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Life Forestry klärt auf: Wer in Holz investieren will, stellt fest, dass diese Anlageklasse für den Privatanleger sehr intransparent ist. Life Forestry Geschäftsführer Lambert Liesenberg bietet mit "Investieren in Holz" eine praktische Gebrauchsanweisung für alle Anleger, die Holz im Kontext seiner globalen Wachstumsmärkte, Traditionen und Verbrauchertrends verstehen wollen, um eine fundierte Wahl zu treffen. Die Life Forestry Switzerland AG ist einer der führenden Anbieter von Direktinvestments in Teakbäume der höchsten Qualitätsstufe. Durch seine Arbeit bei Life Forestry kann der Autor deshalb aus erster Hand noch unveröffentlichte Marktzahlen und seine praktische Erfahrung als Holzexperte einbringen. Life Forestry bietet mit diesem Werk einen Vergleich der verschiedenen Holz-Anlageformen nach Liquidität, Transparenz, Wirkung für den Inflationsschutz und Risiken. "Investieren in Holz" … + … ist eine wichtige Entscheidungshilfe für die Suche nach einem verantwortungsbewussten und tragfähigen Waldinvestment + … enthält zahlreiche Checklisten und Leitfäden, die Anlegern die Bewertung eines Holzinvestments erleichtern + … erläutert wichtige Zusammenhänge zwischen Rendite, Risiko und Nachhaltigkeit + … bietet übersichtlich einen schnellen Vergleich der verschiedenen Holz-Anlageformen nach Liquidität, Transparenz, Wirkung für den Inflationsschutz und Risiken + … verbindet ein tiefes Verständnis für das "Lebenselixier" Holz mit dem Blickwinkel des Finanzinvestors und global agierenden Anlegers
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Seitenzahl: 209
Veröffentlichungsjahr: 2014
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1. Auflage 2015
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Redaktion: Ute Wieland
Korrektorat: Veit Ladstetter
Umschlaggestaltung: Kristin Hoffmann, München
Umschlagabbildung: Life Forestry Group
Satz: Daniel Förster, Belgern
Druck: Graspo CZ, Tschechische Republik
Printed in the EU
ISBN Print 978-3-89879-836-5
ISBN E-Book (PDF) 978-3-86248-390-7
ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-86248-393-8
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INHALT
Vorwort
Kapitel 1: Hundert Arten von Holz
1.1 Der drittgrößte Rohstoffmarkt der Welt
Verwendung: Holz ist ein lebenslanger Begleiter des Menschen
Eigenschaften: ein starkes Material
1.2 In welche Hölzer können Sie investieren?
Langatmig: Nutzholz vor der Haustür
Exotisch: Nutzhölzer aus den Tropen
Überlegen: Edelholz
Hölzer im Vergleich
Kapitel 2: Wovon hängt der Ertrag eines Holzes ab?
2.1 Standort: von der Wahl der besten Lage
2.2 Holzarten und Genetik: beste Voraussetzungen
2.3 Samen, Wurzeln, Stamm und Krone: Was für die spätere Ernte entscheidend ist
2.4 Pflege: Was eine professionelle Bewirtschaftung ausmacht
2.5 Anbaumethode: Mischwald oder Reinkultur?
2.6 Ernte: Der Zeitpunkt entscheidet
2.7 Zertifizierung: Nur Holz aus nachhaltiger Pflanzung erzielt Höchstpreise
2.8 Preisentwicklung: von Holzmengen, -märkten und -preisen
Kapitel 3: Wie lässt sich die Entwicklung von Holzpreisen einschätzen?
