Krankheit-Sterben-Trauer - Sophie Warning - E-Book

Krankheit-Sterben-Trauer E-Book

Sophie Warning

4,9

Beschreibung

Das Buch bietet für Ehrenamtliche und andere Interessierte in der Hospizarbeit eine umfassende Grundlage für die Begleitung schwer kranker, sterbender und trauernder Menschen und ihrer Angehörigen. Beginnend bei der Geschichte der Hospizarbeit, über die Arbeit im palliativen Team, Begleitung Sterbender und Trauernder, Kondolenz, Bestattung und Trauerfeier, bis hin zu Trauer allgemein und spezifischen Gruppen Trauernder wie Kinder, alte Menschen, Menschen anderer kultureller Herkunft, werden hier erstmals praxisrelevant zusammengetragen. Konkrete Anleitungen sollen zeigen, wie man sich verhalten kann und welche Angebote hilfreich sein können. Die Beschreibung der Sterbephasen nach Elisabeth Kübler-Ross und eine Darstellung möglicher Trauerverläufe nach Verena Kast und William Worden runden das Wissen ab. Im Anhang befinden sich ausführliche Listen mit Literaturangaben und wichtigen Adressen. Trotz der großen Anzahl von Veröffentlichungen zum Thema Sterben, Tod und Trauer fehlte bisher ein solch umfassendes Grundlagenwerk.

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Seitenzahl: 333

Veröffentlichungsjahr: 2012

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Sophie Warning

Krankheit – Sterben – Trauer

Ein Begleitungshandbuch

Der Tod lächelt uns alle an, das einzige, was man tun kann, ist zurück zu lächeln.

Marc Aurel,Römischer Kaiser (121 – 180 n. Chr.)

Impressum

Bibliografische Information Der Deutschen Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.

Bibliographic information published by Die Deutsche Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek lists this publication in the Deutsche Bibliothek; detailed bibliographic data is available in the internet at http://dnb.ddb.de

Sophie Warning:

Krankheit – Sterben – Trauer

Ein Begleitungshandbuch

© Ludwigsburg: der hospiz verlag, 2011

2. überarb. Auflage

eISBN: 978-3-941251-47-2

Dieses Werk, einschließlich aller seiner Teile, ist durch das Urheberrecht geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtes ist ohne schriftliche Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Dies gilt insbesondere für Unterrichtszwecke, Übersetzungen sowie Einspeicherungen und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Titelbild: phare des baleines, © Yoann Cimier

www.hospiz-verlag.de

Gliederung

Warum dieses Buch?

Kapitel 1 Der Tod: Feind und Freund

Zitate

Kapitel 2 Kleine Hospizkunde

Ehrenamtliche und hauptamtliche Hospizarbeit

Ehrenamtliche Arbeit

Hauptamtliche Arbeit

Hospiz und Palliative Care

Arbeiten im palliativen Team

Zitate

Kapitel 3 Abschied nehmen – Sterbende Menschen und ihre Angehörigen begleiten

Zur Situation sterbender Menschen

Grundsätzliche Aspekte der Situation sterbender Menschen

Wünsche sterbender Menschen

Symbolsprache sterbender Menschen

Die Würde kranker und sterbender Menschen achten

Kranke und sterbende Menschen nicht allein lassen

Kranke und sterbende Menschen in die Lebenszusammenhänge einbinden

Erhaltung von Lebensqualität

Den bevorstehenden Tod nicht leugnen

Die fünf Phasen des Sterbeprozesses nach Kübler-Ross

Die erste Phase ist die des Nichtwahrhabenwollens und der Isolierung

Die zweite Phase ist die des Zorns

Die dritte Phase ist die des Verhandelns

Die vierte Phase ist die der Depression, die sich in zwei Richtungen entwickeln kann

