Just one second - Rhiana Corbin - E-Book

Just one second E-Book

Rhiana Corbin

0,0
2,99 €

oder
-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.
Mehr erfahren.
Beschreibung

Daria betreibt in Savannah ein kleines Café nahe der Universität. Leider sind die Zeiten schlecht und das Café steht kurz vor der Schließung. Ihre Kunden sind Studenten, darunter ein ganz Besonderer – Adam kommt täglich, weil er heimlich in Daria verliebt ist. Sie verliebt sich ebenfalls, bis sie Adam mit einer anderen Frau sieht … und das ist nur eines von Darias Problemen, denn sie findet ein Schmuckstück, das nicht nur ihr Leben auf den Kopf stellt, sondern auch ein Geheimnis lüftet ...

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Rhiana Corbin

Just one second

Savannah Reihe

Just one second

Nach einer Idee von Ursula Zawieja

Rhiana Corbin

Inhalt

Playlist

1. Paris - Adam

2. Nur ein Song - Daria

3. Wahre Liebe - Adam

4. Kein Date ist auch ein Date - Adam

5. Rohrbruch - Daria

6. Dancing Queen - Adam

7. My Girl

8. Dress to kill

9. Dance for me

10. Like a virgin

11. Die Freundin

12. Spieglein, Spieglein

13. Meine Willa

14. In deinen Armen

15. Hochleistungssport

16. Jack’s Garage

17. Verschwunden

18. Just one second

19. In the air tonight

20. Fire

21. There‘s Nothing Holdin’ Me Back

Danksagung

Leseprobe

Erstveröffentlichung 2019

Copyright © 2019 Rhiana Corbin

Romanidee: Ursula Zawieja

Alle Rechte vorbehalten

Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung

1. Auflage

Covergestaltung: Marie Wölk

www.wolkenart.com

Foto: © Subbotina Anna – Bigstock.com

Rhiana Corbin, Lutherstr. 16, 46414 Rhede

www.mybooklove.de

PLAYLIST

There’s Nothing Holdin’ He Back – Shawn Mendes

What If – Amber Mark

Bad Guy – Billie Eilish

Hey Look Ma, I Made It – Panic! At the Disco

In The Air Tonight – Scott Bradlee’s Postmodern Jukebox

River – Leon Bridges

We Come Together – Regina Price

The Beast – Old Caltone

Try – Rick Astley

Underneath Your Clothes – Shakira

Where Were You in the Morning – Shawn Mendes

Fades Away – Avicii

Let it Be Me – Justin Jesso & Nina Nesbitt

Those Nights – Bastille

It I Can’t Have You – Shawn Mendes

My own Hero – Andy Grammer

Die Musik kann unter folgendem Link abgerufen werden:

https://music.apple.com/de/playlist/just-one-second/pl.u-MDAWWgjuJWGvaY

1

Paris - Adam

Der Laden ist voll. Die Gäste sitzen auf den Stühlen und trinken in aller Ruhe ihren Latte oder Tee und unterhalten sich. Ich sitze am Tisch ganz hinten, damit ich den Raum in Ruhe beobachten kann. Als Frances das Paris betritt, ein kleines Café nahe dem Unigelände, sehe ich sie sofort und sie hebt grüßend die Hand, kommt lächelnd auf mich zu.

»Hi Adam! Wartest du schon lange?« Sie lässt sich auf einem der Stühle nieder, beugt sich vor und küsst mich auf beide Wangen.

»Hi Kleines, nein, ich bin gerade erst gekommen.« Das ist gelogen, doch das muss Frances ja nicht wissen. Sie blickt auf meinen Tee. »Was trinkst du da?« Sie rümpft die Nase.

»Pfefferminztee.«

»Ihh.« Sie verzieht das Gesicht zu einer Grimasse. »Nicht dein Ernst. Wer trinkt denn so was?«, will sie wissen und lacht.

»Was darf ich dir bringen?«, will die Bedienung wissen, die an unseren Tisch getreten ist und sieht Frances aufmerksam an.

