Isabellas Geständnis - Michaela Dornberg - E-Book

Isabellas Geständnis E-Book

Michaela Dornberg

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Beschreibung

Als der alte Fahrenbach, der eine zunächst kleine Firma im Weinanbau und -vertrieb errichtet und im Laufe der Jahre zu einem bedeutenden Familienunternehmen erweitert hat, das Zeitliche segnet, hinterlässt er ein ziemlich seltsames Testament. Drei seiner Kinder scheinen Grund zur Freude zu haben, Frieder als neuer Firmenchef, Jörg als Schlossherr und Grit als Villenbesitzerin. Gäbe es die Sorge um Linus, ihren Neffen, nicht, wäre Bettina die glücklichste Frau der Welt. Sie würde endlich, endlich Thomas wiedersehen. Auch wenn es nur für einen Nachmittag und eine Nacht war, so war es doch ein Geschenk, mit dem sie nicht gerechnet hatte. Obschon sie noch einige Tage Zeit hatte bis dahin, inspizierte Bettina bereits jetzt, so typisch Frau, ihren Kleiderschrank. Sie wollte umwerfend aussehen. Doch was auch immer sie herausnahm, nichts gefiel ihr so richtig. In ihrem Schlafzimmer türmten sich die Sachen auf dem Bett, der Kommode, auf dem Boden. »Was ist denn hier los?«, rief Leni entsetzt und deutete auf das Chaos, das Bettina angerichtet hatte. »Ich will die Sachen herausnehmen, die ich anziehen werde, wenn ich Thomas treffe«, sagte Bettina ein wenig schuldbewusst, denn es sah wirklich fürchterlich in ihrem Schlafzimmer aus. Fast so, als sei eine Bombe eingeschlagen. »Bettina, du hast noch eine Woche Zeit, und aus dieser Müllhalde, die du hier aufgetürmt hast, kannst du ohnehin nichts mehr herausfinden.« »Ja, ich weiß. Aber ich möchte doch schön sein, wenn ich Thomas treffe.« »Du bist immer schön, mein Kind. Und du glaubst doch nicht, dass Thomas dich mehr lieben wird, wenn du irgendeinen teuren Fummel anhast? Er wird es vermutlich nicht einmal bemerken, sondern nur Augen für dich haben, nicht für deine Kleidung.« »Mag ja sein, aber ich weiß trotzdem nicht, was ich anziehen soll.« »Ich helf dir dabei, aber da du schon alles herausgerissen hast, können wir bei der Gelegenheit deine Sommersachen drüben ins Gästezimmer bringen.

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Seitenzahl: 114

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Bettina Fahrenbach - Eine Powerfrau setzt sich durch – 13 –Isabellas Geständnis

Sie wurde schuldig an ihrer großen Liebe

Michaela Dornberg

Gäbe es die Sorge um Linus, ihren Neffen, nicht, wäre Bettina die glücklichste Frau der Welt.

Sie würde endlich, endlich Thomas wiedersehen. Nach langer Zeit würde er sie wieder in die Arme schließen, sie würden sich küssen, lieben …

Auch wenn es nur für einen Nachmittag und eine Nacht war, so war es doch ein Geschenk, mit dem sie nicht gerechnet hatte.

Obschon sie noch einige Tage Zeit hatte bis dahin, inspizierte Bettina bereits jetzt, so typisch Frau, ihren Kleiderschrank. Sie wollte umwerfend aussehen.

Doch was auch immer sie herausnahm, nichts gefiel ihr so richtig. In ihrem Schlafzimmer türmten sich die Sachen auf dem Bett, der Kommode, auf dem Boden.

»Was ist denn hier los?«, rief Leni entsetzt und deutete auf das Chaos, das Bettina angerichtet hatte.

»Ich will die Sachen herausnehmen, die ich anziehen werde, wenn ich Thomas treffe«, sagte Bettina ein wenig schuldbewusst, denn es sah wirklich fürchterlich in ihrem Schlafzimmer aus. Fast so, als sei eine Bombe eingeschlagen.

