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Holz ist nach Öl und Gas der drittgrößte Rohstoffmarkt der Welt. Trotzdem ist diese Anlage bis heute den spezialisierten Aufforstungs- und Produktionsbetrieben und – insbesondere bei Edelholz – einer kleinen Gruppe sehr gut informierter Großinvestoren vorbehalten. Obwohl es keine andere Anlageform gibt, die den Nachweis über ihre Nachhaltigkeit besser aufzeigen kann als Edelholz, fangen institutionelle und vor allem private Kapitalanleger gerade erst an, die Vorteile dieser Anlageklasse zu nutzen. Der Autor erläutert, warum Holz ein herausragender Depotbaustein ist und jede Vermögensstruktur optimiert. Chancen und Risiken werden genauso beschrieben wie die Rahmenbedingungen, die eine Aufforstung zu einer erfolgreichen Kapitalanlage werden lassen. - Warum Edelholz in jedes Depot gehört! - Warum Edelholz ein solch herausragendes Chance-Risiko-Verhältnis hat - Die Unterschiede zwischen einem Waldinvestment und einer Edelholzanlage - Wie ein Edelholzinvestment überdurchschnittliche Erträge erzielt und gleichzeitig den Klimaschutz optimiert - Eine Analyse aller Edelholzanbieter und eine Grundlage für die persönliche Auswahl
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Seitenzahl: 225
Veröffentlichungsjahr: 2007
FinanzBuch Verlag
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ISBN 978-3-89879-294-3 | Print-AusgabeISBN 978-3-89879-550-0 | E-Book-Ausgabe (PDF)
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Für einen erfahrenen Vorstand amerikanischer Versicherungsgesellschaften, Pensionskassen oder den größten Stiftungen dieser Welt dürfte die von uns gewählte Kapitelüberschrift überraschend sein. Denn dort verfügt man bereits über mehrere Dekaden erfolgreicher Anlageerfahrung mit Wald und Edelhölzern. Anders in Deutschland. Institutionellen und insbesondere privaten Kapitalanlegern wird die Attraktivität dieser Vermögensklasse erst ganz allmählich bewusst. Selbst die Medien haben dieses Thema bisher nur sehr selten verarbeitet. Nur wer bereits seit Jahren aktiv nach Informationen zur Anlage in Wald und Edelholz sucht, der spürt, dass die Wahrnehmung und Berichterstattung in Deutschland so ganz allmählich zunimmt, im Vergleich zu vielen anderen Ländern aber noch weit in den Kinderschuhen steckt.
Warum ist das so? Warum fehlt der Mehrheit der deutschen Anleger – trotz, global gesehen, mehr als 30-jähriger erfolgreicher Erfahrung in der kommerziellen Aufforstung – überhaupt die Information, dass es sich bei Wald und insbesondere Edelholz um eine ausgezeichnete Anlageform handelt?
Wenn Sie nach den Ursachen forschen, finden sich die folgenden Hauptgründe:
Grund 1: Hohe Anlagesummen
Historisch waren Anlagen in Edelholz einer ausgewählten Anlegergruppe vorbehalten. Die Investition in eine eigene Aufforstung ist sehr vielschichtig. Im kurzen Überblick sind dabei viele Aufgaben zu lösen:
Mit Anlagesummen unter fünf Millionen Euro macht dies keinen Sinn bzw. wird es nicht von Erfolg gekrönt sein. Es sind ausreichend finanzielle Mittel notwendig, um eine solide Grundlage für eine erfolgreiche Entwicklung in der Anlageklasse Edelholz zu schaffen.
Wenn man gleichzeitig berücksichtigt, dass der Aufbau einer gesunden Vermögensstruktur eine breite Streuung in viele verschiedene Anlageklassen notwendig macht, die Anlage in Edelholz also einen Vermögensanteil von 10 bis maximal 20 Prozent nicht überschreiten sollte, schränkt dies die möglichen Investoren – insbesondere bei den Privatanlegern – stark ein.