Die fünfte Phase ist die der Zustimmung

Unterbringung

Krankenhaus oder Altenpflegeheim

Palliativstation

Anthroposophische Einrichtungen

Stationäres Hospiz

Kinderhospiz

Zu Hause

Tages- beziehungsweise Nachtpflegestationen

Behandlungsmöglichkeiten

Information

Patientenverfügung, Vollmacht, Betreuung

Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen

Heilmethoden

Finanzierung

Zur Situation der Angehörigen

Die besondere Situation pflegender Kinder und Jugendlicher

Sterbende Menschen begleiten

Die eigene Kraft, die eigenen Fähigkeiten einschätzen

Offene Fragen stellen – Antworten respektieren

Entscheidungen der Betroffenen mittragen

Konkrete, realistische und verbindliche Hilfe anbieten

Mitteilungen an sterbende Menschen

Angehörige von sterbenden Menschen begleiten

Die Situation und die eigenen Kräfte einschätzen

Gewahrsein der Situation unterstützen

Konkrete, realistische Hilfsangebote machen

Mitteilungen an Angehörige von sterbenden Menschen

Einige Grundregeln für die Kommunikation

Karten und Briefe

Anrede

Ihre Reaktion auf die Nachricht

Anteilnahme ausdrücken

Die Situation benennen, Hilfe anbieten

Ermutigung und Gruß

Telefongespräche

Zitate

Kapitel 4 Der Trauerfall – Kondolieren

Kondolenz – Haltung und Sprache

Wenn die Sprache auf den Tod kommt

Der medizinische und auch der forensische Fachjargon

Die Vulgärsprache

Nachricht vom Trauerfall

Todesanzeigen in der Zeitung

Antwort auf die Nachricht

Kondolenz im offiziellen Rahmen

Kondolenz im privaten Rahmen

Menschen, die einem nahe stehen, sind verstorben

Menschen, die einem bekannt sind, sind verstorben

Menschen, die einem nicht persönlich bekannt sind, sind gestorben

Kondolenzschreiben

Grundregeln für das Abfassen von Kondolenzschreiben

Anrede

Wie und von wem erfuhren Sie von dem Trauerfall

Wie ist jemand gestorben

Die eigene Reaktion

Beileidsbezeugung

Würdigung der oder des Verstorbenen

Ihr Verhältnis zu der oder dem Verstorbenen

Die Situation der Trauernden

Ermutigung, Gruß

Kondolenzanrufe

Kondolenzbesuche

Zitate

Kapitel 5 Bestattung und Trauerfeier – Die letzte Ehre erweisen

Rituale

Die Frage des Geldes

Vor der Bestattung

Formales

Bestattungsformen

Überführung der Toten

Totenfürsorge

Vorsorge für den Sterbefall

Auswahl der Bestatterin oder des Bestatters

Aufbahrung

Totenwache

Totenwaschung

Kleidung der Toten

Einbalsamierung

Totenmaske

Aufbahrung zu Hause

Aussegnung

Bestattungsform und Auswahl der Grabstätte

Beisetzung und Trauerfeier

Ehrung der Verstorbenen

Bedenken des eigenen Lebens

Abschiednehmen

Raum für Emotionen

Einen Segen für die Toten und Hinterbliebenen

Ausblick auf das Leben nach der Trauerfeier

Wer geht zur Bestattung?

Praktische Überlegungen

Trauerkleidung

Kränze und Blumenschmuck

Leichenschmaus

Danksagung

Zitate

Kapitel 6 Trauer – Die Zeit danach

Lebensfördernde und lebenshemmende Trauer

Trauerantwort

Verlust

Mögliche Trauersymptome – Hilfreiche Interventionen

Körperliche Symptome

Seelische Symptome

Geistige Symptome

Soziale Symptome

Bedingungen, die den Trauerprozess beeinflussen

Wie ist jemand gestorben?

Wie war die Beziehung zu den Verstorbenen?

Welche Trauerantworten bekommen die Hinterbliebenen?

Vorurteile über Trauer

Stirbt ein Kind, ist die Trauer viel größer als im Todesfall eines alten Menschen

Trauernde melden sich, wenn sie etwas brauchen

Man soll Trauernde nicht auf die verstorbene Person ansprechen, weil man Gefahr läuft, sie an diese Person und ihren Kummer um deren Tod zu erinnern

Trauer ist dasselbe wie Traurigkeit

Trauernde sollen die Verstorbenen loslassen und ihr Leben weiterleben

Trauer vergeht mit der Zeit

Die spirituelle Anschauung

Der Weg von Trauernden – Hilfreiche Antworten auf diesem Weg

Erste Phase und erste Aufgabe

Zweite Phase und zweite Aufgabe

Dritte Phase und dritte Aufgabe

Vierte Phase und vierte Aufgabe

Trauernde begleiten

Sterbebegleitung und Trauerbegleitung

Trauernde im Alltag begleiten

Vorstellungen, Vorurteile und Erwartungen abbauen

Die eigenen Kräfte einschätzen und Hilfsangebote an ihnen ausrichten

Auf Trauernde zugehen, konkrete Hilfe anbieten

Trösten

Zitate

Kapitel 7 Spezifische Gruppen Trauernder

Trauernde Kinder

Verwaiste Eltern

Trauernde alte Menschen

Trauernde Menschen anderer Religion und Kultur

Danke

Anhang

Literatur

Literatur allgemein

Literatur Hospiz

Literatur: Sterben

Literatur: Aufbahrung, Bestattung

Literatur: Trauer

Literatur: Trauernde Kinder und Jugendliche

Literatur: Verwaiste Eltern

Adressen

Adressen allgemein

Adressen: Bestatter

Adresse: Trauerrednerinnen und Trauerredner

Adressen: Trauernde Kinder

Adressen: Verwaiste Eltern

Adressen für betroffene Familie

Adressen: Menschen anderer Religion und Kultur

Adressen Österreich

Adressen Schweiz

Warum dieses Buch?

Mitfühlen wollen wir mit unseren Freunden,

nicht indem wir jammern,

sondern indem wir uns um sie kümmern.

Epikur, Griechischer Philosoph (341 – 270 v. Chr.)

In einer Hausgemeinschaft mit sechs Familien fällt Einzelnen auf, dass seit Tagen ein Mann mit trauriger Miene durch den Hausflur geht und keinen Kontakt mehr zu seinen Nachbarn pflegt. Endlich nimmt sich eine Nachbarin ein Herz und fragt ihn, was mit ihm los sei. Der Mann erzählt ihr, dass seine Frau vor zehn Tagen gestorben sei. Obwohl diese Hausgemeinschaft gut funktionierte und man regelmäßig viel gemeinsam unternahm, hatte niemand bemerkt, dass ein Mitglied der Gemeinschaft fehlte und ein anderes trauerte.

Eine andere Frau berichtete, dass sie, als ihr Mann gestorben war, alle Menschen in ihrer Umgebung davon in Kenntnis gesetzt hatte. Sie wurde von da an regelrecht gemieden. Niemand sprach sie an, niemand wollte ihr begegnen. Manche wechselten sogar die Straßenseite, wenn sie sie kommen sahen.

Dies sind zwei Beispiele für den Umgang mit den Themen Sterben, Tod und Trauer. Sie weisen auf Probleme hin, denen Hinterbliebene und die Menschen in ihrer Umgebung im Trauerfall begegnen. Familien mit schwerkranken Menschen, die von ihren Angehörigen zu Hause gepflegt oder regelmäßig in Krankenhaus oder Pflegeheim besucht werden, erleben häufig, dass man ihnen mit Distanz begegnet.

Hier soll es nicht darum gehen, diese Verhaltensweisen zu verurteilen. Sie haben in den meisten Fällen ihren Ursprung wohl eher in Angst und Hilflosigkeit als böser Absicht. Vielleicht mangelt es an Mut, sich Sterbenden und Trauernden zuzuwenden und offen zu sein für das, was sie brauchen. Die Unfassbarkeit des Todes errichtet eine Barriere zwischen den Betroffenen und den Menschen in ihrer Umgebung. Begegnungen an dieser Barriere sind oft von Sprach- und Hilflosigkeit geprägt.

Sterbende und trauernde Menschen aber brauchen in ihrem Alltag die Solidarität ihrer Umgebung, von Nachbarinnen und Nachbarn, Freunden, Kollegen. Diese Solidarität ist, wie die Erfahrung zeigt, durchaus vorhanden – das war zu sehen an der Welle spontaner Hilfsbereitschaft bei dem großen Hochwasser in Europa im Jahr 2002. Das war auch im Dezember 2004 zu sehen nach dem großen Seebeben im Indischen Ozean und der darauf folgenden Flutkatastrophe an asiatischen und afrikanischen Küsten oder bei den schweren Erdbeben auf Haiti im Januar 2010. Das war und ist immer wieder zu sehen, wenn es darum geht, Hilfsorganisationen mit Spenden zu unterstützen oder sich ehrenamtlich zu engagieren.

Diese Solidarität kann sich in kleinen Gesten und wenigen Worten ausdrücken, es bedarf keiner Leistung oder Kraftakte, sie anderen zu gewähren. Die Hospizbewegung bietet dieses solidarische Handeln dort an, wo die unmittelbare Umgebung der Betroffenen dies nicht leisten kann – aus welchen Gründen auch immer. In ihr arbeiten in Deutschland derzeit etwa 80 000 Ehrenamtliche in 1500 ambulanten und 179 stationären Hospizeinrichtungen sowohl für Erwachsene, als auch für Kinder und Jugendliche. Täglich werden es mehr. Vielleicht werden es einmal so viele sein, dass die Hospizbewegung sich selbst überflüssig gemacht hat. Der Hospizgedanke steht im konkreten Sinne für die Begleitung sterbender und trauernder Menschen mit ihren Angehörigen, aber auch ideell für einen anderen Umgang mit Sterben, Tod und Trauer in der Gesellschaft. Hat sich dieses neue Bild einmal etabliert, ist es vielleicht nicht mehr notwendig, dass eine besondere Hospizbewegung sich darum bemühen muss, es aufzuzeigen.

Sterben und Abschiednehmen sind von erschreckender Endgültigkeit und Einmaligkeit. Ist jemand gestorben, kann man nichts wiedergutmachen. Es ist schwer, den Abschied im Nachhinein vollziehen zu müssen, wenn die nahe stehenden Menschen schon lange tot sind. Diese Endgültigkeit und Einmaligkeit tragen dazu bei, dass Menschen sich in dieser Zeit voneinander zurückziehen und wie betäubt von der Realität des Todes sind. Diese kann aber auch dazu auffordern, sich mit der eigenen Sterblichkeit und ihrer Bedeutung für unser alltägliches Leben zu befassen. Seit dem Ende der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts werden die Regale der Buchhandlungen und Bibliotheken mit Literatur zum Thema Tod, Sterben und Trauer gefüllt. Im Internet gibt es zahlreiche Seiten, die sich damit befassen, und auch in Zeitschriften ist es leicht, fündig zu werden. Es gibt Veröffentlichungen zur Sterbebegleitung, zur Hospizarbeit und zur professionellen Unterstützung von Trauernden, Literatur, die sich an Trauernde direkt wendet, und allgemeine Texte zu Sterben, Tod und Trauer. Die Thematik wird von allen Seiten beleuchtet, psychologisch, soziologisch, spirituell.

Es ist gut und richtig, dass die Beschäftigung mit diesen Themen in den letzten Jahren so zunimmt. Ob der Tod dadurch aus der Verdrängung gehoben wird, ist fraglich. Die oder der Einzelne wird nicht davon befreit, sich mit dem eigenen Standpunkt zu beschäftigen. Zumal Aufklärung und Enttabuisierung nicht vor der Erschütterung schützen können, die durch die Konfrontation mit dem Tod entsteht. Sie können sogar das Gegenteil bewirken und den Tod auf neue Art mystifizieren.

Wenn jemand stirbt, so steht diese Person im Mittelpunkt des Interesses. Pflegekräfte, Angehörige, Freunde und Bekannte werden sich den Bedürfnissen der Sterbenden anzupassen versuchen. Was erforderlich für die Sterbenden ist, wird in den meisten Fällen getan. Nach dem Tod treten mehr und mehr die Hinterbliebenen in den Mittelpunkt. Der Tod wirkt wie ein Stein, der ins Wasser fällt und Kreise zieht. Im ersten und engsten Kreis geht es natürlich um die Sterbenden selbst, um ihre Lage, ihren Zustand, um das, was sie verlieren und das, was vor ihnen liegt. Die direkten Angehörigen und engsten Freunde sind als nächste unmittelbar betroffen: Was verlieren sie? Wie belastet sind sie in der Situation mit konkreten Aufgaben, wie mit der Pflege oder den Dingen, die für die Sterbenden vor und nach dem Tode zu regeln sind? Wie bedrückt sind sie durch Gefühle, die diese Situation mit sich bringt? Wie belastet sind sie durch Verantwortung für andere Familienmitglieder? Im Trauerfall sind die Angehörigen der Verstorbenen in großer Not: Sie haben den Schock des Verlustes zu verarbeiten und sich darüber hinaus um die weltlichen Regelungen im Sterbefall zu kümmern, um die Bestattung und die Hinterlassenschaft der Verstorbenen. Die Bewältigung der Trauer kostet sie viel Kraft.