3.1 Allgemeine Holzpreisentwicklung
Handelsklassen
Angebot und Nachfrage
Zunehmender Wettbewerb um Land
3.2 Wachsende Rendite – der entscheidende Vorteil von Bäumen
3.3 Der spezielle Fall Teak
Der Teakholzmarkt früher, heute und in Zukunft
Der Teakpreis und seine Entwicklung
Kapitel 4: Was Sie bei einer Investition in Holz beachten sollten
4.1 Gute Gründe für eine Holzanlage
Ein attraktiver Baustein in Ihrer Portfolio-Mischung
Holzinvestments im Vergleich mit anderen langfristigen Anlageformen
Wohl dem, der die richtigen Sachwerte im Depot hat
Ihr ökologischer Fußabdruck wird eine Nummer kleiner
4.2 Welche Investitionsformen stehen Ihnen zur Auswahl?
Indirekte Holzinvestments
Direkte Holzinvestments
4.3 Warum unterscheiden sich die Renditeversprechen so stark?
Die Zusammensetzung der Rendite
Vergleichbarkeit der einzelnen Angebote
Aus der Praxis: Rentabilitätsstudie aus Lateinamerika
4.4 Welchen Risiken ist ein Holzinvestment ausgesetzt?
Mangelnde Pflege der Pflanzen
Waldbrand
Ungeziefer, Pilze und Krankheiten
Klimakatastrophen: Stürme, Überschwemmungen, Dürre
Diebstahl
Wirtschaftliche und politische Entwicklungen
Finanzielles Risiko
Preisverfall und Substitution
Schwarze Schwäne: Warum die Angst vor Risiken ein Risiko ist
Kapitel 5: Wie Sie herausfinden, ob eine Anlage Ihren Ansprüchen genügt
5.1 Eine Reise zur wachsenden Rendite
5.2 Was Investoren berichten – und andere Quellen
Organisation des Plantagenbesuchs
Zustand der Plantagen
Zuordnung des Eigentums
Kompetenz und Hilfsbereitschaft des Personals
Gesamteindruck
5.3 Erfolgsfaktor Know-how
CHECKLISTE KNOW-HOW
5.4 Erfolgsfaktor Standort
CHECKLISTE STANDORT
5.5 Erfolgsfaktor Transparenz
CHECKLISTE TRANSPARENZ
5.6 Erfolgsfaktor Motivation
CHECKLISTE MOTIVATION
Resümee
Zum Autor: Lambert Liesenberg
Danksagung
Glossar
Literaturverzeichnis
Endnoten
Stichwortverzeichnis
Weitere Bücher
VORWORT
Liebe Leserinnen und Leser,
unter Sparern macht sich derzeit Ratlosigkeit breit: Zu viele Anlagemöglichkeiten, die gute Renditen versprachen, haben sich als Luftschlösser oder sogar als handfester Betrug entpuppt und ihre Investoren um das hart erarbeitete Geld gebracht. Weil die Anleger zu gierig waren? Weil gute Renditen per se verdächtig sind? Derart verunsichert bunkern immer mehr Verbraucher ihr sauer Erspartes lieber auf dem Sparbuch, wo es allerdings von der Inflation aufgefressen wird. Da muss es bessere Lösungen geben.
Im Spannungsfeld zwischen Renditeversprechen und Sicherheit kann man sich zwar über die Medien oder bei Verbraucherschützern über Chancen und Risiken informieren. Doch anstatt echter Tipps finden sich dort praktisch ausnahmslos Warnhinweise. Das Damoklesschwert der unkalkulierbaren Risiken und der Gefahr des Totalverlusts schwebe schließlich über jeder Geldanlage.
Bei Holzinvestments ist das nicht anders. Deren entscheidende Vorteile gegenüber anderen Investitionsformen sind aber, dass es dabei um einen natürlichen Rohstoff mit enormem Wachstumspotenzial geht, der bei nachweislich nachhaltiger Produktion einen großen ökologischen Beitrag leistet und unter bestimmten Bedingungen attraktive Renditen erwirtschaftet – bei entsprechendem Risikomanagement des Anbieters. Ein Investment in Holz ist eine einzigartige Kombination aus der Förderung eines überlebensnotwendigen Bestandteils unseres Ökosystems und der Chance, eine finanziell attraktive Langzeitrendite zu erzielen.
Tatsache ist, dass mit dem Steigen der Renditechance in aller Regel auch ein Anstieg des Risikos verbunden ist. In vielen Kundengesprächen habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Suche nach höheren Renditen weniger von Gier getrieben ist als von dem Bedürfnis, sich und seine Familie bestmöglich abzusichern und Überschüsse möglichst lukrativ anzulegen, sodass der gewohnte Lebensstandard auch in Zukunft gehalten werden kann.
Ich möchte Ihnen mit diesem Buch aufzeigen,
welche Holzmärkte in Zukunft die solidesten Ertragsaussichten bieten,wie Sie in der Assetklasse Holz das für Sie richtige Investment findenund wie Sie in wenigen Schritten unseriöse Anbieter aussortieren.Anhand neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und aktuellem Praxiswissen aus der modernen Holzwirtschaft werden die wesentlichen Kriterien dargestellt, die für ein erfolgreiches Holzinvestment von Bedeutung sind.
Natürlich kann auch dieses Buch keine Garantie geben, dass Sie mit jedem Holzinvestment eine Top-Rendite erzielen. Ich kann Ihnen aber zusichern, dass ich mich mit dem Anbau von Holz und mit Holzinvestments in erschöpfender Tiefe befasse und Ihnen helfen kann, im Dreieck zwischen Ökologie, Rendite und Sicherheitsbedürfnis eine fundierte Investmententscheidung zu treffen.
Ich bin davon überzeugt, dass angesichts eines kontinuierlich sinkenden Angebots bei gleichzeitig dauerhaft steigender Nachfrage Holz eine herausragende Anlageklasse darstellt, die bei privaten Anlegern immer noch nicht richtig im Fokus steht. Gerade wegen dieser Nischenqualität sind Holzinvestments als Bestandteil eines sinnvoll gestreuten Portfolios besonders wertvoll. Ich würde mich freuen, wenn dieses Buch dazu beitragen kann, dass Sie meine Begeisterung für Investments in Holz verstehen und nach der Lektüre vielleicht sogar teilen können.
Stans, November 2014
Lambert Liesenberg
KAPITEL 1:HUNDERT ARTEN VON HOLZ
Am Wald, da scheiden sich die Geister. Wie bewirtschaftet man ihn am besten, damit er immer wieder nachwächst und ein zuverlässiger Holzlieferant bleibt? Welche Maßnahmen verhindern das illegale Abholzen der tropischen Regenwälder am wirkungsvollsten? Und wie lässt sich berechnen, welche Bäume voraussichtlich welche Gewinne erzielen werden? Auch wenn Experten ausführlich und durchaus gegensätzlich darüber diskutieren – in einem Punkt sind sich alle einig: Holz hat eine große Zukunft als Anlageklasse.
Erst haben die Stiftungen von US-Eliteuniversitäten damit begonnen, Waldinvestments in ihre Portfolios aufzunehmen, dann skandinavische Pensionskassen und schließlich kirchliche Vermögensverwalter.1 Noch vor zehn Jahren interessierten sich eher institutionelle und vermögende Anleger für Holz, heute entdecken aber auch immer mehr private Investoren diese Anlageklasse für sich.
Aus gutem Grund. Im Gegensatz zu anderen Rohstoffen wächst das Holz im Lauf der Jahre stetig weiter, legt also von selbst an Volumen zu. Daneben wächst auch die Nachfrage nach Holz, und das sogar überproportional zur Erdbevölkerung. Denn nicht nur die Erdbevölkerung und damit die Zahl der Holznutzer nimmt zu, sondern auch der Prokopfverbrauch steigt, man kann also von einem doppelten Nachfrageeffekt sprechen. Zudem ist Holz als Rohstoff klimaneutral, denn bei seiner Verbrennung oder Zersetzung am Ende der Nutzungszeit wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie der Baum bei seinem Wachstum gebunden hat. Das alles macht Holz so sympathisch, auch für Anleger.
Allerdings unterscheiden sich die Holzarten in ihren Eigenschaften ebenso voneinander wie die Bäume in ihrem Aussehen. Weltweit werden einige Hundert Holzarten genutzt, und jede hat andere Eigenschaften, andere Vor- und Nachteile. Sie variieren in Farbe oder Musterung, im Wachstumsverhalten, in ihrer Widerstandsfähigkeit gegen das Wetter, Schädlinge und Feuer, in ihrer Elastizität oder sogar in ihrer Akustik. Manche Hölzer sind eine Zeit lang in Mode, andere echte Dauerbrenner. Aber das Wichtigste: Nicht jedes Holz eignet sich für eine Geldanlage.
Wer sein Portfolio mit einem Holzinvestment diversifizieren möchte, sollte sich die Grundbestandteile seiner Anlage genau ansehen – die Bäume. Und um besser beurteilen zu können, welche Hölzer mehr Zukunft haben als andere, lohnt sich ein Blick auf den aktuellen Stellenwert, die außergewöhnliche Entwicklung und die Beschaffenheit dieses wertvollen Rohstoffs.
Holz ist einer der ältesten und wichtigsten Roh- und Werkstoffe der Menschheit und aus unserer Entwicklung nicht wegzudenken. Im Gegensatz zu den meisten anderen Rohstoffen fand Holz immer dann, wenn ein alternativer Werkstoff es zu verdrängen drohte, eine neue Nische oder einen neuen Einsatzbereich. Holz hat bisher noch jeden Konkurrenten überlebt.
Aktuell liegt Holz in den Rohstoffrankings bezüglich des weltweiten jährlichen Handelsvolumens direkt hinter Erdöl und Gas auf Platz drei. Die jährliche Produktionsmenge von Holz übersteigt die von Stahl, Aluminium und sogar von Zement. Dabei entwickelte sich der globale Holzverbrauch in den letzten Jahrzehnten dynamisch. Zwar gehen die Waldflächen weltweit zurück, US-Forscher und Googlemitarbeiter haben mithilfe von mehr als 650.000 Satellitenbildern belegt, dass vor allem in den Tropen massenhaft ursprüngliche Natur verschwindet.2 Doch die Holzproduktion nimmt stetig zu: Seit den 60er-Jahren stieg die Verarbeitung von Rohholz um über 40 Prozent.3
Seit den 60er Jahren ist auch der Rundholzverbrauch stark und stetig gestiegen.
Quelle: FAO
Dass die Weltbevölkerung weiter wachsen wird, steht außer Frage. Folglich wird auch die Nachfrage nach Holz weiter zulegen. Und der steigende Lebensstandard in den aufstrebenden Ländern Asiens erhöht sie noch einmal. Die Food and Agricultural Organization (FAO) schätzt, dass allein der Holzverbrauch Chinas bis zum Jahr 2050 um mehr als 50 Prozent wachsen wird.4 Die britische Zeitschrift Money Week prognostizierte bereits 2007, dass allein durch die Zunahme der städtischen Bevölkerung in China (von 530 Millionen im Jahr 2007 auf 875 Millionen im Jahr 2030) innerhalb von 20 Jahren umgerechnet 50 Städte der Größe Londons neu gebaut werden müssen.5 Diese Zahlen wurden jetzt noch übertroffen von der »The Economist Intelligence Unit«, einem in London ansässigen Thinktank. Demnach werde Chinas Urbanisierungsrate bis zum Jahr 2030 auf 67 Prozent steigen, was rund 940 Millionen Menschen in Städten entspricht, heißt es in einem im März 2014 veröffentlichten Bericht.6
Das Wirtschaftswachstum einer Region entscheidet darüber, wie bedeutend sie als Handelsplatz für Holz ist. Da in China die Wirtschaft und in anderen asiatischen Ländern darüber hinaus auch die Bevölkerungszahlen derzeit am stärksten wachsen, befinden sich hier auch die größten Märkte für Holz. Ebenfalls über dem Durchschnitt liegen Afrika, der Mittlere Osten, Osteuropa und Lateinamerika. Ozeanien, Nordamerika, Westeuropa und Japan wachsen dagegen eher langsam, hier ist der Markt entsprechend kleiner.7
China und das restliche Asien sind die größten Märkte für Holz.
Quelle: Pöyry
Davon abgesehen gewinnt Holz derzeit als regenerativer Energieträger gerade in Westeuropa zunehmend an Bedeutung. Es profitiert sowohl von steigenden Ölpreisen als auch von der Diskussion um den Klimaschutz. Daher heizen immer mehr Menschen auch bei uns mit Holzscheiten, Hackschnitzeln oder Pellets. Wer es sich leisten kann, hat einen Kamin- oder Kachelofen.
Gut die Hälfte der weltweit geschlagenen Holzmenge wird immer noch oder wieder als Brennholz eingesetzt. Für die andere Hälfte haben sich eine ganze Reihe unterschiedlicher Verwendungsarten und damit Märkte im Lauf der Geschichte etabliert – und immer wieder der Entwicklung angepasst.
Exkurs: Holz als Bestandteil aller Zivilisationen
Vor sehr langer Zeit, wahrscheinlich vor mehr als zwei Millionen Jahren, kamen unsere Vorfahren auf die Idee, sich das Leben mit einfachen Werkzeugen zu erleichtern. Nach und nach fiel ihnen immer mehr ein, was sich mit herumliegenden Ästen anstellen ließ: Sie nutzten sie als Wurfgeschosse bei der Jagd, als Waffe, als Armverlängerung zum Herunterholen reifer Früchte oder als Baumaterial für einen Unterschlupf. Damit waren sie übrigens nicht die einzigen. Auch Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans kann man dabei beobachten, wie sie Stöcke zum Graben, als Gehhilfe oder als Fliegenklatsche einsetzen.
Aber der Mensch probierte immer wieder Neues. Man geht davon aus, dass er seine Höhlen mit Holzstangen und Tierhäuten verschloss, einer Technik, die er später zu Stangenzelten weiterentwickelte. Um Bäche zu überqueren, legte er einen Baumstamm von Ufer zu Ufer – den Vorläufer der späteren Brücken. Und irgendwann entdeckte er, dass man mit Holz ein Feuer entfachen und am Brennen halten kann. Was folgte, war eine unvergleichliche Erfolgsgeschichte. Dank Holz und Feuer konnten die Menschen sich wärmen, vielfältigeres und genießbareres Essen zubereiten, Ton brennen und Metall schmelzen. Feuer zu nutzen und zunehmend zu beherrschen, war ein wichtiger Bestandteil aller Zivilisationen auf der ganzen Welt. Ein Umstand, der dazu führte, dass die Nachfrage nach Holz kontinuierlich mit der Weltbevölkerung wuchs.
Verwendung: Holz ist ein lebenslanger Begleiter des Menschen
Wie viel und wofür Holz in der Geschichte der Menschheit verwendet wurde, hing davon ab, ob große Wälder in der Nähe lagen, welche Bäume zur Verfügung standen und welche klimatischen Bedingungen herrschten. Die hohen Temperaturen und die große Artenvielfalt in den Tropen ermöglichten das Erbauen von Hütten aus Zweigen und Palmen, in kalten Regionen bevorzugte man dagegen Blockbauten.
Wenn Holz den Anforderungen eines Einsatzbereiches schlechter gewachsen war als ein neuer Werkstoff, wurde es ersetzt – so wie jeder andere Rohstoff auch. So wurde es zum Beispiel von Kohle als Energieträger abgelöst sowie von Kunststoffen und Stahl im Hausbau. Doch parallel entstanden immer wieder Neuentwicklungen, die dem Holz zu neuem Aufschwung verhalfen.
So kamen zum Beispiel die sogenannten Holzwerkstoffe auf, die durch das Zerlegen und Wiederzusammenfügen von kleinen Holzstücken mittels Klebstoff oder mineralischen Bindemitteln gefertigt und verstärkt im technischen Bereich eingesetzt werden. Außerdem wurden neue Bauweisen entwickelt, etwa aus Brettstapelelementen. Während Holz als tragendes Konstruktionsmaterial bei Großbauten vollkommen verdrängt wurde, spielt es im Fertighausbau und im Hallenbau heute wieder eine wichtige Rolle. Schöne alte Holzkisten als Transportverpackung sind höchstens noch auf Antikmärkten zu haben, Holzpaletten dagegen sind aus keiner Spedition wegzudenken. Auch Brücken – vor allem für Fußgänger – werden mittlerweile wieder aus Holz gebaut, weil sie einfach gut gefallen. Dieser Trend könnte sich in den kommenden Jahren noch verstärken. Denn überall dort, wo heute noch Kunststoffe verwendet werden, schafft die Abkehr vom Erdöl zugleich einen zunehmenden Bedarf an Alternativen. Und hier spielt Holz eine herausragende Rolle.
Betrachtet man die geschichtliche Entwicklung vom Arbeiten mit Holz noch genauer, fällt auf, dass für verschiedene Zwecke die jeweils geeigneten Holzarten eingesetzt wurden – und dass die Menschen damals sehr viel über die Eigenschaften der jeweiligen Holzart wussten. Diese speziellen Kenntnisse wurden in der jüngeren Geschichte vernachlässigt und immer weniger an nächste Generationen weitergegeben.
Heute liefern uns moderne Untersuchungsverfahren nachträglich die wissenschaftlichen Begründungen für das, was unsere Vorfahren durch Erfahrung lernten. So konnten alte Inkatempel bis heute überdauern, weil sie aus besonders termitenresistentem Holz erbaut wurden, wie wir heute wissen. Und die Fenster mittelalterlicher Bauten sind zum Teil deshalb noch nicht verrottet, weil ihre Konstrukteure damals viel Wert auf baulichen Holzschutz legten und die Wetterschenkel nur aus Eichen- oder Kiefernkernholz fertigten.8
Bis heute begleitet uns Holz im Grunde genommen von der Wiege bis zum Sarg. Dabei verteilt sich der gesamte weltweite Rundholzeinschlag in etwa wie folgt:9
Nur ein Viertel des weltweit geschlagenen Holzes wird als Rundholz verwendet, unter anderem im Bau und für die Produktion hochwertiger Güter.
Quelle: Pöyry
Gerade das Sägerundholz wird in den großen Holzmärkten wie China und Indien traditionell und in großem Maßstab im Hausbau eingesetzt – außen wie innen. Aber auch in unseren Breiten wird der natürliche Baustoff Holz im Rahmen der Umweltdebatte als Konstruktionsmaterial wieder beliebter. Holzfachhändler berichten, dass sie im ersten Halbjahr 2014 ihre Umsätze in den Holzsortimenten um mehr als 21 Prozent steigern konnten.10
»Wohngesunde Häuser« mit hohem Holzanteil liegen im Trend, auch reine Holzgebäude sind in den letzten Jahren wieder deutlich häufiger zu sehen. Holz erfüllt ja auch alle Anforderungen an ein zeitgemäßes Baumaterial: Es ist nachhaltig, recycelbar, und es lässt sich mit geringem Energieaufwand herstellen und verarbeiten. So wurden moderne Bauweisen und eine große Bandbreite an standardisierten Holzprodukten und Halbfertigteilen entwickelt, die sich im Neubau oder beim Bauen im Bestand einsetzen lassen – weltweit.11
In welchen Bereichen lässt sich Holz noch einsetzen? Die folgende Liste zeigt eine Übersicht:
Holzart
Beispiele für Verwendung
Brennholz
Energiegewinnung
Massivholz
Möbel, Bildhauerei
Bauholz
Haus-, Schiffs-, Brückenbau
Werkholz
Pfosten, Zäune, Kisten
Sperrholz
Furnier
Zellulose (i.d.R. in Form von Holzpellets)
Zellstoff- und Papierherstellung
Nebenprodukte wie Späne und Sägemehl
Spanplatten (Möbel, Beschichtungen), Faserplatten (Dämmung), Hackschnitzel, Spritzholz
Ein weiterer Grund, warum Holz gerne eingesetzt wird, lautet: Im Gegensatz zu vielen Ersatzstoffen verursacht es so gut wie keinen Abfall. Selbst die kleinsten Reste und Nebenprodukte wie Späne, Sägemehl oder Hackschnitzel können noch für die Herstellung von Papier, Span- und Faserplatten oder für moderne Heizsysteme verwendet werden. Damit erfüllt der Rohstoff Holz alle Anforderungen an eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft.
Die Entsorgung von Holz bereitet ebenfalls keine Schwierigkeiten. Weder das Verarbeiten noch das Verbrennen oder der biologische Abbau von Holz bewirken einen weiteren Anstieg von Kohlendioxid in der Atmosphäre. Beim Verbrennen zum Beispiel wird nur so viel CO2 abgegeben, wie der Baum im Laufe seines Lebens gespeichert hat, und dieses Kohlendioxid wird dann von jungen Bäumen wieder aufgenommen. Was wiederum ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz ist.
Holz ist also ein natürlicher, ökologischer und nachwachsender Rohstoff – wenn er denn nachwächst. Vor rund dreihundert Jahren ging in manchen Regionen Europas die Furcht um, er werde knapp. Immer mehr Menschen hatten den Kontinent besiedelt und die Wälder gerodet, um das Land urbar zu machen. Große Schmelzhütten für Eisen oder Glas wurden mit Holz betrieben, ganze Städte aus Holz erbaut und damit beheizt. Irgendwann war der vermeintliche Überfluss erschöpft. Besonders die ärmere Bevölkerung fand kein Brennholz mehr und konnte es sich schon gar nicht leisten, dafür zu bezahlen.
Eine Lösung musste gefunden werden, und die kam aus der Forstwissenschaft, wo der deutsche Kämmerer und Waldpfleger Hans Carl von Carlowitz den Begriff der Nachhaltigkeit prägte. In seinem wegweisenden Buch »Sylvicultura oeconomica, oder haußwirthliche Nachricht und Naturmäßige Anweisung zur wilden Baum-Zucht« brachte er die erste Anleitung zu Papier, wie sich Wälder nachhaltig bewirtschaften lassen: Man solle nur noch so viel Holz schlagen, wie auch wieder nachwachsen könne.
Holz hat eben sein ganz eigenes Tempo.
Eigenschaften: ein starkes Material
Was ist Holz eigentlich? Und wie geht das Wachstum vonstatten?
Holz ist das feste beziehungsweise harte Gewebe von Bäumen und Sträuchern, also Stamm, Äste und Zweige. Es ist einer der stabilsten Stoffe im Pflanzenreich, dank ihm sind Bäume in der Lage, bis zu hundert Meter in den Himmel zu ragen. Dabei wächst Holz sowohl in die Höhe als auch im Durchmesser.
Am besten lässt sich das Wachstum anhand eines durchgesägten Baumstamms erkennen: Von innen nach außen sind die Schichten Kernholz, Splintholz, Kambium und Borke (der Volksmund sagt »Rinde«) zu erkennen, wobei jede dieser Schichten eine bestimmte Funktion erfüllt. Das Kernholz ganz innen besteht aus abgestorbenen Holzzellen und ist durch eingelagerte Harze und Gerbstoffe besonders fest und widerstandsfähig. Die zweite Schicht von innen, das Splintholz, wird aus lebenden röhrenförmigen Holzzellen gebildet, die Nährstoffe speichern und Wasser in die Baumkrone leiten. In der dritten, vergleichsweise dünnen Schicht, dem Kambium, werden neue Holzzellen gebildet. Es besteht aus teilungsfähigen Zellen, die nach innen Holzzellen für den Wassertransport abgeben und nach außen Siebzellen für den Safttransport, der unter der Borke stattfindet. Die Borke selbst wiederum besteht aus toten Zellen. Ihre Aufgabe ist es, den Baum vor extremen Temperaturen und vor dem Biss von Tieren zu schützen. Genaueres über den Aufbau von Bäumen und die Funktionen ihrer verschiedenen Teile steht in Kapitel 2.3.
Das älteste und damit härteste Holz befindet sich im Inneren des Baumstamms.
Quelle: eigene Darstellung
In unseren Breitengraden bildet das Kambium im Frühling neue Zellen, dann wächst der Baum im Durchmesser, er wird »dicker«. Im späten Herbst stellt es das Zellwachstum wieder ein. Zu diesen unterschiedlichen Zeiten entstehen auch unterschiedliche Zellen: Die Zellen im Frühholz haben dünne Wände und größere Hohlräume, sie sind mechanisch nicht sehr fest. Die später im Jahr entstehenden Zellen sind dickwandiger und bieten weniger Hohlräume, was zu dichterem Gewebe und mehr Festigkeit führt – diese Schichten sind dunkler. So entstehen die Jahresringe, anhand derer man das Alter eines Baumes genau abzählen kann.
In Tropenwäldern, wo das ganze Jahr über ein ideales Wachstumswetter herrscht, bilden die Bäume weniger ausgeprägte Jahresringe aus. Sieht man allerdings ganz genau hin, findet man dennoch unscharf voneinander getrennte Ringe. Die rühren von unterschiedlichen Wachstumsphasen her, weil auch Tropenbäume hin und wieder eine Pause brauchen – die sie entweder nach ihrem ganz individuellen Biorhythmus einlegen oder die klimatisch durch den Wechsel von Trocken- und Regenzeit hervorgerufen werden. Im Vergleich zu Hölzern mit ausgeprägten Jahresringen ist die Struktur von Tropenhölzern feiner und homogener. Die Struktur aller Hölzer besteht aus röhrenförmigen Zellulosezellen, die durch eine feste, farblose Kohlenwasserstoffverbindung, das Lignin, miteinander verklebt sind. Die Zellen sind je nach Baumart von unterschiedlicher Größe und Struktur, was die verschiedenen Eigenarten der Hölzer in Bezug auf Gewicht, Dichte oder Festigkeit bedingt. Im Hinblick auf die Abwehr von schädlichen Pilzen und Insekten ist die chemische Zusammensetzung einer Holzart aus Lignin, Zellulose und verschiedenen Molekülen wie Harzen, Ölen, Fetten, Gerbstoffen, Kautschuk oder Säuren besonders von Bedeutung.
Jede Holzart hat also ihre eigene Chemie und ihre artspezifische Anatomie. Das Gewebe ist unterschiedlich verteilt, die Feinstrukturen der Zellen sehen anders aus. Alles zusammen entscheidet darüber, wie das Holz wächst und sich verarbeiten lässt – und damit letztlich, welche Gewinne mit dem professionellen Anbau solcher Hölzer zu erzielen sind.
Sehen wir uns die wichtigsten Eigenschaften, die über die Verwendbarkeit von Holz entscheiden, genauer an:
Dichte:
Die Rohdichte ist eine Schlüsselvariable für die Güte eines Holzes, weil viele andere Holzeigenschaften mit ihr korrelieren. Sie bezeichnet das Verhältnis der Masse des Holzes inklusive Feuchtigkeit zum Holzvolumen inklusive Hohlräumen. Gemessen wird bei zwölf Prozent Feuchtigkeit (lufttrockenes Holz). Hölzer mit hoher Dichte sind bei gleichem Volumen deutlich schwerer als solche mit geringer Dichte.
Feuchte:
Die Holzfeuchte bezeichnet den Wasseranteil im Holz. Wird ein Baum gefällt, enthält sein Stamm noch bis zu 60 Prozent Wasser, das für die Versorgung der Sprosse sorgen sollte. Von diesem Wasser befinden sich drei Viertel im Splintholz und ein Viertel im Kernholz. Während der Lagerung geht der Wassergehalt durch Lufttrocknung sukzessive auf etwa 10 bis 15 Prozent zurück. Wenn es heißt, das Holz »arbeite«, dann ist meist gemeint, dass es auch nach der Trocknung noch Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben kann – und dabei aufquillt oder schwindet, was gerade im Baubereich berücksichtigt werden muss. Hölzer mit einem bestimmten Feuchtegehalt lassen sich leichter biegen. Allerdings erhöht eine hohe Feuchte auch die Gefahr durch Schädlingsbefall, und sie senkt den Brennwert eines Holzes.
Stehvermögen:
Dichte und Feuchtegehalt bestimmen über das Stehvermögen eines Holzes, das auch als Dimensionsstabilität bezeichnet wird. Es gibt Auskunft darüber, inwieweit ein Holz zum Quellen und Schwinden neigt, also Feuchtigkeit aufnimmt und wieder abgibt, was zu einer Formveränderung des Holzes führen kann. Ein gutes Stehvermögen besagt, dass ein Holz nur wenig Feuchtigkeit aufnimmt und abgibt, seine Dimensionen also bestehen bleiben. Das ist unter anderem ein wichtiges Qualitätskriterium von Parkett.
Festigkeit:
Ausgedrückt wird diese Eigenschaft über die Reißlänge, die beschreibt, wie lang ein Stab sein kann, bevor er frei aufgehängt durch sein eigenes Gewicht abreißt. Was Holz aus anderen Werkstoffen besonders herausragen lässt, ist sein Verhältnis von Festigkeit zum Eigengewicht. Stahl oder Beton wiegen bei vergleichbarer Festigkeit wesentlich mehr. Aufgrund seiner hohen relativen Festigkeit wird Holz auch zum Überspannen großer Zwischenräume im Bauwesen genutzt, etwa als Dachstuhl oder auch als Unterlage für große Lasten.
Härte:
Der Härtegrad eines Holzes wird im deutschsprachigen Raum mit der sogenannten Brinellmethode geprüft. Dabei wird eine Stahlkugel 30 Sekunden lang in das Holz gedrückt (bei zwölf Prozent Feuchte), anschließend vermisst man die eingedrückte Fläche. Diese Werte werden in eine Formel eingesetzt, das Ergebnis ergibt den Härtegrad des Holzes in N/mm2, auch Brinellhärte genannt. Die Oberflächen weicherer Hölzer weisen leichter Kerben und Löcher auf, härtere Hölzer können anderen Gegenständen und mechanischen Belastungen mehr Widerstand entgegensetzen.
Holz
Rohdichte
Brinell-Härte
Fichte
0,47 g/cm³
32 N/mm² längs
12 N/mm² quer
Kiefer
0,52 g/cm³
40 N/mm² längs
19 N/mm² quer
Eiche
0,67 g/cm³
66 N/mm² längs
34 N/mm² quer
Teak
0,68 g/cm³
65 N/mm² längs
30 N/mm² quer
Quelle: Holzlexikon
Die Eigenschaften einer Holzart bestimmen, für welche Verwendungsmöglichkeiten sie sich eignet, und damit auch, in welcher Güteklasse sie eingestuft wird. Je hochwertiger und dauerhafter die Einsatzmöglichkeiten für ein Holz sind, desto höhere Preise können dafür erzielt werden. Hohe Rohdichten und ausgeprägte Biegefestigkeit sind gefragt, ebenso schöne und lebendige Maserungen. Auf welche Arten sollten Sie also setzen, wenn Sie Ihr Depot mit einem Holzinvestment ergänzen möchten?
Kommerziell ausgerichtete Holzinvestments konzentrieren sich im Idealfall auf Hölzer, für die auf lange Sicht mit einer hohen Nachfrage und einem abnehmenden Angebot zu rechnen ist. Möchte man die Erträge noch zu Lebzeiten einfahren, spielt allerdings auch die Wachstumsgeschwindigkeit der Bäume eine große Rolle.
Auf den nächsten Seiten erfahren Sie ein paar Details zu verschiedenen Baumarten, damit Sie deren Unterschiede kennenlernen. Dabei erhebt diese Auswahl keinesfalls Anspruch auf Vollständigkeit – bei mehreren Hundert Holzarten würde das auch den Rahmen dieses Buchs sprengen. Doch beispielhafte Denkanstöße zeigen, welche Kriterien als Basis für eine Investmententscheidung dienen können. So stellt sich die Frage nach der Laufzeit von der schnellen Ernte bis zum Generationenprojekt ebenso wie die Frage nach der Investmentmotivation. Geht es um Renditeaspekte oder um das individuelle ökologische Gewissen? Hier könnte eine Gegenüberstellung von Reinkultur und Mischwald die Antwort liefern (mehr dazu s. 2.5, hier).
Langatmig: Nutzholz vor der Haustür