Grund 2: Fehlgeschlagene Angebote
Wer versucht, sich bei Insidern der Branche nach den möglichen Chancen und Risiken einer Edelholzanlage zu erkundigen, wird schnell mit Berichten über die Kenntnis privater Initiatoren abgeschreckt. In der Regel handelt es sich um ehemalige Kollegen oder Angestellte aus der Holzbranche, die in der Vergangenheit versuchten, Anlagemöglichkeiten für den Privatanleger zu konzipieren, jedoch nicht in der Lage waren, die herausragenden Eigenschaften des naturgegebenen Zinseszinses in einen Mehrwert für ihre Anleger umzusetzen.
Ohne dass wir diese Fehlschläge einzeln analysiert haben, hierfür waren die fehlenden Strukturen, eine zu geringe Kapitalausstattung und eine ungenügende Bildung von liquiden Rücklagen verantwortlich. Die Natur sorgt zwar für eine überdurchschnittliche Ertragschance, verlangt dafür aber Zeit.
Wer die wertsteigernde Pflege bis zu den liquiditätsbringenden Zwischenernten nicht kalkuliert, dem geht auf dem Weg des naturgegebenen Erfolges die Puste aus. Es reicht bei weitem nicht aus, die forstund holzwirtschaftlichen Fachkenntnisse und die finanziellen Mittel für ein Anschieben der oben genannten Strukturen mitzubringen.
Zum dauerhaften Erfolg gehören ebenso Fachkenntnisse in der Finanzplanung und ein entsprechendes finanzielles Risikomanagement. Wer das nicht einplant, ist zum Scheitern verurteilt.
Dass es auch anders geht, wird beispielsweise seit 1994 mit Teakaufforstungen in Brasilien, zum Großteil finanziert durch Privatanleger, bewiesen. Allerdings handelt es sich hierbei um einen Initiator2, der sich bei der Gestaltung seiner Anlageprodukte auf die Privatanleger in Holland und Großbritannien konzentriert.
Grund 3: Die deutsche Meinungsbildung zum Thema Wald
Die Bundesforschungsanstalt für Holzwirtschaft3 dokumentiert in der aktuellen Bundeswaldinventur, dass Deutschland in Europa über die größten Holzvorräte verfügt – sogar mehr als die klassischen Holzländer Skandinaviens. 3,4 Milliarden Kubikmeter Holz tragen zum Umwelt- und Klimaschutz bei und helfen, Arbeitsplätze in ländlichen Regionen zu schaffen und zu sichern. Die Forst- und Holzwirtschaft gehört in Deutschland bereits heute zu den größten Wirtschaftszweigen. Mit einem Umsatz von rund 100 Milliarden Euro kann sie sich mit den klassischen Industriebranchen messen (Elektrotechnik 155 Milliarden und Maschinenbau 132 Milliarden Euro). Mit rund 1,1 Millionen Beschäftigten4 ist die Forst- und Holzwirtschaft zudem einer der größten Arbeitgeber in Deutschland.
Aufgrund der hohen Bedeutung für Wirtschaft und Umwelt findet eine häufige Berichterstattung in den Medien rund um das Thema Holz, insbesondere um unseren Wald statt. Wenn dann gleichzeitig über kranke Wälder, also die Risiken für einen der größten Wirtschaftszweige berichtet werden kann, sind das genau die Nachrichten, die unsere auf negative Schlagzeilen konzentrierte Medienwelt sucht und berichtet.
»Nicht nur Geld benötigt ein geeignetes Umfeld um sich positiv zu entwickeln, sondern auch Bäume!«
Wer hinterfragt, wo der Großteil der deutschen Holzvorräte/Wälder steht, kann es schnell auf den Punkt bringen: »Überall dort, wo sich die Böden nicht für den normalen Ackerbau geeignet haben«. Das heißt im Umkehrschluss, die Rahmenbedingungen für den deutschen Wald sind nicht optimal. Karge Böden und schlechte Wasserversorgung sind keine optimale Grundlage, kerngesunde und widerstandsfähige Bäume vor allem schnell wachsen zu lassen. Je älter Bäume bei schlechten Standortbedingungen werden, desto anfälliger werden sie: in der Summe viele Faktoren, die eine ertragsstarke Investition in deutschen Wald erschwert und deshalb eine durchaus gerechtfertigte Grundlage für die Medienberichte ist. Wenngleich die Medien die positiven Möglichkeiten nicht oder viel zu selten aufgreifen.
Wer dem Wald die richtigen Rahmenbedingungen gibt, hat geringe waldbauliche Risiken und eine gute Ertragsbasis.
Laut Forst- und Holzexperten5 hilft dem deutschen Wald beispielsweise eine Verjüngung. Alten Bäumen fehlt die Widerstandskraft. Besser ist es, Platz für eine junge Waldgeneration zu schaffen, die vitaler ist und den Umweltstress wie die Trockensommer in den Jahren 2002 und 2003 besser verkraften kann. Wer dem Wald optimale Standortvoraussetzungen wie beste Ackerböden und gute Grundwasserversorgungen gibt, so wie wir sie weltweit bei professionell unter dem Kapitalanlageaspekt vorgenommenen Aufforstungen antreffen, lässt einen widerstandsfähigen und gegen Krankheiten wenig anfälligen Wald heranwachsen. Diese Voraussetzungen kombiniert mit schnell wachsenden Edelhölzern ist die Basis für die mehrheitlich (noch) »unentdeckte Rohstoffperle«.
In historischer Betrachtung waren Adelsfamilien über Jahrhunderte in der Lage, große Vermögen zu erhalten und auf die nachfolgenden Generationen zu übertragen. Basis hierfür waren nicht ihr liquides Kapital, sondern der Grundbesitz und hier insbesondere der Wald.
Die direkte Investition in Wald wird auch zukünftig diese vermögenserhaltenden und -vermehrenden Eigenschaften ermöglichen. Deshalb ist die Waldinvestition langfristig immer hervorragend geeignet, die Vermögensallokation zu optimieren. Die langen Wachstumszeiten der heimischen Hölzer stellen jedoch keine ertragsoptimierten Holzinvestitionen dar. Wenn heute beispielsweise ein Förster begeistert von einem einzigartigen Ahornbestand berichtet, der vor zwanzig Jahren gepflanzt wurde und in 120 Jahren »geschlagen« werden kann, dürfte das bei der Mehrheit der Investoren nicht die geplante Anlagedauer treffen.
Dass ein richtig ausgesuchtes Holzinvestment für den – in seiner Generation denkenden – Anleger trotzdem einen sinnvollen Depotbaustein mit hoher Ertragskomponente darstellen kann, sollen Ihnen unsere Ausführungen zu den Naturwäldern, zu den Mischwäldern und Wäldern, die in Reinkultur vorkommen, verdeutlichen.
Mit (Ur-)Wäldern bezeichnen wir alle Waldflächen, die von Natur aus entstanden sind. Der Begriff »Naturwald« ist bei uns Menschen unterschiedlich geprägt und findet sich auch mit einem sehr differenzierten Erscheinungsbild in der Natur wieder. Unter Naturwald verstehen wir in der Regel Mischwälder – also Wälder aus einer Vielzahl von unterschiedlichen Baumarten. Den Wenigsten ist bekannt, dass der Naturwald auch in sogenannten Reinkulturen – also Wäldern die nur aus einer Baumart bestehen – vorkommt.
Die Urwälder in den tropischen Klimazonen sind die vielfältigsten ihrer Art. Das feuchtwarme Klima und nährstoffreiche Böden lassen bis zu 200 verschiedene Baumarten pro Hektar gedeihen. Sie stellen damit die größten Mischwälder der Welt dar.
In den kaltgemäßigten (borealen) Klimazonen (siehe Grafik 23 im Kapitel 2.2.1.) besitzen die Urwälder eine »Tendenz« zu Reinkulturen. Dort steht der Natur nur eine sehr kurze Vegetationsperiode zur Verfügung. Durch den Prozess der Blattbildung und -rückbildung würde diese Zeit noch stärker verkürzt. Deshalb hat die Natur hier eine optimierte Form geschaffen. Je kürzer die Vegetationsperiode, desto stärker setzen sich die Bäume mit immergrünen Nadeln durch. Deshalb finden wir in den kaltgemäßigten Klimazonen Nadelwälder. Sie setzen sich aus riesigen Flächen zusammen, in denen überwiegend Fichten, Kiefern, Tannen und Lärchen wachsen.
