Ireen - Stefan Blankertz - E-Book

Ireen E-Book

Stefan Blankertz

0,0

Beschreibung

Der Roman beginnt damit, dass der westdeutsche Regisseur Tom Prawon (aus dessen Sicht der Roman geschrieben ist) vom Tod der amerikanischen Schriftstellerin Ireen O'Netty erfährt. Er erfährt ihn durch einen Telefonanruf ihrer Tochter. Von ihm wird, ohne Smalltalk, Traurigkeit oder Beileidsbekundung, nur das Notwendigste berichtet. Während des Anrufs richtet die Tochter Tom die offenbar autoritative Einladung zur Trauerfeier aus, die eine Fleury organisiert. Es stellt sich heraus, dass diese Fleury eine Dschungelguerilla befehligt, die Ireen verherrlicht. Ireen hat, so wird nebenbei eingeflochten, einen Waffenstillstand mit dem bekämpften Staat herbeigeführt. Der Roman endet, wie Ireen und Tom gemeinsam einige Jahre zuvor Fleury auf einer internationalen antiimperialistischen Konferenz kennen gelernt hatten. (Es gibt noch eine Zugabe, von der hier nichts verraten sei.) Dazwischen wird aus Ireens Leben berichtet, geboren Anfang des 20. Jahrhunderts in Italien. Einzelne Episoden aus ihrem Leben werden als Schlaglichter präsentiert. Ausgangspunkt ist, dass Tom als junger Mann bei einem Besuch der USA die sechzigjährige Ireen trifft und sich daran eine kurze, aber intensive Affäre anschließt, die Toms Leben überschatten und auf die er immer wieder zurückkommen wird. Die Erzähltechnik lehnt sich an ein Drehbuch an, wenn auch vielfach Sprachbilder auftauchen, die nicht ohne Weiteres in das bildliche Medium umzusetzen sind. Somit thematisiert der Roman auch die Differenz zwischen Bild und Sprache. Diese Technik der Erzählung erlaubt eine Verdichtung der Szenen, die auf ausschmückendes Drumherum weitgehend verzichten und der Fantasie der Leser großen Spielraum lassen.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 215

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Die Nachricht von dem Tod Ireen O’Nettys veranlasst den Regisseur Tom Prawon, sich an die Affäre mit der deutlich älteren Frau vor 25 Jahren zu erinnern, einen Sommer lang oder kurz, je nach Betrachtungsweise. Mit Hilfe der Augen und Ohren der Leserschaft lässt er den Lebensweg dieser aufregenden Schriftstellerin Revue passieren als Anleitung, einen undrehbaren Film zu sehen.

INHALT

Hauptpersonen

1 Dritttod

2 Sunny Side Up

3 Urtod

4 Neue Viehzucht

5 Frank & Co

6 Anarchy und ihre Chaoten

7 «On Strike!»

8 Flickwerk

9 Kick Out the Jams, M*th*rf *ck*rs!

10 Miriamslied

11 Zweittod

12 Fleurie

Abspann

Schauspieler und ihre Rollen

Zugabe

Song Credits

Dank an die unsichtbare Crew

Lebenslauf Ireen O’Netty

Lebenslauf Tom Prawon

Leidbild, nachgestellt

HAUPTPERSONEN

Ireen O’Netty, Schriftstellerin

Michèle, ihre ältere Tochter

Mathew, ihr mittlerer Sohn

Debbie, ihre jüngere Tochter

Vemon Richards, ihr (englischer) Mann

Frank, ihr (amerikanischer) Mann

Peter Noden, ihr Geliebter

Lauren Jackson, ihre Lebensgefährtin

Errico Esivol, ihr Vater

Valentina, ihre Mutter

Grazia, ihre jüngere Schwester

Tom Prawon, angehender Regisseur

Judith Martin, seine Freundin vor Ireen

Miriam Sadiki, seine Frau nach Ireen

Carl Smith, sein amerikanischer Vetter

Alfaro Bellas, marokkanischer Maler

Harold und Meg, Debbies soziale Eltern

Fleurie, junge Guerilla-Chefin

1. DRITTTOD

Nach dem üblichen Vorspann bleibt unsre Leinwand dunkel. Allmählich schält aus dem Dunkel Toms Arbeitszimmer sich heraus. Musik: George Gershwin, Rhapsody in Blue. Farbstimmung: Brokat.

ERZÄHLSTIMME In jeder Frau sucht Tom Ireen. Ireen jedoch suchte in jedem Mann Errico. Aber sind wir nicht alle ein bisschen Alex Lion?

