Kinder homöopathisch behandeln - Ute Boeddrich - E-Book

Kinder homöopathisch behandeln E-Book

Ute Boeddrich

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Beschreibung

Eine besondere Lernhilfe: Homöopathische Indikationen in Form von Mind-Maps® speziell für das zentrale Homöopathie-Thema Kinderheilkunde. Die Visualisierung unterstützt Therapeuten dabei, sich die Leitsymptomatik besser einprägen zu können. Welches homöopathische Mittel ist bei einer Erkrankung indiziert? Das Buch vermittelt schnell und unkompliziert eine Antwort. Die Mind-Maps® unterstützen ein effektiveres Lernen und ein schnelles und einfaches Nachschlagen des möglichen Arzneimittels. Der Einstieg in die homöopathische Praxis ist damit schnell geschafft.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 143

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Über die Autorin

Dr. med. Dr. h. c. Ute Boeddrich

Seit 1986 In eigener Praxis als Ärztin niedergelassen mit den Zusatzbezeichnungen Homöopathie und Naturheilverfahren

Funktionen:

seit 1990 1. Vorsitzende des Hessischen Ärzteverbandes – Naturheilverfahren – e.V.

seit 1993 Mitglied der Arzneimittelkommission der Hufelandgesellschaft

seit 1997 Vorstandsmitglied der Hufelandgesellschaft e.V., Dachverband der Ärztegesellschaften für Naturheilverfahren und Komplementärmedizin

seit 2002 2. Vorsitzende der Ärztegesellschaft für Erfahrungsheilkunde e.V.

2002–2003 Mitglied der Leitlinienkommission der Hufelandgesellschaft

seit 2005 Stellvertretende Vorsitzende der Kommission D des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn (BfArM)

2005 Mitverfasserin des Hufeland-Leistungsverzeichnisses der Besonderen Therapierichtungen (Haug Verlag/4. Aufl. 2005)

2006 Buchveröffentlichung: Mind-Maps® für die homöopathische Praxis

Regelmäßige Fort- und Weiterbildungstätigkeit sowie Teilnahme an Arbeitskreisen und

Qualitätszirkeln für Homöopathie, Naturheilverfahren und Ayurveda.

Kinder homöopathisch behandeln Mit Mind-Maps® zum passenden Mittel

Ute Boeddrich

569 Abbildungen

Dieses Buch ist meinen beiden wunderbaren Töchtern Christine Jasmin und Olivia Janine gewidmet, sowie allen kleinen Patienten, die täglich meinen Arbeitsalltag interessant gestalten und erfreuen. Mein Dank geht auch an ihre Eltern, die so dem großartigen Heilsystem der Homöopathie ihr Vertrauen ausdrücken.

Eure Kinder sind nicht eure Kinder

Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber. Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht. Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, denn sie haben ihre eigenen Gedanken. Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen, denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.

Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.

Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern. Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.

Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit, und er spannt euch mit seiner Macht, damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.

Lasst euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein; denn so wie Er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.

Khalil Gibran

Geleitwort

Die homöopathische Behandlung von Kindern ist für den Arzt besonders reizvoll, weil sie in der Regel auf die Homöopathie noch besser ansprechen als Erwachsene. Das hat mehrere Gründe. Oft liegen akute Krankheiten vor mit einer eindeutigen Symptomatik, wobei ältere Kinder ihre Symptome oft sehr gut schildern können, während man sich bei den ganz Kleinen auf die Zeichen und die Beobachtungen der Mütter stützen muss. Die Mittelwahl ist dann verhältnismäßig einfach und führt rasch zum Erfolg. Chronische Krankheiten sind noch nicht über Jahre eingeschliffen und darum leichter zu behandeln. Auch bestehen weniger oft Heilungshindernisse.

Gestützt auf diese Voraussetzungen und unter Verwendung der sogenannten Mind-Map®-Technik, die von Frau Boeddrich ausführlich und sehr anschaulich erklärt wird, hat sie die wichtigsten homöopathischen

Arzneimittel mit ihren Leitsymptomen für die entsprechenden Symptomkonstellationen aufgelistet, wobei sie sich des bewährten Kopf-zu-Fuß-Schemas der Arzneimittellehren bedient. Die grafische Darstellung erweist sich dabei als ausgezeichnetes didaktisches Hilfsmittel, welches das Einprägen der Mittelbilder sehr erleichtert und die rasche Orientierung nach den Leitsymptomen verbessert. Es ist besonders zu begrüßen, dass sie auch zur Impfproblematik Stellung nimmt und die bei Kindern so häufigen Verletzungen und Notfälle besonders abhandelt. So ist ein Buch entstanden, das sicher viele Freunde finden und den Kollegen bald ein unentbehrlicher Praxisbegleiter werden wird.

Karlsruhe, im Juni 2008

Dr. med. Karl-Heinz Gebhardt

Inhalt

Geleitwort

Einleitung

Mind-Maps® – eine kurze Einführung

Vorgehensweise beim Erstellen von Mind-Maps®

Beispiel zur Entwicklung einer Mind-Map® zum Thema „Kinder und Anamnese“

Ausblick

Homöopathie – eine kurze Einführung

Die Grenzen der Homöopathie

1 Psyche

1.1 Angst

1.2 Depression

1.3 Entwicklungen

1.3.1 Frühentwickler

1.3.2 Spätentwickler

1.4 Feigling

1.5 Konzentrationsproblem

1.6 Schlafstörungen

1.6.1 Albtraum

1.6.2 Einschlafstörung

1.6.3 Durchschlafstörung

2 Verhaltensauffälligkeiten

2.1 Daumenlutschen

2.2 Heimweh

2.3 Hyperaktivität

2.4 Nägelkauen

2.5 Redefreudiges Kind

2.6 Tics

2.6.1 Fußaufstampfen

2.6.2 Grimassieren/Gesichtszuckungen/Krämpfe

2.7 Weinerliches Kind

3 Kopf

3.1 Augen

3.1.1 Gerstenkorn

3.1.2 Konjunktivitis

3.2 Gedächtnis (Teilleistungsstörungen)

3.2.1 Lese-/Rechtschreibschwäche

3.2.2 Rechenschwäche

3.3 Kopfschmerz/Migräne

3.4 Mund

3.4.1 Aphthen

3.4.2 Faulecke

3.4.3 Herpes labialis

3.4.4 Karies

3.4.5 Soor

3.4.6 Zahnfleischentzündung

3.4.7 Zahnungsbeschwerden

3.5 Nase

3.5.1 Adenoide

3.5.2 Epistaxis

3.5.3 Rhinitis

3.5.4 Rhinitis sicca

3.5.5 Sinusitis

3.6 Ohrenschmerzen

3.7 Schwindel

4 Hals

4.1 Angina tonsillaris

4.2 Drüsenschwellung

4.3 Laryngitis

4.4 Pharyngitis/Heiserkeit

4.5 Schilddrüsenerkrankung/Kloßgefühl

5 Thorax

5.1 Bronchien/Lunge

5.1.2 Asthma bronchiale

5.1.2 Husten

5.1.3 Mukoviszidose

5.1.4 Pneumonie

5.1.5 Pseudokrupp

5.1.6 Reizhusten

5.2 Herz-Kreislauf-Erkrankungen

6 Magen-Darm-Trakt

6.1 Diarrhöe

6.2 Dreimonatskolik

6.3 Erbrechen der (Mutter-) Milch

6.4 Gastroenteritis, akute

6.5 Hämorrhoiden

6.6 Kinetose

6.7 Kolik

6.8 Leber-/Galle-Erkrankung

6.9 Meteorismus

6.10 Obstipation

6.11 Singultus (Schluckauf)

6.12 Würmer

7 Blase/Niere

7.1 Enuresis nocturna

7.2 Harninkontinenz

7.3 Harnverhalten

7.4 Nephritis

7.5 Nierengrieß

7.6 Zystitis

8 Geschlechtsorgane/Sexualität

8.1 Exhibitionismus

8.2 Masturbation, exzessive

8.3 Männliche Erkrankungen

8.3.1 Gynäkomastie

8.3.2 Hodenretention

8.4 Weibliche Erkrankungen

8.4.1 Fluor vaginalis

8.4.2 Mykose

9 Bewegungsapparat, Knochen, Muskeln, Sehnen

9.1 Arthritis/akuter Gelenkrheumatismus

9.2 Distorsion

9.3 Exostose

9.4 Fraktur

9.5 lschialgie

9.6 Muskeln

9.6.1 Muskelkater

9.6.2 Muskelkrampf

9.6.3 Muskelzuckung

9.7 Osteomyelitis

9.8 Rachitisprophylaxe

9.9 Tendovaginitis

9.10 Wachstumsstörung/Knochenschmerz

10 Haut

10.1 Abszess

10.2 Acne vulgaris

10.3 Alopezie

10.4 Ekzem

10.5 Furunkel

10.6 Herpes

10.7 Hyperhidrose

10.8 Mykose

10.9 Panaritium

10.10 Pruritus

10.11 Psoriasis

10.12 Schnittverletzung

10.13 Urtikaria

10.14 Verbrennung

10.15 Warze

10.16 Windeldermatitis

11 Kinderkrankheiten/Infektionskrankheiten

11.1 Dreitagefieber (Exanthema subitum)

11.2 Impffolgen

11.2.1 Fieber

11.2.2 Schlafstörungen

11.2.3 Schwellung, akute

11.2.4 Schwellung, chronische

11.3 Keuchhusten (Pertussis)

11.4 Masern (Morbilli)

11.5 Mumps (Parotitis epidemica)

11.6 Pfeiffer'sches Drüsenfieber (Mononucleosis infectiosa)

11.7 Röteln (Rubeola)

11.8 Scharlach (Scarlatina)

11.9 Windpocken (Varizellen)

12 Allergien

12.1 Asthma bronchiale

12.2 Haut

12.3 Nahrungsmittel

12.4 Pollinosis

12.5 Urtikaria

13 Verletzungen/Notfälle

13.1 Commotio cerebri

13.2 Fraktur

13.3 Hämatom

13.4 Insektenstich

13.5 Nahrungsmittelintoxikation

13.6 Prellung/Quetschung

13.7 Schleudertrauma

13.8 Schnittverletzung

13.9 Schock

13.10 Sonnenstich

13.11 Verbrennung

13.12 Verrenkung

13.13 Wunde

13.14 Zustand nach Flüssigkeitsverlust

Anhang

Ordnungstherapie – zum Umgang mit Kindern

Homöopathie und Pädagogik

Literatur

Arzneimittelverzeichnis

Sachverzeichnis

Einleitung

Das Buch Kinder homöopathisch behandeln – mit Mind-Maps® zum passenden Mittel ist das Ergebnis zweier Jahrzehnte allgemeinmedizinisch-homöopathischer Begleitung von Kindern. Gegenstand der Bearbeitung sind Erkrankungen, die durch homöopathische Einzelmittel erfolgreich therapiert bzw. begleitet wurden.

Als Medium zur Darstellung dieses Erfahrungswissens wurden Mind-Maps® gewählt, da diese hervorragend geeignet sind, einerseits die bearbeiteten Schwerpunktthemen jeweils übersichtlich darzustellen, andererseits die komplexen Verknüpfungen in visualisierter Form mit dem Effekt hoher Merkfähigkeit zu erfassen.

Meine Erfahrungen sind schwerpunktmäßig nach der Häufigkeit des Auftretens in meiner Praxis wiedergegeben. So soll dem Anfänger das Arbeiten mit homöopathischen Einzelmitteln schnell ermöglicht werden. Es kann keine Vollständigkeit von Krankheiten oder therapeutischen Mitteln erwartet werden. Vielmehr ist das Buch Abbild der erlebten Alltagsarbeit einer Arztpraxis.

Die bekannten und im Kapitel „Literatur“ aufgeführten Arzneimittellehren, Repertorien etc. dienen der Wissenserweiterung: Nach meiner Überzeugung erfordert die Beschäftigung mit der Lehre der Homöopathie ein lebenslanges Lernen und immer neues kreatives Arbeiten.

Deshalb werden Anregungen, konstruktive Kritik und Ergänzungen gerne entgegengenommen.

Mind-Maps® – eine kurze Einführung

Der Begriff Mind-Map® wurde 1974 von dem britischen Psychologen und Autor Toni Buzan mit der Veröffentlichung des Buches Use Both Sides of Your Brain eingeführt. Unter Berücksichtigung der damals neusten Erkenntnisse aus der Hirnforschung hinsichtlich der Speicherung, Strukturierung und Verarbeitung von Wissen entwickelte er eine visualisierende Arbeitstechnik, die auch kreative Denkprozesse unterstützt.

Vorgehensweise beim Erstellen von Mind-Maps®

Material: DIN-A4-Blatt; für Anfänger: Bleistift (+ Radiergummi!), später: verschiedenfarbige Filzstifte

Ausgangspunkt: Das zu bearbeitende Thema wird in die Mitte eines quer (!) liegenden DIN-A4-Blattes geschrieben und eingekreist. Zusätzlich kann man versuchen, das Thema in visualisierter Form (vgl. hierzu ▶Abb. 7: Vortragssituation mit Strichmännchen) darzustellen.

Erste Gedanken und Ideen zu Papier bringen: An den zentralen Ausgangspunkt des DIN-A4-Blattes wird dann der erste Gedanke als Hauptast mit Schlüsselwort eingetragen. Man startet mit den Hauptästen rechts oben am Mittelkreis (Position ca. 13 Uhr). An den Hauptast werden dann weitere aus dem Schlüsselwort assoziierte Gedanken als Zweige und Unterzweige angehängt. Gedanken, die keine direkte Assoziation zum Schlüsselwort auf dem Hauptast sind, führen, wie in ▶Abb. 1 dargestellt, im Uhrzeigersinn zur Eröffnung von neuen Hauptästen (Positionen bei ca. 15 Uhr, 18 Uhr etc.).

An diese werden dann jeweils weitere zu Schlüsselwörtern verkürzte Gedanken in Form von Zweigen und Unterzweigen angehängt, sodass auf dem Blatt allmählich ein spinnennetzartig strukturiertes System von Gedanken entsteht

Dauer: Eine Mind-Map®-Sitzung sollte zwischen 15 und 25 Minuten dauern. Wissenschaftliche Untersuchungen über Kreativsitzungen haben herausgefunden, dass neue, originelle Ideen und Gedanken am häufigsten zwischen der 15. und 20. Minute auftauchen. Nach ca. 25 Minuten lässt in der Regel der Gedankenfluss nach und die Mind-Map® sollte zunächst zur Seite gelegt und zu einem späteren Zeitpunkt weiter oder wieder bearbeitet werden.

Abb. 1 „Urform“ einer Mind-Map® (Ähnlichkeit zu einem Spinnennetz bzw. zu einem Schnitt durch eine Laubbaumkrone).

Grundsätzliches: Mind-Maps® sind nie „vollständig“. Im Laufe der Zeit stellen sich immer wieder Verbesserungen und Abänderungen ein, da sich beim erneuten Aufnehmen des ursprünglichen Themas mithilfe von Mind-Maps® immer wieder neue Assoziationen oder Aspekte ergeben.

Wichtig: Mind-Maps® müssen auf einen Blick lesbar sein! Daher sollten auf einem Ast möglichst wenige Schlüsselwörter (höchstens drei) auftauchen. Zudem sollten die Wörter (in Druckbuchstaben) immer waagrecht auf die Linien geschrieben werden. Geübte Mind-Mapper verwenden statt Schlüsselwörtern häufig Symbole und Bilder zur Darstellung von Gedanken und Wissenselementen, da diese die Merkfähigkeit und Erinnerungseffekte von Maps drastisch erhöhen.

Beispiel zur Entwicklung einer Mind-Map® zum Thema „Kinder und Anamnese“

Beim Erstellen der Mind-Map® „Kinder und Anamnese“ (s. ▶Abb. 2) wurde zunächst die Grundstruktur (Säuglinge, Kleinkinder, Vorschulkinder, Schulkinder und Jugendliche) in Form der Hauptäste festgelegt.

Als Gedankenassoziationen der nächsten Ebene (Zweige) stellte sich die Frage nach der Form der Kommunikation mit den unterschiedlichen Altersgruppen bei Kindern (Zwischenergebnis s.▶Abb. 3).

Bei der gedanklichen Auseinandersetzung mit dem Ast „Schulkinder“ – dort genauer der Zweig „Vergleiche ziehen“ – wurde deutlich, dass die Eltern als Mittler wichtig sind. Dabei wurde durch weiteres Nachdenken klar, dass diese Mittlerfunktion der Eltern gerade bei Säuglingen noch bedeutender ist: so wurde hier ein „Zurückspringen“ zum Ast „Säuglinge“ notwendig. Beim Ast „Säuglinge“ wurde ein zweiter Unterast „Mittlerfunktion“ (s. ▶Abb. 4) nachgetragen, was wiederum zu den Unterzweigen „Tasten“ und „Beobachtung“ führte. Hier zeigt sich ein großer Vorteil des Arbeitens mit Mind-Maps®: Ein „Nachbessern“ ist ohne Probleme möglich, indem einfach Unterzweige hinzugefügt oder verschoben werden können.

Abb. 2 Schritt 1 der Mind-Map® „Kinder und Anamnese“.

Abb. 3: Schritt 2 der Mind-Map® „Kinder und Anamnese“: Klärung der möglichen Kommunikationsformen.

Abb. 4 Schritt 3 „Zurückspringen“ in der Mind-Map® „Kinder und Anamnese“.

Abb. 5 Mind-Map® „Kinder und Anamnese“.

Vom Unterzweig „Tasten“ ausgehend wurde dann auch der Zweig „Nonverbale Kommunikation“ weiter in die Äste „Art des Schreiens“ und „Art der Bewegungen“ untergliedert.

Das Ergebnis der Überlegungen zum Thema „Kinder und Anamnese“ ist in▶Abb. 5 dargestellt.

Die Mind-Map® „Kinder und Anamnese“ erhebt keinen Anspruch auf Vollständig- oder Endgültigkeit. Das Wissen zum Thema „Kinder und Anamnese“ kann durch weitere Überlegungen und das Anhängen weiterer Zweige sicherlich vertieft werden. Da die Mind-Map® hier jedoch nur zur Demonstration der Entwicklung von Mind-Maps® dient, wurde auf weitere Äste und Zweige verzichtet.

Abb. 6 Anamnese-Map „Kinder und Homöopathie“.

Ausblick

Wenn man Spaß an der Methode gefunden hat, ist es hilfreich, sich eine Mind-Map®-Software für PC oder Notebook zuzulegen, da damit Veränderungen und Verbesserungen der Mind-Maps® einfacher möglich sind, als dies mit Filzstift und Papier der Fall ist (▶Abb. 7). Außerdem können so erstellte Mind-Maps® besser projiziert werden. Bei manuell erstellten Mind-Maps® lässt sich dies oft nur mit einem größeren Aufwand erreichen.

Besonders beim ganzheitlichen Erfassen von „Wissen über Patienten“ und dessen Aufnahme, der Anamnese, ergeben sich sehr gute Arbeitsmöglichkeiten mit einer Mind-Map®. Deshalb wurde eine Anamnese-Map zum Thema „Kinder und Homöopathie“ (▶Abb. 6) erarbeitet. Sie ist als „Grundlagen-Mind-Map®“ für die Anamnese zu Beginn von homöopathischen Behandlungen von Kindern gut einsetzbar.

Diese Anamnese-Map kann natürlich auf der Grundlage persönlicher medizinischer Arbeitsweisen und Erfahrungen individuell ergänzt und verändert werden.

Abb. 7 Gedankenbaum über Anwendung und Nutzung von Mind-Maps®

Homöopathie – eine kurze Einführung

Der deutsche Arzt Dr. Samuel Hahnemann (1755–1843) gilt als Begründer der Homöopathie. Ausgehend von seinem Ähnlichkeitsprinzip „Similia similibus curentur“ (Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden) beschreibt er 1810 im Organon der Heilkunst die Gesetzmäßigkeiten der homöopathischen Therapie. Nach Hahnemanns Überzeugung kann jedes (wirksame) Arzneimittel im gesunden menschlichen Körper die Krankheit erzeugen, deren Heilung dann mit ebendiesem Arzneimittel beim Kranken möglich wird.

Homöopathische Arzneimittelsubstanzen werden (meist im Verhältnis 1:10 oder 1:100) verdünnt und verschüttelt. Die Dosierung und Häufigkeit der Einnahme von Globuli, Tropfen oder Tabletten mehrmals täglich richtet sich nach dem Erscheinungsbild und der Reaktionslage der Patienten. Soweit nicht anders verordnet, sind bei akuten Zuständen alle halbe bis ganze Stunde, höchstens 6-mal täglich, je 5 – 10 Tropfen oder 1 Tablette oder 5 – 10 Globuli oder 1 Messerspitze der Trituration einzunehmen; Salben sind 1 – 3-mal täglich dünn aufzutragen.

Säuglinge und Kinder werden mit Globuli behandelt.

Dosierung:

bis zum 1.Lebensjahr: bis zu 1/3 der Erwachsenendosis (nach Rücksprache mit einem Arzt)

bis zum 6.Lebensjahr: bis zur 1/2 der Erwachsenendosis

zwischen dem 6. und 12.Lebensjahr: bis zu 2/3 der Erwachsenendosis

Die folgenden Zeichen werden in der Homöopathie für eine Verschlechterung/Besserung der Symptome verwendet:

Die Grenzen der Homöopathie

Selbstverständlich sollte der Behandelnde über großes medizinisches Basiswissen verfügen, um einschätzen zu können, welche die geeignete Therapie für den Patienten ist. Die Homöopathie kann mit anderen Behandlungsmethoden kombiniert werden.

Als Monotherapie hat sie ihre Grenzen dort, wo die Eigenregulation des Kranken

nicht mehr aufgebracht werden kann,

wegen Gefährdung unzumutbar ist,

blockiert ist,

kein Simile zu finden ist,

eine raschere oder sicherere Therapie zur Verfügung steht.

(Für eine ausführlichere Darstellung s. Mind-Maps® für die homöopathische Praxis bzw. die unter Literatur aufgeführten Werke.)

1 Psyche

1.1 Angst

Argentum nitricum (Silbernitrat)

Typisch für Argentum nitricum ist ein angstvolles Wesen bis hin zu Hypochondrie. Die Kinder sind reizbar, gehetzt nervös und haben Angst um ihre Gesundheit. Weitere konkrete Ängste sind Erwartungsangst, Höhenangst und Klaustrophobie. Allgemein nervöse Symptome wie Schwindel, Durchfälle und eine Zittrigkeit der Extremitäten begleiten die Angst.

< nachts, morgens, Darandenken

> im Freien, kühle Luft

Arsenicum album (Weißes Arsenik)

Eine angstvolle Unruhe liegt vor, die von Schwäche und Panikattacken begleitet wird. Bei großer Unsicherheit und entsprechendem Kontrollbedürfnis fürchten die Patienten Alleinsein, Krankheit und Tod. Charakteristisch sind die pingelige Art in Kleinigkeiten, Pedanterie und Geiz. Misstrauen, Erschöpfung, Verzweiflung bis hin zu einer Abscheu vor dem Leben prägen das Erscheinungsbild.

< nach Mitternacht, Kälte, Alleinsein, Seeluft

> Wärme, Gesellschaft, frische Luft

Calcium carbonicum (Austernschalenkalk)

Die schwachen, leicht erschöpften, lymphatischen Kinder neigen meist zur Adipositas, können aber auch schmal sein, da keine Nahrung ansetzt. Charakteristisch sind sauer riechende Körpersäfte und partielle Schweiße, die besonders nachts an Kopf und Nacken auftreten. Passivität und depressive Stimmungslage sind vorrangig sowie Albträume. Die vielfältigen Ängste umfassen die eigene Gesundheit und Zukunft, Dunkelheit, Höhen, Gewitter, Gespenster, Hunde, Tod etc.

< kaltes und nasses Wetter, jegliche Anstrengung, Zahnen, Milch

> warmes und trockenes Wetter, Geborgenheit

Gelsemium sempervirens (Gelber Jasmin)

Erwartungsangst und typischerweise Durchfälle vor Prüfungen (DD zu Argentum nitricum) sowie Lampenfieber sind eine Indikation für den Einsatz des Mittels. Große Erschöpfung und Zittrigkeit sowie eine Schwäche der Muskulatur und ein dunkelrotes Gesicht kennzeichnen den schnell Entmutigten mit wenig Selbstvertrauen. Geistige Trägheit („Brett vor dem Kopf“, Blackout) charakterisiert das zaghafte, sensible Gemüt. Außerdem: Angst vor Alleinsein, Tod, Gewitter, Menschenmengen oder davor, dass das Herz aufhöre zu schlagen.

< Gemütserregung, Darandenken, Schreck, Angst, Furcht; Sonne, feuchte Wärme, Sommerhitze, vor Gewitter, (Abwärts-) Bewegung

> Schwitzen, reichlicher Urinabgang, frische Luft

Pulsatilla pratensis (Wiesenküchenschelle)

Das Wesen von Pulsatilla pratensis zeigt sich in einem sanften Charakter. Mimosenhaft und schnell zu Tränen gerührt, wobei die Stimmung leicht zwischen Lachen und Weinen wechseln kann. Die unsicheren und leicht zu beeinflussenden Charaktere sind schüchtern und voller Ängste: Angst im Dunkeln, beim Alleinsein, vor Räubern, in Menschenmengen, in engen Räumen, vor Geistern, Hunden, Schlangen, Insekten, Höhenangst.

< Hitze, abends und nachts, nach Ruhe, fette Speisen

> wenn Personen in der Nähe sind, frische Luft, kalte äußere Anwendungen, Bewegung

Silicea (Kieselsäure)

Die verzagten, unentschlossenen und schüchternen Kinder haben einen Mangel an Selbstvertrauen. Angst vorrangig vor Misserfolg, vor Neuem, mit der Wahnidee, zu versagen. Sie sind ungeduldig, nervös und unzufrieden aufgrund einer gewissen Erwartungsspannung. Die Überempfindlichkeit aller Sinne verträgt keine lauten Geräusche. Es besteht eine ausgeprägte Angst vor spitzen Gegenständen, wie z. B. Nadeln.

< Kälte, Nervosität, geistige Anstrengung, Geräusche

> Wärme

1.2 Depression

Aurum metallicum (Gold)

Die depressive Verstimmung kann durch Schreck oder Kummer ausgelöst werden. Vorhanden sind Schuldgefühle, Angst, Mutlosigkeit, aber auch Jähzorn und ärgerliche Gereiztheit.

Die Kinder haben ein Gefühl der Wertlosigkeit mit Todessehnsucht und Selbstmordgedanken.

< nachts, Winterzeit

> Bewegung, Sonne, Wärme, traurige Musik

Natrium chloratum (Kochsalz)