»Bettina, du hast noch eine Woche Zeit, und aus dieser Müllhalde, die du hier aufgetürmt hast, kannst du ohnehin nichts mehr herausfinden.«

»Ja, ich weiß. Aber ich möchte doch schön sein, wenn ich Thomas treffe.«

»Du bist immer schön, mein Kind. Und du glaubst doch nicht, dass Thomas dich mehr lieben wird, wenn du irgendeinen teuren Fummel anhast? Er wird es vermutlich nicht einmal bemerken, sondern nur Augen für dich haben, nicht für deine Kleidung.«

»Mag ja sein, aber ich weiß trotzdem nicht, was ich anziehen soll.«

»Ich helf dir dabei, aber da du schon alles herausgerissen hast, können wir bei der Gelegenheit deine Sommersachen drüben ins Gästezimmer bringen. Da hast du hier mehr Platz und Übersicht …, der Sommer ist ohnehin vorbei. Es wird hoffentlich noch ein paar warme Tage geben, aber nicht so warm, dass du Trägerkleidchen oder Trägertops anziehen kannst.«

Bettina atmete auf.

»Danke, Leni, du bist ein Schatz. Wenn wir das Sommerzeug weggeräumt haben, suchen wir aber das heraus, das ich mit nach Brüssel nehmen werde.«

»Einverstanden«, sagte Leni und machte sich an die Arbeit.

Sie arbeitete zügig und schnell, und bald lichteten sich die Berge.

»Sag mal, Bettina«, erkundigte sie sich schließlich, »ist Linus wieder aufgetaucht?«

Sofort verdüsterte sich Bettinas Gesicht.

»Nein, ich habe vorhin angerufen. Stell dir nur vor, Frieder hat nicht mit mir gesprochen, sondern mir durch seine Sekretärin ausrichten lassen, dass er sich schon melden wird, wenn Linus wieder da ist. Im Übrigen solle ich ihn in Ruhe lassen, er habe Besseres zu tun, als meine hysterischen Fragen zu beantworten. Er speist mich ab wie eine lästige Bittstellerin. Ach, Leni, das tut so weh. Er ist doch mein Bruder, warum tut er das? Bloß, weil ich ihm kein Seegrundstück überlasse?«

»Dein Bruder ist ein hoffnungsloser Egoist, menschenverachtend und grausam, und er ist ein schrecklicher Vater. Warum wohl ist sein Sohn davongelaufen?«

»Das weiß ich schon, weil er nicht in einem Internat sein will. Und das müsste er auch nicht. Er ist ein guter Schüler. Seine Mutter ist den ganzen Tag zu Hause, na ja, wenn sie nicht auf Shoppingtour ist oder sich bei einem Schönheitschirurgen unters Messer legt. Aber Mona macht ihr Ding, und mein Bruder macht seines. Da ist ein Kind im Weg, und wenn man genügend Geld hat, ist es ja einfach, jemanden in ein Internat abzuschieben, um überall erzählen zu können, es sei das Beste für den Jungen.«

»Und wenn sich jemand, so wie du, um den Jungen kümmern will, wird das per Rechtsanwalt verboten.«

»Das werde ich Frieder niemals verzeihen, und wenn Linus etwas passiert, dann …, ich weiß nicht, was ich dann machen werde.«

»Vermutlich wieder nichts«, sagte Leni und faltete Sommershirts zusammen. »Du gibst doch um des lieben Friedens willen immer nach. Du verzeihst deinen Geschwistern alles. Deswegen trampeln sie auch so rücksichtslos auf dir herum. Der Looser in Frankreich pfeift, und du lässt hier alles stehen und liegen und fliegst hin, um für ihn die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Und bekommst du ein Dankeschön? Nein.«

»Jörg ist doch kein Looser, Leni«, wandte Bettina ein.

Leni nahm den Stapel gefalteter Shirts auf den Arm.

»Ist er nicht? Dann sag mir doch mal, was er aus eigener Kraft vollbracht hat, seit er Chateau Dorleac geerbt hat.«

»Nun …, nun, er …, nun …«, stammelte Bettina.

Leni ging ins Gästezimmer, verstaute die Shirts und kam zurück.

»Du kannst nichts sagen, weil es nichts zu sagen gibt. Dein Bruder Jörg hat bislang nur viel Geld ausgegeben für unprofitable Veranstaltungen, er hat große Aufträge platzen lassen, und wenn du nicht nach Frankreich gefahren wärst, um es zu richten, hätte er seinen besten Mitarbeiter verloren, und sogar seine Frau ist ihm davongelaufen. Noch nicht einmal die hat er halten können.«

Bettina seufzte.

»Jörg ist halt ein Träumer, ein Fantast.«

Leni setzte sich auf die Bettkante.

»Meine liebe Bettina, wenn er nicht, ich sag es jetzt mal drastisch, die ganze Kohle, das Chateau und den Weinbetrieb geerbt hätte, dann wäre er mit seinen Träumereien und Fantasien Sozialhilfeempfänger. Aber was reg ich mich eigentlich auf.«

»Meine Geschwister haben sich alle drei verändert, seit sie geerbt haben. Irgendwie tut ihnen das alles nicht gut. Sie haben jegliche Bodenhaftung verloren. Dabei war Grit früher doch eine ganz normale Frau.«

»Na, hör mir bloß von deiner Schwester auf«, ereiferte Leni sich und griff nach dem nächsten Stapel, um die Sachen erst einmal zu sortieren.

»Die tanzt doch auf dem Eis …, hat zwei wunderbare Kin??der, einen netten, bodenständigen Mann, und was macht sie? Sie vergnügt sich mit einem jungen italienischen Liebhaber, für den sie noch alles bezahlen muss und der ihr Stress macht. Und eigentlich war sie doch eine Hübsche. Durch diese Schönheitsoperationen sieht sie doch richtig entstellt aus.«

»Leni, ich glaub nicht, dass Grit was an sich hat machen lassen, ich mein, durch einen Chirurgen. Sie lässt sich nur immer Botox aufspritzen.«

»Das ist ja schlimm genug. Botox ist ein Nervengift, und wenn es nicht gut gemacht wird, werden Muskeln verletzt, und dann bleiben die Gesichtslähmungen für immer.«

Bettina musste lachen.

»Leni, du bist ja eine richtige Expertin auf diesem Gebiet. Woher weißt du das alles. Bist du etwa selber interessiert?«

»Gott bewahre«, entrüstete Leni sich. »Ich würde doch nicht an mir herumschnipseln lassen. Eine Frau sollte zu ihrem Alter stehen und zulassen, dass es Spuren des Lebens im Gesicht gibt. Sie lassen sich die Gesichter straffen und haben alte Hände. Und woher ich das weiß? Nun, du musst doch bloß eine Zeitschrift aufschlagen, und schon kannst du lesen, wer wieder unter dem Messer war. Selbst unbekannte Frauen haben kein Problem damit, ihre Schönheitsoperationen von Fernsehsendern aufzeichnen zu lassen. Mein Gott, in welcher Welt leben wir nur.« Sie hielt einen leichten Pullover hoch, schlicht, mit V-Ausschnitt. »Hier, der ist doch sehr hübsch, den kannst du mit nach Brüssel nehmen. Lila ist ja jetzt modern.«

Bettina nahm Leni den Pullover aus der Hand.

»Das, meine Liebe, war ein Fehlkauf. Der Pulli kann sofort in den Rotkreuz-Beutel.«

»Aber er ist neu und sehr hübsch.«

»Aber nicht für mich, ich habe mich da einfach beschwatzen lassen. Ich werde ihn niemals tragen, und ehe er in meinem Schrank verrottet, soll sich lieber eine andere Frau daran erfreuen.«

Leni legte den Pullover beiseite.

