Küstenhandbuch Italien - Rod Heikell - E-Book

Küstenhandbuch Italien E-Book

Rod Heikell

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Beschreibung

Von der Adria bis nach Ligurien – Segeln in Italien Italien ist mehr als gutes Essen, Strandurlaub und Sonnenschein. Besonders für Besitzer eines Sportbootführerscheins ist die beliebte Halbinsel im Mittelmeer ein wahres Paradies! Die 7600 Kilometer lange Küste von Ligurien bis zur Adria und die vorgelagerten Inseln bilden ein malerisches Panorama, das sich am besten vom Wasser aus betrachten lässt. Das milde mediterrane Klima und günstige Windbedingungen machen das Segeln hier fast ganzjährig zum Erlebnis. Ein Segelrevier für jeden Geschmack Die zumeist einfachen Reviere sind beliebt bei Anfängern und Hobbyseglern, begeistern aber auch eingefleischte Segelkapitäne mit zauberhaften Buchten und wunderschönen Naturkulissen. Planen Sie beispielsweise einen Törn vor der sizilianischen Küste und bestaunen Sie kleine und große Grotten, die man vom Land aus kaum zu Gesicht bekommt, oder genießen Sie vom Segelboot aus den atemberaubenden Blick auf den größten aktiven Vulkan Europas. In der Toskana machen viele Häfen und Marinas auch kurze Touren für Segelanfänger möglich, während vor Sardinien vor allem erfahrene Segler auf ihre Kosten kommen. So finden Segelfans mit unterschiedlichsten Fähigkeiten und Vorlieben ihr Lieblingsrevier im Mittelmeer. Küstenhandbuch Italien – die besten Segeltipps vom Profi Autor Rod Heikell ist passionierter Segler und hat bereits mehrfach den Atlantik und den Indischen Ozean überquert. Sein Herz gehört jedoch dem Mittelmeer. Mit dem Küstenhandbuch Italien lässt er Sie an seiner Expertise teilhaben und gibt wertvolle Tipps zum Segeln in den beliebtesten Revieren zwischen Brindisi und Ventimiglia: •Ligurien •Toskana •Tyrrhenisches Meer •Sardinien •Sizilien •Golf von Tarent und Ionisches Meer •Südliche Adria •Malta Der nautische Reiseführer enthält dabei alles, was Sie für die Planung Ihres Segelurlaubs brauchen: Infos zu allen wichtigen Häfen, Marinas und Ankerplätzen mit Hinweisen zur Ansteuerung, dazu zahlreiche Seekarten und Pläne sowie Tipps zu Versorgungsmöglichkeiten, Sehenswürdigkeiten und Ausflugszielen für Landgänge. Damit ist das Küstenhandbuch ein unverzichtbarer Begleiter an Land wie an Bord. Setzen Sie die Segel und erkunden Sie die Küsten Italiens!

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Rod & Lucinda Heikell

Küstenhandbuch Italien

Ventimiglia–Brindisi, mit Sardinien, Sizilien und Malta

Aus dem Englischen von Rudolf Mast

Alle in diesem Buch enthaltenen Angaben und Daten wurden von dem Autor nach bestem Wissen erstellt und von ihm sowie vom Verlag mit größtmöglicher Sorgfalt überprüft. Gleichwohl können wir keinerlei Gewähr oder Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen übernehmen. Die hier zur Verfügung gestellten Pläne dienen lediglich zur Orientierung und nicht zur Navigation; sie ersetzen also keine See- bzw. Sportbootkarten oder andere offizielle nautische Unterlagen, deren Mitführung in aktueller Fassung wir dringend empfehlen.

Wir hoffen, dass Ihnen dieses Buch viel Freude bereitet. Falls Sie Anregungen haben sollten, was wir in Zukunft noch besser machen können, schreiben Sie uns bitte an [email protected] Korrekturen veröffentlichen wir im Interesse aller Leser unter www.delius-klasing.de auf der jeweiligen Produktseite.

© Rod and Lucinda Heikell 2015

Die englische Originalausgabe mit dem Titel »Italian Waters Pilot«erschien 2015 bei Imray, Laurie, Norie & Wilson Ltd., St. Ives, Cambridgeshire.

Die deutsche Ausgabe berücksichtigt die Ergänzung der Autoren zu den Jahren 2016 bis 2018.

5., überarbeitete Auflage

Die Rechte für die deutsche Ausgabe liegen bei

Delius Klasing & Co. KG, Bielefeld; die Veröffentlichung erfolgt unter dem Verlagslabel Edition Maritim.

Folgende Ausgaben dieses Werkes sind verfügbar:

ISBN 978-3-667-11229-3 (Print)

ISBN 978-3-667-11719-9 (Epub)

Übersetzung: Rudolf Mast

Lektorat: Sigrun Künkele, Christine Siedle

Coverfoto: Egmont Friedl

Fotos: Rod und Lucinda Heikell, mit Ausnahme von

Anton Stanwix: 223 o., 224 r.; Aquatica Marina: 354 l.; Base Nautica Flavio Gioia: 191; Carlo Delfino: 283 u., 306, 324 o., 336, 342, 346, 350, 352; Casa Bianca Group srl.: 458 l., 458 r.; Clive Vella, MTA: 483, 484 u., 485, 489, 491; David Youngman: 260 o., 421, 432, 433, 434; ENIT: 405 l.; Gino Cianci, FOTOTECA ENIT: 84 o., 154 l.; H Williamson: 429 u.; Kevan Lambourne: 391; La Maddalena National Park: 292 o., 293 o.; Lu Michell: 490 o.; Luisa Bresciani: 431; Marina d’Arechi: 238; Marina degli Aregai SpA: 61; Marina del Nettuno: 385, 402 u.; Marina dell’Etna: 405 r.; Marina di Olbia: 316 u.; Marina di Portorosa: 383; Marina di Ragusa: 420; Marina di Sant’Elmo: 334, 355; Marina di Scarlino: 151 l.; Marina di Stintino: 274; Marina di Varazze: 75; Marina Genova Aeroporto: 79; Marina Molo Luise: 212 o.; Marina Porto Antico: 81 o., 81 u.; Marina Porto Lotti: 105 u.; Marina Riva di Traiano: 174 o.; Marina Villasimius: 330; Mario Galea, MTA: 484 o., 494; MCDM: 145 u., Michele Pesante, MTA: 492 r.; Jürgen Scicluna, MTA: 495 Mitte; MMA: 487 u.; MTA: 488, 492 l., 493, 495 u.; Paolo Ghirotti, FOTOTECA ENIT: 208 l.; Paul Donnerup: 303; Roberto Merlo: 56, 59, 76, 77, 84 u., 88, 89 u., 91 o.; Roberto Soldatini: 440 u., 465, 468; Sandro Bedessi, FOTOTECA ENIT: 188, 365; Superyacht Services: 137; Vito Arcomano, FOTOTECA ENIT: 89 o., 95, 98, 179 u., 180, 192, 200 u., 208 r., 240 o., 424, 429 o., 464.

Umschlaggestaltung: Buchholz.Graphiker, Hamburg

Satz: Bernd Pettke•Digitale Dienste, Bielefeld

Lithografie: scanlitho.teams, Bielefeld

Datenkonvertierung E-Book: Bookwire - Gesellschaft zum Vertrieb digitaler Medien mbH

Das Titelmotiv zeigt Portofino.

Alle Rechte vorbehalten! Ohne ausdrückliche Erlaubnis des Verlages darf das Werk, auch Teile daraus, nicht vervielfältigt oder an Dritte weitergegeben werden.

www.delius-klasing.de

INHALT

Vorwort

Einleitung

Was Sie erwartet

Tipps für die schmale Bordkasse

Reisen nach und in Italien

Versorgungsmöglichkeiten

Einreiseformalitäten

Weitere wichtige Bestimmungen

Allgemeine Informationen

Telekommunikation

Einkaufsmöglichkeiten und Verproviantierung

Essen und Trinken

Meerestiere

Geschichte

Navigation

Klima und Wetter

Seewetterberichte

Sicherheit und Seenotrettung

GMDSS (Global Maritime Distress and Safety System)

Hinweise zu den Hafenplänen und den Angaben zur Ansteuerung

Die Ligurische Küste

Die Riviera Ponente

Die Riviera Levante

Der Golf von La Spezia

Die Toskanischen Inseln und die angrenzende Festlandsküste

Die Inseln des Toskanischen Archipels

Die angrenzende Festlandsküste – Marina di Carrara bis Marina di Cala Galera

Das Tyrrhenische Meer

Civitavecchia bis zum Golf von Neapel

Rada di Gaeta

Die Pontinischen Inseln

Yachthäfen am Golf von Neapel

Die Küsten am Golf von Neapel

Die Inseln im Golf von Neapel

Isola d’Ischia

Isola di Capri

Von Capri bis zur Straße von Messina

Die Straße von Messina

Sardinien

Die Nordküste – Isola dell‘Asinara bis Capo Ferro

Der Maddalena-Archipel

Die Ostküste – Capo Ferro bis Capo Carbonara

Die Südküste – Capo Carbonara bis Capo Sperone

Die Westküste – Capo Sperone bis Isola dell‘Asinara

Golfo di Oristano

Sizilien

Die Nordküste

Die Äolischen Inseln (Isole Eolie)

Die Ostküste

Die Südküste – Porto Palo bis Mazara del Vallo

Isole Pelagie und Isola di Pantelleria

Die Pelagischen Inseln

Die Westküste – Capo Granitola bis Capo San Vito

Die Ägadischen Inseln (Isole Egadi)

Das Ionische Meer

Überfahrt nach Griechenland

Die Südliche Adria

Malta

Register

VORWORT

VORWORT ZUR 1. AUFLAGE

»Am Morgen trieb Gewölk über den Himmel. Fern hob sich blaßblau die Küste Siziliens. Wie herrlich muß es für Odysseus gewesen sein, das Mittelmeer zu befahren und seine Augen all den Schönheiten dieser großartigen Küste zu öffnen. Wie wunderbar, das Schiff in diese zauberischen Häfen hineingleiten zu lassen. Diese Länder haben, wie sie sich so aus der See heben, einen ewigen Morgenglanz. Und immer ist man Odysseus nahe, wenn man sie betrachtet.«

