konsistenzansprüche, Abhängigkeiten, inhärente LogikenAbb. 34:Zuordnung des primären Steuerungstypen zum Geschäftsmodell der BankAbb. 35:Überblick GesamtrisikoAbb. 36:Klassifizierung KreditrisikoAbb. 37:Klassifikation des Kreditrisikos aus FinanzinstrumentenAbb. 38:Beispielhafte Darstellung der Bestimmung des BarwertsAbb. 39:Historische ZinsstrukturkurvenAbb. 40:Bonitätsrisikoadjustierte Kurvensystematik in der wertorientierten Marktpreisrisikosteuerung (Aktivseite)Abb. 41:Liquiditätsrisikoadjustierte Kurvensystematik (Passivseite)Abb. 42:Arten des ZinsänderungsrisikosAbb. 43:Vor- und Nachteile der periodischen und wertorientierten ZinsbuchsteuerungAbb. 44:Auswirkungen eines Zinsanstiegs auf die variabel verzinslichen Positionen einer Bank in der periodischen Sichtweise[XXVII]Abb. 45:Darstellung der Auswirkungen eines Zinsanstiegs auf die festverzinslichen Positionen einer Bank in der wertorientierten SichtweiseAbb. 46:Zeitstrahl der aufsichtsrechtlichen Regelungen zum Zinsänderungsrisiko seit Einführung des SREPAbb. 47:Entwicklung des Zinsrisikokoeffizienten verschiedener BankengruppenAbb. 48:Entwicklung des Zinsrisikokoeffizienten der Sparkassen und GenossenschaftsbankenAbb. 49:Zinsrisiko-Rundschreiben 06/2019Abb. 50:Systematisierung von Zinsprodukten nach Art der ZinsbindungAbb. 51:Beispiel zur Berechnung des ReferenzzinssatzesAbb. 52:Systematisierung von Zinsprodukten nach Art der KapitalbindungAbb. 53:Beispiel 1 – Ausgangsdaten endfälliges DarlehenAbb. 54:Beispiel 1 – Produkt-Cashflow aus Sicht der BankAbb. 55:Beispiel 2 – Ausgangsdaten TilgungsdarlehenAbb. 56:Beispiel 2 – Produkt-Cashflow aus Sicht der BankAbb. 57:Beispielhafte Kalkulation des gleitenden 3-Monats-ZinsesAbb. 58:Beispiel gleitender 3-Jahres-Zins (12-2011)Abb. 59:Berechnung der gleitenden DurchschnitteAbb. 60:Entwicklung des 3J-GD im Vergleich zum 3J-ZinsAbb. 61:Berechnung des OpportunitätszinsesAbb. 62:Analyse alternativer MischungsverhältnisseAbb. 63:Berechnung des Opportunitäts-Cashflows aus Sicht der BankAbb. 64:Opportunitäts-Cashflows aus Sicht der BankAbb. 65:Produkt-Cashflows aus Sicht der BankAbb. 66:Darstellung des Gesamtergebnisses[XXVIII]Abb. 67:Beispiel Ausgleichszahlungen – Berechnung der ZinsszenarienAbb. 68:Berechnung der Ausgleichszahlungen für den KontokorrentkreditAbb. 69:Berechnung der Ausgleichszahlung für die SpareinlageAbb. 70:Auswirkungen von Volumenschwankungen auf die VertriebsergebnisseAbb. 71:Struktur des ReplikationsportfoliosAbb. 72:Mischzinsberechnung des ReplikationsportfoliosAbb. 73:Wirkung von Volumenänderungen im Konzept der SockeldispositionAbb. 74:Fristigkeitsunterschiede zwischen dem geplanten Tilgungs-Cashflow und dem Cashflow bei Ausübung aller OptionsrechteAbb. 75:Klassifizierung impliziter Optionen im KundengeschäftAbb. 76:Beschreibung des zinsabhängigen AusübungsverhaltensAbb. 77:Klassifizierung impliziter OptionenAbb. 78:Verfahren der ökonomischen RisikobewertungAbb. 79:Cashflow und Marktwert des Beispiels im AusgangszeitpunktAbb. 80:Ausgangsdaten des BeispielsAbb. 81:Zinssensitivität t=2 zu pariAbb. 82:Zinssensitivität t=1 zu pariAbb. 83:Zinssensitivität t=1 über pariAbb. 84:Zinssensitivität t=1 unter pariAbb. 85:Sensitivitäten 1-jähriges und 2-jähriges LaufzeitbandAbb. 86:Grundidee des Varianz-Kovarianz-AnsatzesAbb. 87:Varianten des Varianz-Kovarianz-AnsatzesAbb. 88:Vorgehensweise Varianz-Kovarianz-Ansatz[XXIX]Abb. 89:Value-at-Risk-Formel für den Varianz-Kovarianz-AnsatzAbb. 90:Vorgehensweise einer historischen Simulation für ZinsrisikenAbb. 91:Vorgehensweise Monte-Carlo-SimulationAbb. 92:Vorgehensweise beim BootstrappingAbb. 93:Ex-ante-PerformanceAbb. 94:Benchmark 10 Jahre gleitendAbb. 95:Berechnung des Gesamtergebnisses vor SteuernAbb. 96:Grafische Darstellung der Ausgangssituation des Summen-Cashflows 2018Abb. 97:Ausgangssituation Summen-Cashflow 2018Abb. 98:Swapsätze März 2018Abb. 99:Berechnung des Barwertes mittels Forward RatesAbb. 100:Summen-Cashflow 2019 – Variante BAbb. 101:ZinsmeinungAbb. 102:Zinsstrukturkurve März 2018 und März 2019Abb. 103:Veränderung des Cashflows in Kombination mit der Veränderung der ZinssätzeAbb. 104:Neugeschäfte der Beispielbank 2019Abb. 105:Summen-Cashflow 2019 inkl. NeugeschäftAbb. 106:Grafische Darstellung des Summen-Cashflow 2019 inkl. NeugeschäftAbb. 107:Veränderung RisikoAbb. 108:Veränderung des Cashflows von 2018 nach 2019Abb. 109:Berechnung Duration 2018Abb. 110:Zinssensitivitäten 2018Abb. 111:Zinssensitivitäten 2019Abb. 112:Volatilitäten und VaR95% für eine Haltedauer von 1 Tag[XXX]Abb. 113:VaR gemäß Varianz-Kovarianz-Ansatz für eine Haltedauer von 1 TagAbb. 114:Korrelationsmatrix der empirischen ZBAFAbb. 115:VaR gemäß Varianz-Kovarianz-Ansatz für eine Haltedauer von 1 JahrAbb. 116:Entwicklung der Marktzinssätze am Beispiel des 1- und 10-Jahres-SwapsatzesAbb. 117:Rollierende Veränderung der Marktzinssätze bei einer Haltedauer von 250 TagenAbb. 118:VaR der Beispielbank tägliche HaltedauerAbb. 119:Verteilung der täglichen BarwertänderungenAbb. 120:VaR Beispielbank jährliche HaltedauerAbb. 121:Verteilung der jährlichen Barwertänderungen im Zeitraum IAbb. 122:Zinsänderungen VaR Zeitraum IAbb. 123:Verteilung der jährlichen Barwertänderungen im Zeitraum IIAbb. 124:Zinsänderungen VaR Zeitraum IIAbb. 125:Verteilung der jährlichen Barwertänderungen im Zeitraum IIIAbb. 126:Zinsänderungen VaR Zeitraum IIIAbb. 127:Verteilung der täglichen Barwertänderungen auf Basis der verkürzten DatenhistorieAbb. 128:Potenzielle StressszenarienAbb. 129:Disjunkte Stressergebnisse der TotalperiodeAbb. 130:Verteilung der Barwertänderungen bezogen auf eine Haltedauer von 250 TagenAbb. 131:Pfad des 99,9%-QuantilsAbb. 132:Kapitalstruktur BeispielbankAbb. 133:Aufsichtsrechtliche Zinsschocks 2018Abb. 134:Aufsichtsrechtliche Zinsschocks 2019Abb. 135:Aufsichtsrechtliche Zinsschocks 2019 inkl. Neugeschäft[XXXI]Abb. 136:Veränderung des Cashflows und der ZinssituationAbb. 137:Vergleich der RisikokennzahlenAbb. 138:Benchmark 2018Abb. 139:Aufsichtsrechtliche Zinsschocks der BenchmarkAbb. 140:Grundsätze ordnungsmäßiger BuchführungAbb. 141:Bewertung finanzieller VermögensgegenständeAbb. 142:Bewertung finanzieller SchuldenAbb. 143:Prüfungsschema zur Abspaltung eingebetteter Derivate nach HGBAbb. 144:Bestimmung des handelsrechtlichen RisikoabschlagsAbb. 145:Verfahren der Pauschalwertberichtigungen im HGB nach IDW RS BFA 7 für latente AdressenausfallrisikenAbb. 146:Qualitative Charakteristika der IFRSAbb. 147:Kategorisierung finanzieller Vermögensgegenstände nach IFRS 9Abb. 148:Kategorisierung finanzieller Verbindlichkeiten nach IFRS 9Abb. 149:Prüfschema zur Abspaltung eingebetteter Derivate in den IFRSAbb. 150:Drei-Stufen-Wertberichtigungsmodell IFRS 9Abb. 151:Vergleich IFRS und HGBAbb. 152:Relevante Änderungen in der Rechnungslegung für Finanzinstitute im ZeitablaufAbb. 153:Wechselwirkung von Geschäftsmodell, Aufsichtsrecht und RechnungslegungAbb. 154:Berücksichtigung des AusfallrisikosAbb. 155:Bildung von Drohverlustrückstellungen nach der barwertigen MethodeAbb. 156:Prüfung der Hedge-EffektivitätAbb. 157:Arten von Sicherungsbeziehungen nach IFRS 9[XXXII]Abb. 158:Asymmetrie der Behandlung von IneffektivitätenAbb. 159:Ablauf des Portfolio-Fair-Value-Hedge-Accounting für Zinsänderungsrisiken gemäß IAS 39Abb. 160:Bestimmung der Grundgeschäfte bei Nicht-Berücksichtigung der SichteinlagenAbb. 161:Vergleich der Abbildung von Hedge-Beziehungen nach deutschem und internationalem RechtAbb. 162:Vergleich der Abbildung eines Portfolio-Hedges für Zinsänderungsrisiken nach HGB und IFRSAbb. 163:MeldewesenübersichtAbb. 164:FinRepAbb. 165:Perspektiven der Steuerung (I) – Externe PerspektiveAbb. 166:Perspektiven der Steuerung (II) – Aufsichtsrechtliche PerspektiveAbb. 167:Perspektiven der Steuerung (III) – Interne PerspektiveAbb. 168:Grundsätze des BCBS 239Abb. 169:Integrierter DatenhaushaltAbb. 170:Geschäftsmodell-Steuerungskreis-MatrixAbb. 171:Steuerungskreise und Zielmetriken – Verzahnung und AbhängigkeitenAbb. 172:Priorisierung der Steuerungskreise (Zielmetriken)Abb. 173:Kalküle der Performance- und RisikomessungAbb. 174:Kalküle der ZinsbuchsteuerungAbb. 175:Beispiel ZinsbuchAbb. 176:Illustration – Ertragswertbasiertes ZinsbuchkalkülAbb. 177:Ausgangslage Marktzinssätze und ZerobondabzinsfaktorenAbb. 178:Ausgangslage ZinsbuchAbb. 179: ‚Bewertung und Ergebnisanalyse im Ausgangszeitpunkt t=0 Basisszenario‘[XXXIII]Abb. 180:ZinsbuchbarwertAbb. 181:Kalkulatorisches Schließen der FristentransformationAbb. 182:Kontrahiertes ZinsergebnisAbb. 183:Determinierbare Zinsergebnisprojektion Marktzinsniveau BasisszenarioAbb. 184:CBS-Zinsergebnisprojektion BasisszenarioAbb. 185:ZinssensitivitätAbb. 186:Veränderte Swapsätze nach +200 BP-ShiftAbb. 187:Barwertiges RisikoAbb. 188:Zinsergebnisprojektion RisikoszenarioAbb. 189:Risikomessung im Szenariofall +200 BPAbb. 190:Ertragswertbasierter Barwert im ausgesteuerten ZinsbuchAbb. 191:Determinierte Zinsergebnisprojektion im ausgesteuerten ZinsbuchAbb. 192:Charakteristika des ertragswertbasierten ZinsbuchkalkülsAbb. 193:Detaildarstellung in der determinierten Zinsergebnisprojektion für das ausgesteuerte ZinsbuchAbb. 194:Ertragswertbasiertes Zinsbuchkalkül ohne KonditionsbeiträgeAbb. 195:synthetisches KonditionsbeitragsbuchAbb. 196:Beispiel-Zinsbuch im ertragswertbasierten Kalkül ohne Marge – AusgangszeitpunktAbb. 197:ZinsbuchbarwertAbb. 198:Kalkulatorisches Schließen der FristentransformationAbb. 199:Determinierbare Zinsergebnisprojektion Marktzinsniveau BasisszenarioAbb. 200:CBS-Zinsergebnisprojektion BasisszenarioAbb. 201:Zinssensitivitäten des Zinsbuchs ohne KonditionsbeiträgeAbb. 202:Barwertiges Risiko des Zinsbuchs ohne Konditionsbeiträge[XXXIV]Abb. 203:Zinsergebnisprojektion Risikoszenario des Zinsbuchs ohne KonditionsbeiträgeAbb. 204:Vergleich Risikomessung im Szenariofall +200 BPAbb. 205:Ausgesteuertes Zinsbuch im Geschäftsmodell ‚Halten‘Abb. 206:Determinierte Zinsergebnisprojektion im ausgesteuerten Zinsbuch ohne KonditionsbeiträgeAbb. 207:Charakteristika des ertragswertbasierten Zinsbuchkalküls ohne KonditionsbeiträgeAbb. 208:Marktwertbasiertes ZinsbuchkalkülAbb. 209:Marktzinssätze, Credit Spreads und Zerobond-Abzinsfaktoren in der AusgangssituationAbb. 210:Positionen des ZinsbuchsAbb. 211:Zinsbuch-CashflowAbb. 212:Beispiel-Zinsbuch im marktwertbasierten Kalkül – AusgangszeitpunktAbb. 213:marktwertbasierter Barwert des ZinsbuchsAbb. 214:Zinsergebnisprojektion BasisszenarioAbb. 215:CBS-Zinsergebnisprojektion BasisszenarioAbb. 216:Zinssensitivitäten der KapitalmarktpositionenAbb. 217:Veränderte Swapsätze und Credit Spreads nach Ad-Hoc-ShiftAbb. 218:Bewertung und Ergebnisrechnung im RisikoszenarioAbb. 219:Zinsergebnisprojektion RisikoszenarioAbb. 220:CBS-Zinsergebnisprojektion RisikoszenarioAbb. 221:Vergleich der Risikomessung im RisikoszenariofallAbb. 222:MarktzinssätzeAbb. 223:Barwerte in Abhängigkeit des BewertungskalkülsAbb. 224:Sensitivitäten in Abhängigkeit des Bewertungskalküls[XXXV]Abb. 225:Barwertänderugen in Abhängigkeit der angenommenen ZinsänderungenAbb. 226:Grafik der Barwertänderungen in Abhängigkeit der angenommenen ZinsänderungenAbb. 227:Swap-Portfolio im ErtragswertkalkülAbb. 228:Barwertänderungen im ertragswertbasiert immunisierten PortfolioAbb. 229:Grafik der Barwertänderungen im ertragswertbasiert immunisierten PortfolioAbb. 230:Swap-Portfolio im MarktwertkalkülAbb. 231:Barwertänderungen im marktwertbasiert immunisierten PortfolioAbb. 232:Grafik der Barwertänderungen im marktwertbasiert immunisierten PortfolioAbb. 233:Änderung der Zinssensitivitäten der Grundposition in Abhängigkeit der Credit SpreadsAbb. 234:Swap-Hedgeportfolio im MarktwertkalkülAbb. 235:Dynamik der marktwertbasierten Zinssensitivität und - Hedgeposition in Abhängigkeit des SpreadniveausAbb. 236:Cashflow des Zinsbuchs und marktwertbasierte SensitivitätenAbb. 237:Ausgesteuertes Zinsbuch gemäß MarktwertkalkülAbb. 238:Zinsrisikofreies Zinsbuch nach Steuerung im MarktwertkalkülAbb. 239:Zinsergebnisprojektion im marktwertbasierten ZinsbuchAbb. 240:Charakteristika des marktwertbasierten ZinsbuchkalkülsAbb. 241:Gemeinsamer Zinsbuch-Zahlungsstrom der drei ZinsbuchkalküleAbb. 242:Marktzinssätze, Credit Spreads und Zerobond-Abzinsfaktoren in der Ausgangssituation[XXXVI]Abb. 243:Zinsbuch im ertragswertbasierten SteuerungskalkülAbb. 244:Sicherungsgeschäfte im ertragswertbasierten SteuerungskalkülAbb. 245:Zinsbindungsbilanz im ertragswertorientierten SteuerungskalkülAbb. 246:Periodische Zinsergebnisprojektion in der ertragswertbasierten SichtAbb. 247:GeschäftsmargenbuchAbb. 248:Zinsbuch ohne KonditionsbeiträgeAbb. 249:Sicherungsgeschäfte im ertragswertbasierten Steuerungskalkül ohne KonditionsbeiträgeAbb. 250:Zinsbindungsbilanz im ertragswertbasierten Steuerungskalkül ohne KonditionsbeiträgeAbb. 251.Periodische Zinsergebnisprojektion in der ertragswertbasierten Sicht ohne KonditionsbeiträgeAbb. 252:Marktwertbasiertes ZinsbuchAbb. 253:Sicherungsgeschäfte im marktwertbasierten SteuerungskalkülAbb. 254:Zinsbindungsbilanz im marktwertbasierten SteuerungskalkülAbb. 255:Periodische Zinsergebnisprojektion in der marktwertorientierten SichtAbb. 256:Illustration – Bezugspunkte der bilanziellen ErtragsperspektiveAbb. 258:Illustration ‚Earnings‘- und ‚Earnings-Risk‘-Rechnung in der SzenariosimulationAbb. 259:Marktdaten für Basis- und StressszenarioAbb. 260:Risikoexposure Beispiel 1Abb. 261:Ergebniseffekte im Basisszenario Beispiel 1Abb. 262:Ergebniseffekte im Stressszenario Beispiel 1Abb. 263:Earnings-Risiko über alle Simulationsperioden Beispiel 1[XXXVII]Abb. 264:Risikoexposure im Ausgangszeitpunkt Beispiel 2Abb. 265:Ergebniseffekte im Basisszenario Beispiel 2Abb. 266:Risikoexposure im Stressszenario Beispiel 2Abb. 267:Ergebniseffekte im Stressszenario Beispiel 2Abb. 268:Earnings-Risiko über alle Simulationsperioden Beispiel 2Abb. 269:Komponenten der Earnings resp. Earnings-Risiken in Abhängigkeit der bilanziellen HaltekategorieAbb. 270:Beispiel-ZinsbuchAbb. 271:Marktdaten für Basis- und StressszenarioAbb. 272:CBS-ZinsergebnisprojektionAbb. 273:EVE-EffekteAbb. 274:Earnings resp. Earnings-Risiko für das Beispiel-ZinsbuchAbb. 275:Differenzierung des Earnings-Risikos nach MarktpreisrisikoartenAbb. 276:Differenzierung des EVE-Risikos nach RisikoartenAbb. 277:Risikoartenspezifische Ausdifferenzierung des Bewertungsergebnises aus Marktpreisänderungen und RestlaufzeitverkürzungAbb. 278:CBS-ZinsergebnisprojektionAbb. 279:EVE-Effekte IRRBBAbb. 280:Earnings resp. Earnings-Risiken für das Beispiel-Zinsbuch im IRRBB-SetupAbb. 281:Differenzierung der Earnings-Risiken nach Marktpreisrisikoarten im IRRBB-SetupAbb. 282:EVE-Risiko IRRBB

