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Wer Krebs hat, will überleben, aber nicht den Preis einer totalen Aufgabe der eigenen Lebensqualität zahlen. Dieses Buch ist zunächst ein Plädoyer für schulmedizinische Krebsbehandlungen, denn ohne sie ist eine Genesung in aller Regel nicht möglich. Es ist aber auch ein Plädoyer für komplementärmedizinische Begleittherapien, die Nebenwirkungen der Krebsbehandlungen deutlich mildern und die Lebensqualität der Erkrankten deutlich verbessern können. Die Autoren haben bereits über 20.000 Krebspatienten und -patientinnen behandelt bzw. beraten und geben in diesem Buch ihr Wissen und ihre Erfahrung weiter. Sie zeigen detailliert, wann was und warum zusätzlich zur Standardmedizin für Tumorpatientinnen und -patienten geeignet ist. Denn sie wollen, dass Sie als Betroffene länger und besser leben.
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Seitenzahl: 116
Veröffentlichungsjahr: 2022
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Inhalt
Impressum
Zum Geleit
Vorwort
Krebs – ein Erklärungsversuch
Geschichte der Onkologie – Als es noch eine Alternativmedizin gab
Der „Miracoli“-Effekt und die evidence-based medicine (EBM)
Krebs heute
Der Krebspatient/die Krebspatientin in der Therapie – immungeschwächt und gefährdet
Schulmedizin schafft Leben, Komplementärmedizin schafft Lebensqualität
Die Waffen der Schulmedizin – „alles raus, was keine Miete zahlt”
Operation (OP) – das ist aus der onkologischen Trias „Stahl, Strahl, Chemo“ der Stahl
Bestrahlung – das ist aus der onkologischen Trias „Stahl, Strahl, Chemo“ der Strahl
Chemotherapie – das ist aus der onkologischen Trias „Stahl, Strahl, Chemo“ die Chemo
Monoklonale Antikörper
Gentechnologie
Palliativmedizin und Schmerztherapie
Zielgerichtete Therapie
Die Instrumentarien der Komplementärmedizin – „Blumen für die Wüste”
Lebensstil
Psyche
Superfoods
Diäten
Mikronährstoffe
Proteine/Aminosäuren
Experience-based medicine
Vitamin D3
Enzyme
Mikrobiologische Therapie
Experience-based medicine
Säure-Basen-Regulation
Experience-based medicine
Phytotherapie
Experience-based medicine
Wie lässt sich die Misteltherapie mit der Standardtherapie der Onkologie kombinieren?
Mykotherapie
Krebs und Sport – Onkowalking
Der Effekt von Sport und Bewegung bei Krebserkrankung
Sport und Bewegung beeinflussen den Krankheitsverlauf positiv
Sport aktiviert die Selbstheilungskräfte des Körpers
Sportarten und OnkoWalking
Warum ist Walking eine ideale Sportart – insbesondere auch für Krebskranke?
Subjektive und objektive Wirkungen von OnkoWalking
Solide und hämatologische Tumoren – nur das Immunsystem kennt den Unterschied
Ihr Tumor – Ihre Möglichkeiten
Darmkrebs
Lungenkrebs
Brustkrebs
Prostatakrebs
Bösartige Neubildungen der blutbildenden und lymphatischen Organe
Bösartige Tumoren der Harnblase, inklusive nicht invasiver Karzinome
Malignes Melanom der Haut und nicht melanotischer Hautkrebs
Krebserkrankungen der Lippe, der Mundhöhle, des Rachens und der oberen Atemwege – Kopf-Hals-Tumoren
Krebserkrankungen der Bauchspeicheldrüse
Magenkrebs
Leberkrebs
Gebärmutterhalskrebs
Psychoonkologie und Epigenetik
Psychonokologie
Epigenetik
Nie aufgeben, die Zukunft arbeitet für Sie!
Schulmedizin
Komplementärmedizin
Hilfe suchen – Hilfe bekommen
Produkte – hier haben wir ein gutes Gefühl
Mikronährstoffe
Anthroposophie/Misteltherapie
Phytotherapie
Säure-Basen-Regulation
Mikrobiologische Therapie
Fünf Therapievorschläge
Vorschlag 1:
Vorschlag 2:
Vorschlag 3:
Vorschlag 4:
Vorschlag 5:
Nachwort
Literatur- und Studienliste – Wer nichts weiß, muss alles glauben
Die Autoren
Abbildungsnachweis
© Verlagshaus der Ärzte GmbH, Nibelungengasse 13, 1010 Wien, Österreich
www.aerzteverlagshaus.at
1. Auflage 2022
Das Werk ist urheberrechtlich geschützt. Die dadurch begründeten Rechte, insbesondere das der Übersetzung, des Nachdrucks, der Entnahme von Abbildungen, der Funksendung, der Wiedergabe auf fotomechanischem oder ähnlichem Wege und der Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen, bleiben, auch bei nur auszugsweiser Verwendung, vorbehalten.
Geschützte Warennamen (Warenzeichen) werden im Buch nicht besonders kenntlich gemacht. Aus dem Fehlen eines solchen Hinweises kann aber nicht geschlossen werden, dass es sich um einen freien Warennamen handelt.
ISBN 978-3-99052-236-3
Umschlag: Grafikbüro Lisa Hahsler, 2232 Deutsch-Wagram
Umschlagfoto: Jorm S (Shutterstock)
Grafik: Grafikbüro Lisa Hahlser, 2232 Deutsch-Wagram
Projektbetreuung: Hagen Schaub
Druck & Bindung: 2imPress s.r.o., 83104 Bratislava
Printed in Slovakia
Sämtliche Angaben in diesem Buch erfolgen trotz sorgfältiger Bearbeitung und Kontrolle ohne Gewähr und müssen vom jeweiligen Anwender/von der jeweiligen Anwenderin im Einzelfall anhand anderer Literaturstellen auf ihre Richtigkeit überprüft werden. Eine Haftung der Autoren oder des Verlags aus dem Inhalt dieses Werks ist ausgeschlossen.
Die Diagnose Brustkrebs im Jahr 2001 hat mich zutiefst getroffen, fortgeschrittenes Mammakarzinom, bereits metastasierend. Die Prognose meiner Onkologen war nach OP, Chemo und Bestrahlung mit ca. zwölf Monaten verbleibender Lebenszeit geradezu niederschmetternd. Sie meinten, ich könne jetzt nur abwarten und so gut wie möglich weiterleben.
Ich war verzweifelt, gerade mal 37 Jahre alt, die Aussicht, nichts für mich, für mein Schicksal machen zu können, wollte und konnte ich nicht akzeptieren.
Dann bekam ich Tipps von Freunden, die neue „Therapien“ von teilweise obskuren Heilern für meist exorbitant viel Geld empfahlen. Für mich als Betroffene war es dann schwer zu entscheiden, ob dies jetzt hilfreich ist oder nicht.
Dann bekam ich von einer befreundeten Apothekerin den Tipp, in Unterwössen Herrn Dr. Münch zu besuchen. Sie kannte ihn von Vorträgen und wusste, dass er sich schwerpunktmäßig mit Immunologie befasst und auch bei Krebspatienten oft wirklich helfen kann.
Meinen Besuch beim „Bergdoktor“ plante ich mit gemischten Gefühlen. Ist dies wieder so ein „Spinner“, der viel Geld für irgendwelche obskuren Behandlungen verlangt, oder ein „Schulmediziner“, der mir sagt, dass ich bald sterben muss, egal, was ich mache?
Das erste Gespräch war für mich dann wunderbar, Dr. Münch nahm sich viel Zeit und erstellte mir aufbauend auf den schulmedizinischen Therapien (ich nahm damals noch Tamoxifen ein) einen persönlichen Immunplan. Lebensstil, OnkoWalking, eine Enzym- und Mikronährstofftherapie sowie der Aufbau der Mikrobiota waren die Schwerpunkte. Und ja, ich vertraute ihm, er war bodenständig, machte mir Hoffnung, ohne die Schwere meiner Erkrankung herunterzuspielen. Ich befolgte seinen Plan und mir ging es zusehends besser, nach zwei Jahren sprachen meine Onkologen von einem „Wunder“ und jetzt nach 20 Jahren und wiederholten Besuchen bei meinem „Bergdoktor“ kann ich sogar andere Krebspatienten beraten und ihnen helfen.
Meines Erachtens sind drei Dinge entscheidend für den Sieg über Krebs:
Niemals aufgeben!
Die moderne Schulmedizin mit all ihren Möglichkeiten konsequent nutzen!
Immunaufbau machen!
Als Dr. Münch mich bat, für dieses Onkologiebuch ein Geleitwort zu verfassen, habe ich gerne zugestimmt. Ich wünsche Ihnen liebe Leserinnen und Leser viel Gesundheit und einen erfolgreichen Kampf gegen diese Erkrankung.
Alles Gute Ihnen
Carmen Hoiß
Freising, im August 2021
In keinem Bereich der Medizin wird mehr diskutiert und mit Halbwissen gearbeitet als in der Onkologie.
Evidence-based medicine versus experience-based medicine, manchmal auch Wissenschaft versus Internetfallbeispiele, familiäre Geschichten oder einfach nur Glaube ... Auch emotionale Gedanken, Schuldvorwürfe und Schuldzuweisungen von Seiten der Patienten und Patientinnen als auch der Therapeuten und Therapeutinnen, oft verbunden mit veralteten Zahlen, Fakten und Prognosen, sind in der Onkologie besonders häufig anzutreffen.
Wir, Hellmut Münch und Thomas Fentner, haben uns daher bewusst dazu entschieden, ein interdisziplinäres Buch zur Therapie onkologischer Erkrankungen zu schreiben, in dem primär Fakten, Schulmedizin und das Therapiewohl der Betroffenen im Vordergrund stehen.
So haben wir uns entschieden, obwohl eher Naturheilkundler unsere Zielgruppe sind, ganz bewusst auf die enormen Fortschritte der Schulmedizin hinzuweisen, die sich in den letzten Jahren deutlich schneller und intensiver weiterentwickelt hat als alle komplementärmedizinischen Maßnahmen zusammen.
Wir haben uns ganz bewusst entschieden, die enormen Fortschritte in Bezug auf Überleben und Krankheitsverlauf durch „genetic engineering“ zu berücksichtigen, auch wenn viele eher innovationsfeindliche Gruppen allein im deutschsprachigen Raum dies nicht gutheißen werden.
Für uns und dieses Buch steht alleine das Wohl der
Betroffenen im Vordergrund!
Kann man ihnen gentechnologisch am besten helfen (z.B. Imatinib bei CML), stellen wir dies auch für Komplementärmediziner in den Vordergrund.
Kann man komplementärmedizinisch gut helfen (z.B. Enzymtherapie bei Brustkrebs), geben wir Tipps, Präparate und Dosierungen an Sie weiter, denn letztendlich gilt im Sinne der Patientinnen und Patienten nur eines: Wer heilt, hat recht.“
Wir gehen sogar noch einen Schritt weiter und sagen unabhängig von der Therapieart und der -richtung: „Wer geheilt hat, hat richtig gehandelt.“
Ihre Autoren
Die menschliche Evolution ist die kumulative Weiterentwicklung der Fähigkeiten der Spezies Mensch. Der Tod ist dabei eine notwendige Voraussetzung, um der Innovationskraft der nächsten Generation Raum zu geben und Stillstand durch ältere Generationen zu verhindern.
Unfälle, Infektionen, Demenz, Herz-Kreislauf-Versagen und Krebs sind dabei die häufigsten von der Natur vorgegebenen Wege, um aus dem Leben zu scheiden.
Während noch vor 100 Jahren die meisten Menschen relativ jung an Unfällen, den Kriegstod und an Infektionen starben, rücken in der heutigen Zeit mit zunehmender Lebenserwartung Demenz, Herzstillstand und Krebs als Todesursache in den Vordergrund.
Entgegen der weitläufigen Meinung, dass Krebs eine Erkrankung der modernen zivilisierten Gesellschaft sei (ausgelöst z.B. durch Umweltgifte, Handystrahlen etc.), zeigen beispielsweise Untersuchungen an Moorleichen oder Mumien, dass auch schon in früheren Zeiten ältere Menschen an Krebs starben.
Die weltweit steigenden Krebsinzidenzen sind darauf zurückzuführen, dass wir heutzutage sozusagen immer häufiger alt genug für unseren eigenen Krebs werden können. Moderne Forschungsergebnisse belegen, dass Krebs als limitierender Faktor in menschlichen Genen eingebaut ist und früher oder später zum Tragen kommt. Auch in der Tierwelt wird dieses Phänomen beobachtet.
Merke:
Krebs entsteht durch Mutation in der Erbinformation.
Wo Zellen sind, dort können auch Entartung und Krebs entstehen.
Mit verbesserten medizinischen Therapiemöglichkeiten kann man eine deutliche Erhöhung der Lebenserwartung und damit aber auch eine Verschiebung in Richtung Erkrankungen der oberen Lebenszeitachse beobachten.
Während frühere Generationen bis zum Beginn des letzten Jahrhunderts durchschnittlich 35 bis 40 Jahre alt wurden (in Einzelfällen waren aber auch damals schon Hundertjährige möglich), ist die Lebenserwartung durch medizinische Versorgung (Entwicklung der Antibiotika, Impfungen, verbesserte Hygiene und Notfallversorgung) und stabilere politische Rahmenbedingungen (z.B. weniger Kriege, verbesserte Ernährung) auf derzeit über 80 Jahre angestiegen.
Damit einhergehend ist aber auch eine deutliche Verschiebung der Todesursachen in Richtung „Erkrankungen des Alters“, Krebs und Demenz zu beobachten.
Um es auf den Punkt zu bringen:
Die früheren Herztoten sind die heutigen Krebspatienten/-patientinnen.
Und diese Entwicklung der Krankheitenverschiebung auf der Lebenszeitachse wird weitergehen.
Dank einer effektiven und modernen onkologischen Medizin überleben immer mehr Krebspatienten/-patientinnen, wodurch Krebs als Todesursache an Bedeutung verliert. So sehr das für jeden Einzelnen zu begrüßen ist, so ist bereits jetzt schon eine Verschiebung der Todesursachen auf der Lebenszeitachse in Richtung Demenz zu beobachten.
Merke:
Überlebende Krebspatienten/-patientinnen von heute sind zum
Teil die Demenzkranken von morgen.
Schon jetzt erkranken in der EU jährlich fast fünf Millionen Menschen neu an Krebs, die dank moderner Onkologie und Schulmedizin nicht mehr innerhalb von einem bis drei Jahren versterben, jedoch oft viele Jahre als chronisch Kranke die Sozialsysteme vor große Herausforderungen stellen werden.
Uns ist bewusst, dass jeder Mensch intuitiv Gedanken an die Zeit und die Art seines Todes vermeidet. Insgeheim hoffen wir alle auf ein friedliches, sanftes und schmerzfreies Einschlafen in vertrauter Umgebung. Nach Studien ist dies aber nur etwa 17 % aller Menschen gegönnt. Es ist uns deshalb ein Anliegen, der gestiegenen Lebenserwartung auch eine hohe Lebensqualität bis zum Ende hinzuzufügen.
Mit diesem Buch wollen wir einen Bogen spannen:
„Wir wollen dem Leben mehr Jahre (Schulmedizin), aber auch den Jahren mehr Leben (Komplementärmedizin) geben.“
Krebserkrankungen dürften so alt sein wie die Menschheit. Ein erster Hinweis auf diese Erkrankungen findet sich im aus dem 15. Jahrhundert vor Christus stammenden Papyrus Ebers. Auch dem griechischen Arzt Hippokrates (um 460–um 370 v. Chr.) war Krebs bekannt und er unterschied zwischen Tumoren der Haut, der Brustdrüse und der inneren Organe. Aus dem antiken Griechenland stammt auch die heutige Bezeichnung „Krebs“, erstmals nachweisen lässt sie sich im Corpus Hippocraticum, einer Sammlung von über 60 medizinischen Texten aus der Zeit zwischen dem 6. Jahrhundert vor Christus bis zum 2. Jahrhundert nach Christus, die dann im 3. Jahrhundert zusammengestellt wurde. Der in Rom wirkende Arzt Galenus von Pergamon (geb. 129) führte die Bezeichnung Krebs auf die Ähnlichkeit zwischen geschwollenen Adern, die von einem Tumor verursacht werden, und den Beinen von Krebsen zurück. Galen unterschied die Tumoren in naturgemäße (physiologische), die Natur übertreibende (granulierende) Entzündungen und widernatürliche Wucherungen. Dass bestimmte Lebensumstände Krebs verursachen können, konnte Paracelsus (1493–1541) bei Bergarbeitern nachweisen, die durch häufigen Kontakt mit Arsen(V)-sulfid vermehrt an Lungenkrebs litten.
Weitere dieser Ursachen entdeckten dann Percivall Pott (1714–1788) in England (Ruß als Auslöser von Skrotalkrebs) und Ludwig Rehn in Deutschland (1849–1930) (aromatische Amine in der Farbenindustrie als Auslöser von Blasenkrebs).