D.H. Lawrence: Das Meer und Sardinien

Die meisten Menschen verbindet mit Italien eine Art Hassliebe. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich 1977 in Camerota auf dem italienischen Festland ankam und mich mit meiner Yacht in eine Lücke zwischen zwei Schwertfischtrawlern zwängen musste, die mit ihren Kollegen den Hafen verstopften. »Hier kannst du nicht bleiben«, kommentierte einer der Fischer, »gleich kommt noch ein Kollege von uns, der den Platz braucht.« Ich wurde von Liegeplatz zu Liegeplatz weitergeschickt, und es dauert noch lange, bis ich nach einem langen und ermüdenden Törn endlich in der Koje lag. Als ich am nächsten Morgen an Deck kam, fand ich im Cockpit eine Flasche Wein und einen Fisch – ein Geschenk des Fischers, der mir das Ganze eingebrockt hatte. Dieser besonderen Art von Unberechenbarkeit begegnet man in Italien immer wieder. Die Italiener sind davon überzeugt, im schönsten Land der Welt zu leben, aber es kann passieren, dass sie es im Brustton der Überzeugung verkünden und gleichzeitig Abfall ins Meer oder aus dem Autofenster werfen. Sie weisen auf einen besonders schönen Küstenabschnitt hin und schwärmen dabei von der neuen monströsen Ferienanlage aus Beton und Glas, obwohl sie die besagte Küste ein für alle Mal verschandelt. Sie ereifern sich, streiten und widersprechen, um sich im nächsten Moment umzudrehen und mit sanfter Stimme um Entschuldigung zu bitten. Sie sind maßlos stolz auf die verbliebenen Relikte aus der Antike, wissen aber kaum etwas darüber. Die Männer sind eingebildet und angeberisch, die Kinder hoffnungslos verwöhnt, die Frauen temperamentvoll und vor allem bildschön. Doch wer Italien verlassen muss, empfindet eine tiefe Wehmut, über die allenfalls die zahlreichen bleibenden Erinnerungen hinwegtrösten. In Camerota blieb ich damals eine ganze Woche, in der ich viel mit den Fischern gesprochen habe. Nachts bin ich mit ihnen hinausgefahren, um ihre Netze auszubringen, und habe die Mahlzeiten mit ihnen verbracht. Der Abschied fiel mir schwer, und bis heute denke ich gern und oft an Alfio, Giorgio und die FABIOLA. Nachdem ich mein Küstenhandbuch über Griechenland geschrieben, zahllose Seiten Korrekturabzüge gelesen und eine weitere Saison Flotillensegeln hinter mir hatte, fragte mein Verleger an, ob ich nicht ein Küstenhandbuch für Italien schreiben wolle. Das war 1981, und am Ende der Saison segelte ich meine Yacht FIDDLERS GREEN nach Athen, verkaufte sie und erwarb ein neues Boot, dessen Namen nach einem neuen Antibiotikum von Ciba-Geigy klang: TETRANORA. Inzwischen weiß ich, dass die Yacht nie anders geheißen hat und sich der Name daraus erklärt, dass es das vierte Boot (Tetra) des Eigners war, der es mit einer Erbschaft von seiner Tante Nora bezahlt hatte. Womit auch das geklärt wäre. Es handelt sich um eine 10 m lange Sloop, 1962 von Cheverton in Cowes gebaut, die anderen Yachten aus dieser Zeit, etwa der Rustler 31, der North Sea 24 oder der Nicholson 32, nicht unähnlich ist und in etwa die gleichen Vorzüge und Mängel aufweist. Fast gleichzeitig mit dem Boot fand ich eine Crew, eine Sekretärin und eine Freundin, und das alles in einer Person, der entzückenden und entzückend aussehenden Sharon, die an Bord kam, mir half, die Yacht instand zu halten, und die, oft unter widrigen Bedingungen, das Manuskript für dieses Buch tippte. Anfang 1982 legten wir mit den Recherchen an der italienischen Küste los. Wir begannen im Süden, wo das ganze Projekt beinahe in einer Katastrophe geendet hätte: Wir ankerten im Golf von Tarent, als uns ein 15 m langes italienisches Fischerboot, dessen Kapitän vom Licht seiner Scheinwerfer geblendet war, beinahe versenkt hätte. Um 04.00 Uhr in der Früh rammte er uns mit hoher Geschwindigkeit mittschiffs, die Wanten wurden von der Ankerwinsch des Kutters sauber durchtrennt. Unter Deck fühlte es sich an wie der freie Fall aus 6 m Höhe, der auf einem Betonboden endet. Im Nu war ich oben und schrie hinter den Fischern her, sie sollten zurückkommen. Was sie auch taten. Der Schaden wurde anstandslos behoben, die zerstörten Wanten wurden durch Draht für die Landwirtschaft und Seilklemmen ersetzt. Wir bekamen derweil körbeweise frischen Fisch, sodass mir, als wir endlich weitersegeln konnten, der bloße Gedanke an Fisch Übelkeit bereitete. Nachdem wir der Küste Richtung Süden gefolgt waren, umrundeten wir Sizilien und segelten weiter nach Elba und an die ligurische Küste. Im Herbst fuhren wir entlang der italienischen Festlandsküste zur Straße von Messina und erreichten im Dezember des Jahrs kurz vor einem heftigen Gregale Malta. Hinter uns lag eine lange und anstrengende Saison in vielen Gewässern, und wir waren froh, einen sicheren Hafen gefunden zu haben. Das herbstliche Wetter war uns nicht gewogen gewesen, und nach 3000 sm sowie endlosen Stunden, in denen wir Karten von italienischen Häfen und Buchten gezeichnet hatten, waren wir ausgelaugt und kaputt.

Nun ist alles, was ich erlebt und gesehen, und auch ein bisschen von dem, was ich dabei gedacht habe, zu Papier gebracht, und es ist an der Zeit, Malta wieder zu verlassen. Wenn ich an das vergangene Jahr, aber auch an länger zurückliegende Aufenthalte in Italien denke, dann fallen mir einige Episoden ein, die für ein wohliges Gefühl sorgen. Italien ist ein Land voller Widersprüche und Besonderheiten, über die man manchmal Tränen lachen muss, die einen aber auch zur Weißglut bringen können. Wer einmal hier war, wird das Land nicht wieder vergessen und dem Moment nachtrauern, in dem er es verlassen musste.

Rod Heikell

Malta, im Juni 1983

VORWORT ZUR 9. AUFLAGE

Eigentlich sollte man davon ausgehen können, dass in Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise, in denen immer mehr Menschen den Gürtel enger schnallen müssen, auch in Italien immer weniger Menschen Gelegenheit haben, ihre Zeit auf dem Wasser zu verbringen und Geld für Boote auszugeben. Zu erwarten wäre ein Einbruch, wenn nicht gar der Zusammenbruch der gesamten Branche. Erstaunlicherweise scheint aber das Gegenteil der Fall zu sein. Italiens Wassersport erlebt einen regelrechten Boom, immer mehr Menschen finden Gefallen am Segeln, neue Marinas entstehen, weitere sind in Planung, italienische Yachten nehmen an allen bedeutenden Regatten nicht nur im Mittelmeer teil. Man könnte glauben, die Italiener machen der Krise eine lange Nase und amüsieren sich auf dem Wasser.

Diese Entwicklung ist aber auch mit daran Schuld, dass es für alle, die wenig Geld haben, nicht einfacher geworden ist, sich in italienischen Küstengewässern aufzuhalten. So mussten wir bei den Liegegebühren die neue Preiskategorie 6+ für Marinas einführen, die während der Hauptsaison für eine Yacht mit 12 m Länge mehr als 100 € verlangen – pro Nacht, versteht sich. Früher trauten sich das nur wenige Häfen an der Costa Smeralda und der ligurischen Küste, doch die Zeiten haben sich geändert. Viele Marinas, die solche Preise nehmen, sind erst jüngst gebaut worden, und ich nehme an, die Kosten dafür sind inzwischen derart hoch, dass sich die Betreiber gezwungen sehen, deutlich mehr als ihre Kollegen aus älteren Marinas zu verlangen.

Für diese Auflage habe ich für die verschiedenen Seegebiete wieder Informationen zusammengestellt, die unter der Überschrift »Tipps für die schmale Bordkasse« zu finden sind. In der Einleitung und am Beginn jedes Kapitels findet sich jeweils ein Abschnitt, der entsprechende Tipps enthält. Die Angaben stehen allerdings unter Vorbehalt, da sich die Situation vor Ort schnell ändern kann.

Manch Segler mag dem zunehmenden Naturschutz und den damit zusammenhängenden Einschränkungen ablehnend gegenüberstehen, aber in Zeiten, in denen sich immer mehr Menschen auf dem Wasser herumtreiben, halte ich es für unumgänglich, bestimmte Seegebiete sowie deren Tier- und Pflanzenwelt zu schützen. Hemmungslose Überfischung, immer mehr Anker, die den Grund durchpflügen, und giftige Abgase der Schiffsdiesel fügen dem Meer schwere Schäden zu, vom illegalen Verklappen ganz zu schweigen. Die Hoffnung, das Problem ließe sich durch Appelle an die Vernunft aus der Welt schaffen, hat sich als irrig erwiesen. Deshalb mussten Regierungen Maßnahmen ergreifen. Schutzgebiete einzurichten ist eine davon, und zwar eine, die sich bewährt hat.

Glücklicherweise mussten für diese Neuauflage an Land weniger Veränderungen berücksichtigt werden, die Kosten für Proviant und Essen sind in den letzten fünf Jahren halbwegs stabil geblieben. Und es ist immer noch ein Vergnügen ganz eigener Art, durch die Bäckereien und Metzgereien zu streifen und allerhand Köstlichkeiten an Bord zu tragen, die nicht auf dem Einkaufszettel standen. Die italienische Küche ist immer noch führend, man sollte mit Restaurantbesuchen nicht knauserig sein. Vielleicht sollten wir uns an den Italienern ein Beispiel nehmen und den Untergangsmeldungen mit einer Extraportion Lebensfreude begegnen.

Eine einfache Möglichkeit, einen Törn auch in Revieren erschwinglich zu machen, wo im Sommer Mondpreise verlangt werden, ist es, auf die Vor- und Nachsaison auszuweichen. Noch sind die wenigsten Marinas auf die Idee gekommen, die Hauptsaison künstlich zu verlängern oder eine »Zwischensaison« mit ähnlich hohen Preisen einzuführen. Im April und Mai oder im späten September muss man dafür wesentlich mehr aufs Wetter achten, und manche Ankerplätze erfordern eine erfahrene Hand am Ruder. Es scheint sich der Irrglaube breitzumachen, dass GRIB-Daten genügen, um die Wetterentwicklung der kommenden Tage einschätzen zu können. Dem ist definitiv nicht so. GRIB-Daten werden von Computern für Seegebiete wie das Mittelmeer erstellt, die an große Landmassen grenzen, wo thermische Einflüsse das Wetter nachhaltig beeinflussen. Niemand kann Ihnen garantieren, dass diese Einflüsse in die Computerdaten eingerechnet sind, und sie geben auch keine verlässliche Auskunft über Wetterfronten, Böen und lokale Wetteranomalien. Alte und mitunter altmodisch wirkende Tugenden und Fähigkeiten wie die Einschätzung der Wetterentwicklung durch den Blick auf eine Wetterkarte und die Interpretation der Isobaren, vor allem der Unregelmäßigkeiten in deren Verlauf, können im Zweifel darüber entscheiden, ob man einen Ankerplatz rechtzeitig verlässt.

Für diese Ausgabe sind wir große Teile der Küste und Inseln des Tyrrhenischen Meers und Teile Siziliens abgesegelt. Bitte vergessen Sie nicht, die jährlichen Nachträge und Korrekturen zu berücksichtigen, die Sie unter www.imray.com im Internet finden.

Zuletzt bleibt eine schlichte Tatsache festzuhalten: Italien ist immer noch Italien. Die Küsten und Inseln sind nach wie vor ein traumhaftes Revier. Wer es sich entgehen lässt, ist selbst schuld.

Rod und Lu Heikell

Cowes 2015

Danksagung

Lu ist und bleibt meine Begleiterin – nicht nur an Bord. Sie hat die Mühe auf sich genommen, die alten Wegpunkte zu überprüfen und neue festzulegen, die Hinweise zur Ansteuerung zu aktualisieren und die Detailkarten zu überarbeiten. Sie ist auf erfrischende Weise pedantisch – und fast so pedantisch wie ich.

Viele Segler haben sich bei uns gemeldet und wertvolle Hinweise gegeben; in Zeiten, in denen es immer schwerer wird, mit der rasanten Entwicklung Schritt zu halten, war uns das eine unverzichtbare Hilfe. Unser Dank gilt daher allen, die uns geschrieben haben, ganz besonders aber David Youngman von der SY GALLOPPER, Tony und Sarah Boas von der SY IONE sowie Anton Stanwix und Bryan Scott von der SY FRENCH MAID, die zu dieser Ausgabe manch scharfsinnigen Tipp und einige wunderbare Fotos beigesteuert haben. Dank geht auch an Roberto Soldatini, der auf seiner Fahrt durchs Mittelmeer an Bord der von ihm innig geliebten DENECIA II seine Fotos, seine Zeit und seine Musik mit uns geteilt hat, an Luisa Bresciani, Christine Siedle, Colin Wakins, Ashley Royston, Philip van Zwan an Bord der SY LIMANI MOU, Uwe Wittkamp und Raphael Esteban. Informationen beigetragen haben auch Ian Trail, Toni Front, David und Sue Hall von der SY GUSTO, Phil Hamerton, Bill Salvo von der SY CASCADE II, Ton Verbraak von der SY LUNDE sowie Peter Wuthrich und Joanna Peregrine. Der Nationalpark La Maddalena, Portus Karalis, Marina Villasimius, Marina di Stintino, Marina di Sant’Elmo, Ser-Mar und Aquatica Marina haben alle Fotos und Daten für Sardinien zur Verfügung gestellt. Zum Gelingen beigetragen haben auch Marina di Ragusa, Marina d’Arechi, Marina Genova Aeroporto, Marina Molo Vecchio, Marina di Varazze, Base Nautica Flavio Gioia, Superyacht Services (Viareggio), Marina di Stabia, Marina di Riposto, Cantiere Navale Balsamo und Marina Riva di Traiano. Ihre freundliche Genehmigung, Fotos zu verwenden, gaben die italienische Tourismuszentrale ENIT, der Nationalpark Toskanische Inseln und die Tourismusbehörde von Malta. Unser Dank geht zudem an die Cruiser Association und den Royal Cruising Club. Willie Wilson, Elinor Cole, Isabel Eaton und das ganze Team bei Imray haben unsere Texte und Karten mit viel Kennerschaft und Geduld in druckbare Form gebracht. Die Fehler, die das Buch noch enthält, stammen alle von uns.

Wie immer freuen wir uns über Kritik und Anregungen.

EINLEITUNG

WAS SIE ERWARTET

Geografie

Italien ist eine gut 800 km lange Halbinsel im Mittelmeer, die von den Alpen Richtung SE verläuft. Auf der W-Seite liegen das Ligurische und das Tyrrhenische Meer, im S das Ionische Meer und im E das Adriatische Meer, kurz Adria genannt. Ebenfalls zur Republik Italien gehören Sardinien und Sizilien, die beiden größten Inseln des Mittelmeers. Sie liegen vor der W-Küste Italiens. Das Rückgrat der Halbinsel wird vom Apennin gebildet, einem Gebirge, das bis zu den Bergen Kalabriens und Siziliens reicht.

Die ligurische Küste (auch italienische Riviera genannt) erstreckt sich von der französischen Grenze bis zur Mündung des Magra. Dahinter erheben sich steil die Alpen. Genua, Italiens größter Handelshafen, teilt die Küste in die Riviera Ponente (N) und die Riviera Levante (E).

Die wichtigsten toskanischen Inseln sind Capraia, Elba, Pianosa, Giglio und Montecristo. Sie sind Teil des Meeresschutzgebiets Toskanisches Archipel. Die Festlandsküste ist hier vergleichsweise flach.

Das Tyrrhenische Meer erstreckt sich von Civitavecchia bis Reggio Calabria in der Straße von Messina. Es gibt eine Reihe vorgelagerter Inseln: Ventotene, Ponza, Ischia, Capraia, Procida und Capri. An der Küste liegen Rom und Neapel.

Sardinien ist die zweitgrößte Insel im Mittelmeer. Sie schließt sich S-lich an Korsika an. Ganz im Norden der Insel liegen der Nationalpark des Archipels von La Maddalena und die Costa Smeralda, wo man in geringer Entfernung eine Vielzahl von Häfen und Marinas findet.

Sizilien, die größte Insel des Mittelmeers, liegt jenseits der Straße von Messina vor der Stiefelspitze Italiens. Der rauchende Krater des Ätna, Europas aktivstem Vulkan, dominiert die E-Seite der Insel. Rund um Sizilien gibt es eine Vielzahl kleinerer Inseln: im N Ustica und die Äolischen Inseln, im W die Ägadischen Inseln, jenseits der Straße von Sizilien, nicht weit vor der tunesischen Küste, Pantelleria und die Pelagischen Inseln.

Das Ionische Meer hat wohl die am wenigsten entwickelte Küste Italiens. Hier gibt es nur wenige Marinas und Häfen. Das ändert sich erst im Golf von Tarent und vor allem an der Rückseite des italienischen Stiefels, im Adriatischen Meer.

Der Maltesische Archipel besteht aus den Inseln Malta, Gozo, Comino, Cominotto und Filfla. Er liegt etwa 60 sm vor der SE-lichen Spitze Siziliens und ist wegen seiner strategisch wichtigen Lage seit grauer Vorzeit begehrt.

Kultur

Malerei, Oper, das Kino, Architektur, die Geschichte, das Essen und die Sprache – all das zusammen wird unter dem Begriff »Bel Paese« gefasst. So nennen die Italiener ihr Land, um damit zum Ausdruck zu bringen, dass sich hier eine ganz eigene Kultur entwickelt hat, die sich von der der Nachbarn deutlich unterscheidet. Das bunte Treiben in den Straßen, die sensationelle Küche und faszinierenden Landschaften sind weitere Gründe dafür, dass die Heimat des Cappuccino bei Gästen aus aller Welt so beliebt ist.

Marina, Marine und Häfen

Wenn man beim Blick auf die Karte die zahllosen Einträge entdeckt, die auf »Marina« und »Marine« enden, kann man schon mal durcheinanderkommen. Das Wort »Marina« (weniger oft dessen Plural »Marine«) wird an den Namen eines Orts angehängt, wenn dieser an der Küste liegt. Meist ist es so, dass der Hauptort im Hinterland und der »Satellit« direkt am Wasser liegt. Nicht immer, aber meistens gibt es dort einen Hafen oder einen Anleger für die Boote Einheimischer. An der S-Küste Italiens finden sich beispielsweise die Orte Palizzo Marina, Brancaleone Marina und Bovalino Marina, wo es entweder keinen brauchbaren oder gar keinen Hafen gibt. Unmittelbar N-lich von Crotone liegen Ciro Marina und Cariati Marina, und dort gibt es jeweils einen Fischerhafen.

Wer auf die Karte schaut und solche Namen entdeckt, sollte also nicht denken, dass es in Italien eine Unmenge von Häfen gibt, die in diesem Buch nicht erwähnt sind. Das Gegenteil ist der Fall: Ich habe mich bemüht, alle für Yachten interessanten Häfen aufzunehmen.

Marinas, Häfen und Ankerplätze

In den letzten Jahren sind an der Küste Italiens viele neue Marinas gebaut worden, die das ohnehin große Angebot ergänzen. Weitere sind im Bau oder in Planung. Die Italiener verstehen sich darauf, ein solches Projekt in kürzester Zeit auf die Beine zu stellen. Vom ersten Spatenstich bis zur Fertigstellung dauert es oft nur drei bis vier Jahre. Die meisten Yachthäfen bieten eine erstklassige Infrastruktur, zu der Duschen und Toiletten, Strom- und Wasseranschluss sowie TV und Internet gehören. Angeschlossen sind oft kleinere oder größere Werften, die Yachten aus dem Wasser heben und reparieren können, sowie Niederlassungen von namhaften Ausrüstern. Vergleiche dazu auch den Abschnitt »Aufslippen« weiter unten.

Handelshäfen verfügen oft über einen Bereich, in dem Yachten liegen können. Das kann der gepflegte Steg eines gut organisierten Yachtclubs sein, aber auch nur ein Eckchen auf der Innenseite eines Wellenbrechers, um das man sich mit Fischern streiten muss. Einige Häfen an der W-Küste neigen zum Versanden und müssen jedes Frühjahr ausgebaggert und von den Eintragungen der Winterstürme befreit werden.

Schöne und zugleich sichere Ankerplätze sind überall zu finden, auch wenn gelegentlich Fischaufzuchtanlagen, Muringfelder oder Naturschutzauflagen den Aufenthalt erschweren. In Italien gibt es mittlerweile 30 Meeresschutzgebiete und zwei Nationalparks, zu denen auch die angrenzenden Küstengewässer gehören. Vorschriften und Einschränkungen, die das Befahren, das Ankern, Schwimmen oder Tauchen betreffen, sind im Abschnitt »Weitere wichtige Bestimmungen« zu finden.

Yachtklubs

In vielen Häfen haben sich Yachtklubs angesiedelt, die einen Teil des Hafens verwalten und ihren Mitgliedern eine Infrastruktur zur Verfügung stellen. Die meisten bieten Liegeplätze auch für Gäste an und erheben dafür eine Gebühr. Man sollte aber nicht dasselbe Maß an Gastfreundschaft erwarten, wie man es von zu Hause möglicherweise gewöhnt ist. Die Klubs unterscheiden sich oft so sehr wie ihr Angebot, das von einfachster Ausstattung mit einem kargen Büro und einer kalten Dusche bis zu luxuriösen Einrichtungen mit allen erdenklichen Dienstleistungen reicht. Von solchen Klubs fühlen sich oft Menschen angezogen, die nie aufs Wasser gehen, sondern ihr Ansehen mehren und im Klubhaus einen Drink oder ein gutes Abendessen genießen wollen. Wenn ein Yachtklub Gäste willkommen heißt, sollte man das zu würdigen wissen.

Ormeggiatori

Hinter diesem italienischen Ausdruck verbergen sich Menschen, die man auf Deutsch wahrscheinlich Festmacher nennen würde. Ihre Funktion ist damit aber nur unzureichend beschrieben. Denn außer dass sie beim Anlegen helfen, kümmern sie sich auch noch um Treibstoff und Wasser, bei Bedarf sorgen sie auch dafür, dass eine Yacht wieder auf Hochglanz gebracht wird. In vielen italienischen Häfen verwalten Zusammenschlüsse solcher Ormeggiatori einige Liegeplätze, für deren Benutzung sie eine Gebühr erheben. Und weil sie den entsprechenden Platz offiziell gemietet oder gepachtet haben, ist das ein völlig legales Geschäft.

Es gibt aber auch Ormeggiatori, die keine Liegeplätze verwalten und folglich auch keine vergeben können. Ein italienischer Freund von mir nennt sie »kleine Mafiosi«. Hat ein Yachteigner mit ihnen zu tun, steht er vor der Frage, ob er sie bezahlen soll oder nicht. Die Entscheidung ist nicht immer leicht, denn wenn man sich weigert, für einen Liegeplatz zu bezahlen, wird man möglicherweise beim Bunkern von Wasser zur Kasse gebeten – und zwar kräftig. Es kann aber noch schlimmer kommen, denn mitunter arbeiten diese selbst ernannten Ormeggiatori mit der Hafenpolizei zusammen, die sich am störrischen Eigner schadlos halten könnte. Rat ist hier teuer, und ein bisschen muss man seinem Gefühl für die Situation vertrauen. Zu empfehlen ist aber, sich mit diesen Menschen gut zu stellen.

Gastliegeplätze

Von wenigen Ausnahmen abgesehen, verfügen die in diesem Buch beschriebenen Häfen und Marinas über Gastliegeplätze – einige mehrere Hundert, andere nur eine Handvoll. In der Hauptsaison herrscht oft Unmut darüber, dass viele Häfen überlaufen sind und es keine freien Plätze gibt. Manche fragen sich bereits, ob diese Plätze möglicherweise nur auf dem Papier existieren. In diesem Buch sind daher nur solche Plätze aufgeführt, die von den Marinas selbst genannt wurden. Als Faustregel kann man davon ausgehen, dass 10 % der Liegeplätze für Gäste gedacht sind.

Bedenken sollte man aber, dass zu den Gästen nicht nur Segler aus anderen Ländern, sondern auch Italiener gehören, die in einer anderen Region zu Hause sind. Das mag nach einer Binsenweisheit klingen, hat aber zur Folge, dass sich jede Yacht an solche Plätze legen kann, die in der fraglichen Marina keinen Dauerliegeplatz hat. Hinzu kommt, dass Italiener die Angewohnheit haben, ihre Yacht während der Hochsaison zwei bis drei Monate in einer fremden Marina liegen zu lassen. In dieser Zeit belegt der Eigner also einen der kostbaren Gastliegeplätze, während der eigene, heimische (und meist teure) ungenutzt bleibt. Es liegt auf der Hand, dass wenige solcher Eigner genügen, um einen beliebten Hafen während der Hauptsaison dichtzumachen.

Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass die Betreiber der Marinas bestrebt sind, nach Möglichkeit alle Wünsche nach einem Liegeplatz zu erfüllen, selbst wenn es sehr eng wird und sie dafür kleine Wunder vollbringen müssen. Wer kann, sollte in Häfen, die bekanntermaßen beliebt sind, vorher einen Platz reservieren. Und wer eine Woche oder länger bleiben will, sollte das weit im Voraus tun. Viele Marinas bieten auf ihrer Internetseite ein entsprechendes Formular an, das das Verfahren erheblich erleichtert. Eine andere Möglichkeit ist es, zwischen Mitte Juni und Mitte September bestimmte Seegebiete zu meiden. Im Juli und August sind die Riviera rund um La Spezia, die toskanischen Inseln, Ponza, die Bucht von Neapel, die Liparischen Inseln und das N-liche Sardinien heillos überlaufen. Wer dort in der Hochsaison einen Liegeplatz sucht, sollte nicht den Hafenmeister dafür verantwortlich machen, wenn er keinen findet.

Gebühren

In allen Marinas und den meisten Häfen wird eine Liegegebühr erhoben. Die in diesem Buch genannten Preiskategorien geben die Kosten in der Hochsaison wieder, die von Anfang Juli bis Ende August reicht. Die meisten Yachthäfen haben auch Tarife für die Nebensaison, zu denen die Monate Mai und Juni sowie September und Oktober gehören. Dann fallen die Preise um etwa 30 %, in der Vor- und Nachsaison auch um 60 %. Manche Marinas verlangen aber auch während der gesamten Saison die maximale Gebühr. Vielerorts erhalten Langzeitlieger einen Rabatt (sofern sie einen Liegeplatz bekommen). Im Winter fallen die Preise drastisch. Selbst in den beliebtesten Marinas der Riviera und der Toskana kann ein Liegeplatz für den Winter erstaunlich preiswert sein. Und hier ist man allemal besser aufgehoben als in einer der kommerziellen Marinas, die im Winter wie ausgestorben sind.

Ankern

Fast überall, wo man ankern kann, kann man das kostenlos tun. In manchen Buchten liegen an den besten Plätzen aber gebührenpflichtige Murings aus. Wie hoch diese Gebühr ist, variiert, aber in der Hochsaison kann es sehr teuer werden. Manch geeigneter Ankerplatz leidet darunter, dass ein Teil als Badezone abgeteilt ist. Dann muss man weiter draußen ankern, wo der Schutz schlechter ist und man deutlich mehr Kette stecken muss.

Wer ankern will, muss von Stränden mindestens 200 m Abstand halten, von der übrigen Küste mindestens 100 m. Oft und vor allem in der Hochsaison ist zu erleben, dass diese Regel nicht eingehalten wird, sie hat aber Gesetzeskraft, Zuwiderhandlungen werden zunehmend verfolgt und mit Strafen von bis zu 350 € geahndet.

Wer ankert, sollte die Wind- und Wetterbedingungen genau einschätzen können und einen Ausweichhafen in petto haben. Die im Buch genannten vorherrschenden Windrichtungen beziehen sich auf gutes Wetter. Schon eine kleine Beule in den Isobaren für das jeweilige Seegebiet genügt, um das Windsystem durcheinanderzubringen. Wenn ein Ankerplatz zu gefährlich wird, weil der Wind zunimmt oder sich die Windrichtung ändert, muss man einen Plan parat haben und einen Hafen kennen, in den man sich in Sicherheit bringen kann. Das erfordert Vorbereitung. Wenn möglich sucht man sich mehrere Nothäfen für verschiedene Windrichtungen aus, um im Falle eines Falles nicht gegen den Wind anknüppeln zu müssen.

Wer ankern will, braucht ein vernünftiges Ankergeschirr. Es gibt Anker in verschiedenen Formen und Gewichten. Um ein paar Beispiele zu nennen: Für meine Yacht SEVEN TENTHS (36 Fuß, 7,5 t Leergewicht) haben wir einen 16 kg schweren CQR-Anker verwendet, an dem 60 m einer 8-mm-Kette und 30 m einer 14-mm-Leine hingen. Auf der SKYLAX (46 Fuß, 14 t Leergewicht) kam ein Delta-Anker mit 80 m Kettenvorlauf (10 mm) und einer 25 m langen Trosse (16 mm) zum Einsatz. Zusätzlich habe ich stets einen Fortress-Anker an Bord, dessen Gewicht auf die Yacht abgestimmt ist: 4,5 kg waren es auf der SEVEN TENTHS, 9,5 kg sind es auf der SKYLAX. Viel Kette braucht dieser Anker nicht, ich belasse es bei 2–3 m, ergänzt um 35 m Trosse passender Stärke. Der Vorteil eines Aluminiumankers wie dem Fortress besteht darin, dass man ihn gut ins Dingi heben und an die gewünschte Stelle bringen kann. Als Hauptanker sollte man weder ihn noch einen Danforth-Anker verwenden, weil er beim Schwoien leicht durch die Ankerkette beschädigt oder ausgerissen werden kann.

Die angegebenen Liegegebühren sind so aktuell wie möglich, trotzdem ist von einer jährlichen Teuerungsrate auszugehen. In den meisten Häfen dürfte die Liegegebühr daher um eine halbe oder eine ganze Stufe gestiegen sein. Weiterhin gilt jedoch, dass man in vielen Häfen außerhalb der Hochsaison (Juli/August) weitaus günstiger liegt.

Die Preise verstehen sich pro Tag und für Yachten bis 12 m Lüa:

Preiskategorie 1: keine Liegegebühr

Preiskategorie 2: kaum Liegegebühren, unter 25 €

Preiskategorie 3: geringe Liegegebühren, 25–40 €

Preiskategorie 4: mittlere Liegegebühren, 41–55 €

Preiskategorie 5: gehobene Liegegebühren, 56–70 €

Preiskategorie 6: hohe Liegegebühren, 70–100 €

Preiskategorie 6+: extrem hohe Liegegebühren, über 100 €

Wer mit seiner Yacht länger in einer bestimmten Marina bleiben will, sollte per Telefon oder E-Mail Kontakt aufnehmen und nach einem Komplettpreis für den gewünschten Zeitraum fragen. Wer sich in dem Seegebiet aufhält, sollte sich bei anderen Seglern umhören, wie viel ein Liegeplatz in den Marinas, die man ansteuern will, kostet.

Alle öffentlichen Häfen (Porto Comunale) sind dazu verpflichtet, Yachten in einem bestimmten Abschnitt des Kais einen Liegeplatz für eine Nacht anzubieten, ohne eine Gebühr zu erheben. Dieser Verpflichtung kommen sie nicht immer nach. In den letzten Jahren sind dafür einige Marinas an der ligurischen Küste dazu übergegangen, kostenlose Liegeplätze für eine Nacht anzubieten. Man sollte jedoch nicht darauf zählen und in keinem Fall darauf bestehen. Im Zweifel wird man einfach weggeschickt und steht ganz ohne Liegeplatz da. Dann hilft es auch nichts mehr, wenn man seinem Gegenüber doch noch Geld anbietet. Vergleiche dazu den Abschnitt über die Ormeggiatori.

Teuer sind die Liegeplätze auch in der S-lichen Hälfte der Riviera, vor allem rund um Rapallo, in der Umgebung von Rom und Neapel sowie im N und NE von Sardinien. Doch auch hier kann man im Sommer oft auf preiswertere Marinas oder gar Ankerbuchten ausweichen, um sich die berühmten, aber teuren Urlaubsgegenden anzusehen, wenn die Hochsaison vorbei ist. Weniger voll ist es dort dann auch.

TIPPS FÜR DIE SCHMALE BORDKASSE

Allgemeines

Im Hochsommer kann es in einigen Regionen Italiens sehr teuer werden.

Grundsätzlich ist das Ankern bis 200 m vor dem Strand beziehungsweise bis 100 m vor der Küste verboten. Insbesondere während der Hochsaison wird diese Bestimmung von vielen Seglern ignoriert. Sie ist aber Gesetz, dessen Einhaltung zunehmend kontrolliert wird. Verstoße können mit Geldbußen bis 350 € geahndet werden.

Die Preise in den Häfen ändern sich von Jahr zu Jahr (auch ohne Einfluss der Inflation), und auch die Festlegung des Beginns und des Endes von Neben-, Vor- und Hauptsaison variiert. Wer sichergehen will, muss sich auf den Internetseiten der Marinas erkundigen – sofern sie denn eine haben und sie regelmäßig aktualisieren. Wer etwas Italienisch spricht, kann auch zum Telefon greifen und anrufen. Manchmal kommt man auch mit Englisch oder einer anderen Fremdsprache weiter. In allen Häfen, in denen die Liegeplätze von Ormeggiatori verwaltet werden, ist es wichtig, sich telefonisch oder per E-Mail anzukündigen.

Ich empfehle die vorherige Recherche im Internet. Dann kann man die Route nach den Preisen für die Marinas und der Anzahl der Ankerplätze festlegen. So kann man in der Vorsaison an der ligurischen Küste segeln und im Lauf der Hauptsaison Korsika und Sardinien erreichen, wo es genügend geeignete Ankerbuchten gibt, sodass man die teuren Marinas gar nicht anlaufen muss. Geht die Hauptsaison zu Ende, kann man zur Festlandsküste zurück und weiter Richtung S segeln. Wer wenig Geld zur Verfügung hat, sollte sich während der Hochsaison nicht in Revieren aufhalten, in denen es zu kommerziellen Marinas oder von Ormeggiatori verwalteten Liegeplätzen keine Alternative gibt. Das sollte man sich, wenn überhaupt, für die Neben- oder noch besser die Vor- und Nachsaison aufsparen.

In einigen Häfen gibt es eine sogenannte Banchina di Transito. Dabei handelt es sich um Liegeplätze für »Durchreisende«, also Gäste, die nur eine Nacht bleiben wollen. Dort zahlt man entweder keine oder nur eine geringe Gebühr. Dieses Angebot gilt jedoch nicht nur für Yachten. Es kann passieren, dass der entsprechende Abschnitt des Stegs oder Kais mit Booten Einheimischer belegt ist. Die wundern sich oft, wenn ein Gast von der Existenz der Banchina di Transito weiß, und es ist schon vorgekommen, dass Yachten verjagt wurden. Über die Gründe kann man nur Vermutungen anstelle, aber es wird wohl eine Mischung aus Unwissenheit, allgemeiner Verwirrung über die Regelung und Absprachen mit den örtlichen Ormeggiatori sein.

Lange galt die Faustregel, dass die Marinas und von Ormeggiatori betriebenen Liegeplätze umso billiger werden, je weiter man nach S kommt. Das stimmt heute nicht mehr, und auf Sizilien werden in der Hauptsaison mancherorts dieselben astronomisch hohen Preise verlangt wie auf Sardinien. An der ligurischen Küste zahlt man in manchen Marinas hingegen überraschend wenig, zumindest in der Vor- und der Nachsaison. Wenn auch mit Einschränkungen gilt unterdessen eine andere Faustregel: Ältere Marinas sind günstiger als neue. Ein Grund mag sein, dass die Kosten für den Bau der Infrastruktur einer Marina gestiegen sind. Diese Regel ist nicht in Stein gemeißelt, aber man kann sich an ihr orientieren.

Weitere Informationen zum Segeln mit kleiner Bordkasse finden sich am Anfang eines jeden Kapitels.

Festmachen

In allen Häfen macht man mit dem Bug oder dem Heck an Stegen oder Molen fest. Zusätzlich bringt man den eigenen Anker aus. In den Marinas und einigen Yachtklubs liegen Murings, das Geschirr ist entweder mit Leinen zu den Liegeplätzen geführt oder es hängt an Bojen. In manchen Marinas findet man zumindest für kleinere Yachten statt Murings auch Fingerstege vor. Manchmal leisten Mitarbeiter Hilfe beim Festmachen, meist aber muss man sich selbst zurechtfinden. Mit dem Heck voraus anzulegen erfordert etwas Übung, erst recht bei seitlichem Wind und inmitten ankernder Yachten. Man sollte stets genügend Fender außenbords haben und für das letzte kleine Stück bis zum Kai oder Steg nicht den Motor, sondern Muskelkraft benutzen.

Für Yachten bis 11 oder 12 m Länge ist es leichter, mit dem Bug anzulegen. Bei Fahrt voraus lassen sie sich leichter manövrieren, und in Fällen, in denen die Schüttung sich unter der Wasseroberfläche fortsetzt (was sie mancherorts tut), läuft man nicht Gefahr, das Ruderblatt zu beschädigen. Nicht zuletzt bleibt so die Privatsphäre bewahrt, weil man vom Kai aus nicht ins Cockpit oder in die Kabine sehen kann.

Mit Bug oder Heck anzulegen hat gegenüber dem Längsseitsgehen den Vorteil, dass Ungeziefer, allen voran die gefürchteten Kakerlaken, nicht an Bord kommen können. Zudem wird die Yacht weniger anfällig für Schwell. Selbst wenn also genügend Platz ist, um längsseits zu gehen, empfiehlt es sich fast immer, mit dem Bug oder dem Heck festzumachen.

Laufplanken

Laufplanken können aufwendig verarbeitete und mit einer Reling versehene Gangways sein oder nur aus ein paar zusammengezimmerten Bohlen bestehen. So oder so sollte man unter das landseitige Ende ein kleinen Fender binden, damit die Gangway nicht über den Steg schleift und die Nachbarschaft nervt. Im Falle eines Falles gibt eine kleine Aluminiumleiter eine brauchbare Gangway ab.

Manche Yachten haben im Bugkorb aufklappbare Leitern, die das An- und Von-Bord-Kommen erheblich erleichtern.

Chartern

In Italien gibt es vergleichsweise wenig Charteryachten und entsprechend wenige Charterbasen. Die meisten von ihnen liegen an der Küste oder auf den Inseln der Toskana, im N-lichen Sardinien und in der Bucht von Neapel, einige wenige auch in Sizilien und im S-lichen Sardinien. Man kann mit und ohne Skipper chartern. Die Größe der Yachten reicht von 11–15 m bis zu Superyachten mit 150 m Länge und allem erdenklichen Luxus.

REISEN NACH UND IN ITALIEN

Mit dem Flugzeug

Mit der Einführung von Billgfluglinien hat sich der Luftverkehr in Europa grundlegend gewandelt. An manche Ziele gelangt man für einen Spottpreis, den man bei rechtzeitiger Buchung im Internet noch ein bisschen drücken kann. Hier heißt die Devise: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Je näher man dem gewünschten Abflugdatum kommt, desto teurer wird das Ticket auch bei Billigfliegern. Dann kann mitunter auch das Angebot einer der traditionellen Fluggesellschaften konkurrenzfähig sein. Manche Ziele werden auch von Chartergesellschaften angeflogen. Bei denen kann es passieren, dass Hin- und Rückflug billiger sind als ein einzelner Flug. Wer nur in eine Richtung fliegen will, bucht dann trotzdem und lässt das Ticket für den Rückflug verfallen.

In Italien gibt es zwischen den großen Städten regelmäßige Inlandsflüge, auch viele Inseln erreicht man mit dem Flugzeug.

Mit der Fähre

Italien hat ein vergleichsweise dichtes Netz von Fährlinien, die die großen Häfen mit Spanien, Frankreich, Tunesien, Griechenland und Malta, aber auch mit Sardinien und Sizilien verbinden. Auch die vielen kleineren Inseln werden von Fähren angelaufen. Eine Aufstellung von Verbindungen und den entsprechenden Reedereien finden Sie auf der unten angegebenen Internetseite. Die Informationen sind auch auf Deutsch, Englisch und Französisch erhältlich. Die Tickets kann man vorab im Internet buchen. Passagiere ohne Fahrzeug können aber auch kurz vor der Abfahrt ein Ticket kaufen.

www.traghettionline.net

Mit dem Zug

Zugfahren in Italien ist vergleichsweise billig, die Verbindungen ins In- und Ausland sind gut. Von allen großen europäischen Städten aus kommt man nach Rom und Mailand. Zwischen Nizza und Neapel verkehrt ein Zug, der entlang der Küste fährt. Auch kleinere Städte und Ort sind meist gut mit dem Zug zu erreichen.

www.trenitalia.com

Mit dem Auto

In fast allen Städten an der Küste gibt es eine oder mehrere Autovermietungen, oft auch Niederlassungen großer internationaler Anbieter. Die Preise gleichen denen in anderen westeuropäischen Ländern.

Fluggesellschaft

Ziele

Website

Easyjet

Pisa, Rom, Neapel, Bari, Cagliari, Olbia, Catania, Palermo

www.easyjet.com/de

Ryanair

Genua, Pisa, Rom, Lamezia, Brindisi, Bari, Alghero, Palermo, Comiso

www.ryanair.com/de

Alitalia

von Rom aus Verbindungen zu den meisten italienischen Flughäfen

www.alitalia.com

Meridiana

Pisa, Neapel, Olbia, Florenz, Cagliari, Catania, inneritalienische Flüge zu den meisten Städten sowie nach Pantelleria und Lampedusa

www.meridiana.it

British Airways

Linienflüge in alle größeren Städte

www.ba.com

Lufthansa

Linienflüge von vielen europäischen Städten aus

www.lufthansa.com

VERSORGUNGSMÖGLICHKEITEN

Wasser

Das in den Häfen angebotene Wasser hat fast überall Trinkwasserqualität, gelegentlich ist aber Skepsis angebracht. Ist eine Zapfstelle mit dem Hinweis »Acqua non potabile« versehen, sollte man das Wasser in keinem Fall trinken. In manchen Marinas gibt es getrennte Zapfstellen für Trink- und Brauchwasser, letzteres vor allem, um eine Yacht waschen zu können. Weiß man nicht mit Sicherheit, welches welches ist, sollte man nachfragen. Für alle, die der Wasserqualität nicht trauen, gibt es Mittel, mit denen es sich aufbereiten lässt. Reinigungstabletten sind billig und fast überall erhältlich. Mit dem Zusatz von Chlor oder Kaliumpermanganat wird auch Wasser von zweifelhafter Qualität trinkbar.

In Restaurants wird nur Mineralwasser aus Flaschen angeboten. Das macht zwar jeden Gedanken an die Qualität überflüssig, sollte an Bord aber nicht nachgeahmt werden. Schon jetzt verunreinigen Berge von Plastikflaschen die italienischen Küstengewässer und Strände. Um die Wassertanks füllen zu können, sollte man einen 50 m langen Schlauch und verschiedene Adapter für den Anschluss an Bord mitführen.

Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass im gesamten Mittelmeerraum die Niederschläge aufgrund des Klimawandels weiter zurückgehen werden, die Verdunstung hingegen zunehmen wird. Wenn dem so ist, wird die Wasserknappheit rund ums Mittelmeer in naher Zukunft von einer Ausnahme zur Regel werden. Trotzdem sieht man allerorten Eigner, die das Deck ihrer Yacht mit Trinkwasser schrubben, auch wenn dies ausdrücklich verboten ist. Angesichts eines solchen Verhaltens sowohl einheimischer wie auch auswärtiger Yachties darf man sich nicht wundern, wenn irgendwann gar kein Wasser mehr zu bekommen ist. Und wer glaubt, dass ich übertreibe, dem sei gesagt, dass genau das in einigen kleineren Häfen bereits der Fall ist. Wenn sich an unserem Verhalten nichts ändert, wird in naher Zukunft eine Wasseraufbereitungsanlage zur Grundausstattung jeder Segelyacht gehören. Bis dahin kann ich nur empfehlen, die Wassertanks bei jeder Gelegenheit aufzufüllen und sparsam damit umzugehen. Das Deck zu schrubben ist in den meisten Fällen Verschwendung, erst recht dort, wo das Wasser bereits rationiert ist.

Treibstoff

Wenn bei den Hafenbeschreibungen und den Detailkarten von Treibstoff die Rede ist, so ist damit in der Regel Diesel gemeint. Mitunter ist auch Benzin erhältlich, das man sich aber meist an einer Autotankstelle besorgen muss. In einigen Häfen wird Diesel auch mit Tankwagen oder -schiffen angeliefert.

Strom

In allen Marinas und in vielen Häfen gibt es an den Stegen oder am Kai Anschlüsse für Landstrom. Das Nutzungsentgelt ist oft schon in den Liegegebühren enthalten. Um die Bordbatterien zu schonen, sollte man von der Möglichkeit Gebrauch machen. Das bedeutet aber meist auch, dass man zu den verschiedenen Anschlüssen, die in den Marinas benutzt werden, die passenden Stecker finden muss. Eine Auswahl der gängigen Adapter ist unverzichtbar. In der Regel findet man Strom mit 220 V und 50 Hz vor, in einigen Marinas zusätzlich auch 380 V. Vor allem in kommunalen Häfen, in denen Strom- und Wasseranschlüsse nachgerüstet wurden, kann die Installation unsachgemäß und deshalb gefährlich sein. Oft unterliegt die elektrische Spannung auch erheblichen Schwankungen. Deshalb sollte man alle Verbraucher, die nicht benötigt werden, ausschalten. Andernfalls riskiert man, dass sie beschädigt werden. Wer in der Schalttafel seiner Yacht keine Anzeige für die Polarität hat, sollte sich für ein paar Euro einen nachrüstbaren Polaritätsprüfer kaufen, der rechtzeitig vor Fehlern in der landseitigen Verkabelung warnt.

Wer um die lärmenden Marinas einen Bogen macht, muss sich selbst mit Strom versorgen. Je weiter man Richtung Süditalien und vorgelagerte Inseln kommt, desto wichtiger wird es, mit dem Strom hauszuhalten. In der Regel ist es aber nötig, die Batterien zwischendurch zu laden. Auf immer mehr Yachten kommen dafür Sonnenkollektoren oder Windgeneratoren zum Einsatz. Trotzdem kann es nicht schaden, den von der Werft verbauten Regler durch einen leistungsfähigeren zu ersetzen, damit die Lichtmaschine schon bei geringer Motordrehzahl Strom an die Batterie liefern kann. Je nach Größe des Motors kann man eventuell auch eine zweite Lichtmaschine einbauen.

Wenn irgend möglich, sollte man darauf verzichten, zum Laden der Batterien den Motor laufen zu lassen. Nichts ist ärgerlicher, als in einem ruhigen Hafen oder einer friedlichen Ankerbucht neben einer ständig lärmenden Yacht zu liegen. Wer unbedingt Luft und Wasser verpesten und Krach machen muss, um die Batterien aufzuladen, sollte sich dafür einen entsprechend lauten und dreckigen Hafen suchen.

Gas

In den meisten größeren Städten bekommt man Kartuschen der Firma Campingaz. Für Yachten, die mit Butan- oder Propangasflaschen ausgerüstet sind, gibt es entsprechende Adapter. Wer länger in Italien bleibt und viel Gas verbraucht, ist gut beraten, auf italienisches Gas umzurüsten, das deutlich billiger ist. Vertrieben wird es unter zahllosen Handelsnamen, die ich unter dem Sammelbegriff »Italgaz« zusammengefasst habe. Die in Griechenland erhältlichen Gasflaschen sind nicht mit Campingaz kompatibel und können nicht gegen sie eingetauscht werden.

Schmutzwasser und Fäkalien

Noch müssen Yachten nach italienischem Recht nicht mit Tanks für Schmutzwasser und Fäkalien ausgerüstet sein. Das heißt jedoch nicht, dass man nach Belieben die Bordtoilette spülen darf. In vielen Meeresschutzgebieten dürfen nur Yachten mit Fäkalientank über Nacht an den Murings liegen. Und es ist nur eine Frage der Zeit, bis entsprechende Tanks vorgeschrieben sein werden.

Umweltverschmutzung und deren Vermeidung

Rechtlich unterliegen Fäkalientanks nicht den geltenden Umweltschutzgesetzen. Diese müssen mit EU-Richtlinien zur Reinhaltung von Küstengewässern konform gehen und haben daher vor allem Abwasser im Blick, das von Land stammt. Wesentlicher Punkt ist, dass die Einleitung von ungeklärtem Abwasser in Küstengewässer verboten ist und Zuwiderhandlungen geahndet werden können. Yachten sind dort jedoch nicht eigens erwähnt. Es besteht also eine Diskrepanz zwischen EU-Regeln zum Umweltschutz und nationalen Bestimmungen für Yachten, die nicht von der Anlage IV des Internationalen Übereinkommens zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe (MARPOL) erfasst sind, da sie nur für Schiffe mit mehr als 400 BRT und/oder 15 Passagieren gilt.

In Italien gibt es überall Werften, die Yachten kranen können – die meisten sind bestens ausgerüstet.

Lokale Kontrollen

Die italienische Küstenwache kann Strafen und Bußgelder für Umweltverschmutzungen durch Yachten verhängen, gleich ob die Verunreinigung aus dem Treibstofftank, der Bilge oder dem Schmutzwassertank stammt – erst recht, wenn man in flagranti erwischt wird, womöglich sogar in einem sauberen Hafen oder einer Badebucht. Die Behörden sind verpflichtet, allen Beschwerden über Umweltverschmutzung gleich welcher Art nachzugehen, das Vorgehen selbst kann aber von Region zu Region unterschiedlich sein. Die Höhe der Bußgelder hängt von der Schwere, dem Ort des Vergehens und davon ab, ob ihm Versehen oder Vorsatz zugrunde liegt. Mit dem Bußgeld ist der Verursacher nicht aus der Verantwortung entlassen, im Falle einer Anzeige kann es sein, dass er sich vor Gericht verantworten und mit weiteren Kosten, etwa für die Beseitigung des angerichteten Schadens, rechnen muss.

Verhaltensregeln

Seit jeher mache ich aus meiner Überzeugung keinen Hehl, dass es zutiefst unsozial ist, das Abwasser aus der Toilette in die Buchten und Häfen des Mittelmeers zu leiten. Und ich wundere mich, dass es immer noch Segler gibt, die diese Meinung nicht teilen und ihr großes Geschäft ungeniert in eine Badebucht leiten, in deren kristallklarem Wasser sich zur selben Zeit Schwimmer tummeln. An uns allen ist es, die Umwelt zu schützen, und wenn es dafür erforderlich ist, ein Stück weiter aufs Meer hinauszufahren oder einen Hafen mit entsprechenden Vorrichtungen anzulaufen, dann ist das nicht zu viel verlangt. Und ob diese Art von Abwasser für die Umwelt nun schädlich ist oder nicht, spielt letztlich keine Rolle – unappetitlich ist es in jedem Fall. In einem Gewässer, das so wenig Wasseraustausch hat und so viel befahren wird wie das Mittelmeer, sollte es normal sein, einen Fäkalientank an Bord zu haben und, zumindest in Küstennähe, auch zu benutzen, unabhängig davon, was die Regelungen vor Ort vorschreiben. Zweifellos ist die Wasserqualität im Mittelmeer dank der entsprechenden EU- und UN-Regelungen besser geworden ist, und auch wenn noch viel zu tun bleibt, bin ich der Ansicht, dass diese Bemühungen von uns Seglern unterstützt werden sollten.

Schwarzwasser

Der beste Ort, um Fäkalien zu entsorgen, ist ein Hafen mit einer entsprechenden Einrichtung. Wenn man dafür das offene Meer wählt (und vor dem Ventil hoffentlich einen Zerkleinerer hat), sollte man mindestens 6 sm von der Küste entfernt sein und mindestens 4 kn Fahrt machen.

Grauwasser

Bei Grauwasser stellt sich die Lage etwas anders dar. Für die Umwelt ist es sicherlich gefährlicher als Schwarzwasser, es ist aber auch schwerer an Bord aufzubewahren. Das macht den Umgang mit ihm so schwierig. Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, an Bord ausschließlich umweltfreundliche Reinigungsmittel zu benutzen, sodass die Verschmutzung der Umwelt mit Phosphaten und anderen Chemikalien von vornherein sehr gering ist. Und wie auf einer kleinen bis mittelgroßen Yacht ein System für das Sammeln und Entsorgen von Grauwasser installiert werden könnte, weiß auch ich nicht.

Weitere Informationen zu Umweltschutzregeln und -gesetzen finden Sie auf Seite 32/33.

Ersatzteile

Die meisten Ersatzteile für Yachten sind in Italien leicht zu beschaffen, andernfalls kann man sie bestellen. Handelt es sich um Kleinteile, beauftragt man damit am besten einen Kurier wie DHL oder Fedex. Mit der normalen Post kann es mitunter sehr lange dauern.

Für viele Ersatzteile gibt es aber auch gleichwertigen Ersatz italienischer Fertigung, und es kann passieren, dass man sich mit einigem Aufwand ein Teil liefern lässt, das ursprünglich hier hergestellt wurde. Das gilt vor allem für Kühlgeräte und -anlagen (deren Einzelteile häufig in Italien gebaut und in anderen Ländern zusammengesetzt werden), Motorteile, elektronische Geräte (die beiden wichtigsten Anbieter von elektronischen Seekarten, C-Map und Navionics, sind italienische Firmen), Farben und Lacke sowie Decksausrüstung und Beschläge. Wer in Süditalien unterwegs ist, sollte mit dem Kauf gegebenenfalls warten, bis Malta erreicht ist. Dort gibt es viele lizenzierte Händler und Niederlassungen, die Ersatzteile führen oder in kurzer Zeit beschaffen können.

Aufslippen

An allen Küsten Italiens gibt es Werften, die eine Yacht aus dem Wasser nehmen können. Zum Einsatz kommen dabei Travellifts, Kräne sowie Slipanlagen. Manche Werften sind auf Fischerboote spezialisiert, andere sind in der Lage, alle erdenklichen Yachtreparaturen in höchster Qualität auszuführen. Im Falle eines Falles findet man fast überall einen Kran, der eine Yacht mittlerer Größe aus dem Wasser heben kann. Die folgende Liste nennt Werften, die auch von ausländischen Fahrtenyachten aufgesucht werden. Es handelt sich also um die beliebtesten Werften, nicht notwendigerweise um die besten oder am besten ausgestatteten.

Ligurien

San Remo: 30-t-Travellift, Plattformlift bis 750 t.

Marina degli Aregai: 100-t-Travellift.

Porto Maurizio: 50-t-Travellift, 50-t-Slipanlage; relativ wenig Stellfläche, dafür aber nahe dem Stadtzentrum.

Amico (Loano): 550-t-Travellift.

W-Service (Savona): Slipanlagen für sehr große Yachten.

Marina di Varazze: 100-t-Travellift.

MA.RI.NA Service (Genua): 40-t-Travellift, 100-t-Hydrauliktrailer.

Cantieri Naval (Genua): 400-t-Hydrauliktrailer.

Amico & Co (Genua): 300-/510-t-Travellifte, 200-m-Trockendock.

Santa Margherita Ligure: Kräne für kleine und mittelgroße Yachten, Slipanlage bis 120 t.

Lavagna: 50-t-Travellift, Slipanlage bis 300 t.

Le Grazie: 1000-t-Slipanlage, nahezu alle Reparaturen.

Porto Mirabella Marina: 160-t-Travellift.

Marina Porto Lotti (La Spezia): 160-t-Travellift; weitere Werften in der Nähe.

Toskanische Inseln und angrenzende Küste

Esaom Cesa (Elba): 250-/50-t-Travellift; fast alle Reparaturen.

Marina di Carrara: Kräne bis 150 t, Slipanlage; fast alle Reparaturen.

Viareggio: Lifts und Kräne bis 1000 t; spezialisiert auf Instandsetzung großer Yachten; Werft in Stadtnähe.

Marina Cala de’ Medici: 100-t-Travellift.

Marina di Scarlino: 100-t-Travellift; Bootswerft der Nautor-Gruppe.

Marina Punta Ala: 100-t-Travellift.

Porto Santo Stefano: Die Werft Cantiere dell’Argentario kann Yachten bis 400 t aus dem Wasser nehmen; offene und überdachte Stellplätze, mehrere spezialisierte Werkstätten.

Marina Cala Galera: 80-t-Travellift.

Tyrrhenisches Meer

Fiumicino: Kleine und mittelgroße Yachten können aus dem Wasser gehoben und auf einer Freifläche abgestellt werden.

Fiumare Grande: Tecnomar kann je nach Tiefgang Yachten bis 300 t aufslippen. Wegen der Nähe zu Rom günstige Lage. Darsena Netter und Porto Romano sind Alternativen.

Porto Turistico Porto di Roma (Ostia): 400-t-Travellift.

Base Nautica Flavio Gioia: 100-t-Travellift; gut ausgestattete Werft.

Sud Cantieri (Pozzuoli): 80-t-Travellift, Slipanlage für größere Boote.

Marina di Stabia: 220-t-Travellift.

Salerno: 150-t-Slipanlage. 50-t-Travellift.

Marina d’Arechi: 220-t-Travellift.

Acciaroli: 160-t-Travellift.

Camerota: 200-t-Travellift.

Tropea: 50-t-Travellift.

Sardinien

Porto Torres: 80-t-Travellift.

Castelsardo: 50-t-Travellift.

Porto Cervo: 40-t-Travellift, Slipanlage bis 350 t; offene und überdachte Stellplätze.

Olbia: Mehrere Werften, die Yachten bis 150 t aus dem Wasser nehmen können; umfangreiche Reparaturmöglichkeiten.

Porto Ottiolu: 40-t-Travellift.

Santa Maria Navarrese: 40-t-Travellift.

Arbatax Marina: 200-t-Travellift.

Cagliari: 50-t-Kran, 50-t-Slipanlage für größere Yachten.

Marina Torre Grande: 65-t-Travellift.

Bosa Marina: 65-t-Travellift.

Sizilien

Marina Porto dell’Etna (Riposto): 160-t-Travellift, 45-t-Kran.

Augusta: 40-t-Travellift.

Catania: 40-t-Kran, Slipanlage bis 150 t.

Porto Palo: Slipanlage für Fischtrawler. Es werden aber auch Yachten aufgeslippt.

Pozzallo: 150-t-Travellift.

Marina di Ragusa: 160-t-Travellift.

Marsala: 160-t-Travellift.

Trapani: 200-t-Travellift.

Ionisches Meer und südliche Adria

Sibari: 50-t-Travellift; Werkstätten.

Marina di Policoro: 100-t-Travellift.

Brindisi Marina: 150-t-Travellift.

C.N. Balsamo (Brindisi): 50-t-Travellift, 200-t-Slipanlage.

Malta

Kalkara Werft: 40-t-Kran, Hydrauliktrailer.

Manoel Island Yacht Yard: 50-t-Travellift und Slipanlage bis 500 t; Stellplätze für 250 kleine und mittelgroße Yachten; umfangreiche Reparaturmöglichkeiten.

Winterliegeplätze

Wie manche Werften bei Fahrtenseglern besonders beliebt sind, so sind es manche Häfen bei allen, die nach einem Winterquartier für ihre Yacht suchen. Die folgenden Häfen erfreuen sich großer Beliebtheit: San Remo, Santa Margherita, Ligure, Rapallo, Portoferraio, Marina di Varazze, Genua, Marina Cala de’ Medici, Cala Galera, Fiumicino, Porto Turistico di Roma (Ostia), Base Nautica Flavio Gioia (Gaeta), Vibo Valentia, Tropea, Fertilia (Alghero, Sardinien), Brindisi Marina, Malta.