[1]1Spannungsfeld der Banksteuerung

1.1 Geschäftsmodelle von Banken und aktuelle Herausforderungen

1.1.1 Geschäftsmodell

Der Erfolg eines Unternehmens hängt maßgeblich von seinem Geschäftsmodell ab. Zur Erfolgssteigerung und vor allem zur Abstimmung der Geschäftsprozesse ist ein vertieftes Verständnis über das eigene Geschäftsmodell und die Einzigartigkeit der eigenen Strategie unerlässlich. Das Geschäftsmodell dient der Analyse, Planung und Kommunikation der grundlegenden Leitmotive, Fähigkeiten und Ziele der unternehmerischen Tätigkeit einer Bank. Formuliert und visualisiert projiziert es die zentralen Wesens- und Leistungsmerkmale einer Bank nach außen (vgl. Abb. 1).

Abb. 1: Ausgangspunkt für die Banksteuerung

Bis heute hat sich keine einheitlich akzeptierte Legal-Definition für den Begriff Geschäftsmodell durchsetzen können, auch wenn sich viele Elemente in den bestehenden Definitionen ähneln. Bekannte Geschäftsmodelldefinitionen stammen u.a. von Timmers (1998), Amit und Zott (2001) und Osterwalder und Pigneur (2010).1 Timmers (1998) beschreibt das Geschäftsmodell als ein Grundgerüst für die Produkt-, Dienstleistungs- und Informationsflüsse, einschließlich einer Beschreibung der verschiedenen Geschäftsakteure und ihrer Rollen.2 In der Geschäftsmodelldefinition von Amit und Zott (2001) stehen vor allem die drei Elemente Struktur, Inhalt und Governance von Transaktionen im Mittelpunkt.3 Das im deutschsprachigen Raum vorwiegend verwendete Modell von Osterwalder und Pigneur (2010) definiert das Geschäftsmodell als eine Beschreibung, wie [2]eine Organisation Wert schafft, bereitstellt und sichert.4 Es stellt die logischen Zusammenhänge der Geschäftstätigkeit und deren Beziehungen in vereinfachter Weise dar.

Die Geschäftsmodelldefinitionen bestehen, je nach Abstraktionsgrad, aus einem Zusammenspiel von einer unterschiedlichen Anzahl an Geschäftsmodelldimensionen bzw. -elementen. Die in diesem Buch zugrunde gelegte Geschäftsmodelldefinition von Schallmo (2013) stellt eine Synopse verschiedener Geschäftsmodelldimensionen dar und besteht aus fünf Dimensionen: Nutzendimension, Kundendimension, Wertschöpfungsdimension, Partnerdimension und Finanzdimension.5 Diese sind in Abb. 2 weiter aufgeschlüsselt.

Abb. 2: Geschäftsmodell-Dimensionen und -Elemente6

[3]Vereinfacht beantwortet das Geschäftsmodell einer Bank die folgenden grundsätzlichen Fragen:

Welche Kunden(segmente) und Regionen sollen erreicht werden?Welche Produkte und Dienstleistungen sollen für die Kunden(segmente) angeboten werden? Welcher Nutzen soll dadurch geschaffen werden?Mit welchen Partnern sollen die Leistungen und Ziele erfolgreich umgesetzt werden?Welche Ressourcen, Fähigkeiten und Aktivitäten der Bank sind notwendig, um die Leistungen zu erstellen (Wertschöpfung)?Welche Umsätze und Kosten werden durch die Leistungen verursacht? Welchen (finanziellen) Ertrag resp. Erfolg generiert die Bank?7

Ein Geschäftsmodell verfügt über drei wesentliche Funktionsbereiche:

Analyse und BeurteilungPlanung und EntscheidungKommunikation8

Im Rahmen der Analyse- und Beurteilungsfunktion soll das Geschäftsmodell helfen, Zusammenhänge zu erkennen und zu verstehen. Es sind vergleichende Analysen zu (konkurrierenden) Unternehmen mit ähnlichen Geschäftsmodellen möglich, um daraus Erkenntnisse zu erhalten und die Stärken und Schwächen des eigenen Geschäftsmodells herauszustellen.

Zusätzlich unterstützt es bei der Planung und Entscheidung. Geschäftsmodellansätze helfen, neue Geschäftstätigkeiten zu planen und die bestehende Geschäftstätigkeit weiterzuentwickeln.

[4]Im Rahmen der Kommunikationsfunktion kommt dem Geschäftsmodell die Aufgabe zu, das Unternehmen auf das Nutzenversprechen zu fokussieren und die Prozesse auf dieses auszurichten. Es vermittelt ein konsistentes, strukturiertes Bild der Grundmechanismen der aktuellen oder geplanten Geschäftstätigkeit gegenüber internen und externen Stakeholdern. Insbesondere in der Kommunikation mit Investoren ist es ein häufig genutztes Konzept.9

Das Geschäftsmodell einer Bank und eine sachgerechte Ausgestaltung des finanzwirtschaftlichen Risikomanagements stehen in unmittelbarer Wechselwirkung zueinander.

Die im Geschäftsmodell in der Nutzen-/Leistungsdimension, der Kundendimension und der Partnerdimension angelegten Markt- und Geschäftsaktivitäten charakterisieren das finanzwirtschaftliche Risikoprofil einer Bank. Sie definieren in der Finanzdimension inhärent das Risikoverständnis (‚Risikodefinition‘) sowie in der Wertschöpfungsdimension die für das Risikocontrolling notwendigen Ressourcen, Fähigkeiten und Prozesse. So folgt das Risikomanagement unmittelbar dem Geschäftsmodell.Umgekehrt wirken das Risikoprofil und das Risikomanagement auch auf das Geschäftsmodell ein, indem sie den Rahmen des Möglichen aufzeigen. Einerseits begrenzen die verfügbaren Risikodeckungsmassen den Umfang der potenziellen Risikonahme und damit zwangsläufig auch den Umfang der Geschäftstätigkeit. Andererseits können und dürfen Geschäftsaktivitäten und mit ihnen verbundene Risiken nur in dem Maße eingegangen werden, wie ein angemessenes Verständnis und Ressourcen für die Messung und Steuerung der hiermit verbundenen Risiken vorhanden sind.

