Körpersprache - Lüge, Verrat, Macht - Horst Hanisch - E-Book

Körpersprache - Lüge, Verrat, Macht E-Book

Horst Hanisch

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Beschreibung

"Dein Gesicht spricht Bände ..." Sie schauen einem Kleinkind in die Augen und stellen sich folgende Frage: "Können diese Augen lügen?" Sie werden sehr wahrscheinlich 'Nein' sagen - die Augen des Kindes blicken offen und unbedarft auf das Geschehen. Erst mit zunehmendem Alter wird es dem Kind möglich sein, lügen zu können. Lügen dann die Augen? Die gesprochene Sprache wird von der nichtgesprochenen unterstützt - und zwar dominierend unterstützt. Die nonverbale Sprache begleitet die verbale - und umgekehrt. Stimmen verbale und nonverbale Aussage überein, wird von einer kongruenten (übereinstimmenden) Aussage gesprochen. Nicht umsonst heißt es, 'mit Händen und Füßen' sprechen. Nach diversen Untersuchungen darf davon ausgegangen werden, dass die nicht gesprochene Kommunikation, hier die Körpersprache, deutlich aussagekräftiger ist als gesprochene Worte. In der Regel lügt sie nicht - es sei denn, sie wird bewusst anders eingesetzt. Wer die Körpersprache gut verstehen, also 'lesen' kann, hat dem anderen gegenüber einen deutlichen Vorteil. Er kann mehr/besser 'verstehen'. Wer die eigene Körpersprache überlegt einsetzt, kann empathischer in Gesprächen vorgehen. Er kann das Gegenüber 'lenken'. Deshalb liegt in diesem Buch der Schwerpunkt auf der Körpersprache. Dabei werden verschiedene berufliche und gesellschaftliche Szenarien gewählt, um unterschiedliche Erkenntnisse aus der eingesetzten (Körper-)Sprache zu erhalten. Begleitet wird der Text durch gezeichnete Figuren, um manche Körperhaltung besser nachvollziehen zu können. Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt der nicht gesprochenen Kommunikation. Sie können die Wahrheit erkennen und die Lüge entlarven. Ihre Macht über die Deutung der verräterischen Körpersprache steigt.

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Verräterische Körpersprache?

Unsere Gesichter sind Masken, die uns die Natur verlieh,

damit wir unseren Charakter dahinter verbergen.

Oscar Wilde (Oscar Fingal O’Flahertie Wills Wilde), ir. Schriftsteller

(1854 - 1900)

Können diese Augen lügen?

Sie schauen einem Kleinkind in die Augen und stellen sich folgende Frage: „Können diese Augen lügen?“ Sie werden sehr wahrscheinlich ‚Nein‘ sagen – die Augen des Kindes blicken offen und unbedarft auf das Geschehen.

Erst mit zunehmendem Alter wird es dem Kind möglich sein, lügen zu können. Lügen dann die Augen? Es ist eher die Augenstellung die verrät, wie jemand denkt. Daraus lässt sich folgern, ob jemand die Wahrheit sagt oder etwas ‚ins bessere Licht‘ stellt.

Sie kennen bestimmt weitere Redewendungen wie: „Ich kann es dir an der Nasenspitze ansehen.“ „Dein Gesicht spricht Bände.“ „Du solltest es mit einem lachenden und einem weinenden Auge betrachten.“ „Du hast es faustdick hinter den Ohren.“

Das sind aussagekräftige Behauptungen. Ist es tatsächlich so, dass jemand aufgrund seiner Körpersprache entlarvt und überführt werden kann? Damit besäße der Wissende eine ungeheure Macht.

Lügt die Körpersprache? Nein, der Mensch lügt. Oder, um es nicht ganz so brutal auszudrücken, er beugt die Wahrheit in seinem Sinn, er trickst und er manipuliert.

Einem geschulten Beobachter ist es möglich, recht gut die Stimmung des Gesprächspartners zu erfassen. Geht es diesem gut, fühlt er sich unsicher oder gar bedrängt?

Manche sagen, die Augen seien der Spiegel der Seele. Demnach ist es besonders wichtig, im kommunikativen Austausch die Augenhaltung und die Blickrichtung des Gesprächspartners ‚im Auge zu behalten‘.

Tatsächlich sind es nicht nur die Augen, die einen tieferen Einblick in die aktuelle Gefühlswelt des anderen geben. Was macht der andere mit seinen Händen, wie bewegt er die Arme, wie ist die Stellung der Beine? „Da kriegst du wohl weiche Knie?“

Nicht umsonst wird von der Sprache des Körpers gesprochen, der Körpersprache. Der Körper spricht mit seinem Gegenüber.

Jahrelanges Erlernen einer Sprache

Das gesprochene Wort und dessen Benutzung müssen über Jahre erlernt werden.

Dann kann es sinnvoll und aussagekräftig eingesetzt werden. Wird die Kunst des Sprechens – die Rhetorik – überlegt und zielgerichtet eingesetzt, kann der Gesprächspartner überzeugt, beeinflusst oder gar manipuliert werden.

Der gezielte Einsatz der Sprache kann eine enorme Kraft ausüben.

Die gesprochene Sprache wird von der nichtgesprochenen unterstützt – und zwar dominierend unterstützt.

Die Körpersprache begleitet die verbale – und umgekehrt. Sind beide aufeinander abgestimmt, wird von einer kongruenten (übereinstimmenden) Aussage gesprochen. Nicht umsonst heißt es, ‚mit Händen und Füßen‘ sprechen.

Nach diversen Untersuchungen darf davon ausgegangen werden, dass die Körpersprache deutlich aussagekräftiger ist als Worte. In der Regel lügt sie nicht – es sei denn, sie wird bewusst anders eingesetzt.

Wer die Körpersprache gut verstehen, also ‚lesen‘ kann, hat dem anderen gegenüber einen deutlichen Vorteil. Er kann mehr/besser ‚verstehen‘. Wer die eigene Körpersprache überlegt einsetzt, kann empathischer in Gesprächen vorgehen. Er kann das Gegenüber ‚lenken‘.

Deshalb liegt in diesem Buch der Schwerpunkt auf der Körpersprache.

Dabei werden verschiedene berufliche und gesellschaftliche Szenarien gewählt, um unterschiedliche Erkenntnisse aus der eingesetzten (Körper-)Sprache zu erhalten.

Die thematischen Inhalte zum Bereich Soft Skills, Rhetorik, Kommunikation sind in der Buchreihe der ‚Big 5‘ erfasst.

Das vorliegende Buch „Körpersprache – Lüge, Verrat, Macht 2100“ ist ein Schwesternbuch zu „Das große Buch der Kommunikation und Gesprächsführung2100““, „Das große Buch der Rhetorik 2100“, „Trickreiche Rhetorik 2100“ und „Soft Skills-Knigge 2100.

Da die Themen der 5 Bücher thematisch miteinander verknüpft sind beziehungsweise ineinandergreifen, bleiben manche Überschneidungen nicht aus.

Einige Teile des vorliegenden Textes sind in dem einen oder anderen Ratgeber aus der Reihe „Das kleine Handbuch der Rhetorik 2100“ zu finden – für diejenigen, die nur ein bestimmter Bereich der Rhetorik interessiert.

Die Zahl 2100 im Titel steht dabei für das 21. Jahrhundert, was die Aktualität der Themen unterstreicht. Diese entsprechen den heutigen Anforderungen im beruflichen wie auch im gesellschaftlichen Umgang miteinander.

Das gilt für den präsenten Austausch vor Ort wie auch für die Online-Kommunikation über diverse Programme.

Das vorliegende Buch geht auf folgende Themen ein.

1. Mitten im Leben – Die prägenden Eindrücke

2. Die Sprache des Körpers – Körpersignale – Sympathie

3. Ausdrucksvolle Gesten – Mit Armen und Beinen sprechen – Das Spiel mit Fingern und Händen

4. Im Ausland – Distanz wahren – Die Körpersprache im interkulturellen Kontext

5. Winner und Loser – Gewinner-Posen – Demuts-Gesten

6. Herzlich willkommen – Begrüßung – Küsschen

7. Auf glattem Parkett – Der rote Teppich – Das diplomatische Defilee

8. Präsentieren – Vortragen – Reden zu anderen

9. Körpersignale im Sitzen – Körpersprache in bequemer Runde und im Dialog

10. Sich Spiegeln – Nonverbale Gesprächsübernahme

11. Tödliche Langeweile vermeiden – Signale des Desinteresses

12. Verräterische Mimik – Augen lügen nicht – Signale der Pupillen

13. Mund – Lippen – Zähne – Körpersignale nahe am gesprochenen Wort

14. Habitus – Das Gesamterscheinungsbild einer Person

15. Vor der Presse – Authentisches Auftreten – Falschmeldungen – Lügen

16. Vor Gericht – Glaubhaftes Auftreten

17. Der heiße Flirt – Begehrenswert wirken

18. Kultur und Freizeit – Mit Umgangsformen überzeugen

19. Online-Austausch – Körpersprache am Monitor

Begleitet wird der Text durch gezeichnete Figuren, um manche Körperhaltung und Sprache besser nachvollziehen zu können.

Fast alle Konstellationen treffen auf alle Geschlechter zu. Die gezeichneten Figuren stehen stellvertretend für alle Geschlechter. Bei einigen Ausnahmen oder Besonderheiten, beispielsweise beim Thema Flirt, gibt es teilweise unterschiedliche Beobachtungen der Körpersprache bei Frau und Mann.

Der leichteren Lesbarkeit wegen wird im vorliegenden Buch meistens das generische Maskulinum verwendet, das unabhängig des Geschlechts das Wie und Was der Tätigkeit beschreibt. Trotzdem gelten die Geschlechter gleichwertig.

Mit dem gewonnenen Wissen können Sie, liebe Leserin, lieber Leser, mit Ihrer Körpersprache tricksen – den anderen austricksen. Sie können die Wahrheit erkennen und die Lüge entlarven. Ihre Macht über die Deutung der verräterischen Körpersprache steigt.

Lassen Sie sich ein in die umfangreiche und interessante Welt der Körpersprache.

Viel Spaß und guten Erfolg dabei!

Horst Hanisch

Danke:

Ich bedanke mich mit aufrichtiger Wertschätzung bei einigen Menschen, die mich psychisch und physisch bei der Realisierung dieses Buchprojekts unterstützten.

Zu diesen Menschen gehören etliche Seminarteilnehmer, viele Studierende und Trainierende, die mir unzählige Beispiele in nicht mehr zählbaren Präsentationen, Workshops und Trainings im In- und Ausland zeigten, wie Kommunikation praktisch, gewinnbringend und effizient eingesetzt werden kann.

In etlichen Gruppendiskussionen, Moderationen und Interviews ergaben sich beim Training wertvolle Hinweise und Tricks für die praktische Umsetzung, die ich mit diesem Buch weitergebe.

Weiterhin vergesse ich auch nicht all diejenigen Menschen, Bekannte und Freunde, Jung und Alt, die mir mit zahlreichen kleinen Ratschlägen und beachtenswerten Hinweisen ‚aus dem vollen Leben‘ wertvolle Unterstützung zum vorliegenden Thema gaben.

Hinleitung zum Thema

Gewinnend auftreten

Der gute Mensch strebt um des Wertes und Gewinnes willen.

Peter Lippert, dt. Theologe

(1879 - 1936)

Offen, ehrlich und authentisch

Da tritt eine Person auf und wird sofort als Gewinner betrachtet. Wie kann das sein? Die Person hat noch nicht einmal ein Wort gesprochen.

Da steht sie nun, die Person. Sie scheint weder eine greif- noch sichtbare Aura um sich her zu tragen, die sie als erfolgreiche, als vertrauenswürdige, als charismatische Person ausmacht.

Viele Anwesende fühlen sich angezogen und hätten nichts dagegen, sich mit diesen Menschen auszutauschen. Sei es bei einem lockeren Smalltalk, um eine geschäftliche Beziehung aufzubauen oder einen prickelnden Flirt zu erzielen.

Ein Teil des Erscheinungsbilds der ‚begehrenswerten‘ Person wird durch die gezeigte Körpersprache und die körperlichen Signale beeinflusst.

Die Person geht aufrecht, mit ausladenden Schritten, hält Arme und Hände locker und offen einladend.

Der Kopf ist gerade gehalten, die Augen sind nach vorn gerichtet, ein charmantes Lächeln umspielt die Mundregion.

Jemand, der ‚mit sich im Reinen ist‘, der seine Stärken und Schwächen kennt, seine Ziele benennen kann, kann sich authentisch zeigen – also so, ‚wie er ist‘ – ohne sich verstellen zu müssen.

Das eigene Selbstbewusstsein ist gestärkt und die Person ist überzeugt von sich, ohne egoistisch auftreten zu müssen.

Ausbaufähige Körpersprache

Andere zeigen eine nicht ganz so überzeugende Körpersprache. Sie wirken gehetzt, bedrückt, gestresst, unzufrieden und so weiter.

Gut, nicht jeder kann jeden Tag eine ausgezeichnete Stimmung haben. Es gibt Hochs und Tiefs, wobei die Hochs idealerweise deutlich überwiegen sollten.

Manchem geht es gut, manche fühlen sich wohl und sind so einigermaßen zufrieden mit ihrem Leben. Aber: Sie können trotzdem nicht überzeugen.

Ihr Erscheinungsbild, die Sprache ihres Körpers, geben negative Signale ab. Wohlgemerkt, ohne dass es ihnen wirklich bewusst wird.

In ihrem Inneren spüren sie die Unsicherheit aber doch.

Fühlen sich die Betroffenen auf die Dauer wohl? Wahrscheinlich nicht.

An und mit sich arbeiten

Mit einfühlsamem Training, interaktivem Coaching, ehrlichem Feedback können Sie in der Regel zügig Rückmeldungen und Tipps zu ihrem Auftreten bekommen.

Mit dem gewonnenen Wissen können Sie an ihrem Auftreten intensiv trainieren, um ein überzeugenderes Erscheinungsbild – im Sinne eines Gewinners – zu vermitteln.

Dabei kommt es keineswegs darauf an, sein Ego zu verändern (was sehr wahrscheinlich sowieso nicht erstrebenswert wäre). Wohl aber, sein eigenes, nach außengezeigtes Bild zu optimieren und die Körpersprache zumindest situationsbedingt und wohl überlegt anzupassen.

Gleichzeitig wird gelernt, körpersprachliche Signale anderer zu deuten. Sagt mein Gegenüber die Wahrheit? Versucht jemand, mich auszutricksen? Ist mein Gesprächspartner vertrauenswürdig?

Wer seine Körpersprache ‚bewusst‘ spricht, hat es leichter, sich in vielfältigen Situationen überzeugend einzubringen.

Wer kennt sie nicht, die dynamischen Klassensprecher, die engagierten Führungskräfte, die raffiniert argumentierenden Anwälte vor Gericht, die wohl überlegt vorgehenden Pressesprecher, die überzeugend auftretenden Politiker.

Die meisten Menschen versuchen auf ihre Art und Weise zu überzeugen. Dem einen gelingt es besser, weil er mit rhetorisch geschickt eingesetzten Wörtern, fairer Kommunikation und unterstützender Körpersprache beim Gesprächspartner verständlich auftritt.

Liebe Leserin, lieber Leser, tauchen Sie ein in die wunderbare Welt der vielfältigen Körpersprache. Entlarven Sie Unschönes und gestalten Sie Gesprächssituationen und Präsentationen authentisch.

Viel Spaß beim Thema Körpersprache.

Kapitel 1 – Mitten im Leben – Die prägenden Eindrücke

Erfolg durch lebhafte Kommunikation

Sozial und kommunikativ

Es ist wichtig, Menschen

in ihrer eigenen Sprache anzusprechen.

Lido ‘Lee’ Anthony Iacocca, US-am. Manager

(1924 - 2019)

„Mit Händen und Füßen sprechen“

Ihnen geht der Spruch ‚mit Händen und Füßen sprechen‘ nicht aus dem Kopf? Bei der Beobachtung guter Redner und Rednerinnen fällt Ihnen auf, dass diese einen guten Blickkontakt zu allen Zuhörenden pflegen und immer wieder gestikulierend das Gesagte passend unterstreichen.

Sie sprechen, argumentieren, kommunizieren sozusagen unter Einsatz ihres kompletten Körpers.

Sie lösen sich aus dem Schutz des Pults, sprechen frei und überzeugend zu den Zuhörerenden. Es ist angenehm, ihnen zu folgen. Sie, liebe Leserin, lieber Leser, haben anschließend das Gefühl, wichtige und nachvollziehbare Neuigkeiten erfahren zu haben.

Wer auf andere zu-geht und sich bewegt, wird sein Publikum nicht nur mental bewegen, sondern auch mit-gehen lassen.

Gemeint ist das Mitgehen entlang des roten Präsentationsfadens, der zum nachvollziehbar gesteckten Ziel führt. Schritt für Schritt, Themenbereich für Themenbereich, wird logisch dem vorbereiteten Weg gefolgt.

Die Bewegung ist förmlich zu hören. Es wird mit dem Körper gesprochen.

Nicht umsonst wird von Körper-Sprache gesprochen – und diese können Trainierte aktiv in ihre Präsentationen, Vorträge, Reden und Gesprächsrunden einfügen.

Durch den wohlüberlegten und damit richtigen Einsatz von Gestik, Mimik und Bewegung des kompletten Körpers können Sie es schaffen, mit allen Mitteln der nicht-gesprochenen Kommunikation Ihr Publikum und Ihre Gesprächspartner lebhaft, kurzweilig und beeindruckend zu überzeugen.

Packen Sie es an! Wie bei so vielem im Leben helfen Beobachtungen und Training dem Aus- und Aufbau dieses Themenbereichs.

Der Körper spricht seit Ewigkeiten

Dass ein Mensch mithilfe seines Körpers handelt, sich von A nach B bewegen kann, dass er etwas erschaffen – im Sinne von erbauen – kann, das ist wohl klar.

Aber wie soll der Körper ‚sprechen‘? Nun, natürlich durch seine körpereigene Sprache. Durch den vielfältigen Einsatz von Mimik, mithilfe unterstreichender Gestik, durch die klare Körperhaltung und passende Körperbewegung, durch das ‚Auftreten‘, durch die Kopfhaltung, den Augenkontakt, das Lächeln und viele andere Verhaltensweisen mehr.

Das sind viele Möglichkeiten, den Körper sprechen zu lassen.

Egal an welchem Ort dieser Erde zwei Menschen aufeinandertreffen, haben sie die Möglichkeit, miteinander durch den Einsatz ihrer Körpersprache zu kommunizieren.

Sie bedürfen dazu nicht zwangsläufig des gesprochenen Wortes.

Das haben bereits die menschlichen Vorfahren erlebt, als sie auf ihren Entdeckungsreisen rund um den Globus neue Welten entdeckten, wobei sie mit Kulturen zusammenkamen, in denen exotische Sprachen gesprochen wurden.

Das gesprochene Wort konnten sie nicht verstehen, wohl aber die eingesetzten Gesten und das Mienenspiel.

Das zeigt, dass die Körpersprache und die vom Körper ausgehenden Signale so feinsinnig eingesetzt werden können, dass auch zwei völlig Fremde – zumindest auf einer einfachen Stufe der Kommunikation – einen Austausch vornehmen können.

Verständigung in der Vorzeit

Gehen Sie gedanklich zeitlich noch weiter zurück, ganz ganz weit ein paar Jahrtausende. Dorthin, als sich die ersten Menschen entwickelten.

Zweifelsohne darf davon ausgegangen werden, dass die Sprache im heutigen Sinn nicht im Geringsten existierte.

Die damaligen Wesen tauschten sich sicherlich auch durch sogenannte paraverbale Kommunikation aus, nämlich durch Geräusche wie Knurren, Pfeifen, Schmatzen und so weiter.

Viel wichtiger war die Verständigung mithilfe des kompletten Körpers. So konnten zum Beispiel Jäger auch auf größere Distanz unmissverständlich miteinander kommunizieren.

So durch Gesten, durch Zeichen, durch Deuten, durch Andeutungen von Bewegungsabläufen. Das funktionierte über Jahrtausende so gut, bis sich die Menschen auf das heutige, viel differenziertere Niveau der Sprache entwickeln konnten.

Die Körpersprache ist demnach nicht zu unterschätzen. Sie drückt Wünsche, Bedürfnisse, Forderungen, Ziele, Status, Macht aus.

Trotz der heutigen Möglichkeit des scheinbar endlosen verbalen Austausches spielt die Körpersprache im direkten zwischenmenschlichen Kontakt nach wie vor eine entscheidende und nicht zu unterschätzende Bedeutung.

Symbole ergänzen die Schriftsprache

Bei geschriebenen Nachrichten oder einer SMS werden unterstützende Emojis eingesetzt. Das gesprochene (gleich geschriebene) Wort wird durch diese Symbole verständlicher gemacht.

Ohne Smileys und vergleichbare Symbole würde viel Geschriebenes missverstanden werden.

Eine besondere Herausforderung die Körpersprache überzeugend zu übermitteln zeigt sich im Online-Austausch.

Sehr häufig scheint das für die Teilnehmenden außerordentlich schwierig, sodass es nicht wundern sollte, wenn diese Art der Kommunikation bei weitem nicht die Erfolge bringt wie das direkte Gespräch.

Trotzdem – oder gerade deswegen – ist es fast zwingend notwendig, ein deutliches Augenmerk auf die Körpersprache im digitalen Austausch zu richten.

Schließlich sollen auch dort alle Bereiche der Kommunikationen möglichst optimal übertragen werden.

Rituale, Status und Gemeinschaft

Bleiben Sie einen Augenblick bei den menschlichen Vorfahren. Solange ein Mensch allein lebt, kann er tun und lassen was er will. Mit seinem Tod wäre seine ‚Ära‘ zu Ende. Es gäbe keine Nachfahren. Die aktuelle Gesellschaft wäre heute nicht hier.

Offensichtlich liegt es in der Natur der Lebewesen, sich fortzupflanzen und für Nachwuchs und damit für Nachfahren zu sorgen.

Zwangsläufig funktioniert das nicht, solange einer allein bleibt. Es bedarf einer weiteren Person.

Sobald zwei Menschen miteinander leben, benötigen sie bestimmte und abgestimmte Verhaltensmuster, um einander zu verstehen und nicht zu verletzen.

Hierbei zeigt sich die Bedeutung der zwischenmenschlichen Kommunikation.

Sobald sich Nachwuchs einstellt, wird aus der Partnerschaft eine Familie. Bald bildet sich eine Gruppe. Auch die muss sich abstimmen und Regeln erstellen.

Die Kommunikation untereinander erzielt täglich eine sehr hohe Priorität.

Dabei helfen Gesten, die von allen verstanden werden. Gestikulieren heißt bewegen. Schon ist der Mensch in Bewegung.

Der Mensch kommuniziert mit seinem Körper, mit Körpersignalen. Um Rituale zur Steigerung des Sicherheitsgefühls und der Zusammengehörigkeit umsetzen zu können, bedarf es einer aufeinander abgestimmten Reihenfolge von Bewegungen.

Jeder, der einbezogen ist, weiß genau, wie er sich zu bewegen hat.

Als Beispiel soll der traditionelle Rundtanz der Urbevölkerung dienen.

Die Tänzer bewegen sich im gleichen Abstand zueinander.

Verlässt jemand den Kreis oder kommt jemand dazu, passt sich der Kreisumfang scheinbar automatisch an.

Die Tanzenden sind optimal aufeinander abgestimmt.

Alle sind gleich im Kreis und im Verhalten. Aber halt! Alle? – Nein nicht alle.

Der Häuptling, der die Gruppe anführt, muss von allen deutlich erkannt werden. Er muss – für alle – erkennbar ‚herausragen‘. Deshalb erlaubt es, ja verlangt es regelrecht, diese Rolle sichtbar zu machen, sich beispielsweise anders zu kleiden.

Die Vorfahren, die solch eine Rolle einnahmen, trugen beispielsweise einen anderen, größeren und demnach ausgefalleneren Kopfschmuck. Das Statusdenken war geboren. Die Regie war erkennbar.

Alle, die derselben Gruppe angehörten, kannten die einzelnen Schritte und die Bedeutungen des Auftretens.

Sie konnten gut miteinander leben und wurden stärker. Durch das Miteinander erhielten sie einen Vorteil anderen Gruppen gegenüber.

Machtkampf

Innerhalb einer Gruppe kann es schon einmal passieren, dass einer gerne die führende Rolle übernehmen will.

Dummerweise ist sie schon von einer anderen Person eingenommen. Fühlt sich der Betreffende stark genug, wird er versuchen, den Häuptling zu stürzen. Natürlich ist sich der Häuptling dieses Risikos bewusst.

Er wird Tag und Nacht darauf achten, seine Stellung zu bewahren. Bemerkt er, dass ihm ein Anwärter seine Position streitig machen will, wird er durch Drohgebärden und entsprechend eingesetzter Körpersprache warnen.

Akzeptiert der Angreifer die Warnung, zieht er sich zurück. Fühlt er sich hingegen stärker, wird er höchstwahrscheinlich angreifen. Mit allen Tricks wird er versuchen, den Ranghöheren ‚vom Thron zu stoßen‘.

Scheinangriffe und tatsächliche Attacken führen ihn gegebenenfalls zum Ziel. Der neue Häuptling wird von der Gruppe akzeptiert.

Zumindest solange, bis sich ein weiterer stark genug fühlt, die Rolle zu übernehmen.

Ein unendliches und immer wiederkehrendes System ist installiert, das im weitesten Sinn auch heute noch greift.

Rituale, Statussymbole, Kräftemessen, Drohgebärden und auf der anderen Seite Demutshaltungen – all das findet auch heute noch in Unternehmen und im gesellschaftlichen Bereich statt.

Die tierischen Rivalen

Werfen Sie kurz einen Blick in die Tierwelt, in der die Körpersprache gut zu erkennen ist. Greifen zwei Rivalen einander an, um die Führung der Herde zu übernehmen, setzen sie ihr ‚volles‘ Muskelspiel ein.

Angsteinflößend bewegen sie sich auf den Rivalen zu, reißen das Maul weit auf, um die kräftigen Zähne zu zeigen. Sie richten sich in voller Größe auf, um den anderen allein durch ihre kraftvolle Körperfülle einzuschüchtern.

Bestimmte Tierarten stellen Nacken- oder Rückenhaare auf, was sie noch größer und dominanter erscheinen lässt. Bei anderen fällt eine beachtliche Halskrause auf, was jeglichen Angreifer automatisch erschrecken lässt.

Zwischendurch werfen die Kontrahenten siegesbewusst den Kopf nach oben, um zu zeigen, wie dynamisch sie sind und dass sie keine Furcht vor dem Gegenüber haben.

Offensichtlich hat es die Natur perfekt und bis ins Detail eingerichtet, dem Rivalen die eigene Überlegenheit körpersprachlich zu demonstrieren.

Die Drohgebärden werden verstanden. Es brauchte dazu kein gesprochenes Wort. Das andere Tier kann die Drohgebärden sehr deutlich erkennen und verstehen.

Es hat die Möglichkeit, die demonstrierten Kräfte zu akzeptieren und sich demütig zurückzuziehen. Oder: Es geht das Risiko ein, sich einem ‚Kampf‘ zu stellen.

Der Ausgang des Kampfes wird zeigen, ob das Eingehen des Risikos zum Erfolg führte.

Im Gleichschritt – marsch, marsch!

Alle stehen in Reih‘ und Glied.

Jeder Beteiligte ist ein winziges Teil des Ganzen. Verhält sich jeder gleichartig, ergibt sich ein perfektes, harmonisches Bild.

Jeder hat die gleiche Körperhaltung eingenommen, der Körper zeigt in dieselbe Richtung, der Kopf nimmt die gleiche Blickrichtung ein.

Stünde nur eine Person andersherum, zerstörte das das harmonische Gesamtbild.

‚Schwimmt‘ nur ein Einziger gegen den Strom, erzeugt er ein chaotisches Durcheinander.

So ruft der Verantwortliche aus.

Also:

Verhält sich jeder gesellschaftskonform, kommen alle dorthin, wohin sie wollen.

Konformität

Ist das so? Zumindest kommen alle Beteiligten dorthin, wohin ein Einzelner hinwill. Einer ist stark genug, Hunderte, Tausende oder noch mehr Menschen das machen zu lassen, was er will. Das Individuum ist verraten.

Jeder kann für sich selbst überlegen, ob er sich immer und bedingungslos konform, in unserem Bild im Gleichschritt, bewegen will.

Bestimmt gibt es genügend Möglichkeiten, aus diesem gleichen Schritt auszubrechen, um eigene Wege einzuschlagen.

In vielen Fällen scheint das sinnvoll zu sein. Gerade dann, wenn jemand die Vorteile der Gesellschaft genießt und nicht etwa als sonderbarer Außenseiter gesehen werden möchte.

Manchmal ist etwas Risiko und vor allem Mut notwendig, Profil zu zeigen. Durch ein einfaches Ändern der Körpersprache lässt sich bereits etwas ganz anderes ausdrücken, als das, was die Mehrheit der Menschen zeigt.

Ihr Verhaltensmuster würde sofort auffallen und die Aufmerksamkeit auf Sie lenken. Sie stehen nun im Rampenlicht. Machen Sie etwas daraus!

Das Pokerface

Was bedeutet das Vorgehen in Sachen Körpersprache für die Mehrheit der Menschen?

Möglicherweise erachten sie die Körpersprache nicht so wichtig, scheinen sie sich doch mit gesprochenen Wörtern ausdrücken zu können.

Obwohl das einleuchtend klingt, zeigt die zwischenmenschliche Kommunikation ein anderes Bild.

Betrachten Sie eine Runde Pokerspieler, die angespannt oder scheinbar lässig um den mit grünem Filz ausgelegten Spieltisch Platz genommen hat.

Der eine trägt eine dunkle Sonnenbrille, um verräterisches Blinzeln der Augen oder Zucken der Muskeln rund um die Augenpartie zu verstecken.

Der andere hält sich krampfhaft am Getränkeglas fest, um ein nervöses Klopfen seiner Finger zu vermeiden und ein mögliches Zittern der Hand zu verstecken.

Verrät die Augenpartie so viel?

Der nächste lehnt sich lässig im Stuhl zurück. Will er den Mitspielern damit zeigen, dass er ein gutes Blatt in der Hand hält? Oder ‚pokert‘ er nur? Möglichst keine körperlichen Signale senden, um keine Schlussfolgerungen auf irgendwelche Gefühlsregungen zuzulassen.

Nicht umsonst findet sich im Sprachgebrauch das Wort Pokerface. Hat jemand dieses aufgesetzt, will er vermeiden, anderen seine Gefühle zu offenbaren.

Er blockiert sozusagen bewusst seine sonst automatisch stattfindenden körperlichen Reaktionen, die von seinem Innenleben nach außen getragen werden.

Gezielt setzt er die Körpersprache ein, um die anderen Spieler zu täuschen.

Manipulation mit der Körpersprache

Hier zeigt sich gut, dass mit Körpersprache manipuliert werden kann, wenn sie entsprechend gezielt eingesetzt wird.

Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings, die Körpersprache sagt in der Regel die Wahrheit. Nämlich dann, wenn nicht geschummelt werden soll.

In der klassischen Kommunikation kann davon ausgegangen werden, dass das sichtbare Verhalten des Körpers – also die Körpersprache – die Wahrheit sagt. Somit ist sie verräterisch.

Nicht nur aus Sicherheitsgründern ist es gewollt, die Schalterhalle der Bank mit unverhülltem Gesicht zu betreten. Motorradhelme bitte abnehmen! Mögliche verräterische Gesichtszüge sollen sichtbar werden.

Kongruente Botschaft

Das lässt gleich den nächsten Schluss zu. Miteinander redende Menschen sollen möglichst offen, authentisch und wahrheitsgetreu kommunizieren.

Gelingt ihnen das, stimmt das gesprochene Wort mit dem nichtgesprochenen (der Körpersprache) überein.

Anderenfalls liegt eine inkongruente Botschaft vor: Körpersprache und gesprochenes Wort stimmen nicht miteinander überein.

Beispielsweise sagt jemand „Mir geht es gut“ und schaut dabei traurig auf den Boden.

Der Fragende wird nun irritiert sein, da das körpersprachliche Erscheinungsbild nicht mit dem gesprochenen Wort übereinstimmt.

Herr und Diener

Der ‚Herr‘ schreitet aufrecht und direkt auf sein Ziel zu. Er nimmt den kürzesten Weg, womit er nicht nur Zeit spart, sondern im Lauf des Lebens etwas schneller und auch mehr erreichen kann.

Sein Kopf ist gerade gehalten, sein Blick ist fest auf das angestrebte Ziel gerichtet. Seine Arme bewegen sich frei und ausladend, so, als gehöre ihm die Welt. Er nimmt einen gewissen Raum ein.

Am Tisch nimmt er wie selbstverständlich den besten Platz ein, damit er alle anderen Gäste gut ‚im Auge hat‘ und somit gleichzeitig kontrollieren kann.

Selbstverständlich erhält er als Erster das Essen. Er bekommt das beste und größte Stück.

Auf Reisen wird ihm die bequemste Unterkunft zur Verfügung gestellt und selbstredend steht der aufmerksame Service bereit. Der Volksmund meint:

Unsichtbar

Und der ‚Diener‘? Nun, er huscht sozusagen von einem Ort zum anderen.

Er tritt, fast unhörbar und unsichtbar, auf und genauso wieder ab. Seine Körperhaltung drückt Demut aus; den Kopf hält er nach unten.

Klaglos und ausgesprochen aufmerksam sucht er immer den Blick des Herrn, um ihm sofort jeden – auch den unausgesprochenen – Wunsch von den Augen abzulesen.

In der gezeigten Demutshaltung – Kopf nach unten, Schultern eingezogen – macht sich der Diener in seinem körperlichen Erscheinungsbild kleiner als der Herr. Er nimmt bedeutend weniger Raum ein. Er wird fast unsichtbar.

Er erfüllt unwidersprochen alles, was der Herr von ihm verlangt. Dabei wird er, manchmal nicht nur wörtlich, mit den Füßen getreten.

Den Diener machen

Vor einigen Jahrzehnten war es noch üblich, einem Vorgesetzten gegenüber einen ‚Diener zu machen‘.

Dabei wurde der Oberkörper leicht nach vorne gebeugt und der Blick nach unten gerichtet.

Fast so, wie der Verurteilte unterwürfig vor dem Henker stand.

Oben und unten

Befinden sich Herr und Diener im selben Raum, erkennt der dazukommende Dritte sofort die Hierarchie zwischen den beiden.

Der eine steht ‚oben‘, der andere ‚unten‘.

Nun mal ganz ehrlich – also ganz menschlich – wer will schon mit dem kleinen, geschundenen und demütigen Diener zu tun haben?

Zieht es nicht fast automatisch zu demjenigen, der Kraft, Macht und Überlegenheit ausstrahlt? Tut es nicht gut, sich in genau diesen Strahlen zu sonnen?

Es ist doch schön, von dem Status etwas abzubekommen, um damit die eigene Position zu stärken. Also: Kopf hoch und selbstbewusst auftreten!

Den Kopf in den Sand stecken – Redewendungen rund um den Kopf

Jemand resigniert und will nicht mehr mit der Wahrheit konfrontiert werden. Dann macht er es wie der Vogel Strauß: „Er steckt den Kopf in den Sand.“

Andere verhalten sich genau gegenläufig. Sie „stecken ihren Kopf in alles“.

Manche haben einen „sturen Kopf“ oder einen „eigenen Kopf“. Manchmal könnten sie als „Dickkopf“ bezeichnet werden, speziell dann, wenn sie „mit dem Kopf durch die Wand wollen“.

Es soll aber auch Menschen geben, „die nichts im Kopf haben“. Diese klagen: „Es will/geht mir nicht in den Kopf.“ Und wenn sie es dann im Kopf haben, „geht es nicht mehr aus dem Kopf“.

Was besser ist, soll jeder selbst entscheiden. Am besten: „Kopf hoch!“

Der starke Redner

Was hat das nun mit einem Redner oder einer Rednerin zu tun? Nun, dem Redner nutzt es nichts, den Kopf in den Sand zu stecken. Er muss/darf sich der Situation stellen.

Es scheint eindeutig klar und erwiesen, dass der Gesprächspartner gerne mit einem ‚starken‘ Gegenüber zusammentreffen will; mit einem Gewinner.

Er will von dessen Stärke – hier von dessen Wissen – profitieren. Von einem schwachen Typen, Sie können ihn übertrieben ausgedrückt als ‚Verlierer‘ bezeichnen, kann er nichts lernen. Er erwartet vom ersten Augenblick an eine authentisch auftretende, selbstbewusste Persönlichkeit.

Er glaubt ihn schon in den ersten Sekunden der ersten Begegnung am Auftreten und damit an der Körpersprache erkennen zu können.

Daraus folgt für denjenigen, der als Vortragender, Gesprächspartner oder Präsentierender auftritt, ein entsprechendes körpersprachliches Bild abzugeben. Es gilt, gewinnbringend und überzeugend aufzutreten – und zwar vom ersten Augenblick an.

Also liebe Leserin, lieber Leser, straffen Sie Ihren Körper und demonstrieren Sie eine einnehmende und überzeugende Art des Auftretens. Fühlen Sie sich als Gewinner – und zeigen sich auch so.

Lassen Sie selbstbewusst die Muskeln spielen!

Kapitel 2 – Die Sprache des Körpers – Körpersignale – Sympathie

Der Körper spricht

Die Sprache des Körpers

Es ist der Geist, der sich den Körper baut.

Johann Christoph Friedrich Schiller, dt. Schriftsteller

(1759 - 1805)

Verbale und nonverbale Kommunikation

Tagtäglich kommunizieren Milliarden von Menschen mit ihren Mitmenschen. Sie unterhalten sich mit ihnen, sie sprechen zu, vor und mit ihnen.

Beim Einkauf mit dem Verkaufspersonal, bei Bankangelegenheit mit den Beratern, im Treppenhaus mit den Nachbarn, in den eigenen vier Wänden mit Familienangehörigen und dem Partner, am Arbeitsplatz mit Kollegen, Mitarbeitenden, Vorgesetzten, im Straßenverkehr mit den anderen am Straßenverkehr Teilnehmenden und so weiter.

Fast könnte angenommen werden, dass die Kommunikation ständig geschieht, sobald mindestens zwei Personen aufeinandertreffen.

Wenden Sie sich dem Beispiel eines/r Seminarleiters/Seminarleiterin zu. Die Teilnehmenden lauschen erst aufmerksam, bis die Augen kleiner und kleiner werden. Hin und wieder soll es schon vorgekommen sein, dass einer der Zuhörenden beruhigt eingeschlafen ist.

Stellen Sie sich einmal vor, Sie müssten sechs bis acht Stunden den Ausführungen einer Person konzentriert folgen. Unmöglich, oder?

Ließe sich die verbale von der nonverbalen Sprache trennen, hätten die Teilnehmer auf Dauer – genauer gesagt – nach wenigen Minuten – deutliche Schwierigkeiten, dem nur verbal vernehmbaren Sprecher zu folgen. Das wäre in vielen Fällen extrem anstrengend.

Sprechen ohne zu sprechen?

Glücklicherweise gesellt sich zum gesprochenen, also zum verbalen Wort noch das nicht gesprochene Wort. Also: Sprechen ohne Worte.

Es kann festgehalten werden: Die Kommunikation – die Verständigung zwischen zwei Personen – kann verbal (mit Wörtern), paraverbal (zum Beispiel durch Pfeifen und Tonlage) und nonverbal (beispielsweise durch Gestik, Mimik und Körperhaltung) erfolgen.

Vielleicht liegt es nahe anzunehmen, dass der größte Teil in einer zwischenmenschlichen Kommunikation durch den verbalen Teil verläuft.

Tatsächlich zeigt sich aber sehr schnell, dass Menschen auch ohne Wörter sehr ausführlich kommunizieren können. Daraus folgt, dass sie ohne verbal zu sprechen reden können.

Es gilt die Aussage: Sobald zwei Menschen, gleichgültig ob sie sich kennen oder nicht, aufeinandertreffen, beginnen sie sofort miteinander zu kommunizieren.

Das behauptete deswegen der österreichische Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick (1921 – 2007).

Dieser Behauptung kann kommentarlos zugestimmt werden.

Ständige Kommunikation auch in ‚kritischen‘ Situationen

Stellen Sie sich folgende Situationen bildhaft vor:

Gefangen im Aufzug

Sie betreten zusammen mit einer fremden Person einen Aufzug. Bei vielen Menschen löst das ein unangenehmes Gefühl aus.

Sie reden nicht miteinander und jeder schaut nach einem kurzen Blickkontakt interessiert auf die Etagen-Anzeige oder an die Aufzugdecke.

Sie können nicht flüchten, Sie sind gefangen im Aufzug.

Sie stehen eng nebeneinander und sind in der Regel nicht fähig oder gewillt, verbal miteinander zu kommunizieren.

Ja keinen der anderen anschauen!

Richten Sie Ihren Blick an die Aufzugdecke, signalisieren Sie damit automatisch, dass Sie nicht mit einem anderen Fahrgast verbal kommunizieren wollen.

Vielleicht schauen Sie auch interessiert auf Ihre Fußspitzen, was den Eindruck der Unbehaglichkeit noch verstärkt.

Nach unten zu schauen zeigt eine gewisse Demuts-Geste. Nach oben zu schauen: Sie suchen Hilfe, die Ihnen in diesem Moment nicht gegeben werden kann.

Beide Verhaltensmuster drücken ein Unwohlsein aus.

Was halten Sie von folgendem Vorschlag bei der nächsten Aufzugfahrt: „Na, fühlen Sie sich auch so unwohl im Aufzug?“ Was mag der Angesprochene antworten?

Der junge Punker und die ältere Dame

Eine alte Dame spaziert durch die Fußgängerpassage. Ein jugendlicher Punker kommt aus der anderen Richtung auf die alte Dame zu. Automatisch presst die Dame ihre Handtasche intensiver an den Körper.

Sie greift ihren Gehstock fester, um einen sichereren Gang zu bekommen, ja vielleicht sogar, um ihren Stock als Verteidigungswaffe einzusetzen. Sicher ist sicher …

Wenn es geht, überlegt die Dame möglicherweise sogar ausweichen, um die gefürchtete Konfrontation zu vermeiden.

Woher kommt die Wahrnehmung einer vermeintlichen Gefahr? Gibt es Geschichten, an die sich die Dame erinnert? Oder ist es lediglich das äußere Erscheinungsbild des jungen Mannes, das Furcht einflößen lässt?

Vielleicht ist der Punker ein ganz netter Typ, der durch sein äußeres Erscheinungsbild bewusst provozierend, aber nicht angreifend auftreten will?

Die unsichtbare Mauer in der U-Bahn

Ein Fahrgast sitzt in der U-Bahn auf einer Zweierbank. Die Bank gegenüber ist frei. Ein zweiter Fahrgast nimmt dort Platz. Der erste Fahrgast wird nach einem kurzen Blickkontakt (tut der mir nichts?) aus dem Fenster schauen.

Weiterer Blickkontakt ist von beiden nicht erwünscht. Wie hätte der Fahrgast wohl reagiert, hätte sich die zweite Person unmittelbar auf den Platz neben ihm gesetzt?

Auf der anderen Seite in der U-Bahn sitzt ebenso ein Fahrgast. Dieser hat neben sich seine Aktentasche abgestellt und auf dem Platz gegenüber einen Teil seiner Zeitung ausgebreitet.

Würden Sie sich, sofern andere Plätze frei sind, auf einen dieser beiden blockierten Plätze setzen?

Ständige Kommunikation sichert das gesellschaftliche Überleben

Ohne mit der anderen Person gesprochen zu haben, zeigen die Beispielpersonen nonverbal, was sie wünschen oder nicht wünschen beziehungsweise fürchten.

Wohl jeder kennt zahlreiche Situationen dieser Art. Erst das nonverbale Verhalten ermöglicht es, sich in der Gesellschaft frei und sicher zu bewegen.

Ohne große Worte versteht das Gegenüber, was jemand denkt, fühlt, fürchtet, wünscht und so weiter.

Diese Beispiele lassen ahnen, wie umfangreich sich die nonverbale Kommunikation präsentiert. Vor allem auch, wie wichtig diese Kommunikation im zwischenmenschlichen Bereich ist.

Die gezeigten Beispiele sollen deutlich machen, wie viele Menschen reagieren: Aufgrund ihrer gesammelten Erfahrungen, den vielen Geschichten, die sie bei Freunden und durch die Medien gehört haben, das, was sie von ihren Eltern gelernt haben.