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16 außergewöhnliche Porträts von Sigrid Damm versammelt dieser Band. Es sind Reflexionen und Erinnerungen an Künstler und Wegbegleiter, die für Sigrid Damm wichtig waren. Mit einigen war sie persönlich bekannt: Eva und Erwin Strittmatter, Franz Fühmann, Siegfried Unseld; für andere hatte sie eine lebenslange Vorliebe: Ernst Barlach, Käthe Kollwitz, Caspar David Friedrich, Heinrich Heine und natürlich Johann Wolfgang von Goethe und seine Familie. Aber auch »Zufallsbekanntschaften« und überraschende Funde im eigenen Bücherregal oder in Bibliotheken prägen die Auswahl: von Iwan Turgenjew über Else Lasker-Schüler, Rosa Luxemburg und Hermann Hesse bis zu Lew Tolstoj.
Vom jeweiligen Tag des Todes blickt Sigrid Damm auf ausgewählte Lebensmomente in diesen kleinen Biografien zurück und erzählt von ihrer ganz persönlichen Begegnung mit den Künstlern und ihren Werken und wie diese ihr Leben bereichert haben.
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Seitenzahl: 227
Veröffentlichungsjahr: 2026
Sigrid Damm
Künstler meines Lebens
Sechzehn Porträts
Insel Verlag
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eBook Insel Verlag Berlin 2026
Der vorliegende Text folgt der 1. Auflage der Ausgabe des insel taschenbuchs 5155.
insel taschenbuch 5155Originalausgabe© Insel Verlag Anton Kippenberg GmbH & Co. KG, Berlin, 2025Hinweis zu dieser Ausgabe am Ende des Bandes.
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Umschlaggestaltung: Rothfos & Gabler, Hamburg
Umschlagfoto: Hans J. Wiedemann
eISBN 978-3-458-78566-8
www.insel-verlag.de
Hans J.Wiedemann in Dankbarkeit für unsere beglückende Zusammenarbeit beim Entstehen dieses Büchleins
Sigrid DammAm Meer, 31.Mai 2025
Cover
Titel
Impressum
Inhalt
Informationen zum Buch
Cover
Titel
Impressum
Motto
Inhalt
Iwan Sergejewitsch Turgenjew
Else Lasker-Schüler
Ernst Barlach
Käthe Kollwitz
Nachtrag
Heinrich Heine
Hermann Hesse
Caspar David Friedrich
Johann Wolfgang von Goethe
Nachtrag
Franz Fühmann
Rosa Luxemburg
Erwin Strittmatter
Eva Strittmatter
Siegfried Unseld
Christiane von Goethe
August von Goethe
Lew Nikolajewitsch Tolstoj
Zu dieser Ausgabe
Informationen zum Buch
Am 3.September 1883 stirbt Iwan Turgenjew im Alter von vierundsechzig Jahren. Ein Jahr zuvor wurde bei ihm Krebs diagnostiziert. Im Januar 1883 wird er in Paris operiert; aber eine Heilung ist unmöglich, da sich bereits Metastasen im Rückenmark gebildet haben. Ein langes Schmerzenslager. Dann sein Tod in Bougival bei Paris. Sein Leichnam wird zur Autopsie nach Rußland überführt. Am 27.September findet dann die Beisetzung in Sankt Petersburg auf dem Wolkowo-Friedhof statt. Der Trauerfeier wohnen 400000 Menschen bei.
Die große Popularität des russischen Dichters, der sein Leben überwiegend im Ausland, in Westeuropa, vor allem in Deutschland und Frankreich verbracht hat.
Vor vielen Jahren las ich Iwan Turgenjews Roman »Väter und Söhne«. Dann waren es Michail Lermontows »Ein Held unserer Zeit« und Nikolai Gogols »Die toten Seelen«, die mich faszinierten. Und schließlich – davon ging die stärkste Berührung aus: Fjodor Dostojewskis »Die Brüder Karamasow«, Tolstojs »Anna Karenina« und sein großes Epos »Krieg und Frieden«. In den beiden letzteren lese ich bis heute, zuweilen nur ein Kapitel, dann aber – etwa im Fünfjahresrhythmus – lese ich sie von der ersten bis zur letzten Seite.
Im Vorjahr fiel mir in unserer kleinen Gemeindebibliothek in Ahrenshoop Turgenjews »Väter und Söhne« zufällig wieder in die Hände. Neugierig geworden besorgte ich mir seine »Aufzeichnungen eines Jägers«. Es wurde meine Lieblingslektüre, diese wunderbaren Naturschilderungen und die liebevollen Porträts einfacher, mit der Natur in Übereinstimmung lebender Menschen. Daß diese Texte aber einen enorm politischen Hintergrund haben und es einen Zusammenhang mit den 400000 den Toten in Moskau Ehrenden gibt, wußte ich nicht. Erst als ich begann, mich mit Turgenjews Leben zu beschäftigen, wurde sichtbar, welch großes Potential seine Texte in Zusammenhang mit der Abschaffung der Leibeigenschaft in Rußland hatten. Ja, die »Aufzeichnungen eines Jägers« spielten hierbei eine ähnlich bedeutende Rolle wie der ebenfalls 1852 erschienene Roman »Onkel Toms Hütte« von Harriet Beecher-Stowe bei der Abschaffung der Sklaverei in den USA, lese ich in dem kleinen Büchlein »I.S. Turgenjew in Heidelberg« von Roland Krischke.
Meine Neugier ist geweckt. Der biographische Hintergrund: Am 9.November 1818 wird Turgenjew in ein altes Adelsgeschlecht auf dem Gut Spasskoje-Lutowinowo im Gouvernement Oriol geboren. Er erlebt als Kind, wie die Mutter (der Vater, ein Offizier, ist meist abwesend) gegen die Leibeigenen – einige tausend gehören zum Gut – mit äußerster Grausamkeit vorgeht. Damit nicht genug. Auch gegen ihre Söhne wendet sie Gewalt an. Der kleine Iwan wird fast täglich geprügelt. Das Trauma. In dieser durch die körperlichen Züchtigungen überschatteten Kindheit sind es die Leibeigenen des Gutes, die Jäger, Förster, Bauern, bei denen der Junge Zuflucht sucht und findet. Später wird er von seinem Haß gegen die Leibeigenschaft sprechen und versichern, er habe seine Hand niemals auch nur durch einen einzigen Schlag befleckt.
1833, mit fünfzehn Jahren beginnt Turgenjew in Moskau zu studieren. Ein Jahr später wechselt er an die Petersburger Universität, macht da 1837 sein Examen. Er liest in Rußland verbotene Bücher, so Immanuel Kant, Friedrich Wilhelm Joseph Schelling und Georg Wilhelm Friedrich Hegel. Alexander Herzen nennt sie die Algebra der Revolution. 1839 setzt er seine Studien in Berlin fort, er hört – zusammen mit Bakunin – Vorlesungen über die Hegelsche Philosophie, verkehrt mit Varnhagen von Ense, Alexander von Humboldt und Bettina Brentano, bewundert das Werk Johann Wolfgang von Goethes, lernt Alexander Herzen persönlich kennen.
1841 kehrt er nach Rußland zurück, erlangt den Magistergrad an der Petersburger Universität. Tritt für einige Jahre in den Staatsdienst, hat eine Anstellung im Innenministerium.
1843 – er ist jetzt vierundzwanzig – lernt er in Petersburg den französischen Kunst- und Literaturkritiker Louis Viardot und seine Frau Pauline Viardot-García, die berühmte Sängerin, kennen. Giacomo Meyerbeer, Hector Berlioz und Charles Gounod schreiben Arien für sie, Robert Schumann widmet ihr seinen »Liederkreis nach Heine«; sie gilt als größte Sängerin des 19.Jahrhunderts. Mit Louis Viardot geht der junge Turgenjew auf die Jagd, die Sängerin erlebt er auf der Petersburger Bühne als Rosina in Gioachino Rossinis »Barbier von Sevilla«. Er verliert sofort sein Herz an sie, er liebt sie leidenschaftlich, sucht ihre Nähe, schreibt ihr täglich Briefe. Und diese Liebe hält ein ganzes Leben lang. Die Viardots und Turgenjew werden sowohl in Deutschland als auch in Frankreich am selben Ort, zeitweise im selben Haus in einer Art Wahlfamilie, einer ménage à trois, leben. Auch Turgenjews 1842 illegitim geborene Tochter Polina (aus einer Beziehung zur Näherin seiner Mutter) wird dort aufgenommen und wächst gemeinsam mit den zwei Töchtern der Viardots auf.
Iwan Turgenjews »Aufzeichnungen eines Jägers« erscheinen ab 1847 in den vier darauffolgenden Jahren in russischen Zeitschriften. Sie erregen großes Aufsehen. Herzen nennt sie eine poetische Anklageschrift gegen die Leibeigenschaft. Als Nikolai Gogol im Jahr 1852 stirbt, verfaßt Turgenjew einen Nachruf; er wird daraufhin verhaftet und mit Verbannung auf sein Gut bestraft. Ein Jahr später darf er es wieder verlassen. In diesem Jahr werden seine »Aufzeichnungen eines Jägers« auch in einer zweibändigen Ausgabe publiziert. Und erscheinen in französischer Übersetzung.
Turgenjew lebt von diesem Zeitpunkt an fast ausschließlich im Ausland: Italien, Wien, London, Paris. Er kehrt immer wieder für kurze Zeit nach Rußland zurück. Für mehrere Jahre ist Paris gemeinsam mit den Viardots sein Ort, 1863 wählt er – ebenfalls mit seiner Wahlfamilie – Baden-Baden für sieben Jahre zu seinem Lebensmittelpunkt.
Hier in Baden-Baden findet 1867 die Begegnung Iwan Turgenjews mit Fjodor Dostojewski statt, die die beiden zu Todfeinden werden läßt. Ich sehe sie vor mir. Der Hüne Turgenjew 1,92 hoch, mit fülligem, schwerem Leib, Dostojewski ihm gegenüber, schmal und klein, nur 1,69 groß. 1866 äußert der fünfundvierzigjährige Dostojewski noch: Ach, wenn ich so schreiben könnte wie Turgenjew, empfindsam ruhig! Drei Jahre später ist die Bewunderung verflogen, in einem Brief aus Florenz heißt es: Turgenjew hat in Deutschland sein ganzes Talent eingebüßt. Mir droht wirklich keine Gefahr, dem Einfluß des Deutschtums zu erliegen, denn ich hasse alle Deutschen.
Über die Begegnung der beiden Dichter im Juli 1867 in Baden-Baden hat Dostojewski in einem Brief an einen Freund ausführlich berichtet. Um Turgenjews Buch »Der Rauch« sei es gegangen. Er – Turgenjew – hat mir selbst gesagt, der Hauptgedanke, der Ausgangspunkt dieses Buches bestehe in dem Satze: »Wenn Rußland heute vom Erdboden verschwinden sollte, so würde es keinen Verlust für die Menschheit bedeuten.« Dostojewski entgegnet daraufhin, wer – wie Turgenjew – im Ausland lebe, könne sich kein Urteil über Rußland erlauben. Turgenjews Reaktion nach Dostojewski: Er wurde wütend. Dostojewski nutzt das, um ihn an der empfindlichsten Stelle zu treffen: Als ich ihn so gereizt sah, sagte ich zu ihm mit gut geheuchelter Naivität: »Ich hätte wirklich nicht erwartet, daß alle die abfälligen Urteile über Sie und Ihren neuen Roman Sie derart aus der Fassung bringen würden; bei Gott, die Sache ist es wirklich nicht wert, daß Sie sich aufregen.« Dostojewski spricht dann verächtlich über die Deutschen und reizt damit seinen Gegner weiter. Turgenjew soll – nach Dostojewski – geantwortet haben, daß er sich für einen Deutschen und nicht für einen Russen halte und stolz darauf sei.
Ob es sich so abgespielt hat, sei dahingestellt. Sitzt der Stachel bei Turgenjew vielleicht auch deshalb so tief, weil andere russische Schriftsteller ebenfalls Kritiker seines Romans »Rauch« sind? Wie Iwan Gontscharow und der von Turgenjew so geschätzte Alexander Herzen. Überdies: Dostojewski wird in seinem Roman »Dämonen« Turgenjew in der Gestalt des Karmasinow bloßstellen, ihn karikieren, sich dabei aller Vorurteile der Slawophilen gegen die Westler bedienend.
Turgenjew, der fließend Französisch und Deutsch spricht, hat unendlich viel für das Bekanntwerden der russischen Literatur in Westeuropa getan. Er hat übersetzt, hat Vorworte geschrieben. Er ist mit vielen westeuropäischen Schriftstellern, unter anderem mit Émile Zola, George Sand, Edmond de Goncourt und Gustave Flaubert befreundet, hat Kontakte zu deutschen Literaten wie Paul Heise, Gustav Freytag und Theodor Storm. Ebenso zu Malern. So besucht er Caspar David Friedrich in seinem Dresdner Atelier, unterhält sich lange mit ihm und notiert dann: Man kann über seinen Werken träumen, aber klar verstehen kann man sie nicht, denn auch in seiner Seele sind sie unbestimmt. Es sind Träume, Gesichte im Schlaf und in der Nacht. So sind auch seine Worte: Er selbst sagt, er könne weder den Gedanken noch das Bild, welches diesen ausdrückt, erklären.
Eine weitere neue Seite: Turgenjew begegnet mir als begabter Zeichner, als ich im Berliner Buch- und Kunstantiquariat Tode, das jedes Jahr für einen Tag in Ahrenshoop seinen Stand aufschlägt, Porträtzeichnungen von Iwan Turgenjew entdecke. Erschienen sind sie in der Friedenauer Presse Berlin. Es sind »Jeux d’esprit«, »Rätselspiele«, die bis in die 1870er Jahre im Salon der Viardots und im Haus Turgenjews gespielt wurden. Turgenjew zeichnet Köpfe, die Mitwirkenden müssen Texte dazu verfassen. Nur die von Turgenjew und Pauline Viardot sind überliefert. Die Zeichnungen belegen nicht nur seine Beobachtungsgabe, seine Sicht auf soziale Dinge, sondern auch seinen Humor sowie Ironie und Selbstironie. Zwei Beispiele:
Iwan Turgenjew: Mann der Polizei, nicht der Geheimpolizei, sondern der Verwaltung. Verdankt seine Stellung den Instinkten brutaler Autorität und seiner Ehrlichkeit; aber er ist ein Flegel, ein Vielfraß, ein unerträgliches Wesen. Spricht laut, mit feuchter Aussprache, trinkt, schwitzt, ist krebsrot, bekommt wegen einer Nichtigkeit Schaum vor dem Mund; im übrigen draufgängerisch nicht wie ein Mensch, sondern wie eine Bulldogge. Hat eine zerbrechliche, schweigsame Frau und fünfzehn Kinder, die ihm alle ähnlich sehen.
Pauline Viardot: Polizeikommissar in einer kleinen Provinzstadt. Cholerisch, brutal, vulgär, mit Freuden voller Diensteifer und packt jede Gelegenheit beim Schopf, jemanden einzulochen. Er ist eine Kreatur der gegenwärtigen Regierung, versteht sich. Führt gern das große Wort, seine Stimme wird schnell heiser, er gestikuliert wie wild. Er muß den Dialekt von Marseille haben und nach Knoblauch riechen. Er ißt gierig, geht sehr schnell, flucht auf Schritt und Tritt. Im Grunde ist er nicht bösartig, sondern nur zu ungeduldig, zu eifrig, um der Stimme der Vernunft zu gehorchen. Er meint überall Verschwörungen zu wittern. Er ist der Unglücklichsten einer, wenn man ihm nachweist, daß es sie gar nicht gibt. Sein Ärger ergießt sich dann über alles, was ihn umgibt. Er spielt oft Domino in den Cafés.
Iwan Turgenjew: Alter Ex-Beamter; hat Haare von staubgrauer Farbe, die nach Verwesung riechen; sein ganzes Wesen ist Verwesung; hatte eine große Leidenschaft im Leben. Das Objekt seiner Leidenschaft beendete selbige, indem es ihm einen Fußtritt unterhalb der Lenden versetzte. Hat nicht den Schatten eines Bauchansatzes und trägt ständig braune Redingotes. Seine Hände sind rot wie rote Beete.
Pauline Viardot: Pariser Strolch; ein echter Tunichtgut, den die Stammgäste der Ordnungspolizei hervorragend kennen – ist um keine Antwort verlegen – war schon mal Spitzel – aber dabei wird es nicht bleiben. Er vergöttert das Theater – das Melodram, versteht sich.
Mit zunehmenden Lebensjahren verliert Turgenjew aber seine Fähigkeit zu Ironie und Selbstironie. Daß seine Arbeiten bei den russischen Kollegen nicht die Anerkennung finden, die er erwartet, hat ihn offenbar tief enttäuscht und zunehmend verbittert.
Ist das der Hintergrund für sein immer stärker werdendes Gefühl der Nichtigkeit allen Lebens? Lebensüberdruß beherrscht ihn und die Furcht vor dem Alter. Besonders in seinem Briefwechsel mit Gustave Flaubert kommt das zum Ausdruck. Da ist vom alten Gichtgeschirr die Rede, davon, daß das Alter … als drohende dunkle Wolke, die Zukunft, Gegenwart, ja Vergangenheit überzieht. Turgenjew öffnet sich der Philosophie Arthur Schopenhauers, vor allem als auch sein Roman »Väter und Söhne« wiederum in Rußland scharfe Kritik hervorruft.
1880 reist Iwan Turgenjew ein letztes Mal in sein Vaterland. Anlaß sind die Feiern zur Aufstellung des Alexander-Puschkin-Denkmals in Moskau. Am 6.Juni 1880 findet die Einweihung des von Alexander Michailowitsch Opekuschin geschaffenen Monuments statt. Eine große Menschenmenge ist versammelt. Fjodor Dostojewski hält die Festrede. Die beiden früheren Kontrahenten Dostojewski und Turgenjew treffen aufeinander, es kommt zu einer Versöhnung.
Dostojewski stirbt am 28.Januar 1881 mit nur neunundfünfzig Jahren. Iwan Turgenjew kehrt nach Westeuropa zurück. Auch er hat keine drei Jahre mehr zu leben. Die Zeit seines schweren Leidens ist Turgenjew in Bougival bei Paris von ihm lieben nahen Menschen umgeben. Am 3.September 1883 dann sein Tod in Bougival, im Kreis seiner Tochter und der Töchter der Viardots, vor allem aber in der Nähe seiner geliebten Pauline Viardot-García.
Else Lasker-Schüler starb am 22.Januar 1945 im Alter von fünfundsiebzig Jahren in Jerusalem. Im Sommer 1944 war sie wochenlang ans Bett gefesselt, am 15.Januar 1945 wurde sie nach einem schweren Herzanfall in das Hadassah Hospital auf dem Mount Scopus gebracht. Ihr Todeskampf. Am 22.Januar dann das Ende. Einen Tag später, am 23.Januar 1945 wird sie auf dem Ölberg auf einem weiten, sich ins Tal senkenden Gräberfeld, auf dessen westlicher Seite sich Jerusalem erhebt, zu Grabe getragen. Leopold Krakauer schuf einen Grabstein für sie, aus rotem Granitstein, der einzig ihren Namen trug.
Nachdem nach dem Krieg 1948 Jerusalem geteilt worden war, baute man 1960 eine Schnellstraße quer durch den Friedhof. Else Lasker-Schülers Grab wurde wie viele andere zerstört. 1967 begann man, das große Trümmerfeld zu untersuchen. Unter Geröll, Unrat und Gestrüpp fand man ihren Grabstein fast unbeschädigt. Die Gebeine von 34 Toten, deren Gräber dem Else Lasker-Schülers benachbart lagen, sammelte eine Beerdigungsbruderschaft und setzte sie bei. Zum 100.Geburtstag von Else Lasker-Schüler, am 11.Februar 1969, bekam das Grab der Dichterin einen dritten Platz. 1975 wurden die grablosen Steine nochmals neu geordnet. Das von Leopold Krakauer geschaffene Grabmal liegt nun auf einem weißen Sockel und auf einer hebräisch und einer deutsch beschrifteten Tafel ist zu lesen: »Hier war das Grab der deutschen Dichterin Else Lasker-Schüler 1869-1945«.
Zeitzeugen beschreiben die hochbetagte Dichterin als kleine gebückte Gestalt, die ruhelos durch die Straßen Jerusalems wanderte; unscheinbar, vornübergebeugt ging sie ihren Weg. Da sie schlecht sah, stürzte sie mitunter in Geschäfte, um im Schaufenster wahrgenommene Vögel zu retten, da sie nicht erkennen konnte, daß es sich um ausgestopfte Exemplare handelte. Sie empörte sich über die jungen Eselstreiber, die die Tiere schlugen; ihr Mitleid mit den Kreaturen. Oder sie saß, wie ebenfalls Zeitzeugen berichten, allein im Café Sichel, in sich versunken und verdämmernd.
Seit dem Frühjahr 1939 lebte Else Lasker-Schüler, von Marseille über Tel Aviv nach Jerusalem gekommen, in der Stadt. Bereits 1934 war sie für sieben Wochen dort zu Besuch gewesen, im Sommer 1937 dann für drei Monate. 1933, zum Zeitpunkt der Machtergreifung Hitlers, ihre Flucht in die Schweiz. Als ihr am 26.September 1938 die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt wurde, war auch ihr Exilort Zürich nicht mehr sicher.
Also Jerusalem.
Heimweh
Ich kann die Sprache
Dieses kühlen Landes nicht
Und seinen Schritt nicht gehn.
Auch die Wolken, die vorbeiziehn,
Weiß ich nicht zu deuten.
Die Nacht ist eine Stiefkönigin.
Immer muß ich an die Pharaonenwälder denken
Und küsse die Bilder meiner Sterne.
Meine Lippen leuchten schon
Und sprechen Fernes,
Und bin ein buntes Bilderbuch
Auf deinem Schoß;
Aber dein Antlitz spinnt
Einen Schleier aus Weinen –
Meinen schillernden Vögeln
Sind die Korallen ausgestochen,
An den Hecken der Gärten
Versteinern sich ihre weichen Nester.
Wer salbt meine toten Paläste –
Sie trugen die Kronen meiner Väter,
Ihre Gebete versanken im heiligen Fluß.
Und jenes Gedicht »Sulamith«, das mit den Zeilen endet: Und meine Seele verglüht in den Abendfarben / Jerusalems:
Sulamith
O, ich lernte an Deinem süssen Munde
Zu viel der Seligkeiten kennen!
Schon fühl’ ich die Lippen Gabriels
Auf meinem Herzen brennen,
Und die Nachtwolke trinkt
Meinen tiefen Cederntraum.
O, wie Dein Leben mir winkt,
Und ich vergehe
Mit blühendem Herzeleid!
Und verwehe im Weltraum,
In Zeit,
In Ewigkeit,
Und meine Seele verglüht in den Abendfarben
Jerusalems.
