Lauter lachende Lyrik - Heinz Marecek - E-Book

Lauter lachende Lyrik E-Book

Heinz Marecek

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Beschreibung

Ein besonderes Geschenkbuch für literarische Feinschmecker, zum Schmökern und Vorlesen. Für sein neues Buch hat Publikumsliebling Heinz Marecek aus seiner ganz persönlichen Gedichtsammlung ein Best-of zusammengestellt: herrlich komische Meisterwerke von Gotthold Ephraim Lessing, Johann Wolfgang Goethe, Heinrich Heine, Wilhelm Busch bis Karl Farkas, Hugo Wiener und Peter Hammerschlag. "Sobald mir ein Gedicht so gut gefällt, dass ich das Bedürfnis habe, es anderen Menschen zu erzählen, schreibe ich es ab, lerne es meistens bei der Gelegenheit gleich auswendig, und es kommt in einen Ordner. Immer wieder war plötzlich ein Gedicht da, über das ich laut lachen konnte. Und oft ist ja der Autor so eines Gedichtes einer, von dem man diese Art von Lyrik nicht erwartet hätte – das ist natürlich immer am lustigsten."

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Seitenzahl: 53

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Heinz MarecekLauter lachende Lyrik

HeinzMarecek

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amalthea.at

© 2016 by Amalthea Signum Verlag, Wien

Umschlaggestaltung: Elisabeth Pirker/OFFBEAT

Umschlagbild: © Janine Guldener Berlin/München

Lektorat: Martin Bruny

Herstellung und Satz: VerlagsService Dietmar Schmitz GmbH,

Heimstetten

Gesetzt aus der 11,75/14,75 pt Adobe Garamond Pro

Printed in the EU

ISBN 978-3-99050-064-4

eISBN 978-3-903083-47-9

Inhalt

Vorwort

Erster Teil

ERICH KÄSTNER

»Hamlets Geist«

ERICH KÄSTNER

»Der Handstand auf der Loreley«

ERICH KÄSTNER

»Maskenball im Hochgebirge«

ERICH KÄSTNER

»Der letzte Mohikaner«

ERICH KÄSTNER

»Überflüssige Warnung«

ERICH KÄSTNER

»Sokrates zugeeignet«

ERICH KÄSTNER

»Über den Nachruhm oder Der gordische Knoten«

ERICH KÄSTNER

»Es läuten die Glocken«

ERICH KÄSTNER

»Der Lenz verschiebt seine Premiere«

ERICH KÄSTNER

»Ein paar neue Rekorde«

GOTTHOLD EPHRAIM LESSING

»Ein Hurenhaus geriet in Brand«

JOHANN WOLFGANG GOETHE

»Der Storch«

HEINRICH HEINE

»Das Fräulein stand am Meere«

JOHANN WOLFGANG GOETHE

»Freuden des jungen Werthers«

WILHELM BUSCH

»Die erste alte Tante sprach«

WILHELM BUSCH

»Wirklich, er war unentbehrlich«

WILHELM BUSCH

»Es sitzt ein Vogel auf dem Leim«

HEINZ ERHARDT

»Die Made«

HEINZ ERHARDT

»Kolumbus«

HEINZ ERHARDT

»An einen Nichtschwimmer«

HEINZ ERHARDT

»Ein Naßhorn«

HEINZ ERHARDT

»Das Steckenpferd«

HEINZ ERHARDT

»Warum die Zitronen sauer wurden«

HEINZ ERHARDT

»Die Kellermaus«

ERNST JANDL

»Ottos Mops«

KARL VALENTIN

»Eine Moritat im Großstadtdunkel«

ERICH MÜHSAM

»Der Revoluzzer (Der deutschen Sozialdemokratie gewidmet)«

KARL FARKAS

»Schnee«

PETER HAMMERSCHLAG

»Die Schwergewichts-Maitresse«

PETER HAMMERSCHLAG

»Kaffee-Klatsch«

Zweiter Teil

ROBERT GERNHARDT

»Kleine Erlebnisse großer Männer«

ROBERT GERNHARDT

»Rudolf Steiner«

ROBERT GERNHARDT

»Selbstaussage«

ROBERT GERNHARDT

»Basis und Überbau«

ROBERT GERNHARDT

»Ökumenischer Dialog«

ROBERT GERNHARDT

»Weil’s so schön war«

WINFRIED KRAFT

»Paulus schrieb an die Apostel …«

ROBERT GERNHARDT

»Gebet«

ROBERT GERNHARDT

»Siebenmal mein Körper«

ROBERT GERNHARDT

»Deutung eines allegorischen Gemäldes«

ROBERT GERNHARDT

»Folgen der Trunksucht«

FRIEDRICH KARL WAECHTER

»Die Gams im fremden Forst …«

ROBERT GERNHARDT

»Schreiben, die bleiben

Höhepunkte abendländischer Briefkultur«

ROBERT GERNHARDT

»Materialien zu einer Kritik der bekanntesten Gedichtform italienischen Ursprungs«