Selbst in den gemäßigten (temperierten) Klimazonen Europas sind Flächen mit ähnlichen Erscheinungsbildern anzutreffen. Ursprünglich bestanden die Wälder hier zu großen Teilen nur aus Eichen – Reinkulturen pur. Nur das unbändige Wachstumsstreben der Buche konnte der Eiche paroli bieten, sodass sich gemischte Flächen entwickelten. Der immense Holzbedarf des Menschen im Mittelalter hat zu Entwaldungen geführt, die durch einen nach 1700 auftretenden Nachhaltigkeitsgedanken zur Entwicklung unserer heutigen Sekundärwälder geführt hat. Je nach »biologischer Nische« haben sich dabei die unterschiedlichsten Waldformen entwickelt. In den Niederungen des Mittelgebirges ist dies am besten nachzuvollziehen. Hier finden sich auf kleinem Raum sehr viele ökologische Nischen: Hanglagen mit Süd- oder Nordausrichtung, karge Bergkuppen oder Täler mit besten Schwemmböden. Die Natur hat diese ökologischen Nischen entsprechend genutzt. Es finden sich Flächen mit vielen verschiedenen Hölzern – Flächen, die wir als klassische Mischwälder bezeichnen. Genauso finden sich große Flächen in Reinkultur – insbesondere mit Nadelhölzern. In Lagen ab 600 bis 700 m Höhe finden sich keine Laubbäume mehr – hier wachsen nur noch Nadelhölzer, zum Teil über große Flächen nur in einer Baumart. Sie sind durch ihre immergrünen Nadeln den kurzen Vegetationsperioden genauso angepasst, wie mit ihren nach unten gerichteten Ästen – dadurch kann sich der Schnee nicht halten und gleitet ab, ohne dass größere Schäden entstehen.
Der Eingriff des Menschen (Entwaldung im Mittelalter) hat verhindert, dass wir über Massen von Buchenwäldern – also naturgegebener Reinkultur – verfügen. Genauso hat er verhindert, dass die Natur die besten Böden Europas mit den Sekundärwäldern zurückerobern durfte. Die nährstoffreichsten Flächen sind der Agrarwirtschaft erhalten geblieben. Aus diesem Grund sind die meisten Waldflächen der temperierten Klimazonen Nordamerikas auch sehr viel ertragreicher, als in Europa (siehe hierzu der NCREIF Timberland Index im Kapitel 3.6.1.).
Bevor wir uns mit Edelhölzern im Detail beschäftigen, erlauben Sie uns noch einige grundsätzliche Ausführungen zu den weltweit anzutreffenden Waldformen, die nicht den Naturwäldern zuzuordnen sind.
Forste sind von Menschenhand angelegte Waldflächen, mit denen wirtschaftliche Ziele verfolgt werden. Dabei finden sich einerseits Mischwälder und andererseits Aufforstungen in Reinkulturen. Über das gesamte Buch finden Sie Ausführungen, die beide Aufforstungsformen betreffen können. Je nach Betrachtungswinkel werden Sie die eine oder die andere Investitionsform persönlich überzeugender finden. Auch wenn wir Ihnen eine objektive Dokumentation zur Verfügung stellen, schließen wir nicht aus, dass unser persönlicher Betrachtungswinkel von dem Ihrigen abweicht. Deshalb möchten wir an dieser Stelle klar herausstellen, dass der Mensch beide Formen (Mischwald und Reinkulturen) aufforstet. Also sind auch beide Formen aus wirtschaftlicher Sicht ertragreich! Sonst würde es der Mensch nicht tun.
1.2.2.1. Heimische Wälder
Der Kauf eines heimischen »Bestandswaldes« und dessen Pflege ermöglicht eine sofortige und laufende Ausforstung. Damit bietet diese Investitionsform den Vorteil, dass sehr zeitnahe und vor allem kontinuierliche Rückflüsse erzielt werden.