Sechs Jahre lebte Else Lasker-Schüler in der Stadt. Die Beschreibung der kleinen, ruhelos wandernden Gestalt stimmt nur bedingt, denn die Schriftstellerin war noch äußerst produktiv tätig. Sowohl was ihr eigenes lyrisches und dramatisches Schaffen betraf als auch ihr Talent, Menschen im Gespräch zusammenzuführen und sich für sie zu engagieren. 1941 gründete sie den Vortragskreis »Der Kraal«. Unermüdlich setzte sie sich für die Versöhnung von Juden und Arabern ein. Verfolgte das politische Geschehen in der Welt. Briefe an Mussolini sind überliefert. Und ein Telegramm an Stalin, den sie als mutigste〈n〉 und liebste〈n〉 Mensch in der Welt anredet. Datiert ist das wohl nicht abgesandte Schriftstück auf 1943. Selbst an den Papst schreibt sie.
Sie interessierte sich für die jungen Leute in den Kibbuzen. Kinder waren ihr immer nah. Für sie setzte sie sich stets ein. So lange noch ein Kind hungert verzichtet Gott auf jede Synagoge, schrieb sie. Ihr einziges eigenes Kind, ihren Sohn, verlor sie viel zu früh.
Else Lasker-Schüler setzte ihr literarisches Schaffen unbeirrt fort. So entstand ihr Schauspiel »IchundIch«. Am 20.Juli 1941 las sie daraus im Berger Club in Jerusalem. Auch ein neuer Gedichtband erschien. »Mein blaues Klavier«. Daraus trug sie am 7.Februar 1944 vor; es war ihre allerletzte Lesung.
Mein blaues Klavier
Ich habe zu Hause ein blaues Klavier
Und kenne doch keine Note.
Es steht im Dunkel der Kellertür,
Seitdem die Welt verrohte.
Es spielten Sternenhände vier
– Die Mondfrau sang im Boote –
Nun tanzen die Ratten im Geklirr.
Zerbrochen ist die Klaviatür …
Ich beweine die blaue Tote.
Ach liebe Engel öffnet mir
– Ich aß vom bitteren Brote –
Mir lebend schon die Himmelstür –
Auch wider dem Verbote.
Bis in ihr hohes Alter behielt Else Lasker-Schüler auch ihre Exzentrik, ihre unberechenbare Streitlust, die ihr als junger Frau einerseits Begeisterung, andererseits schroffe Ablehnung eingetragen hatte.
Ein Beispiel aus den letzten Jerusalemer Jahren: Bei einem Vortrag Martin Bubers in der Synagoge über »Offenbarungen« drückte dieser seine Skepsis gegenüber Offenbarungen aus. Die anwesende Else Lasker-Schüler rief dazwischen, ich habe ständig Offenbarungen. Buber versuchte daraufhin dichterische Inspiration und Offenbarung voneinander zu unterscheiden. Damit gab sich die Dichterin jedoch nicht zufrieden; überliefert ist: »Sie reckte ihre winzige Gestalt empor und warf ihm den Satz Herr Professor, ich verehre Sie sehr wie einen Fehdehandschuh hin und verließ die Synagoge.«
Gehen wir zurück: Die in Elberfeld Geborene veröffentlicht 1899 erste Gedichte. 1903 verbindet sie sich in zweiter Ehe mit Herwarth Walden. Ihr Sohn aus erster Ehe mit Bertold Lasker ist zu diesem Zeitpunkt vier Jahre alt. Walden ist der Herausgeber der Zeitschrift »Der Sturm«, auch da erscheinen ihre Verse. 1907 kommen der Gedichtband »Die Nächte der Tino von Bagdad«, 1912 die »Hebräischen Balladen« heraus. 1910 lernt Else Lasker-Schüler Karl Kraus kennen, 1912 begegnet sie Franz Marc und Gottfried Benn, 1914 Georg Trakl, mit denen sie von da an in enger freundschaftlicher Verbindung steht.
Im Café des Westens am Kurfürstendamm Ecke Joachimsthaler Straße trifft sich die literarische und künstlerische Avantgarde, dorthin kommen sie alle: Dichter, Maler, Dramaturgen, Verleger. Einheimische und Auswärtige. Alfred Kerr, Oskar Kokoschka, Paul Cassirer, Gottfried Benn, Georg Trakl, Franz Marc, Peter Hille, Karl Kraus, Heinrich und Thomas Mann. Letzterer, so ist überliefert, soll gefragt haben, wann diese Leute eigentlich arbeiten. Man trifft sich, debattiert, liest, streitet, schließt auch Verträge ab; das Café ist sozusagen auch eine »Börse«.
