Schnee im Schuh - Rhiana Corbin - E-Book

Schnee im Schuh E-Book

Rhiana Corbin

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Beschreibung

Kennedy White fährt über die Weihnachtstage nach Beaver Creek, in das Ferienhaus ihres Vaters, um auszuspannen. Leider hat sie das Wetter unterschätzt und stolziert mit High Heels durch den frisch gefallenen Schnee. Da bleibt es nicht aus, dass sie sich fast den Hals bricht. Zum Glück gibt es Nachbarn ... nur ist Bentley Blake der letzte Kerl, auf den Kennedy angewiesen sein will. Denn er ist der Mann, der vor acht Jahren fast ihre Schwester geheiratet hätte, doch ein Unglück ließ diese Liebe zerbrechen. Nun ist Kennedy auf Ben angewiesen, denn ein Sturm zieht auf ... und das nicht nur laut Wetterbericht! Hinweis: Das Buch ist früher unter dem Namen Skylar Grayson erschienen!

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 62




Schnee im Schuh

Rhiana Corbin

Kajsa Arnold Edition

Inhalt

Zitat

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Danksagung

Leseprobe

Deutsche Neuveröffentlichung

Ausgabe November 2018

Copyright © 2017 Rhiana Corbin

Alle Rechte vorbehalten

Nachdruck, auch auszugsweise, nicht gestattet

1. Auflage

Covergestaltung: Andrea Wölk

Foto: © LiliGraphie by Bickstock

© dolgachov by Bickstock

Kajsa Arnold Edition

www.kajsa-arnold.de

Erstellt mit Vellum

Zitat

Trage niemals High Heels im Winter, es könnte sein,

dass Schnee fällt!

Kapitel 1

Fröhliche Weihnachten!

Wie oft habe ich diesen Spruch in den letzten fünf Minuten gehört? Jedes Mal, wenn ich einen anderen Radiokanal einschalte, weil der jeweilige Weihnachtssong meine Ohren bluten lässt, begrüßt mich der neue Moderator mit der gleichen nervtötenden Floskel.

Wie ich Weihnachten hasse. Das habe ich schon immer. Weihnachten gehört den Familien, die sich verstehen, sich lieben. Die gemeinsam Plätzchen backen, Geschenke auspacken und zusammen an einem Tisch sitzen, ohne sich die Augen auszukratzen, oder nett gemeinte Zurechtweisungen an den Kopf zu knallen.

Familien eben, deren Eltern nicht geschieden sind, weil die Mutter plötzlich an einem Heiligabend feststellte, dass ein dreißig Jahre jüngerer Mann, ihr besser zu Gesicht stand.

Ich glaube, niemand kann mir verdenken, dass die Weihnachtstage nicht zu meinen Highlights im Jahr gehören. Hinzu kommt, dass das Wetter meinen Schuhen sehr zusetzt. Der ständige Regen tut dem Leder nicht gut, doch dass ich deshalb klobige Winterschuhe anziehe, kommt gar nicht infrage.

Meine Fahrt von Denver nach Beaver Creek dauert bereits mehr als zwei Stunden und das Wetter wird von Minute zu Minute schlechter. Dicke Schneeflocken treiben gegen die Windschutzscheibe meines SUVs und die Wischblätter geben alles, um mir freie Sicht zu bieten, doch sie scheitern.

Sie wurden bestimmt von einem Mann eingebaut, würde doch gut passen – sich bemühen und kläglich versagen. Auf jeden Fall erwarte ich von einem hundertfünfzigtausend Dollar Wagen mehr, als diese Scheißsicht auf die Landstraße. In einer Kurve trete ich auf die Bremse und das Auto kommt ins Schlittern. Gott! Ich muss wirklich aufpassen, will ich heil in dem Ferienhaus meines Vaters ankommen, bevor die Straße unpassierbar wird.

Ich liebe dieses Haus in dem Skigebiet, obwohl ich gar nicht Ski fahre. Aber die Aussicht, eine Woche in den Bergen zu verbringen, ganz allein, ohne Arbeit, Telefon und nervige Assistentin, die dauernd auf die Uhr blickt, weil das nächste Meeting auf dem Plan steht, ist schöner als ein Orgasmus. Na ja, fast schöner. Obwohl ich davon in der letzten Zeit auch nicht viele erfahren habe. Der Mangel an einem männlichen Gegenpart ist daran schuld. In den letzten Monaten hat es einfach niemanden gegeben, der mein Interesse geweckt hat. Kein Mann, der mir hätte die Stirn bieten können, und darunter funktioniert es nun mal nicht. Ein Mann, mit dem ich umspringen kann, wie ich will, der alles erträgt, weil ich Kennedy White, die Tochter des großen John White bin, ertrage ich nicht. Mein Vater hat mir das Ferienhaus zum Kauf angeboten, weil er es hasst und ich es liebe. Andere Kinder bekommen es geschenkt, ich muss es kaufen. Eines der vielen Dinge, warum ich meinen Vater meide.