[5]1.1.2 Typisierung der Geschäftsmodelle im deutschen Bankensektor

Das Geschäftsmodell einer Bank10 lässt sich in Anlehnung an einen Vorschlag der Deutschen Bundesbank anhand von drei Dimensionen beschreiben und unterscheiden: Rechtsform, Markt-/Geschäftsfeld und Geschäfts-/Ertragscharakteristik (vgl. Abb. 3). Gemäß dem Drei-Säulen-Modell im deutschen Bankensystem lassen sich im Hinblick auf die Rechtsform private Kreditbanken, öffentlich-rechtliche Institute (Sparkassen und Landesbanken) und Institute des Genossenschaftssektors (Kreditgenossenschaften und Zentralbank) unterscheiden.11

Bei der Unterscheidung nach Bilanzstruktur werden grundsätzlich die drei Typen Retail12, Wholesale und Investment unterschieden.13,14 Bei dem Modell der Retail-Bank handelt es sich im Kern um einlagenfinanziertes klassisches Kreditgeschäft mit nichtfinanziellen Unternehmen und privaten Haushalten. Die Kundenkredite bilden dabei einen hohen Anteil an der Bilanzsumme. Der Geschäftsmodelltyp Wholesale lässt sich charakterisieren durch ein über institutionelle Einlagen refinanziertes Interbanken- und Kapitalmarktgeschäft. Bei diesem Bankmodell machen [6]Interbankengeschäfte einen größeren Anteil am Gesamtvermögen aus. Investmentbanken kennzeichnet ihre starke Handelstätigkeit. Sie sind auf internationale Märkte und den Kapitalmarkt ausgerichtet. Investmentbanken zählen in Bezug auf ihrer Bilanzsumme zu den größten Instituten.15

In der dritten Dimension lassen sich hinsichtlich der Ertragscharakteristik zwei Geschäftsmodellvarianten voneinander abgrenzen:16 Kreditinstitute, die ihren Schwerpunkt auf dem klassischen einlagenfinanzierten Kreditgeschäft haben und Kreditinstitute, deren Fokus eher kapitalmarktorientiert ist. Entsprechend unterscheidet die Geschäftscharakteristik zwischen tendenziell langfristigen, kapitalmarktfernen Geschäftsaktivitäten mit Schwerpunkt auf periodisch wiederkehrenden Ertragsanteilen (‚Ertrags(margen)wertmodell‘; z. B. in Gestalt von Konditionsmargen) und kürzerfristig ausgerichteten, kapitalmarktnahen Geschäftstätigkeiten mit Fokus auf der Realisierung von Kursgewinnen resp. Handelsmargen (‚Markt(zeit)wertmodell‘). Die erste Gruppe umfasst vor allem die Sparkassen, Genossenschaftsbanken und privaten Regionalbanken.17 Der zweiten Gruppe sind vor allem die Investmentbanken zuzuordnen. Diese Unterscheidung wird im weiteren Verlauf des Buches verwendet.

[7]

Abb. 3: Einordnung der Geschäftsmodelle von Banken anhand der drei Dimensionen18

Das Geschäftsmodell beeinflusst im finanzwirtschaftlichen Risikomanagement nicht nur die mit ihm verbundenen Risikoarten. Aus der verfolgten Geschäfts- und Ertragscharakteristik leitet sich auch das finanzwirtschaftliche Bewertungskalkül mit Fokus auf eine ertragswertbezogene resp. marktwertbezogene Bewertung sowie die ökonomische Risikodefinition mit Fokus auf Ertragsmargenrisiken resp. Marktwertrisiken ab. Generisch erfolgt im Risikomanagement eine Unterscheidung nach einem kapitalmarktfernen, ertragswertorientierten Kalkül (z. B. dem Anlagebuch) und einem kapitalmarktnahen, zeitwertorientierten Kalkül (z. B. Handelsbüchern oder der Liquiditätsreserve).

Aus dem oder den von einer Bank verfolgten Geschäftsmodell(en) lassen sich daher entsprechende Gestaltungsvorgaben für das Risikomanagementsystem ableiten. Für den konzeptionell einfachsten Fall eines vollständig eindimensionalen Geschäftsmodells ist analog der Geschäftsmodellklassifikation zu unterscheiden in die monofunktionalen Risikomanagementsysteme ‚Ertragswertkalkül‘ und ‚Marktresp. Zeitwertkalkül‘ (vgl. Abb. 4).

[8]

Abb. 4: Monofunktionale Risikomanagementsysteme

Diese monofunktionalen Systeme sind hinsichtlich der Risikodefinition, Bewertung, Risikomessung und -steuerung in einer Bank homogen und konsistent. Derartig eindimensionale Geschäftsmodelle und in der Folge monofunktionale Risikosysteme lassen sich in der Praxis kaum finden. Bereits die Geschäftsmodelle von Sparkassen oder Genossenschaftsbanken weisen mit ihren Aktivitäten im klassischen Kredit-/Einlagengeschäft, im kapitalmarktnahen Eigenanlagemanagement (Depot A) oder in der Begleitung großer Gewerbekunden (‚Wholesale‘) einen heterogenen Mix auf. Hieraus folgt für das Risikomanagement eine weitaus komplexere Aufgabenstellung. Sie müssen sowohl ertragsmargenwert- als auch markt- und zeitwertorientierte Risikodimensionen berücksichtigen und die Vereinbarkeit der verschiedenen Risikodefinitionen, Bewertungskalküle und Risikosteuerungsziele gewährleisten (vgl. Abb. 5).

Abb. 5: Multifunktionale Risikomanagementsysteme

[9]Besonders ausgeprägt finden sich multifunktionale Risikomanagementsysteme in stark diversifizierten, großen Instituten oder – im Besonderen – in Finanzkonglomeraten mit vielfältigen Geschäftsmodellen.19 In solchen Organisationen fällt dem Risikomanagement die Aufgabe zu, ein Neben- resp. Miteinander von Ertragswert- und Markt- resp. Zeitwertkalkülen in der Risikodefinition, der Bewertung, der Risikomessung sowie der Kapital- und Risikosteuerung möglichst zielgerecht und widerspruchsarm zu organisieren.

Abb. 6: Geschäftsmodell und Risikomanagement im Spannungsfeld von Ökonomie, Rechnungslegung und Regulatorik

Die Konzeption des Geschäftsmodells strahlt neben der ökonomischen Perspektive ebenfalls stark in die Rechnungslegung und Regulatorik aus (vgl. Abb. 6). Die IFRS koppeln die Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten ebenfalls an das Geschäftsmodell (IFRS 9.4.1.1), welches das bilanzierende Unternehmen in Bezug auf die betrachtete Position anstrebt, sowie die Charakteristik der mit dem [10]Finanzinstrument einhergehenden Cashflows.20 Konkret unterscheidet der IFRS 9 Standard drei Geschäftsmodelle21 zur Klassifizierung von finanziellen Vermögensgegenständen:

Halten: Die Zielsetzung des Geschäftsmodells besteht darin, die Schuldinstrumente zu halten und die vertraglichen Cashflows aus Zins(margen) und Tilgung zu vereinnahmen. Die bilanzielle Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die Bewertung ist damit regelmäßig erfolgsneutral. Zins(margen) gehen erfolgswirksam in die periodischen GuV-Ergebnisse ein. (IFRS 9.4.1.2(a))Halten und Verkaufen: Die Zielsetzung des Geschäftsmodells besteht darin, die vertraglichen Cashflows zu vereinnahmen oder die Schuldinstrumente zu veräußern. Die bilanzielle Bewertung erfolgt zu Marktwerten; Marktwertschwankungen werden im Eigenkapital erfasst. Auflaufende vertragliche Zahlungen in Zins(Margen) gehen erfolgswirksam in die periodischen GuV-Ergebnisse ein. (IFRS 9.4.1.2A(a))Handel: Positionen in Schuldinstrumenten, welche vorwiegend zur Veräußerung und kurzfristigen Realisation von Kurs-/Abschlussgewinnen gehalten werden. Die bilanzielle Bewertung erfolgt zu Marktwerten; Marktwertschwankungen werden erfolgswirksam in der GuV erfasst. Ggf. zufließende vertragliche Zahlungen in Zins(margen) gehen ebenfalls erfolgswirksam in die GuV ein.22 (Die Klassifizierung von finanziellen Vermögensgegenständen ist ausführlich in Kapitel 5.1.1.2 dargestellt.).

Derivate sind generell zu Marktwerten zu bilanzieren, bei erfolgswirksamer Erfassung ihrer Marktwertänderungen.23 Ihre Abbildung erfolgt also grundsätzlich unter [11]den Prämissen des Geschäftsmodells ‚Handel‘. Zudem ist mittels der Designation einer ökonomischen Absicherung im bilanziellen Hedge-Accounting24 eine Kompensation von erfolgswirksamen Marktwertänderungen in der GuV zwischen Derivat und designiertem Grundgeschäft in Schuldinstrumenten für Finanzrisiken möglich. D. h. bilanziell erfolgswirksame Marktwertänderungen in Derivaten können gemäß ihrer ökonomischen Zweckbestimmung mit nicht realisierte Marktwertänderungen in Schuldinstrumenten verrechnet und somit neutralisiert werden (mehr dazu in Kapitel 5).

Die Klassifikation und Bewertung von Finanzinstrumenten folgt in der Rechnungslegung damit – zu einem guten Teil25 – den ökonomischen Geschäftszwecken einer Bank. Das heißt, bis zu einem gewissen Grad fließen die Bewertungs- und Ergebnisdimensionen der oben diskutierten ökonomischen Geschäftsmodelllogik in die Bewertungs- und Erfolgsmetriken der Rechnungslegung26 ein.

Die aus den Rechnungslegungsnormen resultierenden bilanziellen Bewertungs- und Erfolgsrisiken sind für das finanzielle Risikomanagement in mehrfacher Hinsicht von zentraler Bedeutung:

Finanzielle Risiken wirken in Abhängigkeit bilanzieller Marktwertansätze und der bilanziellen Erfolgsrechnung auf das bilanzielle Eigenkapital und das Jahresergebnis. Die Überleitung und die Steuerung finanzwirtschaftlicher ökonomischer Risiken in die Rechnungslegung setzt eine Verknüpfung des Risikomanagements mit der Methodik der Rechnungslegung voraus. Neben der Bereitstellung geeigneter Risikokennzahlen für die Bilanzsteuerung ist im Besonderen eine kohärente, friktionsfreie Steuerung von finanzwirtschaftlichen Risiken in ihrer ökonomischen und bilanziellen [12]Wirkung anzustreben. Die Bezugnahme auf das positionsspezifischeGeschäftsmodell ist hierbei ein gemeinsamer Ansatzpunkt.Finanzielle Risiken wirken über bilanzielle Marktwertansätze und die bilanzielle Erfolgsrechnung auch auf die verfügbaren regulatorischen Eigenmittel im regulatorischen Steuerungskreis ein. Die Überleitung und die Steuerung finanzwirtschaftlicher ökonomischer Risiken im regulatorischen Steuerungskreis steht also auch in Abhängigkeit zur Bewertungs- und Ergebnisrechnung der Rechnungslegung.

1.1.3 Aufgabe und Elemente der Geschäftsstrategie einer Bank

Die erfolgreiche Umsetzung der Geschäftsstrategie hängt zum einen von der Schaffung der notwendigen Ressourcen (finanziell in Form von Liquidität und Eigenkapital aber auch personell und technisch) sowie der intensiven Auseinandersetzung mit der Zukunft ab. Dabei müssen die Ziele der Eigentümer und weiteren Stakeholder, das Kundenverhalten und die Wettbewerbsposition, sowie externe Faktoren, wie beispielsweise die volkswirtschaftliche Entwicklung, betrachtet werden.27 Dabei stellt die Geschäftsstrategie die Konkretisierung des generischen Geschäftsmodells dar (vgl. Abb. 7).28

Abb. 7: Vom Geschäftsmodell zur Geschäftsstrategie

[13]In der Geschäftsstrategie sind konkret die Ziele zu definieren, die die Unternehmung erreichen möchte. Zudem sind die langfristigen, strategischen Verhaltensweisen festgelegt, mithilfe derer die Ziele erreicht werden sollen. Bei der Strategieentwicklung werden neben der Berücksichtigung der internen Ressourcen auch die Analyse der Umwelt und des Wettbewerbs betrachtet. Die Unternehmensstrategie umfasst die strategische Vision in Verbindung mit der Mission sowie den langfristigen Unternehmenszielen aber auch die Formulierung von Maßnahmenplänen und deren Implementierung und Kontrolle. Die Strategie dient als Bezugsrahmen und enthält (Ziel-) Vorgaben, mit denen das Geschäftsmodell umgesetzt werden soll.29

Die Formulierung einer Geschäftsstrategie wird von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in den Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) explizit von allen Bankengruppen gefordert und ist damit zwingend vorgeschrieben.30

Die Geschäftsleitung hat gemäß MaRisk AT 4.2 Tz. 1

„eine nachhaltige Geschäftsstrategie festzulegen, in der die Ziele des Instituts für jede wesentliche Geschäftsaktivität sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele dargestellt werden. Bei der Festlegung und Anpassung der Geschäftsstrategie sind sowohl externe Einflussfaktoren (z. B. Marktentwicklung, Wettbewerbssituation, regulatorisches Umfeld) als auch interne Einflussfaktoren (z. B. Risikotragfähigkeit, Liquidität, Ertragslage, personelle und technischorganisatorische Ressourcen) zu berücksichtigen. Im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung der relevanten Einflussfaktoren sind Annahmen zu treffen. Diese sind einer regelmäßigen und anlassbezogenen Überprüfung zu unterziehen; erforderlichenfalls ist die Geschäftsstrategie anzupassen.“31

[14]Die Definition fordert eindeutig formulierte Ziele. Zur Festlegung der Ziele sollen sowohl die aufgezeigten Geschäftsmodelldimensionen als auch der Wettbewerb als externer Faktor Berücksichtigung finden. Von den aufgezeigten Geschäftsmodelldimensionen (Nutzendimension, Kundendimension, Wertschöpfungsdimension, Partnerdimension und Finanzdimension) werden die Kunden- und Partnerdimension von der Aufsicht nicht explizit adressiert, sind aber implizit enthalten. Zudem stellt die Aufsicht klar dar, dass die Strategie regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst werden muss. Dabei sollen vor allem auch die zukünftigen Entwicklungen berücksichtigt werden.

1.1.4 Aktuelle Herausforderungen

Die Geschäftsstrategie und damit auch implizit das Geschäftsmodell einer Bank ist verschiedenen externen Faktoren ausgesetzt.

Abb. 8: Einflussfaktoren auf die Geschäftsstrategie einer Bank

Die aus dem PESTEL-Modell32 (vgl. Abb. 8) übernommenen Einflussfaktoren der Makro-Umwelt: rechtliche, politische, wirtschaftliche, technologische, sozio-kulturelle und ökologische Faktoren beeinflussen das Geschäftsmodell sowie die Strategie. Banken müssen auf Veränderungen dieser Faktoren rechtzeitig reagieren und ihr Geschäftsmodell frühzeitig anpassen. Ökologische Faktoren spielen direkt eher [15]eine untergeordnete Rolle in der Bankenbranche, da Banken als Dienstleister keinen direkten Einfluss auf die Umwelt haben. Indirekt gewinnen sie aber über Themen wie ‚Green Finance‘33, ‚Corporate Social Responsibility‘34 und ‚Triple Bottom Line‘35 an Bedeutung. Einen bedeutsamen Einfluss auf die Geschäftsmodelle und Geschäftsstrategien dürfte der EU Aktionsplan ‚Financing Sustainable Growth‘ vom März 2018 haben.36 Er zielt darauf ab, mit zehn Maßnahmenpaketen den Beitrag des Finanzsektors für eine klimagerechte und nachhaltige Entwicklung zu stärken. Weitere aktuell die Bankenbranche herausfordernde Faktoren sind in Abb. 9 dargestellt. Auf die mit * gekennzeichneten Herausforderungen37 für die Geschäftsmodelle der Banken wird im Weiteren kurz eingegangen.

Abb. 9: Aktuelle Herausforderungen in der Bankenbranche

[16]Vorwiegend Institute mit kapitalmarktfernen Aktivitäten werden im gegenwärtigen Niedrigzinsumfeld aufgrund ihrer starken Abhängigkeit vom Zinsertrag aus dem Kreditgeschäft mit Firmen- und Privatkunden vor große Herausforderungen gestellt.38 Dieses traditionell langfristige Geschäft wird durch kürzerfristige Kundeneinlagen refinanziert, wodurch quasi zwangsläufig aus dem Kundengeschäft Fristentransformation, d. h. Zinsbindungsinkongruenzen, resultiert. In Deutschland zählen zu den hiervon betroffenen Instituten im Besonderen die Sparkassen, Kreditgenossenschaften und zahlreiche Regionalbanken.39 Das aktuelle Marktumfeld verstärkt diese Situation, denn die niedrigen Zinsen führen auf der Kreditseite zum Wunsch möglichst langer Zinsbindungen, während auf der Passivseite das genaue Gegenteil passiert und die Kunden ihr Geld zu einem hohen Ausmaß jederzeit verfügbar auf Girokonten lagern. Negative Zinssätze verstärken vorwiegend für Einlagenbanken (Retail Banken) den Ergebnisdruck, da diese in der Regel nicht oder nur zum Teil40 an Kunden weitergereicht werden.

Früher hatten Einlagenbanken im Kreditgeschäft einen Vorteil, da die Kundeneinlage in der Regel billiger als die Refinanzierung am Kapitalmarkt der Pfandbriefbanken war. Heute emittieren Pfandbriefbanken (z. B. DZ HYP, Commerzbank, Münchner Hyp, ING Diba) ihre Pfandbriefe sogar mit negativen Sätzen, während Einlagenbanken (z. B. Sparkassen und Genossenschaftsbanken) ihre Kundeneinlagen noch überwiegend bei 0% belassen, also mehr ‚zahlen‘ als der Kapitalmarkt.

In der Niedrigzinsphase wird der Einlagenüberschuss für Einlagenbanken zum Problem. Der Einlagenzufluss ist weiterhin hoch. Bayrische Volksbanken [17]verzeichneten 2019 einen Einlagenüberhang in Höhe von fast 28 Milliarden Euro. Bei den Sparkassen sind Einlagen von Privatpersonen im Geschäftsjahr 2019 um 37,2 Mrd. Euro auf 780,6 Mrd. Euro gestiegen (+5%). Dies führt im aktuellen Anlageumfeld zu einer Belastung. Die Möglichkeiten zur Anlage sind begrenzt. Staats- und Unternehmensanleihen bieten eine Rendite von 0% und weniger oder sind so risikobehaftet, dass sie für eine Anlage ausscheiden. Auch für das Parken der Gelder bei der Zentralbank fallen Strafzinsen an, wenn Freigrenzen überschritten werden.

