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Zwei-Minuten-Lektüre an der Ampel oder auf der Toilette – geben Sie es zu! Einen Blick hinein, wenn Sie an der Kasse stehen. Eine Kopfnuss in der Werbepause. Eine Zigarettenpausenlänge beim Schreiben. Oder Sie setzen sich in Ruhe hin und nehmen sich zehn Fragen en suite vor. Oder in der U-Bahn? Ja, auch da! Ein wenig Wissen vermitteln will das Büchlein auch. Ja, auch wenn das altmodisch klingt. Es soll den Leser sensibel machen für Fragen der deutschen Sprache. Für die Feinheiten. Es soll Sie ein wenig sicherer machen im Umgang mit der Sprache – ob Sie nun selbst schreiben oder gern lesen. Ob Sie Kinder haben oder sich einfach nur an Kopfnüssen und Kniffligkeiten vergnügen wollen, die das überaus vielfältige Deutsche parat hält.
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Seitenzahl: 52
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Michael Lohmann
Iss dass soo richtich?
88 Mal unterhaltsam Denksportliches zur deutschen Sprache
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Ein paar Worte vornweg
Wie das Büchlein funktioniert
Über die Schwierigkeitsgrade
Über den Schreiber
88 Mal Nachdenken und Sprachfühlen
Quellen
__________________Rechte-Lage
Impressum neobooks
Was soll dieses Büchlein?
Es soll Spaß machen. Es soll Sie unterhalten. Sie sollen sich von Frage zu Frage hangeln und immer das Gefühl haben: Hätte ich wissen müssen! Oder: Hätte ich nie und nimmer gewusst! Oder: Gut zu wissen, merk ich mir! Oder: So ein Blödsinn! Noch mehr unnützes Wissen! Aber ...
Wenn ich Sie nicht unterhalte, habe ich alles falsch gemacht.
Das Büchlein ... Zwei-Minuten-Lektüre an der Ampel oder auf der Toilette – geben Sie es zu! Einen Blick hinein, wenn Sie an der Kasse stehen. Eine Kopfnuss in der Werbepause. Eine Zigarettenpausenlänge beim Schreiben. Oder Sie setzen sich in Ruhe hin und nehmen sich zehn Fragen en suite vor. Oder in der U-Bahn? Ja, auch da!
Was will das Büchlein noch?
Ein wenig Wissen vermitteln. Ja, auch wenn das altmodisch klingt. Es soll den Leser sensibel machen für Fragen der deutschen Sprache. Für die Feinheiten. Es soll Sie ein wenig sicherer machen im Umgang mit der Sprache – ob Sie nun selbst schreiben oder gern lesen. Ob Sie Kinder haben oder sich einfach nur an Kopfnüssen und Kniffligkeiten vergnügen wollen, die das überaus vielfältige Deutsche parat* hält.
Wenn Sie nichts mitnehmen aus dem, was Sie hier lesen, habe ich etwas falsch gemacht.
*Übrigens, hieße es in diesem Satz statt des parat besser bereit, wäre Zusammenschreibung angesagt: bereithält. Versteht das jemand?
Sie finden 88 Kapitelchen. Bei einigen lesen Sie das Wort Frage, bei einigen lesen Sie Fragesatz. Bei allen sind Lösungen gefragt.
__Frage bedeutet, dass Sie im Ankreuzverfahren – um das dämliche Wort Multiple-Choice-Verfahren durch ein besseres zu ersetzen – überlegen müssen, wie die Antwort lautet.
__Fragesatz bedeutet, dass Sie überlegen müssen, wie viele Fehler der Satz enthält.
Aber Achtung! Diese Fragesätze haben keinen Sinn. Sie haben einfach keinen Sinn. Sie sind sinnfrei. Sie sind konstruiert, um Ihrem Hirn und Ihrem Sprachgefühl etwas zum Knacken zu geben. Bitte denken Sie nicht über deren Gehalt nach – sondern über Rechtschreibung und Grammatik.
Apropos Gehalt. Einige Fragen beziehen sich auf Redewendungen. In diesem Land kommt niemand bei der Erklärung von Redewendungen an Lutz Röhrichs wunderbarem dreiteiligem Werk Lexikon der sprichwörtlichen Redensartenvorbei. Ich auch nicht.
Wenn Ihnen das Büchlein gefällt, machen Sie esöffentlich,bitte!
Gefällt es Ihnen nicht,sagen Sie es mir!
Schwierig!
Die Einteilung der Schwierigkeitsgrade hat der Autor vorgenommen. Wer sonst, bitte schön? Sie ruhen auf Erfahrungen. Und auf Rückmeldungen geneigter Testleser.
Ich bin gern bereit, die Schwierigkeitsgrade Ihren Erfahrungen anzupassen. Wenn mehrere Leser mir sagen wollen, dass sie bei Frage 65 oder bei Frage 2 vollkommen anderer Meinung sind – nur zu! Schreiben Sie es mir unter [email protected]
Schwierigkeitsgrad 1 ist einer, bei dem Sie nicht zögern sollten. Ehrlich gesagt, es sind wenige Aufgaben mit dieser Dünnbrett-Stärke drin.
Schwierigkeitsgrad 2 sollte Sie kurz innehalten lassen. Oft ist die Auswahlmöglichkeit durch das Maß an Idiotie bei den anderen Lösungen eingeschränkt.
Schwierigkeitsgrad 3 kommt auf häufigsten vor. Sie sollten selbstverständlich nachdenken – und vor allem auf Ihr Sprachgefühl hören.
Schwierigkeitsgrad 4 bohrt ein wenig dünnes Brett. Hier hilft nicht nur Fühlen, sondern auch kräftiges Denken. Binden Sie Ihr Hirn an einen Marterpfahl!
Schwierigkeitsgrad 5 – die Hochschreck-Übung. Gnädige Frau, Sie finden auch diesen Schwierigkeitsgrad noch, wie Sie schreiben, »Ihrem Niveau nicht angemessen«? Dann warten Sie bitte auf den zweiten Teil von Iss dass soo richtich? Ich lege schon einmal die Folterwerkzeuge zurecht.
Viele Jahre als Journalist tätig bei großen Magazinen. Volontärsausbilder. Tägliches Blog unter deutschmeisterei.de. Verleger des Deutschen Sprachkompasses. Vater. Sprachstil-Leider. Dudenkritisch, mit Hang zur neuen Rechtschreibung. Dauerleser. Rotweintrinker. Saibling-Freund. Kindle-Nutzer. Anglizismen-Tilger mit Leidenschaft. Franke mit Hamburger Wurzeln. Club-Zitterer. Istanbul-Bewunderer. Raucher. Streiter. Mitglied im VDS, Verein Deutsche Sprache – und sonst in keinem Verein. Schnellschreiber. Vortragsreisender in Sachen Journalisten-Sprache. Wolf-Schneider-Anhänger. Gern-Bayer. Fehlermacher. HSV-Mit-Leider. In-den-Süden-Reiser. iPhonist und Macintosh-Nutzer. Zeitschriftenvertilger. Trockengelegter Fernseher. Im Internet seit mehr als 15 Jahren. Gerne-Nacht-Arbeiter.
Und natürlich Lektor fremder Werke. Und das mit wachsender Freude und sehr passablem Honorarsatz.
Wachsende Freude, weil es leichter ist, die Essenz anderer zu lesen als selbst zu erfinden – passabler Honorarsatz, weil es fair ist und mir auch noch, ja, doch!, tut es! ... Spaß macht.
__________________________
Michael Lohmann
www.deutschmeisterei.de
[email protected](allgemein)
[email protected](zu diesem Büchlein)
Viel Spaß ... denn nun geht es los.
FRAGE 1 Schwierigkeitsgrad 3
Es gibt nichts Gutes ausser man tut es. Welche der folgenden Zuschreibungen zu einem der bekanntesten deutschen Aphorismen treffen?
(a) Schöpfer: Thomas Mann.
(b) Es war der Wahlspruch des Schriftstellerkongresses in Berlin 1922.
(c) Bitte ausser mit ß.
(d) Nach Gutes bitte ein Komma.
(e) Schöpfer: Kurt Tucholsky.
(f) Das gleichnamige Werk wurde von Hanns Eisler vertont.
(g) Schöpfer: Erich Kästner.
(h) Was der Faust alles hergibt ...
LÖSUNG Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Stammt von Erich Kästner (Antwort g), aus dessen Fabian, 1931 erschienen. Und natürlich benötigt das außer nach langem Diphthong (siehe unten!) ein ß, ein Eszett. Eisler vertonte viele Werke von Brecht, Kästner aber schrieb nie ein Libretto. Das Komma, das Antwort (d) provoziert, mögen Sie gerne setzen. Aber Kästners Satz wird oft – so wie hier – falsch zitiert. Tatsächlich setzte Kästner einen Punkt: Es gibt nichts Gutes. Außer man tut es.
FRAGE 2 Schwierigkeitsgrad 2
Welchen Fachbegriff suchen wir? Die Doppel-Lautfolgen au, eu, ei, äu oder ui nennt man ...
(a) Katarakt.
(b) Doppelnde Flexions-Anämie.
(c) Inverse Letter-Immunität.
(d) Diphthong.
(e) Dual-Alliteration.
LÖSUNG Alles frei erfunden, bis auf die Lösung (d), Diphthong.
FRAGESATZ 3 Schwierigkeitsgrad 2
Na, hat dieser Satz Fehler?
Die Mär vom Pferd hatte er auch schon vernommen. Diese Mähre, dachte er, könne nie wieder Gallopp gehen.
Ja, genau einen Fehler:Galopp schreibt man genau so. Und der Begriff Mähre ist natürlich sehr abwertend – aber fehlerfrei geschrieben.
FRAGESATZ 4 Schwierigkeitsgrad 2
Na, hat dieser Satz Fehler?
„
