Lastentragen - die verkannte Gabe - Christa Lüling - E-Book

Lastentragen - die verkannte Gabe E-Book

Christa Lüling

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Beschreibung

Es ist ein relativ neu entdecktes Phänomen: Etwa ein Fünftel aller Menschen empfindet wesentlich sensibler als andere - eigentlich eine ganz besondere Begabung. Doch Hochsensible leiden oft, finden ihre feine Wahrnehmung und ihre Reaktionen eher peinlich, werden auch von ihren Mitmenschen selten verstanden. Viele plagt innerer Schmerz, Selbstzweifel und gefühlsmäßige und gedankliche Verwirrung. Oft tragen Hochsensible, besonders in christlichen Gemeinden, unbewusst anderer Leute Lasten. - Mit ihrer umfassenden Erfahrung als Seelsorger und Betroffene wenden sich Dirk und Christa Lüling genau an diese: an die hochsensiblen Christen. Wie können sie Heilung empfangen von den Verletzungen aus Ablehnung, Unverständnis und Selbstzweifel, frei werden vom Joch unbewusst übernommener, fremder Lasten, wie können sie mit ihrer Gabe im Alltag umgehen? Wie bringen sie diese wertvolle Begabung in die Gemeinde ein?

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Seitenzahl: 220

Veröffentlichungsjahr: 2012

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Christa und Dirk Lüling

Lastentragen – die verkannte Gabe

Hochsensible Menschen als emotionale Lastenträger

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Copyright © 2007 ASAPH-Verlag

7., ergänzte Auflage 2011

Umschlaggestaltung: joussenkarliczek, D-Schorndorf

Satz/DTP: Jens Wirth

E-Book-Konvertierung: Satzweiss.com Print Web Software GmbH

Printed in the EC

eBook: ISBN 978-3-95459-500-6 (Best.-Nr. 148500)

Print: ISBN 978-3-935703-87-1 (Best.-Nr. 147387)

Für kostenlose Informationen über unser umfangreiches Lieferprogramm an christlicher Literatur, Musik und vielem mehr wenden Sie sich bitte an:

ASAPH, Pf. 2889, D-58478 Lüdenscheid

[email protected] – www.asaph.net

Unsere Hochsensibilität ist wie ein Präzisionswerkzeug, das beeindruckend leistungsfähig ist in der Wahrnehmung und im kreativen Output. Doch leider ist es ein Werkzeug, für das wir keine Gebrauchsanweisung erhalten haben und das wir versuchen zu verstehen durch Versuch und Irrtum.

Georg Parlow, „Zart besaitet“

Vorwort

Zum Thema hochsensible Lastenträger haben Dirk und Christa Lüling eins dieser Bücher geschrieben, die so hilfreich sind, dass ich beim Lesen ständig denken musste: „Der und der sollte es lesen, dem und dem muss ich es zukommen lassen ...“

Es könnte die Rettung sein für so viele Hochsensible, und erst recht für hochsensible Lastenträger, die beide normalerweise nicht verstehen, warum sie fühlen, was sie fühlen, und entsprechend leiden. Immer wieder wird der Leser ausrufen müssen: „Das bin ja ich!“, und: „Warum habe ich das noch nie gemerkt? Es hätte mir so viele Schwierigkeiten erspart“, und auch: „Danke, Gott. Ich habe gebetet wie vorgeschlagen, und tatsächlich fühle ich mich viel besser. Es tut sehr gut, sich selbst zu verstehen. Jetzt weiß ich, warum ich so anders bin als viele andere. Und welche Erleichterung, zu wissen, dass ich mich letzten Endes gar nicht so sehr von allen unterscheide – es gibt viele wie mich, und wir haben alle die gleichen Probleme.“

Was das Beste ist: Dirk und Christa machen deutlich, dass es sich beim Lastentragen um eine wunderbare Gabe des Herrn handelt, und wie es im Dienst und im Fürbittegebet zu gebrauchen ist. Richtig verstanden und eingesetzt, um das eigene Leben für andere niederzulegen (Galater 6,2), wird Lastentragen einer der höchsten und wertvollsten Dienste, denen man sich nur widmen kann. Als Lebensstil praktiziert, führt Lastentragen aus ichbezogener Selbstsucht zu der Christus-Tugend, anderen zum Segen zu leben, ohne auf das Eigene zu sehen.

