Klimarassismus - Matthias Quent - E-Book

Klimarassismus E-Book

Matthias Quent

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Beschreibung

Weltweit blockieren rechte Parteien und Netzwerke effektiven Klimaschutz. Das ist kein Zufall: Denn die Hauptverantwortung für den Klimawandel trägt der reiche globale Norden, aber seine Opfer sind vor allem ohnehin benachteiligte Menschen – hierzulande und im Süden. Um diesen Klimarassismus zu kaschieren, leugnen die Rechten, dass die Erderhitzung überhaupt ein Problem ist. Dieses Buch zeigt, wo die politischen Gefahren des rechten Rückschlags gegen den grünen Umbau in Deutschland und der westlichen Welt liegen und mit welchen Netzwerken und Argumentationsweisen die Rechten die ökologische Transformation angreifen.

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Veröffentlichungsjahr: 2022

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© Piper Verlag GmbH, München 2022

Lektorat: Susanne Haldrich

Covergestaltung: Büro Jorge Schmidt, München

Konvertierung auf Grundlage eines CSS-Layouts von digital publishing competence (München) mit abavo vlow (Buchloe)

 

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Inhalt

Inhaltsübersicht

Cover & Impressum

Vorwort

Einleitung

Zwei Hauptrichtungen rechter Klimapositionen

Rechte Brücken in die Mitte

Ellenbogen statt Solidarität

1 Klimarassismus und Kapitalismus

2 Das Klima wird feindlicher

Fakten zählen mehr als Meinungen

Kippelemente

»Schaut einfach nicht hin«

Der Klimawandel in Deutschland

3 Menschengemachter Klimawandel?

Weiße Vorherrschaft und Verantwortungslosigkeit

4 Globale Klimaungerechtigkeiten

Die anderen sind schuld!

Es trifft nicht alle gleich I: Klimarassismus

Die kolonialen Wurzeln des Klimawandels

Umweltrassismus in Deutschland

Rassismus und Gesundheit

Flucht vor den Folgen des Klimawandels

Es trifft nicht alle gleich II: Klimaklassismus

Armut macht krank

Würde sich die Erde nicht erhitzen, wäre der reiche Mann nicht reich

Es trifft nicht alle gleich III: Klima und Gender

Der Klimawandel ist männlich

Schlachtfeld des Wandels: der Hass gegen engagierte junge Frauen

Geburtenkrieg

Es trifft nicht alle gleich IV: Generationenungerechtigkeit

Klimaschutz als Grundrechtsschutz

5 Menschenfeindliches Klima

Alles nur erfunden – aber von wem?

6 Die Rechten und der Klimawandel in Deutschland

Antiökologismus: der Kampf gegen die ökologische Wende

Die Klimapolitik der AfD

Mit Klimaleugnung auf Stimmenfang?

Die rechte Agitation gegen den Klimaschutz

Mediale Mobilmachung gegen Klimaaktivist:innen

Ökofaschismus: »Heimatschutz« statt Klimaschutz

Ökofaschismus der sogenannten Neuen Rechten

Ökofaschistischer Rechtsterrorismus

7 Antiökologie weltweit: ideologische Wurzeln und Netzwerke

Ideologische Wurzeln

Geschichte des Neoliberalismus

Der rechte Libertarismus

Das rechtslibertäre Gesellschaftsbild

Schnittmengen zur Rechten: der rechtsautoritäre Neoliberalismus

»Buying Time«: das weltweite Netzwerk der Skeptiker:innen und Leugner:innen

Im Zweifel dagegen: die Anfänge der Klimaleugnung in den USA

Sieg für die Hardliner

8 Die Rechten und der Klimawandel: Beispiele aus Europa und der Welt

Rechte Parteien in Europa

Rechte Klimapolitik in Tschechien und Ungarn

Rechte Thinktanks und die Industrie gegen den Klimaschutz

Raus aus der EU und zurück in die fossile Verbrennung: das Beispiel Großbritannien

Die Rolle der Massenmedien: das Beispiel Rupert Murdoch

Konsequenzen der klimafeindlichen Politik der Rechten

Australien

USA

Brasilien

Die globale Rechte zieht in den Krieg: die Rolle Russlands

»Wir haben alle Zeit der Welt«: das deutsche Netzwerk der Antiökolog:innen

Verbindungen zur AfD

Schnittmengen mit anderen Parteien

Neoliberale und libertäre Gruppierungen

Die »rechtsalternativen« Blogs

Fazit: antiökologische Internationale

9 Die Strategien der klimaskeptischen Antiökolog:innen

»Denier for hire«: die bezahlten Fake-Fachleute

Copy & fake: das Beispiel des NIPCC

Manipulation und Cherrypicking

Angriff auf den wissenschaftlichen Konsens

Kill the messenger: Angriff auf die Klimawissenschaft und Klimaaktivist:innen

10 Die verbindenden Erzählungen der klimaskeptischen Antiökolog:innen

Klimaskepsis und Klimaleugnung

Die Sonne ist schuld

Die Ozeane sind schuld

Krisenskepsis

Maßnahmenskepsis

Wissenschaftsskepsis

Neue und alte Wege im Kampf gegen die Energiewende

11 Gesellschaftliche Konfliktfelder: Energie und Mobilität

Der Kampf gegen Windmühlen und Solarparks

Kohle vom Staat: die schmutzigen Tricks der fossilen Lobby

»Atomare« Visionen und Trugbilder rechter Propaganda zur Energiepolitik

Die Deutschen und ihr Auto

12 Nach der Leugnung: rechte Zukunftsszenarien in der Klimafrage

Klimarassistische Mobilisierung

Grüner Nationalismus

Libertäre Kleinstaaterei

Rollback in den rechtslibertären Fossilkapitalismus

13 Ausblick: Eine klimagerechte Welt ist möglich

Dank

Glossar

Anmerkungen

Buchnavigation

Inhaltsübersicht

Cover

Textanfang

Impressum

Literaturverzeichnis

Vorwort

Als wir die Arbeit an diesem Buch beendeten, waren seit Beginn des von Russland ausgehenden Angriffskriegs gegen die Ukraine erst wenige Wochen vergangen. Bereits in dieser ersten Kriegsphase sind Tausende Menschen in Putins Auftrag gestorben, Millionen sind in die westlichen Nachbarländer geflüchtet. Der Angriff auf die Ukraine offenbart, wie naiv große Teile der politischen und wirtschaftlichen Führung in Deutschland dem Putin-Regime in der Vergangenheit gegenüberstanden. Die extreme Abhängigkeit der Bundesrepublik von fossilen Rohstoffen aus Russland rächt sich.