Verflucht, die Bergstraßen hier sind wirklich steil, und obwohl der Audi mit allem ausgestattet ist, drehen die Räder auf einigen vereisten Stellen durch. Hinter der nächsten Kurve kommen die zwei Ferienhäuser in Sicht. Es sind die einzigen Häuser in der näheren Nachbarschaft, umgeben von weißen Berggipfeln. Ins Dorf sind es einige Kilometer. Die Abfahrten der Skiläufer liegen etwas unterhalb des Hangs, sodass man hier wirklich seine Ruhe hat. Das zweite Ferienhaus gehört Freunden meines Vaters, die es aber nie nutzen, also werde ich hier meine Ruhe haben, denn mein Vater nutzt das Haus ebenso wenig, seit meine Mutter ihn verlassen hat.

Es dämmert und das Schneetreiben wird immer dichter. Ich ziehe meine dicke Strickjacke enger um meinen Körper, als ich aus dem Auto steige. Fast reißt es mich von den Beinen - verdammt, ist das glatt.

Ich laufe zum Kofferraum, um mein Gepäck auszuladen. Viel habe ich nicht mitgenommen. Dicke Kleidung, meinen Laptop, an dem ich ganz bestimmt nicht arbeiten werde, einige Bücher und einen Schneeanzug.

Als ich den großen Koffer aus dem Auto wuchte, verliere ich mein Gleichgewicht und will mich am Wagen festhalten, doch auf den High Heels, die ich noch an meinen Füßen trage, weil ich direkt vom Büro losgefahren bin, finde ich keinen Halt. Der Koffer fällt in den Schnee, rutscht einige Meter den Weg entlang. Während ich ihm nachblicke, knicke ich mit dem rechten Fuß um, schreie laut auf, und schlage mit dem Hinterkopf letztendlich hart auf dem Boden auf.

Das Nächste, was ich wahrnehme, ist Kälte, die durch meine Kleidung kriecht, und mich fürchterlich zum Zittern bringt. Gott ist mir kalt.

»Aua!«, stöhne ich auf, als ich versuche meinen Kopf zu heben. Alles dreht sich und mir wird augenblicklich übel. Nur nicht übergeben, kommt mir in den Sinn. Ich bin noch nicht mal in der Lage, mich auf die Seite zu legen, ich werde noch ersticken.

»Was machen Sie da? Geht es Ihnen gut?«

Die dunkle Stimme dringt nur undeutlich zu mir durch. Ich bin auch nicht fähig, zu antworten, gebe nur ein leises Wimmern von mir.

»Miss? Soll ich Ihnen helfen?«

»Ja!«, stöhne ich und versuche mich aufzusetzen, doch ich schaffe es kaum, mich zu bewegen.

Starke Arme ergreifen mich, und als ich in die Senkrechte komme, wird mein Blick klarer.

»Aua, mein Bein. Ich glaube, ich habe mir das Bein gebrochen.«

»Na, das wollen wir doch nicht hoffen.« Es ist eine andere Stimme, nicht die des Mannes, der mich auf seine Arme hebt.

»Soll ich die Dame in Ihr Haus bringen, Mr Blake?«

»Wenn es unbedingt sein muss.«

Ich halte mich an breiten, starken Schultern fest, doch eigentlich möchte ich wieder auf dem Boden abgesetzt werden, denn diesen unfreundlichen Ton ertrage ich jetzt nicht.

Der Mann, in dessen Armen ich liege, scheint eine Art Chauffeur zu sein, denn er trägt eine schwarze Schirmmütze. Anstatt mich in mein Haus zu bringen, trägt er mich in das danebenliegende, hier ist es zumindest warm. Sehr warm, fast heiß. Der Kamin brennt und das Holz knistert gemütlich. Das ist der erste Eindruck, der Zweite ist ein angenehmer Duft nach Tannen und etwas Herbem - vielleicht Rasierwasser - welches der Decke entströmt, mit der ich zugedeckt werde.

»Ich fahre dann jetzt, wenn Sie mich nicht mehr brauchen, Mr Blake?«, meint der Chauffeur und tippt sich an die Kappe. »Ma’am. Gute Besserung.«

Er wartet erst gar keine Antwort ab. Einen Moment später höre ich die Tür ins Schloss fallen. Es hat etwas Endgültiges an sich.

Langsam lichtet sich der Nebel um mich und der Schmerz gewinnt an Kraft.

»Aua, mein Fuß«, stöhne ich und versuche, mich aufzusetzen, doch es klappt nicht, weil das heftige Pochen in meinem Knöchel mich fast ohnmächtig werden lässt.

»Du solltest dich besser nicht bewegen, bevor wir wissen, was dir fehlt.«

Ach, wirklich? Klugscheißer! Und warum duzt er mich. Ich blicke auf und schließe die Augen gleich wieder, weil ich nicht glaube, was ich sehe. Doch als ich sie erneut öffne, steht er immer noch vor mir.

»Bentley?«, frage ich verwirrt und fasse nicht, dass ich ihn hier vor mir sehe. Vermutlich ist der Schlag gegen den Hinterkopf dafür verantwortlich, ich kann nur halluzinieren.

»Kennedy! Ich habe dich sofort erkannt, obwohl es mir lieber wäre, es wäre nicht so.«

Diese tiefe unfreundliche Stimme hätte ich unter Tausenden wiedererkannt, obwohl es schon Jahre her ist, dass ich ihn zuletzt gesehen habe.