Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Das Kloster schweigt nicht mehr. Ein uralter Ruf lockt Kommissar Keller und seinen Gefährten Lukas in die Nebel von Ellenmoor – zu einem Ort, den selbst die Zeit vergessen wollte. Doch unter dem alten Gemäuer schläft etwas, das nie hätte erwachen dürfen. Als die Glocke des Klosters von allein zu läuten beginnt, öffnet sich ein Tor zwischen Leben und Tod. Keller stößt auf ein Relikt aus Licht und Schatten, während Lukas einem Kind begegnet, das älter ist als das Kloster selbst. Und dann erscheint er – der Weiße Tod. Eis breitet sich aus, Stimmen flüstern aus dem Nebel, und Keller begreift: Diesmal geht es nicht um einen Dämon. Es geht um die Seele von Ellenmoor selbst.
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 60
Veröffentlichungsjahr: 2025
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Kommissar Keller – Der Geisterjäger
Das Kloster von Ellenmoor
Ein Roman von Reinhard Meimbresse
Titel:
Kommissar Keller – Das Kloster von
Ellenmoor
Autor: Reinhard Meimbresse
Genre: Mystery / Krimi / Übernatürlich
Erstauflage: 2025
Sprache: Deutsch
Covergestaltung: Reinhard Meimbresse Satz und Layout: Reinhard Meimbresse
Herstellung: epubli – ein Service der neopubli GmbH,
Köpenicker Straße 154a, 10997 BerlinKontaktadresse nach EU
Produktsicherheitsordnung:
2
1
© 2025 Reinhard Meimbresse
Alle Rechte vorbehalten.
Dieses Buch ist ein Werk der Fiktion.
Namen, Personen und Ereignisse sind frei
erfunden oder werden in fiktivem
Zusammenhang verwendet.
Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder
verstorbenen Personen ist rein zufällig.
2
Kommissar Keller – Der Geisterjäger:
Das Kloster von Ellenmoor
von Reinhard Meimbresse
Kapitel 1 – Rückkehr nach Ellenmoor
Keller kehrt an den Ort zurück, an dem alles begann. Doch das Kloster, das einst verlassen war, flüstert wieder – und ruft ihn.
Kapitel 2 – Der Turm der Glocke Im Turm des Klosters ertönt ein Läuten aus dem Nichts. Keller und Lukas betreten das Gemäuer – und die Schatten beginnen, sich zu bewegen.
Kapitel 3 – Die Gruft unter der Glocke
Ein Sturz öffnet den Weg in die Tiefe. Keller entdeckt den offenen Sarkophag des Abts und ruft etwas Dunkles aus dem Schlaf.
3
Kapitel 4 – Der Sturz in die Tiefe Allein in der Dunkelheit findet Keller das Relikt des Abts – ein gebrochener Stab, der das Gleichgewicht zwischen Leben und Tod beeinflusst.
Kapitel 5 – Lukas’ Suche
Während Keller verschwunden ist, wagt Lukas sich in die Unterwelt des Klosters. Dort trifft er auf einen geheimnisvollen Jungen und die Wahrheit über das „Tor“.
Kapitel 6 – Die Lunge des Klosters
Keller und Lukas kämpfen getrennt gegen dieselbe Macht. Der Abt erscheint in seiner wahren Form, während das Herz des Klosters seinen letzten Atemzug tut.
Kapitel 7 – Das zweite Tor
Das Kloster stürzt ein – doch im Nebel des Moors öffnet sich ein neues Tor. Etwas Altes
4
erwacht, und Keller spürt, dass sein Kampf gerade erst beginnt.
Kapitel 8 – Der Nebel über Ellenmoor Ein lebendiger Nebel breitet sich über das Land aus. Keller verschwindet jenseits des Tores – und kehrt verändert zurück.
Kapitel 9 – Jenseits des Tores Keller steht zwischen den Welten und begegnet der wahren Stimme des Tores. Doch mit seiner Rückkehr bringt er etwas mit – den Atem des Fremden.
Kapitel 10 – Das Erwachen von Ellenmoor Im verlassenen Dorf begegnen Keller und Lukas dem Weißen Tod – einer Macht aus Kälte, Erinnerung und Schweigen. Das zweite Tor fordert seinen Preis.
Kapitel 11 – Der Pfad des Eises
Der letzte Kampf führt sie in das gefrorene Herz des Moors. Der Weiße Tod wird gebannt
5
– doch das dritte Tor schläft weiter, und sein Traum hat bereits begonnen.
6
Kapitel 1 – Der Ruf aus dem Nebel
Der Wind kam in langen, unruhigen Böen über das Moor. Er trug den Geruch von kaltem Wasser, faulendem Laub und etwas, das wie Asche schmeckte. Kommissar Keller zog den Kragen seines Mantels hoch und stemmte sich gegen die Kälte. Die Nacht war dicht wie Tinte, nur der Nebel schimmerte milchig über dem Boden.
In der Ferne läutete eine Glocke – dumpf, einsam, drei langsame Schläge.
„Drei Uhr früh,“ sagte Lukas hinter ihm, leise, als wolle er die Dunkelheit nicht aufwecken. „Das ist… nicht normal, oder?“
„Nein,“ antwortete Keller ruhig, ohne sich umzudrehen. „Und genau deswegen sind wir hier.“
Sie folgten dem alten, mit Steinen gesäumten Pfad. Jedes Mal, wenn Lukas mit dem Stiefel auftrat, sog der Boden gierig das Wasser unter seinen Sohlen hervor. Über ihnen hing der
7
Mond, halb verhüllt von Nebel, ein fahles Auge, das sie zu beobachten schien.
„Ich versteh nicht, warum niemand aus dem Dorf mit uns kommen wollte,“ murmelte Lukas nach einer Weile.
Keller lächelte schmal. „Weil die Leute hier etwas wissen, was man in der Stadt vergessen hat. Dass es Orte gibt, die man in der Nacht besser meidet.“
Ein leises Rascheln ließ beide stehenbleiben. Irgendwo zwischen den Birken huschte etwas davon – zu schnell, um es genau zu erkennen. Lukas spannte sich an.
„Ein Tier?“
Keller schüttelte den Kopf. „Vielleicht. Vielleicht auch nicht.“
Dann sahen sie es: das Kloster von Ellenmoor.
Wie ein schwarzer Zahn ragte es aus der Nebelwand. Türme, deren Spitzen im Grau verschwanden, Mauern, halb zerfallen, von Efeu überwuchert. Kein Licht, kein Laut –
8
nur das Heulen des Windes, das durch die offenen Fenster fuhr und wie ein fernes Stöhnen klang.
„Da soll jemand wohnen?“ fragte Lukas. „Nicht wohnen,“ sagte Keller. „Aber etwas hält sich dort auf.“
Sie gingen weiter, über die alte Brücke, die zum Haupttor führte. Unter ihnen gluckste das Wasser, träge und schwarz. An der Torpforte hing ein rostiges Schild, auf dem kaum noch zu lesen war: Sanctum Aeternum – Betretung verboten.
„Das Verbot gilt wohl nicht mehr,“ murmelte Lukas.
„Für die Lebenden nicht,“ erwiderte Keller.
Mit einem Knarren, das durch den ganzen Hof hallte, drückte Keller das Tor auf. Dahinter roch es nach feuchtem Stein, Moder und etwas Süßlichem – wie Wachs und Blut zugleich. In der Ferne flackerte Licht, als würde jemand eine Kerze tragen.
9
„Da! Siehst du das?“
Lukas zeigte in die Dunkelheit. Keller nickte. „Ich seh’s. Bleib dicht bei mir.“
Sie traten in den Kreuzgang. Der Nebel folgte ihnen hinein, als wäre er lebendig. Wasser tropfte von den Gewölben, und auf dem Boden lag eine aufgeschlagene Bibel, deren Seiten im Wind flatterten.
„Jemand war hier,“ flüsterte Lukas. „Oder ist es noch,“ sagte Keller. Er zog das Kreuz aus der Manteltasche. Das Metall fühlte sich warm an – zu warm.
Ein kaltes Raunen fuhr durch die Gänge. Worte, kaum verständlich, alt, brüchig, doch eindeutig menschlich:
„Keller…“
Lukas schluckte hart. „Hast du das gehört?“ „Ja.“ Keller ging ein paar Schritte weiter, bis er vor dem Altarraum stand. Das Licht kam von dort. Eine einzelne Kerze brannte, mitten
10
auf dem Altar. Davor – im Staub – standen frische Fußabdrücke.
„Die sind nicht älter als ein paar Stunden,“ murmelte Lukas.
Keller kniete sich hin. Die Spuren waren schmal, barfuß, und endeten abrupt mitten im Raum.
„Sie enden hier,“ sagte er leise. „Und trotzdem… sieh dich um. Es riecht nach Wachs, aber keine zweite Kerze brennt.“
Da begann die Glocke erneut zu läuten. Diesmal so laut, dass Staub von der Decke rieselte.
„Das kommt aus dem Turm!“ rief Lukas. Keller erhob sich. „Nein. Es kommt von überall.“
Plötzlich wurde die Luft schwer. Die Kerze auf dem Altar flackerte, verlöschte – und für einen Herzschlag lang war absolute Stille. Dann hörten sie es: ein Flüstern, direkt hinter ihnen.
11
„Willkommen zurück…
Kommissar Keller…“
Lukas fuhr herum, aber niemand stand dort. Nur Nebel, der sich bewegte, als hätte er eine eigene Gestalt.
Keller trat vor, das Kreuz erhoben. Sein Atem dampfte in der Kälte.
„Zeig dich,“ sagte er ruhig. „Im Namen des Lichts.“
Aus dem Nebel löste sich eine Gestalt – nicht klar, nicht fest, eher wie Rauch, der zu einem Gesicht wurde. Alte Züge, eine Kapuze, leere Augen. Ein Mönch.
„Du bist zu spät,“ hauchte die Erscheinung. „Das Tor ist offen…“
Dann war sie verschwunden.
Lukas stand reglos, die Hände zitternd. „Was… was hat er gemeint?“
Keller senkte langsam das Kreuz. „Dass wir nicht allein sind. Und dass hier etwas erwacht ist, das besser geschlafen hätte.“
12
Draußen heulte der Wind erneut – diesmal wie ein Schrei.
13
Kapitel 2 – Die Glocke von Sanctum
Aeternum