Radikale Rechte in Deutschland und Russland, ebenso wie die Kriegspläne des russischen Regimes, sind von der eurasischen Ideologie, beispielsweise des neofaschistischen Vordenkers Alexander Dugin, beeinflusst worden. Bereits seit Jahren beobachten wir, wie deutsche Rechtsradikale und russische Staatsmedien miteinander kooperieren, um liberale Demokratien zu destabilisieren. Putins durch Propaganda und Manipulation gesteuerte Außenpolitik beruht zu einem ganz wesentlichen Teil auf den fossilen Interessen seines Regimes. Und die russischen Raketen, Panzer und Bomben, mit denen nun die Ukraine angegriffen wird, wurden auch mit deutschem Geld für russisches Gas und Öl bezahlt. Politik und Wirtschaft in Deutschland waren und sind eng verstrickt in die fossile Machtbasis des Kremls und seiner Oligarchen – Stichwort: Nordstream 1 und 2. Anstatt erneuerbare Energien massiv zu fördern, unterstützte und unterstützt deutsche Politik klimafeindliche Energieträger und antidemokratische Regime mit deutschem Geld. Nicht nur die globale antiliberale Rechte, sondern auch die neoliberale Rechte unterhält Netzwerke für öffentliche Kampagnen der Desinformation, um gegen die ökologische Wende Zeit zu kaufen. Rückenwind erhalten sie vor allem aus rechten Teilen der Bevölkerung. Das Klima wird von vielen Seiten angegriffen.

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine ist das Ergebnis antiliberaler, faschistischer, nationalistischer und männlicher Großmachtfantasien, finanziert durch internationale Devisen für russisches Gas und Öl. Gefährliche Angriffe der russischen Streitkräfte auf Atomkraftwerke in der Ukraine haben die Welt in Atem gehalten. Die liberale Demokratie wird bekämpft – nunmehr auch offen militärisch. Aggressive Antidemokrat:innen gibt es nicht nur in Moskau: In deutschen Parlamenten, auf deutschen Straßen und in sozialen Netzwerken findet der Kampf gegen die Demokratie schon lange statt. Und längst ist auch die Klimafrage Schauplatz harter Auseinandersetzungen. Die Rechten in Moskau wie in Berlin, Magdeburg, Dortmund und München verachten die liberale Demokratie als schwach und dekadent. Werte wie Freiheit und Gleichberechtigung sind ihnen zufolge dem verdienten Niedergang geweiht. Der russische Angriffskrieg muss mehr als ein Warnzeichen sein: für den Umgang mit neuen Faschismen ebenso wie für den Umgang mit der Klimakrise. Die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern aus Russland hat Deutschland in eine schwierige Situation gebracht und hierzulande zu einem erheblichen Anstieg der Kosten für Strom und Gas geführt. Die langfristigen Ergebnisse der russischen Invasion und der aggressiven militärischen Destabilisierung der Weltordnung sind nicht absehbar. Viele Milliarden sollen zusätzlich in die Bundeswehr fließen. Finanzminister Christian Lindner bezeichnete erneuerbare Energien als »Freiheitsenergien«, um unabhängig von russischem Gas und Öl zu werden. Es stimmt: Die ökologische Wende darf sich nicht darauf verlassen, dass Rohstoffe aus anderen Ländern günstig für deutsche Interessen zur Verfügung stehen. Dafür werden wir auch Windräder, Solaranlagen und Stromtrassen vor unserer Haustür akzeptieren müssen, anstatt andere die Kosten für unseren Energiehunger zahlen zu lassen. Wird der Krieg Russlands für einen Geschwindigkeitsbooster beim Ausbau erneuerbarer Energien sorgen? Oder lenkt er die Welt von der Klimakrise ab und bietet der fossilen Lobby einen Vorwand, den Ausstieg aus der klimafeindlichen Kohleverstromung weiter zu verschleppen? So oder so: Uns rennt die Zeit davon. Auf dem Spiel steht die Zukunft des Planeten und der Demokratie. In diesem Buch zeigen wir, dass das Schicksal von Klima und von unteilbarer Menschenwürde untrennbar miteinander verbunden sind.

 

Magdeburg und Jena, April 2022

Einleitung

»Verbote. Wohlstandsvernichtung. Klimasozialismus. Ökodiktatur. Enteignungsterror. Masseneinwanderung. Klimasozialismus. Vogelmord. Waldvernichtung. Totalitär. Heimatfeindlich.« – Laut einer rechten Schmutzkampagne im Bundestagswahlkampf 2021 steht die Partei der Grünen genau dafür. Die Plakate erweckten den Eindruck, es handle sich um echte Wahlwerbung der Partei. Im Internet schlugen die Schmähungen in offenen Hass, Beleidigungen und Bedrohungen um. Häufig waren und sind die Anfeindungen frauenfeindlich. Einen derart groß angelegten, aggressiven und unverschämten Wahlkampf gegen eine einzelne Partei und ihre Spitzenkandidatin hat es in Deutschland bisher noch nicht gegeben. Und diese Kampagne ist nur ein Beispiel. Anfeindungen sind für Klimaaktivist:innen und die Klimaforschung zum Alltag geworden. In einigen Regionen der Welt ist das Engagement für Umwelt- und Klimaschutz lebensbedrohlich. Längst geht es um mehr als um bloße Parteipolitik. Spurensuchen nach den Auftraggeber:innen der Schmutzkampagne im Bundestagswahlkampf führten Journalist:innen in das Milieu der radikalen Rechten – unter anderem zu David Bendels, der schon zuvor mit nebulöser Finanzierung Werbung für die AfD machte. Finanzen und Netzwerke sind dubios, doch die Absichten und Erzählungen sind eindeutig: Der Kampf gegen die ökologische Wende wird mit immer härteren Bandagen ausgetragen und ist zugleich die wichtigste Frage unserer Zeit. Tatsächlich sind die obigen Slogans keineswegs neu. Sie sind Teil einer rechten Kampagne, die seit den 1970ern als organisierte Gegenbewegung gegen gesellschaftlichen Fortschritt initiiert wurde. Im Kern geht es dabei um Verantwortungsabwehr sowie die Legitimierung sozialer und globaler Ungleichheit und klimarassistischer Zustände. Zustände, in denen der globale Norden die Schattenseiten von Wohlstand und Wachstum vor allem in den Süden auslagert. Je bewusster der Gesellschaft die Notwendigkeit einer schnellen und radikalen ökologischen Wende wird, desto aggressiver wird die Veränderung abgewehrt. Dieses Buch zeigt, welche Motive, Netzwerke, Ideologien, Muster und Strukturen dahinterstehen.