Angeber und Rowdys

In den letzten Jahren hat auch in Italien die Zahl kleiner Yachten zugenommen, die von Menschen gesteuert werden, die zwar das nötige Kleingeld besitzen, aber weder etwas von Seemannschaft verstehen noch sich zu benehmen wissen. Bei den Yachten handelt es sich in den allermeisten Fällen um Motorboote, und während sich einige Skipper an geltende Regeln halten, legen es andere darauf an, sich selbst und ihren Begleitern auf Teufel komm raus etwas zu beweisen. Solange sie dabei niemanden gefährden, sollen sie das von mir aus machen, aber nicht zufällig treiben sie ihr Unwesen meist dort, wo sich möglichst viele unbeteiligte Zuschauer aufhalten. Immer wieder werden gefährliche Situationen heraufbeschworen, weil Motorboote mit zu hoher Geschwindigkeit in einen Hafen hineinfahren oder ihn verlassen. Schon der Schwell, den sie verursachen, reicht oft aus, um andere Yachten in Nöte zu bringen. Gefährlich wird es auch, wenn solche Raser Ankerbuchten heimsuchen, in denen andere Menschen baden oder in ihren Dingis vor sich hin dümpeln. Oft sind es Besitzer stark motorisierter Schlauchboote oder Jetskis, die zu derartigem Verhalten neigen. Sie sollten wissen, dass sie sich nicht nur rücksichtlos verhalten, sondern andere Menschen massiv gefährden.

Wer meint, dass ich übertreibe, sei an das Schicksal des Schauspielers Götz George erinnert, der von einem rücksichtlosen Skipper beim Baden vor Sardinien von der Schraube eines Motorboots verletzt wurde. Die Strafen für solche Vergehen können gesalzen sein und den Schuldigen mitunter auch ins Gefängnis bringen – erst recht, wenn das Opfer zu Tode kommt und der Skipper des Motorboots als Alleinschuldiger verurteilt wird.

Abfall

Die zunehmende Verschmutzung der Weltmeere macht auch vor italienischen Gewässern nicht Halt. An den Stränden werden große Mengen Plastikmüll angespült. Viel davon haben die Italiener selbst ins Meer geworfen, aber auch Touristen und Segler beteiligen sich an der Unsitte. Dabei gibt es in nahezu jedem Hafen Abfallbehälter, in die man seinen Müll entsorgen kann. Das Meer ist mit Sicherheit nicht der richtige Ort dafür.

EINREISEFORMALITÄTEN

•Alle Yachten, die sich in italienischen Gewässern aufhalten, müssen die entsprechende Gastlandflagge zeigen. Wer will, kann zusätzlich die Flagge Sardiniens oder Siziliens setzen, die dann unter der italienischen Flagge zu führen ist.

•Italien gehört zur EU, weshalb jede in der EU registrierte ausländische Yacht ohne weitere Formalitäten in italienisches Hoheitsgebiet einreisen kann. Selbstverständlich muss sie die üblichen Papiere mitführen und auf Nachfrage vorzeigen können.

•Yachten aus Nicht-EU-Ländern sowie Yachten, die Bürger aus einem Nicht-EU-Land an Bord haben oder aus einem Land einreisen, das nicht zur EU gehört, müssen die Flagge Q zeigen und offiziell einklarieren. Dazu geht man in der Regel zum Hafenmeister des ersten Hafens, der angelaufen wird, und lässt sich das Costituto genannte Formblatt zur Einreise aushändigen. Unten finden Sie eine Liste der Capitanerias di Porto.

•Küstenwache und Zoll überprüfen gelegentlich Yachten, die in italienischen Gewässern kreuzen. Dabei gehen die Beamten nicht immer mit Samthandschuhen vor, vor allem wenn man sich in Gegenden aufhält, in denen bekanntermaßen viel geschmuggelt wird. Und auch wenn man nichts dergleichen im Sinn hat, muss man die Kontrolle über sich ergehen lassen.

Capitanerie di Porto (Zoll)

Regionale Zentren sind kursiv gedruckt.

Ligurien:

Imperia

Savona

Genua

La Spezia

Toskana:

Marina di Carrara

Livorno

Viareggio

Portoferraio (Elba)

Tyrrhenisches Meer:

Civitavecchia

Rom/Fiumicino

Gaeta

Neapel/Torre del Greco

Torre Annunziata

Castellamare di Stabia

Salerno

Vibo Valentia

Gioia Tauro

Reggio Calabria

Sardinien:

Porto Torres

La Maddalena

Olbia

Cagliari

Sizilien:

Palermo

Milazzo

Messina

Augusta

Catania

Siracusa

Pozzallo

Porto Empedocle

Mazara del Vallo

Trapani

Ionisches Meer/Adria:

Crotone

Taranto

Gallipoli

Brindisi

Bari

Carabinieri kontrollieren ein Fischerboot. Es kann vorkommen, dass man auf See angehalten wird und die Papiere vorzeigen muss.

Einreise- und Grenzkontrollen

Die vorgenannten Einreisebestimmungen beziehen sich auf alle Mitglieder der Besatzung, nicht auf die Yachten selbst. Für die gelten besondere Bestimmungen, nicht zuletzt hinsichtlich der Mehrwertsteuer.

Alle Besatzungsmitglieder müssen einen gültigen Personalausweis oder Reisepass mit sich führen.

Bürger der EU und aus Staaten des Schengen-Raums dürfen sich auf unbestimmte Zeit in jedem anderen Land, das diese Kriterien erfüllt, aufhalten. Zu beachten sind allenfalls Steuergesetze des jeweiligen Gastlands. Wer aus Ländern des EWR in die EU einreist, darf sich innerhalb von sechs Monaten 90 Tage lang dort aufhalten. Nach drei Monaten ununterbrochenen Aufenthalts muss man ausreisen und darf frühestens nach drei Monaten wieder einreisen. Gegebenenfalls ist dafür ein Visum erforderlich, das jedoch nicht mit einer Arbeitsgenehmigung verwechselt werden darf.

Länder, deren Bürger zur Einreise in den Schengen-Raum ein Visum benötigen, sind im Anhang 1 des Schengen-Abkommens benannt. Anhang 2 führt Länder auf, die von dieser Regelung ausgenommen sind. Bürger der im Folgenden genannten Staaten benötigen kein Visum, gleichwohl gelten die oben genannten Einschränkungen der Reise- und Aufenthaltsfreiheit. Da die Liste nicht vollständig ist, sollte man sich im Zweifelsfall bei der zuständigen Botschaft erkundigen.

Australien

Brasilien

Kanada

Kroatien

Israel

Neuseeland

Schweiz

USA

Gäste, die kein Visum benötigen und mit der eigenen Yacht reisen, halten sich in der Praxis nicht immer an die Frist, nach der sie eigentlich ausreisen müssten. Viele sind länger geblieben, ohne dafür zur Verantwortung gezogen zu werden. Das bedeutet aber nicht, dass die Regeln ihre Gültigkeit verloren hätten und Verstöße nicht mit Geldbußen geahndet werden können. Grundsätzlich gilt jedoch, dass Reisende, die zwischen den Ländern wechseln, größere Freiheit genießen als solche, die sich länger im selben Land aufhalten.

Wer ein Visum vorweisen muss (weil er beispielsweise türkischer Staatsbürger ist), sollte eines beantragen, das ihm das wiederholte Einreisen erlaubt. Spätere Änderungen sind immer schwierig.

Wer länger als drei Monate bleiben will, muss sich gegebenenfalls um eine Aufenthaltsgenehmigung bemühen.

Europäische Union

Zur EU gehören derzeit noch 28 Länder, die diverse Abkommen und den Bereichen Handel, Sicherheit und Grenzkontrollen geschlossen haben.

Belgien

Bulgarien

Dänemark

Deutschland

Estland

Finnland

Frankreich

Griechenland (Großbritannien)

Irland

Italien

Kroatien

Lettland

Litauen

Luxemburg

Malta

Niederlande

Österreich

Polen

Portugal

Rumänien

Schweden

Slowakei

Slowenien

Spanien

Tschechien

Ungarn

Zypern

Europäischer Wirtschaftsraum

Der Europäische Wirtschaftsraum (EWR) ist eine Freihandelszone zwischen den EU-Staaten und weiteren europäischen Ländern. Es gelten besondere Bestimmungen hinsichtlich Handel und Reisefreiheit. Gemeinsam bilden sie den sogenannten Schengen-Raum.

Länder, die nicht zur EU, aber zum EWR gehören, sind:

Island

Liechtenstein

Norwegen

Schweiz

Schengener Abkommen

Das Schengener Abkommen ist ein Übereinkommen, das die Freizügigkeit zwischen den Unterzeichnerstaaten regelt. An den Grenzen wurden die Personenkontrollen abgeschafft, sie können nur in Ausnahmefällen wieder eingeführt werden. Die Außengrenzen des Schengen-Raums werden umso intensiver überwacht. Wer also aus einem Land einreisen will, das nicht zum Schengen-Raum gehört, sollte sich auf gründliche Kontrollen einstellen. Nicht alle EU-Staaten gehören zum Schengen-Raum, dafür aber die oben aufgeführten Mitglieder des EWR.

EU-Mitglieder, die nicht zum Schengen-Raum gehören:

Irland

Bulgarien

Großbritannien

Kroatien

Rumänien

Zypern

Checkliste für ausgewählte europäische Staaten

a) Der Euro ist zwar kein offizielles Zahlungsmittel, wird aber zumeist akzeptiert.

b) Offiziellen Schengen-Ländern und Unterzeichnern des EU-Mehrwertsteuerabkommens gleichgestellt. In Monaco sind die französischen Behörden für die Erhebung der Mehrwertsteuer und von Strafen für die Verschmutzung der Küste zuständig.

c) Keine Unterzeichner des Schengen-Abkommens, Anhang 1 und 2, Visaregelungen für Drittstaaten. Die Regelung, wer ein Visum benötigt, kann in diesen Ländern anders sein als in anderen Unterzeichnerstaaten.

* Austritt aus der EU soll am 29.3.2019 erfolgen.

Bootspapiere