Die traditionelle, extensive Anbauweise unterliegt jedoch nur einer geringen Pflege, sodass nur ein geringer Anteil an hochwertiger Holzqualität anfällt. Insbesondere durch die hohe Bestandsdichte findet ein langsames Baumwachstum statt. Dazu kommt, dass die Mehrzahl der Baumarten heimischer Wälder keine Tophölzer darstellen. All dies in Summe kann durch den Vorteil eines sofort möglichen und kontinuierlichen Kapitalrückflusses nicht kompensiert werden. Im Vergleich zu Edelholz-Investitionen wird eine geringere Gesamtrendite erzielt.
1.2.2.2. Edelholz-Forste als Mischwälder
Hier wird kein Bestandswald gekauft, sondern eine Aufforstung brachliegender Flächen mit ausgewählten Hölzern vorgenommen. Der Nachteil zum Bestandswald ist, dass die Aufforstung erst nach vielen Jahren – wenn die ersten Zwischenernten vorgenommen werden – zu ersten Kapitalrückflüssen führt. Der Vorteil liegt im Aufforsten ausgesuchter Holzarten, die dem hochwertigen Segment der Edelhölzer zuzuordnen sind.
Unternehmen, die Flächen mit verschiedenen Hölzern aufforsten, sind stärker ökologisch ausgerichtet. Bei einer rein wirtschaftlichen Betrachtung ist die Mischwald-Aufforstung mit folgenden Fakten konfrontiert:
Ökonomisch betrachtet ist ein Mischforst durch den größeren Aufwand mit relativ hohen Kosten verbunden. Wird der Aufwand in der Praxis jedoch klein gehalten, geht das immer zu Lasten der Holzqualität – der mögliche Mehrwert, der durch Edelhölzer höchster Qualität erreicht werden kann, wird dann nicht genutzt.
1.2.2.3. Edelholz-Forste in Reinkultur – Plantagenwirtschaft
Hier findet die Aufforstung brachliegender Flächen mit einer Baumart statt. Auch hier gibt es keine sofort beginnenden, laufenden Kapitalrückflüsse, sondern erst mit den ersten Zwischenernten. Die Konzentration auf ein ausgesuchtes Edelholz ermöglicht den Anbau besonders hochwertiger und teurer Holzarten. Das garantiert den Mehrwert, der im höchsten Holzsegment erzielt werden kann.
Aus der Agrarwirtschaft wissen wir, dass das mögliche Ertragspotential durch Monokulturen optimiert wird. Genauso kann der kommerzielle Erfolg einer Aufforstung durch Reinkulturen optimiert werden.
Die Konzentration auf eine Holzart, auf ein einheitliches Wachstum, einheitliche Erntezeiträume und das richtige Pflanzschema, kombiniert mit einer intensiven Pflege, ermöglicht den höchsten Holzertrag pro Zeiteinheit. Gleichzeitig können die Böden maschinell bearbeitet werden, sodass ein hoher Rationalisierungseffekt erreicht wird.
Aufforstungen in Reinkulturen werden – abgeleitet aus den Obstplantagen – als Plantagenwirtschaft bezeichnet. In der Forstwirtschaft ist dieser Begriff jedoch durch die tropische Plantagenwirtschaft in Misskredit geraten und eher negativ belegt – grundsätzlich natürlich zu Recht: Schließlich wurden die Naturwälder gerodet, um Plantagen anzulegen.
Wenn wir über Forste in Reinkultur in den Regionen der ursprünglichen Urwälder sprechen, geht es um die Aufforstung von Flächen, die vor mehreren Generationen gerodet wurden und heute ausgelaugte brachliegende Ackerflächen bzw. erosionsgefährdete Weideflächen darstellen. Forstbetriebe, die bei der Aufforstung ihrer Reinkulturen die Vermeidung von Erosion (keine Hangflächen) beachten und gleichzeitig Ausgleichsflächen (siehe auch Vorgaben des Forest Stewardship Council (FSC) in Kapitel 2.2.3.) für ihre Aufforstungen nachweisen, schützen die Naturwälder und stellen einen wichtigen ökologischen Beitrag dar. Schließlich wird selbst stark kommerziell ausgerichtetes Kapital über Forste in Reinkultur in die globale Wiederaufforstung gelenkt.