Lange Zeit waren Umwelt- und Klimapolitik für die radikale Rechte in Deutschland nur Randthemen. Doch das hat sich geändert – spätestens seit den verheerenden Überschwemmungen in Deutschland im Sommer 2021 kommt niemand mehr an diesen Themen vorbei. Der menschengemachte Klimawandel und die ökologische Wende sind das drängendste Thema unserer Zeit. Die Debatten über den ökologischen Krisenzustand und über die Notwendigkeit von Veränderungen eignen sich aus rechter Sicht perfekt für das Schüren von Angst und Hass und für die Verbreitung von Falschinformationen. Damit ist die rechte Abwehrpolitik gegen die ökologische Wende eine der größten Herausforderungen für die Rettung des Planeten und der Demokratie: Rechtsterroristen rechtfertigten ihre Morde mit klimarassistischer Propaganda; der rechtspopulistische brasilianische Präsident Jair Bolsonaro treibt mit der gleichen Zügellosigkeit wie Donald Trump während seiner vierjährigen Amtszeit die Zerstörung des Klimas und der Umwelt voran, wobei er neben Medien und Institutionen auch die Wissenschaft und Klimaschutzmaßnahmen bekämpft. Hierzulande nehmen im Internet und in Parlamenten Angriffe gegen Klimaaktivist:innen fortlaufend zu. Die Zielrichtung hatte bereits im September 2019, noch vor Ausbruch der Coronapandemie, der AfD-Spitzenpolitiker Alexander Gauland verkündet: »Die Kritik an der sogenannten Klimaschutzpolitik ist nach dem Euro und der Zuwanderung das dritte große Thema für die AfD.«[1]

Die Coronapandemie hat die Dringlichkeit für die Rechten, gegen die ökologische Wende zu agitieren, nur aufgeschoben. Während der Pandemie gingen auch in Deutschland Zehntausende Menschen auf die Straßen, um gegen die Coronamaßnahmen der Regierung zu protestieren. Sehr häufig orchestrieren Rechtsradikale, Verschwörungsideolog:innen, Antisemit:innen und andere Antidemokrat:innen die Proteste. Und immer häufiger erheben sich auf den entsprechenden Kommunikationsplattformen, in sozialen Netzwerken und bei Demonstrationen Stimmen, die Corona und den Klimawandel miteinander verbinden. Ihnen zufolge beruhen die freiheitseinschränkenden Maßnahmen auf gezielter »Plandemie« und sind Teil eines größeren Planes zur Einführung einer »Klimadiktatur«. Sicher: Nicht alle, die gegen die Politik demonstrierten, waren von dieser Verschwörungserzählung motiviert, aber die Proteste machen erneut deutlich, wie fehlende Abgrenzungen und Desinformationen viele Menschen dazu mobilisieren können, mit Demokratiefeind:innen gemeinsame Sache zu machen. Nicht zuletzt haben Falschinformationen und Propaganda sehr viele Menschen verunsichert, Impfungen und andere Schutzmaßnahmen sabotiert und damit in Deutschland und weltweit zu unzähligen Todesfällen geführt, die hätten verhindert werden können.

Die Protestierenden inszenierten sich als Kämpfer:innen für Freiheit – ein großes und häufig missbrauchtes Wort. Freiheit kann es ohne Verantwortung nicht geben. Freiheit ohne Verantwortung ist Egoismus, Willkür, die machtvolle Durchsetzung eigener Interessen auf Kosten anderer. Doch nicht alle leiden gleich unter Egoismus und Tyrannei: Vor allem die Menschen, die ohnehin ärmer, verletzlicher oder machtschwächer sind, geraten unter die Räder. Bei der Coronapandemie handelt es sich um eine globale Umweltkatastrophe – wie beim Klimawandel. Pandemien durch Übertragung von Krankheiten von Tieren auf den Menschen könnten in Zukunft durch den Klimawandel sogar zunehmen. Und wie geht man mit denen um, die die Gefahr durch Corona und den Klimawandel leugnen? Was lässt sich aus dem Verhalten in der gegenwärtigen Pandemie für künftige Veränderungen und Konflikte lernen?

Die massiven Attacken auf Corona- und Klimaschutzmaßnahmen von rechts sind kein Zufall. Es handelt sich dabei nicht nur um einen rohen Populismus, der sich gegen die jeweilige Regierung und ihre Politik richtet – obwohl dieser Aspekt zweifellos eine Rolle spielt. Es ist auch kein Zufall, dass es sehr häufig die gleichen Stimmen sind, welche die Existenz von Rassismus und des menschengemachten Klimawandels leugnen. Der Kampf gegen die ökologische Wende folgt auch knallharten Interessen: Macht, Geld, Vorherrschaft. Diese lassen sich nicht mit einfachen Glaubenssätzen à la »Die Erderwärmung betrifft uns doch alle« beiseiteschieben. Diese Konflikte gehen nicht nur vom rechten Rand aus, sondern durchdringen unsere Geschichte und Gesellschaft mit all ihren Widersprüchen – also ihren Fortschritten ebenso wie ihren Egoismen, Ungleichheiten und Brutalitäten gegenüber Mensch und Natur. In diesem Buch zeigen wir, wie Rechtsextremismus, Rassismus und der Klimawandel zusammenhängen.

Bundespräsident Steinmeier betonte im Juni 2020, dass es nicht ausreiche, kein Rassist zu sein; vielmehr müssten wir auch Antirassisten sein. Damit zitierte er indirekt die afroamerikanische Aktivistin und Wissenschaftlerin Angela Davis: »In einer rassistischen Gesellschaft ist es nicht genug, kein Rassist zu sein. Man muss antirassistisch sein.« Diese Worte waren wohl nie aktueller als in Zeiten einer Klimakrise, in der rassistische Zustände zugleich verstärkt und verschleiert werden. Der menschengemachte Klimawandel geht vor allem auf die Kosten der Schwächeren. Die Kosten unserer Privilegien zahlen andere woanders. Die Rechten leugnen den Klimawandel und damit die strukturelle Ungleichheit, von der sie besonders profitieren. Doch diese Frage betrifft uns alle auch dann, wenn wir im Alltag irgendwie »gegen rechts« sind, die AfD doof und kulturelle Vielfalt gut finden. Kämpfe gegen den Klimawandel, gegen Rechtsextremismus und gegen Rassismus sind nicht das Gleiche, aber dennoch nicht voneinander zu trennen.

In diesem Buch decken wir Argumentationsweisen, ideologische Hintergründe, Strategien und Netzwerke des rechten Kampfs gegen die ökologische Wende auf. Wir liefern Fakten und (Gegen-)Argumente, um klimaleugnenden Antiökolog:innen und rechten Demagog:innen nicht auf den Leim zu gehen. Wir legen offen, dass die Rechte dabei direkt aus unserer Gesellschaft entspringt, und beschreiben die wichtigsten neuen Einflüsse, die die rechte Anti-Klimapolitik prägen. Und wir zeigen Schlussfolgerungen für den Umgang mit unterschiedlichen Formen der Verleugnung und Ablenkung von der Klimakrise durch die völkische und die libertäre Rechte auf.

Zwei Hauptrichtungen rechter Klimapositionen

Wir haben bei unseren Untersuchungen festgestellt, dass sich Positionen zum Klimawandel innerhalb der radikalen Rechten[2] zunächst zu widersprechen scheinen. Einerseits haben sich Stimmen (wieder) etabliert, die Umwelt und Klima als Teil einer Blut-und-Boden-Politik völkisch interpretieren. Sie meinen, der menschengemachte Klimawandel sei die Folge einer im Zerfall begriffenen liberalen Moderne. Diese Stimmen werden unter dem Begriff Ökofaschismus zusammengefasst. Im Jahr 2022 sind ökofaschistische Positionen in Deutschland und in den meisten westlichen Nationen in der radikalen Rechten noch in der Minderheit. Dominant sind andere extreme Deutungen, die sich als wissenschaftsfeindlicher Antiökologismus zusammenfassen lassen. Demzufolge existiert der Klimawandel gar nicht, und wenn er doch anerkannt wird, dann ist der menschliche Einfluss vernachlässigbar. Jeder Versuch, das Klima zu schützen, wird als sinnlos und schädlich eingestuft. Dieser wissenschaftsfeindliche Antiökologismus deutet Klimaschutzpolitik als ein »ideologisches« Projekt, mit dem liberale Eliten das Volk gängeln, seine Freiheit abschaffen und den Wohlstand ruinieren wollen. Wir zeigen in diesem Buch die Ursachen und Folgen dieses Denkens, bei dem Vorherrschaftsansprüche, die Abwehr notwendiger gesellschaftlicher Veränderungen und antidemokratische Verschwörungsideologie eine gefährliche Verbindung eingehen.

Denn die Verleugnung und die Verdrängung des Klimawandels hat auch eine lange Geschichte in der politischen Mitte unserer Gesellschaft. Falschinformationen zum Klimawandel und zu seinen Ursachen wurden lange Zeit von Lobbyist:innen der Energiewirtschaft und der Industrie gestreut und auch von demokratischen Politiker:innen nacherzählt. Es ist notwendig und wissenschaftlicher Konsens, dass vor allem reiche Gesellschaften schnell radikale Veränderungen zum Schutz des Klimas umsetzen müssen. Doch wenn der Klimawandel verleugnet oder kleingeredet wird, scheint es nicht erforderlich zu sein, über den Abschied von Privilegien und eine gerechtere Verteilung von Ressourcen nachzudenken. Besonders jene Kräfte, die Nationalismus und Rassismus propagieren, z. B. »das europäische Abendland« oder »die weiße Vorherrschaft«, boykottieren auch die ökologische Wende. Im Bundestagswahlkampf 2021 plädierten alle demokratischen Parteien für einen stärkeren Klimaschutz, die Rechtsaußenpartei AfD aber nutzte den Wahlkampf, um den menschengemachten Klimawandel zu leugnen und Klimaschutzbestrebungen lächerlich zu machen.

Derzeit weniger verbreitet, aber insbesondere für die Radikalisierung in antisemitische und rassistische Gewalt bedrohlich sind Positionen des Ökofaschismus. Ökofaschist:innen treten zwar demonstrativ für Umwelt- und Klimaschutz ein, doch die Gleichwertigkeit von Menschen und die Demokratie sind ihnen verhasst – auch deshalb, weil deren Ideale von Freiheit und Gleichheit mit dem (uneingelösten) Versprechen eines möglichst hohen Lebensniveaus für alle einhergehen. Dem Ökofaschismus zufolge hat der Versuch, diese Ansprüche zu erreichen, die Ausbeutung natürlicher Ressourcen, die industrielle Massenproduktion und das Anwachsen der Städte erzwungen und führt unausweichlich zum Kollaps. Als wichtigste Ursache des Klimawandels wird die ›Überbevölkerung‹ ausgemacht, insbesondere jene in Afrika, Asien und in der arabischen Welt. Um gegenzusteuern und vermeintlich höherwertigen Völkern das Überleben zu sichern, müsse Schluss sein mit Migration, Wachstum und Urbanisierung. Stattdessen sollten die Menschen zu einem naturnahen Leben zurückkehren. Nach der ökofaschistischen Logik sind extreme soziale Ungleichheit und eine autoritäre Ordnung der Gesellschaft also besser für die Umwelt und das Klima.

Forderungen nach einer Wachstumsbremse (degrowth) und einer Neuordnung des Wirtschaftssystems hört man auch aus anderen politischen Richtungen sowie von ökologischen Aktivist:innen und von Wissenschaftler:innen. Diese radikaldemokratischen Argumente und Meinungen nutzen auch die Rechten. Doch sie deuten Kapitalismus- und Wachstumskritik zu menschenfeindlichem Nationalismus um: Umweltschutz sei Heimatschutz. Der deutsche Wald müsse reingehalten werden und ebenso die deutsche »Rasse«, »Kultur« bzw. »Lebensweise« – dies sei schicksalhaft miteinander verbunden. Linke Globalisierungs- und Kapitalismuskritik der vergangenen Jahrzehnte wird auf rechts gedreht, und über den jahrhundertealten Ökofaschismus werden antisemitische, nationalistische und völkische Interessen wieder in Stellung gebracht. Echte Lösungen gegen die globale Klimakrise liefern die antimodernen, rassistischen und nationalistischen Umdeutungen nicht. Und die Ökofaschist:innen gehen noch weiter: Letztlich müsse die Population von als minderwertig eingestuften Menschengruppen massiv reduziert und die Vermischung von Kulturen und Ethnien gestoppt werden. Diese menschenfeindliche Einstellung hat Tradition; sie war ein Grundpfeiler des nationalsozialistischen Gedankenguts und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg erstmals wieder in den 1960er-Jahren von Wortführern der NPD propagiert. Heute wird diese Ideologie im Umfeld der sogenannten Neuen Rechten einschließlich der AfD diskutiert. Es ist wahrscheinlich, dass solche Positionen bei einer sich zuspitzenden Klimakrise zukünftig an Einfluss gewinnen werden.

Rechte Brücken in die Mitte

Entwicklungen der radikalen Rechten können nie losgelöst von der Gesellschaft verstanden werden, die sie hervorbringt. Das rechte Spektrum bildet eine empfindliche Sonde für gesellschaftliche Probleme, Konflikte und Widersprüche. Die Rechten lösen diese Konflikte einseitig und zum eigenen Vorteil auf, instrumentalisieren Sorgen und Einwände und heizen den Streit um gesellschaftliche Themen an, bis kein rationaler Diskurs mehr möglich ist. Nicht alle, die in der einen oder anderen Frage mit AfD und Co. übereinstimmen, sind deswegen rechtsradikale Demokratiefeind:innen. Aber die bestehenden Brücken von der radikalen Rechten in andere Milieus bergen die Gefahr, dass – wie in den USA und im deutschen Nationalsozialismus – aus Brücken Bündnisse entstehen, die sich gemeinsam gegen die Demokratie wenden. Die Totalität und Komplexität der ökologischen Wende bietet dafür zahlreiche Anknüpfungspunkte.

Die Ursprünge des Klimawandels liegen im expansionistischen Charakter des Kapitalismus und in der Industrialisierung, mit denen eine weltweite Zerstörung der Natur begonnen hat. Diese Verantwortung zu leugnen und auf Privilegien zu beharren schafft die Grundlage für Bündnisse zwischen Vertreter:innen der fossilen Industrie, bürgerlicher Öffentlichkeiten und der radikalen Rechten. Die radikale Rechte zielt auf den Umsturz der herrschenden Ordnung, wenn ihre Machtpositionen innerhalb dieser Ordnung in Gefahr geraten. Ein Bündnis mit konservativen Kräften, um Veränderungen zu verhindern, ist eine von rechts außen beabsichtigte, in einigen Staaten erprobte und in einigen deutschen Bundesländern schon heute wieder realistische Option. Die Gefahr steigt mit der Klimakrise, in der ein »Weiter so« des Status quo in die Katastrophe führen wird. Niemand sollte davon überrascht sein, dass »normale Bürger« den Klimawandel leugnen, die Demokratie ablehnen und mit Rechtsradikalen gemeinsame Sache machen. Die Wurzeln der heute so lauten Stimmen des Antiökologismus liegen nicht allein in radikalisierten Kleingruppen, sondern in den wirtschaftlichen und politischen globalen Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte und Jahrhunderte.

Ellenbogen statt Solidarität

Die teils neuen Protestbündnisse, mit denen in der Coronapandemie unterschiedliche Milieus mit Antisemit:innen und Neonazis gemeinsam gegen staatliche Regeln demonstriert haben, sind Vorboten neuer Konflikte. Sie sind Ausdruck eines radikalisierten und an seine Grenzen stoßenden Neoliberalismus, der staatliche Regulierung zurückweist und in der Alltagskultur, im Arbeitsleben und in der Politik Ellenbogenmentalität fördert und belohnt. So ist eine Kultur entstanden, in der gesellschaftliche Zusammenhänge und Folgen menschlichen Handelns ignoriert und geleugnet werden, denn – so der langjährige Glaubenssatz des Neoliberalismus – jeder ist seines eigenen Glückes Schmied.

Was gilt es stattdessen zu tun? Wir sollten dafür eintreten, dass vermeintlich persönliche Probleme – von Armut über Burn-out und Depression bis hin zu Diskriminierung, Rassismus und den Folgen des Klimawandels – als öffentliche Belange verstanden und behandelt werden. Es sollte klar werden, dass es dabei um strukturelle Probleme innerhalb unserer Gesellschaft geht. Wir dürfen den Missbrauch des Worts »Freiheit« als sprachliche Chiffre für Privilegien und Verantwortungslosigkeit nicht dulden. Wir müssen die Verwobenheit von Diskriminierungen, der Geschichte und Gegenwart unseres Gesellschaftssystems und der monströsen Bedrohung durch den Klimawandel offenlegen. Mit diesem Buch leisten wir dazu einen Beitrag. Dazu fassen wir zunächst die wichtigsten Fakten zum Klimawandel zusammen. Dann zeigen wir, wie der Klimawandel verschiedene Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten bereits heute verstärkt und warum in der Regel diejenigen, die am wenigsten dazu beigetragen haben, am stärksten darunter leiden. Antiökolog:innen und Lobbyist:innen leugnen den Klimawandel und profitieren davon in verschiedener Weise: Wir beschreiben deshalb die ideologischen Grundlagen, Netzwerke, Strategien und verbindenden Erzählungen, welche die rechte Klimapolitik heute prägen. Abschließend formulieren wir einige Zukunftsszenarien und zentrale Schlussfolgerungen für den Kampf für Klimagerechtigkeit.

1 Klimarassismus und Kapitalismus

Die Geschichte vom menschengemachten Klimawandel ist die Geschichte vom »Erfolgsmodell Kapitalismus«: Von der Sklaverei über die Industrialisierung bis ins digitale Zeitalter hinein sind die fossilen Brennstoffe der Motor des westlichen Wohlstandswunders gewesen. Und die Geschichte vom menschengemachten Klimawandel war für viele unbestreitbar eine Erfolgsgeschichte, etwa in Hinblick auf Gesundheit, Kindersterblichkeit, Lebenserwartung, Liberalisierung der Werte und mehr. Aber, und so ist es häufig mit guten Geschichten: Sie werden aus einer bestimmten Perspektive und meist mit einer bestimmten Intention erzählt, mindestens aber mit einer bestimmten Wirkung verbunden. Die historische Perspektive, die größtenteils bis heute fortdauert, ist eine weiße, westliche, meist männliche und materiell wie kulturell privilegierte. Und sie dient, gewollt oder nicht, auch dazu, andere Perspektiven zu verschleiern. Wechseln wir die Perspektive – und darum soll es in diesem Buch auch gehen –, ist es eine Geschichte von Ausbeutung, Unterdrückung, Zynismus und aggressiver Verantwortungsabwehr. Kapitalismus wird zu einer Geschichte gravierender Ungleichheiten. Die wesentlichen Dimensionen, über die sich die Ungleichheit mit Blick auf den Klimawandel und seine Folgen äußert, sind rassistische, klassistische und sexistische Ungleichheiten. Ungleichheiten, die nicht aus unterschiedlichen individuellen Leistungen resultieren, sondern aus historischen und strukturellen Benachteiligungen. Und auch der Klimawandel, der bestehende Ungleichheiten noch verstärkt, ist kapitalismusgemacht. Kein Wunder also, dass viele in der Klimabewegung fordern: »System change, not climate change!« Ähnlich argumentieren Teile der schwarzen Bürgerrechtsbewegung mit Blick auf die untrennbare Verbindung von Kolonialismus, Sklavenhandel und fortwährender rassistischer Ausbeutung in Anlehnung an Malcolm X: »You can’t have capitalism without racism.« Ein Kernproblem geschlechterbezogener Ungleichheitsverhältnisse liegt bis heute in der Normalität, dass als weiblich angesehene Arbeit im Haushalt, bei der Erziehung und bei der Pflege in der einzigen Währung, die im Kapitalismus zählt, nicht vergütet wird.

Sollten wir in diesem Buch dann nicht besser von »Klimakapitalismus« sprechen? Wir haben bewusst den Klimarassismus in den Titel unserer Analyse der rechten Antworten auf die Klimafrage gestellt. Sowohl die Leugnung des menschengemachten Klimawandels als auch ökofaschistische und ökonationalistische Abschottungspläne laufen hinaus auf rassistische Vorherrschaft. Zudem sind die Rechten nicht aufgrund negativer Folgen des Klimawandels für Mensch und Umwelt an sich besorgt, sondern wegen des Globalismus der Wirkungszusammenhänge der Erderwärmung. Vor allem aber wegen der zunehmenden Klimamigration, die sie als Bedrohung deuten. Die Rechte ist nicht besorgt um die Zukunft des Planeten, sondern um ihre Privilegien, die sich aus Weißsein, Reichsein oder Mannsein ergeben haben. Die allermeisten Rechten haben überhaupt nichts gegen den Kapitalismus, in der Regel schweigen sie sich über ihn aus. In der Geschichte waren Antisemitismus, Rassismus und Faschismus immer wieder Bündnispartner gegen vermeintliche oder tatsächliche sozialistische Bewegungen. Natürlich können auch weiße Arbeiter:innen von Klassismus und Sexismus betroffen und damit weniger privilegiert als Reiche sein. Aber in der Abgrenzung zu Migrant:innen, Ausländer:innen oder Frauen funktionieren die Mechanismen der Selbstaufwertung trotzdem. Der autoritäre Fahrradfahrer-Effekt des Nach-unten-Tretens und Nach-oben-Buckelns hat sich insofern modernisiert, als dass nicht mehr die politisch Herrschenden allein die wichtigsten Autoritäten sind. Im Gegenteil sind die liberalen politischen Eliten für einige zu regelrechten Hassobjekten avanciert: Die nationalistische und völkische Rechte behauptet, die Eliten würden das Volk dem »Globalismus« opfern. Die plutokratische und libertäre Rechte nutzt den Populismus, um von extremer Ungleichheit abzulenken und die Wut in der Bevölkerung auf Migrant:innen und vermeintlich oder tatsächlich »Linke« zu lenken. Statt den politisch Herrschenden unterwirft sich die populistische Revolte dem System der Ungleichheit – in der Hoffnung, wenigstens ein paar Krümel mehr abzubekommen als die anderen.