Die Industrialisierung des beginnenden 20. Jahrhunderts führte in der sogenannten Ersten Welt mit steigendem Wohlstand letztlich auch zu einer höheren Lebenserwartung, andererseits sorgten aber das höhere Alter und die wachsende Umweltbelastung zu einem bis dato nicht gekannten Anstieg der Krebserkrankungen. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurde diesem Phänomen mehr Aufmerksamkeit gewidmet (Beating Cancer Programme in den USA im Jahr 1952) und man verstärkte die Suche nach neuen und wirksamen Behandlungsmethoden.
Für die Betroffenen in dieser Zeit (die Dreijahresüberlebenschance lag damals bei unter 5 %) war es sicher schwierig, den noch in den Kinderschuhen steckenden Operations- und Strahlentherapiemethoden vor allem unter Berücksichtigung der teilweise erheblichen Nebenwirkungen und deutlichen Einbußen an Lebensqualität zu vertrauen. Hinzu kam, dass sich das Gesamtüberleben (heute würde man „Outcome“ sagen) mit schulmedizinischen Maßnahmen allein nicht wirklich signifikant verbesserte.
Diese für Betroffene oft aussichtslose Situation war die Geburtsstunde der onkologischen Alternativmedizin (Linus Pauling und Vitamin C). Ihre Stärken lagen zu diesem Zeitpunkt in den sanften und nebenwirkungsarmen Heilmethoden, in der im Vergleich zur Schulmedizin gleich guten oder teilweise sogar besseren Gesamtüberlebensrate und letztlich in einer deutlich höheren Lebensqualität.
Damals konnte man von einer wirklichen Alternative zur Schulmedizin sprechen, die für die oft eine höhere Lebensqualität bis zum Tod ermöglichte.
Damit entstanden die beiden konkurrierenden Gegner „Schulmedizin“ und „Alternativmedizin“, die ihre Grabenkämpfe teilweise bis heute fortsetzen. Nüchtern betrachtet hatten sich beide Lager in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts auch stetig weiterentwickelt.
Auf der schulmedizinischen Seite waren es insbesondere verbesserte OPund Bestrahlungstechniken, auf der alternativmedizinischen Seite waren es vor allen Dingen die orthomolekulare Medizin (Linus Pauling), die Enzymtherapie (Max Wolf und Karl Ransberger) und die Mikrobiologische Therapie (Volker und Kerstin Rusch), die für ein erstes Ansteigen der Überlebensrate sorgten. Mit Beginn der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts und der Einführung der Chemotherapie als dritte Säule der schulmedizinischen onkologischen Behandlung stiegen die Fünf-Jahres-Überlebenschancen der Patienten/Patientinnen deutlich an. Ab diesem Zeitpunkt war es für die Betroffenen signifikant erfolgversprechender, wenn sie sich einer schulmedizinisch-onkologischen Behandlung unterzogen.
In den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts und dem ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts hat sich dieser Trend durch Einführung neuer diagnostischer, bildgebender und operativer Therapieverfahren (Tumormarker, CT, MRT, minimalinvasive Chirurgie, computergestützte Radiologie, Neurochirurgie, Entwicklung tumorspezifischer, nebenwirkungsärmerer Chemotherapeutika und erster monoklonaler Antikörper bzw. zielgerichteter Therapeutika) deutlich fortgesetzt.
Die Schulmedizin hat den Kampf der beiden Lager um die Primärbehandlung onkologischer Patienten/Patientinnen eindeutig gewonnen!
Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass in der Naturheilkunde immer seltener von Alternativmedizin und immer häufiger von Komplementärmedizin oder besser Integrativer Medizin gesprochen wird.
Anmerkung:
Für uns war es sehr schwierig, diese Abbildung als Ergebnis einer Auswertung vieler hundert Studien korrekt darzustellen. Während die Schulmedizin große Fallzahlen, ausgewertet nach Evidence-Based-Kriterien statistisch valide aufweisen kann, ist die Komplementärmedizin mit vielen unterschiedlichen Therapieansätzen und relativ wenigen validen Studien eher heterogen und daher als experience-based anzusehen.
Obwohl wir den komplementärmedizinischen Ansätzen in der onkologischen Behandlung gerade in Bezug auf Prävention, Lebensqualität und Reduktion möglicher Nebenwirkungen der schulmedizinischen Therapie sehr offen gegenüberstehen, gilt für uns folgender Grundsatz:
Merke:
