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Joe Hill, der in Salt Lake City für ein Verbrechen erschossen wurde, das er nicht begangen hatte, wurde im Alter von 36 Jahren in die Galerie der Helden und Märtyrer der weltweiten Arbeiterklasse aufgenommen. Er bleibt ein Beispiel für einen revolutionären Künstler und einen Kämpfer beider Welten. Fausto Giudice, der 1970 Statist im Film von Bo Widerberg über Joe Hill war, erzählt in diesem Buch sein spannendes Leben von Schweden bis in die USA und sein tragisches Ende. Das Lied von Alfred Hayes und Earl Robinson, gesungen von Joan Baez Mir träumt' ich sah Joe Hill letzt' Nacht So lebendig wie du und ich. Sagt' ich: "Aber Joe, du bist doch schon zehn Jahre tot!" "Ich bin nie gestorben" sagt' er "Ich bin nie gestorben" sagt' er "Die Chefs der Bullen killten dich, Joe, Sie erschossen dich!" sagt' ich. "Um einen Menschen zu töten braucht es mehr als das Gewehr!" Sagt' Joe: "Ich bin nicht gestorben" Sagt' Joe: "Ich bin nicht gestorben" Und wie er da so stand in voller Lebensgröße, Ein Lächeln in seinem Auge, Sagt' Joe: "Das was sie niemals töten können Hat sich zu organisieren begonnen, Hat sich zu organisieren begonnen!" Von San Diego bis hinauf nach Maine, In jeder Mine und Fabrik, Wo Arbeitsleute ihre Rechte verteidigen, Da findet ihr Joe Hill, Da findet ihr Joe Hill!" Mir träumt' ich sah Joe Hill letzt' Nacht So lebendig wie du und ich. Sagt' ich: "Aber Joe, du bist doch schon zehn Jahre tot!" "Ich bin nie gestorben" sagt' er "Ich bin nie gestorben" sagt' er
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Seitenzahl: 24
Veröffentlichungsjahr: 2022
Impressum:
Eine Veröffentlichung von Der Glokalen Werkstatt und ProMosaik LAPH.
Urheberrechte: Fausto Giudice.
Deutsche Übersetzung: Milena Rampoldi
Titelbild: Joe Hill „Ich bin nicht gestorben“, Volkskunst, 20. Jahrhundert
Druck:
EPUBLI
Prinzessinnenstraße 20
10969 Berlin
www.epubli.de
Alle Rechte vorbehalten.
Erga omnes
Die Sammlung „erga omnes“ ist nach dem Schlagwort der aufständischen Sklaven im alten Rom benannt, die von Spartacus angeführt wurden. Erga Omnes bedeutet auf Lateinisch „Für Alle“.
Plakat zum Gedenken an den 100. Jahrestag der Hinrichtung von Joel Hill, USA, 2015
Am 19. November 1915 wurde Joe Hill in Salt Lake City von einem Exekutionskommando erschossen. Wie Malcolm X, Patrice Lumumba, Che Guevara oder Thomas Sankara vor ihm starb er als ermordeter Klassenfeind, im Alter von weniger als 40 Jahren, um genau zu sein mit 36. Diese epische, tragische und blutige Seite der Geschichte der Arbeiterklasse Amerikas verdient es, erzählt zu werden. Es ist die Geschichte von Männern und Frauen, die aus dem alten Europa auf der Suche nach dem Paradies auf Erden flohen und zusammen mit ihren schwarzen und einheimischen Brüdern und Schwestern in die Hölle des mörderischsten Kapitalismus der Geschichte gerieten.
Joel Emmanuel Hägglund wurde am 7. Oktober 1879 in Gävle in Mittelschweden geboren. Der Ort liegt in der schwedischen Region von Gästrikland, dem Land des Eisens und des Kalks, das seit dem 14. Jahrhundert hier abgebaut wird. Sein Vater Olof, ein Bauernsohn, war als Lokführer auf der Strecke Gävle-Falun tätig. Die Familie ist religiös und gehört der Kirche von Waldenström an, einer schwedischen Missionskirche, die sich von der offiziellen lutherischen Kirche abspaltete.
Gegründet wurde sie durch einen exkommunizierten Pfarrer, P.P. Waldenström, der in Arbeiterkreisen sehr aktiv war, die von seiner Betonung der individuellen Freiheit - und der Musik - angezogen wurden. Joel lernte schon in jungen Jahren, Geige, Banjo, Gitarre, Klavier, Mundharmonika und die von seinem Vater gebaute Orgel zu spielen und begann, Lieder zu komponieren, die von den Psalmen inspiriert wurden, die von den jungen Mädchen der Heilsarmee gesungen wurden, an deren Rockzipfel er dauernd hing.
Die Familiensituation änderte sich dramatisch mit dem Tod des Vaters im Jahre 1887 im Alter von 41 Jahren während einer Operation nach einem Arbeitsunfall, den er infolge eines falschen Manövers erlitten hatte. Olof wurde von einer Lok mitgeschleift und erlitt ein Jahr lang innere Blutungen, bevor er operiert wurde und nicht mehr aus der Narkose erwachte.
Die Mutter erhielt nach dem Tode ihres Ehemanns eine magere Eisenbahner-witwenrente von 25 Kronen pro Jahr, die damals einem Viertel eines Arbeitsein-kommens entsprach. So mussten sich ihre sechs Kinder, die auf neun überlebt hatten, die Ärmel hochkrempeln. Die von Olof gebaute Webmaschine befand sich im Dauerbetrieb. An manchen Abenden gibt es nichts zu essen, und die Kinder legen sich mit leerem Magen in der eisigen Winterkälte mit Fäustlingen an den Händen ins Bett, weil es im Haus keine Heizung gibt.