»Ich nehme einen ganz normalen Kaffee mit ein wenig Milch.«

Daria Jones nickt und verlässt wieder unseren Tisch. Mein Blick folgt ihr, bis sie nicht mehr zu sehen ist. Sie ist die Inhaberin des Cafés, so viel habe ich schon über sie in Erfahrung bringen können.

»Also, leg los. Wie geht es dir so?«, will Frances wissen und lenkt damit meine Aufmerksamkeit auf sich. Seit sie ihr Studium aufgegeben hat, sehen wir uns nicht mehr so häufig. Frances ist mit Dale Romero zusammen. Obwohl er Professor für Literatur ist, betreibt er einen gut gehenden Club in Savannah und ist einer meiner Professoren. Bei Frances und Dale war es Liebe auf den ersten Blick. Obwohl ich sie auch ziemlich scharf fand, war direkt klar, dass ich keine Chance habe. Gegen einen Dale Romero kommt man nun mal nicht an. Er ist ein krasser Typ und ich mag ihn.

»Was soll ich sagen? Dein Kerl ist ein verdammt guter Professor und verlangt einem eine Menge ab. Warum hast du nur dein Studium geschmissen?«

Sie hebt die Schultern. »Habe ich doch gar nicht. Ich setze nur ein Jahr aus.«

»Ein Kaffee mit Milch.« Daria stellt ein kleines Gedeck auf dem Tisch ab. Dabei streift mich kurz ihr Blick und mir wird ganz heiß. Schnell schaue ich weg, weil ihre Augen so großartig sind. Hellgrün, wie das Wasser in einer Lagune. Ich traue mich gar nicht, sie länger anzublicken, denn ihr unschuldiges Aussehen treibt mir die Röte in die Wangen. Ich muss mich räuspern.

»Vielen Dank«, sagt Frances und schenkt Daria ein Lächeln, das diese erwidert. Mir bleibt nur übrig, von einer zur anderen zu blicken. Zwei so super Frauen in meiner Nähe hauen mich echt aus der Bahn. Ich streiche mir über meinen Bart und lehne mich entspannt zurück. Sollte man meinen. Äußerlich bin ich ruhig, doch in meinem Inneren bin ich total aufgewühlt. Aber ich zeige es nicht. Tue ich nie. Ich spiele immer den coolen Typen, dem nichts was anhaben kann.

»Möchten Sie noch einen Tee?«, spricht Daria mich an und meine Wangen glühen schon wieder. Verdammt! Ich werde rot und kann nichts dagegen tun. Ich rutsche auf dem Stuhl tiefer. Meine Bikerhose knarzt dabei laut. Ich bin mit dem Motorrad gekommen und trage mein Lederoutfit, keine Chinohosen mit Bügelfalte, wie sonst.

»Ja, bitte«, sage ich mit rauer Stimme.

Sie nickt mir lächelnd zu. »Kommt sofort.« Mit einem Hüftschwung zum Niederknien zieht sie ab und ich blicke ihr hinterher, sie hat echt einen knackigen Apfel-Po.

»Bist du jetzt echt rot geworden?«, fragt Frances leise und schmunzelt.

Ich schaue sie an, schüttele schnell den Kopf.

»Du stehst auf die Kleine, habe ich recht?«

Ich schüttele erneut den Kopf.

»Und warum bestellst du dann eine weitere Tasse Tee, wenn deine noch voll ist?« Sie sieht mich an und ihre Mundwinkel zucken verräterisch.

Schnell trinke ich meine Tasse in einem Zug aus. »Leer.« Ich halte sie ihr zum Beweis unter die Nase.

Frances lacht kopfschüttelnd und beginnt mir eine Story über ihr Bike zu erzählen. Ich höre nur mit halbem Ohr hin, denn auf der kleinen Bühne im hinteren Bereich des Cafés beginnt jemand auf der Gitarre zu spielen. Kurz darauf stimmt er ein Lied an. Der Sänger ist nicht besonders gut und ich verziehe das Gesicht.

»Was ist? Gefällt dir das Lied nicht?«, will Frances wissen.

»Du musst zugeben, er ist nicht besonders gut«, meine ich achselzuckend.