Stark ökologisch geprägte Menschen stellen Forste, die nicht naturnah geprägt sind, in Frage. Da wir uns genau mit solchen Forsten in diesem Buch intensiv beschäftigen, ist es uns wichtig, die grundsätzlichen Funktionen des Waldes ihrer Wichtigkeit entsprechend geordnet zu nennen und vorab kurz zu kommentieren. Ziel dieser Erläuterungen ist es zu verdeutlichen, dass
Der Wald erfüllt
Funktionen. Die ökologischen Funktionen stellen die Grundlage für die Lebensfähigkeit der Menschheit und Tierwelt dar. Der Bedeutung entsprechend widmen wir dieser Funktionsweise das gesamte Kapitel 2.
Wie oben bereits genannt, haben wir die vielen Forstflächen, die sich heute weltweit neu bilden – egal ob als Mischwald oder Reinkultur – ausschließlich der wirtschaftlichen Funktion der Forste, der Holzproduktion, zu verdanken. Besonders erwähnenswert ist hierbei jedoch, dass trotz der vordergründig wirtschaftlichen Konzeption diese Forste viele lebenswichtige ökologische Funktionen erfüllen – trotz kommerzieller Ausrichtung.
Die soziale Funktion des Waldes ist wieder auf den Menschen bezogen. Er bietet uns Erholung – eine Zeit des Entspannens und Erholens. Gleichzeitig bietet er Arbeit und ermöglicht insbesondere in den sozial wenig vorangeschrittenen Ländern wichtige Arbeitsplätze.
Grafik 1. Ursprungsfaktoren verantworten die Ergebnisfaktoren
Das in Kapitel 1.2. erwähnte Ahornbeispiel stellt nur auf einen Faktor – nämlich die Dauer der Kapitalbindung – ab. Für den Vergleich und das Streben, das Holzinvestment so zu wählen, dass ein optimiertes Verhältnis zwischen Kapitaleinsatz und Ertragspotential erzielt wird, sind sehr viel mehr Faktoren zu berücksichtigen. Hierzu unterscheiden wir in den nachfolgenden Ausführungen zwischen ursprünglichen und ergebnisorientierten Faktoren. Die Ursprungs-Faktoren stellen dabei die Basis für eine positive bzw. negative Entwicklung des Holzinvestments dar. Die Grafik 1 zeigt, wie die Ergebnis-Faktoren beeinflusst werden.
Die Anbauweise stellt in der kommerziellen Aufforstung eine der wichtigsten Ausgangsfaktoren dar, die durch menschliche Einflussnahme im Ergebnis hohe Mehrwerte ermöglicht. Die wesentlichen Punkte sind dabei:
Die Summe dieser Maßnahmen soll zwei Ziele erreichen:
In den nachfolgenden Kapiteln erläutern wir Ihnen die Hintergründe, die es zu beachten gibt, um diese Ziele optimiert erreichen zu können.
1.3.1.1. Mehrwert durch dicke Stämme
Aus Sicht der Anbauweise resultiert das gesamte Wachstum aus dem vorhandenen Wasser- und Nährstoffangebot, sowie dem Lichtangebot bzw. dem möglichen Potential der Photosynthese. Steht ein Baum frei und kann einen optimalen Lichteinfall verarbeiten, wird mehr Biomasse Holz, also dickere Jahresringe produziert, als wenn er dicht an anderen Bäumen steht. Insbesondere im dichten Naturbestand und in der traditionellen Forstwirtschaft ergibt sich relativ schnell ein sogenannter Kronenschluss, das heißt die Kronen der Bäume beginnen sich zu berühren. Die unteren Äste erhalten also kein verarbeitbares Lichtpotential mehr und sterben ab – die Dicke der Jahresringe bleibt somit weit hinter ihrem möglichen Potential.
Ein richtig gewähltes Pflanzschema meidet einen zu frühen Kronenschluss. Die Bäume werden in größerem Abstand gepflanzt als in der Naturaufforstung. Sie stehen also nicht im Konkurrenzkampf um das Wasser- und Nährstoffangebot und können das Lichtangebot in Gänze verarbeiten. Dies führt zu einer bestmöglichen Biomassenproduktion. Es entstehen also sehr dicke Jahresringe. Bevor der Kronenschluss zu einer natürlichen Wachstumsbremse wird, entstehen so bereits relativ dicke Baumstämme.
