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Als es so aussieht, als würde man Korrdyn auf die Spur kommen, dass er hinter den Drohungen für Lurrisha steckt, weiß er, dass es an der Zeit ist, aus der Siedlung zu fliehen. Als ihm dabei die menschliche Krankenschwester Kayleen über den Weg läuft, beschließt er, sie als Geisel mit sich zu nehmen. Sie ist seine Lebensversicherung. Zumindest solange, bis er weit genug von seinen Leuten und den Alien Breeds entfernt ist. Er hat keine Ahnung, wie seine Zukunft aussieht. Allein. In der Wildnis. Doch er ist sich sicher, dass ihn in der Siedlung sein Todesurteil erwartet. Doch was soll er tun, wenn er seine schöne Geisel nicht mehr braucht. Wenn sie ihm zur Last fällt? Wird er es wirklich über sich bringen können, sich ihrer zu entledigen, wenn ihr Anblick allein ganz andere Gedanken in ihm wachruft?
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Seitenzahl: 98
Veröffentlichungsjahr: 2025
Table of Contents
Korrdyn
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Epilog
Alien Breed Series Buch 74
Melody Adams
Science Fiction Romance
Korrdyn
Alien Breed Series Buch 74
Melody Adams
Deutsche Erstausgabe 2025
Love & Passion Publishing
www.lpbookspublishing.com
copyright © 2025 by Melody Adams
© Cover Art by CMA Cover Designs
Alle Rechte vorbehalten.
Alle Personen und Gegebenheiten in diesem Buch sind fiktiv. Ähnlichkeiten mit noch lebenden oder bereits verstorbenen Personen sind rein zufällig.
Als es so aussieht, als würde man Korrdyn auf die Spur kommen, dass er hinter den Drohungen für Lurrisha steckt, weiß er, dass es an der Zeit ist, aus der Siedlung zu fliehen. Als ihm dabei die menschliche Krankenschwester Kayleen über den Weg läuft, beschließt er, sie als Geisel mit sich zu nehmen. Sie ist seine Lebensversicherung. Zumindest solange, bis er weit genug von seinen Leuten und den Alien Breeds entfernt ist. Er hat keine Ahnung, wie seine Zukunft aussieht. Allein. In der Wildnis. Doch er ist sich sicher, dass ihn in der Siedlung sein Todesurteil erwartet. Doch was soll er tun, wenn er seine schöne Geisel nicht mehr braucht. Wenn sie ihm zur Last fällt? Wird er es wirklich über sich bringen können, sich ihrer zu entledigen, wenn ihr Anblick allein ganz andere Gedanken in ihm wachruft?
Kayleen
Eine aufgeregte Menge hatte sich vor dem Gemeindehaus versammelt. Sie unterhielten sich hitzig, ein Durcheinander von Worten, zu viele auf einmal für meine Übersetzerbakterien. Ich drängte mich durch die Menge zum Eingang, um zu sehen, warum alle hier herumstanden, anstatt hineinzugehen. Als mein Blick auf die toten Vögel fiel, kam ein erschrockener Schrei über meine Lippen. Wer tat so etwas? Und warum?
„… eine Warnung für Lurrisha“, hörte ich eine der Frauen neben mir sagen. „Ich hab gehört, dass jemand bereits einen toten Vogel vor ihrem Haus abgelegt hat.“
„Ich verstehe ja, dass Leute sich aufregen, weil sie ihren Harem aufgeben will“, sagte eine andere Frau. „Doch das geht zu weit.“
Ich war erst seit Kurzem hier in der Siedlung der Mastics und kannte die Frauen zwar alle bei Namen, doch das bedeutete nicht, dass ich sie persönlich kannte. Lurrishas Name war jedoch in den letzten Tagen viel gefallen. Die Gerüchteküche in der Siedlung kochte. Von dem, was ich wusste, war sie mit dem Botschafter der Hajonkee zusammen und war von ihm schwanger. Die Mastics hatten zu wenig Frauen und eine niedrige Geburtsrate. Deswegen waren sie dazu übergegangen, dass die Frauen jeweils mehrere Männer hatten. Einen Harem. Und wenn sie ihre fruchtbaren Tage hatten, dann hatten sie mit ihren Männern so viel Sex wie sie konnten, nur um die Chance auf ein Baby zu erhöhen. Ich hatte seit meiner Ankunft hier viele Frauen klagen hören. Sie genossen den Sex nicht, doch sie sahen es als ihre Pflicht an. Und Lurrisha wollte sich ihrer Pflicht entziehen. Wie die Frau gerade gesagt hatte, war es verständlich, wenn das manche ärgerte, doch diese toten Vögel waren eine klare Drohung. Dies ging zu weit. Ich drängte mich erneut durch die Masse, um zu gehen. Mir war der Appetit fürs Frühstück vergangen. Mein Blick fiel auf Lurrisha und ihren goldenen Liebhaber. Hareem. Ich war gut mit Namen und Gesichtern. Zuerst waren nur die Frauen und eine Handvoll der Männer hier auf Eden gewesen, und ich hatte keine Mühe gehabt mir zu merken, wer wer war. Die restlichen Männer waren erst vor Kurzem nach Eden gekommen und nun war es auch für mein Namensgedächtnis zu viel.
Arme Frau, dachte ich, Lurrisha mit ihrem kleinen Sohn auf dem Arm betrachtend, ehe ich mich abwandte, um zu gehen.
„Mutter!“, hörte ich Lurrishas Sohn alarmiert rufen.
Ich stoppte und wandte mich erneut um.
„Was ist, Sarrajo?“, fragte Lurrisha.
„Vogel tot!“, sagte Sarrajo.
„WAS?“, rief Lurrisha, ihrem Alien einen besorgten Blick zu werfend.
„Bleibt hinter mir!“, sagte der und schob sich durch die Menge.
Ich wollte sie warnen, doch die Menge war zu laut geworden und so folgte ich ihnen stattdessen. Die arme Lurrisha keuchte entsetzt, als sie die Vögel sah. Ich konnte mir gut vorstellen, wie verängstigt sie sein musste. Wenn man solche Drohungen bekam, dann war das schon besorgniserregend. Ich war mir nicht sicher, ob der Täter ihr wirklich Leid antun wollte, doch die Messer in den Leibern der toten Vögel schienen darauf hinzudeuten, dass er ihr drohte, so etwas mit ihr zu tun. Ich war jedoch nur eine Schwester, keine Psychologin.
„Okay, Leute“, sagte Larrdon, der Mastic, der die Siedlung im Moment leitete. „Dies ist ein Tatort. Geht zurück zu euren Häusern. Das Frühstück fällt heute aus. Geht nach Hause. Na los. Hier gibt es nichts zu sehen. Dies ist ein Tatort!“
Die Menge zerstreute sich nur widerstrebend. Erst als ein paar der Alien Breeds hinzukamen, wandten sie sich murrend ab und gingen davon.
„Sieh!“, rief ein Alien Breed, der sich die Messer näher angesehen hatte. „Diesmal hat der Bastard einen Fehler gemacht. Ein voller Fingerabdruck!“
„Wir müssen Abdrücke von allen Einwohnern machen“, warf Larrdon ein.
„Das sind gute Nachrichten“, sagte Hareem erleichtert. „Jetzt werden wir endlich herausfinden, wer hinter der Sache steckt.“
Mein Bick fiel auf Lurrisha. Sie zitterte am ganzen Körper und ihr Blick war leer. Sie stand eindeutig unter Schock. Ich näherte mich ihr besorgt.
„Lurrisha“, sagte ich sanft und fasste sie beim Arm. „Komm“, sagte ich. „Komm mit mir. Es ist besser, wenn du dich hinsetzt.“
„Geh mit der Schwester“, sagte ihr Hajonkee besorgt, als Lurrisha ihn aus weiten Augen ansah. Er nickte ihr aufmunternd zu. „Geh. Setzt dich. Du und die Kinder sollten dies nicht sehen. Geh!“
Schließlich ließ sich Lurrisha von mir davon führen.
Lurrisha zitterte immer mehr, als ich sie ins Innere führte. Einer der Alien Breeds begleitete uns. Er öffnete die Tür und ging als erstes hinein, ehe er uns winkte, dass alles okay war.
„Wohin, Schwester?“, fragte der Alien Breed.
„Ins Büro. Dort gibt es einen Erste Hilfe Kasten.“
„Erste Hilfe? Lurrisha ist doch nicht verletzt.“
„Nein, doch sie steht unter Schock“, erklärte ich. „Ich werde ihr ein leichtes Beruhigungsmittel geben.“
Wir gingen ins Büro und ich half Lurrisha, sich in einen Sessel zu setzen. Der ältere Junge nahm auf einer Bank beim Fenster Platz. Ich nahm Lurrisha den kleinen Jungen aus den Armen und setzte ihn neben seinen Bruder.
„Pass gut auf deinen Bruder auf, ja?“
„Klar“, versicherte der große Bruder.
Ich suchte im Erste-Hilfe-Schrank nach dem Beruhigungsmittel, ehe ich mich frustriert an den Alien Breed wandte.
„Kein Beruhigungsmittel hier. Ich muss eines aus der Praxis holen.“
„Wenn du mir sagst, wonach ich gucken soll, dann hol ich es für dich“, bot der Alien Breed an.
Ich schüttelte den Kopf.
„Bleib hier bei ihr. Ich bin in ein paar Minuten zurück“, sagte ich und eilte aus dem Raum.
Korrdyn
Ich schlich hinter den Häusern entlang. Ich musste hier weg, bevor sie für mich kamen. Verdammt! Ich hatte es verbockt. Trotz aller Vorsicht hatte ich einen Fingerabdruck hinterlassen. Ich konnte nicht zulassen, dass man meine Fingerabdrücke mit dem Abdruck auf dem Messer verglich. Noch waren sie beschäftigt, Abdrücke von allen zu nehmen. Ich musste hier weg sein, bis ihnen auffiel, dass ich fehlte. Es war ein weiter Weg vom Dorf bis zum Waldrand, doch wenn ich es bis dorthin schaffte, dann hatte ich genügend Cover, um nicht so schnell gesehen zu werden. Ich hatte keinen Plan für meine Zukunft. Alles, was ich wusste, war, dass es vorbei war, wenn sie mich schnappten. Sicher würden sie mich hinrichten. Ich konnte mich noch gut daran erinnern, wie man Kandorr hingerichtet hatte. Es war viele Jahre her. Ich war noch sehr jung gewesen. Mehr Kind als Mann. Doch die Bilder der Hinrichtung würde ich nie vergessen. Lieber lebte ich für den Rest meines Lebens allein im Wald, als dass ich so enden wollte. Dies war nicht Barrdwon. Der Wald auf Eden war gefährlich, doch es gab genug Wild und frisches Wasser, um zu überleben.
Ich hatte beinahe das Ende der Siedlung erreicht, als ich eine Gestalt aus der Klinik kommen sah. Die Krankenschwester. Ein Gedanke formte sich in meinem Kopf. Falls sie mir nachkamen, ehe ich den Wald erreichte, würde eine Geisel helfen, mir meine Jäger vom Leib zu halten. Entschlossen schlich ich zischen zwei Häusern auf den Weg zu, wo die Krankenschwester vorbei kommen musste. Ich versteckte mich hinter einem Busch, bis ich ihre Schritte hörte. Mein Herz klopfte unruhig. Es war riskant. Wenn sie schrie, dann würde man auf mich aufmerksam werden. Es gab auch eine geringe Chance, dass man mich sah, wenn ich die Schwester ergriff. Doch der Nutzen, den die Frau mir auf der Flucht bringen konnte, war größer als die Gefahr. Ich zog mein Jagdmesser aus der Scheide an meiner Seite und machte mich bereit. Ich wartete, bis die Frau in meinem Sichtfeld erschien. Einen schnellen Blick umher werfend, ob jemand anderes zu sehen war, dann sprang ich auf sie zu und packte sie. Ich erstickte ihren Schrei mit meiner Hand, während ich sicherstellte, dass sie die Spitze meines Messers gegen ihre Brust spürte.
„Ruhig“, raunte ich in ihr Ohr. „Wenn du ruhig bist und tust, was ich dir sage, dann wird dir nichts geschehen. Verstanden?“
Sie sagte etwas Unverständliches gegen meine Hand, doch es klang wie eine Zustimmung.
„Ich nehme jetzt meine Hand weg. Wenn du schreist, dann schneide ich dir die Kehle durch. – Verstanden?“
Erneut gab sie eine unverständliche Zustimmung hinter meiner Hand. Ich ließ die Hand von ihrem Mund gleiten und packte sie beim Arm, um sie zwischen die Häuser zu zerren.
„Was willst du von mir?“, fragte sie leise.
Ihre Stimme zitterte, doch sie schien erstaunlich ruhig.
„Du bist meine Lebensversicherung“, sagte ich, sie mit sich ziehend. „Wir müssen hier weg. Man wird für mich kommen.“
„Wer wird für dich kommen?“, fragte sie leise.
„Ruhe jetzt. Komm! Wir müssen schneller sein.“
Die Schwester gehorchte und blieb still, als ich sie erbarmungslos mit mir zog. Zusammen rannten wir über die Steppe. Es gab hier wenig Schutz. Man würde uns von Weitem sehen können. Doch wir hatten einen guten Vorsprung. Ich hörte keine Rufe aus dem Dorf, kein Anzeichen, dass man uns gesehen hatte. Wahrscheinlich gingen sie zuerst zu meinem Haus. Wenn sie mich dort nicht vorfanden, würden sie die Siedlung durchsuchen. Erst dann würde man die Suche auf das Gebiet außerhalb des Dorfes ausweiten. Sicher würden sie denken, dass ich den kürzeren Weg zu dem Wald im Norden nehmen würde, bei den Feldern entlang. Doch ich hatte den Weg zum südlichen Wald gewählt. Die Chancen standen gut, dass sie zuerst im Norden suchen würden. Selbst wenn sie mit dem Gleiter nach Norden flogen, sie würden mich nicht mehr sehen können, wenn ich mich weit genug von der Siedlung entfernt befand. Die Entfernung war zu groß. Das hohe Gras mochte nicht viel Sichtschutz bieten, doch vom Gleiter aus, der in die andere Richtung flog, würde man mich wahrscheinlich nicht sehen. Ich musste es nur bis zum Wald schaffen. Zum Wald. Weiter konnte ich noch nicht denken. Erst einmal weg hier. Wenn ich mich in Sicherheit befand, dann konnte ich mir weitere Gedanken machen. Und dann konnte ich mir auch überlegen, was ich mit meiner Geisel tun sollte. Für den Moment war sie meine Lebensversicherung. Doch danach würde sie mir zur Bürde werden. Doch besaß ich wirklich genügend Kaltblütigkeit, um die Frau zu töten? Der Gedanke behagte mir nicht.
Später, sagte ich mir. Du kannst das später entscheiden. Erst einmal weg hier.
Kayleen
Mein Herz raste,
