2,99 €
Tauche ein in die verführerische Welt von "Kristallnebel", dem neuesten Meisterwerk von Isabelle Noir. Lira, eine neugierige Kartografin, entdeckt einen verborgenen Riss in der Welt, der sie nach Elyria führt einem Reich aus pulsierendem Nebel und glühenden Kristallen. Im Schrein der Hingabe begegnet sie zwei Wächtern, deren Berührungen und Kristallfäden ihre tiefsten Sehnsüchte entfachen. Zwischen leichter Bondage und magischen Halluzinationen wird Lira zur Herrin ihrer Lust doch der Schrein fordert einen Preis. Wird sie sich hingeben oder die Magie beherrschen? Mystische Erotik trifft auf dunkle Leidenschaft in diesem sinnlichen Fantasy-Abenteuer, das die Grenzen der Fantasie sprengt. Perfekt für Leser*innen, die nach intensivem Kopfkino suchen. Entdecke mehr von Isabelle Noir auf: https://kopfkino.vip (18+, Code: STORIES).
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 38
Veröffentlichungsjahr: 2025
Kristallnebel
Isabelle Noir
Lira stand am Rand der Welt, wo die Karten endeten und die Wirklichkeit sich auflöste. Elyria war kein Ort, den sie in ihren Archiven gefunden hatte, kein Fleck, den ihre Kompassnadel kannte. Doch hier war sie, umhüllt von einem Nebel, der lebendig schien, pulsierend wie ein Herzschlag, der ihre Haut kitzelte. Ihr Mantel, schwer von der Feuchtigkeit, klebte an ihren Schultern, doch die Kälte war nicht das, was sie erzittern ließ. Es war etwas anderes – etwas, das in der Luft lag wie ein Versprechen, das sie nicht greifen konnte.
Sie war Kartografin, verdammt. Eine Frau, die Berge und Täler in Linien bannte, die Ozeane in Tintenschwüngen festhielt. Doch Elyria widersetzte sich ihren Regeln. Der Kompass in ihrer Hand drehte sich wie ein betrunkener Tänzer, die Nadel ein wirres Spiel von Norden und Nirgendwo. Sie hatte den Riss in der Welt gefunden – einen schimmernden Spalt in einer Felswand, entdeckt bei ihrer letzten Expedition in den Ruinen von Veyr. Ein Schritt, ein Atemzug, und sie war hindurchgetreten, in diese Welt aus Nebel und Geheimnissen.
Der Nebel war dicht, ein milchiger Schleier, der sich an sie schmiegte wie ein Liebhaber, der zu lange fort war. Er roch nach süßem Harz, nach Moos und etwas Wildem, das ihre Sinne schärfte. Lira zog die Luft ein, und ihr Herz schlug schneller, ein Trommeln, das in ihren Adern widerhallte. „Nur eine Karte“, murmelte sie, ihre Stimme ein Fremdkörper in der Stille. Doch es war mehr als das. Sie spürte es in ihren Knochen, in der Art, wie ihre Haut prickelte, als der Nebel sie streifte.
Es begann mit einem Hauch, kaum wahrnehmbar, wie Fingerspitzen, die ihren Nacken entlangglitten. Lira erstarrte, ihre Hand griff instinktiv nach dem Dolch an ihrem Gürtel, doch da war nichts. Nur Nebel. Und doch kam es wieder – ein Streichen, zart und doch fordernd, das über ihre Wirbelsäule wanderte und sich tief in ihrem Bauch sammelte. „Wer ist da?“ Ihre Stimme brach, verschluckt von der dichten Luft. Keine Antwort, nur ein Summen, tief und melodisch, wie ein Lied, das aus der Erde selbst kam.
Ihre Finger zitterten, als sie die Tasche an ihrer Hüfte öffnete. Darin lag der Kristall – kein gewöhnliches Relikt, sondern eine flache Scheibe, durchscheinend wie Glas, mit Linien, die wie Adern glühten. Sie hatte ihn in Veyr gefunden, eingebettet in eine Wand, die von uralten Glyphen bedeckt war. „Schrein der Hingabe“, hatte die Schrift geflüstert, in einer Sprache, die sie halb verstand. Der Kristall war warm in ihrer Hand, pulsierte wie ein lebendiges Ding. Als sie ihn hob, schimmerte er in Saphir und Amethyst, und die Linien bewegten sich, formten einen Pfad, der tiefer in den Nebel führte.
Lira kniete sich hin, der Boden weich unter ihren Knien. Der Nebel verdichtete sich vor ihr, formte Schemen, die fast menschlich wirkten – ein Umriss, der sich bewegte, dann wieder verschwand. Ihre Haut brannte, nicht vor Schmerz, sondern vor Verlangen. Es war absurd, und doch konnte sie es nicht leugnen. Der Nebel wusste etwas über sie, etwas, das sie in ihren einsamen Nächten verbarg, wenn ihre Finger unter die Decken glitten und sie sich Szenen ausmalte, die sie nie laut zugeben würde. Szenen von Händen, die sie festhielten, von Lippen, die ihren Puls fanden.
„Zeig dich“, flüsterte sie, halb Herausforderung, halb Flehen. Der Nebel antwortete mit einer Bewegung – ein Wirbel, der ihre Hüften streifte, so intim, dass sie keuchte. Ihre Knie wurden weich, doch sie fiel nicht. Stattdessen fühlte sie... ihn. Eine Präsenz, die sie umhüllte, ohne sie zu berühren. Ein Versprechen, gewoben aus Nebel und Verlockung. Ihre Finger umklammerten den Kristall fester, und er glühte heißer, als ob er ihre Sehnsucht spiegelte. Die Linien darauf zeichneten einen klareren Pfad, einen Weg zum Schrein, der in der Ferne lockte.
Lira stand auf, ihr Atem ein sichtbarer Hauch in der kalten Luft. Der Nebel schloss sich um sie wie ein Vorhang, doch sie fürchtete ihn nicht mehr. Sie wollte ihn. Wollte, was er ihr zeigte, was er ihr versprach. Ihre Lippen verzogen sich zu einem Lächeln, nervös und doch gierig. „Dann zeig mir, was du hast“, sagte sie, ihre Stimme fester, als sie sich fühlte. Sie machte den ersten Schritt, den Kristall in der Hand, und der Nebel folgte ihr, ein tanzender Schatten, der sie nicht losließ.