Ich bekomme meinen Tee, und Daria lächelt mich an. Diesmal bringe ich immerhin ein Nicken zustande. Bevor sie unseren Tisch wieder verlassen kann, fragt Frances sie: »Gibt es jetzt bei euch Live-Musik?«

»Ja, wir müssen was tun. Das Publikum ist nicht mehr nur mit Getränken und kleinen Mahlzeiten zufrieden. Man muss sich von der Konkurrenz abheben und dem Publikum etwas bieten, wenn man erfolgreich sein will«, erklärt Daria und streicht sich ihr blondes Haar hinter die Ohren. »Deshalb gibt es bei uns jetzt jeden Freitag die offene Bühne. Jeder kann sich die Gitarre schnappen und etwas vortragen. Seitdem ist der Laden freitags gut besucht.«

»Dann solltet Ihr vielleicht einen weiteren Tag hinzunehmen«, brumme ich leise.

Daria sieht mich an und grinst. »Vielleicht. Wann sehen wir dich da oben auf der Bühne?«

»Ich glaube nicht, dass Adam Gitarre spielen kann, geschweige denn singen«, sagt Frances entschuldigend. Ich schnaufe. Als ob sie mich in Schutz nehmen müsste.

»Was nicht ist, kann ja noch werden«, sagt Daria grinsend und zieht eine Augenbraue in die Höhe.

»Na ja, besser als der Typ bin ich allemal«, gebe ich großspurig von mir und nicke Richtung Bühne.

Frances blickt mich überrascht an. Es ist etwas, von dem niemand weiß, weil ich nie darüber spreche.

»Tu dir keinen Zwang an. Je besser die Unterhaltung, umso voller der Laden. Ich kann es gerade gut gebrauchen.« Sie sieht mich auffordernd an, dann geht sie davon, um den nächsten Tisch zu bedienen.

»Bist du öfter hier?«, will Frances wissen und ich hebe die Schultern. Sie muss ja nicht wissen, dass ich regelmäßig hier vorbeischaue, seitdem mir Daria zum ersten Mal aufgefallen ist. Ich warte, bis der Typ auf der Bühne sein Lied beendet hat und der Applaus verklungen ist. So schlecht war er gar nicht, aber ich will Frances zeigen, was ich drauf habe. Oder eher Daria? Wohl eher letzteres.

Abrupt stehe ich auf und gehe auf die kleine Bühne zu.

»Was machst du?«, fragt Frances überrascht und blickt mir hinterher. Ich zwinkere ihr zu.

Mutig schnappe ich mir die Gitarre, stimme sie ein wenig nach und setze mich auf den einsamen Barhocker. Ein Bein stütze ich ab, überlege kurz und beginne mit den ersten Akkorden zu There’s nothing holdin‘ me back von Shawn Mendes. Sofort habe ich die Aufmerksamkeit aller Gäste. Der Rhythmus ist schnell, meine Hände fliegen nur so über die Seiten. Als meine Stimme einsetzt, ist sie rau und dunkel. Beim Refrain habe ich den Laden auf meiner Seite. Alle klatschen im Rhythmus mit, johlen und pfeifen. Das treibt mich an und ich singe jetzt laut, wo meine Stimme am Anfang noch verhalten geklungen hat. Die Melodie nimmt alle gefangen. Ich sehe zu Frances, die dort mit offenem Mund sitzt und mich ungläubig anblickt. Dann grinst sie, klatscht mit und ich nicke ihr zu. Zwischen den Akkorden klopfe ich mit den Fingerknöcheln zum Takt auf das Holz der Gitarre. In meinem Kopf höre ich den Song mit einem ganzen Orchester. Ich singe davon, wie verrückt mich eine Frau macht, wie sie mir alle Hemmungen nimmt und dass es nichts gibt, was mich zurückhält und sie meine Entscheidungen manipuliert. Ich singe alle diese Dinge, und mein Blick geht hinüber zu Daria, die an der Theke verharrt und mich entgeistert anblickt. Sie kann nicht die Augen von mir nehmen und ich die meinen nicht von ihr. Sie grinst mich gewinnend an und weiß nicht, dass ich dabei die ganze Zeit von ihr und mir singe.

