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Eine fotografische Reportage über Kambodscha? Der Gedanke war spontan (wie so manch ein Vorhaben in den letzten Jahren) und daher sehr aufregend. Man kann ein Land auf verschiedene Arten bereisen. Als Tourist, als Geschäftsmann aber auch als Fotograf oder Reporter. Alle Arten haben durchaus ihre Daseinsberechtigung, aber auch ihre Nachteile (und Vorteile). Als Fotograf hat man bei der Reise eines Landes permanent eine Aufgabe, die es zu erledigen gilt. Man will die subjektiven Eindrücke in einer Fotografie festhalten und diese mit anderen Menschen teilen. Hierzu muss man ständig versuchen, die tief getretenen Pfade des Touristen zu verlassen, um das reale Bild eines Landes darstellen zu können. Dies ist teilweise gar nicht so einfach. Konditioniert durch die Menge, die zuvor das Land besichtigte, haben die freundlichen Menschen des Landes bestimmte Vorstellungen davon, was der vermeintliche Tourist sehen möchte. Aus diesem Grund haben wir vorab unsere Expedition nach Themen vorsortiert, um uns wissentlich dem Strom entreißen zu können: Menschen (bei der Arbeit und im Alltag), Floating Villages, die Tempelanlagen… Daraus hat sich eine intensive Reise ergeben und eine permanente Achtsamkeit auf alles, was so um uns herum geschah. Auch wenn sie nicht Fotograf sind, empfehle ich ihnen dringend solche Themen im Urlaub zu haben, die Erlebnisse werden dadurch prägnanter, die Auseinandersetzung mit den Menschen und dem Land intensiver. Müsste ich Kambodscha einem Dritten beschreiben, so würde ich ihm erzählen, dass schon beim Überfliegen des Landes die Infrastruktur klar wird. Kambodscha ist ein Agrarland. Über die weite Ebene hinweg stehen zahllose einzelne Häuser, verbunden durch rot gefärbte Straßen aber getrennt durch schier endlose Reisfelder. Die Landschaft unterscheidet sich deutlich von Süddeutschland oder aber auch vom Nachbarland Vietnam, wo ich den Eindruck hatte, dass die Industrialisierung schon zu vielen Ballungszentren geführt hat....
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Seitenzahl: 32
Veröffentlichungsjahr: 2016
Inhalt
Allgemeines
Floating Villages
Sonnenuntergänge, Sonnenaufgänge
Steine
Kultstätten
Landschaften
Menschen unterwegs
Menschen bei der Arbeit
Tiere
Einfach so
Boxen
Zum Schluss
Allgemeines
Kambodscha
Eine fotografische Reportage über Kambodscha? Der Gedanke war spontan (wie so manch ein Vorhaben in den letzten Jahren) und daher sehr aufregend. Man kann ein Land auf verschiedene Arten bereisen. Als Tourist, als Geschäftsmann aber auch als Fotograf oder Reporter. Alle Arten haben durchaus ihre Daseinsberechtigung, aber auch ihre Nachteile (und Vorteile). Als Fotograf hat man bei der Reise eines Landes permanent eine Aufgabe, die es zu erledigen gilt. Man will die subjektiven Eindrücke in einer Fotografie festhalten und diese mit anderen Menschen teilen. Hierzu muss man ständig versuchen, die tief getretenen Pfade des Touristen zu verlassen, um das reale Bild eines Landes darstellen zu können. Dies ist teilweise gar nicht so einfach. Konditioniert durch die Menge, die zuvor das Land besichtigte, haben die freundlichen Menschen des Landes bestimmte Vorstellungen davon, was der vermeintliche Tourist sehen möchte. Aus diesem Grund haben wir vorab unsere Expedition nach Themen vorsortiert, um uns wissentlich dem Strom entreißen zu können: Menschen (bei der Arbeit und im Alltag), Floating Villages, die Tempelanlagen… Daraus hat sich eine intensive Reise ergeben und eine permanente Achtsamkeit auf alles, was so um uns herum geschah. Auch wenn sie nicht Fotograf sind, empfehle ich ihnen dringend solche Themen im Urlaub zu haben, die Erlebnisse werden dadurch prägnanter, die Auseinandersetzung mit den Menschen und dem Land intensiver.
Müsste ich Kambodscha einem Dritten beschreiben, so würde ich ihm erzählen, dass schon beim Überfliegen des Landes die Infrastruktur klar wird. Kambodscha ist ein Agrarland. Über die weite Ebene hinweg stehen zahllose einzelne Häuser, verbunden durch rot gefärbte Straßen aber getrennt durch schier endlose Reisfelder. Die Landschaft unterscheidet sich deutlich von Süddeutschland (Kirche, Dorf, Felder, Kirche, Dorf) oder aber auch vom Nachbarland Vietnam, wo ich den Eindruck hatte, dass die Industrialisierung schon zu vielen Ballungszentren geführt hat. In Kambodscha konzentrieren sich die Menschen um touristische Hotspots, wie Siem Reap, Kep oder Sihanoukville (Phnom Penh als Hauptstadt sei hiervon ausgenommen). In diesen Zentren dreht sich alles um die Sehenswürdigkeiten, die von Touristen besucht werden und in Anbetracht dessen, ist der Kampf für jeden, der versucht die Pfade zu verlassen, ein schwieriges Unterfangen.
Es ist ein Kampf, nicht mit dem obligatorischen Tuk Tuk zu fahren oder ein Taxi zu nehmen und gibt man dem Druck der Straßenhändler nach, so fühlt man sich die ganze Zeit gefangen und in einer Mühle. Von einer Station zur anderen wird man gefahren (sicherlich mit der größten Motivation des Fahrers, der bei einer Fahrt, die den ganzen Tag dauert ca. 25 $ erwartet), um ständig ein neues Highlight der Gegend zu sehen. Will man etwas Anderes (ja, wir waren vorbereitet und wollten die nicht so häufig besuchten Ecken sehen), so stößt man auf Unverständnis, was man denn da wolle (sofern der Dialog überhaupt funktioniert). Auch nicht in klinisch sauberen Touristenrestaurants essen zu wollen, bricht ein Entrüsten beim Guide aus. Hier gibt es nur einen Ausweg: Die verzweifelte Lage mit einem Lächeln zu akzeptieren, und am nächsten Tag aus der Erkenntnis zu lernen.
Eigene Faust. Von Ort zu Ort