Die Affäre Else Lasker-Schülers mit Gottfried Benn fällt in Europas letztes Friedensjahr, den glücklichen Sommer 1913. Als Giselheer der Tiger erscheint Benn in Lasker-Schülers Gedicht mit den Zeilen
[ … ]
Ich trag dich immer herum
Zwischen meinen Zähnen.
[…]
Rote Küsse malen deine Messer
Auf meine Brust –
Der junge Benn verfällt in den Ton der bewunderten Dichterin – er ist sechsundzwanzig, sie vierundvierzig – und distanziert sich zugleich. Im Gedicht »Drohungen« heißt es:
Du, daß wir nicht an einem Ufer landen!
Du machst mir Liebe: blutigelhaft
Ich will von dir. –
Anders die Beziehung Else Lasker-Schülers zu Franz Marc und Georg Trakl. Letzterer widmet ihr sein Gedicht »Abendland«: Else Lasker-Schüler in Verehrung. Franz Marc, der äußert, Gibt es einen sonderbareren Träumer als die Lasker, lädt sie zu sich ins oberbayerische Sindelsdorf ein. Der Grund: Nach der Scheidung von Walden geht es der Dichterin gesundheitlich sehr schlecht, sie soll sich dort erholen. Er nennt sie einen lebendigen, tragischen Geist der Liebe verdient. Marc ermutigt die Lasker zum Zeichnen. Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs schreibt sie ihm lange Briefe an die Front, sie schickt ihm Bonbons, will Marc sogar im Kampfgebiet besuchen, wie er amüsiert und abwehrend an seine Frau schreibt.
Der Tod Franz Marcs und Georg Trakls im Ersten Weltkrieg bedeutet für Else Lasker-Schüler einen tiefen Einschnitt. Über Franz Marc schreibt sie: Der blaue Reiter ist gefallen, ein Großbiblischer, an dem der Duft Edens hing. Über die Landschaft warf er einen blauen Schatten. Er war der, welcher die Tiere noch reden hörte; und er verklärte ihre unverstandenen Seelen.
1914 dann wird »Der Prinz von Theben. Ein Geschichtenbuch« mit 25 Abbildungen nach Zeichnungen der Verfasserin und 3 farbigen Abbildungen von Franz Marc erscheinen. Der Verleger Paul Cassirer, der die Lasker-Schüler für die größte Dichterin der Jetztzeit hält, gibt ab 1918 eine zehnbändige Gesamtausgabe ihrer Werke heraus.
Sie hat viele Bewunderer. Karl Kraus urteilt: Der »Tibetteppich« ist fabelhaft und sie sei die stärkste und unwegsamste lyrische Erscheinung im modernen Deutschland. Er druckt dieses und viele ihrer Werke in seiner Zeitschrift »Die Fackel«. Peter Hille formuliert treffend: Du bist elementar! Arnold Zweig urteilt in der »Jüdischen Rundschau«: Sie lebt dichtend. Sie ist mitunter eine ihrer Gestalten, dann dichtet sie sich selbst. Viele sehr junge Schreiber sind ihre begeisterten Verehrer, stellvertretend sei Wieland Herzfelde genannt. Bertolt Brecht erlebt die Dichterin im Juni 1916 in München, urteilt: gute und schlechte Gedichte, übersteigert und ungesund, aber im einzelnen wunderschön. Und er setzt sich für sie ein. Ich halte es für völlig unzulässig, ihr derart niedrige Honorare zu zahlen, schreibt er dem Williams-Verlag.
Andere lehnen sie ab. Rainer Maria Rilke kann ihrer Person und ihren Gedichten nichts abgewinnen; schlecht, schlecht, urteilt er. Franz Kafka macht aus seiner Aversion keinen Hehl, für ihn ist sie das wahllos zuckende Gehirn einer sich überspannenden Großstädterin, wie er im März 1913 an seine Verlobte Felice Bauer schreibt. Aber er fügt an: Aber vielleicht irre ich da gründlich, es gibt viele die sie lieben. Er nennt Franz Werfel. Vorbehalte haben – wie wir aus der Jerusalem-Zeit wissen – in gewisser Weise auch Gershom Scholem und Martin Buber gegen sie. Am schroffsten äußert sich Harry Graf Kessler, er flieht geradezu vor ihr, 1919 notiert er in sein Tagebuch: Seit vier Jahren versuche ich diese gräßliche Person zu vermeiden.
Die legendären Lesungen der Lasker-Schüler. Sie tritt als Prinz Jussuf von Theben auf. Und behält das über Jahrzehnte bei. Sie trägt ein phantastisches Kostüm, und sie ist wohl die erste, die ihren Gedichtvortrag als Performance gestaltet, das macht sie berühmt wie ebenso skandalträchtig, die einen halten sie für genial, die anderen für verrückt.