Vgl. DSGV (2020), S. 6; Genossenschaftsverband Bayern (2020)

Der LSI-Stresstest (früher Niedrigzinsumfrage) von Bundesbank und BaFin 2019 zeigen deutlich, dass das Zinsumfeld die kleinen und mittleren Kreditinstitute41 in Deutschland erheblich belastet, insbesondere, wenn sie über ein überwiegend zinsabhängiges Geschäftsmodell verfügen. Die Rentabilität ist schwach und die Aussicht auf ein weiterhin sehr niedriges Zinsniveau macht einen weiteren Rückgang der Rentabilität sehr wahrscheinlich. Die Simulationen der fünf vorgegebenen Zinsszenarien zeigen deutlich die Verschlechterung der Ertragskraft bei anhaltendem oder verschlechterndem Niedrigzinsumfeld. Trotz der steigenden Bereitschaft der Kreditinstitute zur Weitergabe von negativen Zinssätzen belasten vor allem die negativen Margen aus den Einlagenzinsen die Gesamtkapitalrendite.42

Neben den geringeren Erträgen und höheren Risiken aus dem gegenwärtigen Niedrigzinsumfeld belasten weiterhin die regulatorischen Anforderungen die Banken. Die Anzahl an regulatorischen Rahmenwerken, Gesetzen und Rundschreiben etc. ist in den letzten Jahren stark angestiegen und damit im Gleichschritt auch die Komplexität.43 Während zwischen 1962 und 1975 lediglich das KWG bindend war, sind

[18]in den letzten Jahren eine Vielzahl an Regelwerken hinzugekommen.44 Das Informationsportal ‚Regupedia‘ zählte in 2018 mehr als 1.100 von einem Gesetzgeber oder einer Aufsichtsbehörde veröffentlichte Dokumente für den Finanzsektor in Deutschland und Österreich.45

Das Zinsergebnis der Sparkassen ist in 2019 um 557 Mio. Euro auf 20,2 Mrd. Euro zurückgegangen. Dies entspricht einem Rückgang von 2,7% und ist der niedrigste Wert der vergangenen 15 Jahre. Es ist zudem abzusehen, dass die Ergebnisse in den nächsten Jahren weiter unter Druck geraten. Vgl. DSGV (2020), S. 7

Die Institute sind gleichzeitig verpflichtet, immer mehr und zugleich auch aufwändigere Reportings zu erstellen. Insbesondere das Risikocontrolling ist hiervon betroffen (u.a. durch zusätzliche Stresstests; Grundsätze für Risikodaten und -berichte (BCBS 239); 4. MaRisk-Novelle; Fundamental Review of the Trading Book; Meldungen (Risikotragfähigkeitsmeldewesen); ICAAP; SREP). Zudem werden die Berechnungen der geforderten Kennzahlen immer komplexer und damit schwieriger nachvollziehbar. Begründet wird die gestiegene Komplexität der Regelwerke mit der zunehmenden Komplexität des globalen Bankgeschäfts.46 Allerdings werden nicht nur die einzelnen Rahmenwerke komplexer, sondern damit einhergehend auch das Gesamtsystem der Regulierung (siehe dazu auch Kapitel 1.2.5).

Eine weitere Herausforderung für die Geschäftsmodelle der Banken stellt die Digitalisierung dar. Ihr wird ein großes Potenzial in Form von Kostenreduzierungen und der Erschließung neuer Ertragsquellen zugesprochen. Eine Schätzung der Unternehmensberatung McKinsey kommt zu hohen Ergebnissteigerungen durch Kosteneinsparungen mithilfe von Automation und Zusatzerträgen durch neue Produkte, [19]echte digitale Verkäufe und Cross Selling durch die verbesserte Nutzung der verfügbaren Daten.47 Banken stehen hierbei jedoch im Wettbewerb mit auf IT-basierten Finanzdienstleistungen spezialisierten Unternehmen, den sogenannten Fin-Techs48. Verstärkt wird der Druck durch die großen US-amerikanischen Internetkonzerne Google, Apple, Facebook und Amazon (bekannt unter der Abkürzung GAFA). Als Stichworte seien genannt ‚Apple Pay‘ oder ‚Google Pay‘. Der zunehmende Wettbewerbsdruck wird dazu führen, dass die durch das Niedrigzinsumfeld ohnehin schon stark belasteten Margen noch weiter eingeengt werden49, auch wenn sich Banken durch Kooperationen neue Ertragsquellen erschließen können. Im Ergebnis wird das Geschäftsrisiko von Banken aber weiter steigen.

Herausforderungen für das operationelle Risiko resultieren auch aus den Gefahren rund um die IT. Ausfälle der IT-Systeme führen bei hochautomatisierten Prozessen schnell zu erheblichen Schäden. Gleiches gilt für das Thema Datensicherheit. ‚Cybercrime‘, das kriminelle Ausnutzen von Schwachstellen in der IT-Umgebung zur Bereicherung bzw. zum Anrichten von sonstigen Schäden, kann Banken ebenfalls erheblichen Schaden zufügen. Die Digitalisierung führt mithin zu völlig neuen Fragestellungen im Risikomanagement und daraus erwachsene Risiken müssen auch angemessen im Rahmen der Risikovorsorge berücksichtigt werden.50

[20]1.2 Aufsichtsrechtliche Rahmenbedingungen

1.2.1 Europäische Bankenunion

Die Bankenbranche zählt zu den am stärksten regulierten Branchen in Deutschland. Die banktypischen Risiken rechtfertigen eine staatliche Bankenaufsicht51, die die Aufgabe hat, die Tätigkeit von Banken zu überwachen. Hauptziele der Bankenaufsicht sind gemäß § 6 Abs. 2 Kreditwesengesetz (KWG) „Mißständen im Kredit- und Finanzdienstleistungswesen entgegenzuwirken, welche:

die Sicherheit der den Instituten anvertrauten Vermögenswerte gefährden,die ordnungsmäßige Durchführung der Bankgeschäfte oder Finanzdienstleistungen beeinträchtigen odererhebliche Nachteile für die Gesamtwirtschaft herbeiführen können.“

In Deutschland teilen sich gemäß § 7 KWG die Bundesbank und die BaFin die Aufgaben der Bankenaufsicht. Dabei übernimmt die Bundesbank die laufende Überwachung über die Kreditinstitute52. Die BaFin erlässt in Abstimmung mit der Bundesbank Richtlinien zur Durchführung und Qualitätssicherung der laufenden Überwachung der Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute.

Bis 2014 war die Bankenaufsicht primär Aufgabe der nationalen Aufsichtsbehörden. Im Rahmen der europäischen Bankenunion wurde der sogenannte Single Su[21]pervisory Mechanism (SSM) (deutsch: einheitlicher Bankenaufsichtsmechansimus) eingeführt, der die Aufsicht über die bedeutenden Großbanken53 in der Eurozone54 auf die Europäische Zentralbank (EZB) überträgt. Die Bankenunion wurde von den Mitgliedstaaten der Europäischen Währungsunion mit dem Ziel gegründet, die Finanzstabilität im Euro-Raum zu erhöhen, nachdem die Eurokrise große Schwachstellen in der Architektur der Währungsunion aufzeigte. Sie besteht neben dem SSM noch aus zwei weiteren Pfeilern (vgl. Abb. 10), dem Single Resolution Mechanism (SRM) (deutsch: einheitlicher Bankenabwicklungsmechanismus) und dem European Deposit Insurance Scheme (EDIS) (deutsch: gemeinsame europäische Einlagensicherung). Über den dritten Baustein wird aktuell (Stand: 05/2020) noch diskutiert. Eine gemeinsame Position konnte bisher noch gefunden werden.

Unterstützt wird die Bankenunion durch das Single Rulebook (deutsch: einheitliches Regelwerk), das in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) anwendbar ist. Kernelemente sind:

die Capital Requirements Regulation (CRR) und die Capital Requirements Directive IV (CRD IV),zukünftig die Bestimmungen der Bankensanierungs- und Abwicklungsrichtlinie (BRRD) und der überarbeiteten Einlagensicherungsrichtlinie (DGSD),die technischen Regulierungs-/Durchführungsstandards, die die Europäische Kommission auf dieser Grundlage erlassen hat oder noch erlassen wird unddie Leitlinien der European Banking Authority (EBA, deutsch: Europäische Bankenaufsichtsbehörde).
[22]

Abb. 10: Europäische Bankenunion

1.2.2 Einheitlicher Bankenaufsichtsmechanismus (SSM)

Der SSM bezeichnet das System der einheitlichen Bankenaufsicht in Europa. Er soll im Rahmen der Bankenunion mithilfe von einheitlichen Vorgaben zu einer stärkeren Harmonisierung der Aufsichtspraxis in Europa führen. Die Aufsicht der Institute erfolgt dabei durch die nationalen Aufsichtsbehörden und die EZB. Im Rahmen dessen wird zwischen signifikanten (Significant Institutions – SI) und weniger signifikanten Instituten (Less Significant Institutions – LSI) unterschieden. Die SIs fallen unter die direkte Aufsicht der EZB und umfassen diejenigen Banken, deren Bilanzsumme mehr als 30 Milliarden € oder 20 Prozent der Wirtschaftsleistung des [23]Landes55 beträgt. Die drei größten Institute eines Mitgliedstaates werden jedoch auch dann von der EZB beaufsichtigt, wenn in einem Land keines der Institute die beiden Kriterien erfüllt.56,57

Die laufende Aufsicht der SIs wird durch Joint Supervisory Teams (JSTs) ausgeübt. Diese setzen sich aus Mitarbeitern der EZB und der nationalen Aufsichtsbehörde (National Competent Authority – NCA) derjenigen Länder zusammen, in denen die Institute einschließlich ihrer Tochtergesellschaften oder bedeutenden ausländischen Zweigstellen tätig sind. Die Zusammensetzung und Größe der JSTs variieren je nach Art, Komplexität, Größe, Geschäftsmodell und Risikoprofil des beaufsichtigten Instituts.58

Die Aufsicht über die LSIs übernehmen die nationalen Aufsichtsbehörden. Auch wenn die Aufsicht von den nationalen Behörden übernommen wird, obliegt die Verantwortung der EZB. Sie kann allgemeine Vorgaben erlassen und erhält regelmäßige Berichte. Die Aufsichtspraktiken des SSM sollen dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit folgen. So soll sich die Aufsichtsintensität an der Systemrelevanz und am Risikoprofil der jeweiligen Banken ausrichten.59

Die Aufgabenteilung zwischen der EZB und den nationalen Behörden ist in Abb. 11 dargestellt.

[24]

Abb. 11: Aufgabenverteilung innerhalb des SSM60

Aktuell gibt es 117 SI (21 deutsche Institute) (Stand: 02. Februar 2020)61 und 2.369 LSI auf konsolidierter Ebene62 (Stand: Dezember 2019). Die kleinere Gruppe der SIs hat eine gesamte Bilanzsumme von über 21 Billionen Euro. Die große Anzahl an LSIs hat dagegen nur eine Bilanzsumme von 4,7 Billionen EUR (Stichtag 31.12.2018).63

Die Ausgestaltung der Institutsaufsicht sowie die Beurteilung der Risiken eines Instituts sind im Supervisory Review and Evaluation Process (SREP) (deutsch: aufsichtsrechtlicher Überprüfungs- und Bewertungsprozess) festgelegt.

[25]1.2.3 Baseler Rahmenwerk und dessen Umsetzung

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (englisch Basel Committee on Banking Supervision, BCBS; kürzer als Baseler Ausschuss bezeichnet) der Bank für Internationalen Zahlungsaustausch wurde 1974 von den G10-Ländern64 mit dem Ziel gegründet, die Aufsichtsregeln für die Finanzbranche zu vereinheitlichen. Der Ausschuss, der aktuell 45 Mitglieder (Zentralbanken) aus 28 Rechtssystemen65 umfasst, tritt in regelmäßigen Abständen zusammen und unterstützt die nationalen Aufsichtsbehörden. Dazu erarbeitet er Richtlinien und Empfehlungen, die zunächst rechtlich nicht zwingend sind. Der Ausschuss erwartet jedoch die vollständige Umsetzung seiner Standards durch seine Mitgliedsländer und die international tätigen Banken. Durch die einheitlichen Standards soll die Finanzstabilität gestärkt und die Regulierung und Aufsicht der Banken verbessert werden.

Abb. 12 zeigt den zeitlichen Verlauf der einzelnen Rahmenwerke. Das erste Rahmenwerk (Basel I) wurde im Juni 1988 veröffentlicht und über die Solvabilitäts-Richtlinie und die Eigenmittelrichtlinie in Europäisches Recht und über das KWG in nationales Recht überführt. Im Basel II Rahmenwerk (Juni 2004) wurden die Vorgaben überarbeitet und der sogenannte ‚Drei-Säulen Ansatz‘ eingeführt. Umgesetzt wurde das Rahmenwerk über die Bankenrichtlinie und die Kapitaladäquanzrichtlinie (EU-Recht) sowie das KWG, die Solvabilitätsverordnung (SolvV) und die MaRisk (nationales Recht).

[26]

Abb. 12: Chronologie der Baseler Rahmenwerke66

Das sogenannte Baseler Rahmenwerk umfasst alle gültigen Standards des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht.

Das aktuelle Rahmenwerk des Ausschusses stellt das sogenannte Basel III Rahmenwerk dar, welches durch die CRR und CRD in europäisches Recht und durch die Umsetzung im KWG in nationales Recht überführt wurde.67 Das Basel III Rahmenwerk ist, wie auch das Basel II Rahmenwerk, in drei Säulen aufgeteilt (vgl. Abb. 13).

[27]

Abb. 13: Drei-Säulen-Ansatz Basel III

Säule I ist auf die aus Sicht der Aufsicht sogenannten wesentlichen Risiken (Adressenausfallrisiko, Marktpreisrisiko, (Liquiditätsrisiko) und operationelles Risiko) ausgerichtet. Dabei werden vor allem quantitative Quoten vorgegeben, die zwingend einzuhalten sind. Zudem sind Maßnahmen definiert, die bei Nichteinhaltung zu ergreifen sind.

Säule II berücksichtigt neben den von der Aufsicht als wesentlich definierten Risiken auch Risiken, die aus Sicht des Instituts wesentlich für das Geschäftsmodell sind. Die Säule fokussiert sich entsprechend mehr auf die interne Sicht des Instituts. Zudem sind neben rein quantitativen Kennzahlen auch qualitative Aspekte von Relevanz. Bei den in Säule II einzuhaltenden Quoten gibt es darüber hinaus Spielräume seitens der Aufsicht, sodass, anders als in Säule I, nicht direkt Konsequenzen folgen müssen.

Säule III umfasst die erweiterte Offenlegung. Sie umfasst Vorgaben zur Darstellung des Instituts nach außen. Die Aufsicht fordert, dass Banken und Bankkonzerne regelmäßig Informationen einzelinstitutsbezogen und auf konsolidierter Basis ver[28]öffentlichen. Diese müssen einfach zugänglich sein und ein getreues Bild der Finanz- und Ertragslage, der Risikopositionen, der Risikomanagementstrategien sowie der Grundsätze und Abläufe in der Führungsstruktur vermitteln. Dazu veröffentlichte der Baseler Ausschuss im Dezember 2018 sein überarbeitetes Rahmenwerk zur bankaufsichtsrechtlichen Offenlegung BCBS d455.68

Zusätzlich umfasst das Basel III Rahmenwerk Vorgaben zur Liquidität, welche keiner Säule zugeordnet werden können.

Das Eigenkapital gemäß Säule I umfasst das Tier 1 Kapital (Kernkapital), bestehend aus hartem Kernkapital (Common Equity Tier 1, CET 1)69 und zusätzlichem Kernkapital (Additional Tier 1)70, und das Ergänzungskapital (Tier 2 Capital)71. Banken müssen dabei folgende Mindesteigenkapitalanforderungen einhalten:72

Die Zusammensetzung des Gesamtforderungsbetrages ist in Art. 92 Abs. 3. der CRR geregelt. Der Gesamtforderungsbetrag (häufig wird auch der Begriff Gesamtrisikobetrag verwendet) setzt sich aus den berechneten ‚Säule 1 Risiken‘ zusam[29]men. Diese umfassen die risikogewichteten Positionsbeiträge für das Kreditrisiko73,74 sowie die Risikobeträge für das Marktrisiko75 (unterteilt in den Risikopositionsbeitrag für das Abwicklungs- und Lieferrisiko im Bank- und Handelsbuch76 und den Gesamtrisikobetrag für das Positions-, Fremdwährungs- und Warenpositionsrisiko77) und den Gesamtrisikobetrag für die operationellen Risiken78. Weitere Bestandteile sind ein zusätzlicher Risikopositionsbeitrag aufgrund fixer Gemeinkosten, der Gesamtrisikobetrag aufgrund der Anpassung der Kreditbewertung (englisch credit valuation adjustment, abgekürzt CVA) und sonstige Risikopositionsbeiträge.79 Die harte Kernkapitalquote ist nicht vergleichbar mit der ökonomischen Eigenkapitalquote, da u. a. beim Gesamtforderungsbetrag Risikogewichte berücksichtigt werden.80

Zusätzlich sollen Banken für Stressphasen über weiteres Kapital verfügen. Über die regulatorische Mindesteigenkapitalanforderung hinaus wird ein aus hartem Kernkapital bestehender Kapitalerhaltungspuffer in Höhe von 2,5%81 gefordert. Sobald die Eigenkapitalausstattung unterhalb dieser Quote liegt, gelten Beschränkungen für Kapitalausschüttungen.82

Darüber hinaus kann in bestimmten Marktphasen von der Aufsicht ein antizyklischer Kapitalpuffer (bestehend aus CET 1 oder sonstigem Kapital, das eine volle Verlustabsorption gewährleistet) in Höhe von 0% - 2,5% des Gesamtforderungsbetrags zusätzlich gefordert werden. Dieser Puffer soll in Zeiten eines (zu) starken [30]Kreditwachstums aufgebaut werden, um daraus resultierende Risiken abzufangen.83

Neben den Eigenkapitalanforderungen gelten gemäß Säule I weitere Vorgaben für die Verschuldung. So hat die Bank eine Leverage Ratio in Höhe von mindestens 3% einzuhalten (1.4).84 Für global systemrelevante Institute gelten strengere Regeln.85

Die Leverage Ratio ist mit der ökonomischen Eigenkapitalquote vergleichbar.

Eine solide Liquiditätsbasis ist neben einer robusten Eigenkapitalunterlegung eine notwendige Voraussetzung für einen stabilen Bankensektor. Daher müssen zusätzlich Kennzahlen zur Überwachung der Liquidität eingehalten werden. Die Mindestliquiditätsquote (Liquidity Coverage Ratio, LCR) soll die kurzfristige Widerstandsfähigkeit sicherstellen. Banken sollen über ausreichend erstklassige liquide Aktiva verfügen, um ein akutes, einen Monat andauerndes Liquiditätsstressszenario zu überstehen, das von den Aufsichtsinstanzen definiert wird. Mit der auf längere Sicht angelegten strukturellen Liquiditätsquote (Net Stable Funding Ratio, NSFR) soll die Widerstandsfähigkeit über einen längeren Zeithorizont gefördert und Liquiditätsinkongruenzen ausgeglichen werden. Sie erfasst die gesamte Bilanz und soll den Banken Anreize bieten, ihre Aktiva aus stabileren Refinanzierungsquellen zu finanzieren. Die Berechnung basiert auf einem einjährigen Zeithorizont.86

[31]Die zweite Säule des Baseler Rahmenwerks bezieht sich auf den aufsichtsrechtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozess (SREP). Dieser wird im nachfolgenden Kapitel dargestellt. Auf die dritte Säule wird nicht näher eingegangen, da diese für die weiteren Erläuterungen nicht weiter von Relevanz ist.

1.2.4 Aufsichtsrechtlicher Überprüfungs- und Bewertungsprozess (SREP) als Kernelement der Bankenaufsicht

Der SREP ist Teil des einheitlichen Aufsichtsmechanismus und die Umsetzung der Säule II des Baseler Rahmenwerks. Demnach wird für alle bedeutenden Banken (SI) und weniger bedeutenden Banken (LSI) im Euroraum eine gemeinsame Methodik angewandt. Allerdings gilt auch hier der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Die zuständigen Behörden teilen dazu alle Institute unter ihrer Aufsicht auf der Grundlage ihrer Größe, Struktur und internen Organisation sowie aufgrund der Art, des Umfangs und der Komplexität der Geschäfte in vier Kategorien ein.87 Je nach Kategorie erfolgt die Bewertung aller SREP-Elemente inklusive Kapitalquantifizierung in einem Rhythmus zwischen 1 und 3 Jahren.88

Um Veränderungen der finanziellen Bedingungen und Risikoprofile der Institute zu verfolgen, sollen die zuständigen Behörden finanzielle und nichtfinanzielle Schlüsselindikatoren regelmäßig überwachen.89 Die Indikatoren umfassen mindestens:

finanzielle Indikatoren und Risikoindikatoren für alle in den vorliegenden Leitlinien erfassten Risikokategorien,alle Quoten, die sich aus der Anwendung der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 und gemäß nationalem Recht zur Umsetzung der Richtlinie 2013/36/EU für die Berechnung der aufsichtsrechtlichen Mindestanforderungen (CET1, LCR, NSFR usw.) ergeben,[32] Mindestanforderungen in Bezug auf Eigenmittel und berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten (MREL) nach Richtlinie 2014/59/EU,relevante marktbasierte Indikatoren (z. B. Aktienkurse, Preise für Credit Default Swaps (CDS), Anleihespreads usw.) undsofern verfügbar, in den Sanierungsplänen der Institute verwendete Indikatoren für den wirtschaftlichen Aufschwung.90

Ergänzend zu den institutsspezifischen Indikatoren sollen makroökonomische Indikatoren für die geografischen Regionen, Sektoren und Märkte, in denen das Institut tätig ist, (sofern verfügbar) erhoben werden.91

Daneben umfasst der SREP die Bewertung der vier nachfolgenden zentralen Elemente:

Tragfähigkeit des Geschäftsmodells,Governance und Risikomanagement,Kapitaladäquanz (siehe Kapitel 2.2.3),Liquidität.92

Aus den einzelnen Elementen ergibt sich für die Aufsicht eine Gesamtbewertung, die die Überlebensfähigkeit der Bank widerspiegelt. Je nach Einstufung des Instituts kann die Aufsicht verschiedene Maßnahmen ergreifen:

Kapitalbezogene Maßnahmen – zusätzliche Eigenmittelanforderungen,Liquiditätsbezogene Maßnahmen – erhöhte Liquiditätsanforderungen (z. B. höhere LCR; längere Überlebensdauer, Mindestbetrag an liquiden Aktiva),Andere aufsichtsrechtliche Maßnahmen – qualitative Aufsichtsmaßnahmen (z. B. Anpassung des Geschäftsmodells oder der Geschäftsstrategie; Auferlegung zusätzlicher Meldepflichten).93

[33]Die SREP-Methodik ist mit seinen Elementen in Abb. 14 zusammengefasst.

Abb. 14: SREP-Methodik94

Die kapitalbezogenen Maßnahmen umfassen zusätzliche Eigenkapitalanforderungen für jene Risiken, die nicht oder nicht ausreichend durch die Säule 1-Eigenmit[34]telanforderungen (8% der risikogewichteten Aktiva) abgedeckt sind (Pillar 2 Requirements95 (P2R)) sowie zusätzliche Eigenkapitalanforderungen für Stressphasen (Pillar 2 Guidance (P2G); auch Eigenmittelzielkennziffer) (vgl. Abb. 15). 96

Abb. 15: Überblick der SREP-Kapitalfestsetzung97

Die P2R enthalten dabei drei Bestandteile: Einen Zuschlag für das Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch (nicht in Säule I berücksichtigt), einen Zuschlag für weitere (institutsindividuelle) wesentliche Risiken, die im Rahmen der Risikoinventur erfasst werden sowie einen individuellen Zuschlag. Die Zuschläge der ersten beiden Komponenten werden mithilfe von Bucketansätzen ermittelt. Die Zuschlagshöhe [35]wird anhand eines qualitativen Kriteriums (Risikoprofilnote) sowie anhand der Höhe des jeweiligen Risikos am Gesamtrisiko bemessen. Der individuelle Zuschlag kann im Einzelfall zusätzlich gefordert werden, um Aspekte zu adressieren, die nicht durch die ersten beiden Komponenten abgedeckt sind (z. B. Mängel in der Unternehmenssteuerung).98 Die Eigenmittelzielkennziffer (P2G) leitet sich aus dem aufsichtlichen Stresstest ab, der auf die Stresskomponenten der Niedrigzinsumfeld-Umfrage (NZU) bzw. des LSI-Stresstests99 zurückgreift.100

Die Unterlegung des SREP-Zuschlags (P2R) muss den Strukturanforderungen der Säule 1 entsprechen: mindestens 56% hartes Kernkapital und mindestens 75% Kernkapital. Für den Stress-Zuschlag (P2G) können dagegen nur CET1 Mittel angerechnet werden. Allerdings muss der SREP-Zuschlag (P2R) stets eingehalten werden, wohingegen die Eigenmittelzielkennziffer (Stress-Zuschlag) lediglich eine aufsichtliche Frühwarnschwelle darstellt, die zur Abfederung von Verlusten in Stresssituationen herangezogen werden kann. Eine Unterschreitung führt nicht automatisch zu aufsichtsrechtlichen Maßnahmen, wohl aber zu einer Erhöhung der Aufsichtsintensität und in der Regel zur Anforderung eines Kapitalplans (die weitere Auseinandersetzung mit der aufsichtsrechtlichen Risikotragfähigkeit ist in Kapitel 2.2.3 zu finden).101

Für das Zinsrisiko102 ergibt sich der LSI-Kapitalzuschlag aus dem Quotienten aus barwertigem Risikomaß (Basel II-Schock; Baseler Zinsschock) und Gesamtforderungsbetrag gemäß CRR in Verbindung mit der Risikoprofilnote. Zur Ermittlung des Baseler Zinsschocks wird die Auswirkung einer plötzlichen und unerwarteten Zinsänderung (ad hoc) in Form einer Parallelverschiebung der Zinsstrukturkurve um +/-200 Basispunkte (BP) auf den Zinsbuchbarwert103 quantifiziert.104 Bei der [36]Bestimmung des Risikowerts sind verschiedene Anforderungen (Aufstellung und Modellierung der Cashflows, Diskontierungskurve etc.) zu berücksichtigen. Der Barwertverlust aus dem für die Bank ungünstigeren Zinsszenario wird in Relation zum Gesamtforderungsbetrag gemäß Art. 92 CRR gesetzt:

Je nach Höhe des Quotienten und Qualität des Risikomanagements, das über die qualitative Risikoprofilnote zum Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch erfasst wird, müssen die Institute zwischen 0 und 3,5 Prozentpunkte mehr an Eigenmitteln105 hinterlegen. Die Zuordnung erfolgt dabei über 16 Klassen (Buckets) (vgl.