ROBERT GERNHARDT

»Dorlamm meint«

ROBERT GERNHARDT

»Was ist Elektrizität«

ROBERT GERNHARDT

»Noch einmal: Mein Körper«

F. W. BERNSTEIN

»Ein Zwischenfall«

FRIEDRICH SCHLEGEL

»Erotische Sonette, Zweites Sonett«

OSKAR ANSULL

»Jeder hat einen«

ROBERT GERNHARDT

»Ermunterung«

ROBERT GERNHARDT

»Unzeitgemäße Verse«

F. W. BERNSTEIN

»Von den erogenen Zonen«

HUGO WIENER

»Ich kann den Novotny nicht leiden«

KLAUS CÄSAR ZEHRER

»Casanovas Nordlandreise – Ein Erotikon in zwölf Epsioden«

FRITZ GRÜNBAUM

»Das Mieder mit den Spatzen«

PETER HAMMERSCHLAG

»Mir ins Stammbuch«

Anhang

Die Dichter

Textnachweis

Vorwort

Immer wieder kommen nach meinen Lesungen Leute zu mir, lassen sich ein Buch signieren und fragen dann: »Wie entsteht eigentlich das Programm für so einen Abend?«

»Eigentlich von selber.«

»Hm?«

»Ja. Ich lese sehr viel und sehr gerne Gedichte. Und sobald mir eines so gut gefällt, dass ich das Bedürfnis habe, es anderen Menschen zu erzählen, schreibe ich es ab, lerne es meistens bei der Gelegenheit gleich auswendig, und es kommt in einen Ordner. Als ich zum Beispiel das Gefühl hatte, es gibt genug Lyrik zum Lachen, um einen Abend davon zu gestalten, wurde eben ein Ordner »Lauter lachende Lyrik« angelegt, ich wühlte mich ein paar Monate lang durch Lyrik aller Art, und siehe da – immer wieder war plötzlich ein Gedicht da, über das ich laut lachen konnte. Und oft ist ja der Autor so eines Gedichtes einer, von dem man diese Art von Lyrik nicht erwartet hätte – das ist natürlich immer am lustigsten.

An meinen Abenden liegt dann der Ordner mit den ausgedruckten Gedichten auf einem kleinen Lesetisch vor mir – hat aber eher dekorativen Charakter. Denn ich kann alle Gedichte, die an diesem Abend »drankommen«, auswendig. Ich hatte nämlich immer schon das Bedürfnis, Gedichte, die mir besonders gefallen, auswendig zu lernen. Auch viele, die nie an irgendeinem meiner Abende Verwendung fanden. Einfach so, aus Freude an der Sache. Nicht nur Gedichte, auch Monologe, Opernarien, Texte von Liedern, die mich besonders berühren oder betroffen machten, oder die ich so idiotisch fand, wie etwa die SED-Hymne! Diesen brüllenden Schwachsinn musste man einfach in Diskussionen auswendig zitieren können. Passagen aus der »Ilias«, der »Odyssee« oder der »Göttlichen Komödie«, was auch immer – aber am liebsten Gedichte. Und die müssen gar nicht in einem Buch stehen.

Als ich das erste Mal über die Strudlhof-Stiege gegangen bin, habe ich mich auf eine Bank gesetzt und so lange das wunderbare Gedicht von Doderer gelesen, das dort in Stein gemeißelt ist, bis ich es auswendig konnte. Ich bin seit Jahrzehnten nicht mehr über die Strudlhof-Stiege gegangen, leider – aber das Gedicht kann ich immer noch.

Ähnliches hat sich im Mirabellgarten in Salzburg ereignet. Dort steht auf einer Marmortafel das Trakl-Gedicht: »Musik in Mirabell« – auch vor dieser Tafel blieb ich so lange stehen, bis ich das Gedicht auswendig konnte – und bin dann zufrieden weitergegangen.

Es müssen auch gar nicht Gedichte sein! Wenn man über die Himmelstraße in Wien spazieren geht und plötzlich vor einer Art Säule steht, auf deren abgeschrägter Oberfläche in einer schwer leserlichen Handschrift der Satz steht: »Hier enthüllte sich am 24. Juli 1895 dem Dr. Sigmund Freud das Geheimnis des Traumes«, kann man ja auch nicht einfach weitergehen, sondern nimmt sich natürlich vor, die Geschichte, die hinter diesem Satz steht, herauszufinden. Dann erfährt man, dass die Handschrift Freuds eigene ist, der Satz aus einem Brief an Wilhelm Fließ stammt, und noch eine ganze Menge. Ohne erkennbaren Nutzen, zugegeben, aber es macht einfach Spaß, solche Dinge zu wissen.

Ich wollte auch schon als Kind unbedingt wissen, wer die acht Männer sind, die an den Seitenflächen (stehend) und an den Ecken (zu Pferd) das Maria-Theresia-Denkmal zwischen den beiden Museen zieren. Welches die sieben Weltwunder sind und wie die neun Musen heißen. Eine Art von Sucht, gar keine Frage. Doch wahrscheinlich eine harmlose.

Aber die Lieblinge blieben immer die Gedichte: von Kästner, von Heine, von Goethe, von Lessing, Heinz Erhardt oder Robert Gernhardt … und alle sind sie auf den folgenden Seiten vertreten – mit einem Gedicht, mit dem sie amüsieren und die Menschen zum Lachen bringen wollten.

Viel Spaß beim Lesen!

Erster Teil

ERICH KÄSTNER

»Hamlets Geist«

Gustav Renner war bestimmt die beste

Kraft im Toggenburger Stadttheater.

Alle kannten seine weiße Weste.

Alle kannten ihn als Heldenvater.

Alle lobten ihn, sogar die Kenner.

Und die Damen fanden ihn sogar noch schlank.

Schade war nur, daß sich Gustav Renner,

wenn er Geld besaß, enorm betrank.

Eines Abends, als man »Hamlet« gab,

spielte er den Geist von Hamlets Vater.