Traditionell gab es Formen in der Gesellschaft, um Sterbende und Trauernde aufzufangen und zu unterstützen. Es gab klare Regelungen und gibt sie im ländlichen Bereich zum Teil heute noch. Jedoch verschwinden diese traditionellen Formen mehr und mehr aus unserem Alltagsleben. Wie mit vielen Traditionen gilt es auch hier zu prüfen, ob die Form einer modernen Gesellschaft noch zeitgemäß ist oder ob neue Formen gefunden werden müssen.

Vor allem im Stadtleben sind viele isoliert und haben wenig selbstverständliche Unterstützung aus ihrer Umgebung. Auf dem Land gibt es noch fester gefügte Regeln. Soziale Nähe bedeutet allerdings auch mehr soziale Kontrolle. Im ländlichen Bereich mag es für die Betroffenen schwieriger sein, ihr Leben im Verlauf eines Verlustes neu einzurichten. Im urbanen Leben kann die größere soziale Distanz auch mehr Freiheit bedeuten – Trauernde haben im Verlauf des Trauerprozesses vielfältigere Möglichkeiten, sich neu auszuprobieren.

Das Leben in einer Massengesellschaft lässt leicht das Gefühl entstehen, dass Einzelne sowieso nichts ausrichten können. Das mag in einem gesamtgesellschaftlichen oder globalen Sinne vielleicht sogar stimmen, im direkten Kontakt mit anderen Menschen ist das jedoch nicht der Fall. Das eigene Verhalten oder Nichtverhalten kann etwas bewirken, gerade kleine Gesten und wenige Worte können eine große Wirkung erzielen.

Die Hospizbewegung ist das beste Beispiel dafür, was Einzelne vollbringen können, denn sie wurde von einer einzelnen Frau, Cicely Saunders, gegründet und hat sich aus den ‚kleinen‘ Anfängen in den 70er und 80er Jahren des vorherigen Jahrhunderts zu einer großen und politisch einflussreichen Bewegung entwickelt.

Wenn Sie sich dafür entschieden haben, ehrenamtlich im ambulanten oder stationären Bereich zu arbeiten, werden Sie erleben, wie wenig es bedarf, um die Situation von Sterbenden und Trauernden zu erleichtern. Sie werden erfahren, dass Sie als Einzelne / r sehr wohl einen Unterschied bewirken können.

Zu Ihrer Unterstützung und Ihrer Information sind in diesem Buch Informationen und Hintergründe zu Sterben, Tod und Trauer gesammelt. Aufklärung kann helfen, Ängste abzubauen, sich von falschen Vorstellungen zu lösen und Ansprüche zu relativieren, die sich oftmals in Bewertungen und Verurteilungen ausdrücken, wie z. B.:

Bewertungen der eigenen Person:

Was für Ansprüche bestehen an mich selbst in der Konfrontation mit einemSterbeprozess und / oder Trauerfall?

Bewertungen anderer:

Machen die pflegenden Angehörigen alles richtig?

Sollte der erkrankte Mensch nicht doch noch diese oder jene Therapie ausprobieren?

Wie hat die Trauer auszusehen, die von den Betroffenen erwartet wird? Wielange darf sie dauern?

Jedes Thema wird in einem abgeschlossenen Kapitel dargestellt, so dass man es einzeln lesen kann und alle notwendigen Informationen erhält. Deshalb wiederholen sich auch manche Aspekte, so dass die Kapitel unabhängig voneinander gelesen werden können. In allen Kapiteln werden Zitate genannt, die für Kondolenzschreiben, Traueranzeigen, Grußkarten oder Gespräche genutzt werden können. Es gibt Literaturempfehlungen, die sowohl für den angesprochenen Leserkreis hilfreich sein, als auch den betroffenen Menschen weiterempfohlen werden können. Sie sind im Anhang thematisch geordnet. Ebenso gibt es dort Post- und Internetadressen von Stellen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die mit Information und Rat weiterhelfen können.

Während der Arbeit an diesem Buch habe ich mit vielen Menschen über ihre Erfahrungen mit Sterben, Tod und Trauer gesprochen. Vier der Berichte habe ich in das Buch aufgenommen. Sie schildern exemplarisch Erfahrungen, denen Sie vielleicht selbst schon begegnet sind oder noch begegnen werden.

Kapitel 1: Der Tod: Feind und Freund

O Herr, gieb jedem seinen eignen Tod.

Das Sterben, das aus jenem Leben geht,

darin er Liebe hatte, Sinn und Not.

Denn wir sind nur die Schale und das Blatt.

Der große Tod, den jeder in sich hat,

das ist die Frucht, um die sich alles dreht.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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