»Schade, dass ich nicht deine Größe habe. Mir würde der Pulli schon gefallen. Ich liebe Lila.«

»Das ist auch eine schöne Farbe für dich, Leni.« Insgeheim nahm Bettina sich vor, bei nächster Gelegenheit für Leni ein Bekleidungsstück in der Farbe Lila zu kaufen. Leni würde es nämlich nicht tun, weil sie viel zu sparsam war und für sich einfach kein Geld ausgab.

Bettinas Telefon klingelte.

Es war Toni, der sie ganz aufgeregt ins Büro bat.

»Du wirst es nicht glauben, aber für ›Finnmore eleven‹ ist ein beachtlicher Auftrag hereingekommen. Sagt dir Hansen & Hansen etwas?«

»Ja, die haben bundesweit kleine, feine Spirituosengeschäfte und sind sehr elitär. Die haben bestellt?«

»Ja, zwar nicht direkt bei uns, sondern in Schottland, aber die Schotten haben uns den Auftrag zugeschickt und auch eine Kopie eines Schreibens, in dem Hansen & Hansen an uns verwiesen wird für alle weiteren Aufträge.«

»Toni, das ist super, ich komme sofort rüber«, sagte Bettina.

»Wir haben wieder einen großen Auftrag bekommen, und ich finde es nett, dass Marjorie Ferguson so korrekt ist und den Auftrag an uns weitergeleitet hat. Sie hätte ja von Schottland aus liefern können und dabei die Provision für uns gespart.«

»Ist nicht jeder so schlitzohrig wie dein Bruder Frieder«, giftete Leni. »Dein Vater würde sich im Grab umdrehen, wenn er wüsste, wie dein werter Bruder das Fahrenbach-Weinkontor herunterwirtschaftet.«

Bettina seufzte.

»Ja, es ist wirklich gut, dass Papa das nicht miterleben muss. Leni …, kann ich dir die ganze Unordnung hier zurücklassen?«

»Klar, geh schon. Einsatz ist Umsatz. Ich räum auf und dann muss ich anfangen zu kochen.«

»Was gibt es denn heute?«

»Möhrendurcheinander mit Frikadellen. Du wirst es nicht glauben, wer sich das gewünscht hat.«

»Toni?«

»Nein, unsere Filmdiva.«

»Isabella?«

»Ja, sie hat mich ganz einfach gefragt, ob ich das mal für sie kochen kann. Sie hat es seit ihrer Kindheit nicht mehr gegessen, und da sie ja ab und zu …, eigentlich immer öfter, bei uns mitisst, habe ich es ihr versprochen.«

»Man kann sich gar nicht vorstellen, dass eine so berühmte Filmschauspielerin, wie Isabella derartige Gelüste hat.«

Leni griff sich einen Stapel Sommerkleider, die sie vorher sortiert hatte.

»Sie ist auch nur ein Mensch, aber jetzt spute dich. Ich komme hier schon ganz gut allein zurecht.«

Bettina umarmte die getreue Leni, drückte ihr einen Kuss auf die Stirn.

»Leni, eigentlich müsste ich dem lieben Gott jeden Tag danken, dass er dich irgendwann auf den Fahrenbach-Hof geschickt hat. Was würde ich ohne euch nur machen? Ohne dich, ohne Arno, ohne Toni.«

»Du würdest es auch überleben.«

Leni konnte mit Lob nicht so gut umgehen, aber Bettina wusste, dass sie sich in ihrem Inneren darüber freute. Und es war ja auch nicht gelogen. Die drei waren unersetzbar für sie.

»Glaub ich nicht«, rief Bettina, dann eilte sie aus dem Zimmer.

Eigentlich war sie ganz froh, dass Toni sie gerufen hatte und sie jetzt nicht mehr weiter mit aufräumen musste.

Welcher Teufel hatte sie nur geritten, alles aus Schränken und Schubladen zu ziehen. Es wäre einfacher gewesen, wenn sie Stück für Stück ihre Bekleidungsstücke gesichtet hätte.

Aber was tat man nicht alles aus Liebe und wegen der Liebe, die einen manchmal ganz schön durcheinanderbringen konnte.

*

Da Professor Altmann vermutlich die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen hätte, wenn er erfahren hätte, dass die Ölgemälde, diese schrecklichen Seeschlachten, nur von einer Truhe in die andere gewandert waren, brachten Toni und Arno die Bilder am Vorabend in Bettinas Haus und lehnten sie vorsichtig an eines der Bücherregale.

Nachdem die Männer weg waren, hatte Bettina sich diese Ölschinken noch einmal angesehen. Sie fand sie nach wie vor grottenhässlich.

Sie war so gespannt, was Professor Altmann, ein anerkannter Kunstexperte, dazu sagen würde. Und sie war froh, dass er gleich bei ihr sein würde, damit sie Klarheit bekam. Arno war ja wie verrückt, weil er fest davon überzeugt war, einen Schatz geborgen zu haben, nachdem Babsi angedeutet hatte, dass Ägidius Patt ein großer Künstler gewesen war.

Nun, sie hatte Kaffee gekocht, von Leni war etwas Gebäck beigesteuert worden. Und wenn sie ehrlich war, ein bisschen aufgeregt war sie schon.

Babsi hatte ihr ja gesagt, dass dieser Maler einige Zeit in dieser Gegend gelebt hatte. Und früher überließen ja die Künstler – wahrscheinlich war es sogar heute noch so – Menschen ihre Bilder, die sie beherbergten und beköstigten. Die Fahrenbachs waren immer sehr großzügige Menschen gewesen, sodass es durchaus denkbar war, dass diese Bilder eine Gegenleistung gewesen waren, die aber ihr Vorfahr, weil sie ihm nicht gefielen, sofort weggeräumt hatte.

Als es klingelte, zuckte Bettina zusammen, zum einen, weil fast niemand klingelte, sondern gleich ins Haus kam, zum anderen, weil sie in Gedanken bei ihren Vorfahren gewesen war.

Sie eilte zur Tür.

Der Professor war angekommen. Er war nicht viel größer als sie, fast von zarter Gestalt. Er hatte ein schmales Gesicht und trug eine silbergefasste Brille und mochte ungefähr fünfzig Jahre alt sein, vielleicht auch mehr, vielleicht auch weniger. Er war einer jener Typen, deren Alter man einfach nicht schätzen konnte, und die vermutlich vor zehn Jahren schon so ausgesehen hatten wie jetzt und in weiteren zehn Jahren auch noch so aussehen würden.

»Herr Professor Altmann, herzlich willkommen, ich bin Bettina Fahrenbach«, begrüßte sie ihn.

Ein Lächeln huschte über sein Gesicht.

»Guten Morgen, Frau Fahrenbach.«

Bettina bat ihn ins Haus.

»Darf ich Ihnen einen Kaffee anbieten, Herr Professor?«, wollte sie wissen.

»Später, meine Liebe, später. Jetzt bin ich erst einmal ganz gespannt auf die Gemälde.«

»Ja, bitte, kommen Sie in meine Bibliothek«, sie führte ihn in den Raum, und er entdeckte sofort die Bilder. Fast hätte Bettina lauthals gelacht, als sie bemerkte, mit welcher Eile er sich darauf stürzte.

Er nahm eines der Bilder hoch, ging damit an ein Fenster, betrachtete es lange, fuhr beinahe andächtig über das Bild, dann sagte er: »Zweifelsfrei, das ist ein echter Patt.«

Ehe Bettina etwas sagen konnte, nahm er sich Bild für Bild vor, prüfte alles, legte die Bilder wie kostbare Schätze auf den Tisch, so behutsam, als seien sie zerbrechlich.