Die Zielstellung über die gesamte Wachstumsperiode einer kommerziellen Pflanzung ist es, Baumstämme zu produzieren, die bei ihrer Verwertung einen höchstmöglichen Verkaufserlös erzielen. Hierbei gilt: Je dicker der Stamm, desto höher das Ertragspotential.
Die Grafik 2 zeigt, dass vier Stämme mit einem Durchmesser von 20 cm benötigt werden, um die gleiche Menge Holz zu erhalten wie ein Stamm, der eine Dicke von 40 cm aufweist. Die erste Vermutung, gleichviel Holzmenge entspräche dem gleichen Erlöspotential, ist dabei falsch. Je dicker der Stamm, desto besser werden die Verwendungsmöglichkeiten.
Grafik 2. Die Biomasse Holz eines 40 cm Stammes entspricht 4 Stämmen à 20 cm
Die höhere bzw. flexiblere Schnittholzausbeute oder gar die Möglichkeit der Furnierholzverwendung erhöht das Erlöspotential überproportional. Ein Festmeter Rundholz, bestehend aus 20 cm dicken Stämmen im Vergleich zur gleichen Holzmenge, jedoch bestehend aus 40 cm dicken Stämmen ergibt also ein vielfaches Erlöspotential. Die Preiskurve der Grafik 3 verdeutlicht dies. Der Preis je Festmeter Rundholz steigt mit der Dicke des Stammes nicht linear an, sondern potenziert sich. Ein Grund mehr, in der kommerziellen Aufforstung nach dicken Stämmen zu streben.
Der erste Kronenschluss macht also eine erste Ausdünnung (Zwischenernte) notwendig. Das dabei angewandte Ausdünnungsschema muss den verbleibenden Bäumen wieder ausreichend Licht schaffen, damit bis zur nächsten Ernte ein ungehindertes Dickenwachstum fortgesetzt werden kann.
Grafik 3. Je dicker der Stamm, desto werthaltiger ein Festmeter Rundholz
Im optimalen Fall ermöglicht das ausgewählte Pflanz- und Ausdünnungsschema zu jeder Zwischenernte und zur Haupternte für die jeweilige Standzeit die Verwertung von relativ dicken Baumstämmen.
Das Pflanz- und Ausdünnungsschema stellt für die einzelnen Holzarten also die planerische Grundlage dar, mit welcher die natürlichen Eigenschaften der möglichen Wachstumsgeschwindigkeiten optimiert werden können.
Wird dieses Pflanz- und Ausdünnungsschema konsequent angewendet, sind – gemessen an der Wachstumszeit – immer überdurchschnittlich dicke Baumstämme möglich, und zwar über die gesamten Aufforstungsparzellen.
1.3.1.2. Mehrwert durch Fehlerfreiheit
Der zweite Mehrwert, der durch eine konsequent umgesetzte Anbauweise entsteht, resultiert aus den Pflegemaßnahmen.
Oben haben wir deutlich gemacht, welche primären Maßnahmen für ein optimiertes Dickenwachstum notwendig sind, der zweite Mehrwert kann mit der Produktion von fehlerfreiem Holz, also der bestmöglichen Holzqualität erzielt werden. Hier ist interessant zu sehen, welche extremen Mehrwerte im Vergleich zu einer minderen Holzqualität am Markt erzielbar sind. Bevor wir das aber mit realen Zahlen unterlegen, lassen Sie uns auf die Maßnahmen eingehen, die eine fehlerfreie Holzqualität über die gesamten Pflanzungen gewährleisten.
Die wichtigste und zugleich schwierigste Maßnahme bei der Pflege ist die Astung. Nur mit einer konsequenten Anwendung können lange ebenmäßige Stämme weitestgehend frei von Astspuren produziert werden. Dies wirkt sich zum einen in ästhetisch bester Holzqualität, aber auch einem möglichst spannungs- und rissfreiem Holz aus. Gleichzeitig müssen die Schnittwunden mit einer die Baumrinde nachbildenden Paste gegen Pilzbefall geschützt werden. Hiermit wird der Faulstellenbildung entgegengewirkt.
