Krume Knock Out - Sven Recker - E-Book

Krume Knock Out E-Book

Sven Recker

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Beschreibung

Wer ins Paradies will, muss erst einmal am Leben vorbei. Ein sezierender Blick auf unsere Gesellschaft, auf Bindungen, Bestimmungen und blinden Zufall. "Stell dir vor, du bist ein Elefant und willst fliegen." Börner, arbeitslos und trockener Alkoholiker, will endlich die Fahrprüfung bestehen und den Job als Busfahrer kriegen. Julia von Weisblum, Klinikärztin, fragt sich, ob die Stelle in der Schweiz der Ausweg aus ihrer Krise sein könnte. Der alte Schröder, ein inzwischen ziemlich hilfloser Großkotz, will sterben. Sein übergewichtiger Pfleger Thorsten soll ihm dabei helfen, verliebt sich in die Ärztin und trägt sowieso sein ganz eigenes Kreuz. Tatjana, Kindermädchen von Tills Sohn Felix, will endlich ihren eigenen Sohn zu sich holen. Till Schröder wiederum ertränkt seine Probleme und den nahenden Tod seines Vaters im Suff. Am Tresen trifft er Drago, einen Grasdealer mit gerade überstandener Hasch-Psychose, der mit seinem Bruder Marko das letzte, aber ganz sicher ganz große Ding drehen will. Alle versuchen ihr Leben in den Griff zu bekommen, alle Geschichten laufen, in unterschiedlicher Geschwindigkeit, auf das große Finale zu, wo alle in Börners Bus zusammentreffen. Es ist ein großartiges Figurenensemble, dem Recker hier Leben gegeben hat. Er erzählt seine Geschichten virtuos und auf der Höhe der Zeit. Sein Debüt ist schwebend polyphon in den Stimmen und sehr geerdet im Thema. Auf der Shortlist zum Bachmannpreis 2015!

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Seitenzahl: 99

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Edition Nautilus Verlag Lutz Schulenburg

Schützenstraße 49a · D-22761 Hamburg

www.edition-nautilus.de

Alle Rechte vorbehalten · © Edition Nautilus 2015

Originalveröffentlichung · Erstausgabe August 2015

Umschlaggestaltung: Maja Bechert, Hamburg

www.majabechert.de

1. Auflage

ISBN 978-3-89401-821-4eISBN 978-3-86438-184-3

Inhalt

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 23

Kapitel 24

Kapitel 25

Kapitel 26

Kapitel 27

Kapitel 28

Kapitel 29

Kapitel 30

Kapitel 31

Kapitel 32

Kapitel 33

Kapitel 34

Kapitel 35

Kapitel 36

Kapitel 37

Kapitel 38

Kapitel 39

Kapitel 40

Kapitel 41

Kapitel 42

Kapitel 43

Kapitel 44

Kapitel 45

Kapitel 46

Kapitel 47

Kapitel 48

Kapitel 49

Kapitel 50

Kapitel 51

Kapitel 52

Kapitel 53

Kapitel 54

Kapitel 55

Kapitel 56

Kapitel 57

Kapitel 58

Kapitel 59

Kapitel 60

Kapitel 61

Kapitel 62

Kapitel 63

Kapitel 64

Kapitel 65

Kapitel 66

Kapitel 67

Kapitel 68

Kapitel 69

Kapitel 70

Kapitel 71

Patent / Schutzvorrichtung zur Sicherung

von Kulturpflanzen vor Schneckenfraß

Veröffentlichungsnummer WO 1996007312 A1

Anmeldenummer PCT/EP1995/003527

ZUSAMMENFASSUNG

Um einen Schneckenzaun, welcher für die Tiere nicht gefährlich, aber doch sicher ist, darzustellen, wird der erfindungsgemäße Schneckenzaun aus einer Kunststoffleiste gebildet, auf welcher zwei oder mehrere Bleche mit genügendem Abstand auf der elektrochemischen Spannungsreihe angebracht sind. Es können auch andere Bleche aus leitfähigem Material verwendet werden, welches bei überbrückender Berührung durch eine Schnecke entweder galvanische Elektrizität freisetzt oder aber mit einer Spannungsquelle verbunden ist, wobei zwei oder mehrere nicht leitende Stege zwischen den Blechen eine nicht beabsichtigte Überbrückung (Kurzschluss) durch Wasser oder Krume verhindern.

1

Ganz ehrlich, ich bin nicht hart genug für den Scheiß, echt, erst gestern hab ich gesehen, wie sie einen fixiert haben, voll ans Bett gefesselt und so, haben ihn vollgepumpt mit Haldol, liegen gelassen in der eigenen Pisse und Scheiße. Ich weiß nicht warum, ist nicht viel, egal was, jetzt komm, Scheiße echt, und die Psychotiker im zweiten Stock, weißt du, woran du die erkennst?

Rauchen wie die Schweine, Schwarzer Krauser, in Pfeife mit Kickloch, wie Bong ohne Wasser. Verstehst du? Die haben überhaupt keine Perspektive, null. Ist doch kein Erholungscenter hier. Lorazepam, Diazepam, Resperidol, macht Herzrasen, macht müde, macht alles, echt, lieber sitz ich in der Todeszelle, kiff mir da einen, das wäre einfach.

2

Ein guter Tag für einen Kater. Der Himmel grau, feucht, schmutzig, die Äste nackter Bäume zucken im Wind. In Form eines laschen Dreiecks zieht draußen vor dem Fenster eine Meute abgehängter Zugvögel vorbei, dann noch eine und noch eine, bis schließlich nichts mehr da ist als der schnelle Flügelschlag eines einsamen Spatzen im Trudel.

Thorsten steht auf, putzt Zähne, will Kaffee kochen, lässt es sein, denkt an den Alten und an seine faulige Wärme, an die Verbundenheit seiner Finger, wie sie sich in seine Schultern graben, wenn er ihn hochhebt.

Morphium, denkt Thorsten, gib dem Alten sein Zäpfchen, drück es aus dem Zellophan, wärme es vor zwischen den Händen, leg dir seine Beine über die Schultern, schieb es rein. Spür seine Dankbarkeit, sein grauer Kopf auf weißem Kissen. Einer muss sich doch kümmern.

Ich muss zu ihm, ich weiß doch Bescheid.

3

Die Urwunde ist offen.

Alleine.

Nichts ist in Ordnung.

Nicht Niko, nicht Felix.

Großwerden im Mangel, da kommen wir her.

Überhaupt, das schlechte Gewissen.

Das Leben, das Tatjana mal leben wollte, ist weg.

Ausreden gibt es immer.

Die unmittelbare Umgebung war einfach zu viel.

Geh, mein Kind, geh, hat Mutter gesagt, ich kümmere mich schon.

Und Tatjana ging, kein Widerstand, keine Fragen, als wäre es der einzige Weg.

4

Was ist Voraussetzung für das Ausscheren zum Überholen?

a) Dass der Vorausfahrende rechts blinkt

b) Dass der Gegenverkehr nicht gefährdet wird

c) Dass eine Gefährdung des nachfolgenden Verkehrs ausgeschlossen ist

Darf man auch zwei Kreuze machen?, fragt sich Börner, Vorname Manfred, arbeitslos seit fünf Jahren, trockener Alkoholiker seit drei Jahren, schenkt sich Kaffee nach, schüttet Milch über die Tastatur des Computers, Marke Dell, nimmt Küchenrolle von JA!, fast so saugstark wie das Original, denkt Börner, stopft sich eine, findet kein Feuerzeug, geht in die Küche, nimmt den Gasanzünder, geht zurück ins Wohnzimmer, setzt sich auf das grüne Sofa mit Plastiküberzug, schaut auf den Computer, zum Fenster hinaus, in die Glasvitrine mit Videokassetten, merkt, dass er mal wieder den Faden verloren hat, fragt den blauen Wellensittich im Käfig neben der Glotze: Wo waren wir stehengeblieben? Pause. Lange Pause. Sehr lange Pause. Der Arzt sagt: Aufmerksamkeitsstörung, Langzeitschaden.

Jetzt ein Bier, denkt Börner, verwirft den Gedanken, denkt an Brot, weil er das so gelernt hat bei der Umpolung oder wie das hieß, jedenfalls bei diesem Dings da, wo er gelernt hat, nicht mehr zu saufen. Brot, Brot, Brot, denkt Börner, dann taucht aus dem Nebel endlich wieder die Frage auf: Was ist Voraussetzung für das Ausscheren zum Überholen? Börner, Linkshänder, nimmt den Kugelschreiber, macht ein Kreuz bei: Dass der Gegenverkehr nicht gefährdet wird, macht ein Kreuz bei: Dass eine Gefährdung des nachfolgenden Verkehrs ausgeschlossen ist, legt die Lösungsschablone ans Heft und sagt: Geht doch!

5

Die interdisziplinäre Intensiv- und Überwachungseinheit umfasst 10 Betten der Intensivversorgung und 26 Betten der Intensivüberwachung. Es stehen 18 Beatmungsplätze zur Verfügung. Ihr Ansprechpartner: Dr. med. Julia von Weisblum. Sprechstunde: Montag bis Freitag 14:30 bis 16:00 Uhr, Vorstellung nur mit Einweisung. Kooperationspartner: u. a. Interessengemeinschaft künstliche Niere. Sachzwänge: Kostendämpfungsgesetz, Bewertungsausschuss, Arbeitszeitgesetz. Personalengpass sowieso. Heute 10-Stunden-Schicht.

6

’n Abend, noch frei hier?

Was haust du dir da rein? Rapido?

Noch nie gehört. Sekt mit Tequila? Nee, is mir zu hart.

Du da, für mich ein Bier.

Na dann, Prost, hau weg den Scheiß.

Ich bin der Till.

7

Marko, Bruder, du passt doch auf. Kleiner Bruder, großer Bruder, da passt kein Blatt dazwischen, sagt man doch so. Hör auf rumzuschwuchteln, dicke Eier, Mann. Die respektieren mich, ich kenn alle hier, alle kennen mich, der eine erzählt, ich hätte einen plattgemacht, der andere erzählt, ich hätte einen gebumst, Hauptsache, sie erzählen irgendwas, sonst bist du am Ende, verstehst du. Du musst wer sein, sonst funktioniert das alles nicht.

Arschficken oder Arschgeficktwerden. Wenn meine Kinder … Papa, alter UÇKler, Jugodreck, Alkohol, Autobatterien, Tauschhandel, Organhandel, was weiß ich, und immer wieder Waffen, Waffen, Waffen, selbst im Auffanglager die Uzi unterm Etagenbett, man weiß ja nie, ob einer vorbeikommt, der deine Mutter, deine Schwester, deine Frau, deinen Bruder gefickt hat, selbst Esel, sagt Papa, hätten die gefickt, die Schweine. Papa, gut, dass du weg bist.

Marko, mein Bruder, warum hab ich mich eigentlich so weggemacht? Warum? Sag’s mir. Ich hab es vergessen. Bämmm Bämmm, immer voll drauf. Du musst kämpfen, sonst bist du tot. Von wegen Parallelgesellschaft, Intensivtäter und so ein Scheiß. Wenn ihr mich so haben wollt, dann nehmt mich so oder lasst es sein. Dieser ganze Psychoquatsch, in sich hineinschauen lassen, ich, gläserner Drago, das macht mich echt fertig.

Hart musst du sein, musst reinhauen können, egal wo, Kopf, Bauch, Arm, Leber, egal, immer lachen; als Marko und ich uns das Rauchen beigebracht haben, nix mit Mädchen-Lights, gleich die Harten, ohne Filter für Männer, gleich volle Kante auf Lunge, wer hustet, verliert.

Und jetzt schau dir mich an, Mensch zweiter Klasse, nix mehr Täter, nur noch Opfer unter Voll-Opfern. Wenn ich mir das vorstell, schon komisch, man denkt, warum? War alles umsonst? Echt, das macht mich fertig, wenn ich mich im Spiegel anschau, da ist nix mehr. Nur noch Arschkarte in Jogginghosen.

Marko, Bruder, echt, du brauchst dich nicht schuldig fühlen, ich hab nicht gut genug aufgepasst, nicht du, nur ich. Erst mal nix mit Recall, weggesperrt mit weichgespülten Spasten. Ich kann mich nicht konzentrieren, das stresst mich, echt. Marko, in einer Woche kommst du wieder, Hand drauf, Bombe.

Und dann?

8

Heute 16.31

ist peter da?

Heute 16.32

ja

Heute 16.33

schaffst du 6.30?

Heute 16.34

7 uhr

Heute 16.35

ok

Marko packt Aktenkoffer, schaltet Prepaid-Handy aus, zieht Business-Anzug an, heute keine Krawatte, macht los. Seit einem Jahr nur noch Hausbesuche, ist sicherer und keine Scheißkiffer mehr auf Zimmer. Scheiß Antesterei, saßen da, in Nullkommanix breit, trockener Mund, wollten Tee, Cola, Bier, irgendwas halt, damit Sabber wieder fließt. Bin ich Coffeeshop, oder was?

Rein bei Spasten, raus bei Spasten. Hit and run. Fester Kundenstamm, um die 100, weniger als 10 g gibt’s nicht, Codewort: Peter, pro Tag circa zehn Einsätze, Minimum 100 g Umsatz pro Tag, nur montags bleibt Handy aus, macht knappes Kilo die Woche. Big Deal. Das g nach Qualität zwischen 7 und 10 Euro, EKP 3 bis 5, bleibt korrekt was hängen, manchmal Premium-Shit 14 Euro das g. Ab 50 g gibt es Rabatt, verschenkt wird nix, das war einmal, so wie Studentenmasche.

Drago & Marko in Hoodie, Jeans, Turnschuhen, im Rucksack Germanistik-Bücher, in der Mensa geklaut, Opfer, dazwischen Digi-Waage und Dope. Paar g hier, paar g dort, klein klein, Ich-AG-Style. Jetzt Big Money, Vertreter-Masche, grauer Anzug C&A Stange, schwarze Schuhe Deichmann, schwarze Aktentasche Zahlenschloss, ordentliche Kurzhaarfrisur, Türke um die Ecke, untergehen im Einheitsbrei. Transport, erst im Familien-Kombi, dunkelblau, Škoda, jetzt wieder zu Fuß.

Drei Monate Hausbesuche im Škoda-Tarnkappenbomber, dann, mittags halb zwei, baut Drago mal wieder so richtig Scheiß. Steht an Ampel, fährt Blondine auf Rad vorbei, Drago denkt, die mach ich klar, gibt Gas, brettert sie um. Bullen, Personalien überprüfen, Unfall aufnehmen und Drago tut untröstlich, lädt Blondie zum Essen ein, zahlt Fahrradmechaniker, neue Jacke, einfach alles, schickt Blumen, volles Anmachprogramm, legt sie zwei Wochen später auf Matratze in Studenten-WG flach. Bordsteinbefruchter! Seitdem Škoda-Verbot, zu gefährlich, geliefert wird zu Fuß oder per Taxi, kein ÖPNV, wer weiß, was da sonst passiert.

Heute 18.57

bin da

Heute 18.58

komm runter

Stammkunde: Ein Hunni von dem Guten.

Marko: Ist nicht dein Ernst.

Stammkunde: Mehr hab ich nicht auf Tasche.

Marko: Alteer!!!

Verticker-Trick: Druck machen, hektisch tun, Paranoia verbreiten, als wär morgen alles für immer vorbei.

Okay gib mir zwei.

Geht doch, denkt Marko, zwei Scheine schwerer, schaut sich um, fragt: Ziehst du um?

Nee, die Kartons sind vom Chef, neue Ware für den Shopping-Kanal.

Was für Ware?, fragt Marko.

Stammkunde, Mittvierziger, Bauchansatz, schwarzer Zopf, Geheimratsecken, Metallica-T-Shirt, Soft-Metler, sagt: Keine Ahnung, reißt das oberste Paket auf: Oil for Best-Agers, Vitalitätstropfen, Naturprodukt, VKP 23,95.

Schenk ich dir.

Fick dich, sagt Marko, dann ist er weg.

9

Na-wie-geht’s-uns-denn-heute?

Ging schon besser, Frau Doktor.

Mir auch, denkt Dr. Julia von Weisblum, Dienst nach Vorschrift, notiert: Entzündungen am Zungenrand, Schleimhäute trocken, Bauchumfang 110 cm, Blutdruck/Puls: vor dem Abhängen 149/100-Puls 90. Nach dem Abhängen 195/125-Puls 98.

Patient sagt: Mir geht’s immer schlechter.

Julia sagt: Alles im Rahmen, oder haben Sie eine Idee, was ich machen soll?

Patient sagt: Sie sind der Arzt.

Julia sagt: Stimmt. Auf Wiedersehen.

Auf dem Flur trifft sie den Pfleger von letzter Woche, Julia erinnert sich: Junger Stümper, Leberfleck auf der Vorhaut, Blut im Kondom.

Pfleger: Hast du mal wieder Zeit?

Julia: Nein.

Schluss mit Frustficken, Julia öffnet im Ärztezimmer www.myfashion.com. Always first / new Arrivals jetzt 5-mal die Woche. Erfahren Sie als Erste von unseren Limited Editions, exklusiven Pre-Shoppings, Private Sales und vielem mehr. SHOP NOW!

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Julia raucht noch eine, dann ab in die Notaufnahme. Weißer Kittel, rosa Schläppchen, Julia schiebt wütend die Fälle umher. Akute Abdomen, Alkoholvergiftungen, Blinddarmentzündungen, Koprostasen, Kieferbrüche, Luxationen, Fließbandarbeit. Julia verabreicht großzügig Ibuprofen, schmeißt selber zwei, da wird ein Typ aggressiv und schlägt um sich. Fixieren, brüllt Julia, fackelt nicht lange, spritzt Midazolam, Überweisung in die Psychiatrie. Dann ist kurz Ruhe.

10

Was soll ich Niko nur sagen, wenn er mal groß ist? Soll ich sagen, ich konnte nicht anders, ich war am Ende, ich brauchte ein neues Leben, ich hab das für dich getan?

Alles Lüge.