2

Nur ein Song - Daria

Die tiefe Stimme, die von der kleinen Bühne her erklingt, lässt mich aufhorchen. Das Timbre flutet meinen Körper und ich stelle das Glas wieder auf dem Tresen ab, das ich gerade zur Hand genommen habe. Ich kenne ihn. Er war in der gesamten letzten Woche jeden Tag in meinem Café. Er sitzt immer an dem gleichen Tisch, hinten in der Ecke, und trinkt Pfefferminztee. Ich kann es kaum glauben. Er sieht aus wie der Anführer einer Motorradgang und trinkt Pfefferminztee. Das hat etwas Anrührendes an sich. Als ich jetzt auch noch seine Stimme höre, die mir durch und durch geht, kann ich nicht anders, als ihn anzustarren. Ich meine: Wow, was für eine Stimme. Das Lied handelt davon, dass ihn eine Frau ganz verrückt macht, und er sieht mich dabei die ganze Zeit an. Das bringt mich total durcheinander, denn er ist heute mit einer Frau da. Vielmehr hat er sich hier mit ihr getroffen. Sie scheinen sich gut zu kennen, wirken sehr vertraut. Keine Ahnung, warum mich das stört. Dabei sollte es mich mehr stören, dass er mich unentwegt anstarrt, als würde er nur für mich singen. Was für ein verrückter Gedanke! Ich sollte mir lieber Gedanken darüber machen, wie es mit dem Paris weitergeht. Wenn sich nicht bald etwas ändert, muss ich schließen und das ist etwas, was ich mir nicht vorstellen kann, und schon gar nicht vorstellen will.

Die Einnahmen sind seit zwei Jahren immer geringer geworden. Ich müsste dringend in eine neue Ausstattung investieren, ein kleiner Umbau, um eine richtige Bühne zu errichten, wäre auch von Nöten, doch die Einnahmen reichen gerade mal, dass ich etwas zu essen im Kühlschrank habe und meine Kosten decken kann. Ich spiegele mich in der Fläche der blanken Theke und stelle fest, dass ein neuer Haarschnitt auch nett wäre, doch daran ist erst recht nicht zu denken.

Zögerlich sehe ich wieder auf und mein Blick trifft den des Gastes. Der Laden bricht in tosenden Applaus aus. Er war gut – nein, er war mehr, er war schlichtweg grandios. Langsam erhebt er sich und verneigt sich verlegen, stellt die Gitarre in den Halter zurück, obwohl das Publikum lautstark eine Zugabe verlangt. Seine Wangen färben sich rot. Nein, das kann doch nicht wahr sein. Ist er so schüchtern? Ich gehe schnell auf ihn zu, bevor er sich wieder an seinem Tisch verstecken kann.

»Hi du, das war sensationell! Bist du ein professioneller Sänger?«, frage ich ihn, während ich ihm quasi in den Weg springe. Er sieht mich erschrocken an. Seine Wangen färben sich immer dunkler.

»Nein«, sagt er zögerlich.

»Willst du uns nicht noch ein wenig mehr unterhalten?«, frage ich begeistert. »Die Gäste fanden dich toll.« Ich finde dich toll, füge ich in Gedanken hinzu.

»Ein anderes Mal vielleicht.« Er bringt den Satz in einem heraus und schafft es sogar, mir in die Augen zu blicken. Mein Gott, was hat er blaue Augen. Da kommt man direkt auf den Gedanken, dass er Kontaktlinsen trägt. Niemand hat so hellblaue Augen. Sein Anblick verschlägt mir für einen Moment die Sprache. Er ist sehr groß, ich muss den Kopf in den Nacken legen, um zu ihm aufzublicken. Sein langes blondes Haar hat er zu seinem Männerdutt gebunden, der Bart ist sehr gepflegt. Obwohl er ablehnt, bleibt er bei mir stehen.

»Ich würde mich freuen, wenn du öfter mal zur Gitarre greifst. Ich habe gesehen, dass du in den letzten Wochen öfters hier warst.«

Er nickt. »Ja, ich studiere hier in der Nähe, da nehme ich mir gerne mal eine Auszeit. Außerdem wohne ich nur die Straße hinauf.«

»Du bist sehr herzlich eingeladen. Wenn du spielst, gibt es ein Getränk und ein Essen für dich gratis. Wäre das ein Angebot?«, frage ich und lächele ihn gewinnend an. Vielleicht bekomme ich ihn so dazu, nochmal zu spielen. Wenn er studiert, wird er nicht über viel Geld verfügen.

»Das ist ein Angebot«, sagt er und lächelt zurück, seine Augen funkeln dabei wie Sterne am nächtlichen Himmel. Ich muss hart schlucken, der Typ haut mich echt um. Er ist so gutaussehend und nett, dass ich mich gerne noch weiter mit ihm unterhalten möchte.

»Wunderbar. Ich bin übrigens Daria Jones. Mir gehört der Laden«, stelle ich mich vor und reiche ihm die Hand.

»Adam Hardy«, verrät er mir und ergreift meine Hand. Seine Haut ist weich und warm. An den Fingerspitzen spüre ich leichte Rillen, das kommt sicher vom Spielen.

Er hält meine Hand ein wenig länger als notwendig. Wenn er sich bewegt, knarrt seine Lederjacke. Die Bikerstiefel sind abgenutzt, ich bin mir sicher, dass er ein Biker ist. Zu gerne würde ich mal mit ihm fahren. Ich besitze zwar kein eigenes Bike, aber ich kann fahren und liebe es. Auf einem Bock fühle ich mich richtig frei. Zu selten komme ich in den Genuss.

»Du fährst Motorrad?«, frage ich und schaue an ihm herunter. Seine schlanken langen Beine stecken in einer Lederhose, die an den Seiten gebunden wird. Er trägt ein schwarzes T-Shirt und mich interessiert, ob er auch Tattoos hat. Zu ihm passen würde es.

Erst jetzt lässt er meine Hand los und stützt sie auf der Theke ab. »Ja«, sagt er mit ruhiger Stimme. »Fährst du auch?« Er scheint nun sicherer zu werden.

Ich schüttele den Kopf. »Leider nicht. Ich habe mein Bike vor einem Jahr verkaufen müssen, die Geschäfte laufen nicht so gut. Aber ich liebe das Fahren«, setze ich hinzu. Warum erzähle ich das alles? Normalerweise gebe ich so schnell keine Informationen über mich heraus.

»Ich könnte dich ja einmal mitnehmen, wenn du frei hast.«

Ich höre die Worte, sehe, wie sich seine Lippen bewegen, doch der Inhalt will nicht in meinen Kopf. Hat er mich wirklich gerade eingeladen?

»Oh, nun, ich … habe nie frei.« Nun stammele ich. Nun werde ich rot. Mir wird ganz heiß, ist das möglich? Er ist nur ein Gast, mehr sollte ich nicht in ihm sehen.

»Du wirst doch sicher den Laden irgendwann schließen, oder?« Er grinst und sein Blick wandert über mein Gesicht.

»Ja, natürlich.« Fahrig streiche ich über meine Stirn.

»Gut, dann hole ich dich morgen Abend nach Feierabend ab.« Er ist sehr bestimmend und ich bin nicht in der Lage abzulehnen.

»Ähm, deine Freundin wird bestimmt etwas dagegen haben.« Mit dem Kinn deute ich in Richtung seines Tisches.

»Frances?« Er schüttelt den Kopf. »Sie ist nicht meine Freundin. Wir haben mal zusammen studiert, aber sie hat sich eine Auszeit genommen. Ich habe keine feste Freundin.« Er räuspert sich und blickt verlegen zur Seite, als wäre es ihm unangenehm.

»Nun, es gibt viele Singles. Ich gehöre auch dazu«, stelle ich direkt klar.

Er nickt. »Gut, dann spricht ja nichts gegen eine Tour. Also bis morgen.«

Schnell wendet er sich um und geht zurück an den Tisch. Ich schenke weiter Getränke aus, und denke darüber nach, dass er versäumt hat, mir eine genaue Uhrzeit zu nennen. Und obwohl er so schüchtern ist, hat er gewagt, mich einzuladen.