Rundumblick in Toms Arbeitszimmer. Er sitzt auf einem Drehstuhl in Rallye-Look, echt Leder. Auf dem Schreibtisch des muffigen Souterrains häufen sich Kabel, Mail-Ausdrucke, Notizen, Stifte jeder Art und Farbe, Zeitungen, drei Bildschirme flimmern, einer von ihnen gehört einem G3- i Mac mit sexy Vintage-Design und kriminellem Beetle-Orange, dazu jede Menge Telephone, funktionierende wie ausrangierte, benutzte Becher und Tassen (manche mit anzüglichen Aufdrucken), ein Fax-Gerät (sowas gab es damals noch; erinnert ihr euch?), ein Teller mit Süßigkeiten. Nur die Videokassetten mit den gesammelten Schätzen im Rücken stehen stramm wie eine preußische – oder chinesische? – Armee bei der Parade. Vor ihm jenseits der Bildschirme an der Wand ihr Portrait, wie Alfaro Bellas es vor knapp fünfzig Jahren mit unsicher ruckelndem Strich skizziert hatte. Das Original, natürlich (gewiss certainly, nicht naturally). Gegen ihren Willen gemalt. Gegen ihren Willen von ihm erworben. Sie hasste es, verständlicherweise. Der Grund war nicht, dass es sie nackt zeigt. Der Künstler hatte sie in natura so nie gesehen, ihre aufreizende Verletztheit und Zerbrechlichkeit aber dennoch gut getroffen.

Irgendwann. Zu irgendwem (Tom? Ist Lauren dabei? Oder Carl?). Irgendwo. Oder auch im Nirgends. (Möglicherweise aus dem Himmel; oder, so gewünscht, auch aus der Hölle. Je nach Ihrem ästhetischen Maßstab.) Psychedelisches Flair. Musik: MC5, Ramblin’ Rose. Farbstimmung: Punk.

IREEN Der M*th*rf *ck*r lässt mich aussehen, als sei ich eine [19] 20 er-Jahre Schickse ohne was an.

Genereller Hinweis: Bei * hören Sie ein Wegbeepen, vertraut aus US-Medien.

Jäher Musik- und Tonwechsel. Zurück in Toms Souterrain. In seiner hinteren Besprechungsecke zwei whiskyfarbene Chesterfield-Sessel, als Beistelltisch ein Weinfass mit Platte aus Eichenholz und einem Ausschnitt, um Tabakwaren und hochprozentige Spirituosen zum eigenen Genuss und dem von Gästen bereit zu halten.

Ein Augenblick der Ruhe. Tom zieht an seiner Davidoff Panetela. Genuss pur; eine kurze Unendlichkeit. Hätte sie dem Maler nackt Modell gestanden, wenn er ein Anderer gewesen wäre? Als Tom sie ein Vierteljahrhundert später liebte, ließ sie das Negligé stets an. Sie wollte die Spuren des Alters auf ihrer Haut verbergen. Vor ihm. Vor der Welt. So viel zu der Frau, die öffentlich gegen Body Shaming aufbegehrte, noch bevor der Begriff dazu kreiert ward. Klingelton für VIPs. US-Nummer. Man wird Wind von dem neuen Projekt gekriegt haben! Kurz lodert die Hybris. Herzflattern bis in die Mandeln, dann Abfall in die Magengrube (stellen Sie sich das mal bildlich vor). Hätte er in seinem Alter nicht die Reife besitzen sollen, wo es ihm nicht mehr wichtig ist? Mal für Mal nahm er sich vor, egal zu finden, wie der Neue ankommen würde. Doch dicht vor dem Start packte ihn der Ehrgeiz. Mal für Mal. Ein Flop jedenfalls sollte es nicht werden. Das ist er seinen Schauspielern schuldig. Der Drehbuchautorin. Dem Kameramann. Natürlich nicht sich selbst. (Natürlich naturally, nicht certainly.) Er erkennt ihre im Gegensatz zur Mutter hohe und angehauchte Stimme sofort.

TOM (denkt) Wie lange habe ich Debbie nicht gesehen? Gehört?

DEBBIE Irène ist tot.

TOM (denkt) Sie nennt sie bei der französischen Form des Namens, wie ihrer Mutter es am besten gefiel.

SCHLECHTES GEWISSEN (zu Tom) Du hättest bei ihr sein sollen.

Das schlechte Gewissen ist zeitlos. Es hat kein Gestern und kein Morgen. Für ein schlechtes Gewissen gibt es bloß das erbarmungs- und endlose Heute.

DEBBIE (in sich gekehrt) Ihre Abschiedsworte waren –

Krankenhaus (San Francisco). Ireen liegt im Sterben und versucht, ekstatisch, sich aufzusetzen; Tochter Debbie stützt ihren Kopf. Mutter und Tochter blicken auf einander. Ireens Ausdruck ist gleichzeitig flehentlich, leer & selig. Musik: Melancholisch, aber nicht zerknirscht.

