Kurt Emser - Wider die Schönfärberei - Antje Hecker - E-Book

Kurt Emser - Wider die Schönfärberei E-Book

Antje Hecker

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Beschreibung

Kurt Emser war ein kritischer Geist und betrachtete die Auswüchse des kapitlistischen Wirtschaftslebens mit großer Sekepsis. Enstprechend waren ihm die Gewinner des Systems - die Typen, die einem das Leben aussaugen - zutiefst suspekt, während er viel Sympathie mit den Verlierern hegte. So verwundert es wenig, dass diese Haltung auf vielfältige Weise auch in den Arbeiten Kurt Emsers zum Ausdruck kam: Arbeiten, in denen er Obdachlosen ein Denkmal setzte, Arbeiten, in denen er die Verpackungen der glitzernden Warenwelt übermalte, und Arbeiten, in denen er die Reichen und Schönen dieser Welt auf die Bühne holte. Kurt Emser hatte noch viel vor. Er starb leider viel zu früh. Geblieben sind seine Arbeiten und die Erinnerung an ihn. Die vorliegende Monografie will an den Menschen Kurt Emser erinnern, seine künstlerische Arbeit würdigen, ein wenig Ordnung in sein Lebenswerk bringen und sich gegen das Vergessen eines künstlerischen Vermächtnisses stemmen.

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Seitenzahl: 36

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Vorwort —

Wer sich beeilt, verliert nur Zeit.

Er war ein kritischer Geist und betrachtete die Auswüchse des kapitalistischen Wirtschaftslebens mit großer Skepsis. Entsprechend waren ihm die Gewinner des Systems — die Typen, die einem das Leben aussaugen — zutiefst suspekt, während er viel Sympathie mit den Verlierern desselben hegte. So verwundert es wenig, dass diese Haltung auf vielfältige Weise auch in den Arbeiten Kurt Emsers zum Ausdruck kam: Arbeiten, in denen er Obdachlosen ein Denkmal setzte, Arbeiten, in denen er die Verpackungen der glitzernden Warenwelt übermalte, und Arbeiten, in denen er die Reichen und Schönen dieser Welt auf die Bühne holte.

Kurt Emser hatte noch viel vor, er starb leider viel zu früh. Geblieben sind seine Arbeiten und die Erinnerungen an ihn. Die vorliegende Monografie will an den Menschen Kurt Emser erinnern, seine künstlerische Arbeit würdigen, ein wenig Ordnung in sein Lebenswerk bringen und sich gegen das Vergessen eines künstlerischen Vermächtnisses stemmen.

Allen, die am Zustandekommen dieser Monografie mitgewirkt haben, möchten wir an dieser Stelle ganz herzlich danken.

Unser besonderer Dank gilt dabei der Heinrich-Böll-Stifutng Saar, der Stiftung ME SAAR,

sowie der Saarland Sporttoto GmbH

für die finanzielle Unterstützung dieser Publikation.

Klaus Harth, Antje Hecker und Albert Herbig

Mit Dieben meine ich Typen, die einem das Leben aussaugen. Ich bin ein Flaneur.

Kurt Emser

anlässlich der Ausstellung „Von Wiesenfeen und Dieben“, 2014

InHalt:

— Vorwort.....

— Grußworte.....

— Dr. Michaela Mazurkiewicz-Wonn: Mit offenem Blick.....

— Frühe Arbeiten.....

— „Éclore“

„Obdachlosenprojekt“ 2001 - 2002.....

— „Von 4 1/2 bis 13“ 2001 - 2003.....

— Dr. Bernhard Wehlen: Transformationspotentiale im Werk Kurt Emsers.....

— „Europa läuft“

„too much is not enough“ 2004 - 2008.....

— Dr. Anne Funke.....

— Arbeiten auf Schuhkartondeckeln 2011 ff.....

— „Die See“ 2007.....

— „Corpus delicti“ 2012.....

— „Haltet die Diebe“ 2012 - 2016.....

— Dr. Ilka Desgranges.....

— Biografie.....

— Autor*innen.....

— Literatur.....

— Bildnachweise.....

— Impressum.....

Kurt Emser, viel zu früh verstorben, war seit 2003 Mitglied des Bundesverbandes Bildender Künstlerinnen und Künstler. Die Teilnahme an den Projekten des Verbandes war nicht sein Ding, er ging seinen eigenen, sehr interessanten Weg. Seine Arbeiten, die er auf dem BBK-Kunstmarkt zeigte, machten mich aufmerksam, sie waren eigenständig und spannend. Das zeigte sich auch bei seiner Serie auf Schuhkartons, die ich mir in der Universität Saarbrücken angesehen habe. Es ist schade, dass er verstorben ist, bevor sein künstlerisches Werk mehr Öffentlichkeit erfahren konnte.

Ich hoffe sehr, dass sein Nachlass noch die Anerkennung bekommt, die er verdient. Ein Schritt dahin ist die Herausgabe der Monografie. Ich bedanke mich bei Antje Hecker, Albert Herbig und Klaus Harth für die Initiative und hoffe, dass sie deutlich wahrgenommen wird.

Monika Schrickel

Vorsitzende des BBK, Landesverband Saar

Kurt Emser war als Person nicht extrovertiert, eher bescheiden, zurückhaltend. Er war gelassen, wie es sich für einen Flaneur, als den er sich selbst bezeichnete, gehört. Als Künstler jedoch war er offensiv, kämpferisch, experimentierfreudig. Körper- und Fußabdrücke, Schuhkartondeckel als Malgründe, große Formate und grelle Pigmente waren seine Mittel. Er ließ sich von Literatur anregen und fügte im Spätwerk Schrift in die Malerei. Er brachte seine dargestellten Figuren zur Sprache und beförderte sie zu Helden im dramatischen Sinn. Er schrieb auch, begab sich auf eine phantasmatische Reise, die er in einem fiktiven Tagebuch dokumentierte. Seine Kunst verweigerte sich jeder Schönfärberei, ging radikal und unumwunden aufs Ganze. Dieser Mut zum Risiko verleiht seinem Werk die Aura des Heroischen. Die hiermit vorliegende posthume Retrospektive macht deutlich, wie kompromisslos Kurt Emser seine Arbeit verstand. Dieser Künstler fehlt uns.

Dr. Jörg W. GroniusVorstandsmitglied des Saarländischen Künstlerhauses

grußWorte

Dr. Michaela Mazurkiewicz-Wonn

Mit offenem Blick

Es braucht schon ein gewisses Maß an Mut und Entschlossenheit oder ganz einfach die nötige Inspiration, um das Risiko eines freien Künstlerlebens auf sich zu nehmen - gerade so wie es der Saarbrücker Maler Kurt Emser getan hat, als er sich Ende der 1990er Jahre dazu entschloss, seiner bürgerlichen Existenz endgültig den Rücken zu kehren und fortan - aus „innerer Notwendigkeit“ (Emser) heraus - ganz seiner künstlerischen Passion zu folgen.