Nie, auch nicht bei der sogenannten Querdenker-Bewegung, haben Rechte von sich aus gegen Ungleichheit demonstriert – das wäre in sich widersinnig. Sie ziehen nur gegen Einwanderung oder Eingriffe des Staates zu Felde, die Ungleichheit verringern sollen. Anstatt Sorgen etwa vor finanziellen Lasten der Ärmsten in der ökologischen Wende durch Umverteilung extremer Vermögen zu begegnen, fantasiert die Rechte über nationalistische Scheinlösungen. So fordert die AfD etwa den Dexit, den Austritt Deutschlands aus der Europäischen Union, und verdammt die EU als »Steuergrab« oder als Gefahr für deutsche Freiheiten. Dass nichts der Exportnation wirtschaftlich mehr schaden würde als ein Austritt aus der EU, spielt für die Inszenierung keine Rolle: Hauptsache die anderen sind schuld. Zudem nutzt die Rechte (einschließlich Thilo Sarrazin und anderer bürgerlicher Rassist:innen) seit jeher insbesondere rassistische Erzählungen, um Ungleichheiten als biologisch, natürlich oder kulturell unveränderlich zu erklären. Dieser Erzählung werden Klassenkonflikte und die Genderfrage nicht nur untergeordnet, vielmehr wird durch Rassismus und inszenierte Kulturkämpfe von anderen Ungleichheiten abgelenkt. Rund um den Globus funktioniert in Zeiten von Facebook, Twitter und Co. die Provokations- und Verschleierungstaktik rechter Trolle besonders effektiv, wenn sie nicht über Ungleichheit, aber viel über die Freiheit reden und schreiben. Ulf Poschardt, Chefredakteur von WeltN24, hat die Strategie von Trump und Co. übernommen: »Ich muss nur schreiben: ›Ich freue mich aufs Böllern!‹ Das dauert eine Sekunde, damit halte ich aber eine Kohorte von politisch korrekten Aktivisten, Medienleuten und den zugehörigen politischen und vorpolitischen Raum für 24 Stunden auf Trab. Das ist kulturkämpferisch ein großer Vorteil, wenn man diese Leute mit solchen Miniaktionen beschäftigen kann – und so Kräfte bindet.«[3] Es wäre viel gewonnen, wenn sich darauf konzentriert werden würde, in der realen Welt die noch Ambivalenten für Klimawandel, Ungleichheit und Diskriminierung zu sensibilisieren, anstatt im Netz kostbare Zeit mit ergebnislosen und polarisierenden Scheindebatten zu verschwenden und dabei die toxischen Erzählungen der Weidels, Maaßens und Co. weiterzuverbreiten.

Im Kapitalismus ist der Vorteil des einen meist der Nachteil von anderen, die unsichtbar bleiben. Diese Vor- und Nachteile verteilen sich innerhalb der Gesellschaften entlang der genannten Ungleichheitsdimensionen, im Globalen vor allem zwischen den Ländern des wohlhabenden Nordens und des peripheren Südens. Das Raster ist grob, denn auch zwischen und innerhalb der Länder des Nordens und Südens gibt es Unterschiede in Hinblick auf Ungleichheiten. Die Begriffe des globalen Nordens und Südens bezeichnen nicht nur die geografische Lage von Ländern, sondern die unterschiedliche Verteilung von Reichtum, Armut und industrieller Entwicklung. Das Prinzip, das der globalen Ungleichheit zugrunde liegt, beschreibt der Soziologie Stephan Lessenich in seinem Buch Neben uns die Sintflut. Er zeigt, dass wir im globalen Norden Reichtum auf Kosten des globalen Südens anhäufen. Wie wir die negativen Rückkopplungseffekte unseres Wirtschaftens in den globalen Süden auslagern (»externalisieren«), lässt sich auf das Konzept des Klimarassismus übertragen. Lessenich liefert in seinem Buch dabei nicht nur eine hervorragende Analyse der »Externalisierungsgesellschaften«, sondern gibt auch einen Werkzeugkasten an die Hand, mit dem wir die komplexen Beziehungen zwischen den globalen Ungleichheiten, ihren historischen Entstehungsbedingungen, aktuellen Reproduktionsmechanismen und die Einbettung der globalen Ungleichheitsstrukturen in unseren lebenspraktischen Alltag verstehen können.[4] Wir externalisieren die Kosten unseres Wirtschaftssystems und unseres Wohlstands in andere Länder, die dafür den Preis zahlen müssen. Die Kapitalismuskritikerin Naomi Klein ergänzt: »Solange die Reichen und Mächtigen weiter glauben, es gebe ein ›Draußen‹, das ihren Dreck aufnimmt, werden sie erbittert jene Business-as-usual-Maschine schützen, die den Rest von uns den Flammen überlässt.«[5]

Klimarassismus beschreibt in diesem Sinne auf struktureller Ebene die Externalisierung der ökologischen Kosten des industriellen Wohlstands des mehrheitlich weißen Westens auf Kosten mehrheitlich nicht weißer Regionen und Menschen. Darüber hinaus beschreibt Klimarassismus die ideologischen und strategischen Hintergründe der Antworten der Rechten auf die Folgen des Klimawandels und auf Forderungen nach Klimagerechtigkeit. Klimarassismus ist zugleich eine Struktur und ein Mechanismus, der diese Strukturen reproduziert und legitimiert. Dabei spielt es zunächst keine Rolle, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, ob wir es gutheißen oder uns dagegen verwehren. Klimarassismus prägt als globales Ungleichheitsprinzip unsere alltagspraktische Lebensrealität: Er ist Teil der Alltagspraxis, die jeden Einzelnen von uns mit diesen Strukturen verbindet. Die Folgen durch CO2-Emissionen und Umweltschäden bei der Rohstoffgewinnung bekommen vor allem die bereits ohnehin Benachteiligten zu spüren.

Die Möglichkeiten, sich diesen Strukturen zu entziehen, sind gering – und sie hängen unmittelbar davon ab, welche Ressourcen wir aufbringen können, diese weniger offenkundigen Zusammenhänge zu erkennen und anders zu handeln. All das, was wir als normal gelernt haben und wie wir im Alltag handeln, beschreibt der Begriff des Habitus.[6] Das soziologische Konzept hilft uns, zu verstehen, wie wir durch unser alltägliches Handeln mit globalen Strukturen verbunden sind – nicht weil wir alle Rassist:innen sind, nicht weil wir generell Böses im Schilde führen oder vollkommen gleichgültig gegenüber dem Leid der Welt sind, sondern weil wir uns im Alltag diesen Strukturen tatsächlich nur bedingt entziehen können. Menschen sind keine Rassist:innen, weil sie Verbrenner fahren oder mit Öl heizen. Aufgrund historischer Entwicklungen sind wir in rassistische Strukturen verstrickt. Angelehnt an Lessenich könnte gesagt werden: Wir handeln klimarassistisch, weil wir es können und weil wir es nicht anders können.[7]Anstatt uns nun in persönliches Schmollen, in Opferinszenierungen, grüne Selbstoptimierung oder moralische Überlegenheitsposen zurückzuziehen, sollten wir daran arbeiten, die Strukturen zu verändern, die diesen destruktiven Habitus hervorbringen. Ein Beitrag dazu ist es, die Mechanismen des Klimarassismus zu verstehen und zu durchbrechen.

Rechte Ideologien jeder Art rechtfertigen Ungleichheiten, die der Kapitalismus erzeugt hat. In diesem Buch machen wir zwei Strömungen aus, die klimarassistische Legitimationen verbreiten: zum einen die radikale Rechte, zum anderen unterschiedliche Strömungen des Neoliberalismus und Rechtslibertarismus. Erstere führen hauptsächlich konkrete rassistische Argumentationsmuster gegen den Klimaschutz ins Feld, während im Neoliberalismus eher klassistisch argumentiert wird. Diese Argumentationsmuster erfüllen nicht nur für diejenigen eine wichtige Funktion, die sich diese Überzeugung zu eigen machen; sie haben auch eine wichtige systemische Funktion, indem sie die Struktur der Ungleichheit ideologisch begründen und zu ihrem Fortbestand beitragen. Auf den ersten Blick könnten die beiden Richtungen kaum unterschiedlicher sein: Die radikale Rechte fordert den nationalen Kollektivismus, überhöht also die Gemeinschaft. Der Neoliberalismus und insbesondere der Rechtslibertarismus fordern hingegen den maximalen Individualismus. Wie wir im weiteren Verlauf sehen werden, argumentieren beide Ideologien trotz fundamentaler Unterschiede an vielen Stellen ähnlich. Dies hat dazu geführt, dass sich Teile beider Bewegungen zu einem rechtsautoritären Neoliberalismus bzw. zum neoliberalen Rechtsautoritarismus verbunden haben. Das wohl offensichtlichste Resultat dieser neoliberal-rechtsautoritären Hochzeit ist der Trumpismus, der sich in unterschiedlichen Formen weltweit als erfolgreiche politische Bewegung der radikalen Rechten etabliert hat.

Neben neuen Allianzen entstanden auch neue Bruchlinien. Auf der Seite der radikalen Rechten setzte sich ein Teil des völkisch-faschistischen Lagers ab: »Am Liberalismus gehen die Völker zugrunde«, schrieb in den 1920er-Jahren Arthur Moeller van den Bruck, ein Vertreter der faschistischen sogenannten Konservativen Revolution. Auf ihn bezieht sich die Neue Rechte heute noch gern. Für sie sind Bündnisse mit »Moderaten« allenfalls Zweckbündnisse für eigene Machtgewinne. Gleichzeitig positionieren sich auch Anhänger:innen des fortschrittlichen Neoliberalismus scharf gegen rechts außen. Doch ob die Abgrenzung nach rechts konsequent und geschlossen ist, beweist sich erst an konkreter Politik. Wie stark es im liberalen Spektrum bröckelt, zeigte sich 2020, als sich der FDP-Mann Thomas Kemmerich in Thüringen mit den Stimmen der rechtsradikalen AfD um Björn Höcke zum Ministerpräsidenten wählen ließ.

Die Antworten auf den Klimawandel sind zumindest auf den ersten Blick unterschiedlich, bisweilen sogar gegenläufig. Im rechtsautoritären Neoliberalismus wird Verschwörungsideologie und Leugnung zum zentralen Bestandteil des Kampfes der »einfachen Leute« gegen die »korrupten Eliten« stilisiert. Diese rechtspopulistische Deutung ist hierzulande am stärksten verbreitet und daher Schwerpunkt dieses Buchs. Im völkischen Flügel der radikalen Rechten wird der Umweltschutz, in Teilen gar der Ökofaschismus, gegen die liberale, »verkommene« westliche Welt in Stellung gebracht. Und im mittlerweile dominanten grünen Neoliberalismus werden technische und marktbasierte Krisenlösungsansätze entwickelt, die den nationalen Vorsprung sichern sollen. Am Ende des Buches werden wir diese Zukunftsszenarien ausführlich diskutieren. Zunächst werfen wir ein Schlaglicht auf das Klima, das für das Leben immer feindlicher wird, und beleuchten die Ursachen und Gefahren der ökologischen Krise.

2 Das Klima wird feindlicher

Unzählige Studien renommierter Wissenschaftler:innen haben die Ursachen und Folgen des menschengemachten Klimawandels über Jahrzehnte dokumentiert. Der Gegenwind war heftig: Für ihre Erkenntnisse und Schlussfolgerungen wurden sie attackiert, ins Lächerliche gezogen, und es wurde versucht, ihre Glaubwürdigkeit zu zerstören. Die Klimaforscher:innen mussten sich gegenüber anderen Wissenschaftler:innen und Politiker:innen Gehör verschaffen und lange Diskussionen führen. Vor allem aber mussten sie lernen, sich mit aufrüttelnden Apellen direkt in die gesellschaftliche Öffentlichkeit zu begeben. Dafür wurde ihnen Übertreibung, Skandalisierung und »unwissenschaftlicher« Aktivismus vorgeworfen – oder aber höflicher Beifall für ihre Warnungen gezollt. Bereits 1978 warnte Hoimar von Ditfurth, der bekannte Physiker und Miterfinder der modernen populärwissenschaftlichen TV-Formate im ZDF: »So jedenfalls, das dürfte klar geworden sein, darf es nicht weitergehen. Sonst würden uns spätestens unsere Enkel mit vollem Recht verfluchen.«[8] Doch auch über vier Jahrzehnte später sind drastische Worte nötig, um auf die Klimakatastrophe aufmerksam zu machen, beispielsweise schreiben Harald Lesch und Klaus Kamphausen von der »Abschaffung« und Hans Joachim Schellnhuber von der »Selbstverbrennung« der Menschheit.[9] Immerhin scheinen das unablässige Warnen und die drastischen Worte nicht umsonst gewesen zu sein. Zumindest kann heutzutage und hierzulande kein Mensch mehr ernsthaft behaupten, nichts über die Gefahren des Klimawandels zu wissen oder wissen zu können. Viele aus der Generation der Enkel:innen und Urenkel:innen, die Hoimar von Ditfurth 1978 erwähnte, engagieren sich heute in der Klimagerechtigkeitsbewegung und erhöhen lautstark den Druck auf die Politik.