Ihrer »Stadt Theben« widmet sie das Gedicht »Vollmond«.
Vollmond
Leise schwimmt der Mond durch mein Blut …
Schlummernde Töne sind die Augen des Tages
Wandelhin – taumelher –
Ich kann deine Lippen nicht finden …
Wo bist du ferne Stadt
Mit den segnenden Düften?
Immer senken sich meine Lider
Über die Welt – alles schläft.
Else Lasker-Schüler hat nie Geld; ihre ständige finanzielle Misere. Ihre Hilferufe um Unterstützung. Aber sie bittet nicht nur für sich, sie setzt sich immer wieder großzügig und in rührender Weise selbstlos für andere ein; noch aus dem Exil wird sie Gelder nach Deutschland schicken.
Von ihren Lesungen und den Einnahmen aus den sehr renommierten Verlagen, die ihre Lyrik und Essays publizieren, kann sie nicht leben. Das erzürnt sie zunehmend. Und so verfaßt sie, streitbar wie sie ist und wohl auch zuweilen unbedacht, ein Pamphlet gegen ihre Verleger, gegen Paul Cassirer, Alfred Flechtheim und Kurt Wolff. Ich räume auf! Und zwar nicht durch die Blume eines lyrischen Gedichtes oder durch das Rauschen eines Lindenbaums einer sentimentalen Novelle oder durch das Guckloch eines Schlüsselromans. Nein, ich klage die – Verbrecher – hätte ich beinahe gesagt, ich klage die Verleger an, die die Dichtungen auf den Märkten für ihre Taschen ausschreiben. Die Anklage gegen ihre Verleger schlägt hohe Wellen; niemand will das Pamphlet drucken. So gibt sie es 1925 im Selbstverlag heraus. Einzig Cassirer verteidigt sich, veröffentlicht genaue Zahlen. Die anderen schweigen.
Die finanzielle Situation Else Lasker-Schülers kompliziert sich noch beträchtlich durch die Krankheit ihres Sohnes. Der 1899 Geborene trägt den Namen ihres Lieblingsbruders Paul, der starb, als sie ein Mädchen von fast dreizehn Jahren war. Nun die Erkrankung ihres Pauls, Tuberkulose wird diagnostiziert. Arztkosten, Suche nach Unterbringung. In die Jahre 1926 und 1927 fallen monatelange Aufenthalte in Zürich und Davos bei Paul. Er ist ein begabter Zeichner, die Mutter knüpft große Hoffnungen an ihn. Aber vergebens. Paul wird immer schwächer, stirbt am 14.Dezember 1927 im Alter von achtundzwanzig Jahren. Ein großer bleibender Schmerz für Else Lasker-Schüler.
An mein Kind
Immer wieder wirst du mir
Im scheidenden Jahre sterben, mein Kind,
Wenn das Laub zerfließt
Und die Zweige schmal werden.
Mit den roten Rosen
Hast du den Tod bitter gekostet,
Nicht ein einziges welkendes Pochen
Blieb dir erspart.
Darum weine ich sehr, ewiglich .....
In der Nacht meines Herzens.
Noch seufzen aus mir die Schlummerlieder,
Die dich in den Todesschlaf schluchzten,
Und meine Augen wenden sich nicht mehr
Der Welt zu;
[…]
Andere Enttäuschungen. Als die Preußische Akademie neue Mitglieder aufnimmt, unter anderem Gerhart Hauptmann, Thomas Mann und Stefan George, wird Else Lasker-Schüler übergangen, was sie äußerst kränkt. Als die Akademie ihr 1931 eine einmalige Ehrengabe zuspricht, lehnt sie diese ab. Auch daß ihr nur die Hälfte des Kleist-Preises zuerkannt wird, verletzt sie.
Im Widerspruch dazu steht ihre ständig wachsende öffentliche Resonanz. Immer mehr deutsche Städte laden sie zu Lesungen ein. Auch das Ausland ist längst auf sie aufmerksam geworden, sie tritt in Prag, Wien, Amsterdam und Den Haag auf. Ab 1929 ist sie immer öfter im Rundfunk zu hören.
Auch als Dramatikerin hat sie frühen Erfolg. Bereits 1919 wird ihr Stück »Die Wupper« am Deutschen Theater in Berlin uraufgeführt. 1927 kommt es in einer Neuinszenierung im Schauspielhaus am Gendarmenmarkt heraus.
Nach einer langen Pause entsteht das Drama »Arthur Aronymus. Die Geschichte meines Vaters«. Am 30.November 1932 liest sie in Berlin daraus vor. Als Bühnenmanuskript erscheint es im renommierten Fischer-Verlag. Max Reinhard telegraphiert der Verfasserin aus Rom: Werde bei neuer Direktion für Ihr schoenes Stück eintreten.
