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Das Buch bietet für Ehrenamtliche und andere Interessierte in der Hospizarbeit eine umfassende Grundlage für die Begleitung schwer kranker, sterbender und trauernder Menschen und ihrer Angehörigen. Beginnend bei der Geschichte der Hospizarbeit, über die Arbeit im palliativen Team, Begleitung Sterbender und Trauernder, Kondolenz, Bestattung und Trauerfeier, bis hin zu Trauer allgemein und spezifischen Gruppen Trauernder wie Kinder, alte Menschen, Menschen anderer kultureller Herkunft, werden hier erstmals praxisrelevant zusammengetragen. Konkrete Anleitungen sollen zeigen, wie man sich verhalten kann und welche Angebote hilfreich sein können. Die Beschreibung der Sterbephasen nach Elisabeth Kübler-Ross und eine Darstellung möglicher Trauerverläufe nach Verena Kast und William Worden runden das Wissen ab. Im Anhang befinden sich ausführliche Listen mit Literaturangaben und wichtigen Adressen. Trotz der großen Anzahl von Veröffentlichungen zum Thema Sterben, Tod und Trauer fehlte bisher ein solch umfassendes Grundlagenwerk.
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Seitenzahl: 333
Veröffentlichungsjahr: 2012
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Ein Begleitungshandbuch
Der Tod lächelt uns alle an, das einzige, was man tun kann, ist zurück zu lächeln.
Impressum
Bibliografische Information Der Deutschen Bibliothek
Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.
Bibliographic information published by Die Deutsche Bibliothek
Die Deutsche Bibliothek lists this publication in the Deutsche Bibliothek; detailed bibliographic data is available in the internet at http://dnb.ddb.de
Sophie Warning:
Krankheit – Sterben – Trauer
Ein Begleitungshandbuch
© Ludwigsburg: der hospiz verlag, 2011
2. überarb. Auflage
eISBN: 978-3-941251-47-2
Dieses Werk, einschließlich aller seiner Teile, ist durch das Urheberrecht geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtes ist ohne schriftliche Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Dies gilt insbesondere für Unterrichtszwecke, Übersetzungen sowie Einspeicherungen und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Titelbild: phare des baleines, © Yoann Cimier
www.hospiz-verlag.de
Gliederung
Warum dieses Buch?
Kapitel 1 Der Tod: Feind und Freund
Zitate
Kapitel 2 Kleine Hospizkunde
Ehrenamtliche und hauptamtliche Hospizarbeit
Ehrenamtliche Arbeit
Hauptamtliche Arbeit
Hospiz und Palliative Care
Arbeiten im palliativen Team
Zitate
Kapitel 3 Abschied nehmen – Sterbende Menschen und ihre Angehörigen begleiten
Zur Situation sterbender Menschen
Grundsätzliche Aspekte der Situation sterbender Menschen
Wünsche sterbender Menschen
Symbolsprache sterbender Menschen
Die Würde kranker und sterbender Menschen achten
Kranke und sterbende Menschen nicht allein lassen
Kranke und sterbende Menschen in die Lebenszusammenhänge einbinden
Erhaltung von Lebensqualität
Den bevorstehenden Tod nicht leugnen
Die fünf Phasen des Sterbeprozesses nach Kübler-Ross
Die erste Phase ist die des Nichtwahrhabenwollens und der Isolierung
Die zweite Phase ist die des Zorns
Die dritte Phase ist die des Verhandelns
Die vierte Phase ist die der Depression, die sich in zwei Richtungen entwickeln kann
Die fünfte Phase ist die der Zustimmung
Unterbringung
Krankenhaus oder Altenpflegeheim
Palliativstation
Anthroposophische Einrichtungen
Stationäres Hospiz
Kinderhospiz
Zu Hause
Tages- beziehungsweise Nachtpflegestationen
Behandlungsmöglichkeiten
Information
Patientenverfügung, Vollmacht, Betreuung
Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen
Heilmethoden
Finanzierung
Zur Situation der Angehörigen
Die besondere Situation pflegender Kinder und Jugendlicher
Sterbende Menschen begleiten
Die eigene Kraft, die eigenen Fähigkeiten einschätzen
Offene Fragen stellen – Antworten respektieren
Entscheidungen der Betroffenen mittragen
Konkrete, realistische und verbindliche Hilfe anbieten
Mitteilungen an sterbende Menschen
Angehörige von sterbenden Menschen begleiten
Die Situation und die eigenen Kräfte einschätzen
Gewahrsein der Situation unterstützen
Konkrete, realistische Hilfsangebote machen
Mitteilungen an Angehörige von sterbenden Menschen
Einige Grundregeln für die Kommunikation
Karten und Briefe
Anrede
Ihre Reaktion auf die Nachricht
Anteilnahme ausdrücken
Die Situation benennen, Hilfe anbieten
Ermutigung und Gruß
Telefongespräche
Zitate
Kapitel 4 Der Trauerfall – Kondolieren
Kondolenz – Haltung und Sprache
Wenn die Sprache auf den Tod kommt
Der medizinische und auch der forensische Fachjargon
Die Vulgärsprache
Nachricht vom Trauerfall
Todesanzeigen in der Zeitung
Antwort auf die Nachricht
Kondolenz im offiziellen Rahmen
Kondolenz im privaten Rahmen
Menschen, die einem nahe stehen, sind verstorben
Menschen, die einem bekannt sind, sind verstorben
Menschen, die einem nicht persönlich bekannt sind, sind gestorben
Kondolenzschreiben
Grundregeln für das Abfassen von Kondolenzschreiben
Anrede
Wie und von wem erfuhren Sie von dem Trauerfall
Wie ist jemand gestorben
Die eigene Reaktion
Beileidsbezeugung
Würdigung der oder des Verstorbenen
Ihr Verhältnis zu der oder dem Verstorbenen
Die Situation der Trauernden
Ermutigung, Gruß
Kondolenzanrufe
Kondolenzbesuche
Zitate
Kapitel 5 Bestattung und Trauerfeier – Die letzte Ehre erweisen
Rituale
Die Frage des Geldes
Vor der Bestattung
Formales
Bestattungsformen
Überführung der Toten
Totenfürsorge
Vorsorge für den Sterbefall
Auswahl der Bestatterin oder des Bestatters
Aufbahrung
Totenwache
Totenwaschung
Kleidung der Toten
Einbalsamierung
Totenmaske
Aufbahrung zu Hause
Aussegnung
Bestattungsform und Auswahl der Grabstätte
Beisetzung und Trauerfeier
Ehrung der Verstorbenen
Bedenken des eigenen Lebens
Abschiednehmen
Raum für Emotionen
Einen Segen für die Toten und Hinterbliebenen
Ausblick auf das Leben nach der Trauerfeier
Wer geht zur Bestattung?
Praktische Überlegungen
Trauerkleidung
Kränze und Blumenschmuck
Leichenschmaus
Danksagung
Zitate
Kapitel 6 Trauer – Die Zeit danach
Lebensfördernde und lebenshemmende Trauer
Trauerantwort
Verlust
Mögliche Trauersymptome – Hilfreiche Interventionen
Körperliche Symptome
Seelische Symptome
Geistige Symptome
Soziale Symptome
Bedingungen, die den Trauerprozess beeinflussen
Wie ist jemand gestorben?
Wie war die Beziehung zu den Verstorbenen?
Welche Trauerantworten bekommen die Hinterbliebenen?
Vorurteile über Trauer
Stirbt ein Kind, ist die Trauer viel größer als im Todesfall eines alten Menschen
Trauernde melden sich, wenn sie etwas brauchen
Man soll Trauernde nicht auf die verstorbene Person ansprechen, weil man Gefahr läuft, sie an diese Person und ihren Kummer um deren Tod zu erinnern
Trauer ist dasselbe wie Traurigkeit
Trauernde sollen die Verstorbenen loslassen und ihr Leben weiterleben
Trauer vergeht mit der Zeit
Die spirituelle Anschauung
Der Weg von Trauernden – Hilfreiche Antworten auf diesem Weg
Erste Phase und erste Aufgabe
Zweite Phase und zweite Aufgabe
Dritte Phase und dritte Aufgabe
Vierte Phase und vierte Aufgabe
Trauernde begleiten
Sterbebegleitung und Trauerbegleitung
Trauernde im Alltag begleiten
Vorstellungen, Vorurteile und Erwartungen abbauen
Die eigenen Kräfte einschätzen und Hilfsangebote an ihnen ausrichten
Auf Trauernde zugehen, konkrete Hilfe anbieten
Trösten
Zitate
Kapitel 7 Spezifische Gruppen Trauernder
Trauernde Kinder
Verwaiste Eltern
Trauernde alte Menschen
Trauernde Menschen anderer Religion und Kultur
Danke
Anhang
Literatur
Literatur allgemein
Literatur Hospiz
Literatur: Sterben
Literatur: Aufbahrung, Bestattung
Literatur: Trauer
Literatur: Trauernde Kinder und Jugendliche
Literatur: Verwaiste Eltern
Adressen
Adressen allgemein
Adressen: Bestatter
Adresse: Trauerrednerinnen und Trauerredner
Adressen: Trauernde Kinder
Adressen: Verwaiste Eltern
Adressen für betroffene Familie
Adressen: Menschen anderer Religion und Kultur
Adressen Österreich
Adressen Schweiz
Mitfühlen wollen wir mit unseren Freunden,
nicht indem wir jammern,
sondern indem wir uns um sie kümmern.
Epikur, Griechischer Philosoph (341 – 270 v. Chr.)
In einer Hausgemeinschaft mit sechs Familien fällt Einzelnen auf, dass seit Tagen ein Mann mit trauriger Miene durch den Hausflur geht und keinen Kontakt mehr zu seinen Nachbarn pflegt. Endlich nimmt sich eine Nachbarin ein Herz und fragt ihn, was mit ihm los sei. Der Mann erzählt ihr, dass seine Frau vor zehn Tagen gestorben sei. Obwohl diese Hausgemeinschaft gut funktionierte und man regelmäßig viel gemeinsam unternahm, hatte niemand bemerkt, dass ein Mitglied der Gemeinschaft fehlte und ein anderes trauerte.
Eine andere Frau berichtete, dass sie, als ihr Mann gestorben war, alle Menschen in ihrer Umgebung davon in Kenntnis gesetzt hatte. Sie wurde von da an regelrecht gemieden. Niemand sprach sie an, niemand wollte ihr begegnen. Manche wechselten sogar die Straßenseite, wenn sie sie kommen sahen.
Dies sind zwei Beispiele für den Umgang mit den Themen Sterben, Tod und Trauer. Sie weisen auf Probleme hin, denen Hinterbliebene und die Menschen in ihrer Umgebung im Trauerfall begegnen. Familien mit schwerkranken Menschen, die von ihren Angehörigen zu Hause gepflegt oder regelmäßig in Krankenhaus oder Pflegeheim besucht werden, erleben häufig, dass man ihnen mit Distanz begegnet.
Hier soll es nicht darum gehen, diese Verhaltensweisen zu verurteilen. Sie haben in den meisten Fällen ihren Ursprung wohl eher in Angst und Hilflosigkeit als böser Absicht. Vielleicht mangelt es an Mut, sich Sterbenden und Trauernden zuzuwenden und offen zu sein für das, was sie brauchen. Die Unfassbarkeit des Todes errichtet eine Barriere zwischen den Betroffenen und den Menschen in ihrer Umgebung. Begegnungen an dieser Barriere sind oft von Sprach- und Hilflosigkeit geprägt.
Sterbende und trauernde Menschen aber brauchen in ihrem Alltag die Solidarität ihrer Umgebung, von Nachbarinnen und Nachbarn, Freunden, Kollegen. Diese Solidarität ist, wie die Erfahrung zeigt, durchaus vorhanden – das war zu sehen an der Welle spontaner Hilfsbereitschaft bei dem großen Hochwasser in Europa im Jahr 2002. Das war auch im Dezember 2004 zu sehen nach dem großen Seebeben im Indischen Ozean und der darauf folgenden Flutkatastrophe an asiatischen und afrikanischen Küsten oder bei den schweren Erdbeben auf Haiti im Januar 2010. Das war und ist immer wieder zu sehen, wenn es darum geht, Hilfsorganisationen mit Spenden zu unterstützen oder sich ehrenamtlich zu engagieren.
Diese Solidarität kann sich in kleinen Gesten und wenigen Worten ausdrücken, es bedarf keiner Leistung oder Kraftakte, sie anderen zu gewähren. Die Hospizbewegung bietet dieses solidarische Handeln dort an, wo die unmittelbare Umgebung der Betroffenen dies nicht leisten kann – aus welchen Gründen auch immer. In ihr arbeiten in Deutschland derzeit etwa 80 000 Ehrenamtliche in 1500 ambulanten und 179 stationären Hospizeinrichtungen sowohl für Erwachsene, als auch für Kinder und Jugendliche. Täglich werden es mehr. Vielleicht werden es einmal so viele sein, dass die Hospizbewegung sich selbst überflüssig gemacht hat. Der Hospizgedanke steht im konkreten Sinne für die Begleitung sterbender und trauernder Menschen mit ihren Angehörigen, aber auch ideell für einen anderen Umgang mit Sterben, Tod und Trauer in der Gesellschaft. Hat sich dieses neue Bild einmal etabliert, ist es vielleicht nicht mehr notwendig, dass eine besondere Hospizbewegung sich darum bemühen muss, es aufzuzeigen.
Sterben und Abschiednehmen sind von erschreckender Endgültigkeit und Einmaligkeit. Ist jemand gestorben, kann man nichts wiedergutmachen. Es ist schwer, den Abschied im Nachhinein vollziehen zu müssen, wenn die nahe stehenden Menschen schon lange tot sind. Diese Endgültigkeit und Einmaligkeit tragen dazu bei, dass Menschen sich in dieser Zeit voneinander zurückziehen und wie betäubt von der Realität des Todes sind. Diese kann aber auch dazu auffordern, sich mit der eigenen Sterblichkeit und ihrer Bedeutung für unser alltägliches Leben zu befassen. Seit dem Ende der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts werden die Regale der Buchhandlungen und Bibliotheken mit Literatur zum Thema Tod, Sterben und Trauer gefüllt. Im Internet gibt es zahlreiche Seiten, die sich damit befassen, und auch in Zeitschriften ist es leicht, fündig zu werden. Es gibt Veröffentlichungen zur Sterbebegleitung, zur Hospizarbeit und zur professionellen Unterstützung von Trauernden, Literatur, die sich an Trauernde direkt wendet, und allgemeine Texte zu Sterben, Tod und Trauer. Die Thematik wird von allen Seiten beleuchtet, psychologisch, soziologisch, spirituell.
Es ist gut und richtig, dass die Beschäftigung mit diesen Themen in den letzten Jahren so zunimmt. Ob der Tod dadurch aus der Verdrängung gehoben wird, ist fraglich. Die oder der Einzelne wird nicht davon befreit, sich mit dem eigenen Standpunkt zu beschäftigen. Zumal Aufklärung und Enttabuisierung nicht vor der Erschütterung schützen können, die durch die Konfrontation mit dem Tod entsteht. Sie können sogar das Gegenteil bewirken und den Tod auf neue Art mystifizieren.
Wenn jemand stirbt, so steht diese Person im Mittelpunkt des Interesses. Pflegekräfte, Angehörige, Freunde und Bekannte werden sich den Bedürfnissen der Sterbenden anzupassen versuchen. Was erforderlich für die Sterbenden ist, wird in den meisten Fällen getan. Nach dem Tod treten mehr und mehr die Hinterbliebenen in den Mittelpunkt. Der Tod wirkt wie ein Stein, der ins Wasser fällt und Kreise zieht. Im ersten und engsten Kreis geht es natürlich um die Sterbenden selbst, um ihre Lage, ihren Zustand, um das, was sie verlieren und das, was vor ihnen liegt. Die direkten Angehörigen und engsten Freunde sind als nächste unmittelbar betroffen: Was verlieren sie? Wie belastet sind sie in der Situation mit konkreten Aufgaben, wie mit der Pflege oder den Dingen, die für die Sterbenden vor und nach dem Tode zu regeln sind? Wie bedrückt sind sie durch Gefühle, die diese Situation mit sich bringt? Wie belastet sind sie durch Verantwortung für andere Familienmitglieder? Im Trauerfall sind die Angehörigen der Verstorbenen in großer Not: Sie haben den Schock des Verlustes zu verarbeiten und sich darüber hinaus um die weltlichen Regelungen im Sterbefall zu kümmern, um die Bestattung und die Hinterlassenschaft der Verstorbenen. Die Bewältigung der Trauer kostet sie viel Kraft.
Traditionell gab es Formen in der Gesellschaft, um Sterbende und Trauernde aufzufangen und zu unterstützen. Es gab klare Regelungen und gibt sie im ländlichen Bereich zum Teil heute noch. Jedoch verschwinden diese traditionellen Formen mehr und mehr aus unserem Alltagsleben. Wie mit vielen Traditionen gilt es auch hier zu prüfen, ob die Form einer modernen Gesellschaft noch zeitgemäß ist oder ob neue Formen gefunden werden müssen.
Vor allem im Stadtleben sind viele isoliert und haben wenig selbstverständliche Unterstützung aus ihrer Umgebung. Auf dem Land gibt es noch fester gefügte Regeln. Soziale Nähe bedeutet allerdings auch mehr soziale Kontrolle. Im ländlichen Bereich mag es für die Betroffenen schwieriger sein, ihr Leben im Verlauf eines Verlustes neu einzurichten. Im urbanen Leben kann die größere soziale Distanz auch mehr Freiheit bedeuten – Trauernde haben im Verlauf des Trauerprozesses vielfältigere Möglichkeiten, sich neu auszuprobieren.
Das Leben in einer Massengesellschaft lässt leicht das Gefühl entstehen, dass Einzelne sowieso nichts ausrichten können. Das mag in einem gesamtgesellschaftlichen oder globalen Sinne vielleicht sogar stimmen, im direkten Kontakt mit anderen Menschen ist das jedoch nicht der Fall. Das eigene Verhalten oder Nichtverhalten kann etwas bewirken, gerade kleine Gesten und wenige Worte können eine große Wirkung erzielen.
Die Hospizbewegung ist das beste Beispiel dafür, was Einzelne vollbringen können, denn sie wurde von einer einzelnen Frau, Cicely Saunders, gegründet und hat sich aus den ‚kleinen‘ Anfängen in den 70er und 80er Jahren des vorherigen Jahrhunderts zu einer großen und politisch einflussreichen Bewegung entwickelt.
Wenn Sie sich dafür entschieden haben, ehrenamtlich im ambulanten oder stationären Bereich zu arbeiten, werden Sie erleben, wie wenig es bedarf, um die Situation von Sterbenden und Trauernden zu erleichtern. Sie werden erfahren, dass Sie als Einzelne / r sehr wohl einen Unterschied bewirken können.
Zu Ihrer Unterstützung und Ihrer Information sind in diesem Buch Informationen und Hintergründe zu Sterben, Tod und Trauer gesammelt. Aufklärung kann helfen, Ängste abzubauen, sich von falschen Vorstellungen zu lösen und Ansprüche zu relativieren, die sich oftmals in Bewertungen und Verurteilungen ausdrücken, wie z. B.:
Bewertungen der eigenen Person:
Was für Ansprüche bestehen an mich selbst in der Konfrontation mit einemSterbeprozess und / oder Trauerfall?
Bewertungen anderer:
Machen die pflegenden Angehörigen alles richtig?
Sollte der erkrankte Mensch nicht doch noch diese oder jene Therapie ausprobieren?
Wie hat die Trauer auszusehen, die von den Betroffenen erwartet wird? Wielange darf sie dauern?
Jedes Thema wird in einem abgeschlossenen Kapitel dargestellt, so dass man es einzeln lesen kann und alle notwendigen Informationen erhält. Deshalb wiederholen sich auch manche Aspekte, so dass die Kapitel unabhängig voneinander gelesen werden können. In allen Kapiteln werden Zitate genannt, die für Kondolenzschreiben, Traueranzeigen, Grußkarten oder Gespräche genutzt werden können. Es gibt Literaturempfehlungen, die sowohl für den angesprochenen Leserkreis hilfreich sein, als auch den betroffenen Menschen weiterempfohlen werden können. Sie sind im Anhang thematisch geordnet. Ebenso gibt es dort Post- und Internetadressen von Stellen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die mit Information und Rat weiterhelfen können.
Während der Arbeit an diesem Buch habe ich mit vielen Menschen über ihre Erfahrungen mit Sterben, Tod und Trauer gesprochen. Vier der Berichte habe ich in das Buch aufgenommen. Sie schildern exemplarisch Erfahrungen, denen Sie vielleicht selbst schon begegnet sind oder noch begegnen werden.
O Herr, gieb jedem seinen eignen Tod.
Das Sterben, das aus jenem Leben geht,
darin er Liebe hatte, Sinn und Not.
Denn wir sind nur die Schale und das Blatt.
Der große Tod, den jeder in sich hat,
das ist die Frucht, um die sich alles dreht.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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