Wer dieses Buch liest, wird nicht nur jemand werden, der für andere lebt. Er wird auch den heiligen, brennenden Wunsch bekommen, anderen sensiblen Typen zu helfen, und auch den nicht so Sensiblen. Er wird helfen wollen, dass sie die Schmerzen und Wunden, unter denen so viele unnötigerweise leiden, verstehen und davon befreit werden. (Weniger Sensible leiden auch, besonders wenn sie mit einem supersensiblen Typ zusammenleben!) Es ist sehr gut, von Verwirrung frei zu sein, und viel besser noch, andere befreien zu können.

Dieses Buch sollten Sie sich unbedingt holen. Es ist lebensverändernd.

John Sandford

Autor, Mitgründer der Elijah House Ministries

Vorwort

Mit diesem Buch gehen Christa und Dirk Lüling ein wichtiges und spannendes Thema der Seelsorge an, das im deutschsprachigen Raum noch wenig beschrieben wurde.

Mit viel Feingefühl gliedern sie das nicht einfache Thema und führen zu einem guten Verständnis. Die Beispiele aus der Praxis veranschaulichen dem Leser die Zusammenhänge. Diese gute Arbeit wird Betroffenen wertvolle Hilfe zum Selbstverständnis ermöglichen. Sich verstehen eröffnet neue Möglichkeiten und ermutigt, das Leben stärkenorientiert zu verantworten.

Sicher werden Seelsorger, die im Bereich der Inneren Heilung arbeiten, dieses Buch gerne in die Hand nehmen. „Lastenträger“ suchen immer wieder Hilfe in Seelsorge und Beratung, weil sie zuweilen schneller als andere Menschen ihre Grenzen spüren – denn sich abgrenzen will gelernt sein.

Hochsensible Menschen tragen auch eine tiefe Sehnsucht nach Harmonie in ihrem Herzen. Schneller als andere spüren sie Ablehnung, Streit, egoistische Durchsetzungsmuster und Spannungen in den Beziehungen. Doch sie haben auch eine hohe Sensibilität für die Sehnsucht Gottes, uns in den Frieden zu führen, der allen Verstand übersteigt.

Als Seelsorger, Betroffener oder Angehöriger werden Sie dazugewinnen, wenn Sie sich in dieses Buch vertiefen.

Katharina Schmidt

Institut für Christliche Lebens- und Eheberatung (ICL), Steinen

Vorwort

In unserer fast 20-jährigen Therapie- und Seelsorgepraxis begegne ich immer wieder folgendem Phänomen: Menschen, deren Leben irgendwie aus den Fugen gerät – was sich häufig anhand massiver, ja existenzieller Konflikte und Krisen zeigt –, stellen insbesondere Fragen nach Zusammenhängen für das Auseinanderdriften und nach Erklärungen für das scheinbar Rätselhafte und Unerklärliche. Je mehr wir gemeinsam im Prozess der Beratung eine „Landkarte“ entwickeln, die Orientierung und Erklärung für die persönlichen und familiären (systemischen) Zusammenhänge gibt, desto mehr Entspanntheit breitet sich häufig aus. Selbst traumatische Erfahrungen und deren Erklärungszusammenhänge wirken nicht mehr derart destruktiv, da sie sozusagen „ins rechte Licht“ gerückt werden. Dieses „rechte Licht“ hat auch, geistlich gesehen, mit der freimachenden Wirkung der Wahrheit Gottes zu tun: „Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch befreien“ (Johannes 8,31.32, Einh.-Üs.). Gute und klare Erklärungen, Definitionen, Konstruktionen, Beschreibungen und Diagnosen können hierbei sehr hilfreich sein.

Ich selbst hatte mich bisher nicht intensiv mit der Thematik der hochsensiblen Persönlichkeit beschäftigt und freue mich über dieses Buch von Dirk und Christa Lüling. Sie schreiben kompetent, praktisch und zeugnishaft über Menschen, die in den Familien, den christlichen Kirchen und Gemeinden als hochsensible Lastenträger oftmals leiden, teils, weil ihre damit zusammenhängende Begabung übersehen wird, teils, weil es an seelsorgerlicher Erklärung und Begleitung mangelt.

Die ausführlichen Beschreibungen und Erklärungen in diesem Buch helfen dabei, sich als Betroffener selbst besser einzuschätzen, wichtige Beziehungsdynamiken zu erkennen und praktische Veränderungsschritte einzuleiten.

Der Begriff „hochsensibler Lastenträger“ sollte dabei nicht als Diagnoseschlüssel einer behandlungswürdigen Erkrankung, sondern als Verständnisschlüssel zur Beschreibung eines bestimmten Persönlichkeitstypus gesehen werden. Festschreibungen mit diagnostischem Charakter werden somit vermieden, Betroffene fühlen sich besser verstanden und erleben sich gleichzeitig in einer angemessenen Veränderungsverantwortung.

Mein Wunsch ist es, dass dieses Buch hochsensiblen Lastenträgern und denjenigen, die sich nicht dieser Persönlichkeitsbeschreibung zuordnen, zur Beziehungsermutigung wird, im Aufeinanderhören und Wachsen Raum für Gottes Wirken zu geben.

Rolf Gersdorf

Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensberatung,

Leben im Kontext e. V., Dortmund

Einführung

Vor etlichen Jahren hörten wir bei einer Autofahrt den Vortrag „Heilung des verwundeten Lastenträgers“ von John Sandford. Mit dem Titel wussten wir zunächst nichts anzufangen, aber das Thema fesselte uns zunehmend. Es öffnete uns die Augen für einen Lebensbereich, mit dem wir immer wieder Probleme hatten. Christa fühlte sich in ihrer Persönlichkeit gut beschrieben und endlich verstanden, und als sie das Gebet am Ende des Vortrags mitsprach, erlebte sie augenblicklich eine Entlastung. Sehr geholfen haben uns später die persönlichen Gespräche mit John Sandford, in denen er uns die Gabe des Lastentragens näher erklärte. Seit dieser Zeit haben wir uns immer wieder mit dem Thema beschäftigt und neue Aspekte entdeckt. Wenn Christa heute über das Thema in der Team.F-Seelsorgeschule lehrt, gibt es eine sehr starke Resonanz. Über 80% der Studenten sind Betroffene, sie fühlen sich beschrieben und verstanden! Sie sind erleichtert, dass sie ihre Wahrnehmungen, Befindlichkeiten und Reaktionen endlich richtig einordnen können, und viele verletzende Erfahrungen sehen sie nun in einem neuen Licht.

Wie gesagt, kamen wir mit diesem Thema durch John und Paula Sandford in Berührung, die als Pioniere auf dem Gebiet der inneren Heilung gelten. In den neunziger Jahren waren sie häufig unsere Gastsprecher. Durch ihre Seminare, ihre Bücher und ihre Freundschaft erhielten wir entscheidende Impulse für unser Leben und den Seelsorgedienst von Team.F. Erst im vergangenen Jahr stießen wir auf die Bücher von Elaine Aron, „Sind Sie hochsensibel?“ und Georg Parlow, „Zart besaitet“, die das Phänomen der Hochsensibilität beschreiben. Hier und auch im Internet fanden wir eine Fülle von Informationen über hochsensible Personen, die unsere Erfahrungen und Beobachtungen bestätigten und unseren Horizont erweiterten.

