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Klotz erlebt die Welt und den Alltag mit einem schrägen, merkwürdigen und eigenwilligen Blick darauf. Eine Diagnose zu stellen fällt schwer, denn er passt in keinen Rahmen, erfüllt aber alle Klischees. Er ist allenfalls etwas besonders und gleichzeitig aber auch ein liebenswerter Zeitgenosse, der uns gerne den lachenden Spiegel vor die Nase hält. Bisher gibt es: Klotz und die Frauen Klotz und die Kunst Klotz und das Leben Klotz und der Spunk
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Seitenzahl: 13
Veröffentlichungsjahr: 2023
Es begab sich aber zu der Zeit, dass Klotz sich gut in seinem kleinen Häuschen eingerichtet hatte. Es wäre vermessen zu sagen, er habe sich verschanzt, denn er schaute gerne und regelmäßig aus dem Küchenfenster, um das bunte Treiben seiner Nachbarn zu beobachten und sich Notizen zu machen. Bald wusste er über ihr Leben fast besser Bescheid als sie selbst. Er kannte ihren gesamten Tagesablauf, wann sie die Wäsche wuschen, einkauften, fremd gingen oder in Abhängigkeit vom Wetter und der Außentemperatur den Rasen mähten. Für jede Aktivität vergab er eine ausgeklügelte Punktzahl und mit Hilfe eines eigens dafür erstellten Algorithmus konnte er nicht nur ihre Routinen sicher vorhersagen, sondern auch bei den Ausnahmen hatte er inzwischen eine Trefferquote von über 85%.
Umso mehr überraschte es ihn, als eines Morgens der Kauz von Gegenüber an seiner Haustür klingelte. Eigentlich wähnte Klotz ihn zu dieser Uhrzeit im Baumarkt, um sich neues Werkzeug aus dem Prospekt zu kaufen und das alte von letzter Woche umzutauschen.
Klotz, der im Laufe der Jahre kaum noch gesprochen hat, lugte durch den Spion, fädelte dann die Sicherheitskette in die Stahlschiene und öffnete die Tür einen Spalt breit. Wortlos guckte er seinen Nachbarn an.
»Der Weihnachtsmann ist weg«, sagte dieser knapp und schaute unsicher zu Boden.
»Wie weg?«
»Ja weg eben! Verschwunden!«
»Und seine schwarzen Stiefel?«
»Die auch!«