IRENEA (lügt) Endlich!, ist Errico aufgetaucht. Er kam rein, sah in den Spiegel und meinte, so alt wirke er doch noch gar nicht. Richte Tom das aus.

Dein Blick imaginiert Toms Hände, die Zahlen auf einen Zettel krickeln. Heute minus sein geschätztes Geburtsjahr, gleich hundert plus plus.

DEBBIE (in sich gekehrt) Die letzten Tage verweigerte sie die Behandlung, dann die Nahrungs- und schließlich auch die Flüssigkeitsaufnahme. Es dürstete sie nach ihrem finalen Abenteuer.

DEBBIE (unterbricht sich; wechselt in einen bestimmenden Tonfall) Und Tom, Fleurie will, dass du zu ihrer Trauerfeier kommst.

TOM Fleuries (dein?) Wunsch ist mir Befehl.

Er hängt ein und lässt sich bis auf Weiteres entschuldigen. Der Film wird allein zurecht finden müssen.

Ein Ortsumbruch. Krach. Betriebsamkeit. Schöne Verlierer. Schlamm. Schmutzwasser klatscht auf deine Linse. Verwackeltes 360°-Panorama mit der Handkamera. Unschärfe. Schnelle Zooms auf das eine oder andere Gesicht. Traurige, fröhliche Entschlossenheit spiegelt sich in ihnen. Jeder der lässig bewaffneten Männer entspricht dem Cliché (diese Episode spielt knapp nach dem August 1, 2006, sodass der Gebrauch dieser Schreibweise nicht mehr korrekt ist), das in aller Welt Empörung auslösen würde. Ihre Töchter würden sie nie eine Schule besuchen lassen, nie würden sie dulden, dass eine Frau bei ihren Beratungen zugegen wäre. Doch überraschenderweise gelangten sie in ihren Beratungen stets zu den Ergebnissen, die Fleuries Wünschen entsprachen. Und natürlich (sowohl naturally, als auch certainly) würden sie Fleuries Leben jederzeit unter Inkaufnahme des eigenen Todes mit ihren Körpern schützen. Eine realistische, keine abstrakte Gefahr, die alle schon mitgemacht und bei der etliche Freunde das Leben gelassen hatten. (Tom überlegt, wie er diesen Gedanken filmisch inszenieren könne. Voiceover wäre langweilig.) Keiner, der in den hundertfünfzig Jahren Krieg nicht Vater oder Mutter, Sohn oder Tochter, Verwandte oder Kumpel beklagen musste. Mit Wut dämmen sie Verzweiflung ein. Obwohl dies eine Trauerfeier ist, überwiegt Heiterkeit. Der Gegensatz von Schmutz, Schlamm, wettergegerbten alten Gesichtern auch der Jungen, zu ihrer ungebrochen kindlichen Zuversicht fasziniert Tom. Er bemüht sich, sie würdevoll einzufangen. Fleurie schweift in unbeflecktem Brautweiß zwischen ihren Männern umher und könnte in jeder Curvy Modenschau mithalten.

Wenn es etwas gibt, das noch verwunderlicher ist, als dass diese Männer Fleurie, immerhin eine aus ihrer Mitte, treu ergeben sind, dann die Frau, der die Trauerfeier gilt. Vor ein paar Tagen starb Ireen O’Netty. Obwohl in Italien geboren und in Frankreich aufgewachsen, war Ireen amerikanischer als jeder Amerikaner. Zugegeben hätte sie das nie. Aber ausgerechnet sie hatte Fleurie vor kaum mehr als einem halben Jahrzehnt verzaubert und ihre Männer mit ihr. Und nun schwören sie, Ireens Andenken auf ewig zu bewahren. Wort zu halten, ist ihr Lebenselixier. Tom hegt keinen Zweifel, wie ernst sie es meinen. Man berauscht sich an Ausschnitten aus Toms Film «Streik!» nach dem Roman von Ireen. Wer kein Englisch kann, dem übersetzen Andere bereitwillig. Doch es ist überflüssig. Die Dialoge können sie auswendig, egal in welcher Sprache. Aber sind wir nicht alle ein bisschen Alex Lion?, fragen sie in jeder passenden – und unpassenden – Situation. Wie wir alle, die wir Alex Lion sind.

Fleurie legte Wert darauf, dass Tom hier ist und vielleicht ein paar Photos schießt. Kein großer Bahnhof. Keine Ausrüstung. Kein Team. Für Team und Ausrüstung kann sie nicht bürgen, für eine einzelne Person mit Handkamera schon. Nur ein Land in der Welt erkennt die Autonome Chérieistische Enklave an, die Tomasische Republik in der Karibik, die ihrerseits von der Weltgemeinschaft zivilisierter Warlords, genannt Staaten, gemieden wird wie das Weihwasser vom Teufel; der sie umgebende Staat duldet die Enklave seit dem von Ireen inspirierten Waffenstillstand, schweigt sie allerdings lieber tot, denn Chérieisten im Pelz zu haben ist für Staaten das, was für Körper ein ekliger Virus ist.

Hier wähnt Tom sich überraschend sicher. Auf dem Weg hatte es freilich Stationen gegeben, bei denen ihm mulmig geworden war. Nach dem Flug nahmen zwei von Fleuries Männern ihn am Flughafen entgegen und es ging durch mal steiniges, mal staubiges, mal morastiges Gelände, kaum Straßen zu nennen. Dann Patrouille. Feindselige Soldaten, bestenfalls gelangweilt und doch gefährlich schussbereit. (Ist Ihr geistiges Auge bereit, eine solche Szene zu versinnbildlichen?) Tom meinte, auch seine beiden Begleiter seien angespannt. Ihnen ist das vertraut; drum wissen sie um die wahren Gefahren. Über Helden dreht er Filme, er ist keiner. An die Rückfahrt will er nicht denken, tut es aber genau deshalb trotzdem. Und was drohen die nächsten Nächte im Zelt mit der Angst vor den Krabbeltieren! Da lauern in unbekannter Ferne Leute, die man im Dunklen nicht sieht, doch wären sie jederzeit diensteifrig, auf höheren Befehl hin das Feuer zu eröffnen, damit die Enklave gestürmt werden kann, du, unverbesserlicher Wohlstands- und Stadtmensch, fürchtest dich aber vor Krabbeltieren; echt jetzt? Frag Alex Lion. Nahaufnahme Fleuries Gesicht. (Sie ist Anfang 30.)

FLEURIE Wir freuen uns, dass du hier bist.

Ihr Englisch ist seit damals kaum besser geworden, und Tom hat immer noch kein Französisch gelernt. Dies begrenzt, was sie sich sagen können, und es klingt formeller, als sie es meinen. Sie nimmt seine Hände in ihre und hält sie länger, als er es gewohnt ist. Sie spricht durch ihre Hände zu ihm. Sie schaut ihm in die Augen, länger, als er es erträgt. Sie spricht durch ihre Augen zu ihm.

TOM (denkt) Sprache ist nicht ihr Medium. Und doch spricht sie. Zu mir, zu ihren Männern. Sie soll auch zur Welt sprechen.

ERZÄHLSTIMME Er nimmt sich vor, ihr Medium zu sein. Trotz realer Krabbeltiere. Und trotz imaginierter, auf ihn gerichteter Gewehrläufe.

2. SUNNY SIDE UP

Blick in Ireens Schlafzimmer. Flackerndes schwaches Licht fällt von außen durch das Fenster. Sonst dunkel. Den jungen Mann (Tom als Mittzwanziger) kannst du nur schemenhaft erkennen. Die Position der beiden Körper ist nicht genau auszumachen, aber intim. Sind sie nackt?

IREEN Ich sammle Intellektuelle.

Weswegen das verletzend war, wird noch zu klären sein. Aber behalten Sie diesen Satz im Sinn, bis er seinen Sinn erhält.

Rollentausch. Glitzerndes Licht und flimmernder Asphalt des kalifornischen Sommers vor einem Vierteljahrhundert. Stadt (San Francisco). Tom Prawon, Student der Medienwissenschaften und selbsternannter angehender Regisseur, nicht mehr Haare bis zum Hintern wie noch zu bittersüßen Schulzeiten, sondern bloß noch bis auf die Schultern, besucht, von den Eltern gesponsert, seinen Vetter Carl Smith. Es ist das Jahr, in welchem das Volk Ronald Reagan zum Präsidenten der Vereinigten Staaten wählen wird. Dessen Vorgänger Jimmy Carter hatte ein Gesetz auf den Weg gebracht, das jeden jungen Mann zur Registrierung auf dem Postamt verpflichtet, um bei einer eventuell «notwendigen» Neuauflage des Wehrdienstes das administrative Prozedere zu vereinfachen; alle müssen einsehen, dass das zum Gemeinwohl beträgt. Carl engagiert sich in einer irrationalen, sozialfeindlichen und – zuvörderst – unpatriotischen Bewegung gegen die Registrierungspflicht. Dies Gesetz – dem auch Reagan, sollte er gewählt werden, seine Zustimmung versichert, obwohl einige seiner engsten Berater dringend hiervon abraten – sieht eine gepfefferte Gefängnisstrafe bei Verweigerung vor.

Charakterbereinigung. Vorstadtsiedlung. Einfamilienhäuser, angeordnet wie Reihengräber, mit stereotypen Vorgärten. Du blickst durch das geleckte Fenster der Smiths. Tom saß mit Carl in dem Wohnzimmer seiner Tante Lisbeth, Carls Mutter. Sie war puritanisch eingestellt wie Toms Mutter. Nichts in dem Wohnzimmer sollte gemütlich sein und zum Rasten einladen. Die beiden jungen Männer, der eine Spät-Hippie, der andere New-Wave-Punk, zwischen ihnen liegt ein knappes Jahrzehnt Lebenszeit, versuchten nach Kräften, es sich dennoch gut gehen zu lassen. Carl spielte ihm seine Musik vor, Ramones und Siouxsie and the Banshees. Tom war erstaunt, wie prima sie ihm gefällt. Punks, für ihn sind das Krawallmacher, Hippie-Hasser, schlechte «Musik» für schlechte Menschen. Läuft Siouxsie nicht mit H*k*nkr**z-Armbinde durch London? Oi! Oi! Oi! Aber. Die Ramones sehen sogar aus wie er, wie Spät-Hippies, mit langen Haaren, schulterlang, zerschlissenen Jeans, schlaksigen Figuren.

CARL Das versteht sie doch als Protest. Siouxsie ist kein Neonazi.

TOM (denkt) Gruselig sieht sie aber schon aus. Kommt wohl direkt aus der Hölle. Ein Glück, dass Carl sich nicht schminkt wie diese Todesfeen ihrer Band. Die sphärische Musik dagegen klingt wie geflochten aus *ng*lh**r*n.

Die Mutter von Carl arbeitete aufopferungsvoll in einem Waisenhaus, unentgeltlich; ihr Mann, eine Boxlegende aus den 1950 er Jahren, hatte ihr genügend Geld hinterlassen. Sie würde erst später kommen. Keine Argusaugen bohrten sich ihnen in den Rücken. Auch die hatte Carl gelernt, zu ignorieren. Tom bemühte sich darum, mitzuhalten.

CARL Wie wird das mit der Registrierung auf dem Postamt für eine mögliche Einführung des Wehrdienstes denn bei euch in Westdeutschland gehandhabt?

TOM Auf dem Postamt? Undenkbar. In Deutschland ist jeder Mensch sein ganzes Leben lang verpflichtet, sich zu registrieren. Bei der Polizei.

Die Worte … undenkbar … jeder … sein ganzes Leben … bei der Polizei … zog Tom dramatisch in die Länge.

CARL Was?, bei der Polizei? Unser Geschichtslehrer hat uns beigebracht, in Deutschland wäre der Faschismus nach dem Krieg abgeschafft worden.

ERZÄHLSTIMME Er überlegte und besann sich auf seine demokratischen Manieren.

CARL Warum muss in Deutschland jeder sich registrieren lassen? Und warum denn bei der Polizei?

TOM Sonst bräche Chaos aus, das ist die Ansicht der Deutschen. Wenn nicht, würden alle über alle herfallen, Mord und Totschlag auf den Straßen, Recht und Ordnung kacken ab.

CARL Ach, hat man das empirisch untersucht?

Empirisch … betont sachlich betont.

TOM Nein. Davon geht man aus; ohne zu zweifeln. Es gibt keinen Widerstand.

(Den Dialog noch ausarbeiten:) Weiter fragte Carl nach Toms politischen Ansichten, besonders zum Wehrdienst. Der druckste von Liebe, Frieden, Freiheit, Antimilitarismus und … Anarchie. Carl lachte und sagte, das alles höre sich an wie bei den Chérieisten, der einzigen Gruppe, die den weitgehend spontanen Widerstand gegen die Registrierungspflicht unterstütze. Chérieisten?, nie gehört. Sie hätten ein Büro im Fallon Building, 1800 Market Street, sagte Carl, dem Zentrum der kalifornischen Schwulenbewegung.

Einstellungsänderung. Erneute Totale über San Francisco, jetzt nebelverhangen. Unsere Luftaufnahme hinterlässt die Idee eines Schwarzweißfilms; langsame Annäherung Ihres Blicks an ein Gebäude, dessen steifes Violett hervorsticht, sodass man ihm sein Alter nicht ansieht; rechter Hand am Gebäude ein filigraner Runderker, verschwommen dahinter die klassizistisch klotzige First Baptist Church. Morphen zu dem lebensfreudigen Zustand 1980 mit dem Banner «Fascination» über dem Eingang und mit der Bacardi-and-Cola-Werbung an der Außenwand zum Octavia Boulevard. (Hinweis für den Kulissenbau: Ein entsprechendes Photo liegt vor. Lizenz klären.) Tom betritt das Büro zögernd, zu zaghaft für einen angehenden coolen Regisseur mit Biss, da helfen auch die neu erworbenen Joey-Ramone-Sunglasses nichts. Hier eine gleichermaßen puritanische Ausstattung. Abgewetzter Linoleum-Boden, früher sicher mal anthrazit, aber vermutlich von Anfang an *ng**l.

Bedächtiges Hinübergleiten in eine andere, fast unwirkliche Welt. Ireen redet auf Tom ein. Gestikuliert. Toms Gesichtsausdruck zeigt Verständnisprobleme. (Carl ist ebenfalls anwesend. Debbie? Lauren? Du wirst sie kennenlernen.)

Ireen Jene puritanische Tradition hat durchaus etwas mit unserer lebensfreudigen Politik zu tun. Denn ihre Voraussetzung ist die Selbstbeherrschung. Die Unbeherrschten sind es, die der Herrschaft bedürfen und ihres Lebens nicht froh werden.

Zurück im Büro der Chérieisten. Auf der gegenüberliegenden Seite des Raumes ein Schreibtisch, der seine besseren Zeiten hinter sich gelassen hatte. (Froschperspektive:) Aber jede Menge Bücher. Bücher ringsumher. Bücher auf dem Boden. Bücher auf dem Schreibtisch. Bücher auf Hockern. Bücher auf den Fenstersimsen. Eine hyperaktive Frau, um die sechzig, für Tom unversehens erregend, schreit einen bärtigen jungen Mann mit Batik-Peace-Shirt an, der sich zwar wegduckt und dabei (Zeitlupe) seinen Pf*rd*schw*nz kreisen lässt, aber doch mehr belustigt als verängstigt dreinschaut, urteilt Tom mit seinem Kennerblick des erfahrenen Regisseurs, der er ist. Als die Frau Tom bemerkt, legt sie ein (un?) verschämt mädchenhaftes Lächeln auf.

Blick in Toms Souterrain. Wir beide in seinen Chesterfield-Sesseln. Auf dem Beistelltisch Zigarren für ihn, Zigaretten für mich (die ich nicht anrühre), Feuerzeug, Ascher, Wein, Whisky, Wasser. Er sitzt mir gegenüber, ich interviewe ihn zu seinem Leben, speziell zu der Begegnung mit der jüngst verstorbenen Ireen O’Netty.

TOM So ein Lächeln!, nie werde ich es vergessen. Das ist sie. Das war sie. Blauer Jeans-Overall und ein schwarz-weiß gestreiftes Hemd, beides fadenscheinig und nicht wirklich sauber. Eisgraue kurze Haare rahmten ihr freches und fast schamloses Gesicht. Auf dem Kopf eine schwarze Baskenmütze mit keckem N*pp*l. Ich war hin und weg.

Blick in das Wohnzimmer der Familie Smith. Die jungen Männer nehmen eine Pose ein, welche es ihnen erlaubt, intimste Geheimnisse auszutauschen.

TOM (zu seinem Vetter Carl) Aber natürlich (sowohl … als auch …) ist sie für mich unerreichbar.

Zurück in das Büro der Chérieisten. Das Batik-Peace-Shirt beobachtet die Interaktion der beiden mit verschränkten Armen und wissendem Schmunzeln auf seinen Lippen. Das sehen nur Sie. Nicht die Beobachteten.

DIE FRAU Hätte ich doch bloß auf Lauren gehört, und vor dem Frühstück keinen Joint durchgezogen.

(Frühstück? Es war Nachmittag.)

DIE FRAU (ändert ihre Stimmlage von spätpubertierender Hysterie in ein verzauberndes Alt) Wer bist denn du?

Tom nuschelt etwas von Regisseur, Protest, Liebe, Freiheit und, noch leiser, Anarchie. (Hier vielleicht doch Voiceover einsetzen? Wie sonst realisieren?) Man weiß ja nie, was die Amis sich unter Anarchie vorstellen. Pistolen, Bomben. Ist es nicht so, dass man als Anarchist eigentlich (actually) gar nicht einreisen darf? Inzwischen allerdings machen sie viel Aufhebens um Kommunisten anstatt um Anarchisten. Keiner ahnt mehr, was Anarchisten sind, was sie wollen, wofür sie stehen und kämpfen. Die Frau boxt Tom gegen die Schulter.

DIE FRAU Da hab’ ich was für dich.

Sie bugsiert ihn zu einem tiefer im Raum befindlichen Bücherregal und weist auf die oberste Reihe mit dicken Bänden, die angegilbten grüngrauen Schutzumschläge vom Zahn der Zeit angenagt.

DIE FRAU (verzückt, wirft den Kopf in den Nacken) Ludwig von Mises! Damit knacken wir ihren Marx und Engels, beide zugleich. Weggefegt. Nichts mehr übrig von denen. Ein für alle Male. Niente. Rien ne va plus. Nada. Das ist Anarchie! Was meinst du?

TOM Nie von ihm gehört. Ludwig von Mises?

Die Frau lädt Tom ein, an ihrer nächsten Versammlung teilzunehmen. Jetzt muss sie ersteinmal runterkommen und sich beim Batik-Peace-Shirt entschuldigen.

Ortswechsel. Wohnzimmer der Familie Smith. Vetter Carl lachte sich kaputt, als Tom ihm von seiner Begegnung erzählte. Dann wurde er nüchtern und klärte Tom darüber auf, dass er wohl Ireen O’Netty persönlich angetroffen habe.

CARL Natürlich (certainly? naturally?) ist sie unerreichbar für dich, die Ikone des Protests der 60 er Jahre, heute aktiv bei den Chérieisten. Etwas schräg, aber doch ehrbar und moralisch unanfechtbar in ihrer Haltung gegen Krieg. Das ist schließlich das Wichtigste. Außerdem älter als meine Tante. Deine Mutter.

Das Letzte hatte Tom überhört, denn er war beleidigt ab der Bemerkung von Carl, die Frau sei eine Ikone des Protests der 1960 er Jahre gewesen. Er glaubte, völlig den Durchblick zu haben, was die 1968er-Bewegung betrifft. (Überlegen, wie das bildlich umgesetzt wird.)

TOM IREEN O’Netty?, nie von ihr gehört.

Genausowenig wie von dem, den die bekiffte Frau im Büro erwähnt hatte. Dabei hatte dessen Name deutsch geklungen.

Carl Bei uns war es nicht die 68er-Bewegung. Hier in Kalifornien startete sie schon viel früher, bereits Mitte der 60 er Jahre hatte sie H*h*punkt*. Lange vor meiner Zeit. Aber sind wir nicht alle ein bisschen Alex Lion? (Carl lacht sich kaputt.) Sie hat den Roman «On Strike!» geschrieben, den Mega-Bestseller seit über zwanzig Jahren.

Für Tom war kaum aushaltbar, bis er zur Versammlung gehen konnte. War er aufgeregt, diese Leute zu treffen, die bei dem Wort Anarchie nicht in Panik verfielen? Oder hatte es zu tun mit seiner Vorfreude, die alte Hasch-Rebellin wieder zu sehen? Ihre Nähe sollte mir genug sein, nahm er sich vor, etwas Weiteres kommt nicht in die Tüte.

Ortswechsel. Market Street. Fallon Building. Abend. Die Versammlung fand in einem Hinterzimmer des Büros statt. (Regieanweisung:) Man sieht fast nur Männer, außer Ireen. Und einer exaltierten Krishna-Nonne in gelb und orange und mit geschorenen H**r*n. Ihr Grinsen löste bei Tom unmittelbar einen Kick aggressiver Gefühle aus.

IREEN Leider ist Lauren verhindert.

Wer war doch gleich Lauren? Ireen erklärte es Tom nicht, er ließ es auf sich beruhen.

Alle waren sich darüber einig, dass Steuern Raub seien, schädlich für die Wirtschaft und für das Gemeinwesen und insbesondere der Hauptquell von Krieg, denn ohne Steuern ließe der sich nicht finanzieren. Guerilleros? Nun, entweder kämpften die Guerilleros wirklich im Namen des Volks und ergo würde es sie freiwillig finanzieren, oder sie griffen auf Zwangsabgaben zurück und das wären dann Steuern.

TOM (denkt) Wow, zuhause traue ich mich nie, Steuern direkt in Frage zu stellen und mich so als asozial zu outen.

Ein Streit entbrannte darüber, ob man zwischen den verschiedenen Steuerarten wie Einkommens-, Konsum-, Umsatzsteuer und so weiter hinsichtlich ihrer Schädlichkeit und Amoral unterscheiden solle.

EIN TOM UNBEKANNTER Mann Es gibt ein! Kriterium, und das ist die absolute Steuerhöhe. Wo sie entspringt, das ist unerheblich.

BÄRTIGES BATIK-PEACE-SHIRT MIT PF*RD*SCHW*NZ (der Mann, den Ireen gerade anschrie, als Tom ihr das erste Mal im Büro begegnet war) Nein, Murray, die Einkommensteuer ist weitaus unmoralischer als die Konsumsteuer, denn ob du konsumierst und damit Steuern zahlst, entscheidest du frei für dich selbst; die Einkommenssteuer dagegen trifft alle, die etwas produzieren.

IREEN (nachdenklich) Aber … Ist in einer arbeitsteiligen Gesellschaft nicht jeder auf Konsum angewiesen? Produktiv arbeiten kannst du dagegen auch etwa in der Untergrundökonomie. Die Konsumsteuer stellt darüber hinaus die regressivste Form der Steuererhebung dar, belastet also die Armen mehr als die Reichen, weil die Armen fast ihr ganzes Einkommen verkonsumieren, die Reichen aber bloß einen Teil davon.

BÄRTIGES BATIK-PEACE-SHIRT MIT PF*RD*SCHW*NZ (ein bellendes, helles Lachen) An dem, was du hier so von dir gibst, Ireen, sieht man ganz klar, dass in dir immer noch eine verkappte Kommunistin steckt, die die Reichen hasst.

Die geschorenen H**r* himmelten ihn an. Aber sind wir nicht alle ein bisschen Alex Lion?

Zeitsprung. Büro der Chérieisten. Tom telephoniert. Er gibt Carl (oder Lisbeth?) Bescheid, er sei nach der Versammlung zu Ireen O’Netty eingeladen.

Einblick in die Wohnung von Ireen und Lauren. Später am Abend. Ireen lebte mit Lauren zusammen, ungefähr gleich alt wie die freakige Ireen, im Gegensatz zu ihr aber mondän, als währe die Zeit ihrer Jugend fort und fort. Ihr Verhältnis zueinander blieb ihm unscharf. Wurde er argwöhnisch oder eifersüchtig oder spöttisch mitleidig beäugt? Lauren stand dem Haushalt offenbar vor, genauso offenbar wie Ireen das Geld reinbrachte. Bald nach dem Essen zog Lauren sich zurück und das kam Tom wie gerufen. Allein mit Ireen fühlte er sich unbefangen. Sie diskutierten bis spät in die Nacht. Ireen überließ ihm ihr Bett und schlief selber in einer Art Besenkammer. (Episode noch filmreif prügeln.)

Früh wachte er auf, die fremde Umgebung irritierte ihn, und überhaupt war er ein Morgenmensch. Alles roch verlockend nach Ireen. Bloß dass Ireen neben ihm fehlte. Um nicht in Sehnsucht zu ertrinken, stand Tom auf und kleidete sich an. Doch blieb er in dem Zimmer. Er wollte niemanden stören. Das Zimmer fand er vollgestopft mit Stapeln von Büchern vor, nicht nur englisch-, sondern auch französischsprachigen. Hier und da erspähte er Werke von Pierre-Joseph Proudhon, was ihn von der Sache her ein heimisches Gefühl vermittelte; er konnte jedoch kein Französisch und ahnte nur, welche es waren. Aber was hatte es mit diesem Ludwig von Mises auf sich?

Beim Stöbern fiel ihm ein Magazin in die Hand, auf dem ihm überrote, leicht geöffnete Lippen aus einem im Halbschatten liegenden Gesicht anmachten. Weiß glitzernder Strass an den Ohrläppchen. Stramme Brüste, die Hände ziehen das lila Negligé hoch, ohne ihre N*pp*l freizulegen (ein Zentimeter mehr würde, soweit Tom wusste, im Land unbegrenzter Möglichkeiten Gefängnis nach sich ziehen). Penthouse. «The International Magazine for Men.» Ein Stromstoß zuckte durch seine Finger und er ließ das Heft fallen. Dann aber griff er erneut nach ihm. Die Aufmachergeschichte erzählte von einer Frau, die Polizistin gewesen war, jetzt als Prostituierte arbeitete und für die Chérieisten zum Lieutenant Governor kandidierte, damit sie die staatliche Bürokratie würde stoppen können. Tom verhedderte sich mit den Fingern, um die einem anständigen Linken verbotenen Seiten zu ignorieren, und suchte das Interview mit ihr. Unsteten Blicks sah er ein darunter liegendes, verblichenes Playboyheft mit einem vergleichsweise züchtigen Umschlagbild. Das Cover Girl in einem hoch geschlossenen Wollmantel, Grundfarbe grau mit einigen leuchtenden Einsprengseln. Gehobene Unterhaltung für Herren eben. Er legte das Penthouseheft behutsam beiseite und griff nach diesem, das ungefährlicheres Terrain zu sein versprach. Als er den Titel des Artikels, um dessentwillen Ireen das Heft wohl hatte, fand, rutschte ihm das Herz in die Hose. R*ghtw*ng *n*rch*sm. Das war weit schlimmer als n*ckt* Fr***n. In deutsch so ganz und gar nicht vorstellbar (immer noch nicht). C*p*t*l*sm and m*rk*t *c*n*m*. Illustriert mit einer überdimensionalen Zigarre, zerbrochen. Tabakbrösel. Teufel noch mal, was sollte das mit Anarchie zu tun haben? Bei der Versammlung hatte er weggehört, wenn es um pr*p*rt* ging (alles Begriffe, die er sich deutsch nicht einmal zu denken traute – wie drückt man Nicht-Denken im Film aus?), und war nur gebannt gefolgt, wo man den Staat des Kriegführens beschuldigte. Mit Sorgfalt legte er die Hefte exakt derart zurück, wie er sie vorgefunden hatte. Durch die Staubränder zeichnete sich ihre vorherige Lage ab. Richtige Reihenfolge? Katastrophenerwartung, falls Ireen es entdecken sollte, dass er sie angefasst hatte. Sowas tut man nicht.