Viele Hochsensible sind emotionale Lastenträger und davon wiederum hat ein großer Teil eine sehr verletzte Seele. Vor allem für diese Menschen ist unser Buch gedacht. Die Eigenschaften der Hochsensibilität beschreiben wir nur soweit sie für das grundlegende Verständnis der Persönlichkeit eines Lastenträgers notwendig sind. Darum kann es sein, dass Sie sich bei der Beschreibung der Hochsensibilität wiederfinden, aber das Thema Lastentragen oder Heilung von seelischen Verletzungen Ihnen nicht so viel zu sagen hat.

Der Bedarf an Informationen über dieses Thema ist groß, denn laut Elaine Aron ist etwa ein Fünftel aller Menschen hochsensibel. Es sind sehr feinfühlige Menschen mit einer wunderbaren Gabe. Leider finden einige in unserer Wettbewerbsgesellschaft keinen rechten Platz, da sie nicht nach den gebräuchlichen Lebensmustern funktionieren. Sie fühlen sich mit ihren Wahrnehmungen, Reaktionen und Werten unverstanden und „irgendwie anders“. Leider werden sie darin oft durch verurteilende Reaktionen ihres Umfeldes bestätigt. Aufgrund ihrer Lebensgeschichte sind viele von Selbstzweifeln und Unsicherheit geplagt. Nicht wenige kennen undefinierbare seelische oder körperliche Schmerzen und manche sind aufgrund ihrer vielen Wahrnehmungen gefühlsmäßig oder gedanklich schnell zu verwirren. Um neue Lebensfreude zu erhalten, brauchen sie Befreiung vom Joch ihrer unbewussten Lasten und Heilung für die verletzenden Erfahrungen ihrer Lebensgeschichte. Wenn sie es außerdem lernen, sich vor zu vielen Wahrnehmungen zu schützen, können sie im Alltag sehr konstruktiv mit ihrer Gabe umgehen. Unsere Gesellschaft braucht die Hochsensiblen! Sie verdienen es, richtig wahrgenommen und respektiert zu werden und einen angemessenen Platz zu erhalten.

Unsere Ausführungen beruhen im Wesentlichen auf eigenen Erfahrungen und Beobachtungen, ergänzt durch Beispiele von Freunden. Es liegt uns sehr am Herzen, für dieses weithin unbekannte und vernachlässigte Thema und vor allem für die betroffenen Menschen Augen und Herz des Lesers zu öffnen. Über Rückmeldungen und Ergänzungen würden wir uns sehr freuen, denn wir denken nicht, dass wir dieses Gebiet schon vollständig ergründet haben. Wir danken allen Freunden, die durch ihren persönlichen Beitrag das Thema veranschaulicht und dieses Buch bereichert haben. Um sie und ihre Familien zu schützen, wurden die Namen verändert.

In diesem Buch erzählt Christa viel von sich selbst – wenn die Ich-Form ohne Zusatz verwendet wird, handelt es sich um ihre persönlichen Erfahrungen.

Christa und Dirk Lüling

Kapitel 1 Kennzeichen und Eigenschaften hochsensibler Personen

Generelle Merkmale

Vor etlichen Jahren besuchten wir eine große christliche Konferenz. Wir waren von unserem Alltag ziemlich geschafft und sehnten uns nach geistlicher Erfrischung. Es gab gute geistliche Kost und erfrischenden Lobpreis – allgemein herrschte Hochstimmung. Mein Mann blühte auf und sprach mit allen möglichen Leuten, aber ich saß da mitten unter 5000 oder mehr Menschen und versank immer mehr in meinem Stuhl. Schließlich war ich vollkommen fertig und sagte zu ihm: „Dirk, ich muss raus! Ich werde hier verrückt. Ich muss weg, ich tanke hier nicht auf, es wird nur ständig schlimmer mit mir statt besser.“

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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