Kalles Kram im Kopf 3 - Marcus Becker - E-Book

Kalles Kram im Kopf 3 E-Book

Marcus Becker

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Beschreibung

Kalle betrachtet die Welt. Mit seinen ganz eigenen Augen. Mit seinem Herzen. Seinem Verstand. Subjektiv. Bewertend. Logisch. Unlogisch. Emotional. Seine Gedanken dabei werden weiterhin Worte. Die sich ihren Weg in die Welt hinaus bahnen. Und jede Woche rausgehauen werden. Kalle steckt in jedem von uns. In jeder. Ob groß. Klein. Dick. Dünn. Weiß. Schwarz. Gelb. Rot. Blau. Ja, auch ein Schlumpf kann Kalle sein. Könnte. In diesem Büchlein finden sich Kalles Gedanken aus seinem 3. Lebensjahr. Dieses Mal illustriert fast nur von einer Person. Illustrationsmonopolige Sache . . .

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 56

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Es hat sich einiges geändert bei Kalle. Seitdem eine Person regelmäßig illustriert. Muss er liebgewonnene Gewohnheiten aufgeben. Anpassen. Die Gedanken wesentlich früher einigermaßen geordnet zu Papier bringen. Zu Computer. Immer noch gemütlich. Immer noch mit Kaffee. Aber nicht mehr sonntags. Sondern bereits am Mittwoch. Im Bestfall. Der selten eingetreten ist. Damit Petra auch noch Zeit hat, kreativ zu werden.

Irgendwie ist das ein Riesenunterschied. Ob man mitten in der Woche. Oder am Ende derer kreativ ist. Mittwochs ist die Woche noch in vollem Gange. Das Wochenende gefühlt gerade erst her. Arbeit. Buntes Treiben und Trubel draußen. Pulsieren. Flow. Das Hamsterrad steht kaum still. Power. Jederzeit kann etwas passieren. Wichtig sein. Die Welt beeinflussen. Die Woche hat noch so viel zu bieten. Ereignisse. Events. Highlights. Themen. Sensationen. Katastrophen.

Am Sonntag hingegen ticken die Uhren ein wenig geruhsamer.

Hat alles ein wenig was von Pause. Zeit für ein Fazit. Resumée. Rückblick. Doch wie soll man am Mittwoch schon absehen können. Was am Sonntag resümiert werden will. Ein Ding der Unmöglichkeit. Und es soll immer noch nach Kalle klingen.

Kalle schmeckt Veränderung an sich schon einmal gar nicht. Gewohnheitstier. Ritual-Freak. Konservativ ist gar kein Ausdruck. Auch wenn er protestieren würde, so bezeichnet zu werden. Schein und Sein. Wunsch und Realität. Der kleine Revoluzzer in ihm. Wäre gerne stärker. Dominanter. Unnachgiebiger.

Immerhin kann er das alles in seinen Gedanken sein. Kalle assoziiert sich durch die Welt. Und lässt uns daran teilhaben. Herzlich willkommen zu „Kalles Kram im Kopf“:

Kalle denkt:

Typen. Gibt es sonderliche. In unserem Bezirk gleich zwei. Der eine hat einen lustigen Hut auf. Einen Bart. In dem meist Spucke hängt. Oder Bier. Oder Teile des Mittagessens. Er will Geld. Auf eine fast kindliche Art. Trällert ein Lied vor. Nur die Melodie mit „La“. Mit einem Abschluss-Satz: „Wenn man an einer Gitarre zupft, kommt ein Ton.“ Mit langgezogenem O. Viele lassen ihn links liegen. Ich unterhalte mich mit ihm. Frage, wie es ihm geht. Früher antwortete er immer „schlecht“. Bis ich meinte, dass das schade wäre. Seitdem bemüht er sich, „gut“ zu sagen. Hat neuerdings entdeckt, dass seine Zielgruppe vor der Volksschule zu finden ist. Beim Bringen. Er weiß, dass es von mir erst etwas am Nachmittag gibt. Für Bier. Kein Bier vor Vier. Und wenn er kein Geld bekommt, wird er laut. Manche Kinder schauen ihn mit großen Augen an. Machen einen Bogen um ihn. Der andere hat immer eine zerrissene Jeans an. Zerzotteltes Haar. Fährt den ganzen Tag Öffis. Steigt ein. Fragt Frauen, ob er sie auf ein Bier einladen dürfte. Kommt nicht immer gut an. Letztens hat er ein paar aufs Maul bekommen. Weil er ein Mädchen fragte. Mit dem Aussehen eh keine Aussicht auf Erfolg. Aber vielleicht ist genau das Programm. So geliebt werden. Anerkannt werden. Mich würde seine Erfolgsquote interessieren. Und ob er mit mir auch ein Bier trinken würde. Ich würde gerne mehr darüber wissen. Von beiden. Warum und seit wann und überhaupt. Interesse auch an diesen Menschen. Vielleicht noch mehr als an Normalos. Von denen gibt es eh genug. Außer-gewöhnliche Sache . . .

Kalle denkt:

Nix. Gar nix. Tun. Fertig sein. Fix und fertig. Sich ausklinken. Platt. Ausgelaugt. Am Ende meiner Kräfte. Das Leben läuft einfach mal ohne mich weiter. Facebook aus. Handy aus. Fernseher aus. Keine Musik. Nur die normalen Geräusche. Die kenne ich gar nicht. Sich aufs Bett legen. Einfach nur da liegen. Denken. Sein. Sich spüren. Wie man so aufliegt. Die Gliedmaßen von sich streckt. Entspannen. Den Gedanken zuschauen. Wie sie kommen und gehen. Nix festhalten. Dem Ganzen auch keinen Namen wie Meditation aufdrücken. Der Kopf bebt. Verarbeitung. Das nicht lange aushalten können. Die To-Dos schleichen sich ein. Einkauf. Was esse ich heute. Vielleicht mal gar nix. Oder das, was eben da ist. Und wenn nicht, kann man sich was bringen lassen. Eine Sorge weniger. Viel zu viele Sorgen. Um die Zukunft. Das Bankkonto. Was alles nicht klappt. Was alles getan werden müsste. Zwingen zu positiven Gedanken. Was alles gut läuft. Merken, dass es eigentlich Jammern auf hohem Niveau ist. Aber nur, weil ich was zu essen und ein Dach über dem Kopf habe, darf ich doch trotzdem Probleme haben. Sind halt anders. Hauptsächlich für mich existentiell. Belasten dennoch. Beschäftigen einen. Und wenn dann noch viel zu tun hinzukommt. Das personifizierte Urlaubsbedürfnis. Urlaub. Den muss ich auch noch planen. Müssen. Was für ein Scheiß Wort. Ich muss nur sterben. Alles andere ist eine freiwillige Leistung. Irgendwann auf dem Bett wegdösen. Schlaf als höchste Form der Entspannung. Pausende Sache . . .

Kalle denkt:

Gerüchte. Hörensagen. Stille Post. Worte können Dynamiken entfachen. Nicht umsonst sagt man, dass die Feder stärker sei als das Schwert. Zweischneidig. Zweideutig. Ob beabsichtigt oder nicht. Unbedacht ausgesprochen. Was ist die Wahrheit wert? Wahrheit an sich gibt es gar nicht. Denn jeder hat seine eigene Wahrheit. Nehmen wir die Schilderungen eines Abends. Mit sieben Beteiligten. Das sind sieben Geschichten. Sieben Versionen der Wahrheit. Und sieben Mal stimmt es. Subjektiv erlebt zumindest. Vor Gericht darf es aber nur eine Version geben. Die Wahrheiten werden eingestampft. Verglichen. Die Essenz extrahiert. Und am Ende gibt es immer noch zwei Storys. Die des Klägers. Und die des Angeklagten. Über die jemand richten darf. Falschmeldungen bewusst gesetzt machen Politik. Als Post. Der die Runde macht. Und in den Köpfen hängenbleibt. Die Richtigstellung interessiert keinen mehr. Weniger Klicks. So wird Wahrheit konstruiert. Mit Sprache. Was, wenn die Flüchtlingswelle als humanitäre Herausforderung dahergekommen wäre? Kein Strom, keine Masse, sondern Menschen, die Hilfe brauchen. Was, wenn wir nur noch in der weiblichen Form redeten? Männer würden sich diskreditiert fühlen. Alles schon vorgekommen. Belehrungen. Besserwisserei. Klugscheißen. Lügen. Hintergehen. Ich schwör. Sprachliche Spitzfindigkeiten. Mehr miteinander reden. Statt übereinander. Zuhören. Auf einer Ebene. Und Gerüchten den Nährboden entziehen. Gerechtere Sache . . .

Kalle denkt: