Hunde-Knigge 2100 - Horst Hanisch - E-Book

Hunde-Knigge 2100 E-Book

Horst Hanisch

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Beschreibung

Was ist denn das? Ein Hunde-Knigge? Soll jetzt dem Hund beigebracht werden, wie er sich verhalten soll? Nein, natürlich nicht. Denn der Hund wird dieses Buch auch nicht lesen. Das nehme ich zumindest an. Der vorliegende Ratgeber wendet sich an interessierte Hunde-Liebhaber mit wissenswerten, interessanten aber auch lustigen Informationen und Interviews rund um das Thema Hund. Das eine oder andere wird auch überzeichnet oder - lassen Sie es mich so ausdrücken - humorvoll dargestellt. Wir tauchen in die Welt des Hundes ein, erleben ihn in der Literatur und im Film; erfahren, welche Bereicherung er für den Menschen ist, welch wichtige Dienste er als Sozialpartner leistet, wozu er aufgrund seines feinen Geruchssinns fähig ist, wie er die menschliche Gestik und Mimik wahrnimmt und vieles andere mehr. Ein lustiges Hunde-Quiz schließt das Thema ab. Tja, wer dann dem Hund verfallen ist oder - um mit Loriot zu sprechen - "Auf den Hund gekommen" ist, wird bestätigen, dass der Hund seit Urzeiten nicht nur das älteste Haustier, sondern der treueste Begleiter und liebste Freund des Menschen ist.

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Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

A

UF DEN

H

UND GEKOMMEN

Verneigung vor Loriot

Ein herzliches Willkommens-Wauwau

TEIL 1 BESTER FREUND

DES MENSCHEN BESTER FREUND

D

AS ERSTE

H

AUSTIER DES

M

ENSCHEN

Ich, Lucky, der beste Freund des Menschen

Hunde seit Urzeiten

Vor 2.000 Jahren

Vor 1.000 Jahren

Zeichentrick- und Literatur-Hunde

Film- und Fernseh-Hunde

Berühmte Hunde

Unberühmte Hunde

Hunde berühmter Menschen als Macht- und Statussymbol und als Dauerbegleitung

D

ER

H

UND ALS SOZIALER

P

ARTNER

Kinder und Hunde

Familien und Hunde

Der Schoßhund

Der Anstandswauwau – die Anstandsdame

Senioren und Hunde

ZUCHT, AUFZUCHT UND ORDNUNG

T

RAINING UND

V

ERHALTEN

Hundeschule – Hunde gehen zum Unterricht

Hundezüchtung

Tierheim

Der Hund beim Arzt

TEIL 2 DEIN FREUND UND HELFER

TREU UND VERSTÄNDNISVOLL

D

ER

H

UND

DEIN

F

REUND UND

H

ELFER

Ich helfe, wo ich kann

Schlittenhund

Rettungs- und Suchhunde, Erdbebenhunde

Rauschgift-, Polizei- und Zollhunde

Assistenzhunde

Therapiehunde

Bürohund

Der Computerhund

Der Wackeldackel

I

N DER

G

ESELLSCHAFT

Hunde in der Öffentlichkeit und bei Einladungen

Der Wadenbeißer

Der Hund im Park – „Der macht nix!“

Hunde im Wald und entlang von Jogging-Strecken und Radwegen

Hunde auf dem Weihnachtsmarkt und in voller Fußgängerpassage

Hundeklo

Hunde in öffentlichen Verkehrsmitteln und im PKW

Hunde im Hotel und in Restaurants

Das hundefreundliche Hotel

Das Hotel in Hundeform

Hunde im Flieger und auf dem Schiff

Quarantäne

H

UNDE VOR

G

ERICHT

Im Namen des Volkes

Achtung vor dem bisschen Hund

TEIL 3 HUNDE-SPRACHE

KOMMUNIKATION ZWISCHEN MENSCH UND HUND

B

ITTE ZUHÖREN

JETZT SPRICHT DER

H

UND

Kommunikation ist alles

Die Sprache des Hundes

Aufzucht

Missverständnisse zwischen Hund und Katze

Austausch zwischen Hund und Hund

Austausch zwischen Hund und Mensch

Was will mir mein Hund mitteilen?

Deutung der Hunde-Körperhaltung

Zähne zeigen und auf Distanz bleiben

W

IE DENKT DER

H

UND ÜBER UNS UND WIE DENKEN WIR ÜBER IHN

?

Hektor – der Hund und sein Herrchen

Schweinehund

Der Hund als Schimpfwort

Gut gemeinte Hunde-Ratschläge

Hunde-Zitate – Wahre Liebesbeteuerungen

Nett gemeinte Hunde-Witze

Redewendungen, rund um den Hund

TEIL 4 HUNDE INTERNATIONAL

DER HUND AUF DER WELT

„I

ST JA EIN DICKER

H

UND

!“

Nicht alles zu ernst nehmen

Das unreine Tier

Der Hund als Speise

Hundekampf und Hunderennen

Das chinesische Tierkreiszeichen ‚Hund‘

R

UND UM DEN

H

UND

Des Pudels Kern

Hundenamen und Zwingernamen

Hunde-Salon

Hundehotel, Hundepension

Hundemesse und Hundezubehörhandel

Hundenahrung Hundesteuer,

Hundeversicherung

DER HUND IM HUNDEHIMMEL

D

ER

V

IERBEINER WIRD ALT

Wie alt wird ein Hund? – Hundealter

Der Hundefriedhof

Ich sage dann mal „Tschüss“

Hunde-Quiz

STICHWORTVERZEICHNIS

KNIGGE ALS SYNONYM UND ALS NAMENSGEBER

U

MGANG MIT

M

ENSCHEN

Adolph Freiherr Knigge

Einleitung

Auf den Hund gekommen

Der Hund ist ein Ehrenmann; ich hoffe, einst in seinen Himmel zu kommen, nicht in den der Menschen.Mark Twain (Samuel Langhorne Clemens), US-amerik. Erzähler (1835 - 1910)

Verneigung vor Loriot

Was ist denn das? Ein Hunde-Knigge? Soll jetzt dem Hund beigebracht werden, wie er sich verhalten soll? Nein, natürlich nicht. Denn der Hund wird dieses Buch auch nicht lesen. Das nehme ich zumindest an.

Der vorliegende Ratgeber wendet sich an interessierte Hunde-Liebhaber mit wissenswerten, interessanten aber auch lustigen Informationen rund um das Thema Hund.

Ein Buch in dieser Form soll und kann kein Lehrbuch sein. Deshalb wird das eine oder andere auch überzeichnet oder lassen Sie es mich so ausdrücken humorvoll dargestellt sein.

Natürlich ist es klar, dass die Themenbereiche, die sich rund um das Thema Hund drehen, schier endlos erscheinen.

Bei der Recherche zu diesem Hunde-Knigge tauchte ich sozusagen in eine andere Welt ein. Es ist unglaublich, wer oder was sich alles mit dem liebsten Freund des Menschen beschäftigt.

Um nicht nur ein Sammelsurium an Informationen zusammenzutragen, ergänzen Interviews mit lesenswerten Antworten diesen Ratgeber.

Mein ausgesprochener Dank gilt Katharina Michel, die mich mit einigen detaillierten Informationen und wertvollen Kontakten versorgte. Sie hat es ermöglicht, ihren Hund Lucky in wachsenden Altersstufen zu fotografieren und eine kleine Auswahl der Fotos diesem Ratgeber beizusteuern.

Tja, wer dann dem Hund verfallen ist oder um mit Loriot zu sprechen „Auf den Hund gekommen″ ist, wird bestätigen, dass Mensch und Hund eine ganz besondere Freundschaft miteinander verbindet.

Allen Briefträgerinnen und Briefträgern, die dieses Buch in die Hände bekommen und die vielleicht ganz ,andere' Kontakte mit treuen und besitzschützenden Hunden erlebten, ein großes Danke. Da Sie sich dieser Situation mutig stellen; nehmen Sie genauso mutig Kontakt mit dem Vierbeiner auf.

Ich danke Ihnen, dass Sie sich auf das Thema einlassen. Lehnen Sie sich zurück und erfreuen sich an dem tierischen Thema.

Den Leserinnen und Lesern dieses Ratgebers wünsche ich gute Ergänzungen zu ihrem Wissen.

Horst Hanisch

Ein herzliches Willkommens-Wauwau

Gestatten mein Name ist Lucky. Ich bin der glücklichste Hund der Welt. Und das hat zwei Gründe. Der erste Grund ist mein Frauchen Katharina. Schon als ich Welpe war, haben wir zueinandergefunden und uns sofort ineinander verliebt.

Etwas Besseres konnte mir gar nicht passieren. Ich werde gehätschelt und getätschelt. Ich werde gebürstet und gepflegt, gekrault und liebevoll gestreichelt. Täglich darf ich ausgiebige Spaziergänge unternehmen. Ich werde mit besonders für mich zubereitetem Essen aufs Beste ernährt und lustige Spiele gestalten mein junges Hundeleben abwechslungsreich.

Ich darf die Hundeschule besuchen und werde nach allen Regeln individuell trainiert. Wenn das mal kein lebenswertes Hundeleben ist?

Nun zum zweiten Grund. Katharina fragte mich, ob ich als Model für dieses Buch zur Verfügung stehen wollte? Na klar wollte ich! Solch eine Chance bietet sich sicherlich nicht alle Hundetage. Selbstverständlich habe ich sofort zugesagt.

Nicht, dass ich besonders eitel wäre aber hübsch bin ich schon. Schauen Sie mal auf die nächste Seite. Ich lasse mich auch sehr gerne fotografieren. Ein paar meiner schönsten Fotos sind in diesem Buch abgebildet.

Ich bin gespannt, wie sie bei den Lesern ankommen.

Lucky

Teil 1

Bester Freund

Des Menschen bester Freund

Das erste Haustier des Menschen

Ein Hund hat die Seele eines Philosophen.Platon, griech. Philosoph (427 - 348/347 v. Chr.)

Ich, Lucky, der beste Freund des Menschen

Einen wunderschönen guten Tag zusammen, liebe Leserin und lieber Leser. Hier bin ich in ansprechender Schönheit und Größe. Es freut mich sehr zu hören, dass ich, der Hund, als bester Freund des Menschen gelte. Dem kann ich natürlich überhaupt nicht widersprechen. Denn, wenn Forscher sich in die menschliche Vergangenheit begeben, finden sie häufig heraus, dass Mensch und Hund seit Ewigkeiten friedlich und nützlich miteinander lebten.

Auf den folgenden Seiten werden Sie sehen, dass es meine Vorgänger schon seit Urzeiten gibt. Meine Vorgänger haben schon seit jeher eine besondere Rolle als treuer Begleiter für den Menschen gespielt. Nicht nur als Schoßhund, nein als Beschützer seines Hab' und Gutes, als Bewacher von Haus und Hof, als Hüter seiner Haustiere, als Begleiter auf der Jagd, als Arbeitshund mit vielseitigem Einsatz. In den vergangenen Jahrzehnten wurden meine Artgenossen als Rettungshund und neuerdings auch als Therapiehund eingesetzt. Seit vielen Jahren ist es üblich, mit mir einen gewissen Status darzustellen oder auch Macht auszudrücken. Ich will nicht vergessen darauf hinzuweisen, dass ich ein liebevoller und treuer Begleiter des Menschen bin, diesem viel Freude und Spaß bereiten kann und empathisch genug bin, ihn bei Kummer oder Trauer trösten zu können.

Haben Sie schon einmal etwas von der Kynologie gehört? Das dachte ich mir. Der vordere Wortteil kommt vom griechischen Wort welches Hund bedeutet. Somit ist die Kynologie die Lehre vom Hund, genauer vom Haushund. Hierzu gehören die Zucht, die Erziehung, die Pflege, wie auch das Verhalten von Haushunden.

Aber keine Angst. Mit diesem Buch werden wir uns keineswegs in eine wissenschaftliche Arbeit stürzen. Lehnen Sie sich wieder bequem zurück. Wir beginnen nun und schauen weit in die Vergangenheit zurück.

Bis später Ihr Lucky

Hunde seit Urzeiten

In deutschen Haushalten gehören Katzen und Hunde zu den beliebtesten Haustieren.

Obwohl es in diesen Haushalten mehr Katzen als Hunde gibt, zählen wir hier weit über 10 Millionen Hunde (allein in Deutschland; Quelle: Industrieverband Heimtierbedarf e. V., 2021).

Laut Wikipedia sind es weltweit schätzungsweise 500 Millionen. Der Hund ist der früheste Begleiter des Menschen. Er zeigte sich nicht nur als Beschützer des Eigentümers oder als Hilfskraft, zum Beispiel bei der Jagd, sondern auch im wahrsten Sinne des Wortes als dem Menschen treu verbundener Gefährte.

Stimmen alle Angaben, kann davon ausgegangen werden, dass es die ersten Mensch-Hund-Beziehungen vor 20.000, 30.000 Jahren gab. Je nach Quelle gab es den ,häuslichen' Hund schon vor 100.000 Jahren.

Canis lupus familiaris

Der Vorgänger des Hundes ist der Wolf (Canis lupus), was bedeutet, dass es den Wolf natürlich schon viel, viel länger als den Hund gibt. Vom Hund (Canis lupus familiaris) wird dann gesprochen, wenn davon ausgegangen werden kann, dass er domestiziert wurde.

Das heißt, dass er an das direkte Zusammenleben mit dem Menschen gewöhnt wurde. In dem lateinischen Namen verbirgt sich das Wort ,lupus', was mit ,Wolf' übersetzt wird und seine Herkunft verrät.

Hunde seit Adam und Eva?

Dass sich im Paradies mehrere Tiere getummelt haben, ist uns klar. Auf verschiedenen Gemälden ist das zu erkennen. Zum Beispiel auf einem Holzstich von Hendrick Goltzius (niederländischer Maler und Kupferstecher, 1558 1617) und auf dem Ölgemälde ,Der Sündenfall') des Niederländers Cornelis Corneliszoon van Haarlem (1562 1638).

Dort liegt ein aufmerksam nach oben schauender Hund zu Adams Füßen. Er liegt zu nahe bei Adam, um ein fremdes Tier zu sein.

So darf geschlossen werden, dass dieser Hund zu Adam und Eva gehörte.

Homo Sapiens in Begleitung des Hundes?

Vermutlich war der Homo Sapiens, der vor ca. 45.000 Jahren nach Europa einwanderte, in Begleitung eines Hundes, als er den Neandertaler traf.

Der Neandertaler selbst hatte keinen Hund.

Hoffentlich war das nicht der Grund, weshalb der Neandertaler aussterben musste.

Möglicherweise zeigte sich der Hund wichtig in der Entwicklung des moderneren Homo Sapiens und damit des Menschen.

Mammut und Rentier

Vor ca. 30.000 Jahren wohnten Menschen friedlich in einer Siedlung in der Nähe der heutigen tschechischen Stadt Brünn.

Wissenschaftler und Forscher fanden bei Ausgrabungen heraus, dass die dort lebenden Menschen mit Haushunden zusammenwohnten. Sie schließen das aus der Nahrungsaufnahme der beiden Gruppen.

So fanden sie heraus, dass sich die Menschen vorwiegend an Mammutfleisch labten, während ihre Hunde, mit denen sie ja friedlich zusammenlebten, mit Rentierfleisch vorliebnehmen mussten.

Erstens ist hieraus zu erkennen, dass das Mammut vielleicht den Menschen besser gemundet haben muss und zweitens, dass die Hunde eine andere Nahrung bekamen.

Sie erhielten demnach nicht die Reste, die beim Menschen übrigblieben, sondern vielmehr eine eigene Speise.

Hieraus ziehen die Forscher den Rückschluss, dass es sich um Haustiere gehandelt haben muss, die harmonisch mit dem Menschen zusammenlebten.

Der ägyptische Hunde-Gott Anubis

Dass die alten Ägypter die Katze verehrten, ist bekannt.

Sie verehrten aber auch den Hund.

Angeblich wurden einige Pharaonen mit ihren Hunden zusammen beerdigt.

Einer der altägyptischen Götter ist Anubis.

In der Darstellung hat er einen aufrechtgehenden Menschenkörper, trägt allerdings einen Hundekopf oder ist auch als kompletter, meist liegender, schwarzer Hund dargestellt.

Er war zuständig für die Mumifizierung (Einbalsamierung).

Interessanterweise gibt es außerdem einen sogenannten Pharaonenhund.

Ursprünglich kommt er aus Malta.

Alte Knochenfunde belegen, dass es diesen Hundetyp bereits vor 5.000 Jahren in Ägypten gab.

Deshalb wird angenommen, dass er als Vorbild für Anubis galt.

Kerberos

Der lateinische Name von Kerberos lautet Cerberus, auf Deutsch Zerberus.

Der in der griechischen Mythologie bekannte, meist dreiköpfige, Höllenhund bewacht den Eingang zur Unterwelt. Kein Lebender darf dort hinein, kein Toter von dort hinaus. Verständlicherweise wirkt der Höllenhund angsteinflößend.

Sein Bellen wird als metallisch beschrieben und selbstverständlich soll sein Atem tödlich gewesen sein.

Als er der Sage nach von Herakles aus der Unterwelt in die Oberwelt entführt werden sollte, tropfte aus dem Maul des Höllenhundes giftiger Speichel auf die Erde.

Dort wo die Tropfen auf die Erde fielen, wuchs der giftige Eisenhut.

Vor 2.000 Jahren

Alexander der Große, genannt Alexander III. von Makedonien lebte vom 20.07.356 bis zum 10.06.323 vor Christus. Sein Leben endete damit schon weit vor 2.000 Jahren.

Die große Auswahl an Hunderassen, die wir heutzutage kennen, gab es früher in dieser Vielfalt noch nicht. Hunde mussten bewachen, kämpfen, arbeiten.

Alexander der Große setzte zum Beispiel den Molosso Kampfhund in seinen Kriegszügen ein.

Molosso

Der sehr wuchtige und kräftige Molosso Kampfhund zeigte große Angriffslust und gleichzeitig eine geringe Schmerzempfindlichkeit.

Er wurde zur Unterhaltung der Bevölkerung im Kampf gegen Löwen und Bären, allerdings auch gegen Menschen eingesetzt.

Der Name Molosso leitet sich von einem Volk im historischen Epirus, den Molossern ab. Dort wurde der Molosso als Hirtenhund eingesetzt.

Columella

Lucius Iunius Moderatus Columella (gestorben ca. 70 n. Chr.) war ein damals bekannter römischer Schriftsteller. Er verbrachte sein Leben überwiegend in Rom, in dessen Nähe er ein Landgut besaß.

Er erstellte ein umfangreiches Werk, bestehend aus zwölf Büchern (De re rustica ,Über die Landwirtschaft'), das sich überwiegend mit eben dieser auseinandersetzte.

Er geht in diesem Werk auch auf Wachhunde und Hirtenhunde ein. Columella zieht zwischen diesen beiden Gruppen eine Grenze und beschreibt deutlich deren Unterscheidungsmerkmale.

Schauen wir uns diese beiden Gruppen an.

Der römische Hirtenhund

Laut Columella sollen die Hirtenhunde möglichst ein weißes Fell haben. Damit kann der Hund in der Dämmerung noch gut erkannt werden. Und es gibt einen weiteren, wichtigen Grund.

Schleicht sich ein hungriger Wolf gierig schnüffelnd auf die harmlos grasende Schafherde zu, kann er gut vom eigenen Hirtenhund unterschieden werden.

Damit unterliegt der Hirte beziehungsweise der Schäfer nicht der Gefahr, den eigenen Hund anstelle des fiesen Wolfs zu erlegen.

Weiter empfiehlt Columella, dass der Hirtenhund ruhig etwas weniger flink als der Wachhund sein kann.

Er soll die Wölfe ja nicht verfolgen, sondern stark genug sein, den angreifenden, hungrigen vierbeinigen Feind zu erledigen. Im Idealfall ist der Hirtenhund so kräftig, dass er auch keine Scheu hat, seine Herde vor einem Bären zu schützen.

Der römische Wachhund

Der Wachhund hingegen muss flinker als der Hirtenhund sein. Meist ist er an einer Hundehütte oder vor den Vorratsräumen der Bauern angekettet. Der Wachhund ist bullig und sehr angriffslustig. Muskelbepackt fürchtet er sich nicht, das Hab' und Gut seines Herrchens zu bewachen.

Der Hund ist ,scharf' und darauf abgerichtet, furchtlos und kräftig zuzubeißen.

Deshalb ,leihen' sich die Adeligen und die bessere Gesellschaft hin und wieder den Wachhund für die eigene Jagd aus. Bei dieser Jagd kann der Wachhund das Wild anfallen und sich an ihm festbeißen, bis die Jagdgesellschaft eingetroffen ist.

Da der Wachhund bei der Jagd riskiert selbst verletzt zu werden, setzen die Herrschaften schlauerweise die eigenen Hunde ungern ein. Wenn der Hund des Bauern verletzt wird Pech. Pech für den Bauern. Sollte es vorkommen, dass der Hund am Ohr verletzt wird, blutet er dort sehr stark aus der Wunde.

Das Blut kann dann schon mal in die Augen laufen und die Sicht des Hundes beeinträchtigen. Um dem vorzubeugen, werden dem Wachhund die Ohrmuscheln kupiert, das heißt abgeschnitten.

Damit der Wachhund noch furchteinflößender wirkt, als er sowieso schon auftritt, wird vom Halter ein schwarzes Hundefell bevorzugt. Außerdem ist er so nachts nicht mehr deutlich erkennbar ein wertvoller Vorteil des Wachhundes gegenüber dem gemeinen Dieb, der einbrechen und stehlen will.

Cave canem

„Hüte dich vor dem Hund!″ Ein Spruch, den wir heute an manchem Gartenzaun lesen können.

Tatsächlich ist diese Warnung aber schon viel älter. Schon die Römer hatten Hunde, die ihre Häuser bewachten.

Als die reiche Stadt Pompeji im Jahr 79 nach Christus durch einen Vulkanausbruch zerstört wurde, blieben weite Teile konserviert.

So wurden im 18. Jahrhundert auf einem schwarz-weißen Fußbodenmosaik die Abbildungen eines schwarzen Hundes im sogenannten ,Haus des tragischen Dichters' gefunden.

Über dem warnenden Spruch ,cave canem' ist der Wachhund abgebildet.

Kampfhund und Kriegshund

Hunde wurden auch für kriegerische Zwecke ausgebildet und als Kriegshunde eingesetzt.

So haben griechische und assyrische Armeen ihren Soldaten trainierte Kampfhunde vorausgeschickt, um den Feind zu entdecken oder dessen Aufmerksamkeit auf den Hund zu lenken.

Später, im ,alten Rom', als es noch üblich war, dass im Kolosseum Gladiatoren gegeneinander kämpften, wurden neben Bären und Löwen auch Kampfhunde eingesetzt.

Die Zuschauer waren hellauf begeistert, wenn die Hunde nicht nur aufeinandergehetzt wurden, sondern auch gegen die Gladiatoren kämpften.

Auch heute gibt es noch Kampfhunde. In vielen Ländern der Welt ist es üblich, diese gegeneinander antreten zu lassen. Der Zuschauer kann auf einen der Hunde wetten und viel Geld gewinnen oder auch verlieren.

Mysteriöse Hundeknochen unter dem Haus der Geschichte in Bonn

Bei den Ausgrabungen zum Bau des Bonner Hauses der Geschichte wurde neben Exponaten aus dem römischen Alltagsleben eine große Zahl von Hunde-Skelett-Knochen gefunden.

Sie sollen von mindestens 87 Tieren stammen, meist von großen Wachhunden, aber auch von einigen kleinen Schoßhunden. Die Hunde gehörten zu den Römern, die dort lebten.

Bis heute ist allerdings ungeklärt, weshalb gerade an dieser Stelle so viele dieser Hunde-Knochen gefunden wurden.

Vor 1.000 Jahren

Wenden wir uns dem Mittelalter zu.

Die Lex Baiuvariorum

Im frühen Mittelalter gibt es schon eine Gesetzessammlung, die den rechtlichen Umgang mit dem Klerus, dem Adel, den Geschlechtern und den Freigelassenen, wie aber auch Verhaltensregeln bei Brandstiftung, Diebstahl, Gewalttätigkeiten und anderen Schändlichkeit in 23 Artikeln regelte. Sozusagen ein Knigge-Buch aus früheren Zeiten. Gemeint ist hier die Lex Baiuvariorum (Lex Baiuwariorum, Lex Bajuvariorum, Lex Baivariorum) aus der Zeit des 6. bis 8. Jahrhunderts. Die Aufzeichnung umfasst eine Textsammlung, die das Volksrecht der Bajuwaren (Baiuwaren) regelte. Die Bajuwaren waren eine Bevölkerungsgruppe, die Bayern, Österreich und Südtirol besiedelten. Von ihnen stammen die Bayern ab.

Interessanterweise wurde in dieser Gesetzessammlung auch auf den gesetzlichen Umgang mit Hunden eingegangen. Zum Beispiel:

Kapitel 19: von Toten und was sie betrifft

Kapitel 20: von Hunden und ihrer Buße

Kapitel 21: von Habichten und Vögeln

Der Hund und die mittelalterliche Jagd

Nun befinden wir uns mitten im Mittelalter. Hier wurden Jagdhunde gezielt gezüchtet. Hauptgrund dafür war, dass die Fürstenhäuser ein wichtiges und elitäres Jagdrecht besaßen. Außer ihnen durfte niemand Wild jagen und töten. Deshalb kam es immer wieder zu Wilderei der niederen Stände, da diese ihren Hunger stillen wollten. Wilderei wurde oft mit dem Tod geahndet.

Die Jagdhunde waren sehr gut trainiert und deutlich teurer als die Hofhunde. Bei den Jagdhunden selbst war der Leithund der wichtigste. So kam es nicht von ungefähr, dass die teuren Jagdhunde zu einem regelrechten Statussymbol bei den Adligen wurden.

Interessanterweise sah die Kirche den Hund als wertlos an. Ja, sie betrachtete ihn sogar als unrein.

Hildegard von Bingen (1098 1179, katholische, deutsche Äbtissin und Naturwissenschaftlerin) hatte allerdings eine ganz andere Einstellung zum Hund. Ihr wird folgendes Zitat zugeschrieben: „Gib dem Menschen einen Hund und seine Seele wird gesund.“

Zeichentrick- und Literatur-Hunde

Zwischen Mensch und Hund gibt es seit Jahrtausenden eine enge Beziehung. Somit ist es auch keineswegs verwunderlich, dass immer wieder Hunde in Malereien, Literatur und Filmen auftauchen.

Das Kapitel der Zeichentrick- und Literatur-Hunde lässt sich nicht ganz sauber vom darauffolgenden Kapitel Film- und Fernseh-Hunde trennen. Manch berühmt gewordener Hund erschien zuerst in der Literatur und tauchte dann im Film auf.

Auf den nächsten Seiten werden wir uns einigen, den meisten Leserinnen und Lesern sicherlich bekannten, Hunden widmen.

Beginnen wir mit einem ganz kleinen, weißen, heroischen Hündchen, das mit zwei kräftigen Männern viele Abenteuer erleben darf.

Idefix

Die beiden Franzosen René Goscinny (1926 1977) und Albert Uderzo (1927 2020) hatten mehr als eine geniale Idee. Unter anderem entwarfen die beiden Comic-Zeichner Asterix und Obelix, beide am selben Tag geboren, nämlich im Jahr 50 vor Christi Geburt.

Sie halten sich wacker gegen die Invasion der Römer. Asterix ist der Clevere der beiden, Obelix hat dafür mehr Kraft in den Oberarmen.

Ihnen zur Seite, genauer gesagt ist es eher die Begleitung Obelix', befindet sich ein kleines, weißes Hündchen mit schwarzer Nase und schwarzen Schwanz- und Ohrenspitzen, das auf den Namen Idefix hört. Idefix kommt aus dem französischen ,idée fixe' und bedeutet ,fixe Idee'. Denn fix ist er allemal, Idefix.

Ab dem fünften Band begleitet Idefix die beiden Gallier auf ihren abwechslungsreichen Abenteuern. Idefix bedauert es sehr, wenn ein Baum oftmals ungewollt von Obelix mit seinen ungezügelten Kräften umgehauen wird. Er bricht dann in lautes Heulen aus.

Goofy

Nach diesem kleinen, pfiffigen Hund wenden wir uns einem lustigen Hund zu. Goofy, zu Deutsch etwa ,albern', ist der ständige und sehr treue Begleiter von Mickey Mouse; erfunden von den beiden Trickfilmzeichnern Walt Disney (1901 1966) und Ub Iwerks (1901 1971).

Arthur Harold Babitsky (Art Babbitt, 1907 1992) half Goofy 1932 auf die Welt.

Bis 1939 hieß er Dippy Dawg, was so viel wie ,verdrehter Hund' heißt. Der braunhäutige, großgewachsene und aufrecht gehende Goofy mit seinen langen Schlappohren wirkt immer etwas tollpatschig.

Er ist aber ausgesprochen liebenswert und gehört neben Mickey Mouse und Donald Duck zu den wichtigsten Comic-Figuren der Anfangszeiten dieser tierischen Wesen mit menschlichen Charakterzügen.

Pluto

Bei dieser Gelegenheit muss natürlich auch auf den gelb-braunen Pluto aus den Disney-Filmen hingewiesen werden.

Im Gegensatz zu Goofy wird er tatsächlich als Hund dargestellt und tritt meistens als Begleiter von Mickey Mouse auf.

101 Dalmatiner

Gleich 101 weiße Hunde mit vielen schwarzen Punkten, nämlich schlanke Dalmatiner, stammen ebenso aus der Filmindustrie von Walt Disney. Der erste Dalmatiner-Zeichentrick-Film erschien im Jahre 1961. Er basiert auf einem Roman der englischen Schriftstellerin Dorothy Gladys Smith (Dodie, 1896 1990) aus dem Jahr 1956.

Alles fing ganz harmlos an. Perdita, eine hübsche Dalmatiner-Dame verliebt sich in den stolzen Dalmatiner namens Pongo. Zusammen setzen sie 15 süße Welpen in die Welt. Dummerweise werden die Welpen entführt und nach großem Trari und Trara und vielen Turbulenzen wiedergefunden. Mittlerweile hat sich die Familie erheblich vergrößert. Aus den 15 Welpen sind 99 geworden. Zusammen mit Perdita und Pongo sind es 101 Dalmatiner.

Snoopy

Wer kennt ihn nicht, den liebenswerten Hund von Charlie Brown? Eine Figur aus der Comicserie der ,Peanuts', erfunden vom US-amerikanischen Zeichner Charles Monroe Schulz (1922 2000). Eine ,peanut' ist eine Erdnuss. Peanuts kann auch stehen für ,Kleinigkeiten', oder ,ein paar Kröten'.

Charlie Brown ist vom Pech verfolgt. Er könnte als klassischer Verlierer dieser Gesellschaft angesehen werden. Der weiße Beagle mit schwarzen Ohren namens Snoopy (englisch für ,herumschnüffeln'), döst am liebsten auf dem Dach seiner Hundehütte. Snoopy lebt in einer Scheinwelt und philosophiert gerne über alles Mögliche und nicht Mögliche. Sagen wir mal so: Er denkt mehr als er tut.

Struppi

Im Gegensatz zum philosophierenden Snoopy haben wir wieder einmal einen kleinen, süßen, weißen Hund, einen Foxterrier namens Struppi (französischer Name ist Milou). Er ist der treue, pfiffige Begleiter des belgischen Reporters Tim. Durch die berufliche Tätigkeit reisen beide in alle möglichen Länder dieser Welt. Struppi/Milou hilft dabei, knifflige Fälle zu lösen. Beide Figuren stammen vom belgischen Comic-Zeichner Georges Prosper Remi alias Hergé (1907 1983). Hergé soll dem Hund den Namen Milou in Erinnerung an seine erste Liebe namens Marie-Louise gegeben haben.

Susi und Strolch

Nun machen wir die Bekanntschaft mit zwei Comic-Hunden, die seit 1955 gemeinsam auftreten. Wie zu erwarten, produzierte Walt Disney hier erneut einen fantastisch emotionalen Zeichentrickfilm. Im Original heißt der Film ,Lady and the Tramp'.

Susi ist eine elegante Cockerspaniel-Dame. Ein paar Häuser weiter lebt der Scottish Terrier Jock. Zwei weitere Hunde spielen in dem Film eine entscheidende Rolle. Zum einen ein Bluthund namens Pluto und ein herumstreunender Mischlingshund, eben der Tramp, genannt Strolch.

Es versteht sich von selbst, dass Susi und Strolch die dicksten Freunde werden und dass sie das eine oder andere abenteuerliche Erlebnis erfolgreich durchlaufen.

Der Spitz von Witwe Bolte

Witwe Bolte von Heinrich Christian Wilhelm Busch (1832 1908), zweiter Streich von Max und Moritz.

„Ach, Frau Bolte weint aufs neu,

und der Spitz steht auch dabei.″

Tja, Max und Moritz stibitzten der Witwe das Geflügel, das sie auf dem Ofen zubereitet. Als Frau Bolte das merkt, denkt sie, ihr Hund habe die Hühner gefressen. Im Text hört sich das dann so an:

„Alle Hühner waren fort.

Mit dem Löffel groß und schwer

Spitz! Das war ihr erstes Wort.

geht es über Spitzen her;

Oh du Spitz, du Ungetüm!

laut ertönt sein Wehgeschrei,

Aber wart! Ich komme ihm!

denn er fühlt sich schuldenfrei.″

... und das war er auch, was aber nur der Leser weiß.

Plisch und Plum

Noch einmal darf Wilhelm