Im vorigen Kapitel sind wir auf die Zielstellung ›dicke Baumstämme‹ eingegangen – nämlich durch entsprechende Pflanz- und Ausdünnungsschemata den Bäumen, im Vergleich zum engstehenden Naturwald, eine optimale Lichtausbeute zu ermöglichen, also auch den unteren Ästen der Baumkrone Licht zur Verfügung zu stellen.
Hierzu stellt die pflegerische Maßnahme der Astung einen Widerspruch dar. Schließlich werden die Bäume bei der Astung dem zusätzlichen Blattwerk – welches durch Photosynthese die Biomasse Holz produziert – beraubt.
Einerseits muss eine fehlerfreie Holzqualität erreicht werden, also soviel wie möglich der Äste zur Bildung eines langen astfreien Stammen entfernt werden, anderseits sollen möglichst dicke Baumstämme produziert werden. Das richtige Maß finden, genügend Äste zugunsten eines langen fehlerfreien Stammes schneiden und gleichzeitig ausreichende Äste stehen lassen, um eine bestmögliche Biomassenproduktion zu ermöglichen, kann nur durch erfahrene Fachleute bzw. unter deren Aufsicht umgesetzt werden.
Die Wachstumsnachteile der Astung können durch die weiteren pflegerischen Maßnahmen, der Unkrautverhinderung, der Düngung und dem Schutz vor Schädlingen wieder wettgemacht werden.
Bei der Unkrautverhinderung geht es vor allem darum, die Flächen der Aufforstungen von tiefwurzelnden Gräsern und Unkräutern freizuhalten. Den Bäumen muss ein höchstmögliches Angebot an Wasser und Nährstoffen verbleiben, deshalb ist jede konkurrierende Bodenvegetation zu vermeiden – Räuber wichtiger Nährstoffe und Wasser werden nicht zugelassen. Hier kommt jetzt ein weiterer Vorteil von geplanten Pflanzschemata zum Tragen. Ein breiter Pflanzabstand lässt eine maschinelle Bearbeitung des Bodens zwischen den Bäumen zu. Nur so kann man die großen Flächen der Aufforstungen im Sinne einer wachstumsorientierten Pflege überhaupt beherrschen.
Genauso wichtig ist die mechanische Bearbeitung des Bodens nach starken Regenfällen. Sobald warme Luft den Verdunstungsprozess einleitet, zieht die Oberflächenverdunstung das tieferliegende Wasser nach oben. Wenn jetzt die oberste Erdkruste geeggt wird, wird diese Sogwirkung reduziert und das tiefliegende Wasser bleibt da, wo es den Bäumen am meisten nützt – im Erdbereich der Wurzeln.
Die oben erläuterten Bodenarbeiten zeigen, dass die kommerzielle Aufforstung der modernen Agrarwirtschaft mindestens so nahe steht wie der traditionellen Forstwirtschaft. Dazu gehört genauso eine ökologisch sinnvolle Düngung. Nicht, dass die Böden mit Chemie vollgepumpt werden – das würde die FSC-Zertifizierung (siehe Kapitel 2.2.3.) gar nicht zulassen – aber eine sogenannte Blattdüngung, bei der die wachstumsfördernden Wirkstoffe in die Baumkronen gesprüht und über die Blätter direkt aufgenommen werden, schont den Boden und fördert das Wachstum. Gleiches gilt für die sogenannte Gründüngung – dabei werden niedrigwachsende Kleinpflanzen untergepflügt. Sie führen dem Boden wichtige Nährstoffe zu und sorgen gleichzeitig für Humusbildung.
Als letztes sei bei den pflegerischen Maßnahmen der Schutz vor Schädlingen erwähnt. Selbstverständlich ist der Wald einer kommerziellen Aufforstung genauso möglichen Schädlingen ausgesetzt wie der Naturwald. Durch die oben erläuterten pflegerischen Maßnahmen stehen die Bäume jedoch unter einer ständigen Beobachtung. Dies führt dazu, dass ein möglicher Schädlingsbefall sehr frühzeitig erkannt wird und dann auch mit einem ganz begrenzten, punktuellen Einsatz von gezielt wirkenden Wirkstoffen schnell und erfolgreich bekämpft werden kann.
