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Der Wind war anders hier. Kälter. Leiser. Er trug keine Geräusche mehr, keine Vögel, kein Leben – nur das Flüstern des Schnees, der über den Boden zog wie grauer Staub. Keller und Lukas stapften durch die Ebene, die man früher das Heilige Tal nannte. Jetzt war sie nur noch ein Schatten dieser Bezeichnung – verbrannt, versteinert, tot. Hinter ihnen lag Altdorf, still, als hätte es nie existiert. Vor ihnen ragte Elenmoor aus der Erde wie ein schwarzer Zahn. "Das sieht nicht aus wie ein Kloster", sagte Lukas. "Weil es keins mehr ist." Keller blieb stehen. In der Ferne erhob sich ein Bauwerk, das halb Festung, halb Kathedrale war. Türme, geborsten, Dächer, eingestürzt. Doch aus einem der Fenster glomm Licht – kalt und unbeweglich. "Wer lebt da?" Keller antwortete nicht. Er spürte es: Dieses Licht war kein Zeichen von Leben. Es war ein Ruf. Je näher sie kamen, desto schwerer wurde die Luft. Lukas atmete stoßweise. "Das riecht nach… Eisen." "Blut", sagte Keller. "Alteres Blut." Vor ihnen begann der Pfad – gepflastert mit geborstenen Grabplatten. Jede trug ein Symbol. Ein Kreuz. Ein Ring. Und drei Punkte – in einem Kreis. "Die Siegel der Wächter", murmelte Keller. "Die, die das Gleichgewicht halten?" "Nicht mehr", antwortete Keller. "Irgendjemand hat das Gleichgewicht längst zerbrochen."
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Seitenzahl: 44
Veröffentlichungsjahr: 2025
Kapitelübersicht – Kommissar
Keller:
Der Schwarze Reiter
Ein Mystery-Horrorroman von
Reinhard Meimbresse
Kapitel 1 – Der Nebel von Altdorf
Keller erreicht das verlassene Dorf Altdorf, das von einem dichten, unnatürlichen Nebel verschlungen wird. Zum ersten Mal begegnet er dem Schwarzen Reiter – einem Wesen aus Rauch und Flammen, das seinen Namen kennt. Ein Kreuz aus schwarzem Metall bleibt zurück.
Kapitel 2 – Das schwarze Kreuz
Keller untersucht das mysteriöse Amulett. Der Dorfpfarrer erkennt es als Zeichen eines uralten Fluchs. In der Nacht erscheint der Reiter erneut,
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deutet in den Wald – und verschwindet. Keller findet ein Wappen, das ihm seltsam vertraut vorkommt.
Kapitel 3 – Das alte Pfarrhaus
Im verfallenen Pfarrhaus entdeckt Keller alte Schriften, die vom Ritter Henrik von Tarnow erzählen, einem Mann, der einst den „Schwur der Schatten“ sprach. Keller sieht Visionen seiner selbst in alter Zeit – und spürt, dass seine Verbindung zum Reiter tiefer reicht, als er versteht.
Kapitel 4 – Der Fluch des Henriks von Tarnow
Keller findet in den Kirchenchroniken Beweise für einen uralten Schwur: Ein Ritter versuchte, den Tod seiner Frau zu überwinden – und wurde dafür verdammt, als Schatten über das Land zu reiten. In der Grabstätte der Tarnows entdeckt
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Keller den Ring des Reiters – und seine eigenen Initialen darin.
Kapitel 5 – Die Nacht im Moor
Keller trifft zum ersten Mal Lukas Berendt, einen jungen Mann, der dem Reiter ebenfalls begegnet ist. Gemeinsam stellen sie sich dem Geist im Moor. Der Reiter greift an, doch Keller kann ihn mit seinem Kreuz zurückdrängen. Zum ersten Mal wird klar: Zwei Seelen sind in einem alten Bund gefangen.
Kapitel 6 – Das Licht im Turm
Lukas zeigt Keller eine uralte Lampe, die er von seinem Großvater geerbt hat – ein Erbstück aus Elenmoor. Im alten Wachturm entdecken sie Hinweise auf ein uraltes Ritual und finden dort ein Artefakt: eine Peitsche aus geweihtem Silber – die Lichtzunge.
Keller erkennt, dass sie mit seinem Kreuz verbunden ist.
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Kapitel 7 – Das Grab des Reiters
In den Ruinen des Tarnow-Guts finden Keller und Lukas das Grab des Reiters. Als sie es öffnen, bricht der Fluch erneut hervor – der Schwarze Reiter erhebt sich in ganzer Gestalt. Mit der Lichtzunge gelingt es Keller, ihn zurückzudrängen, aber die Verbindung zwischen ihnen wird stärker.
Kapitel 8 – Der letzte Ritt
Ein Sturm zieht auf, das Moor bebt, der Reiter kehrt zurück. Keller kämpft mit der Wahrheit: Der Feind ist Teil seiner eigenen Vergangenheit. Er und Lukas stellen sich ihm im Donner und Feuer. Die Peitsche brennt wie Licht – der Reiter flieht, aber nicht besiegt, sondern lockend.
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Kapitel 9 – Das Ritual des Nebels
Keller und Lukas folgen dem Ruf in den Turm von Altdorf. Der Reiter offenbart die Wahrheit: Er ist Keller selbst, in einer anderen Zeit. Das Ritualband aus Blut verbindet sie beide. Keller widersteht dem Ruf der Dunkelheit – noch.
Kapitel 10 – Das Blut des Schwurs
Im brennenden Turm entlädt sich der uralte Schwur. Keller erkennt, dass er und der Reiter zwei Teile derselben Seele sind, getrennt durch Schuld.
Er benutzt die Lichtzunge, um den Reiter zu bannen – und überlebt, schwer verletzt. Doch das Kreuz trägt nun beide Zeichen: Licht und Schatten.
Kapitel 11 – Der Schwur von Elenmoor
Nach dem Sturm kehrt Ruhe über Altdorf ein. Keller und Lukas entdecken Spuren, die auf das Kloster Elenmoor führen – den Ursprung aller
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Flüche.
Keller begreift, dass sein Blut Teil eines uralten Wächterbundes ist. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg in den Nebel, wo das Herz des Fluchs schlägt.
Epilog / Übergang:
In der Ferne erhebt sich Elenmoor – eine Festung zwischen Leben und Tod.
Ein neues Licht brennt im Turm, das kein Mensch entzündet hat.
Keller sagt leise: „Das war kein Ende, Lukas. Das war der Anfang.“
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Titel: Kommissar Keller – Der Geisterjäger:
Der schwarze Reiter
Autor: Reinhard Meimbresse
Genre: Mystery / Krimi / Übernatürlich
Erstauflage: 2025
Sprache: Deutsch
Covergestaltung: Reinhard Meimbresse Satz und Layout: Reinhard Meimbresse
Herstellung: epubli – ein Service der neopubli GmbH,
Köpenicker Straße 154a, 10997 Berlin Kontaktadresse nach EU
Produktsicherheitsordnung:
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© 2025 Reinhard Meimbresse
Alle Rechte vorbehalten.
Dieses Buch ist ein Werk der Fiktion. Namen,
Personen und Ereignisse sind frei erfunden oder
werden in fiktivem Zusammenhang verwendet.
Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder verstorbenen
Personen ist rein zufällig.
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Kommissar Keller:
Der Schwarze Reiter
Kapitel 1 – Der Nebel von
Altdorf
Es war kurz nach Mitternacht, als Kommissar Keller den Motor seines Wagens abstellte. Die Scheinwerfer schnitten ein letztes Mal durch den dichten Nebel, bevor sie erloschen. Es blieb still. So still, dass selbst der Regen zu lauschen schien.
Er stieg aus, zog den Kragen seiner Lederjacke hoch und lauschte. Kein Vogel, kein Hund, kein menschliches Geräusch. Nur der Nebel, der sich wie eine lebendige Haut um die alten Bäume legte.
Altdorf. Ein Name, der kaum noch auf einer Karte zu finden war. Und doch hatte ihn die Nachricht aus diesem vergessenen Ort erreicht – eine Reihe unerklärlicher Todesfälle, Menschen,
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die einfach „verschwunden“ waren. Niemand aus dem Dorf verließ mehr nach Sonnenuntergang das Haus. Und wer es doch tat, kam entweder verstört zurück … oder gar nicht.
Keller griff nach seiner Pistole. Das Metall fühlte sich kalt an, fast zu kalt. Er überprüfte das Magazin – die Silberkugeln lagen blank und schwer in der Trommel. Seine einzige wirkliche Sicherheit.
Langsam setzte er einen Fuß vor den anderen, Schritt für Schritt in Richtung des alten Dorfplatzes. Überall lag Nebel. Dick, grau, fast greifbar. Und dann – ein Geräusch. Dumpf, rhythmisch, irgendwo aus der Ferne.
Hufschläge.