Wir, die Autoren dieses Buches, sind keine Klimaforscher, sondern Soziologen und maßen uns nicht an, die Komplexität des Problems vollständig zu durchdringen – obwohl wir uns intensiv damit beschäftigt haben. Doch unser Vertrauen in den transparenten wissenschaftlichen Prozess und in die Arbeit der vielen weltweit angesehenen Forschungseinrichtungen ist groß. Unser Respekt für sie ist während der Recherchen für dieses Buch noch gewachsen. Denn die abstrusen Behauptungen und dreisten Anfeindungen der klimaskeptischen und klimaleugnenden Antiökolog:innen stehen im schroffen Gegensatz zum breiten wissenschaftlichen Konsens über die Existenz und Folgen des menschengemachten Klimawandels. Zehntausende unabhängige Wissenschaftler:innen, die Besten ihrer Fächer, arbeiten weltweit an Prognosen, Modellen und konkreten Wegen, um den Folgen des Klimawandels beizukommen.

Fakten zählen mehr als Meinungen

Renommierte Institutionen haben die zentralen und wissenschaftlich unumstrittenen Fakten über die Entwicklung des Klimas allgemein verständlich aufbereitet.[10] Für die fünf wichtigsten Informationen über den Klimawandel reichen 20 Wörter:

»Er ist real.

Wir sind die Ursache.

Er ist gefährlich.

Die Fachleute sind sich einig.

Wir können noch etwas tun.«

Die Fachleute schreiben: »Seit Beginn der Industrialisierung am Ende des 18. Jahrhunderts, also seit mehr als 200 Jahren, nimmt die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre stark zu. Bei Kohlendioxid ist die Ursache hauptsächlich das Verbrennen kohlenstoffhaltiger Energieträger, die im Laufe der Erdgeschichte entstanden sind (›fossile Energieträger‹) – vor allem Kohle, Erdöl und Erdgas. Bei Methan zählen zu den Hauptquellen die intensive Landwirtschaft (insbesondere die Nutztierhaltung) und die Nutzung fossiler Energieträger […] Lachgas wird vor allem in der Landwirtschaft zusätzlich freigesetzt.«[11] Zugleich setzen Bodenveränderungen, die Vernichtung großer Waldflächen und das Austrocknen von Mooren weitere Treibhausgase frei und verringern die natürlichen Möglichkeiten, Kohlendioxid zu binden. Im Jahr 2020 wurde ein Anstieg der Kohlendioxidkonzentration auf der Nordhalbkugel um fast 50 Prozent gegenüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung gemessen: »Die CO2-Konzentration liegt damit viel höher als jemals in den zurückliegenden 800 000 – wahrscheinlich sogar drei Millionen Jahren.«[12] Kohlenstoffdioxid, also CO2, ist wesentlich für den Treibhauseffekt und damit die Erderwärmung verantwortlich.

Die Verstärkung des Treibhauseffektes durch den Menschen führt dazu, dass im Klimasystem ein Energieüberschuss herrscht. Der wirkt sich vor allem auf die Ozeane aus: Etwa 93 Prozent der Überschussenergie reichert sich in den Weltmeeren an; deren Temperatur steigt, während die Temperatur in der Atmosphäre schwankt. Beispiellos ist im historischen Vergleich der letzten 2000 Jahre der Anstieg der globalen Mitteltemperatur in den vergangenen 200 Jahren und insbesondere den letzten 30 Jahren. Die Wissenschaft ist sich einig: »Die vielfältigen Forschungen haben natürliche Ursachen für den aktuellen, sehr steilen Temperaturanstieg seit Beginn der Industrialisierung ausgeschlossen. Er ist nur durch die menschengemachte Verstärkung des Treibhauseffekts erklärbar.«[13]

Neu sind die Erkenntnisse nicht. Der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change; IPCC) hat den derzeit gemessenen Temperaturanstieg bereits vor über 30 Jahren vorhergesagt – ebenso wie die Gletscherschmelze, den Anstieg des Meeresspiegels und die Zunahme von Dürren.[14] Klimamodelle, so erschreckend ihre Vorhersagen sind, haben sich immer wieder als zutreffend erwiesen. Dass sie trotzdem keinen angemessenen Ausdruck im Handeln von Politik und Wirtschaft finden, geht auch auf den Druck unterschiedlicher Interessen und Netzwerke zurück.

Fast überall auf der Erde ist die Erhitzung durch menschengemachte Einflüsse messbar und hat bereits historische Ausmaße erreicht: »Die Luft an der Erdoberfläche hat sich gegenüber der vorindustriellen Zeit im globalen Mittel bereits um über ein Grad erwärmt. Ein solches Temperaturniveau gab es laut den verfügbaren paläoklimatischen Daten noch nie während der vergangenen 2000 Jahre und sehr wahrscheinlich auch […] noch nie im Laufe der Geschichte des modernen Menschen.«[15] In Deutschland fällt die gemessene Erwärmung den Daten des Deutschen Wetterdienstes folgend bereits heute stark aus: Demnach war das zurückliegende Jahrzehnt (2011 bis 2020) rund zwei Grad wärmer als die ersten Jahrzehnte der Aufzeichnungen (1881 bis 1910). Auch die Geschwindigkeit, mit der die Temperatur ansteigt, nimmt deutlich zu.[16] Kein Wunder, schließlich hat sich die Industrialisierung massiv ausgebreitet, und entsprechend hat der Ausstoß klimaschädlicher Emissionen stark zugenommen. Damit verbundene Folgen sind bereits jetzt auch hierzulande mehr extreme Hitzetage pro Jahr und weniger sogenannte Eistage mit Temperaturen unter null Grad.

Für das globale Klimasystem gehört das massive Abschmelzen des arktischen Meereises zu den Folgen der Erderwärmung. Dadurch steigen die Meeresspiegel – rund 3,6 Millimeter pro Jahr seit 2006.[17] Bereits heute sind 110 Millionen Menschen weltweit durch den Meeresanstieg bedroht. In den nächsten Jahrzehnten werden durch den fortschreitenden Klimawandel noch viele Millionen dazukommen.[18] Am Ende des Jahrhunderts könnten bis zu 630 Millionen Menschen in Küstenregionen leben, die im Durchschnitt einmal pro Jahr von Hochwasser betroffen sind. Vor allem asiatische Staaten wie China, Bangladesch, Indien, Vietnam, Indonesien, Thailand und die Philippinen sind durch den Anstieg bedroht. Hierzulande wären die Nordseeküsten, Bremen, Hamburg sowie Teile von Schleswig-Holstein und Niedersachsen betroffen – ebenso wie andere Küstenregionen Europas.