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Kalle betrachtet sich die Welt. Ist irritiert. Erfreut. Erstaunt. Traurig. Motiviert. Inspiriert. Verstört. Wütend. Entzückt. Die ganze Bandbreite an Gefühlen eben. Er macht sich weiterhin Gedanken. Assoziiert. Kommt dabei vom Stock zum Stöcklein. Oder ganz woanders hin. Diese Gedanken sind nicht nur frei. Sie wollen auch raus. In die Welt hinaus. Andere Gedanken treffen. Andere Gedanken anstoßen. Also tippt er sie nieder. Und haut sie jede Woche raus. Kalle steckt in jedem von uns. Am Stammtisch. Im Theater. Am Markt. In der Schlange. Auf dem Fußballplatz. In Foren. Gesprächen. Gedanken. Phantasien. In diesem Büchlein finden sich Kalles Gedanken aus seinem 2. Lebensjahr. Illustriert von Menschen, deren Gedanken angestoßen werden
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Seitenzahl: 57
Veröffentlichungsjahr: 2019
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Kalle gefällt das mit diesem sonntäglichen veröffentlichen. Sich gemütlich beim Käffchen hinsetzen. Oder beim Konterbier. Ganz selten ein Prosecco. Sinnieren. Losschreiben. Abschicken. In die Welt hinaus. Ob sie will oder nicht.
Manchmal kommt er bei seinen eigenen Assoziationen nicht mehr hinterher. Liest sich das noch einmal durch. Wundert sich. Und denkt, dass das fast die besten Texte sind. Denn wer kann schon einen Anderen verstehen? Ein Ding der Unmöglichkeit. Und faszinierend, wenn man sich noch nicht einmal selbst versteht.
Er hat weiterhin ganz viel Kram im Kopf. Manchmal explodiert dieser regelrecht. Weil sich im Laufe der Woche so viel Kram dort angesammelt hat. Von Beobachtungen. Gesprächen. Filmen. Serien. Zeitung. Werbung. Internet. Social Media. Und was ihn sonst noch so beeinflusst. Beschäftigt. Ihm Begegnet.
Kalle schaut sich das alles interessiert an. Ist wissbegierig. Will die Welt verstehen. Sich selbst verstehen. Pickt sich aus all dem das heraus, was ihm wichtig erscheint. Meinung. Eigene. Ist gar nicht so einfach. Schwarz und weiß. Die Milliarden Grautöne dazwischen. Falsch oder richtig. Wer sagt einem das? Früher war alles einfacher. Stimmt gar nicht. Früher war lediglich alles früher.
Also schreibt er sich weiterhin seine Gedanken aus dem Kopf. Leert den Speicher. Um Platz für Neues zu schaffen. Reflektiert so. Verarbeitet. Ist billiger als ein Psychiater.
Kalle assoziiert sich durch die Welt. Und lässt uns daran teilhaben. Herzlich willkommen zu „Kalles Kram im Kopf":
Kalle denkt:
Flow. Manchmal rennt es. Läuft. Wahrscheinlich nicht einfach so. Wahrscheinlich am Ende eines langen Prozesses. Mit viel Vorarbeit. Aber wenn es läuft. Dann ist das mitreißend. Möglichkeiten entstehen. Verbindungen. Begegnungen. Offenheit. Gespräche. Ideen. Pläne gehen auf. Eins ergibt sich aus dem anderen. Mit Leichtigkeit. Ach ja, und dann könnte man noch das machen! Und jenes. Energie wird freigesetzt. Begeisterung. Ist ansteckend. Setzt wieder neue Energie frei. Positiver Teufelskreis. Heißt das dann Engelskreis? Ich nenne ihn so! Und hopp ist es fast schon zu viel. Handbremse ziehen. Anker werfen. Erden. Bevor der Burn-Out das macht. Wieder sortieren.
Neuorientierung. Alles kann man nicht machen. Und müssen schon gar nicht. Man muss aber selbst merken, was wirklich wichtig ist. Priorisierung. Stress kann man begegnen. Entgegentreten. Macht sonst auch niemand. Niemand kommt daher und schränkt uns ein. Wenn es rennt sowieso nicht. Dann ist man unstoppable. Positiver Stress. Die Linie nicht überschreiten. Denn es macht doch Spaß! Aber mit der Energie verhält es sich wie mit dem Wachstum. Ist nicht unendlich. Deswegen Pausen. Immer mal wieder. Sich selbst anhalten. Durchschnaufen. Dankbar sein für Sonntage. Für ein leckeres Essen. Musik.
Den Nachbarn. Das Kuscheln als Alltagssexualität. Das Spiel mit den Kindern. Das Mittagsschläfchen auf dem Sofa. Und dann weiterfließen lassen. Balancierende Sache . . .
Notenschluss. Die Wochen davor. Horror. Zumindest für diejenigen, die noch was leisten müssen. Und deren Eltern. Verhandlungen. Mit NachhilfelehrerInnen. Und der Kommentar: Warum jetzt erst? Auf den letzten Drücker. Das Nachholen, was das ganze Jahr nicht geklappt hat. Wieso sollte es jetzt eine gute Note werden, wenn es bisher nur 5er gab? Ein bisschen so wie im Sport. Wenn man die letzten Spieltage vor Saisonende gewinnen muss. Wieso hat man das nicht schon vorher gemacht? Grundsätzliche Einstellungssache. Aber auch Druck. Eigentlich ist es Wurscht. Wobei. Als ich wiederholt habe, dachte ich auch: Hab ich ja alles schon einmal gemacht. Fehler! Denn hätte ich es schon einmal gut gemacht, wäre ich nicht hocken geblieben. Jugend sieht das anders. Jugend hat den Kopf woanders. Pubertät. IPhone. Jungs. Mädels. FreundInnen. Hobbys. Tanzen. Shoppen. Beziehungen. Der Urlaub danach. Und trotzdem die Hoffnung, dass es im nächsten Jahr anders wird. Also wieder bei den Eltern. Dass irgendwann der Hebel umgelegt wird. Der Ernst des Lebens erkannt wird. So ein Schmarrn. Der kommt noch früh genug. Steht vor der Tür. Und sagt „Ätsch!".
Aber wann kommt der Spaß wenn nicht in der Jugend? Dinge ausprobieren. Grenzen verschieben. Regeln brechen. Erfahrungen machen. Auf die Schnauze fallen. Aufstehen. Krone richten.
Weitermachen. Eltern, habt Ihr das schon vergessen? Herrliche Sache . . .
Schreiben. Öffentliches. Da hockt einer. Mitten im Leben. Oder in der Bar. Und schreibt. Kreativität. Entsteht doch eigentlich aus der Ruhe heraus. Glauben die meisten. Nur der scheint es nicht zu wissen. Sitzt da. Im Zigarettenrauch. Mit Musikberieselung. Schaut sich um. Haut etwas in die Tasten. Das wird übertragen. An einen Bildschirm. In den Raum hinein. Über einen Beamer. An die Schaufensterscheibe. Mit Folie hervorgehoben. Man kann mitlesen. Sieht sich bewegende Buchstaben. Zusätzlich noch eine Kamera. Die aufnimmt, wie Kunst passiert.
Und das an einen Bildschirm schickt. Auch im Schaufenster. Ein Schild. Hotelschriftstellerei. Man darf mit dem Autor sprechen. Soll sogar. Mal fragen, was das hier ist. Coole Idee.
Ungewöhnlich. Will ich auch. Worum geht's? Lebensformel. Ah. Interessant. Ich kann nicht rechnen, deshalb bekommst Du meine nicht. Kinder lesen mit. Manche laut. Dann darf nichts Blutrünstiges geschrieben werden. Hier und da doch mal ein
Kommentar. Kritik an der Interpunktion. Sind doch keine Sätze. Ohne Verb. Daraus erspinnt sich eine Diskussion über Zweig und Zuckmayr. Gespräche mithören. Ablenkung und Inspiration zugleich. Rammstein-Fans. Vorglühen. Die kleine Louisa. Von der Oma hergeschleppt. Will Schriftstellerin werden. Gespräch von Kollege zu Kollegin. Kollegen gesellen sich dazu. Schreiben auch. Austausch. Begegnungen. Beobachtungen. In 35 Tagen zum Buch. Produktive Sache . . .
Packen. Urlaub. Koffer entstauben. Stimmt, den wollte ich ja schon längst reparieren lassen. Egal, wird noch das eine Mal gehen. Gepäckliste. Wenn man organisiert ist. Geht aber auch chaotischer. Und es ist ja nicht so, dass man am Urlaubsort nicht auch etwas kaufen könnte. 14 Unterhosen. Noch eine in Reserve. Nicht dass man zwischendurch Waschen könnte.
Fünf oder sechs Hosen? Wie viele Westen? Und was ist, wenn es kalt wird? Abends? Was ist, wenn das Unvorhergesehene eintritt? Kann man alles einplanen? Sonnenmilch nicht vergessen. In ein Sackerl. Nicht, dass etwas ausläuft. Und dann alles ruiniert ist. Keine Flüssigkeit mit ins Flugzeug nehmen. Auch keine Nagelschere. Wobei es durchaus seinen Reiz hätte, ein Flugzeug mit einer Nagelschere zu entführen. Wäre man dann Held oder Terrorist? Ladekabel. Eigentlich das Wichtigste. Wie viel Kilo darf mein Gepäck noch einmal haben? Ist der Pass abgelaufen? Nein, aber bald. Glück gehabt. Flug bestätigen lassen. Wer gießt die Pflanzen? Und was aus dem Kühlschrank überlebt die Zeit? Wie ordentlich soll ich die Wohnung hinterlassen? Warum fahre ich eigentlich weg, wenn ich die Wohnung aufräume, dass sie gut aussieht? Dann könnte ich doch auch zu Hause bleiben! Strom überall ausschalten. Den AB besprechen. Aber nicht so, dass Einbrecher wissen können, dass ich im Urlaub bin. Auf dem Weg zum Bahnhof die quälende Frage, was ich alles vergessen haben könnte. Und ob das Bügeleisen ausgestellt ist. Wiederkehrende Sache . . .
Identität. Ich. Es. Über-Ich. Wer ist das? Frage in der Jugend. In der Pubertät. Eigentlich immer. Wer sind die Anderen? Anschauen. Beobachten. Verhalten. Übernehmen. Unreflektiert. Was ich kenne, werde ich wohl selbst auch machen. Nicht jedes Kind, das geschlagen wurde, schlägt ebenfalls. Die Wahrscheinlichkeit ist nur höher. Abgrenzung gegenüber den Anderen.
