Kalles Kram im Kopf - Marcus Becker - E-Book

Kalles Kram im Kopf E-Book

Marcus Becker

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Beschreibung

Kalle betrachtet die Welt. Macht sich so seine Gedanken. Fasst das in Worte. Kurz. Knapp. Assoziativ. Abschweifend. Mitunter lustig. Manchmal bitterböse. Auf keinen Fall wohlbedacht. Dennoch zumeist respektvoll. Und haut das jede Woche raus. Kalle steckt in jedem von uns. Am Stammtisch. In Posts. Gesprächen. Gedanken. Phantasien. In diesem Büchlein finden sich Kalles Gedanken aus seinem 1. Lebensjahr. Illustriert von Menschen, die Lust darauf hatten.

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Seitenzahl: 58

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Im Juni 2015 hat Kalle unter der Überschrift „Kalles Kram im Kopf“ das virtuelle Licht der Welt erblickt. Die Geburt einer besonderen Art. Oder die besondere Geburt der anderen Art. Denn Kalle denkt gerne. Nicht wirklich alles zu Ende, aber eben gerne. Er assoziiert sich durch seine Welt. Wie wir das eben alle mehr oder weniger so machen. Eigene Ansichten über die eigene Wahrnehmung. Die subjektive Sichtweise. Und den Tellerrand vom Hörensagen her kennend. In dem Bewusstsein, dass es ihn gibt. Mehr auch nicht.

Kalle spricht eigentlich viel lieber mit sich selbst als mit anderen. Da widerspricht ihm auch niemand. Allerdings hält er sich von Stammtischen fern. Öffentlichkeit ist nicht so seins. Trotzdem wollte er es mal versuchen. Mit diesem Internet. Das findet er spannend. Da kann man anonym bleiben. Und seinen Gedanken meist ungestraft freien Lauf lassen. Aber nicht unkommentiert.

Man hat Kalle gesagt, dass man sich im Internet kurz halten soll. Findet er gut. Hält er sich dran. Kurze Sätze. Und wenig. Weniger selbst als diese Ankündigungszeilen hier. So eine angemessene Portion Kram im Kopf für das Wochenende eben. Und das ab sofort jeden Sonntag. Da hat er eine Woche Zeit, seine Gedanken zu ordnen. Als ob sie dadurch ordentlich werden würden . . .

Doch so ganz anonym ist Kalle gar nicht. Ein paar Dinge sind über ihn bekannt: Kalle heißt eigentlich Karl-Heinz. Der Nachname tut nichts zur Sache. Kalle gehört noch nicht zum alten Eisen, ist aber auch kein Jungspund mehr. Irgendetwas dazwischen, nennen wir es erfahrenes Spätjugendtum. Sein Familienstand ist ungewiss. Ihm selbst. Er definiert das wie auch andere Dinge eher dynamisch. Und lässt damit erfrischend viel Offenheit zu. Er arbeitet. Nicht immer. Und nicht immer das gleiche. Aber so ohne Arbeit wäre es langweilig. Zu wenig Stoff für den Kopf.

Und jetzt gibt es dieses wunderschöne kleine Büchlein hier. Die ganzen Gedanken von einem Jahr gebündelt. Und von befreundeten Künstlerinnen und Künstlern illustriert. Das freut Kalle. Denn zeichnen, das mag ihm so gar nicht gelingen. Also viel Spaß beim Eintauchen in eine ganz eigene Gedankenwelt, die wahrscheinlich aber gar nicht so Wenige nachvollziehen können. Oder sogar teilen.

Kalle assoziiert sich durch die Welt. Und lässt uns daran teilhaben. Herzlich willkommen zu „Kalles Kram im Kopf“:

Kalle denkt:

Anfang. Aller ist schwer. Und dennoch wohnt inne ihm ein Zauber. Allem. Meister Yoda lässt grüßen. Und Hesse sowie Ovid auch. Trotzdem beginnt es immer mit dem ersten Schritt, egal wie weit der Weg ist. Wie weit dieser weg ist. Von einem selbst. Weil man in seinem eigenen Trott festhängt. Sich um sich selbst kreist. Rechts oder links vergisst. Wobei man rechts getrost vergessen kann. Gibt es die Mitte eigentlich noch? Die soll ja neu definiert worden sein. Von wem auch immer. Für Wählerstimmen. Für den Machterhalt alles auf Neustart. Täte manchem manchmal gut. Reset und alles beginnt von vorne. Von Neuem. Wie an Silvester. Oder mit dem Urknall. Ursprung. Uhrzeit. Doch wie schwer ist so ein Anfang wirklich? So schwer wie ein Urgestein? Der erste Schritt. Wer soll ihn machen, der Mann oder die Frau? Lässt sich das heute überhaupt noch eindeutig sagen? War das irgendwann mal eindeutig? Hat sich das mit dem Geschlecht nicht sowieso durch das Gendern erledigt? Und was ist eigentlich schlecht daran? Und was ist gut am Leer? Was am Wein gut ist, wissen wir alle! Wein, Weib, Gesang. Weib darf man gar nicht mehr sagen. Trotzdem heißt es immer noch „Die lustigen Weiber von Windsor“. Shakespeare ist einfach unantastbar. Und der Kalauer zu geschütteltem Bier bleibt aus. Lustige Sache . . .

Kalle denkt:

Flüchtlinge. Sie kommen. Wundert mich nur, dass sie erst jetzt kommen. 1990 gab es schon einen Film darüber. Der Marsch. Scheint irgendwie niemand mehr zu kennen. Hat das Szenario vorweg genommen. Eindrucksvoll. War irgendwie alles zu erwarten. Aber so weit scheint keiner zu denken. Dass das nicht immer so weitergehen kann. Mit Gewinnern und Verlierern. Mit arm und reich. Und vor allem reich, weil eben andere arm gehalten werden. Dass es uns nur gut gehen kann, wenn es denen schlecht geht. Kann auch nicht so weitergehen mit Wachstum. Kann nicht endlos sein. Irgendwann ist mal alles ausgewachsen. Und dann? Ist doch klar, dass die irgendwann kotzen. Oder aufbegehren. Wegen dieses unerträglichen Zustandes. Dann sind die ja viel mehr. Und würden wir sie abknallen, wenn sie vor unseren Grenzen stünden? Kommen ja meist nicht so weit. Das haben wir schlau gemacht. Mit diesem Drittstaatenabkommen. Kann eigentlich niemand zu uns kommen. Nur illegal. Mit dem Flugzeug. Gut, dass wir am Flughafen auch gleich Abschiebehaft haben. Und sogar eine Abschiebebeobachterin. Die begleitet die Abgeschobenen. Jeden Tag sind das in Frankfurt 15 bis 20. Die darf niemand sehen. Und sie sagt auch nicht „Auf Wiedersehen“ zu denen. Setzt sie ins Flugzeug. Und morgen wieder andere. Beschissene Sache . . .

Kalle denkt:

Kultur. Was der Mensch gestaltend hervorbringt. Eben nicht Natur. Beutel zum Beispiel. Hoch. Hydro. Pop. Sub. Hat nix mit SM zu tun. Mono und Pilz. Lymphozytenmischkultur ist das längste Wort dazu im Duden. Auch schön: Beschwerdekultur. Hat sich ganz schön eingebürgert. Über Gott und die Welt. Häufig über das Wetter. Ziemlich sinnlos. Kann ich nicht beeinflussen. Gibt es. Jeden Tag. Ist aber dennoch Gesprächsthema. Gemeinsamer Feind. Brauchen wir anscheinend. Schwarz und Weiß. War noch einfacher alles, als der Feind klar war. Waren die im Osten. Jenseits der Mauer. Die dauernd vor der Tür standen. Nicht nur im Dezember. Heute lauert der überall. Schläft meistens. Aber wehe, wenn er losgelassen. Wobei eigentlich recht einfach zu identifizieren. Gehört dem islamischen Glauben an. Hat Bart. Radikale Ansichten. Steht auf Jungfrauen. Wie kommt man eigentlich zu radikalen Ansichten? Da muss einem doch irgendetwas gehörig gegen den Strich gehen. In unserer westlichen Kultur undenkbar! Läuft doch alles. Nur auf wessen Kosten? Unangenehme Frage. Müsste man nachdenken. Nachfragen. Tiefer bohren. Und würde vielleicht auf Dinge stoßen, die einem nicht schmecken. Unverdaulich sind. Oder einem aufstoßen. Dann bleiben wir doch lieber bei unserer medialen Esskultur. Leichte Kost. Wohlproportioniert und nett angerichtet. Unappetitliche Sache . . .

Kalle denkt: